KOMKORR 

Kommunistische Korrespondenz 2017

Die KORRESPONDENZ ZWISCHEN DEN CCBLOGGERN (1) konzentriert sich auf die VOR- UND NACHBEREITUNG DES ARBEITSTREFFENS (2) im Sommer 2017 und das von dort aus inzwischen erfolgreich in die Tat umgesetzte gemeinsame elektronische Publikationsprojekt COMMUNIST CORRESPONDENCE BLOG (3). Hinzu kommt der schon seit längerem stattfindende (KOMMUNISTISCHE) GEDANKENAUSTAUSCH (5).

Im Mittelpunkt des Arbeitstreffens hatte der Marxismus und der Antisemitismus in ihrem Verhältnis zueinander gestanden. Der Marxismus als (künftiges) Herrschaftsinstrument der aus den Resten der untergegangenen SED hervorgekrochenen Neuen Bourgeoisie und der Antisemitismus der Alten Bourgeoisie, von dessen Geruch sie sich durch den inzwischen von ihr übernommenen penetranten kompensatorischen Philosemitismus zu befreien sucht, um ihre einst gemeinsam mit den Nationalsozialisten beschlossene und in ihrem Namen von diesen betriebene Auslöschung der europäischen Staatsbürger ‚jüdischer Herkunft‘ symbolhaft ungeschehen zu machen. Und mit dem Ziel, im Konkurrenzkampf mit den heutigen Welthegemonialmächten ihre singuläre, rein moralische Welthegemonie als Spätgeburt des Wilsonischen World-War-One-Idealismus zu errichten. Dazwischen vegetiert die entweder an den Antisemitismus der Alten oder den Marxismus der Neuen Bourgeoisie gefesselte (historische) Arbeiterklasse politisch vor sich hin.

In der ÜBER DAS KAPITAL (4) zusammengestellten KORRESPONDENZ wird der Versuch unternommen, die nach der Auflösung der Marx-Gesellschaft in die Rosa Luxemburg Stiftung abgebrochene Diskussion mit verändertem Schwerpunkt fortzusetzen: der von Karl Marx in Lohnarbeit und Kapital und Lohn, Preis, Profit erhobenen Forderung nach Abschaffung des Lohnsystems als Hebel zur schließlichen Befreiung der Arbeiterklasse. Dieses steht und fällt, wie in KAPITAL Band I von ihm entwickelt wird, mit der Produktion des Mehrwerts durch die unmittelbaren Produzenten, wie Marx 1864 in einem Vortrag vor dem Generalrat der International Workmen‘s Association herausgearbeitet hat, der unter dem Titel Lohn, Preis, Profit erst in den 1890er Jahren ins Deutsche übersetzt wurde.

Als Haupthindernis für die Aneignung dieser Forderung durch die unmittelbaren Produzenten erweist sich der Ökonomismus, der Gewerkschaftsfunktionären und marxistischen Theoretikern der Neuen Bourgeoisie erlaubt, den Arbeiterklassen aller Länder die Realisierbarkeit eines Kapitalismus ohne Mehrwertproduktion vorzugaukeln, den sie ihnen als ‚Sozialismus‘ verkaufen. Dagegen ist in der von Marx in KAPITAL Band III erwähnten Fabrikkooperation, bei der die Arbeiterklasse das kooperative Management ‚ihrer‘ Fabrik übernimmt und dem Kapitalisten den Durchschnittsprofit zahlt, die Mehrwertproduktion zwar nicht beseitigt. Aber indem diese Arbeiter in den Kooperativfabriken selbst als Besitzer der Produktionsmittel aktiv werden, erfahren sie praktisch, wie Arbeit ohne Mehrwertproduktion betrieben werden könnte und eines Tages ohne das Mehrwert produzierende Kapital praktiziert werden wird. Neben den Gewerkschaften als Schulen des Klassenkampfs würden die Kooperativfabriken hierdurch zu Schulen des Kommunismus werden. Ihr Erfolg stünde im umgekehrten Verhältnis zu der in diesem sozialen Experiment zu gewinnenden Einsicht, daß mit dessen Durchführung die Aufhebung der Mehrwertproduktion zwar prinzipiell nicht möglich, diese aber für das Überleben der Menschheit unbedingt notwendig und auf die Dauer dringend erforderlich ist…

Die unterschiedliche Schreibweise in den Original-E-Mails wurde beibehalten und lediglich an den vorgegebenen Font angepaßt. Alle Zusätze und Kürzungen wurden in eckigen Klammern angezeigt; die meisten Fußnoten wurden nachträglich von mir hinzugefügt. Diese drücken nicht (unbedingt) die Ansicht des Schreibers der jeweiligen KORRESPONDENZ aus. Sie haben ergänzenden, erläuternden und teilweise kommentierenden Charakter. Die gesamte KOMMUNISTISCHE KORRESPONDENZ liegt zusammengefaßt in einem GESAMTTEXT vor.

Ulrich Knaudt, Bochum, den 04.02.2018.

 

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