{"id":1476,"date":"2013-07-06T18:16:04","date_gmt":"2013-07-06T16:16:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1476"},"modified":"2013-07-06T18:16:35","modified_gmt":"2013-07-06T16:16:35","slug":"reaktionen-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1476","title":{"rendered":"Reaktionen (2012)"},"content":{"rendered":"<p><P><B>Der Charakter der an dieser Stelle wiedergegebenen Feedbacks hat sich stark ver\u00e4ndert. Im Mittelpunkt stehen seit l\u00e4ngerem \u00dcberlegungen zum Marxschen <\/B><I><B>Kapital<\/B><\/I><B>, die mit Interessierten ausgetauscht wurden.<\/B><\/P> <P ><B>Es gibt auch vereinzelte Politische Statements, die einen zumeist beil\u00e4ufigen Charakter tragen. Systematische \u00dcberlegungen politischer Natur haben sich ins BLogbuch verlagert.<\/B><\/P> <P >[In eckigen Klammern: Korrekturen sinnentstellender Fehler und der Hinweis auf K\u00fcrzungen im Originaltext.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/pM-1304-REAKTIONEN-2012-B.pdf\">REAKTIONEN 2012 [PDF]<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/pM-1304-REAKTIONEN-2012-ANHANG-1.pdf\">ANHANG 1: Werner Imhof: Nachtrag [PDF]<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/pM-1304-REAKTIONEN-2012-ANHANG-2.pdf\">ANHANG 2: Ulrich Knaudt: Sozialismus versus Marxismus [PDF]<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/pM-1304-REAKTIONEN-2012-ANHANG-3.pdf\">ANHANG 3: Ulrich Knaudt: An Alle! [PDF]<\/a><\/p>\n<hr>\n<p><B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(04.02.2012)<br \/> Betreff: WANDERD\u00dcNE<B> <\/B><\/p>\n<p> <P> Lieber H.,<\/P> <P>[\u2026] Deine Frage zu D.[ieter] W.[olf]: Ich habe [&#8230;] vorgeschlagen, auf dem \u00fcbern\u00e4chsten Kolloquium meine Kritik an D.W. vorzutragen. Dann kann ich auch ein wenig weiter in Richtung Arbeit, Wertgesetz bei den Klassikern ausholen.<\/P> <P> Ein wenig tue ich das auch jetzt schon, indem ich im M\u00e4rz auf Tschernyschewskis Kommentar zur \u00dcbersetzung von J.S. Mills Principles ins Russische eingehen werden. Eine Werttheorie, die den Wert nach dem (gesellschaftlichen) Nutzen bestimmt.[1]<\/P> <P> Da steckt viel drin, was ich auch bei D.W. gefunden habe.<\/P> <P> Schick mir ruhig den Harbach.[2] Mal sehen, ob ich ihn noch schaffe zu lesen.<\/P> <P> Gru\u00df Ulrich<\/P> <P> [1] <B>DEBATTE 5 Marx und <\/B><B>\u010cerny\u0161evskij \u2013 die revolution\u00e4re Bewegung in Ru\u00dfland und die <\/B><I><B>commune rurale<\/B><\/I><B>. <\/B><br \/> [2] <B>Heinrich Harbach: <\/B><I><B>Wirtschaft ohne Markt<\/B><\/I><B>. Transformationsbedingungen f\u00fcr ein neues System der gesellschaftlichen Arbeit<\/B>, Berlin 2011. <\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P > <B>H.H. an Ulrich Knaudt <\/B>(05.02.2012)<br \/> Betreff: Anfrage &#8218;Kaffe trinken&#8216;: Einstellung der partei Marx Webseite<\/P> <P> Hallo Ernst Ulrich Knaudt,<\/P> <P> [\u2026] deine Einw\u00e4nde in Richtung&nbsp;Koryph\u00e4en&nbsp;haben uns so gut gefallen, dass wir uns gerne mit dir zu einem Plausch zusammen setzen w\u00fcrden. Au\u00dferdem hast Du deine Seite &#8218;parteiMarx&#8216; eingestellt, was bestimmt Konsequenzen in der politischen Sichtweise f\u00fcr dich hat, wor\u00fcber wir ebenfalls gerne mehr erfahren w\u00fcrden. Deine Stellungnahmen zur Oktoberrevolution fand ich hauptseitig sehr gut, konnte aber nie ausmachen, inwieweit die leninistische Methode noch aktuell f\u00fcr dich ist.&nbsp;<\/P> <P> Wir hei\u00dft hier W. I. und meine Wenigkeit.<\/P> <P> beste Gr\u00fc\u00dfe<\/P> <P>H. H.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P > <B>Ulrich Knaudt an H.H. <\/B>(02.02.2012)<br \/> Betreff: Anfrage &#8218;Kaffe trinken&#8216;: Einstellung der partei Marx Webseite<\/P> <P> Hallo Ihr, bin, obwohl unter Termindruck stehend, zu einem Plausch nicht abgeneigt [&#8230;]<\/P> <P> Die Seite pM habe ich nicht eingestellt, sondern das BLogbuch zur\u00fcckgestellt, weil das Konzept \u00fcberholt ist. An den REAKTIONEN k\u00f6nnt Ihr erkennen, da\u00df an derselben weiter gearbeitet wird.<\/P> <P> [&#8230;]<\/P> <P> Wie lange sich doch solche Begriffe wie die &quot;Hauptseite&quot; gehalten haben&#8230;<\/P> <P> Meine Kritik an Lenin erstreckt sich &#8218;hauptseitig&#8216; auf die Bauernfrage. (DEBATTE 4). Nicht von dieser betroffen war bisher die &#8218;Nationale Frage&#8216;. Wenn man aber beides im Zusammenhang sieht, k\u00f6nnte sich auch das \u00e4ndern \u2012 allerdings dann auch nicht zugunsten von Rosa Luxemburg, Lenins Hauptgegnerin in puncto &#8218;Nationale Frage&#8216;.<\/P> <P> [&#8230;]<\/P> <P> Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/P> <P> Ulrich Knaudt<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>H.H.<\/B> <B>an Ulrich Knaudt <\/B>(06.02.2012)<br \/> Betreff: Anfrage &#8218;Kaffe trinken&#8216;: Einstellung der partei Marx Webseite<\/P> <P> Danke f\u00fcr die schnelle Antwort Ulrich Knaudt!<\/P> <P>Wunderbar dass Du Interesse hast, mit uns zu plauschen. [&#8230;] Zur Zeit besch\u00e4ftigen wir uns mit dem Harbach Buch [&#8230;]<\/P> <P>Lustig, dass mir der Begriff &#8218;Hauptseite&#8216; gar nicht mehr als politisch belastet in Erinnerung ist, schon so verdammt lang her das Ganze&#8230;.<\/P> <P>Gru\u00df H.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.H. <\/B>(06.02.2012) <br \/> Betreff: Anfrage &#8218;Kaffe trinken&#8216;: Einstellung der partei Marx Webseite <\/P> <P> Hallo H.H.,<\/P> <P> [&#8230;] Ich habe das Buch bis jetzt nur \u00fcberflogen, aber dabei an dem Ansatz, soweit er mir verst\u00e4ndlich war, einiges Grunds\u00e4tzliches auszusetzen. Dar\u00fcber k\u00f6nnten wir reden. Zu mehr reicht es bei mir, da ich mitten in der Vorbereitung zu meinem Referat stecke, erst mal nicht. [&#8230;]<\/P> <P> Ulrich Knaudt<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>H.H.<\/B> <B>an Ulrich Knaudt <\/B>(07.02.2012) <br \/> Betreff: Anfrage &#8218;Kaffe trinken&#8216;: Einstellung der partei Marx Webseite<\/P> <P> [&#8230;] Beim buch sprichst Du uns aus der Seele. Weder stimmt die Kapitalismusanalyse (insbesondere beim Geld) noch der Zugang zum Sozialismus. Diesem nachzuweisen, dass er kein richtiger Kapitalismus war und keinerlei Versuch zu wagen, die praktischen Huerden zum richtigen oder sagen wir richtigeren Sozialismus zu analysieren, ist schon ein toller Marxismus. Auch die Anforderung an die (konkrete) Arbeit, als allgemeine von vornherein gesetzt zu sein bleibt total abstrakt, als liessen sich hier keine Bedingungen nennen, die diese Setzung notwendig voraussetzen. Hier fehlt jeder praktische Zugang (es liesse sich auch von Vorstellung sprechen) auf eine Gesellschaftlichkeit, die eine &#8218;Abschaffung&#8216; des Geldes erlauben koennte.<\/P> <P> So weit mal meine Kurzzusammenfassung<\/P> <P> Gruss H.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.H. <\/B>(08.02.2012)<br \/> Betreff: Anfrage &#8218;Kaffe trinken&#8216;: Einstellung der partei Marx Webseite<\/P> <P> Deine Einsch\u00e4tzung teile ich in groben Z\u00fcgen. Enth\u00e4lt erst mal das Wesentliche, dem ich mich anschlie\u00dfe. Zwei Dinge auf historischem und auf theoretischem Gebiet k\u00e4men hinzu.&nbsp;<\/P> <P> Historisch: Soweit ich mit der Lekt\u00fcre gekommen bin, stellt sich unmittelbar die Frage, 1. ob der Reale Sozialismus \u00fcberhaupt anders als kapitalistisch reformierbar&nbsp;gewesen&nbsp;ist, 2. ob sich, wenn er nicht anders reformierbar war, an diesen dann anders denn (sozial)&#8217;demokratisch&#8216; ankn\u00fcpfen l\u00e4\u00dft. Ich vermute, da\u00df nur das geht! Harbach scheint aber zu unterstellen, es ginge auch anders. Sozialistisch? Kommunistisch?<\/P> <P> Theoretisch: Harbach macht Dieter Wolf zu seinem Cheftheoretiker und kn\u00fcpft direkt an dessen KAPITAL-Analyse an. Nun gibt es einige schwerwiegende Einw\u00e4nde gegen diese. Meine findet Ihr auf der Home Page der Marx-Gesellschaft \u2013 und die sind bisher noch recht harmlos.[1] Wenn Harbach sich in dem Ma\u00dfe, wie es den Anschein hat, theoretisch auf Wolf st\u00fctzt, ist sein Konzept entgegen seinem Anspruch von vornherein zum Scheitern verurteilt.<\/P> <P> Fazit: Harbachs Buch zu kritisieren, ist ein Politikum ersten Ranges. Sch\u00f6n, wenn es gel\u00e4nge, diese Kritik im Chor oder Wechselgesang r\u00fcberzubringen.<\/P> <P> Zu Lenin: Ich halte Lenin bei aller Kritik f\u00fcr unverzichtbar. Da haben wir wohl eine Differenz. So wie ich Gietingers Einsch\u00e4tzung nicht teile (Kronstadt) und auch nicht die von Celiga (obwohl die als zeitbedingt bis zu einem gewissen Grad verzeihlich ist).[2] Lenin war einer der letzten gro\u00dfen Marx-Getreuen, wenn auch verbunden mit einer Menge von Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen. Davon habe ich einige versucht aufzukl\u00e4ren, wor\u00fcber Ihr Euch auf meiner Home Page informiert zu&nbsp;haben scheint.<\/P> <P> Also genug f\u00fcr einen Plausch&#8230;<\/P> <P> Ulrich Knaudt<\/P> <P> [1] Dieser Text in Zukunft auf dieser Web Site unter \u201aDas Kapital\u2018: <B>Zwischen zwei Ein\u00e4ugigen kann nur der Blinde K\u00f6nig werden<\/B>.<br \/> [2] <B>Klaus Gietinger: <\/B><I><B>Die Kommune von Kronstadt<\/B><\/I>, Berlin 2011; <B>Ant\u00e9 Ciliga: <\/B><I><B>Im Land der verwirrenden L\u00fcge<\/B><\/I>, Berlin 2010 (1938; 1953). <\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(23.03.2012) <br \/> Betreff: VERSPROCHEN<\/P> <P> Lieber H., wie versprochen schicke ich Dir die Vorbemerkung und die Schlu\u00dffolgerungen zu meinem Vortrag. Ich habe sie stilistisch gegl\u00e4ttet, wo es n\u00f6tig war, ansonsten so belassen.[1]<\/P> <P> In einem FAZ-Artikel wurde D.W. namentlich erw\u00e4hnt. Wenn ich ihn finde, schicke ich ihn Dir. Jetzt kennen wir gemeinsam noch einen Promi.<\/P> <P> Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/P> <P> U. [1] <B>DEBATTE 5 Marx und <\/B><B>\u010cerny\u0161evskij&#8230;<\/B><\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>H.H.<\/B> <B>an Ulrich Knaudt <\/B>(28.03.2012) <br \/> Betreff: Anfrage &#8218;Kaffe trinken&#8216;: Einstellung der partei Marx Webseite<\/P> <P> Lieber Ulrich,<\/P> <P> noch mal herzlichen Dank f\u00fcr den total &#8217;netten&#8216; und vor allem sehr vielversprechenden Plausch gestern Nachmittag! [\u2026]<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(30.03.2012) <br \/> Betreff: DEBATTE 5<\/P> <P> Lieber H., die DEBATTE 5 ist gepostet und Du kannst sie als pdf runterladen.<\/P> <P> [&#8230;]<\/P> <P> Noch eine \u00dcberlegung zu Harbach. D.W.[olf] hat irgendwann zu einem meiner Vortr\u00e4ge gemeint, es w\u00e4re sehr gut, da\u00df sich mal jemand der Geschichte der Arbeiterbewegung (oder so \u00e4hnlich) angenommen habe&#8230; Nachdem ich eine systematische Lekt\u00fcre seines [Harbachs] Buches begonnen habe, ist mir der Gedanke gekommen, da\u00df es sich dabei um die direkte Umsetzung des Systems W.[olf] in Richtung Wissenschaftlicher Sozialismus handeln k\u00f6nnte, mit der der Knaudtschen Befassung mit diesem Thema, die der Theorie D.W.s letztlich zuwiderl\u00e4uft, auch von dieser Seite her das Wasser abgegraben werden soll, anstatt sich offen damit auseinanderzusetzen. (Naiv betrachtet w\u00e4ren meine Papiere dann die Anregung daf\u00fcr gewesen, sich selber, d.h. vertreten durch Harbach, der Sache anzunehmen.) Das w\u00fcrde bedeuten, da\u00df er in seinem damaligen Statement stark untertrieben hat und dem Wissenschaftlichen Sozialismus im Sinne des &#8218;Systems W.&#8216; eine sehr viel gr\u00f6\u00dfere Bedeutung bemi\u00dft als er darin zum Ausdruck brachte.<\/P> <P> [&#8230;]<\/P> <P> Gru\u00df U.<\/P> <P> <\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>H.B.<\/B> <B>an Ulrich Knaudt <\/B>(30.03.2012) <br \/>Betreff: DEBATTE 5<\/P> <P> [&#8230;]<\/P> <P> Gegen\u00fcber Dieter [Wolf] hab ich immer und immer wieder betont, f\u00fcr wie wertvoll ich Deine Geschichtsforschungen halte \u2013 &#8218;commune rurale&#8216; quasi zum Prinzip, zum Forschungsprinzip generell zu erheben w\u00e4re &#8230; \u2013 und wir eigentlich dazu kommen m\u00fcssten, unsere Kr\u00e4fte und F\u00e4higkeiten zu b\u00fcndeln. Es sind die Widerspr\u00fcche zwischen uns, die uns daran hindern. Wir m\u00fcssen sie in Griff kriegen, unter uns l\u00f6sen. Es muss verdammt noch mal m\u00f6glich sein.<\/P> <P> Versteh nicht ganz den Abs., was Du mit der &quot;Knaudtschen Befassung &#8230; der Th. D.W.&#8217;s letztlich zuwiderl\u00e4uft&quot; und den folgenden S\u00e4tzen meinst. Erkl\u00e4r&#8217;s mit bitte noch mal. <\/P> <P> [&#8230;]<\/P> <P> Bis bald wieder, <\/P> <P> H. <\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(04.04.2012) <br \/>Betreff: NOCH MAL HARBACH<\/P> <P> Lieber H., ich habe das dritte Mal damit begonnen, das Buch zu lesen, diesmal systematischer [&#8230;]. Dadurch ist mir einiges klarer geworden. Fakt ist, da\u00df ich das Thema der Transformation ebenso wie Harbach [1] zur Diskussion stelle, und zwar in Verbindung mit den Sassulitsch-Briefen [2] und der Dorfgemeinde, wof\u00fcr ich keinerlei Urheberrechtsanspruch stelle (was l\u00e4cherlich w\u00e4re). Es ging in meinem Fall jedoch nie ausschlie\u00dflich um die commune rurale! Das zu meinem Hinweis auf D.W.[olf]s Gegenstrategie, die, wie ich meine, darin besteht, mit dem Harbach ein Pendant zu meinen \u00dcberlegungen zum Thema Transformation zu f\u00f6rdern, die ich jedoch nicht als, wie Du es nennst, D.W.s Auffassungen zur Werttheorie erg\u00e4nzende &quot;Geschichtsforschungen&quot; bezeichnen w\u00fcrde.<\/P> <P> Wenn Harbach dieses Thema seinerseits aufgreift, so ist das f\u00fcr die Debatte in unserer &#8217;scientific community&#8216; durchaus als positiv zu bewerten. Soweit d&#8217;accord. Er scheint aber in seinem Buch das Pferd vom Schwanz aufzuz\u00e4umen, wenn er in erster Linie davon ausgeht, woran denn der Realsozialismus im Endeffekt den Bach runter gegangen sein k\u00f6nnte. Obwohl es sich dabei durchaus um eine legitime Frage handelt, ist es jedoch meiner Ansicht nach falsch, diese ausschlie\u00dflich werttheoretisch zu behandeln, ohne von vornherein die Frage nach der Formation dieser Gesellschaft aufzuwerfen. Und das hei\u00dft, diese nicht nur nach ihrem Manko (&quot;Dysfunktionalit\u00e4t&quot; usw.), sondern nach ihrem &#8218;Plus&#8216; hin zu analysieren: zum entscheidenden &#8218;Plus&#8216; dieses Sozialismus geh\u00f6rt aber nun mal seine Staatssklaverei![3] Und ohne die Gesellschaftsformation zu analysieren, spielt sich die Transformation, die Harbach zu seinem Thema macht, im historisch luftleeren Raum ab. (Lenin: wir haben den zaristischen Staatsapparat nur leicht mit Sowjet\u00f6l gesalbt \u00fcbernommen&#8230;! Was hei\u00dft das?)<\/P> <P> Mit anderen Worten: Transformation ohne Revolution = Reaktion! Dieses Konzept vertraten z.B. die rechten Sozialrevolution\u00e4re, wodurch sie zwangsl\u00e4ufig zur Konterrevolution, d.h. auf die Seite der Wei\u00dfen gegen die Roten (im B\u00fcrgerkrieg) \u00fcbergehen mu\u00dften. Der Transformation in den 20er Jahren ging zwar die Oktober-Revolution voraus. Aber als die Transformation aus bestimmten Gr\u00fcnden, wovon ich einige (siehe DEBATTE 3) genannt habe, gescheitert war, entstand aus deren Scheitern die Stalinsche Konterrevolution (von C. Lieber naiverweise &quot;zweite Revolution&quot; genannt).[4] Diese Konterrevolution wurde (so absurd es klingt), durch den Sieg der V\u00f6lker der SU und der slawischen V\u00f6lker Osteuropas \u00fcber den deutsch-germanischen NS f\u00fcr eine gewisse Zeitspanne vor sich selbst gerettet. Ein Wunder, da\u00df sie sich danach noch so lange auf den Beinen gehalten hat! (Berlin 1953, Polen, Ungarn 1956, CSSR 1968)<\/P> <P> Also, hier w\u00e4re prim\u00e4r die Analyse der stalinschen und post-stalinschen Staatssklaverei angesagt, bei der es sich in erster Linie um eine Untersuchung der Gesellschaftsformation und auf dieser Grundlage um das richtige oder falsche Verst\u00e4ndnis der politischen \u00d6konomie von derselben zu handeln h\u00e4tte. Harbachs Vorgehensweise l\u00e4uft dagegen auf die politische \u00d6konomie einer reformierten Staatssklaverei hinaus, weil ihn in erster Linie die immanenten Ursachen f\u00fcr deren \u201eDysfunktionalit\u00e4t\u201c interessieren und nicht die historischen Gr\u00fcnde f\u00fcr die Entstehung einer gegen\u00fcber dem Kapitalismus historisch r\u00fcckschrittlichen Gesellschaft. Gorbatschow ist damit politisch gescheitert. Harbach wird es nicht besser ergehen.<\/P> <P> Seine politische \u00d6konomie erinnert doch sehr an die vergeblichen Versuche jener Sowjet\u00f6konomen, die das System der sozialistischen Staatssklaverei, \u00e4hnlich wie die b\u00fcrgerlichen \u00d6konomen die kapitalistische Produktionsweise, versucht haben &quot;marxistisch-leninistisch&quot; gesundzubeten.<\/P> <P> Wie das mit dem System der Wolfschen Werttheorie zusammenh\u00e4ngt, kann ich erst endg\u00fcltig sagen, wenn ich den Harbach ganz zu Ende studiert habe. Das Wolfsche System bietet auf jeden Fall beste Voraussetzungen f\u00fcr eine reformierte und theoretisch verbesserte politische \u00d6konomie der sozialistischen Staatssklaverei, wie sie heute noch in China vorherrscht. Die westlichen \u00d6konomen haben dazu in der Vergangenheit, wie sich historisch beobachten l\u00e4\u00dft, jeweils ein entsprechendes theoretisches Pendant hervorgebracht: in den 30er Jahren den Keynesianismus, heute wird wahrscheinlich (beginnend mit der &#8218;Abwrackpr\u00e4mie&#8216;) eine modernisierte Form des &#8218;Staatsmonopolistischen Kapitalismus&#8216; diese Rolle spielen. Letzterer ist in seinen bisherigen Auspr\u00e4gungen leider ein wenig in Vergessenheit geraten. Das sollten wir schleunigst \u00e4ndern.<\/P> <P> Gru\u00df U.<\/P> <P> [1] Siehe <B>REAKTIONEN<\/B> 04.02.2012. <br \/> [2] <B>Karl Marx: [Entw\u00fcrfe einer Antwort auf den V.I. Sassulitsch] <\/B>MEW 19 (384-406).<br \/> [3] Harbach: Wirtschaft ohne Macht&#8230;, 13: <B>\u00bbIm Realsozialismus ist es bis zu seinem Zerfall nicht gelungen, die Wert- und Warenformen in das \u00f6konomische System funktionsf\u00e4hig einzugliedern. Um in einem neuen Transformationsproze\u00df die Funktionen dieser sachlich-gegenst\u00e4ndlichen Gesellschaftsformen sachlich richtiger einordnen zu k\u00f6nnen, m\u00fc\u00dften die Deformationen und Dysfunktionen, die sich im realsozialistischen Reproduktionsproze\u00df aus der unzul\u00e4nglichen und unbeholfenen Einbeziehung der Wert- und Warenformen ergaben, herausgesch\u00e4lt werden.\u00ab<\/B><br \/> [4] <B>DEBATTE 3 NACHTRAG<\/B>, 3 Fn. 7. <\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.H. <\/B>(22.04.2012)<br \/>Betreff: WIE WEITER? <\/P> <P> Lieber H.,<\/P> <P> [\u2026] Wenn ich von Euren Texten ausgehe [&#8230;] habe ich den Eindruck, da\u00df diese bei mir offene T\u00fcren einrennen, ich aber nicht wei\u00df, zu welchem Projekt ich sie in Beziehung setzen soll? [&#8230;] Wir haben viele sch\u00f6ne Baupl\u00e4ne, nur mit dem Grundst\u00fcckskauf und der Finanzierung des Bauprojekts hapert es noch&#8230;<\/P> <P> Ohne Verbindung zu einem entsprechenden Bauprojekt bleiben Eure Texte eigenartig abstrakt, nicht etwa, was den Inhalt betrifft oder weil ich dagegen inhaltliche Einw\u00e4nde h\u00e4tte (selbstverst\u00e4ndlich gibt es diesen oder jenen), sondern weil ich \u00fcberhaupt nicht wei\u00df, wo ich diese politisch hinstecken soll! Dies ist eine Kritik vor aller Kritik, aber nicht eine Kritik a priori.<\/P> <P> Da ich auf der anderen Seite nicht zum Nihilismus neige, mache ich in dieser verfahrenen Situation den Versuch, ein vielleicht geeignetes Projekt vorzuschlagen.<\/P> <P> Ich bin bei meiner Lekt\u00fcre von Harbach zu folgender \u00dcberlegung gekommen. Die Tatsache, da\u00df er sich \u00fcberhaupt, wenn auch ausschlie\u00dflich werttheoretisch, mit der politischen \u00d6konomie des Realen Sozialismus befa\u00dft, werte ich inzwischen [&#8230;] als Positivum. Die Kritiken der fr\u00fcheren westdeutschen Werttheoretiker haben an der Grenze zum Realen Sozialismus einfach kritisch halt gemacht und h\u00e4tten Harbachs Kritik gewi\u00df als Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines &#8218;Bruderstaats&#8216; o.\u00e4. und als &#8218;Antikommunismus&#8216; zur\u00fcckgewiesen oder ignoriert. Ob das an dem akademischen Charakter der westdeutschen Werttheorie gelegen hat, ist dagegen zweitrangig.<\/P> <P> Als Pendant zu Harbachs gelungenem, oder wahrscheinlich nicht gelungenem Nachweis, da\u00df und warum dieser Sozialismus nicht hat funktionieren k\u00f6nnen, halte ich unsererseits eine Kritik an der allein auf Westdeutschland bezogenen und bis zur Wiedervereinigung g\u00fcltigen Stamokap-Theorie f\u00fcr notwendig und erforderlich, gegen die der (auch werttheoretische) Nachweis zu f\u00fchren w\u00e4re, da\u00df und warum ihre Verwirklichung nicht nur nicht zum Sozialismus, sondern zu einer bestimmten Form der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft f\u00fchren wird, in der zwar einzelne Ausformungen des Kapitalismus eingeschr\u00e4nkt oder sogar beseitigt werden, der Kapitalismus selbst aber etwa, wie das Beispiel Chinas zeigt, weiterexistieren wird. Analog zu Harbach mit dem Realen Sozialismus sind wir mit dem Stamokap politisch aufgewachsen und sehen bestimmte Dinge darin wahrscheinlich mit unseren besonderen, westdeutschen Augen.<\/P> <P> Wenn wir von unserem ge- und erlebten westdeutschen Standpunkt aus als Pendant zur Kritik am Realen Sozialismus der DDR einen Gleichstand durch einen solchen versp\u00e4teten Beitrag des westdeutschen Kommunismus an der Stamokap-Theorie beizusteuern versuchten, erhielte unsere m\u00f6gliche Kritik an Harbach eine andere Wendung oder F\u00e4rbung oder wie man das auch immer bezeichnen mag. Das w\u00e4re wichtig, damit diese nicht mit dem Argument, es handele sich bei der unsrigen um eine b\u00fcrgerliche Kritik am Realen Sozialismus, abgeb\u00fcgelt werden kann. Je eindeutiger und radikaler unsere Kritik am Stamokap ausf\u00e4llt, desto klarer wird sich diese Kritik an Harbachs vergeblichem Versuch, den Realen Sozialismus nachtr\u00e4glich als reformierbar darzustellen, herauskristallisieren.<\/P> <P> Und die politische Pointe w\u00e4re, da\u00df sich die westdeutsche Bourgeoisie seit Schr\u00f6der in einem Ma\u00dfe dem Stamokap zugewandt hat, je virulenter sich die Folgen der Weltwirtschaftskrise bemerkbar gemacht haben, so da\u00df von heute aus betrachtet die Wiedervereinigung zu einer Vereinigung des Realen Sozialismus mit dem Stamokap zu werden droht.<\/P> <P> Was h\u00e4ltst Du davon?<\/P> <P> [&#8230;]<\/P> <P> Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/P> <P> Ulrich<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>H.B. an Ulrich Knaudt <\/B>(22.07.2012) <br \/>Betreff: <A HREF=\"http:\/\/www.zeit.de\/2012\/24\/Laudatio-Goetz-Aly\/komplettansicht?print=true\">http:\/\/www.zeit.de\/2012\/24\/Laudatio-Goetz-Aly\/komplettansicht?print=true<\/A><\/P> <P> Schau mal rein, wirklich lesenswert, lieber Ulrich &#8211; hat auch was mit Horst M\u00fcller&#8217;s &quot;Sozialkapitalismus&quot; zu tun.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.H.<\/B>(07.05.2012) <br \/>Betreff: BEMERKUNGEN<\/P> <P> Lieber H., dieser Text [1] sollte schon l\u00e4ngst fertig sein&#8230; Das ganze zog sich aber leider hin, so da\u00df wir dar\u00fcber wohl nicht werden diskutieren k\u00f6nnen. Egal, es gibt ja noch andere Punkte, die sicher spannend sein werden.<\/P> <P>Ulrich<\/P> <P LANG=\"en-US\"> [1] <B>REAKTIONEN 2012<\/B> <B>ANHANG 2<\/B>.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>W.I. <\/B><B>an Ulrich Knaudt <\/B>(07.05.2012) <br \/>Betreff: BEMERKUNGEN<\/P> <P> Hallo Ulrich,<\/P> <P>ich bitte Dich, meine kurze Kritik an D[ieter]W[olf]s Wertbegriff noch einmal <I>gr\u00fcndlich <\/I>zu lesen.[1] Deine Bemerkungen sind voll von Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen, die gro\u00dfenteils auf schlampige Lekt\u00fcre zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Z. B. schreibe ich, da\u00df DWs Feststellung (&#8230;) &quot;nicht mehr als eine Tautologie&quot; ist. Du l\u00e4\u00dft das &quot;nicht&quot; weg und wunderst Dich, da\u00df ich das &quot;mehr als eine Tautologie&quot; nicht n\u00e4her begr\u00fcnde&#8230; Oder: Ich bezeichne als Mangel des ak.[ademischen] M.[arxismus], da\u00df er die Kategorien der b[\u00fcr]g[]er]l[ichen] \u00d6konomie nur in der Form des Objekts betrachtet, nicht auch subjektiv, als gesellschaftliche Praxis (\u00fcbrigens eine Anleihe bei den Feuerbach-Thesen) \u2013 und meine mit der Form des Objekts nat\u00fcrlich die \u00f6k[onomischen] Kategorien. Du machst daraus den ak. Marxismus selbst, als k\u00f6nne er &quot;in der Form des Objekts&quot; irgendetwas betrachten \u2013 das ist doch Nonsens. Auf solch schludrigem Interpretationsniveau l\u00e4\u00dft sich nicht sinnvoll diskutieren. <\/P> <P> Gru\u00df W.<\/P> <P> [1] <B>REAKTIONEN 2012 ANHANG 1<\/B>.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an W.I. <\/B>(07.05.2012)<br \/>Betreff: TAUTOLOGIE<\/P> <P> Hallo W., ich entschuldige mich f\u00fcr meinen Lesefehler und stelle gleichzeitig fest, da\u00df ich mir selbst die Sache durch das fehlende &quot;nicht&quot; zus\u00e4tzlich schwer gemacht habe, die sich mit demselben viel einfacher dargestellt h\u00e4tte. Denn am Inhalt meiner Kritik an D.W., n\u00e4mlich da\u00df er den Unterschied zwischen der allgemeinen und der abstrakten Eigenschaft der menschlichen Arbeit einfach unter den Tisch fallen l\u00e4\u00dft, \u00e4ndert das fehlende &quot;nicht&quot; nichts. Ebenso wenig an meiner Kritik daran, da\u00df Du der Unterschlagung dieser Differenz durch D.W. keine besondere Bedeutung beizumessen scheinst, die jedenfalls \u00fcber die lapidare Erkl\u00e4rung hinausginge, da\u00df es sich bei der allgemeinen Eigenschaft usw. um &quot;nicht mehr als um eine Tautologie&quot; handle. Da\u00df ich darin anderer Meinung bin, wird in der zweiten H\u00e4lfte desselben Absatzes erkl\u00e4rt.<\/P> <P>Deine Erwiderung auf meine Kritik am akademischen Marxismus unterliegt nun Deinerseits einem Mi\u00dfverst\u00e4ndnis: Denn gerade weil dieser, wie es in Deinem Papier hei\u00dft, die Kategorien der b\u00fcrgerlichen \u00d6konomie unter der Form des Objekts betrachtet, kann er im Prinzip unter seinen b\u00fcrgerlichen Voraussetzungen keine gesellschaftliche Praxis entwickeln, die die Grenzen der b\u00fcrgerlichen \u00d6konomie \u00fcberschreitet, da das &quot;\u00c4ndern der Umst\u00e4nde und der menschlichen T\u00e4tigkeit oder Selbstver\u00e4nderung &#8230; nur als r e v o l u t i o n \u00e4 r e Praxis gefa\u00dft und rationell verstanden werden&quot; kann (3. Feuerbachthese).[1] Wenn das unter &quot;subjektiv&quot; verstanden wird, w\u00e4ren wir uns einig. Erschwert wird unser Einverst\u00e4ndnis allerdings durch das von Dir verwendete &quot;Ebene&quot;n-Schema, hinter dem sich h\u00e4ufig nur schlichtester Empirismus verbirgt.<\/P> <P>Du siehst, Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse lassen sich abgleichen, Differenzen nicht. \u00dcber die m\u00fcssen wir uns, was zur Natur der Sache geh\u00f6rt, streiten. Auf sinnvolle Weise, solange wir der \u00dcberzeugung sind, in die gleiche Richtung zu marschieren.<\/P> <P>[&#8230;]<\/P> <P> Ulrich<\/P> <P> [1]<B> Karl Marx: [Thesen \u00fcber Feuerbach] <\/B>MEW 3 (5-7).<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>H.H.<\/B> <B>an Ulrich Knaudt <\/B>(08.05.2012)<br \/>Betreff: TAUTOLOGIE<\/P> <P> Wird \u2013 wenn Du glaubst, Ulrich \u2013 nicht mehr in der gleichen Richtung zu marschieren, eine nichtsinnvolle Streitf\u00fchrung m\u00f6glich bzw. sinnvoll? Deine Zeilen suggerieren hier ein eindeutiges Ja! Ich wei\u00df allerdings nicht so richtig was das soll, allerdings merkt man schon, wie schnell allein dein Vorbehalt &quot;gleiche Richtung&quot; sich im Nebel deiner revollutionaristischen Vorstellungen in die bekannte feindliche Richtung wandeln kann. Aus einem Begriff, gebraucht in einem kurzen Problemaufriss, machst Du gleich ein Schema und verkn\u00fcpfst damit die wildesten Mutma\u00dfungen. Dein Vorwurf der &quot;schlichtesten Empirie&quot; bewegt sich in ziemlicher Ahnungslosigkeit von der Existenz seines Gegenparts, der schlichten Unkenntnis der Empirie. <\/P> <P>Den Streit zu f\u00fchren um die einzig wahre revolution\u00e4re Vorstellung ideologisiert von vornherein den Streit um richtig und falsch durch eine v\u00f6llig falsche moralische Zuspitzung. Aus meiner Sicht basieren diese Vorstellungen letztlich auf idealistischen Erkenntnisvorstellungen. F\u00fcr die Erkenntnis des richtigen ist der Weg \u00fcber das Falsche, \u00fcber den Irrtum wohl eher der Normalweg. Die moralische Abwertung des Falschen f\u00fchrt zu einem (ich sag mal) g\u00f6ttlichen Erkenntnisweg, der uns schn\u00f6den Menschen aber leider keine wirklich realistische Praxis ist. <\/P> <P>In Bezug auf Wolf habe ich den Eindruck, dass Du ihm nicht seinen Irrtum nachweisen (und erkl\u00e4ren) willst, sondern dein Anliegen ist mehr, ihn als falschen Revolution\u00e4r zu diskreditieren&#8230; <\/P> <P>F\u00fcr dieses Anliegen stehe ich prinzipiell nicht zur Verf\u00fcgung, weil ich daf\u00fcr als Basis ein ganz schn\u00f6des b\u00fcrgerliches Konkurrenzdenken ausmache \u2013 \u00fcbrigens kein unwichtiges Denken und Verhalten der grandios gescheiterten &#8218;kommunistischen&#8216; Bewegung und von allen anderen Inhalten abgesehen f\u00fcr sich schon ganz unrevolution\u00e4r&#8230;<\/P> <P>besten Gru\u00df<\/P> <P> H.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>W.I.<\/B><B> <\/B><B>an Ulrich Knaudt <\/B>(08.05.2012)<br \/>Betreff: TAUTOLOGIE<\/P> <P> Am 07.05.2012 schrieb Ulrich Knaudt:<\/P> <P> Hallo W., ich entschuldige mich f\u00fcr meinen Lesefehler und stelle gleichzeitig fest, da\u00df ich mir selbst die Sache durch das fehlende &quot;nicht&quot; zus\u00e4tzlich schwer gemacht habe, die sich mit demselben viel einfacher dargestellt h\u00e4tte. Denn am Inhalt meiner Kritik an D.W., n\u00e4mlich da\u00df er den Unterschied zwischen der allgemeinen und der abstrakten Eigenschaft der menschlichen Arbeit einfach unter den Tisch fallen l\u00e4\u00dft, \u00e4ndert das fehlende &quot;nicht&quot; nichts. Ebenso wenig an meiner Kritik daran, da\u00df Du der Unterschlagung dieser Differenz durch D.W. keine besondere Bedeutung beizumessen scheinst, die jedenfalls \u00fcber die lapidare Erkl\u00e4rung hinausginge, da\u00df es sich bei der allgemeinen Eigenschaft usw. um &quot;nicht mehr als um eine Tautologie&quot; handle. Da\u00df ich darin anderer Meinung bin, wird in der zweiten H\u00e4lfte desselben Absatzes erkl\u00e4rt.<\/P> <P> Hallo Ulrich, DWs Gleichsetzung von abstrakter Arbeit mit der &quot;allgemeinen Eigenschaft&quot; menschlicher Arbeit ist doch gerade Gegenstand meiner Kritik. Nochmal der Reihe nach. 1. Da\u00df jede konkrete Arbeit die allgemeine Eigenschaft menschlicher Arbeit besitzt, ist eine Tautologie. Ich kann ihr zuschauen und ihr ansehen, da\u00df sie \u00c4u\u00dferung menschlicher (und nicht tierischer oder maschineller) Arbeitskraft ist. 2. DW meint jedoch gar keine sinnlich fa\u00dfbare Eigenschaft \u2013 eine Eigenschaft aber, die nicht in Erscheinung tritt, sondern nur in seinem Kopf &quot;fa\u00dfbar&quot; ist, ist ein Hirngespinst, das au\u00dferhalb seines Kopfes keine &quot;Existenz&quot; besitzt und nicht die geringste Macht hat \u00fcber die \u00e4u\u00dfere Darstellung(sweise) verbrauchter Arbeitszeit. 3. Die abstrakte Arbeit dagegen &quot;existiert&quot; \u00fcberhaupt nur in der Wertform der Waren, also in der Darstellung ihres Austauschverh\u00e4ltnisses mit anderen Waren, heutzutage also in der Geldform, dem Preis, und in der entsprechenden Geldsumme, gegen die sich die Waren tauschen. D.h. sie existiert nicht auf der &quot;Ebene&quot; der Arbeit selbst, im Produktionsproze\u00df, wo DW sie verortet. Nur in der Geldform und im Geld selbst (und das Geld ist nur das entwickelte &quot;Dasein&quot; des Werts, die entwickelte Darstellungsform gesellschaftlicher Arbeit als allgemeiner und gleicher) wird von allen Unterschieden und Besonderheiten der Arbeiten abstrahiert und die Abstraktion zugleich quantifiziert. 4. Mit der Aufhebung der W[aren]P[roduktion] entf\u00e4llt auch die gesellschaftliche Manier, konkrete Arbeit als abstrakte darzustellen. Bei DW h\u00f6rt sie auf, herrschende Form zu sein, bleibt aber als allgemeine Eigenschaft erhalten. Was das praktisch bedeutet, kann man wahrscheinlich an Harbachs Konzept nachvollziehen.<\/P> <P> Deine Erwiderung auf meine Kritik am akademischen Marxismus unterliegt nun Deinerseits einem Mi\u00dfverst\u00e4ndnis: Denn gerade weil dieser, wie es in Deinem Papier hei\u00dft, die Kategorien der b\u00fcrgerlichen \u00d6konomie unter der Form des Objekts betrachtet, kann er im Prinzip unter seinen b\u00fcrgerlichen Voraussetzungen keine gesellschaftliche Praxis entwickeln, die die Grenzen der b\u00fcrgerlichen \u00d6konomie \u00fcberschreitet, da das &quot;\u00c4ndern der Umst\u00e4nde und der menschlichen T\u00e4tigkeit oder Selbstver\u00e4nderung &#8230; nur als r e v o l u t i o n \u00e4 r e Praxis gefa\u00dft und rationell verstanden werden&quot; kann (3. Feuerbachthese). Wenn das unter &quot;subjektiv&quot; verstanden wird, w\u00e4ren wir uns einig. Erschwert wird unser Einverst\u00e4ndnis allerdings durch das von Dir verwendete &quot;Ebene&quot;n-Schema, hinter dem sich h\u00e4ufig nur schlichtester Empirismus verbirgt.<\/P> <P> Ok, hier habe ich oberfl\u00e4chlich gelesen. Soweit d&#8217;accords.<\/P> <P> Du siehst, Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse lassen sich abgleichen, Differenzen nicht. \u00dcber die m\u00fcssen wir uns, was zur Natur der Sache geh\u00f6rt, streiten. Auf sinnvolle Weise, solange wir der \u00dcberzeugung sind, in die gleiche Richtung zu marschieren.<\/P> <P> \u00dcber die Richtung hat Hubert gerade das Passende geschrieben. Ich will es etwas konkretisieren: Der &quot;wissenschaftliche Sozialismus&quot;, verstanden als theoretische Anleitung des k\u00e4mpfenden und malochenden Proletariats, ist f\u00fcr mich keine Richtung (mehr), in die ich auch nur einen einzigen Schritt machen w\u00fcrde. Die revolution\u00e4re Praxis, die die kapitalistische Produktionsweise aufheben w\u00fcrde\/k\u00f6nnte, bedarf keiner Wissenschaft, keiner separaten Theorie und organisierten Intelligenz, sondern nur der klaren und einfachen Vorstellung selbstbewu\u00dfter und verantwortungsvoller n\u00fctzlicher Arbeit f\u00fcr andere als anerkanntes Grundprinzip der gesellschaftlichen Produktion.<\/P> <P> [\u2026] W.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.H. <\/B>(08.05.2012) <br \/>Betreff: TAUTOLOGIE<\/P> <P> Lieber H., selbstverst\u00e4ndlich werfe ich nicht gleich das Handtuch, weil wir uns \u00fcber die Richtung, in der sich unser Streit bewegt, bzw. nicht bewegen sollte, nicht im Klaren sind. Es w\u00e4re in der Tat Idealismus anzunehmen, da\u00df diese Klarheit a priori feststeht. Ansonsten bist Du nicht der Erste, der mir deshalb Idealismus vorwirft. Nachzulesen auf meiner Web Site unter REAKTIONEN.[1] Hier gibt es wirklich elementare Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse, \u00fcber die wir uns nicht mit einem Mal verst\u00e4ndigen werden. Was wir machen, ist eine [&#8230;] Diskussion zu vertiefen, um was daraus zu lernen. Und dabei sollten wir bleiben. Das bedeutet aber nicht, da\u00df diese in einem politisch luftleeren Raum stattfindet.&nbsp;<\/P> <P>[\u2026] Ulrich<\/P> <P> [1] Siehe <B>KRITIK 1 Zur Kritik am Projekt <\/B><I><B>partei Marx<\/B><\/I>, 48 (Exkurs). <\/p>\n<hr>\n<p> <\/P> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(08.05.2012) <br \/>Betreff: TAUTOLOGIEN<\/P> <P> Lieber H., ich wollte Dir kurz berichten, da\u00df unsere kleine &#8218;Konferenz&#8216; (wie es scheint) f\u00fcr alle Beteiligten zufriedenstellend abgelaufen ist, jedenfalls friedfertiger als die Mails, die ich Dir gleich weiterschicken werde, vermuten lassen. Wir wollen uns das n\u00e4chste Mal \u00fcber &quot;Wissenschaftlicher Sozialismus oder&#8230;&quot; n\u00e4her unterhalten.[1] Mein StamoKap-Vorschlag [2] ist auf keine Gegenliebe getroffen. Man sollte auch nicht zu viele Baustellen er\u00f6ffnen, f\u00fcr die dann die Kapazit\u00e4t nicht reicht. Ich werde ihn auf jeden Fall nicht aus den Augen verlieren. Wir haben auf jeden Fall einige Traumata und Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse abbauen k\u00f6nnen.<\/P> <P>Ich hoffe, Du kommst [&#8230;]mit Deiner Arbeit voran und verbleibe mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/P> <P> U.<\/P> <P> [1] Siehe <B>ANHANG 2. <br \/> <\/B>[2] Siehe <B>Ulrich Knaudt an H.H. <\/B>(22.04.2012).<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>H.H. an Ulrich Knaudt <\/B>(10.05.2012) <br \/>Betreff: TAUTOLOGIE<\/P> <P> Da die Klarheit der Kritik an Wolf, wie sie in deinem Zitat Ulrich, zum Ausdruck kam, aus meiner Sicht nicht aufrechtzuerhalten ist, muss ich doch eine Nachfrage bzw. Klarstellung loswerden:<\/P> <P> selbstverst\u00e4ndlich werfe ich nicht gleich das Handtuch, weil wir uns \u00fcber die Richtung, in der sich unser Streit bewegt, bzw. nicht bewegen sollte, nicht im Klaren sind. Es w\u00e4re in der Tat Idealismus anzunehmen, da\u00df diese Klarheit a priori feststeht. Ansonsten bist Du nicht der Erste, der mir deshalb Idealismus vorwirft.<\/P> <P>Mein Idealismusvorwurf hat mit deinen Ausf\u00fchrungen hier nicht viel gemein. Mir ging es allein um deinen \u2013 aus meiner Sicht \u2013 seltsamen Umgang mit Richtig und Falsch, weil Du ein weiteres Kriterium einf\u00fchrst (&quot;revolution\u00e4r&quot;) und damit eine erkenntnistheoretisch v\u00f6llig falsche Verunglimpfung des Falschen verkn\u00fcpfst, obwohl dieses Falsche nur zu oft die Voraussetzung des Richtigen im Erkenntnisprozess ist. Im \u00fcbrigen vermisse ich an deinem Gebrauch des Begriffs &quot;revolution\u00e4r&quot; das Gesp\u00fcr f\u00fcr &#8218;unsere&#8216; spezifisch historische Situation, die v. a. gepr\u00e4gt ist von dem gesellschaftlichen Desaster, das &#8218;unsere&#8216; vermeintlich kommunistische und auch nur vermeintlich revolution\u00e4re Bewegung hier angerichtet hat.<\/P> <P>In das Wolf Zitat schiebst Du in der eckigen Klammer einen Halbsatz ein, der die Wolfsche Aussage mehr verf\u00e4lscht als erhellt, weil Du \u00fcbersiehst, dass seine weitergehende Erkl\u00e4rung auf der Seite zuvor steht, die deinen eingeschobenen Satz als v\u00f6llige Fehlinterpretation dastehen l\u00e4sst:<\/P> <P> Vgl. D.W.: Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t des Werts&#8230;, 111: Der Wert, der den verschiedenen einzelnen Arbeitsprodukten den Charakter von Waren verleiht, [und nicht etwa umgekehrt: da\u00df ihr Warencharakter den Arbeitsprodukten Wert verleiht] ist diese abstrakte Gegenst\u00e4ndlichkeit, die durch das gesellschaftliche Aufeinanderbezogensein der Arbeitsprodukte als Arbeitsprodukte schlechthin eine gesellschaftlich bestimmte Gegenst\u00e4ndlichkeit ist, [NB diese Tautologie!] die nur metaphorisch [!] mit \u00bbGallerte\u00ab, \u00bbKristall\u00ab usf. umschrieben werden kann.[1]<\/P> <P>Bei Wolf hei\u00dft es unmittelbar vor der von dir zitierten Textstelle<\/P> <P> Die so charakterisierte abstrakt allgemeine Eigenschaft wird nicht, was eine irrational mystische Vorstellung ist, durch irgendeine Arbeit geschaffen; sie wird als unsinnliche allgemeine Eigenschaft der Produkte einer jeden konkret n\u00fctzlichen Arbeit, erst in und durch den Austausch von aus Arbeitsprodukten bestehenden Gegenst\u00e4nden zur gesellschaftlichen Gegenst\u00e4ndlichkeit, zu Wert (S. 110).[2]<\/P> <P>Liest man hier &quot;Wert&quot; als das vorauszusetzende, spezifische gesellschaftliche Verh\u00e4ltnis der Produzenten, kann ich da nichts falsches erkennen, wor\u00fcber eine Polemik lohnte. Im Gegenteil: Wolf setzt sich hier mit seinen Ausf\u00fchrungen zur &quot;Arbeit&quot; z. B. sehr deutlich von den haar[s]tr\u00e4ubenden Interpretationen der Krisis bzw. Exit Leuten ab, die die abstrakte Arbeit wirklich mystifizieren und zum Schl\u00fcssel einer Art Geheimwissenschaft machen. <\/P> <P>Allerdings w\u00fcrde ich aufgrund deiner Interpretation hier nun genauer wissen wollen, was Du meinst, wenn Du ihm vorwirfst<\/P> <P>da\u00df D.W. unter Ausschaltung des Fetisch-Kapitels (es existiert f\u00fcr ihn einfach nicht!) von den Arbeitsprodukten (deren Warencharakter f\u00fcr ihn ebenfalls nicht existiert) sehr schnell, d.h. ganz im Sinne einer \u201amonet\u00e4ren Werttheorie\u2018, beim Geld ankommt.[3]<\/P> <P> Insbesondere sein Nichtinteresse am Warencharakter der Arbeitsprodukte finde ich erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig. Wie meinst oder begr\u00fcndest Du das?<\/P> <P>besten Gru\u00df<br \/> H. <\/P> <P >[1] <B>ANHANG 2<\/B>, 5.<br \/> [2] <B>ANHANG 2<\/B>, Fn. 6.<br \/> [3] <B>ANHANG 2<\/B>, 4.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P > <B>H.B.<\/B><B> an Ulrich Knaudt <\/B>(10.05.2012)<br \/> Betreff: TAUTOLOGIEN<\/P> <P> Danke,<\/P> <P>lieber Ulrich, f\u00fcr die Information.<\/P> <P>Freut mich, dass [&#8230;] mit einer Verst\u00e4ndigung es also voran ging.<\/P> <P LANG=\"en-US\"> Paar Kurzbemerkungen:<\/P> <P>1.) s. u., Dein Mail: gerade unter D e i n e r p o l i t i s c h e n Diktion sollte wir an Deinem Vorhaben, Analyse des BRD-Imperialismus\/StamoKap, festhalten \u2013 w\u00fcrde sich sicherlich deutlich abheben von Heiners Ost-Kapitalismus-Analyse insofern \u2013 [&#8230;] \u2013 insbesondere das wesentlich Gemeinsame beider dargestellt sein m\u00fcsste. <\/P> <P>Ich halt&#8217;s f\u00fcr eminent wichtig \u2013 schon g e s c h i c h t s bedingt, an den geschichtlichen Weichenstellungen, muss man da, D u da unbedingt weiter dranbleiben (bisschen was kann ich ja auch dazu beizutragen; unsere begonnenen Diskussionen m\u00fcssen wir weiterf\u00fchren bzw. schon auch mal den Konsens in grundlegenden Positionen z. B. u.a. zweiter Weltkrieg festhalten, um darauf weiter zu arbeiten).<\/P> <P>2.) zum Mail von W.[I.] an Dich 7.5.: richtig: &quot;dass er die Kategorien der b[\u00fcr]g[er]l.[ichen] \u00d6konomie nur in der Form des Objekts betrachtet, nicht auch subjektiv, als ges.[ellschaftliche] Praxis&quot; \u2013 ja, aber die Form des Objekts, &quot;Ware&quot;, bestimmt doch das Subjekt, die Subjektivit\u00e4t des Subjekts \u2013 Marx: Randglossen Wagner[1]: bei mir ist das Subjekt die &quot;W a r e&quot;! \u2013 Insofern ist es eben nicht falsch, die b \u00fc r g e r l i c h e \u00d6konomie &quot;unter der Form des Objekts&quot; zu betrachten \u2013 kann sie denn als solche anders \u00fcberhaupt betrachtet werden? Sie erfasst eben nicht den &quot;wirklichen Gegensatz&quot; (vgl. Kritik d. H.[egelschen] St[aats]R.[echts], [MEW 1 (203-333)] S. 293) der Subjekte, der Subjekteinheiten in ihre[m] Widerspruch an sich und durch sich selber; [&#8230;]. <\/P> <P>3. zum Mail Ulrich an W.[I.], 7.5.: &quot;wenn das unter &#8217;subjektiv&#8216; verstanden wird&quot; \u2013 ein Problem auch zwischen uns, nicht anders versteh&#8217;s auch ich, &#8218;immer schon&#8216;, darunter \u2013 &quot;w\u00e4ren&quot; auch &quot;wir uns einig&quot;, zumindest insoweit.<\/P> <P>4.) zu Mail von H.[H.] v. 8.5.: ich denke, wir m\u00fcssen generell vorsichtig sein wie H. richtig sagt mit den &quot;revolutionistischen Vorstellungen &#8230; feindliche Richtung&#8230; wildesten Mutma\u00dfungen&#8230; g\u00f6ttlicher Erkenntnis &#8230;&quot;. Wir reproduzieren damit, wie ich schon zig mal feststellte, schlicht &quot;b\u00fcrgerliches Konkurrenz-Denken&quot;, Klassenfeind-Haltungen unter uns selber \u2013 ver-r\u00fcckt! <\/P> <P>5.) zum Mail von W.[I.] an Ulrich, 8.5., 10,27: <\/P> <P>&#8230;der Reihe nach. <\/P> <P>Zu &quot;1. Dass jede konkrete Arbeit&#8230;, ist eine Tautologie&#8230; zuschauen &#8230; ansehen..&quot; Nein, es ist eine A b s t r a k t i o n als Gemeinsames von den verschiedensten &quot;konkreten&quot;, allerdings eine von Sinnlich-Wahrnehmbarem, als einem Gemeinsamen von unterschiedlich Vielem; Marx geht in der Kritik im St[aats]R.[echt] auf die Hegelsche sog. &quot;empirische Allgemeinheit&quot; ein und wie dieser damit umgeht, so dass sich eben die Analogien zwischen dessen &quot;abs. Geist&quot; und Wert \/ Kapitallogik ergeben; nicht unwesentlich dabei auch der Hinweis auf die Abgrenzung von &quot;tierischer oder maschineller&quot; Arbeit \u2013 wichtig bei &quot;Wesens&quot;-Bestimmungen (vgl. Abgrenzungs-Thema v. &quot;genetivus objectivus versus gen. subjectivus, in Zusammenhang mit Marx&#8216; zig-facher Kritik am ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten &quot;Quid pro quo&quot; \u2013 s. meine Kritik an Dieters Marx-Interpretation zum Thema &quot;Gattung&quot; [&#8230;]); warum aber trotzdem der &quot;Tautologie&quot;-Vorwurf nicht unberechtigt \u2013 ich sitz da dr\u00fcber.<\/P> <P>Zu &quot;2. D.W. meint&#8230;.&quot;; wenn &quot;Existenz&quot;, &quot;Hirngespinst&quot; nirgends au\u00dfer i m Kopf, dann ist&#8217;s die Folge von V e r h a l t e n der Subjekte a u f g r u n d von Warentausch und hat somit, verhaltensbedingt, gerade d a d u r c h, v e r h \u00e4 l t n i s begr\u00fcndend, &quot;Macht&quot;, Macht \u00fc b e r sie, und insofern und insoweit eben auch bestimmten, spezifischen Bezug auf &quot;verbrauchte Arbeitszeit&quot; \u2013 implizit der Differenz zwischen Produktion von Produkt (Wert\/Preis des Produkts) und Produktion der Arbeitskraft (T[ausch]W[ert]\/Preis\/Lohn d. Arbeitskraft).<\/P> <P>Zu &quot;3. Die abstrakte Arbeit existiert &#8230;..&quot; \u2013 richtig. <\/P> <P>Zu &quot;4. Mit der Aufhebung&#8230;..&quot; \u2013 richtig. &quot;Bei D.W. h\u00f6rt sie auf, herrschende Form &#8230;&quot;; richtig, insofern er unterscheidet zwischen der &quot;gew\u00f6hnlichen&quot; und der &quot;au\u00dfergew\u00f6hnlichen&quot; (W.: &quot;herrschenden&quot;), s. D.W.[olf] in &quot;Der dialektische Wi[derspruch] i.[m] K.[apital]&quot; \u2013 sitz dr\u00fcber.<\/P> <P>Letzter Absatz von Dir zu &quot;wissenschaftlicher Soz.&quot;, &quot;bedarf keiner Wissenschaft mehr&quot; \u2013 da w\u00e4r ich mir nicht so sicher, vgl. Marx, EB 1, [Pariser] Manuskripte, wo er mal sagt, dass dann einmal Gesellschafts-\/Geistes-Wissenschaft in der &quot;Wissenschaft&quot; von der &quot;Natur&quot; aufgeht, vom Menschen als einem Wesen derselben.<\/P> <P>Zu: &quot;Am 8.5.2012 schrieb H. H.&quot; <\/P> <P>&quot;&#8230; in Bezug auf Wolf habe ich den Eindruck &#8230; seinen Irrtum (!) nicht nachweist (erkl\u00e4rst)..&quot;; diese Kritik an Dir teile ich s o nicht, aber zu Recht weist H. darauf hin \u2013 bewusst machen wir unsere &quot;Irrt\u00fcmer&quot; ja wohl nie \u2013 sonst w\u00e4rn\u2018s ja keine \u2013 dass es doch gerade darauf ankommt; ich sitz dr\u00fcber, versuch&#8217;s zumindest &quot;zu erkl\u00e4ren&quot;, &quot;nachzuweisen&quot;, differenziert entsprechend Dieters akribischer Differenzierungen \u2013 ist verdammt m\u00fchsam.<\/P> <P>Lass \/ lasst mich so wenn auch begrenzt weiter an Eurer Disk. teilhaben. <\/P> <P>Bis bald also wieder, herzliche Gr\u00fc\u00dfe, [&#8230;]<\/P> <P>H.<\/P> <P> PS: Das besondere, auszeichnende an Dieter ist, was sein[e] theoretische St\u00e4rke, Konsequenz ausmacht, ist, dass er die Marxschen Widerspruchsbestimmungen des &quot;fr\u00fchen&quot; insbesondere im St[aats]R.[echt] und insbesondere auf den S. 292 ff. an den Kategorien der politischen \u00d6konomie in einer Genauigkeit (und mit entsprechenden Kritiken an bekannten Marx-Interpreten (u. a. Helmut R.[eichelt], G\u00f6hler, Colletti) abarbeitet, wie&#8217;s wohl sonst nirgends so zu finden ist, und ich denke, dass \u2013 bei aller Wertsch\u00e4tzung seiner Arbeiten \u2013 gerade hierin der Hund, sein &quot;Irrtum&quot; begraben liegt (wenn ich mich nicht selber irre, was ich nicht glaube, weil ich ihn, denk ich, verstehe, ihn mir &quot;erkl\u00e4ren&quot; kann) \u2013 entsprechend m\u00f6chte ich Dieter gerecht werden (und wenn ich denn da wirklich nicht richtig liege, dann wird ich mir jedenfalls selber klarer geworden sein). &#8218;Schaun ma moi&quot; sagt der Beckenbauer \u2013 [\u2026]<\/P> <P >H. [1]<B> Karl Marx: [Randglossen zu Adolph Wagners \u201eLehrbuch der politischen \u00d6konomie\u201c]<\/B> MEW 19 (355-383).<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>W.I. an H.H. und Ulrich Knaudt <\/B>(10.05.2012)<br \/>Betreff: TAUTOLOGIE<\/P> <P> Hallo H., hallo Ulrich,<\/P> <P>ich kann Euch beiden nicht folgen. Noch einmal beide Wolf-Zitate:<\/P> <P> Vgl. D.W.: Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t des Werts&#8230;, 111: Der Wert, der den verschiedenen einzelnen Arbeitsprodukten den Charakter von Waren verleiht, [und nicht etwa umgekehrt: da\u00df ihr Warencharakter den Arbeitsprodukten Wert verleiht] ist diese abstrakte Gegenst\u00e4ndlichkeit, die durch das gesellschaftliche Aufeinanderbezogensein der Arbeitsprodukte als Arbeitsprodukte schlechthin eine gesellschaftlich bestimmte Gegenst\u00e4ndlichkeit ist, [NB diese Tautologie!] die nur metaphorisch [!] mit \u00bbGallerte\u00ab, \u00bbKristall\u00ab usf. umschrieben werden kann. Die so charakterisierte abstrakt allgemeine Eigenschaft wird nicht, was eine irrational mystische Vorstellung ist, durch irgendeine Arbeit geschaffen; sie wird als unsinnliche allgemeine Eigenschaft der Produkte einer jeden konkret n\u00fctzlichen Arbeit, erst in und durch den Austausch von aus Arbeitsprodukten bestehenden Gegenst\u00e4nden zur gesellschaftlichen Gegenst\u00e4ndlichkeit, zu Wert (S. 110).[1]<\/P> <P> Eine abstrakt allgemeine Eigenschaft, die nirgendwo in Erscheinung tritt, ist ein Schmarren, ein reines Gedankenkonstrukt. Dieses Hirngespinst soll sich durch den Austausch und nicht durch irgendeine Arbeit in eine abstrakte Gegenst\u00e4ndlichkeit verwandeln, die ebenfalls nicht in Erscheinung tritt \u2013 ein noch gr\u00f6\u00dferer Schmarren, ein begriffliches Unding. Es wird nicht sinnvoller dadurch, da\u00df ich den &quot;Wert&quot; als das vorauszusetzende, spezifisch gesellschaftliche Verh\u00e4ltnis der Produzenten lese. Denn woher wei\u00df ich (bei D.W. oder mit ihm) von diesem Verh\u00e4ltnis? Worin besteht es? Wieso kann man es voraussetzen, wenn es erst im Austausch entsteht? Wieso kann ein Verh\u00e4ltnis zwischen Menschen eine abstrakte Gegenst\u00e4ndlichkeit sein, das nirgendwo sinnlich fa\u00dfbar ist? Fragen \u00fcber Fragen. D.W. selbst ist es, der mit irrational mystischen Begrifflichkeiten hantiert, weil er \u2013 nicht von der wirklichen Erscheinungsform ausgeht, der Wertform der Ware. Und deren entwickelte Gestalt, mit der wir es heute zu tun haben, ist die Geldform, der Preis.<\/P> <P>Zu sagen, da\u00df der Warencharakter der Produkte ihnen Wert verleiht, ist nicht viel besser als die umgekehrte Formulierung von DW. Denn woran mache ich den Warencharakter fest? An der Form, in der das Produkt als Ware erscheint. Und das ist ihr Preis. Es ist aber offensichtlich Unsinn, sagen zu wollen, da\u00df der Preis der Produkte ihnen Wert verleiht. Was aber soll gesagt werden? Woher soll der Wert denn nun kommen, und was soll er sein?<\/P> <P>Auch Du, Ulrich, gehst nicht von der Erscheinungsform aus und verwechselst deshalb \u00f6fter die Ebene der objektiven Erscheinung (und des darin Erscheinenden) mit der der subjektiven Reflexion oder Interpretation dieser Erscheinung. Du stimmst zu, wenn ich sage, der Wert ist &#8230; blo\u00dfe Darstellung verbrauchter Arbeitszeit im Medium der Geldware bzw. ihrer Stellvertreter. Und dann raufst Du Dir die Haare, wenn ich sage, da\u00df nur der Preis, also eben die Darstellung verbrauchter A[rbeits]z[eit] im Medium der Geldware, die konkreten Arbeiten als gleiche quantifiziert, nicht aber D.W.s Hirngespinst, der Begriff der abstrakt allgemeinen Eigenschaft usw. in seinem Kopf. Doch sagst Du, genau das tut er. Nein, er tut es nicht, weil er es nicht kann. Er kann eine Begrifflichkeit konstruieren, die diese Abstraktionsleistung scheinbar simuliert, aber kann sie sich nicht einmal vorstellen! Mach mal die Probe aufs Exempel und stelle Dir verschiedene konkrete Arbeiten in actu vor. Es ist kein Kunstst\u00fcck zu sagen, sie sind alle darin gleich, da\u00df sie menschliche Arbeiten sind. Aber es w\u00e4re ein Wunder, wenn Dir damit gel\u00e4nge, die verschieden konkreten, verschieden komplizierten und verschieden intensiven Arbeiten als eine <B>bestimmte <\/B>Quantit\u00e4t absolut gleicher Qualit\u00e4t vorzustellen, sie auch nur logisch zu bestimmen. Es geht nicht, in den Preisen aber passiert genau das als Darstellung. D.W. versucht, sich einen Begriff zu machen \u00fcber die Gesellschaft au\u00dferhalb seines Kopfes. Aber er entwickelt den Begriff nicht aus den Erscheinungen, die die Menschen im gesellschaftlichen Verkehr produzieren, indem sie ihren Produkten Preise anh\u00e4ngen und sie gegen Geld tauschen. Er entwickelt den Begriff aus seinem Kopf bzw. aus Gedanken \u00fcber &quot;die Arbeit&quot;, allgemeine Eigenschaften usw., und dieser Begriff bleibt daher inkonsistent, kann weder Wertsubstanz erkl\u00e4ren, verwandelte Form verbrauchter Gesamtarbeit, noch Wertgr\u00f6\u00dfen, notwendige Anteile daran (notwendig auch nur in W[aren]P[roduzierenden]-Gesellschaft, nicht \u00fcberhaupt). Und er kann den Fetischcharakter der Ware nicht begreifen. Denn worin besteht der? Eben in ihrem Wert. Verbrauchte Arbeitszeit wird dargestellt,<B> als w\u00e4re<\/B> sie in bestimmten Portionen vorhandene Substanz, versteckt in den Produkten. Daher die ganze Metaphorik bei Marx. Und f\u00fcr D.W. existiert der Wert tats\u00e4chlich, <B>in <\/B>den Waren. Er betreibt Metaphysik und erkl\u00e4rt die Metaphorik aus der Abstraktheit der Realie Wert, nicht aus seinem Fetischcharakter. Und Du? Du sagst, der Fetisch sei eine reale Fiktion. Ja, aber worin besteht denn nun der Fetisch? Was an ihm ist Fiktion? Und was Realit\u00e4t? Da mu\u00dft Du schon etwas pr\u00e4ziser werden und Dich entscheiden.<\/P> <P> Gru\u00df W.<\/P> <P> [1] <B>ANHANG 2<\/B>, 5.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P > <B>H.H. an W.I. Kopie an U.K <\/B>(12.05.2012)<br \/>Betreff: TAUTOLOGIE<\/P> <P> Na, da bin ich ja mal auf die Endfassung deines Papiers gespannt, W.<\/P> <P>Hier scheinen ja doch einige Neuheiten zu kommen, das macht in der Tat neugierig, insbesondere die Aussicht auf eine fundierte Marxkritik.<\/P> <P>Unabh\u00e4ngig davon w\u00fcrde mich trotzdem die Antwort Ulrichs auf meine Fragen interessieren.<\/P> <P>beste Gr\u00fc\u00dfe<\/P> <P> H.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P > <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(13.05.2012)<br \/>Betreff: BORUSSIA<\/P> <P> Lieber H., hier im Pott hat vieles einen preu\u00dfischen Namen, seit sich die Hohenzollern hier im Westen im 18. Jahrhundert eingeheiratet haben. Ham wohl schon die Kohle und den Stahl gerochen. Ein Teil meiner Vorfahren kommt hierher. Ein Urgro\u00dfvater war Teilhaber einer gro\u00dfen Stahlfirma in Essen, die dann an Mannesmann verkauft wurde. In Essen gibt es noch eine Schultz-Knaudt-Stra\u00dfe. Wir unterhielten uns mal anl\u00e4\u00dflich der Weltmeisterschaft \u00fcber Stolz. Dieser bewegt mich im Angedenken an meine Vorfahren nicht. Ich kann sie auch nicht verachten. Sie sind mir eigentlich nur fremd und egal. Wir haben uns sozusagen auseinandergelebt. Von dem Verkauf der Stahlfirma genehmigte sich mein Gro\u00dfvater um die Jahrhundertwende eine Weltreise, als er als Amtsgerichtsrat in Schlesien sich eine Auszeit nahm. [&#8230;]<\/P> <P>Ich war auch f\u00fcr Dortmund, aber nicht in erster Linie wegen des gemeinsamen Pott-Gef\u00fchls, sondern, weil ich ein spannendes Spiel sehen wollte. Aber die Borussen machten dem eine Strich durch die Rechnung. Sie haben die Bayern so verpr\u00fcgelt, da\u00df ich am Schlu\u00df hoffte, die w\u00fcrden noch zwei Tore schie\u00dfen, damit es noch ein wenig spannend wird. Aber sie waren zu ausgelaugt, diese gro\u00dfen Million\u00e4re. Jetzt werden die kleinen auch gro\u00dfe werden. Daher haben die Bayern verdient Dresche bekommen. Das ist Klassenkampf heute, die kleinen Million\u00e4re gegen die gro\u00dfen.<\/P> <P>Morgen geh ich w\u00e4hlen, auf jeden Fall nicht SPD und schon gar nicht Links-Gr\u00fcn. Die B\u00fcrgerlichen haben zumindest noch nen eignen Beruf (meistens RA, Gesch\u00e4ftsleute o.\u00e4.). F\u00fcr viele Linke ist das Politikersein ihr Beruf. Aber im Grunde w\u00e4hle ich die andern, weil sie weniger vernagelt sind. Ein magerer Grund. Denk ich an Wissmann oder Koch oder wie sie alle hei\u00dfen, die vom Kapital aufgesaugt wurden, als sie ihren Politikerjob aufgegeben haben. Dennoch ist es richtig zu w\u00e4hlen, sonst kommen wegen zu geringer Wahlbeteiligung noch gr\u00f6\u00dfere Idioten ans Ruder, die nicht mal mehr wissen, wie man den Kapitalismus richtig am K&#8230; h\u00e4lt, sondern son verblasenes Zeug wie es der Tsipras vorschl\u00e4gt, betreiben wollen, eben StamoKap. Fatal, aber wahr.<\/P> <P>Ich habe mir ein Gl\u00e4schen genehmigt, will aber noch was zu Deiner Mail sagen, ohne darauf jetzt konkret zu antworten. Ich arbeite an einer Antwort An Alle.[1] Darin will ich zu den Problemen, die wir mit D.W. und untereinander haben, konkret Stellung nehmen. Ich denke, wir sollten die gemeinsame Diskussion in einer Mailingliste fortsetzen, weil sich die Widerspr\u00fcche, die wir miteinander haben, so schneller auff\u00e4chern, das hei\u00dft aber nicht, abgleichen lassen.<\/P> <P>Soweit erst mal. Viele Gr\u00fc\u00dfe aus BO-RUS-SIA-Land.<\/P> <P> U.<\/P> <P> [1] Siehe <B>ANHANG 3<\/B>.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P > <B>Ulrich Knaudt an H.H. <\/B>(16.05.2009)<br \/>Betreff: IMAGIN\u00c4RE WERTE<\/P> <P> Lieber H., als Anhang mein Kommentar [1] zu unseren Mails vom 07.-10.05., den ich an W.I. und H.B. weiterleite.<\/P> <P> Viele Gr\u00fc\u00dfe Ulrich<\/P> <P> [1] Siehe <B>ANHANG 3<\/B><\/P> <P> <\/p>\n<hr>\n<p> <B>H.B.<\/B> <B>an Ulrich Knaudt <\/B>(22.07.2012)<br \/>Betreff: Laudatio: In Hitlers Gesellschaft | Kultur | ZEIT ONLINE <P LANG=\"en-US\"> Schau mal rein, wirklich lesenswert, lieber Ulrich, hat was mit Horst M\u00fcller\u2019s \u201cSozialkapitalismus\u201d zu tun.<\/P> <P> <U><A HREF=\"http:\/\/www.zeit.de\/2012\/24\/Laudatio-Goetz-Aly\/komplettansicht?print=true\"><B>http:\/\/www.zeit.de\/2012\/24\/Laudatio-Goetz-Aly\/komplettansicht?print=true<\/B><\/A><\/U> <B> <\/p>\n<hr>\n<p><\/B><B>Ulrich Knaudt an GdS <\/B>(25.07.2012) <P> Hallo Buchladenkollektiv,<\/P> <P> leider komme ich erst jetzt dazu &#8230; zu antworten. Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Verz\u00f6gerung findet sich auf der Home Page der <I>partei Marx<\/I> unter BLogbuch 1 2012.<\/P> <P> Es ist am sinnvollsten, gleich auf den Kern der Sache zu kommen: die Leninsche Imperialismus-Theorie in der von Euch ausf\u00fchrlich und in zwei Anl\u00e4ufen analysierten und zitierten Schrift <I>Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus<\/I>.[1] Ausgehend von der Marxschen Kritik der politischen \u00d6konomie und der Strategie der Marxschen Partei w\u00fcrde ich jener in unserer heutigen Situation gelesen die \u00dcberschrift geben wollen: \u201aDer Imperialismus und die Spaltung des Kapitalismus\u2018, weil sich die Leninsche Unterscheidung zwischen dem <B>\u00bb&#8230;nichtmonopolistischen Kapitalismus\u00ab<\/B> und dem monopolistischen Kapitalismus nach meinem Daf\u00fcrhalten nicht aufrechterhalten l\u00e4\u00dft, da der Weltmarkt zu einer Totalit\u00e4t zusammengewachsen ist, von der bereits Marx ausging, ohne da\u00df der Weltmarkt zu seiner Zeit derart umfassend wie heute entwickelt und organisiert war. Diese Totalit\u00e4t hatte sich Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht durchgesetzt (weil u.a. die Kolonien noch eng mit ihren \u201aMutterl\u00e4ndern\u2018 {England, Frankreich, Portugal, Niederlande usw.} politisch verkn\u00fcpft waren); heute jedoch, d.h. nach dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition \u00fcber Hitler-Deutschland und der Schaffung eines \u201awestlichen\u2018 Weltmarkts, innerhalb der westlichen Hemisph\u00e4re und nach dem Niedergang der Vorherrschaft der SU als Hegemonialmacht \u00fcber die \u00f6stliche Hemisph\u00e4re (die das post-\u2018stalinistische\u2018 heutige Ru\u00dfland, wenn auch vorerst vergeblich, mit allen Mitteln wieder herzustellen versucht), [heute] mu\u00df von einem in dieser Totalit\u00e4t bisher noch nie dagewesenen Weltmarkt ausgegangen werden, der durch die im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ausgebrochene Weltwirtschaftskrise einerseits noch st\u00e4rker zusammengeschwei\u00dft wird, aber gleichzeitig vor seinem Auseinanderfallen in neue hegemoniale Weltm\u00e4rkte steht (US- + EU-Kapital vs. BRICS-Kapital). Damit ist die Einheit in der Totalit\u00e4t des Kapitalismus, von der das Marxsche KAP[ITAL] ausgeht, konkret Wirklichkeit geworden, eine Einheit, die notwendig das Moment ihrer Spaltung in sich tr\u00e4gt. Diese wird in zwei Richtungen erfolgen: entweder in Richtung <U>Spaltung der Kapitalisten<\/U> oder <U>Spaltung des<\/U> Kapitalismus oder beides.<\/P> <P> Die <U>Spaltung der Kapitalisten<\/U> w\u00fcrde, wenn die Weltwirtschaftskrise sich weiter zuspitzt, zu neuen (Teil-) \u201aWeltm\u00e4rkten\u2018 f\u00fchren, \u00e4hnlich denjenigen der beiden Weltm\u00e4chte der Anti-Hitler-Koalition nach 1945;[2] die <U>Spaltung des Kapitalismus<\/U> zur Spaltung der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft in die Weltbourgeoisie und das Weltproletariat. Nach Letzterem sieht es momentan nicht aus, da das Weltproletariat als Klasse bei der Spaltung des Kapitalismus politisch noch nicht pr\u00e4sent ist, oder wenn sich in dieser Richtung etwas regt, dann nur im Schlepptau des imperialistischen Kleinb\u00fcrgertums (attac, OWM, Rio-Gipfel etc.), das im Interesse einer Fraktion der Kapitalisten gegen die Hegemonie des \u201aWestens\u2018 und f\u00fcr einen separaten \u201asozialistischen Weltmarkt\u2018 k\u00e4mpft, der von mehr oder weniger faschistischen \u201alinken\u2018 Polizeistaaten organisiert wird.<\/P> <P> Die <U>Spaltung des Kapitalismus<\/U> wird in der Marxschen Analyse der Ware in KAP I wissenschaftlich untersucht. Allerdings w\u00e4re es zu w\u00fcnschen, da\u00df Ihr bei der Lekt\u00fcre dieses elementar wichtigen Textes nicht dem <I>\u00bbfalschen Schein\u00ab<\/I> der Wolfschen Interpretation des KAP erliegt.[3] Im Gegensatz zu Dieter Wolf gehe ich nicht einfach nur von einer, wie Ihr schreibt, <B>\u00bbVerschleierung der Realit\u00e4t\u00ab<\/B> und dem durch den Kapitalismus erzeugten <B>\u00bbfalschen Schein\u00ab<\/B>, sondern von der <U>Verkehrung<\/U> der Verh\u00e4ltnisse aus, ohne deren Voraussetzung die Bestimmung des Werts der <U>Ware<\/U> in KAP I nicht m\u00f6glich ist. Das unterscheidet die Marxsche Bestimmung des <U>Werts<\/U> von denjenigen der Klassiker und ihrer vulg\u00e4r\u00f6konomischen Nachfolger und stellt eine wissenschaftliche Revolution dar von der gleichen Bedeutung wie derjenigen Keplers, Newtons oder Darwins. Eine wissenschaftliche Revolution, die nicht wenige moderne \u00d6konomen z\u00e4hneknirschend anerkennen m\u00fcssen. Nur auf Grund dieser <U>Verkehrung<\/U> wird der von Euch festgestellte <B>\u00bbfalsche Schein\u00ab<\/B> (<I>Die m\u00f6rderische Realit\u00e4t.<\/I>.. S. 2\/3) zur unbestrittenen <U>gesellschaftlichen<\/U> Realit\u00e4t, der zugleich nach seiner <U>gesellschaftlichen<\/U> Aufl\u00f6sung verlangt, da es sich bei diesem <B>\u00bb<\/B><B>falsche<\/B>(<B>n<\/B>) <B>Schein\u00ab<\/B> nicht etwa nur um eine ausgehend vom <U>Individuum<\/U> sich philosophisch stellende erkenntnistheoretische Frage handelt. Wenn Ihr Euch also auf den <B>\u00bbWarenfetischismus\u00ab<\/B> beruft, so sollte klar sein, da\u00df dieser auf den <U>Verkehrungen<\/U> der Verh\u00e4ltnisse der einfachen Warenzirkulation und -produktion (einer bewu\u00dft von Marx aufgestellten hypothetischen Annahme, da die einfache Warenproduktion f\u00fcr sich genommen nicht existiert) beruht, die als <B>\u00bbVerschleierung der Realit\u00e4t\u00ab<\/B> wirken, aber eben nur als Ausdruck der <U>Verkehrung<\/U> der Verh\u00e4ltnisse in dieser <U>gesellschaftlichen<\/U> Realit\u00e4t. (Genaueres findet Ihr dazu auf <I>parteimarx.org<\/I> unter <B>REAKTIONEN Ulrich Knaudt an H.B.<\/B>: 13.01.2010, 18.06.2010, 12.07.2010, 25.07.2010, <U>28.07.2010<\/U>, 13.08.2010, 18.08.2010. Unterstrichen = wer nicht alles lesen will, sollte zumindest diesen Brief lesen.)[4]<\/P> <P> Die Spaltung der Totalit\u00e4t des Weltmarktes ist also in der Spaltung des <B>\u00bbKonkretums der Ware\u00ab<\/B> (MEW 19,362) in Gebrauchswert und Tauschwert bereits in ihrem Kern angelegt. Dagegen mag die Vorstellung von der Spaltung der kapitalistischen Produktionsweise in einen monopolistischen und einen <B>\u00bbnichtmonopolitistischen Kapitalismus\u00ab<\/B> heute vielleicht noch f\u00fcr irgendwelche kleinb\u00fcrgerliche Kapitalismus-Kritiker wie attac, OWS usw. dazu herhalten, auf ihren \u201aanti-kapitalistischen\u2018 \u201aSonderwegen\u2018 die Tatsache zu ignorieren (und die Theorie zu bek\u00e4mpfen), da\u00df die Spaltung dieser Totalit\u00e4t auf der einen Seite in der Spaltung des <B>\u00bbKonkretums der Ware\u00ab<\/B> in Gebrauchswert und Wert und auf der anderen Seiten in diejenige der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft in die antagonistischen Klassen, <U>Bourgeoisie<\/U> und <U>Proletariat<\/U> hinausl\u00e4uft, einen Antagonismus, auf den Lenin im Gegensatz zu den heutigen Rettern des <B>\u00bbnichtmonopolistischen Kapitalismus\u00ab<\/B> vor dem monopolistischen nicht verzichtet hat und worin nach wie vor sein gro\u00dfes Verdienst liegt.<\/P> <P> Die von Euch festgestellte <B>\u00bbm\u00f6rderische Realit\u00e4t des Imperialismus\u00ab<\/B> erweist sich folglich als h\u00f6chst kompliziert.Das betrifft nicht nur den Klassenantagonismus, sondern auch die Konkurrenzsituation, in der sich die einzelnen Kapitalisten befinden, deren Absolutheit in letzter Instanz nur durch den Krieg zwischen ihren Nationen und Fraktionen aufgehoben werden kann. Es sollte aber der absolute Charakter der Konkurrenz im Kapitalismus nicht mit demjenigen des Krieges als einer, wie von der Kriegspartei f\u00fcr gew\u00f6hnlich behauptet, im gegebenen Moment einzig m\u00f6glichen L\u00f6sungsm\u00f6glichkeit dieses Widerspruchs verwechselt werden. Der \u201aKalte Krieg\u2018 hat gezeigt, da\u00df solche Konkurrenzsituationen bis zu einem gewissen Grad und zeitweilig von den Beherrschern der (Teil-)Weltm\u00e4rkte geregelt und entsch\u00e4rft werden k\u00f6nnen, sobald beide Seiten Problemen gegen\u00fcberstehen, die die Existenz der Kapitalistenklasse als solche betreffen. Das ist jeweils eine Definitionsfrage, wie an der EU leicht zu erkennen ist und keineswegs der Beweis f\u00fcr die Rettung der Menschheit durch den Kautskyschen Super-Imperialismus. Wenn Kautsky recht gehabt h\u00e4tte, w\u00e4ren die Kernwaffen, von denen die Ausl\u00f6schung der menschlichen Zivilisation einschlie\u00dflich der Klasse der Bourgeoisie droht, l\u00e4ngst vernichtet worden. Der Pazifismus beschr\u00e4nkt sich auf einen Appell an den Bourgeois, die Bedrohungssituation in Hinblick auf seine individuelle physische Existenz und die seiner Familie zu bedenken. Er soll davon ablenken, da\u00df die Bedrohung der gesamten Menschheit von der Konkurrenz zwischen den Kapitalisten ausgeht und solange bestehen bleiben wird, wie das Kapital selbst.<\/P> <P> Der Imperialismus als <B>\u00bbsterbender Kapitalismus\u00ab<\/B> ist also nicht gestorben, sondern hat den Sozialismus von 1917 \u00fcberlebt, w\u00e4hrend das, was Lenin \u00fcber den \u00bb<B>sterbenden Kapitalismus\u00ab<\/B> gesagt hat, inzwischen auch \u00fcber den gestorbenen Sozialismus gesagt werden mu\u00df. Der Sozialismus war ein sterbender Sozialismus, weil von ihm das Kapital, das wie die Hydra viele K\u00f6pfe hat, nicht ins Herz getroffen wurde und ihr statt dessen ein neuer (realsozialistischer) Kopf wachsen konnte. Der von Lenin f\u00fcr die alte Sozialdemokratie entwickelte Begriff des Sozialimperialismus gilt daher immer noch, nun aber auch f\u00fcr jeden Staat gewordenen \u201aSozialismus\u2018, der die Antwort der neuen Bourgeoisie auf den <B>\u00bbsterbenden Kapitalismus\u00ab<\/B> darstellt. Dieser scheinen sich zur Entsch\u00e4rfung ihrer Konkurrenzsituation \u201awestliche\u2018 \u201aEntspannungspolitiker\u2018, an vorderster Front die deutschen, bis zu einem gewissen Grad und nur zu ihrem eigenen Vorteil, anpassen zu wollen. (Die deutsche Au\u00dfenpolitik als Vermittlerin zwischen China, Ru\u00dfland, Iran auf der einen und den USA, Israel und Saudi-Arabien auf der anderen Seite in Assads Syrien.)<\/P> <P> Der zu Zeiten Lenins in der Sozialdemokratie sich verbreitende Sozialimperialismus sollte die soziale Revolution verhindern. Dieser hat die Extraprofite des Kapitals zur Grundlage, woraus, wie Marx und Engels bereits festgestellt haben, in den Metropolen eine gewisse Arbeiteraristokratie gespeist wird. Daran hat sich bis heute nichts ge\u00e4ndert. F\u00fcr Lenin war die Arbeiteraristokratie eine Minderheit, die wegen ihres Pakts mit der Bourgeoisie vom revolution\u00e4ren Weg des Proletariats abwich. Inzwischen stellt diese Minderheit die Mehrheit innerhalb der deutschen Arbeiterklasse dar, die b\u00fcrgerliche Parteien w\u00e4hlt, w\u00e4hrend aus der ehemals b\u00fcrgerlichen Arbeiterpartei eine Intelligenz- und Angestelltenpartei geworden ist, die als Teil des riesigen Wasserkopfes der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft von deren produktiven Teilen \u2013 Lohnarbeitern und Kapitalisten \u2013 ausgehalten wird. Daher fragt es sich, wenn wir davon ausgehen, da\u00df das Kapital <I>in infinitum<\/I> akkumulieren mu\u00df, ob sich diese Extraprofite nicht mit derselben Zwangsl\u00e4ufigkeit aus der Akkumulation des Kapitals ergeben m\u00fcssen, wie der Wert aus der Spaltung der Ware in Tauschwert und Gebrauchswert? Wenn dem so w\u00e4re, dann erkl\u00e4rte sich daraus auch die Entstehung der Arbeiteraristokratie als einer regul\u00e4ren Entwicklung des Kapitalismus, und nicht nur innerhalb der imperialistischen Metropolen. Die einzige Grenze, von der diese Entwicklung aufgehalten wird, ist dann die \u00f6konomische Krise bzw. (alle 80 Jahre) eine Weltwirtschaftskrise, deren Ursache wiederum in der begrenzten Aufnahmef\u00e4higkeit der \u201aM\u00e4rkte\u2018, also im Widerspruch zwischen der Konsumtion der unmittelbaren Produzenten und dem Zwang des Kapitals zur Akkumulation besteht. (Hier w\u00e4ren dann auch die Ursachen f\u00fcr die Nord-S\u00fcd-Konflikt in der EU zu suchen.) Daraus folgt auf theoretischem Gebiet der Scheingegensatz zwischen Luxemburgismus und Keynesianismus auf der einen, Sozialimperialismus und Faschismus auf der anderen Seite, als die \u201afriedliche\u2018 und die militante Form der L\u00f6sung der Krisen des Kapitals.<\/P> <P> Hier stehen in einer perversen Verkehrung die Leninschen \u201aMassen\u2018 den Klassen der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft gegen\u00fcber. Wenn Ihr schon auf so beckmesserische Weise zeitbedingte Ausdr\u00fccke wie \u201aparasit\u00e4r\u2018 oder \u201aNeger\u2018 bei Lenin aus dem Programm nehmen wollt (was meiner Ansicht nach total \u00fcberfl\u00fcssig ist, weil es historisch erkl\u00e4rbar und nur eine \u00fcberfl\u00fcssige Konzession an den linken Ethnizismus und die Bakunisten darstellt), m\u00fc\u00dfte diese Sorgfalt gegen\u00fcber der <I>political correctness<\/I> auch und weit eher f\u00fcr Lenins \u201aMassen\u2018-Begriff gelten, in dem die <U>Klassen<\/U> verschwimmen, nicht nur die Klasse der Lohnarbeiter, sondern vor allem auch die der russischen Bauern (dazu siehe DEBATTE 3 und 4). Nicht zuletzt dadurch ist es den Faschisten leicht gemacht worden, daran mit ihrem \u201aMassen\u2018-Begriff anzukn\u00fcpfen.<\/P> <P> Ob die Arbeiteraristokratie in der momentanen Krise auf ihre urspr\u00fcngliche Existenzweise als Proletariat zur\u00fcckgeworfen, auch zur <U>Klasse<\/U> des Proletariats zur\u00fcckkehren wird, steht in den Sternen. Sie w\u00fcrde dadurch zur modernsten Klasse der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft werden, wovon sie von allen b\u00fcrgerlichen (Arbeiter-)Parteien, einschlie\u00dflich denen des imperialistischen Kleinb\u00fcrgertums mit allen Mitteln abgehalten wird. Wie aber die notwendig radikale Kritik an der Arbeiteraristokratie mit dem Wachrufen des sozialen Verstands bei einzelnen Vertretern dieser Klasse als Bedingung f\u00fcr die ihre k\u00fcnftige Teilnahme an der gesellschaftlichen Produktion im Kommunismus verbunden werden kann, daf\u00fcr liefert Eure doch reichlich antiquierte Lenin-Rezeption wenig Anhaltspunkte. Hinzu kommt, da\u00df ohne die Einsicht, da\u00df das Proletariat eine von vornherein <U>internationale<\/U> revolution\u00e4re Klasse ist, wovon sie ohne L\u00f6sung der nationalen Fragen st\u00e4ndig abgehalten wird, zu einer solchen niemals werden wird.<\/P> <P> Lenin war ein gro\u00dfer Parteig\u00e4nger der Marxschen Partei und hat f\u00fcr das internationale Proletariat Gro\u00dfes, aber sich selbst auch einige Fehler geleistet, die wir in seiner Situation wahrscheinlich in noch gr\u00f6\u00dferem Umfang begangen h\u00e4tten. Er hatte nicht mehr die Zeit, diese zu analysieren und danach zu korrigieren. Das sollten wir unbedingt nachholen.<\/P> <P> Noch eine kurze Anmerkung zu Eurem Gauck-Flugblatt,[5] und zwar zu den Fu\u00dfnoten 1 und 3: ich kann in den von Gauck getroffenen historischen Urteilen (aus dem <I>Schwarzbuch<\/I>)[6] nichts mit den historischen Tatsachen nicht \u00dcbereinstimmendes entdecken. Der Skandal seiner Ausf\u00fchrungen besteht nicht in diesen historischen Urteilen selbst (mit denen ich grunds\u00e4tzlich, wenn auch nicht in jeder Formulierung \u00fcbereinstimme); der Skandal besteht in der Tatsache, da\u00df die revolution\u00e4re Linke nicht in der Lage ist, sich von ihren eigenen sozialimperialistischen Denkgewohnheiten zu trennen, um der b\u00fcrgerlichen Kritik am \u201aStalinismus\u2018 eine proletarische entgegenzusetzen.<\/P> <P> Mit vielen Gr\u00fc\u00dfen<\/P> <P> Ulrich Knaudt.<\/P> <P> [1] Siehe die GdS-Brosch\u00fcre <I><B>Die m\u00f6rderische Realit\u00e4t des Imperialismus und die Notwendigkeit des Kommunismus<\/B><\/I> (M\u00e4rz 2012), 8 ff. <br \/> [2] Exemplarisch dargestellt in <B>J. Stalin: <\/B><I><B>Die \u00f6konomischen Probleme des Sozialismus<\/B><\/I>. <br \/> [3] dieterwolf.net <br \/> [4] Siehe auch <B>ANHANG 2B<\/B>. <br \/> [5] Gds 3\/12 <B>Gauck als Symbol <\/B>(M\u00e4rz 2012). <br \/> [6] In: <B>S. Courtois, Nicolas Werth<\/B><I> <\/I>e.a., <B>Das Schwarzbuch des Kommunismus <\/B>(885-894): <B>Joachim Gauck: <\/B><I><B>Vom schwierigen Umgang mit der Wahrnehmung<\/B><\/I>, M\u00fcnchen 1998.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(26.07.2012)<br \/>Betreff:<B> <\/B>Laudatio: In Hitlers Gesellschaft | Kultur | ZEIT ONLINE<\/P> <P> <U><A HREF=\"http:\/\/www.zeit.de\/2012\/24\/Laudatio-Goetz-Aly\/komplettansicht?print=true\"><B>http:\/\/www.zeit.de\/2012\/24\/Laudatio-Goetz-Aly\/komplettansicht?print=true<\/B><\/A><\/U><\/P> <P> Lieber H., hab mich gefreut, von da drau\u00dfen mal wieder eine vertraute Stimme zu h\u00f6ren. Ansonsten herrscht Funkstille. Liegen wohl alle in der Toscana oder auf Sylt oder in Heringsdorf auf der Bleiche. Sch\u00f6n, da\u00df Du an mich gedacht hast. In der Tat ein lesenswerter Text, der mich echt zur Wei\u00dfglut gebracht hat. Eine intelligente Analyse, die den Aly auf den Punkt bringt, sich aber gleichzeitig mit dessen demagogischen Thesen identifiziert. In meinen Mails vom 10. und 12.07.10 an Dich habe ich bereits das Passende dazu gesagt: foreign policy der working class usw.<\/P> <P>Laut Aly und Jessen sollen auch alle wackeren K\u00e4mpfer gegen den Faschismus von diesem pers\u00f6nlich profitiert haben, einschlie\u00dflich der Arbeiterklasse. Wir leben, wie es danach den Anschein hat, nach wie vor in einem, nur diesmal post-, faschistischen Zeitalter, und alle bisherigen Theorien \u00fcber den NS erweisen sich als billige Ablenkungsman\u00f6ver, &quot;die allesamt dazu da waren, die deutschen Verbrechen aus ihrer pers\u00f6nlichen Zurechenbarkeit zu l\u00f6sen und einem \u00fcberindividuellen System zuzuschieben, das ganz unabh\u00e4ngig vom individuellen Verhalten Schuld produzierte.&quot; Ob Kapitalismus-, Totalitarismus-, Singularit\u00e4tstheorie oder der Historikerstreit. &quot;Tatenlose Reue ist alles, was bleibt.&quot; (7) Wie s\u00e4he dann im Gegensatz dazu die t\u00e4tige Reue aus? Vielleicht der nationale Selbstmord?<\/P> <P>Laudator wie Laudatus outen sich jeweils als Vertreter der alten Elite, die es, so mu\u00df hinzugef\u00fcgt werden, wie alle anderen vers\u00e4umt hat, Hitler nicht zu dem werden zu lassen, was aus ihm und dem NS dann wurde und die sich nun dar\u00fcber beklagt, da\u00df der P\u00f6bel von den Segnungen des NS profitiert hat. Alle anderen dagegen nicht? Im Namen der alten Elite vertreten sie die Furcht dieser Kaste vor der Ochlokratie, der Herrschaft des P\u00f6bels, wie sie schon bei Platon und Aristoteles heraufbeschworen wird, wobei letzten Endes alles, was nicht ihrer Elite zugeh\u00f6rt, den nach Posten und pers\u00f6nlicher Bereicherung gierenden P\u00f6bel ausmacht, genannt Otto Normalverbraucher oder der &quot;deutsche Michel&quot;oder der sog. &quot;kleine Mann&quot;&#8230;<\/P> <P>Unter dem Strich also eine weitere der \u00fcblichen Kollektivschuld-Thesen, nachdem wir uns bereits diejenigen der AntiFas und AntiDeutschen haben anh\u00f6ren m\u00fcssen, und somit ebenso unwissenschaftlich wie diese.<\/P> <P>Was darin systematisch ausgeklammert wird, ist neben der foreign policy der working class der Kampf zwischen Revolution und Konterrevolution, d.h. zwischen pr\u00e4ventiver und institutioneller Konterrevolution, zwischen NS und Stalinscher KP. Statt dessen bleibt nur dumpfes moralisches Ges\u00e4usel \u00fcbrig: &quot;Tats\u00e4chlich war die Furcht der Nachkriegspolitiker vor dem kleinen Mann, der unter Hitler seinen satanischen Appetit gezeigt hatte, so gro\u00df, da\u00df sie ihn augenblicks weiter f\u00fctterten und alles unterlie\u00dfen, was ihn irgendwie, und sei es moralisch, reizen und belasten k\u00f6nnte.&quot; (5) Das wird sich nach dem Wahlsieg einer Rosa-Rot-Gr\u00fcnen Regierung nachholen lassen&#8230;<\/P> <P>Es gibt in Wirklichkeit nur eine Kontinuit\u00e4t, die sich von 1933 bis 2012 durch die deutsche Geschichte durchzieht, deren Wurzeln in den Jahren 1848 und 1871 liegen: der bleibende Versuch der herrschenden Eliten (= herrschenden Klasse), die Arbeiterklasse mit Hilfe aller m\u00f6glicher Formen der Klassenzusammenarbeit, der &#8218;Solidarit\u00e4t&#8216; von oben usw. zu k\u00f6dern und dabei von der schlichten Wahrheit abzulenken, die darin besteht, da\u00df, wie der Berliner sagt, der A&#8230; immer hinten ist. Aber nicht dar\u00fcber zerbrechen sich die Herren Jessen und Aly den Kopf (was ein ernstzunehmender Beitrag zum Thema: Kapital-Sozialismus w\u00e4re), sondern dar\u00fcber, da\u00df, wie jeder wei\u00df, nicht wenige der kleinen M\u00e4nner genauso korrupt sind wie die gro\u00dfen. Nat\u00fcrlich sind sie das! Aber wieso dann, wie Aly seit Jahr und Tag predigt, ausschlie\u00dflich Otto Normalverbraucher? \u00c4ndert das irgendwas an dem System, aus dem heraus diese Korruption t\u00e4glich, st\u00fcndlich entsteht und bewu\u00dft erzeugt wird? Dies geschieht doch wohl kaum durch den angeblich immensen Einflu\u00df von Otto Normalverbraucher auf die Wirtschaft und das politische Gesch\u00e4ft der herrschenden Klasse, sondern gesteuert von der einen oder anderen gerade herrschenden Elite! Allerbilligste Bourgeois-Geschichtsschreibung ist das, die dort von einer der Eliten der herrschenden Klasse ausgepreist wird!<\/P> <P>Im Anhang findest du zwei Buchbesprechungen, die darauf hinweisen, da\u00df es auch noch wissenschaftliche Bourgeois-Geschichtsschreibung gibt.[1]<\/P> <P>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/P> <P>U.<\/P> <P> P.S. Vgl. die sich mit dem gleichen Thema befassenden Passagen in BLogbuch 3 2010. Eine Materialistische Geschichte des deutschen NS ist noch nicht geschrieben. Materialistisch im Gegensatz zu: moralisch! Moralische Geschichtsschreibung ist Ideologie!<\/P> <P>Das n\u00e4chste Mal mehr zu Harbach und zum letzten BLogbuch und wie beides miteinander und dem Krim-Krieg zusammenh\u00e4ngt.<\/P> <P> [1] FAZ 23.07.2012 <B>R\u00e4uber Robert und seine blutigen Laien. Die krakenartige Ausdehnung der Deutschen Arbeitsfront im Zweiten Weltkrieg.<\/B> Rezension: <B>R\u00fcdiger Hachtmann: <\/B><I><B>Das Wirtschaftsimperium der Deutschen Arbeitsfront 1933-1945<\/B><\/I>, G\u00f6ttingen 2012. FAZ 23.07.2012 <B>Mobilisierte Kameradinnen. Millionen Frauen waren in das Dritte Reich verstrickt, was nach 1945 wenig Beachtung fand.<\/B> Rezension: <B>Nicole Kramer: <\/B><I><B>Volksgenossinnen an der Heimatfront. Mobilisierung, Verhalten, Erinnerung<\/B><\/I>, G\u00f6ttingen 2011. <\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>H.B.<\/B> <B>an Ulrich Knaudt <\/B>(04.08.2012)<\/P> <P> Lieber Ulrich,<\/P> <P>wollte [&#8230;] mich u.a. f\u00fcr Deine Antwort auf G\u00f6tz Aly zu bedanken [\u2026]<\/P> <P>Bis dann, alles Gute<\/P> <P>H. <\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(08.08.2012)<\/P> <P> [\u2026] Was sagst Du eigentlich zu den &#8218;Korrekturen&#8216; von D.[ieter] W.[olf] an K[arl]M.[arx]?[1] Wenn ich das nicht bereits vor mehr als einem Jahr anl\u00e4\u00dflich seines Berliner Vortrags h\u00e4tte feststellen m\u00fcssen, h\u00e4tte mich das&nbsp;heute vielleicht noch gewundert.[2] So aber nicht. [&#8230;] <\/P> <P LANG=\"en-US\"> Viele Gr\u00fc\u00dfe U.<\/P> <P> [1] <B>Dieter Wolf: <\/B><I><B>Fehlinterpretationen Vorschub leistende M\u00e4ngel in Marx\u2018 Darstellung des \u201eKapitals\u201c und wie Marx sie h\u00e4tte vermeiden k\u00f6nnen<\/B><\/I>. <A HREF=\"http:\/\/Www.dieterwolf.net\/\">www.dieterwolf.net<\/A> <br \/> [2] Siehe <B>ANHANG 2B<\/B> (25.07.2010; 28.07.2010).<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(31.08.2012) <br \/>Betreff: BAKUNISMUS<\/P> <P> Lieber H., das Zauberwort hei\u00dft &quot;Gallerten&quot;.[1]<\/P> <P>(59) &quot;Wie die Gebrauchswerte Rock und Leinwand Verbindungen zweckbestimmter, produktiver T\u00e4tigkeiten mit Tuch und Garn sind, die Werte Rock und Leinwand dagegen blo\u00dfe gleichartige Arbeitsgallerten, so gelten auch die in den Werten enthaltenen Arbeiten nicht durch ihr produktives Verhalten zu Tuch und Garn, sondern nur als Verausgabungen menschlicher Arbeitskraft.&quot;<\/P> <P>(65) &quot;Sagen wir: als Werte sind die Waren blo\u00dfe Gallerten menschlicher Arbeit, so reduziert (sic!) unsre Analyse dieselben auf Wertabstraktion, gibt ihnen keine von ihrer Naturalform verschiedne Wertform. Anders im Wertverh\u00e4ltnis einer Ware zur andern. Ihr Wertcharakter tritt hier hervor durch ihre eigne Beziehung zu der andern Ware&#8230;<\/P> <P>(65) Um den Leinwandwert als Gallerte menschlicher Arbeit auszudr\u00fccken, mu\u00df er als eine &#8218;Gegenst\u00e4ndlichkeit&#8216; ausgedr\u00fcckt werden, welche von der Leinwand selbst dinglich verschieden und ihr zugleich mit andrer Ware gemeinsam ist.&quot;<\/P> <P>Ausgehend vom Gegensatz G[ebrauchs]wert \u2013 Wert gelten die Werte als gleichartige Arbeitsgallerten. Aber erst in der Wertgleichung dr\u00fccken sich die Arbeitsgallerten als Wertgegenst\u00e4ndlichkeit aus. Dieser Unterschied war mir auch nicht unbedingt klar.<\/P> <P>Nun zu Bakunin: Die Beschreibung der Schwierigkeiten Bakunins mit der Arbeitsgallerte entnehme ich dem Anhang von Fritz Brupbacher: Marx und Bakunin, M\u00fcnchen 1913, einem Zeitzeugen der Spaltung der <I>Internationale<\/I> durch die Bakunisten und selbst ein (liberaler) Bakunist. Er zitiert auf S. 194 im Anhang aus einem Brief Ljubavins an Marx, der beim Ausschlu\u00df Bakunins aus der Internationale eine wichtige Rolle spielte, weil selbiger Brief zwischen dem \u00dcbersetzer des KAP, Bakunin, und dem Vermittler Ljubavin und dem Verleger, der Bakunin 300 Rubel vorgeschossen hatte, Bakunins betr\u00fcgerische Absichten hatte beweisen sollen. In seinem Bericht an Marx hei\u00dft es zu Ljubavins Vorhaltungen Bakunin gegen\u00fcber, wo die \u00dcbersetzung bleibe, seitens Bakunins w\u00f6rtlich: &quot;&#8217;Wie k\u00f6nnen Sie sich nur einbilden, da\u00df ich nach \u00dcbernahme der \u00dcbersetzung und Entgegennahme der Abschlagszahlung von 300 Rubel nun auf einmal von der Arbeit zur\u00fccktreten werde&#8216;.&quot; (Nicht in seiner Macht liegende Verh\u00e4ltnisse h\u00e4tten ihn lediglich davon abgehalten.) &quot;Er f\u00fcgt auch bei, die \u00fcbernommene Arbeit erweise sich viel schwieriger, als er sich vorstellt. Er spricht dann von den verschiedenen Schwierigkeiten bei der \u00dcbersetzung. Ich f\u00fchre nur eine an, denn ich glaube, Bakunin hat einfach gelogen. Er zitiert folgenden Satz Ihres Buches: &#8218;Der Wert ist die Arbeitsgallerte&#8216;, und sagt: &#8218;Hier hat Marx einfach einen Scherz gemacht; er hat mir das selbst eingestanden&#8216;. Er spricht dann die Hoffnung aus, gegen Ende April 1870 w\u00fcrde die \u00dcbersetzung fertig sein&#8230;&quot;<\/P> <P>Wenn ich auch Bakunins Verhalten in der <I>Internationale<\/I> nur als \u00fcble Intrige bezeichnen kann, so hat er hier mein vollstes Verst\u00e4ndnis, wenn er offenbar an der &#8218;Arbeitsgallerte&#8216; gescheitert ist. Wie wir beide wissen, handelt es sich keineswegs um einen Scherz, sondern um die Behandlung eines der schwierigsten Probleme der Werttheorie, an der &#8217;selbst&#8216; ein Dieter Wolf immer wieder scheitern wird&#8230;<\/P> <P>Ich mu\u00df an meinen Schreibtisch zur\u00fcck und gr\u00fc\u00dfe Dich herzlich<\/P> <P> U.<\/P> <P> [1]<B> <\/B>Die Seitenzahlen am Zeilenanfang in runden Klammern beziehen sich auf<B> Karl Marx: Das Kapital I <\/B>MEW 23. <\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P > <B>H.B an Ulrich Knaudt <\/B>(08.09.2012)<br \/>Betreff: BAKUNISMUS<\/P> <P> Ich bin mit Dir, <\/P> <P>lieber Ulrich, <\/P> <P>am Nachdenken \u00fcber den von Dir aufgezeigten &quot;Unterschied&quot; <\/P> <P>von dem Du sagst, dass er Dir &quot;auch nicht unbedingt klar war&quot; (s.u.).<\/P> <P> &quot;Arbeitsgallerte&quot; ? \/ &quot;Abstrakte Arbeit&quot; \u2013 <\/P> <P>deren &quot;Behandlung eines der schwierigsten Probleme der Werttheorie &#8230;<\/P> <P>immer wieder scheitern ..&quot; ! Wer nicht ?<\/P> <P> Wir m\u00fcssen dran bleiben.<\/P> <P>Deshalb frage ich Dich<\/P> <P>1. kannst Du den &quot;Unterschied&quot; noch etwas genauer bestimmen, Dich <\/P> <P> zu ihm noch etwas genauer positionieren ?<\/P> <P>2. was m\u00f6chtest Du mit ihm ausdr\u00fccken ?<\/P> <P>3. welch eine Bedeutung in Bezug auf <\/P> <P> a) theoretische (Dieter W.[olf], Helmut R.[eichelt]\/Backhaus, Nadja R.[akowitz] u.a.)<\/P> <P> b) politische <\/P> <P> c) praktische Konsequenz <\/P> <P>misst Du diesem bei?<\/P> <P> Vielleicht sind diese Fragen nicht einfach zu beantworten, <\/P> <P>aber wenn wir uns dadurch den richtigen Fragestellungen n\u00e4hern,<\/P> <P>h\u00e4tten wir uns schon zumindest halbwegs den richtigen Antworten<\/P> <P>gen\u00e4hert \u2013 oderrrr ? <\/P> <P>Bis bald wieder.<\/P> <P>Herzlichen Gru\u00df<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P > <B>Ulrich Knaudt an <\/B>(09.09.2012)<br \/>Betreff: BAKUNISMUS<\/P> <P> Lieber H:, ich h\u00e4tte zwar Lust, um Deine Fragen jetzt und sofort zu beantworten, diesem Unterschied weiter nachzusp\u00fcren. Da er sich aber als momentanes Nebenprodukt meiner Untersuchungen zu Tschernyschevski, Marx und Bakunin ergeben hat, mu\u00df ich ihre Beantwortung verschieben. Aber sie bleiben im Raum.<\/P> <P>Nach wie vor bin ich damit besch\u00e4ftigt, den politischen mit dem wissenschaftlichen Marx in \u00dcbereinstimmung zu bringen oder besser: den Zusammenhang zwischen beiden wiederherzustellen. Daher bleiben Deine Fragen akut, aber ohne Rekonstruktion des politischen Marx nicht l\u00f6sbar (ein grundlegender Fehler der revolution\u00e4ren Linken nach 1967, ausgehend allein vom wissenschaftlichen Marx die deutschen Verh\u00e4ltnisse analysieren zu wollen! )<\/P> <P>Bei meinen Untersuchungen bin ich auf die nationale Frage in ihrer urspr\u00fcnglichen, vor-leninschen Fassung gesto\u00dfen und w\u00fcrde, was ich bisher zu letzterer in ihrer Leninschen Version geschrieben habe, so nicht mehr aufrechterhalten wollen. Einfach deshalb nicht, weil Lenin dabei keinen Unterschied zwischen dem demokratischen und dem proletarischen Internationalismus gemacht hat. Dieser Unterschied ist in der Auseinandersetzung von Marx und Engels mit dem Bakunismus aber von entscheidender Bedeutung. Und daher mu\u00df die Debatte \u00fcber die NF dort ihren Ausgang nehmen. Da\u00df sie auch heute noch akut ist, ergibt sich t\u00e4glich bei der Zeitungslekt\u00fcre \u00fcber Euro, EZB, BVerfG usw. [&#8230;]<\/P> <P>Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/P> <P>U. <\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(06.10.2012)<\/P> <P> Lieber H.,<\/P> <P>[\u2026] F\u00fcr das Fr\u00fchjahr habe ich mir vorgenommen, was zu H.H.[arbach] + D.W.[]olf zu machen. Gleichzeitig arbeite ich zu Bakunin und Nationale Frage f\u00fcr pM, eine Endabrechnung mit dem heutigen Bakunismus, wie er im Zusammenhang mit Griechenland und Syrien zum Ausdruck kommt, mit &#8218;Herr Vogt&#8216; als Blaupause. Unruhige Zeiten auf der einen, aber wenig Ermunterndes auf der anderen Seite. Die Minenarbeiter in S\u00fcdafrika das kommende Proletariat? Oder nur eine Intrige von Bergwerkskapitalisten, der B\u00f6rse und rechten und &#8218;linken&#8216; Gewerkschaften? Der subjektive Faktor, der das auf den Punkt br\u00e4chte = 0. Linkes Geschw\u00e4tz. Kein Kommunismus weit und breit.<\/P> <P>Soviel erst mal. Meld&#8216; Dich!<\/P> <P>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/P> <P> U.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(20.10.2012)<\/P> <P> Lieber H.,<\/P> <P>[\u2026] Ich habe f\u00fcr mich immer daran herumger\u00e4tselt, was Du mit Deiner Kritik an D.[ieter]W.[olf]s &#8218;abstrakter Arbeit&#8216; eigentlich gemeint hast. Und wir hatten ja schon telefonisch gekl\u00e4rt, da\u00df damit nicht die Stelle in den GR[rundrissen] [1] gemeint sein kann, wo von der &#8218;Arbeit sans phrase&#8216; die Rede ist.[2] Also geht es letztlich um die Wert-Substanz. Auch hier waren wir so weit, da\u00df dieser Substanz-Begriff nicht mit dem in der abendl\u00e4ndischen Metaphysik verwendeten Substanz 1:1 \u00fcbereinstimmt, sondern da\u00df es sich allerh\u00f6chstens um ein Zitat, oder wie ich meine, um eine Karikatur, Umst\u00fclpung ins L\u00e4cherliche und was sich sonst noch so anbieten w\u00fcrde, handelt. Eine solche \u00dcberlegung widerspricht nat\u00fcrlich dem ganzen Wolfschen Duktus, der eine schlechte (weil ungewollte) Karikatur Hegelscher Denkfiguren ist. Wenn seiner Ansicht nach alle Arbeit seit Adams und Evas Parad[ies]exit immer schon abstrakt war, weil man sie, ohne eine Abstraktion vorzunehmen, nicht denken kann (und folglich, ohne die Arbeit als Abstraktum gedacht zu haben, sie gar nicht existierte \u2013 es sei denn, sie wird von Marx im Ersten Kapitel erdacht!!!), wird im \u00fcbrigen der Unterschied zwischen der konkret n\u00fctzlichen und der abstrakt menschlichen Arbeit eingeebnet, also auch der Unterschied zwischen der Arbeit in vor-kapitalistischen Gesellschaften (siehe GR: &#8218;Vorkapitalistisches&#8216;)[3] und der Waren produzierenden Arbeit. Voil\u00e0 Stalins These: da\u00df es nicht nur kapitalistische Waren im Kapitalismus, sondern auch &#8217;nicht-kapitalistische Waren&#8216; (im Stalinschen Sozialismus) geben kann. [&#8230;] Eben das vertreten im Kern Wolf und Harbach. Und deshalb ist das, was sie vertreten, politisch h\u00f6chst brisant.<\/P> <P>Wenn Du also D.W.s &#8218;abstrakte Arbeit&#8216; kritisieren willst, reicht eine solche Herleitung der Genealogie der Ware, um den Wolfschen Revisionismus zu demaskieren (oder, wie er es nennt: um K.M. &#8218;besser verst\u00e4ndlich machen&#8216;), nicht aus.[4] \u2013 [\u2026] Dazu mu\u00df vor allem seine Hauptthese vom Aufstieg vom &#8218;Abstrakten zum Konkreten&#8216; zerschlagen werden (klingt sektiererisch \u2013 macht nichts: wer Marx offen angreift und behauptet, ihn angeblich zu sch\u00fctzen, findet bei der parteiMarx kein Pardon!) Wie wir doch aus der Wagner-Kritik [5] wissen und des Langen und Breiten diskutiert und uns geeinigt haben, geht K.[arl]M.[arx] in der W[ert]F[orm]A[nalyse], wie er selbst sagt, genau umgekehrt vor: ausgehend vom \u201eKonkretum der Ware\u201c gelangt er zur Wertform, d.h. zu einem vollkommenen Abstraktum und zwar u.a. durch Reduktion der konkret n\u00fctzlichen auf abstrakt menschliche Arbeit. AmA ist aber ein Paradox, weil menschliche Arbeit eigentlich immer konkret ist, aber als amA zugleich der Kern der Wertsubstanz. Ohne diesen Abstieg vom Konkretum der Ware zum Wert als Abstraktum (all die Zwischenschritte und Varianten, die Marx im Ersten Kapitel bei der Analyse der Wertform entwickelt, beiseite gelassen), wirst Du dem Wolfschen Revisionismus nicht Paroli bieten k\u00f6nnen und schon gar nicht den Weiterungen gegen\u00fcber, die Harbach zwecks Rehabilitation des Realen Sozialismus daraus ableitet&#8230;<\/P> <P>Hier also wartet auf uns noch ne Menge Arbeit und wie ich mir w\u00fcnsche und hoffe, Zusammenarbeit.<\/P> <P>[&#8230;]<\/P> <P> U.<\/P> <P> P.S. Im Anhang schicke ich Dir den lustigen FAZ-Artikel \u00fcber das Geld.[6] Man macht sich ernsthaft Gedanken, ob man es \u00fcberhaupt noch braucht. Vielleicht landen sie noch alle bei Silvio Gesell, als monet\u00e4rer Ausdruck des herrschenden \u00d6kofaschismus.<\/P> <P> [1] <B>Karl Marx: <\/B><I><B>Grundrisse der Kritik der politischen \u00d6konomie<\/B><\/I>, Moskau 1939 [=GR]; MEW 42, Berlin 1983. <br \/> [2] GR, 25; MEW 42, 39. <br \/> [3] GR, 375-415; MEW 42, 383-421: <B>Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen<\/B>.<br \/> [4] Siehe U.K. an H.B.<B> <\/B>(08.08.2012) [1]. <br \/> [5] Siehe H.B. an U.K.<B> <\/B>(10.05.2012) [1] <br \/> [6] FAZ 11.10.2012: <B>Barzahlung. Was kostet das Geld?<\/B><\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an GdS <\/B>(14.11.2012)<\/P> <P> Hallo Buchladenkollektiv,<\/P> <P>leider komme ich erst jetzt dazu, auf die Zusendung der Mai- und Juli\/August-Ausgaben von GdS zu reagieren. Die in letzterer angek\u00fcndigte Brosch\u00fcre <I>Religion, Opium des Volkes<\/I> w\u00fcrde ich Euch bitten mir zu schicken, weil mir bei der Lekt\u00fcre der Juli\/August-Nummer erneut die Art und Weise negativ aufgesto\u00dfen ist, in der darin das Verh\u00e4ltnis zwischen der deutschen Mehrheitsbev\u00f6lkerung und den hier lebenden Minderheiten behandelt wird (vgl. mein Brief vom 28.10.11.). Da ich annehme, da\u00df in der Brosch\u00fcre darauf systematischer als in dem GdS-Artikel aus Juli\/August eingegangen wird, werde ich meine Kritik vorl\u00e4ufig zur\u00fcckstellen.<\/P> <P> Grunds\u00e4tzliche Einw\u00e4nde treffen aber auch GdS 6\/12.[1] Obwohl ich den darin angestellten Versuch einer Kritik am linken Reformismus von <I>attac<\/I> teile, habe ich den Eindruck, da\u00df der Sack geschlagen wird, aber der Esel gemeint ist. Das beginnt mit dem Begriff der <B>\u00bbantikapitalistischen Perspektive\u00ab<\/B>, die dem <I>attac<\/I>-Reformismus als Gegenposition gegen\u00fcberstellt wird, der aber in Wirklichkeit aus derselben fragw\u00fcrdigen Begriffswelt stammt, die damit kritisiert werden soll. Neben linken gibt es bekanntlich auch reaktion\u00e4re <B>\u201eAntikapitalisten\u201c<\/B>, zu denen u.a. die Nazis zu rechnen w\u00e4ren, deren <B>\u201eAntikapitalismus\u201c<\/B> sich lediglich v\u00f6lkisch verengt auf das <B>\u201ej\u00fcdische\u201c<\/B> Kapital beschr\u00e4nkt.<\/P> <P> \u00dcber das dem <I>attac-<\/I>Reformismus von GdS entgegengehaltene <B>\u00bbGegenteil von einer antikapapitalistischen Perspektive\u00ab <\/B>lie\u00dfe sich daher bestenfalls sagen, da\u00df diese<B> \u00bbPerspektive\u00ab <\/B>eine schlichte Leerformel darstellt, worin neben <I>attac<\/I>, die Partei <I>Die Linke<\/I>, aber auch Islamisten und Nationalsozialisten bequem nebeneinander Platz f\u00e4nden. Entsprechend erscheinen in diesem Artikel die von Lenin, Stalin und Rosa Luxemburg u.a. entlehnten theoretischen Versatzst\u00fccke, die um die <B>\u00bbZerschlagung des b\u00fcrgerlichen Staats\u00ab<\/B> kreisen, nicht weniger leerformelhaft, da sich das Verh\u00e4ltnis des b\u00fcrgerlichen Staats und der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft zu den ausgebeuteten und unterdr\u00fcckten <B>Klassen<\/B> nach meinem Daf\u00fcrhalten um einiges komplizierter darstellt als in dieser Formel zum Ausdruck kommt. Der geringe Grad an Reflexion in der Einsch\u00e4tzung dieses Verh\u00e4ltnisses hat viele \u201aMarxisten\u2018 vor die Frage gestellt, ob \u00fcberhaupt noch von einer <B>Klassen<\/B>gesellschaft gesprochen werden kann oder ob dieses Verh\u00e4ltnis nicht besser durch den Unterschied zwischen Arm und Reich, (der durch den f\u00fcrsorglichen Sozialstaat ausgeglichen werden soll) zu ersetzen w\u00e4re. Das ist nat\u00fcrlich Unsinn. Diesem weit verbreiteten (klein)b\u00fcrgerlichen <B>Klassen<\/B>-Skeptizismus wird in dem Artikel einfach unvermittelt und v\u00f6llig abstrakt die Losung von der <B>\u00bbZerschlagung des b\u00fcrgerlichen Staates\u00ab<\/B> entgegengehalten, eine Formel, die Lenin mit einer gewissen Berechtigung gegen\u00fcber dem Reformismus seiner Zeit verwendet hat.<\/P> <P> Um diese Formel mit Inhalt zu f\u00fcllen in einer Zeit, da die Marxsche Kritik an der b\u00fcrgerlichen politischen \u00d6konomie von der heutigen Weltwirtschaftskrise konkreter denn je und in allen Einzelheiten best\u00e4tigt wird, m\u00fc\u00dfte zumindest auf die Differenz zwischen der Marxschen und der Leninschen Verarbeitung der Erfahrung der Pariser Kommune eingegangen werden, bei der uns Rosa Luxemburgs Lenin-Kritik und ihre Fehleinsch\u00e4tzung des von Lenin f\u00fcr erforderlich gehaltenen revolution\u00e4ren <B>Terrorismus<\/B> nicht wirklich weiterhilft. Es ist schon bemerkenswert, welch gro\u00dfer Wert von GdS in diesem Zusammenhang auf die zur S\u00e4ulenheiligen der Partei <I>Die Linke<\/I> erhobene deutsche Revolution\u00e4rin gelegt wird, deren Einsch\u00e4tzungen der Bauernfrage oder der sog. nationalen Frage in Ru\u00dfland kein g\u00fcnstiger Ausgangspunkt w\u00e4re, um \u00fcber die Differenzen zwischen Lenin und Marx in der theoretischen Verarbeitung der Pariser Kommune zu diskutieren.<\/P> <P> Dieses ungekl\u00e4rte Verh\u00e4ltnis hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Art und Weise, wie in GdS \u00fcber den Minenstreik in S\u00fcdafrika berichtet wird. Erst in den letzten Zeilen kommt der Artikel auf die politischen Verh\u00e4ltnisse in S\u00fcdafrika zu sprechen, allerdings in der klassischen Manier der deutschen Linken, die sich in ihrer Kritik an den b\u00fcrgerlichen Gewerkschaften und linken Parteien einfach auf die Feststellung beschr\u00e4nkt, diese w\u00fcrden die Interessen der Arbeiterklasse nicht \u201aradikal genug\u2018 vertreten. Als ob die Bourgeoisie nicht dazugelernt h\u00e4tte und es versteht, nicht nur auf seiten des Reformismus, sondern auch des \u201alinken\u2018 Radikalismus mitzumischen und dabei ihre Interessen durchzusetzen. Die mangelnde Einsicht von GdS in diese Seite der \u00f6konomischen K\u00e4mpfe in S-Afrika w\u00fcrde ich als \u201alinken\u2018 \u00d6konomismus bezeichnen, weil darin das \u00fcble Spiel des linken Fl\u00fcgels des ANC und der COSATU unterbelichtet bleibt und vermieden wird, diesen als Politik der Neuen Bourgeoisie der sog. \u201aDritten Welt\u2018 (heute: \u201aSchwellenl\u00e4nder\u2018) zu entlarven, die sich bei genauerer Betrachtung als weitaus gef\u00e4hrlicher und reaktion\u00e4rer herausstellen k\u00f6nnte als diejenige der \u201aalten\u2018 Bourgeoise (die gelernt hat, vierh\u00e4ndig Klavier zu spielen). Dieser \u201alinke\u2018 \u00d6konomismus, der davon absieht politisch beim Namen zu nennen, da\u00df Demagogen vom Typ Mugabe f\u00fcr den Klassenkampf weitaus sch\u00e4dlicher und gef\u00e4hrlicher sind als alle rechten Beschwichtigungspolitiker zusammen, wird nicht nur der politischen Situation in S-Afrika nicht gerecht; er ist auch \u00e4u\u00dferst kontraproduktiv, um jene Demagogen aufs Korn zu nehmen, die die Arbeiter durch radikal klingende Parolen aufputschen, und sich hinter ihrem R\u00fccken nicht nur von den Gewerkschaftsgroschen, sondern den Tantiemen der Bergbaumultis die Taschen f\u00fcllen. Das wird einem deutschen Linken aber wohl niemals einleuchten.<\/P> <P> \u00dcber diesen Schatten scheint auch GdS nicht springen zu k\u00f6nnen (oder zu wollen) trotz vereinzelt auftretenden vern\u00fcnftigen politischen Einsichten, worin sie sich vom linken Mainstream unterscheidet (siehe z.B. Seite 2: <B>\u00bbDas hat die Geschichte des Niedergangs der ehemals sozialistischen Staaten gezeigt\u00ab<\/B> oder ihre berechtige Kritik an den 99% und an der \u201aArbeiteraristokratie\u2018). Solche \u201aSchwalben, die noch keinen Sommer machen\u2018, \u00e4ndern aber leider nichts an der gesamten politischen Ausrichtung, die einer grunds\u00e4tzlichen Kritik zu unterziehen w\u00e4re. Allerdings habe ich gro\u00dfe Zweifel, ob mir dabei \u00fcberhaupt jemand zuh\u00f6ren w\u00fcrde. Dies betr\u00e4fe vor allem die strategische Unterscheidung zwischen dem rechten und dem linken Faschismus, und der taktischen Bestimmung des einen und\/oder des anderen als \u201aHauptfeind\u2018 des Proletariats. Die Bek\u00e4mpfung des \u201alinken\u2018 Faschismus vom Boden des rechten (Pro NRW usw.) ist nicht weniger reaktion\u00e4r als die Bek\u00e4mpfung des rechten Faschismus vom Boden des \u201alinken\u2018 (wohin GdS mit ihrem toleranten Verh\u00e4ltnis zum Islamismus s.o. tendiert).<\/P> <P> Durch die Weltwirtschaftskrise wird eine Kl\u00e4rung dieses Verh\u00e4ltnisses erzwungen. Dann wird GdS sich entscheiden m\u00fcssen, ob sie Teil der L\u00f6sung oder des Problems sein wird. Austragungsort f\u00fcr diese Entscheidung ist heute der Nahe Osten und dort gegenw\u00e4rtig Syrien, wo China, Ru\u00dfland, Iran und das Assad-Regime mit dem Westen und Saudi-Arabien um die Oberherrschaft ringen. (vgl. BLogbuch 1 2012) Die L\u00f6sung der Weltwirtschaftskrise zugunsten der einen oder anderen Bourgeoisie, wird entweder auf dem Wege Roosevelts und Churchills oder Hitlers und Stalins erfolgen. Die Rooseveltsche L\u00f6sung bedeutet, wie an der Euro-Krise sichtbar wird, die Verstaatlichung der Linken durch die Aufnahme von linker Programmatik in die Politik des Kapitals. Nach ihrer Verstaatlichung wird sich die Linke noch weniger in der Lage erweisen, die elementaren Gemeinsamkeiten in der \u201aHitlerschen und Stalinschen\u2018 L\u00f6sung richtig einzusch\u00e4tzen, um ausgehend davon ihre Taktik im Kampf gegen die vierh\u00e4ndig spielende Bourgeoise konkret zu bestimmen und beide Varianten mit der jeweils geeigneten Taktik zu bek\u00e4mpfen. (vgl. in der FAZ vom 13.11.: Ein Syriza-Abgeordneter drohte den Bef\u00fcrwortern der Regierungspolitik das gleiche Schicksal wie dem amerikanischen Botschafter in Libyen an, w\u00e4hrend die \u201aGoldene Morgenr\u00f6te\u2018 nach ihrer Machtergreifung die verr\u00e4terischen Abgeordneten vor ein Tribunal stellen will.[2])<\/P> <P> Dazu geh\u00f6rt auch die von der alten und Neuen Bourgeoisie momentan durchgef\u00fchrte Kampagne gegen den \u201aRechtsextremismus\u2018, worin <I>Die Linke<\/I> mit allen Mitteln versucht, die Gemeinsamkeiten zwischen dem Stasi-Staat und dem NS-Staat zu verwischen, um sich selbst dabei als die vern\u00fcnftigere Stasi-Partei zu profilieren. Um die Demagogie und Gef\u00e4hrlichkeit dieses Spiels beider Seiten zu durchschauen, davon ist der \u201alinke\u2018 \u00d6konomismus von GdS, einschlie\u00dflich ihrer \u201alinken\u2018 Kritik an <I>attac<\/I> meilenwert entfernt. Ob die GdS-Autoren bereit sind, diese Diskussion fortzusetzen, werde ich daran erkennen, ob mir weiterhin Ausgaben von GdS zugeschickt werden oder nicht. Letzteres w\u00e4re, zumindest von meiner Seite aus betrachtet, h\u00f6chst bedauerlich, aber gegebenenfalls zu verschmerzen.<\/P> <P> Mit solidarischen Gr\u00fc\u00dfen<\/P> <P> Ulrich Knaudt<\/P> <P> [1] Gegen die Str\u00f6mung: <I><B>Revolution\u00e4re Positionen contra staatstragenden Attac-Reformismus<\/B><\/I> (Mai 2012).<br \/> [2] FAZ 13.11.2011 <B>Auszahlung weiterer Milliarden an Griechenland r\u00fcckt n\u00e4her.<\/B> <B>\u00bbEin Syriza-Abgeordneter stellte den Unterst\u00fctzern der Reformpolitik die Anklage vor einem \u201eSondertribunal\u201c in Aussicht und deutete an, ihnen drohe das Schicksal des (von einem islamistischen Mob ermordeten) ehemaligen amerikanischen Botschafters in Libyen. \u00c4hnlich hatte vor kurzem schon die rechtsextreme \u201eGoldene Morgenr\u00f6te\u201c gedroht, im Falle einer Machtergreifung werde man ein Tribunal zur Anklage \u201everr\u00e4terischer\u201c einheimischer Politiker einrichten. Syriza ist in Umfragen seit Wochen st\u00e4rkste, die \u201eMorgenr\u00f6te\u201c drittst\u00e4rkste politische Kraft des Landes.\u00ab<\/B><\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P > <B>Ulrich Knaudt an P.T. <\/B>(17.11.2012)<br \/>Betreff: SYRIEN-VERANSTALTUNG[1]<\/P> <P> Der Vortrag war gemessen daran, was auf diesem Gebiet sonst so geboten wird, sehr gut. Dem Flyer entnehme ich, da\u00df Erik Mohns am Zentrum f\u00fcr Nahoststudien in D\u00e4nemark t\u00e4tig ist. Das Wichtigste in seinem Lebenslauf, da\u00df er zwei Jahre lang Dozent an der Uni von Damaskus war. Realistische Einsch\u00e4tzung der Lage in Syrien ohne vordergr\u00fcndige Ideologie. Ich vermute mal, sein eigentliches Thema ist Aufstandsbek\u00e4mpfung, und die studiert er anhand dieser Auseinandersetzung, eine Art Studium einer Operation am offenen Herzen. Positiv fiel mir auf: er h\u00e4lt nichts von Todenh\u00f6fer und auch nichts davon, einen Zusammenhang zwischen der syrischen Revolution und der Occupy-Bewegung herzustellen. Da h\u00e4lt er sich raus. Auch den vom asta verwendete Begriff &#8218;Arabischer Winter&#8216; h\u00e4lt er f\u00fcr nicht zutreffend. Nach jedem Fr\u00fchling komme nun mal der Winter. Das sei normal.<\/P> <P>Referat:<\/P> <P>1. Ablauf der arabischen Revolution<\/P> <P>2. Strukturelle (ich w\u00fcrde sagen gesellschaftliche) Ursachen des syrischen Aufstands<\/P> <P>3. Konfliktpunkte zwischen den verschiedenen Fraktionen<\/P> <P>4. Entwicklungsszenarien<\/P> <P>5. Warum wurde das Regime noch nicht gest\u00fcrzt?<\/P> <P>zu 1. An der arabischen Revolution in Nordafrika haben alle Schichten der Bev\u00f6lkerung teilgenommen. Facebook-Revolution ist oberfl\u00e4chlich. Was alle verbindet: Gerechtigkeit, Freiheit, W\u00fcrde, Respekt. Gemeinsam wird eine Reform des Staatswesens gefordert und die Erringung eines zivilen status f\u00fcr jeden einzelnen (Staatsb\u00fcrgerschaft). Die typischen Zuschreibungen von seiten der Konterrevolution: Agenten des Westens, Djihadisten. Aber die Djihadisten seien pleite (na ja&#8230;).<\/P> <P>zu 2. Hauptursache f\u00fcr die Revolution in Syrien: gescheiterte Transformation, \u00f6konomischer Niedergang seit Jahren. Subventions- und Ausgabenk\u00fcrzungen, Landflucht, Konflikt Stadt-Land, wo korrupte Gouverneure herrschen. Hauptleidtragende: l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung, Mittelschichten. Daher Zentren des Aufstands in mittleren St\u00e4dten und den Vororten von Damaskus etc. Wichtig: Versuche, wie in Kairo den zentralen Platz der gro\u00dfen St\u00e4dte zu besetzen, werden unter Maschinengewehrfeuer auseinandergejagt. Daher bleiben die Demonstrationen regional begrenzt, dort werden sie von Scharfsch\u00fctzen zusammengeschossen, dagegen formiert sich der bewaffnete Widerstand. Ziel ist der Sturz des Regimes. Die Militarisierung der Bewegung wird durch Deserteure vorangetrieben. Der Referent sieht folgende Eskalationsstufen:<\/P> <P>\u2013 Bis August 2011: Eine Kombination von Konzessionen (Wahlen, Verfassung usw.) und Repression (Scharfsch\u00fctzen).<\/P> <P>\u2013 Bis Januar 2012: Dominanz der Sicherheitsapparate und Schl\u00e4gertrupps.<\/P> <P>\u2013 Bis November 2012: Rein milit\u00e4rische L\u00f6sung.<\/P> <P>Die milit\u00e4rische L\u00f6sung zeichnet sich aus durch<\/P> <P>a. Politik der verbrannten Erde und Propaganda gegen &#8218;Ausl\u00e4nder&#8216;, &#8218;Terroristen&#8216;, &#8218;Djihadisten&#8216;.<\/P> <P>b. Der Einsatz der Armee erzeugt: Tote, Verletzte, Vertriebene. Die Armee ist eher ein Netzwerk von bewaffneten Milizen, mit dem Pr\u00e4sidenten als Bandenchef.<\/P> <P>c. Politik der verbrannten Erde durch Angriffe vornehmlich auf Kleinst\u00e4dte, die s.o. vom Widerstand erobert wurden. Das Milit\u00e4r verh\u00e4lt sich wie eine Besatzungsarmee. Hauptziel ist die Entv\u00f6lkerung ganzer Gebiete.<\/P> <P>Die Todesrate sei inzwischen h\u00f6her als im Irak-Krieg.<\/P> <P>zu 3. Die Kr\u00e4fte gegen das Regime setzen sich zusammen aus<\/P> <P>\u2013 der &#8218;zivilgesellschaftlichen&#8216; Bewegung: der Stra\u00dfe, die sich in Netzwerken organisiert.<\/P> <P>\u2013 der politischen Opposition, die aus unbewaffneten politischen Dissidenten besteht (siehe BL[ogbuch] 1-2012: das, was das N[eue]D[eutschland] unter syrischer Opposition versteht), spielt keine besondere Rolle.<\/P> <P>\u2013 dem bewaffneten Widerstand<\/P> <P>Zwischen diesen Kr\u00e4ften nennt der Referent folgende Konfliktpunkte:<\/P> <P>\u2013 Verhandlungsbereitschaft mit dem Regime ja oder nein?<\/P> <P>\u2013 Militarisierung des Aufstands ja oder nein?<\/P> <P>\u2013 Bef\u00fcrwortung der Sanktionen?<\/P> <P>\u2013 Ausl\u00e4ndische Intervention?<\/P> <P>Der bewaffnete Widerstand besteht aus:<\/P> <P>\u2013 Der freien Syrischen Armee = Dachverband der lokalen bewaffneten Gruppen an der Peripherie; sie ist der professionellen Armee zahlenm\u00e4\u00dfig unterlegen, erh\u00e4lt keine systematische Bewaffnung, sondern die Gruppen versorgen sich individuell aus verschiedenen Quellen. Der Westen, speziell die USA, halten sich noch zur\u00fcck, weil sie verhindern wollen (siehe Afghanistan), da\u00df die Stinger-Raketen den Islamisten in die H\u00e4nde fallen.<\/P> <P>\u2013 einer Guerillabewegung auf dem flachen Land<\/P> <P>\u2013 einer Untergrundarmee, die ganze Stadtteile besetzt hat und dort das \u00dcberleben der Zivilbev\u00f6lkerung organisiert.<\/P> <P>Was den Islamismus angeht, ist der Referent skeptisch. Es f\u00e4nde zwar eine gezielte Rekrutierung von Sunniten statt, es handle sich in Syrien aber um keine sunnitisierte Revolte.<\/P> <P>Zu 4. Der Referent unterscheidet zwischen verschiedenen Szenarien der Weiterentwicklung der Auseinandersetzung:<\/P> <P>\u2013 Die Gewinnung von alawitischen F\u00fchrungskr\u00e4ften f\u00fcr einen Putsch (decaptivation)<\/P> <P>\u2013 Die somalische L\u00f6sung (das Auseinanderbrechen des syrischen Staates)<\/P> <P>\u2013 Die jemenitische L\u00f6sung (scheinbare Machtteilung, die in Wirklichkeit alles beim Alten l\u00e4\u00dft)<\/P> <P>\u2013 Regionale Vorherrschaft durch das Regime (kurdische Gebiete haben sich bereits separiert)<\/P> <P>zu 5. Insgesamt bescheinigt er diesem Regime eine hohe Lernf\u00e4higkeit, die es bisher bewiesen habe, was z.B. an der Verhinderung der Besetzung von symbolisch wichtigen R\u00e4umen sichtbar wurde. Es wei\u00df, da\u00df es nicht so einfach gest\u00fcrzt werden kann. Eine ausl\u00e4ndische Intervention ist \u00e4u\u00dferst kostspielig; wenn, dann m\u00fc\u00dften dabei vor allem die 10 bis 15 Flugh\u00e4fen ausgeschaltet werden. Das Hauptproblem mit den Djihadisten bestehe darin, da\u00df Selbstmordanschl\u00e4ge hoch effektiv im Vergleich zu konventionellen Angriffen sind und da\u00df diese daraus ihre Prestige ableiten und auf Dauer an Einflu\u00df gewinnen k\u00f6nnten.<\/P> <P>Soweit der Vortrag.<\/P> <P>Er enth\u00e4lt eine realistische Einsch\u00e4tzung, was ihm mangelt, ist die Weltpolitik, die man sich dazu denken mu\u00df.<\/P> <P>Die ausw\u00e4rtigen M\u00e4chte, die Einflu\u00df nehmen, bleiben au\u00dfen vor. Das w\u00e4re vielleicht auch ein anderes Thema, das in diesen akademischen Kreisen deplaziert w\u00e4re. Ich denke nat\u00fcrlich als erstes an die Rolle Chinas in der ganzen Angelegenheit, von Ru\u00dfland, Iran, Israel einmal abgesehen. Preisfrage: Will (und soll) Hamas durch Raketen in Gaza, Assad in Syrien aus der Patsche helfen? usw. usf.<\/P> <P>Soweit erst mal dieser Vortrag. Ein winziger Lichtblick in dem \u00fcblichen Grau in Grau.<\/P> <P>[&#8230;]<\/P> <P> U.<\/P> <P> [1] <B>AstA derRuhr-Uni Bochum: Arabischer Winter<\/B> (15.11.2012). <\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>H.B.<\/B> <B>an Ulrich Knaudt <\/B>(22.11.2012)<\/P> <P> Danke, <\/P> <P>lieber Ulrich, f\u00fcr Deine Zeilen [&#8230;]<\/P> <P>Wir hatten ja auch schon mal einen gewissen Bruch zwischen uns \u2013 von Deiner, nicht von meiner Seite aus, da ich Deine Arbeit, wie Du wissen m\u00fcsstest, Dich, au\u00dferordentlich sch\u00e4tze, f\u00fcr wichtig halte. In gewisser Hinsicht geht es mir mit D.[ieter] W.[olf]&#8217;s Arbeiten ebenso, angefangen schon, insbesondere mit seiner Arbeit zu &quot;Hegel und Marx, Zur Bewegungsstruktur des abs. Geistes und des Kapitals&quot; v. 1979 &#8230;<\/P> <P>&quot;Das Konkurrenzverhalten &#8230; des Kleinb\u00fcrgers&quot; sitzt tiefer als wirdenken \u2013 wer frei davon sich w\u00e4hnt, &#8218;der werfe den ersten Stein!&#8216; \u2013 ist also eigentlich gar nichts Kapitalismustypisches und ich denke weit zur\u00fcckreichender als die sog. Wert-\/Waren-Logik selber, insofern Existenzbehauptung bzw. Anerkennung auf Kosten anderer nicht nur erst seit Menschengedenken, sondern schon im Tierreich (vielleicht auch schon im Pflanzennebeneinander oder wom\u00f6glich der Entwicklung zellularen Lebens \u00fcberhaupt eigen?) Gang und G\u00e4be ist. Im Kapitalismus, angesichts dessen allseitiger Produktivkr\u00e4fteentwicklung, erreicht Konkurrenz wohl ihren&quot;Kulminationspunkt&quot; (ein Marx-Gedanke). <\/P> <P>Wir erleben uns im\/als Mittelpunkt der Welt. Wie f\u00fcr das Tier die Welt schlicht &quot;Umwelt&quot;, so ebenso noch immer f\u00fcr das Tier Mensch. Insofern, f\u00e4llt mir gerade auch auf, sind die Marxschen Ph[ilosophisch-]\u00d6k[konomischen]M[anuskripte] wissenschaftlicher und zugleich m e n s c h l i c h e r Durchbruch (Abgrenzung von Tier, Kritik der Entfremdungsbedingungen vom Boden der m e n s c h l i c h e n (Gattungs-) Potentialit\u00e4t aus).<\/P> <P>[&#8230;]<\/P> <P>Ungeachtet dessen gehen mir unsere Besprechungspunkte weiter durch den Kopf, ohnehin wohl t\u00e4glich die, die mit den &quot;zwei Arten von Widerspr\u00fcchen&quot; zu tun haben. Einige Zitate muss ich Dir noch nachreichen (stehen in Zusammenhang mit Dieter [Wolf] und Heiner [Harbach], \u00fcber die ich demn\u00e4chst wieder sitzen werde).<\/P> <P>Ich r\u00fchr mich wieder,[&#8230;] bis bald, <\/P> <P>[\u2026].<\/P> <P>Mit herzlichen Gru\u00df<\/P> <P>H.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(25.11.2012)<br \/>Betreff: BELLUM OMNIUM<\/P> <P> Lieber H., Thomas Hobbes verlegt in der Tat den bellum omnium contra omnes in eine vorzivilisatorische, tierische Epoche der Menschheitsentwicklung. So weit will ich nicht gehen. Daher einigen wir uns auf den &quot;Kulminationspunkt&quot;. Die Gattungsgeschichte l\u00e4\u00dft sich, wie wir wissen, erst mit Kenntnis der &quot;Anatomie des Menschen&quot; wissenschaftlich erkl\u00e4ren. Diese Marxsche Dialektik, deren Ahnung auch Tschernyschewski besitzt (Die Zusp\u00e4tgekommenen machen sich nach der Zerschlagung der von ihren Vorl\u00e4ufern \u00fcbrig gelassenen Knochen \u00fcber das K\u00f6stlichste, das Knochenmark her \u2013 sie belohnt das Leben und bestraft es (siehe Gorbi) nicht etwa), fehlt mir in Deiner Herleitung der Konkurrenz. Ist aber nicht so wichtig.<\/P> <P>Zu D.[ieter]W.[olf]: ich bin mit ihm pers\u00f6nlich trotz unserer theoretischen Kriegs- (polemos) Zustands immer gut klargekommen, und es gibt durchaus gewisse Sympathien. Mit wem ich \u00fcberhaupt nicht klar komme, ist sein Schildknappe \u2013 <\/P> <P>[\u2026] Ich lese grade ein nicht ganz dummes Buch \u00fcber China, obwohl sehr popul\u00e4r geschrieben. Dort geht es auch um die Vergiftung der Luft und der Gew\u00e4sser und dabei l\u00e4\u00dft sich beobachten, da\u00df die Vergiftung des Leitungswassers erst in dem Augenblick zum &#8218;Umwelt&#8216;-Problem wird, da die middle class in Beijing merkt, da\u00df auch sie von den Folgen des Raubbaus an der Natur mittelbar betroffen ist. Erst in dem Moment wird dieser zu einer &#8218;Umweltfrage&#8216;. Da\u00df die Ausbeutung des Menschen und der Natur ausschlie\u00dflich Folge der Kapitalverwertung ist und diese als der dem zugrunde liegende Widerspruch unmittelbar wirksam ist, darauf kommt die middle class weder in China noch in Deutschland. Oder besser, darauf will sie erst gar nicht kommen (sonst d\u00e4chte sie nicht mehr wie die middle class!).<\/P> <P>[&#8230;] Denn wie sich nicht verleugnen l\u00e4\u00dft, ist das Kyoto-Protokoll, \u00fcber das in den n\u00e4chsten Tagen neu verhandelt werden soll, eigentlich und in Wahrheit fester Bestandteil der Rettungsversuche des Kapitals vor den Folgen der Weltwirtschaftskrise, eine moderne Variante des NEW DEAL der 30iger Jahre&#8230;<\/P> <P>In der &#8218;Neuen Rheinischen Zeitung&#8216; gibt es Passagen, worin sich Marx und Engels zum revolution\u00e4re[n] Terrorismus bekennen. Das ist der revolution\u00e4re Terrorismus der Jakobiner. Im Kampf der beiden Extreme revolution\u00e4re Demokratie vs. Feudalm\u00e4chte kann nur die eine \u00fcber die [andere] Seite dominieren. Der beidem zugrunde liegende Widerspruch ist die Klassengesellschaft in dieser oder jener Form. Wenn also der zugrunde liegende W[ider]S[spruch] nicht gel\u00f6st werden kann (von sich aus kann er das nicht), dann ist auch nur ein Wechsel in der jeweiligen Form der Klassengesellschaft m\u00f6glich. Im Unterschied dazu enth\u00e4lt der Klassenkampf des Proletariats mit der Bourgeoisie zwar auch dieses terroristische Moment (Lenin), aber zugleich das Moment der Aufhebung der Zwangsl\u00e4ufigkeit in der wechselseitigen Vernichtung der Extreme, d.h. im Kommunismus. Jetzt ist mir auch klar geworden, warum in den Debatten \u00fcber das &#8218;Staatsrecht&#8216; diese Passage so wichtig gewesen zu sein scheint: weil die ML-Bewegung in dem Antagonismus der Extreme stecken geblieben ist, was auch in dem Text von Colletti zum Ausdruck kommt. Ohne Aufhebung des Widerspruchs und mit dem Steckenbleiben im Antagonismus der Extreme wird dieser schlie\u00dflich so abstrakt, da\u00df man sich, wenn man ihn nicht wie Stalin statt ihn aufzuheben, terroristisch l\u00f6st, sich nach Ersatzl\u00f6sungen umschauen mu\u00df. Und siehe da, eine davon ist die \u00d6kologie, eine andere die Frauenfrage usw. usf. &#8230;<\/P> <P>\u00dcbrigens Dein Ratzinger ist ein Hegelianer. In seinem dritten Jesus-Buch stellt er laut FAZ die These auf, da\u00df Gott (der Weltgeist) sich nicht nur in den Dingen materialisiert hat (Spinoza), sondern die eigene Vermenschlichung in Gestalt des Christus braucht, um seine Distanz zu den Menschen zu reduzieren und sich durch den Akt der Opferung seines Sohnes (Jungfrauengeburt; bei Zeus war immerhin noch die Entjungferung im Spiel) selbst zu verwirklichen und zu sich selbst zu finden. Ist nun Ratzinger ein Hegelianer oder war Hegel ein Ratzinger?<\/P> <P>Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/P> <P>[&#8230;]<\/P> <P> U.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an H.B. <\/B>(27.11.2012)<br \/>Betreff: DIE SOG. URSPR\u00dcNGLICHE AKKUMULATION<\/P> <P> Lieber H., [&#8230;]<\/P> <P>\u2013 Sobald ich mit den Arbeiten f\u00fcr meine home page fertig bin, werde ich mir meine Exzerpte zu Colletti noch einmal vorkn\u00f6pfen und mir dazu abschlie\u00dfend was \u00fcberlegen. Der ganze ML ist niemals \u00fcber die &#8218;Hauptseite&#8216; von was auch immer und die &#8218;Ebenen&#8216;, von oder zu denen sich der linke [Dis]Kurs hinauf- und hinabschleppt, hinausgekommen. Wie bescheuert und armselig zugleich.<\/P> <P>\u2013 Wenn ich mich f\u00fcr die D.[ieter]W.[olf]-Kritik (als Paper ohne Vortrag) entscheide, bedeutet das, da\u00df ich den Vortrag \u00fcber Marx und Narodniki nicht halten werde. [&#8230;]<\/P> <P>\u2013 Vordringlich w\u00e4re dann in pM Rosdolsky zur N[]ationalenF.[rage].[1] Da er ein S\u00e4ulenheiliger der Neuen Marx-Lekt\u00fcre ist, g\u00e4be es eine ordentliche Staubwolke.<\/P> <P>Unsere Debatte hat mich wieder ordentlich aufs Fahrrad gebracht.<\/P> <P> Viele Gr\u00fc\u00dfe U.<\/P> <P> [1]<B> Roman Rosdolsky: <\/B><I><B>Zur nationalen Frage<\/B><\/I><B>. Friedrich Engels und die geschichtslosen V\u00f6lker<\/B>, Berlin 1979.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an <\/B><B>P.T.<\/B> (02.12.2012)<\/P> <P> [\u2026] Ich lese gerade von F. Sieren: Angst vor China. Er schreibt einen schlechten SPIEGEL-Stil, verwendet aber Quellen, die interessant sind. Vor allem ist mir anhand meiner eigenen intensiven Zeitungslekt\u00fcre deutlich geworden, wie eng China inzwischen mit der Weltwirtschaftskrise verquickt ist und da\u00df die deutsche Au\u00dfenpolitik dem voll rechnung tr\u00e4gt. [&#8230;]<\/P> <P>Rein \u00f6konomisch betrachtet scheinen beide Weltm\u00e4chte (der S\u00fcd-Ost-Block und der Westen), gerade was China betrifft, \u00f6konomisch wie siamesische Zwillinge miteinander verwachsen zu sein, woraus sie sich eines Tages nur gewaltsam befreien k\u00f6nnen, um nicht gemeinsam unterzugehen&#8230;<\/P> <P>Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/P> <P LANG=\"en-US\"> U.<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>H.B.<\/B> <B>an Ulrich Knaudt <\/B>(25.12.2012)<br \/>Betreff: Nachtrag<\/P> <P> Ulrich,<\/P> <P>schau doch noch mal bei Coletti rein&nbsp;[1] S.&nbsp;8 bis 12, z.B.<\/P> <P>\u201eDie Dinge, die Gegenst\u00e4nde, die Sachverhalte sind immer positiv, d.h. existent und real.\u201c<\/P> <P>Und mir kommt\u2019s insbesondere auch auf den Unterschied zwischen \u201eGegensatz\u201c und \u201eGegenverh\u00e4ltnis\u201c an, sprich i. S. v. \u201emenschliches\u201c\/\u201cnicht\u201c bzw. \u201eunmenschliches Wesen\u201c, \u201ePol\u201c\/\u201cNichtpol\u201c, siehe S. 293,[2]<br \/> entspricht Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, Herrschaft des Menschen \u00fcber den Menschen\/Nicht-Ausb., -Herrschaft = gleich \u201ewirklicher Gegensatz\u201c S. 292, beruhend auf unvereinbaren, unvermittelbaren \u201eGegens\u00e4tzen\u201c gleich unvereinbarer, unvermittelbarer \u201eGegenverh\u00e4ltnisse\u201c ! (Weg des Kommunismus = gleich \u201emenschliches\u201c = gleich kommunit\u00e4res, kommunistisches (\u201eGegen\u201c-) \u201eVerh\u00e4ltnis\u201c gegen\u00fcber schlechthin (!) allen anderen Herrschafts- und Ausbeutungsverh\u00e4ltnissen, <I>der<\/I> Widerspruch, <I>der<\/I> Gegensatz \u00fcberhaupt(!))<\/P> <P>Auf die Schnelle Gute Nacht<\/P> <P> [1] <B>Lucio Colletti: <\/B><I><B>Marxismus und Dialektik<\/B><\/I>, Frankfurt M. Berlin. Wien 1977. <br \/> [2] <B>Karl Marx: <\/B><I><B>Zur Kritik des Hegelschen Staatsrechts<\/B><\/I>, MEW 1 (203-333).<\/P> <\/p>\n<hr>\n<p> <P> <B>Ulrich Knaudt an <\/B>(27.12.2012)<br \/>Betreff: NACHTRAG<\/P> <P> Lieber H., <\/P> <P> [&#8230;]<\/P> <P>Wenn ich meine Exzerpte zum Staatsrecht und zu Colletti noch einmal durchgearbeitet habe, werde ich das, was ich [&#8230;] nur andeutungsweise r\u00fcbergebracht habe, auf den Punkt bringen.<\/P> <P>By the way, seitdem ich die Marxsche Kritik am Staatsrecht noch einmal durchgearbeitet habe, ist mir einiges zur Hegelschen Dialektik und besonders zu seinen Kategorien klarer geworden.<\/P> <P>Aber dazu dann im Zusammenhang.<\/P> <P>[&#8230;]<\/P> <P> U.<\/P> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reaktionen auf die partei Marx aus dem Jahr 2012.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1476"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1476"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1476\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1476"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1476"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}