{"id":1284,"date":"2011-11-01T17:43:47","date_gmt":"2011-11-01T15:43:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1284"},"modified":"2012-04-30T21:57:56","modified_gmt":"2012-04-30T19:57:56","slug":"reaktionen-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1284","title":{"rendered":"Reaktionen (2011)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?cat=14\">zur\u00fcck zur \u00dcbersicht Reaktionen<\/a><\/p>\n<p><strong>Die an dieser Stelle wiedergegebenen feedbacks zum Projekt  Partei Marx haben im Augenblick nur archivalischen Wert, da die eingangs  ge\u00e4u\u00dferte Faszination an demselben, bis auf die nachstehend  dokumentierten Ausnahmen, fast auf Null gesunken ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Daher verweisen wir auf die REFLEXIONEN, KRITIK und DEBATTE,  worin wir uns mit unseren Kritikern und Autoren kritisch  auseinandersetzen, die zu der Thematik, mit der wir uns zu besch\u00e4ftigen  haben, in, wie wir meinen, besonderer Weise hervorgetreten sind.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zu Dokumentationszwecken wurden einige Briefe aus der Zeit vor 2001 aufgenommen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der letzten Zeit (seit dem Fr\u00fchjahr 2007) haben die  REAKTIONEN den einseitigen Charakter einer Art \u201aFlaschenpost\u2019  angenommen, die, so ist zu hoffen, wieder einem regeren  Meinungsaustausch Platz machen wird.<\/strong><\/p>\n<p>[Korrekturen sinnentstellender Fehler sowie K\u00fcrzungen werden in  eckige Klammern gesetzt und folgen der klassischen Deutschen  Rechtschreibung.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/pM-1204-REAKTIONEN-2011.pdf\">Dieser Text ist auch als PDF-Datei verf\u00fcgbar<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich  Knaudt an H.B.<\/strong> (22.01.2011)<\/p>\n<p>Betreff: BLogbuch 3 2010<\/p>\n<p>\n    Lieber H., gerade eben habe ich die letzte Ausgabe des BLogbuchs f\u00fcr das Jahr  2010 ins Netz gestellt.[1] Die Lokomotive der Weltgeschichte hat manchmal  Versp\u00e4tung, weil der Heizer zu viele Jobs zur gleichen Zeit erledigen mu&szlig;&#8230;  Wenn Du auch wenig Zeit hast und der Text auch keine Gute-Nacht-Lekt\u00fcre ist,  w\u00fcrde ich ihn Dir empfehlen, [&#8230;] gerade was den Antifa angeht, der darin in  einem etwas anderen Licht erscheint. Nach dem Vortrag [2], den ich jetzt unter  Volldampf vorbereite (dieses Textmonster hat mich viel Zeit und Nerven  gekostet!), werde ich eine 2. Auflage machen, in der dann bestimmte technische  M\u00e4ngel verschwunden sein werden. Inhaltlich steht der Text. Besonders fachliche  Ratschl\u00e4ge sind willkommen.<\/p>\n<p>[&#8230;] Sehr wichtig  war f\u00fcr mich der Kongre&szlig; von Anfang Dezember, von dem ich Dir ausf\u00fchrlich  berichtet habe, durch den ich einen sinnlichen Eindruck vom momentanen Zustand  bestimmter Teile der Linken erhalten habe. [3]<\/p>\n<p>[&#8230;]<br \/>\n    Herzliche Gr\u00fc&szlig;e<\/p>\n<p>Ulrich<\/p>\n<p>\n    [1] <strong>BLogbuch 3 2010<\/strong>.<br \/>\n    [2]<strong> DEBATTE 4<\/strong> <strong>Das Marxsche Kapital und die Marxsche Parteilichkeit  &#8211; Marx, Engels, Lenin und ihre Auseinandersetzung mit Nikolai-on, die  Narodniki\/Volkst\u00fcmler und die Revolution in Ru&szlig;land.<\/strong><br \/>\n    [3] <strong>REAKTIONEN 2010<\/strong><strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(04.12.2010) ff.<\/p>\n<p>\n  <strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>  Ulrich Knaudt an H.B.<\/strong> (14.02.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: WARE UND  SOZIALISMUS<\/p>\n<p>\n    Nachtrag: beim Nachschlagen eines Zitats stie&szlig; ich bei <strong>Roman Rosdolsky<\/strong> (<strong>Zur  Entstehungsgeschichte des Marxschen Kapital<\/strong>) auf das 28. Kapitel: <strong>\u00bbDie  historische Schranke des Wertgesetzes. Marx \u00fcber die sozialistische  Gesellschaftsordnung 3. Das Absterben des Wertgesetzes im Sozialismus.\u00ab<\/strong> Es  enth\u00e4lt eine Menge Hinweise und Zitate. Allerdings bleibt die Frage des  Wertgesetzes im Sozialismus in Gestalt der S[owjet]U[nion] (bezeichnenderweise)  ausgeklammert. Als einziges ein Hinweis auf Preobra&#382;enskij &#8210; ausgerechnet! [1] Aber vielleicht  auch typisch f\u00fcr den Zustand dieser Debatte bis heute.<\/p>\n<p>Gru&szlig; Ulli<\/p>\n<p>[1] Vgl. <strong>DEBATTE 3  Wertgesetz und Sozialismus<\/strong>.<\/p>\n<p>\n  <strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <\/strong><\/p>\n<p>  <strong>Ulrich Knaudt an H.B.<\/strong> (22.03.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: H\u00d6HLENPLAN<\/p>\n<p>\n    Lieber  H., ich vermute, Du bist gut nach hause gekommen&#8230;<\/p>\n<p>Anbei schicke ich Dir,  wie gew\u00fcnscht, den H\u00f6hlenplan. Um ein gr\u00fcndliches Res\u00fcmee zu ziehen, bin ich  etwas zu m\u00fcde. Auf jeden Fall ist mir klar geworden, da&szlig; in dieser ganzen  Debatte \u00fcber die Drei Ersten Kapitel [von KAP I], die Passage aus dem  Staatsrecht,[1] die Du zitiert hast, des R\u00e4tsels L\u00f6sung ist, um die Probleme,  die sich D.W[olf]. und H.G.B[ackhaus]. auf je verschiedene Weise machen, sich  in Luft aufl\u00f6sen zu lassen&#8230;<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>Tsch\u00fc&szlig; Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] <strong>Karl Marx: <i>Zur Kritik des Hegelschen Staatsrechts<\/i><\/strong> MEW 1 (203-333),  295,296:<br \/>\n  <b>\u00bbHegels Hauptfehler besteht darin, da&szlig; er <i>den Widerspruch der  Erscheinung <\/i>als<i> Einheit im<\/i> <i>Wesen<\/i>, <i>in der Idee<\/i> fa&szlig;t,  w\u00e4hrend er allerdings ein Tieferes zu seinem Wesen hat, n\u00e4mlich einen <i>wesentlichen  Widerspruch<\/i>, wie hier z.B. der Widerspruch der gesetzgebenden Gewalt in  sich selbst nur der Widerspruch des politischen Staats, also auch der  b\u00fcrgerlichen Gesellschaft mit sich selbst ist.\u00ab<\/p>\n<p>  <\/b><br \/>\n  <u>Anhang:<\/u><\/p>\n<p>  <b>H\u00f6hlenplan<\/b>\n  <\/p>\n<p>Bei dem vorliegenden Text handelt es sich eigentlich eher um  eine Einf\u00fchrung in ein gro&szlig;es Thema, das zun\u00e4chst aus der Vogelperspektive  dargestellt wird, w\u00e4hrend gleichzeitig zu wichtigen Punkten eine Sonde  herabgelassen wird, um die Gegend n\u00e4her zu erkunden. Im Mittelpunkt meines  Erkundungsprojekts steht die Kontroverse zwischen der \u201aPartei Marx\u2018 und den  \u201aMarxisten\u2018, die bis heute andauert und sp\u00e4testens seit Beginn des vorigen  Jahrhunderts von den \u201aMarxisten\u2018 dominiert wird. Weil dem so ist, kann der  Ausgangspunkt, von dem ausgehend die Position der \u201aPartei Marx\u2018 inhaltlich und  historisch zu bestimmen ist, nur grob zu fixiert werden. Das wird in dem  vorliegenden Text versucht.<\/p>\n<p>Wer sich der Tortur unterzogen hat, diesen Text zu lesen,  wird feststellen, da&szlig; auch dieser wie meine fr\u00fcheren Texte um das gleiche Thema  kreist: Die Sassulitsch-Briefe [1] und der Marxsche Kommunismus im Vergleich  mit dem seit 1917 praktizierten Sozialismus, der sich auf den Marxschen  Kommunismus berufen hat. Es ist mit diesem Text wie mit der Betrachtung der  Mona Lisa: es ergeben sich immer wieder andere Aspekte, je nach dem, aus  welcher Perspektive ich an diesen Text herantrete und je tiefer ich in die  Materie eindringe, um die es in dem Text geht. <\/p>\n<p>\n    <b>Stein ins Wasser geworfen<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr mich war das wie einen Stein ins Wasser werfen und dann  die sich ausbreitenden Welle zu beobachten: der ins Wasser geworfene Stein war  die \u201aEntdeckung\u2018 der Differenz Lenin-Marx, die ja schon lange vorher von  \u201amarxistischen\u2018 und \u201anicht-marxistischen\u2018 Autoren analysiert wurde, aber in den  seltensten F\u00e4llen ausgehend von der Position der \u201aPartei Marx\u2018. Was ich  versuchen will, ist also, diese Differenz sowohl historisch als auch inhaltlich  zu rekonstruieren, wozu ich alle Interessierten und Parteig\u00e4nger der \u201aPartei  Marx\u2018 einlade. <\/p>\n<p>\n    <b>Abstieg und Wiederaufstieg (= weitere Themenstellung)<\/b><\/p>\n<p>Die in meinem Papier vorgenommenen Sondierungen [2] beziehen  sich auf die erste H\u00e4lfte meines Arbeitsplans, den ich jetzt vorstellen will.<\/p>\n<p>\n    Zun\u00e4chst der Abstieg:<\/p>\n<p>1. Aktueller Ausgangspunkt ist die Beerdigung der Theorie  des \u201anicht-kapitalistischen Entwicklungsweges\u2018, die Ende Januar Anfang Februar  von der Facebook-Jugend auf dem Al Tahrir Platz gefeiert wurde und der Hinweis,  da&szlig; diese Theorie in der 2.-Juni-Bewegung in den 60er Jahren des vorigen  Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielte. Diese Theorie beruft sich auf die  Sassulitsch-Briefe, ob berechtigterweise oder nicht, was ich an einer in den  60er Jahren stattgefundenen Kontroverse in meinem Papier beleuchte.<\/p>\n<p>2. Die Theorie des \u201enicht-kapitalistischen  Entwicklungsweges\u201c ist aber nur eine relativ sp\u00e4t stattfindende politische  Nutzbarmachung der Sassulitsch-Briefe, deren Sprengkraft,  die eigentlich in ihnen steckt, entsch\u00e4rft wurde. Wie das geschehen ist, wird  am Beispiel von Verbotsschildern gezeigt, die aus den Reihen der \u201aMarxisten\u2018  aufgestellt werden, um die Marxsche Kritik der politischen \u00d6konomie von der  Politik der \u201aPartei Marx\u2018 zu trennen und zu isolieren.<\/p>\n<p>3. Dann rekurriere ich noch einmal auf Preobra&#382;enskij, [3] einen \u201amarxistischen\u2018 Autor der Zwanziger Jahre, der  die f\u00fcr den Aufbau des Sozialismus erforderliche Akkumulation mit dem  Wertgesetz begr\u00fcndet, wobei sich herausstellt, da&szlig; die von ihm als solche  bezeichnete \u201esozialistische Akkumulation\u201c nichts anderes ist als<\/p>\n<p>a) eine Fortsetzung des Kriegskommunismus mit friedlichen  Mitteln, die <\/p>\n<p>b) voll auf der Linie der 1861 dekretierten sog.  Bauernemanzipation liegt. <\/p>\n<p>Der Kriegskommunismus war daher ein Krieg der Bolschewiki  gegen den Kommunismus der <b>\u00bb<\/b><b>commune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b>, der mit  \u00f6konomischen Mitteln, aber auch mit au&szlig;er\u00f6konomischem Zwang gegen diese gef\u00fchrt  wurde. [4]<\/p>\n<p>4. Die \u201aMarxisten\u2019 setzen also das Vernichtungswerk gegen  die russische Dorfgemeinde, das mit dem Manifest des Zaren 1861 in Szene  gesetzt wurde, ungebrochen fort. Diese fatale Entwicklung spiegelt sich in den  Debatten seit Mitte der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts wider, die um die Frage  kreisen, ob die Dorfgemeinde nicht schon l\u00e4ngst so kaputt sei, da&szlig; sie nicht  mehr, wie Marx in den Sassulitsch-Briefen [noch] annimmt, zum  Ausgangspunkt des Kommunismus werden kann.<\/p>\n<p>5. Dies hat vor allem Konsequenzen f\u00fcr den  Parteibildungsproze&szlig;, der zur Gr\u00fcndung einer Arbeiterpartei, nicht aber einer  kommunistischen Partei auf der Grundlage des KM [<i>Manifests der  Kommunistischen Partei<\/i>] f\u00fchrt. Eine solche Parteigr\u00fcndung w\u00e4re wegen des  Vorhandenseins zweier revolution\u00e4rer Klassen in Ru&szlig;land, die beide den  Kommunismus anstreben, eigentlich angebracht gewesen. In dem  Parteibildungsproze&szlig; der Bolschewiki widerspiegelt sich die bis dahin gef\u00fchrte  Auseinandersetzung der \u201aMarxisten\u2018 mit den Narodniki, die einseitig und  dogmatisch gef\u00fchrt wurde, weil die \u201aMarxisten\u2018 die Bildung einer im \u201aWesten\u2018  \u00fcblichen Arbeiterpartei anstreben, die sie dem \u201anarodni&#269;estvo\u2018 [Volkst\u00fcmlerbewegung] schematisch gegen\u00fcberstellen.<\/p>\n<p>6. Die wenigen \u00fcberlieferten Aussagen, die Marx im  Zusammenhang mit seiner Auseinandersetzung mit der akademischen und  revolution\u00e4ren russischen Intelligenz zur <b>\u00bb<\/b><b>commune<\/b><b> rurale<\/b><b>\u00ab<\/b> [5] gemacht hat, die  auf seinen in den 70er Jahren und bis zu seinem Lebensende durchgef\u00fchrten  Forschungen zu den Folgen der sog. Bauernemanzipation in Ru&szlig;land und den  ethnologischen und anthropologischen Wurzeln dieser Produktionsform beruhen,  vergleiche ich mit den seit der Februarrevolution tats\u00e4chlich stattgefundenen  Wiederbelebungsversuchen der <b>\u00bbcommune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b> durch die Bauern,  die in der Vernichtung der Bauernaufst\u00e4nde in den W\u00e4ldern an der Mittleren  Wolga enden. <\/p>\n<p>7. Schlie&szlig;lich versuche ich mir auszumalen, ob es praktisch  m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, unter der Voraussetzung der Existenz einer  kommunistischen Partei, die die beiden revolution\u00e4ren Klassen in sich vereint,  auf der Grundlage der Politik dieser Partei die in der Februarrevolution  praktisch wieder auferstandene <b>\u00bb<\/b><b>commune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b> mit dem Marxschen <i>Kapital <\/i>als  Blaupause zu reorganisieren, und ob es vermittels einer <b>\u00bbSelbstregierung der  Produzenten\u00ab<\/b> m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, die <b>\u00bbCommune\u00ab<\/b> von Paris unter den besonderen russischen Verh\u00e4ltnissen in  der <b>\u00bbcommune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b> fortzusetzen. Woraus  die These folgt, da&szlig; bei Realisierung der Politik der \u201aPartei Marx\u2018 und des  Marxschen Kommunismus die revolution\u00e4re Entwicklung in Ru&szlig;land nicht den  Verlauf nehmen mu&szlig;te, der sie in den W\u00e4ldern an der Mittleren Wolga und der  Kommune von Kronstadt hat enden lassen.<\/p>\n<p>8. Die Wurzeln zu dieser Kontroverse \u00fcber die tats\u00e4chliche  und m\u00f6gliche Entwicklung der Revolution in Ru&szlig;land finden sich bereits in der  Differenz zwischen Tschernyschewski und Herzen, die wiederum von Marx  aufgenommen wurde und ihn zu einem Umdenken in seiner Einsch\u00e4tzung der  russischen Dorfgemeinde gezwungen hat. Dieser Umorientierungsproze&szlig; und die  dadurch eingeleiteten \u00dcberlegungen und Untersuchungen hatten zur Folge, da&szlig;  Marx die Arbeit am 2. und 3. Buch des <i>Kapital <\/i>zur\u00fcckstellte, was  ihm Engels wahrscheinlich sehr ver\u00fcbelt, sich aber der Realit\u00e4t gebeugt und der  Pflicht unterzogen hat, das vorhandene Material zu den beiden B\u00e4nden in eine  lesbare Form zu bringen und drucken zu lassen, womit er der Marxschen Partei  seine Referenz und einen unsch\u00e4tzbaren Dienst erwiesen hat.<\/p>\n<p>Soweit in Thesenform der Abstieg zu den Wurzeln des  \u201anicht-kapitalistischen Entwicklungsweges\u2018 und back to the roots [6] der \u201aPartei Marx\u2018.<\/p>\n<p>Der Wiederaufstieg, der uns schlie&szlig;lich wieder zur\u00fcck auf  die Al Tahrir Pl\u00e4tze der \u201aDritten Welt\u2018 f\u00fchren wird, sieht grob gefa&szlig;t so aus: <\/p>\n<p>Ausgangspunkt w\u00e4re die Auseinandersetzung zwischen  Tschernyschewski und Herzen, von der ausgehend die getrennten Wege  Tschernyschewskis zur \u201aPartei Marx\u2018 und von dieser zur Ann\u00e4herung an die  Narodniki zu verfolgen w\u00e4ren, wobei es sich konkret zeigen l\u00e4&szlig;t, da&szlig; es der  \u201aPartei Marx\u2018 offenbar gelingt, die Narodniki zu politisieren und sie dadurch  vom Bakunismus loszueisen. Ausgehend von der Untersuchung dieses  Politisierungsprozesses k\u00e4men wir dann zum Parteibildungsproze&szlig; der russischen  \u201aMarxisten\u2018, der zur Verabsolutierung der russischen Arbeiterklasse f\u00fchrt und  einen R\u00fcckschritt gegen\u00fcber der durch den Einflu&szlig; der \u201aPartei Marx\u2018 gelungenen  Politisierung der Narodniki darstellt. Dabei spielen die Beziehungen, die  Engels zu den \u201aMarxisten\u2018 um Plechanow auf der einen und Danielson als gem\u00e4&szlig;igtem Volkst\u00fcmler auf der andern Seite unterh\u00e4lt,  eine wichtige Rolle. Dem w\u00fcrde sich die Auseinandersetzung Lenins mit den  Volkst\u00fcmlern unter der Fragestellung anschlie&szlig;en, ob sich das Marxsche \u201aKapital\u2018 bruchlos  auf das kapitalistische Ru&szlig;land hat \u00fcbertragen lassen. Wenn dies aber nicht  oder nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen m\u00f6glich war, mu&szlig;te das  unmittelbar Auswirkungen auf die von den \u201aMarxisten\u2018 theoretisch konzipierte  und praktisch realisierte Rekonstruktion und Transformation der russischen  Gesellschaft mit dem Ziel des Kommunismus haben. Das w\u00e4re anhand der  Untersuchung dieses Prozesses im Vergleich mit den \u00f6konomischen Gegebenheiten  zu \u00fcberpr\u00fcfen und die tats\u00e4chlich stattgefundene der von der \u201aPartei Marx\u2018 aus  m\u00f6glichen und den realen Gegebenheiten Ru&szlig;lands eher entsprechenden  alternativen Transformation gegen\u00fcberzustellen.<\/p>\n<p>\n    <b>Konkrete Widerspr\u00fcche und Probleme<\/b><\/p>\n<p>Abschlie&szlig;end werde ich stichpunktartig einige Differenzen  und Widerspr\u00fcche benennen, die sich beim Aufstieg aus der H\u00f6hle als Problem  stellen werden und zu bearbeiten sind:<\/p>\n<p>a. Die Differenz in der Einsch\u00e4tzung der Narodniki durch  Marx bzw. Lenin;<\/p>\n<p>b. Die Differenz zwischen dem Kommunismus der <b>\u00bbcommune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b> und dem Sozialismus der Leninschen  Genossenschaften.<\/p>\n<p>Zur Kl\u00e4rung dieser Differenzen sind erforderlich:<\/p>\n<p>1. Textanalyse und Textsituation der Sassulitsch-Briefe.<\/p>\n<p>2. Ein Vergleich zwischen den Versuchen, die <b>\u00bbcommune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b> wiederherzustellen mit dem  Transformationsproblem bei Preobra&#382;enskij u.a., worin von  einer (urspr\u00fcnglichen) <b>\u00bb<\/b><b>sozialistischen<\/b> <b>Akkumulation\u00ab<\/b><i> <\/i>ausgegangen  wird.<\/p>\n<p>3. Der Weg der Bolschewiki zum Kommunismus \u00fcber die  Vernichtung der <b>\u00bbcommune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b> in den W\u00e4ldern von Tambow und des Sowjetcharakters der Revolution in Kronstadt  1920\/21.<\/p>\n<p>4. Die Frage der Urspr\u00fcnglichen Akkumulation:<\/p>\n<p>a. bei Preobra&#382;enskij als Fortsetzung von  1861 = urspr\u00fcngliche Akkumulation mit nicht-au&szlig;er\u00f6konomischer Gewalt. Werkzeug:  Werttheorie + 24. Kapitel im KAP.<\/p>\n<p>b. als \u201eZweite Revolution\u201c Stalins, die dar\u00fcber hinausgehend  einen Bruch mit 1861 nach r\u00fcckw\u00e4rts = Tartarisierung der Bauern (siehe Rudi  Dutschke) vollzieht.<\/p>\n<p>5. Vorl\u00e4ufiges Fazit: der f\u00fcr die Zerschlagung der Politik  der \u201aPartei Marx\u2018 und die Exekution der Vernichtung der Bauern als Klasse  verantwortlich gemachte \u201aStalinismus\u2018 l\u00e4&szlig;t sich nicht \u201ademokratisieren\u2018 sondern  nur komplett \u201aabschalten\u2018.<\/p>\n<p>Zum Vergleich Pariser <b>\u00bbcommune\u00ab<\/b> und <b>\u00bbcommune  rurale\u00ab<\/b>:<\/p>\n<p>Die <b>\u00bbcommune rurale\u00ab<\/b> befindet sich [seit Februar  1917] von mindestens zwei Seiten her im Belagerungszustand zwischen Revolution  und Konterrevolution. Da&szlig; sie sich nicht f\u00fcr die [Oktober-] Revolution  entscheidet, liegt nicht prim\u00e4r an ihrem konterrevolution\u00e4ren Charakter, der  sie daran gehindert h\u00e4tte, dies zu tun, sondern an der Proletarischen  Revolution, die sich nicht f\u00fcr die <b>\u00bb<\/b><b>commune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b> entschieden hat. Dadurch wurde der  Kampf gegen den zaristischen Patriarchalismus innerhalb der Dorfgemeinde  erschwert und die spontane Hinneigung zum archaischen Kommunismus, der in der  Produktionsform der <b>\u00bbcommune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b> angelegt ist,  ged\u00e4mpft. Die russische \u201eCommune\u201c wird nicht von der Konterrevolution, mit der  sie ganz gut selbst fertig werden konnte, sondern von der Revolution zerst\u00f6rt,  worin die negative Entwicklung der [Oktober-]Revolution vorweggenommen ist und  worin Lenins b\u00f6se Vorahnungen best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p>Der Kriegskommunismus der Bolschewiki ist ein Krieg gegen  den Kommunismus der <b>\u00bbcommune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b>, weil sie diesen als  Konkurrenzunternehmen zu ihren im Ansatz scheiternden Genossenschaften (in der  Tradition Lassalles und Kautskys) verstehen, und in deren Wiederauferstehung  sich die Aussagen, die Marx zur russischen Dorfgemeinde gemacht hat, best\u00e4tigt  werden.<\/p>\n<p>\n    <b>Marx und die <\/b><b>\u00bbcommune<\/b><b> rurale\u00ab  (Textprobleme)<\/b><\/p>\n<p>1. Das Problem der textlichen Hinterlassenschaften und deren  wissenschaftliche Aufarbeitung: verstreute Texte, Exzerpte, Briefe, Notizen.<\/p>\n<p>a. Sassulitsch-Briefe und Brief an <i>Ote&#269;estvennyje<\/i><i> <\/i><i>Sapiski<\/i> (Vaterl\u00e4ndische Aufzeichnungen) und Nachwort in KAP I zur  russischen Ausgabe geh\u00f6ren zu den wenigen zusammenfassenden Texten.<\/p>\n<p>b. Briefwechsel<\/p>\n<p>&#8722; mit Russen (wie Danielson, und den russischen  Mitglieder der <i>Internationale <\/i>und f\u00fchrenden  Narodniki)<\/p>\n<p>&#8722; mit Dritten \u00fcber Ru&szlig;land.<\/p>\n<p>2. Diese textlichen Zeugnisse werden seit langem aufgearbeitet  und historisch und inhaltlich abgehandelt und in ihrem inneren Zusammenhang  gedeutet. Sowohl im akademischen wie politischen Bereich.<\/p>\n<p>3. Das Material der wichtigsten russischen Autoren, das eine  wichtige Quelle darstellt, wurde, angefangen von Tschernyschewski und Herzen  nur zu einem Bruchteil in westeurop\u00e4ische Sprachen \u00fcbersetzt. Gerade die  politischen Texte [!] sind nicht \u00fcbersetzt worden.<\/p>\n<p>4. In der 2.-Juni-Bewegung gab es unterschiedliche  Motivationen und Ausgangspunkte daf\u00fcr, sich mit dieser Frage zu besch\u00e4ftigen &#8722;  60er Jahre: \u201anicht-kapitalistischer Entwicklungsweg\u2018 (NKE)<\/p>\n<p>&#8722; \u201eStudentenbewegung\u201c: Volkst\u00fcmler<\/p>\n<p>&#8722; ML-Bewegung: Von der Oktoberrevolution zum Realen  Sozialismus<\/p>\n<p>&#8722; SDS: F\u00fcr eine neue K[ommunistische]I[nternationale]  etc.<\/p>\n<p>Kommunistische oder Arbeiterpartei:<\/p>\n<p>Hinter den in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts zunehmend  enger werdenden Beziehungen zwischen der Marxschen Partei und den Narodniki  steht die Differenz Herzen &#8211; Tschernyschewski.  (Panslawismus-Antizarismus)<\/p>\n<p>Zugleich wird in der Zeit nach der Pariser Commune mit dem  Studium der <b>\u00bbcommune rurale\u00ab<\/b>, zwischen 1871 und 1881 (Attentat auf  Alexander II.), das durch ethnologischen Studien vertieft wird, [von Marx] der  einzigartige kommunistische Charakter (i.G. zu dem von Herzen festgestellten  einzigartigen russischen Charakter) der russischen Dorfgemeinde verst\u00e4rkt  wahrgenommen. Um die Sassulitsch-Briefe in einen gr\u00f6&szlig;eren  Zusammenhang zu stellen und ihnen den zuf\u00e4lligen Charakter zu nehmen (Rjasanov: &#8230;K.M. w\u00e4re gerade schlecht drauf gewesen&#8230;), mu&szlig; die  Differenz Herzen &#8211; Tschernyschewski in Hinblick auf die Verschmelzung der  Marxschen Partei mit derjenigen Tschernyschewskis aufgearbeitet werden.<\/p>\n<p>\n    <b>Was hei&szlig;t heute Erforschung des Kommunismus?<\/b><\/p>\n<p>Der Weg in die H\u00f6hle:<\/p>\n<p>&#8722; Entweder eine Neuauflage der Oktoberrevolution vs.  einen durch R[osa].L[uxemburg]. demokratisierten \u201aStalinismus\u2018 mit der  Perspektive eines Kommunismus auf der Grundlage eines modernisierten  asiatischen Kapitalismus (Asiatische Produktionsweise)<\/p>\n<p>&#8722; Oder eine Weiterentwicklung des Marxschen  Kommunismus mit dem KM [<i>Manifest der kommunistischen Partei<\/i>] als  programmatischer Grundlage und dem KAP [<i>Kapital<\/i>] als Blaupause f\u00fcr den  Kommunismus, dessen Erforschung weitestgehend wegen der Hegemonie des  Lenin-Stalinschen gegen die <b>\u00bbcommune<\/b><b> rurale\u00ab<\/b> gerichteten  Entwicklungsweges verstellt und unerforscht ist.<\/p>\n<p>&#8722; Der Irrweg des \u201aMarxismus\u2018 zeigt sich z.B. in der  N[ationalen]F[rage] (worin sich Leninismus und Proletarischer  Internationalismus oberfl\u00e4chlich miteinander vereinbaren lassen, wobei aber durch  die Behandlung derselben als Demokratie-Problem die Tiefendimension in Gestalt  der B[auern]F[rage] verdeckt wird).<\/p>\n<p>&#8722; Die Differenz Marxsche Partei &#8211; \u201aMarxismus\u2018  ist in Breite und Tiefe in dieser Hinsicht (in Bezug auf den zuk\u00fcnftigen  Kommunismus) unerforscht.<\/p>\n<p>&#8722; Nicht zuletzt die Frage: was ist Marx an der Kl\u00e4rung  seiner Differenz mit Herzen und der Erforschung der Bauernfrage so wichtig  gewesen, da&szlig; er seinen Genossen, Freund und M\u00e4zen Engels das KAP nur als Torso  hinterlassen hat?<\/p>\n<p>\n    <b>Der Weg aus der H\u00f6hle<\/b><\/p>\n<p>Rekonstruktion der Zukunft des Kommunismus aus seiner  (prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren) Vergangenheit als Kampf zwischen dem (kollektiven)  Marx und dem \u201aMarxismus\u2018 macht das Vorhandensein eines H\u00f6hlenplans (Kritik der  politischen \u00d6konomie) f\u00fcr die Erforschung und die R\u00fcckkehr der Menschheit aus  der H\u00f6hle des Kapitalismus notwendig und dringend erforderlich.<\/p>\n<p>\n    <b>Epilog<\/b><\/p>\n<p>Mit Tschernobyl wurde das Ende des Realen Sozialismus  eingel\u00e4utet. Wird mit dem GAU in Fukushima eines Tages dasselbe \u00fcber das Ende  des Kapitalismus gesagt werden k\u00f6nnen? Bezeichnend ist, da&szlig; die B\u00f6rsenkurse der  europ\u00e4ischen Energieunternehmen bei der Explosion der AKW-D\u00e4cher gefallen, die  Kurse f\u00fcr japanische Industrieunternehmen dagegen gestiegen sind. Noch nie  stand der Kapitalismus bis auf den Kern seiner Widerspr\u00fcche entkleidet so nackt  da.<\/p>\n<p>Aber wenn die Atomkraft mit dem Kapitalismus unvereinbar  ist, w\u00e4re sie dies dann auch mit dem Kommunismus? 1986 wurde ihre tats\u00e4chliche  Unvereinbarkeit mit dem Realen Sozialismus von der \u00d6kobewegung verdr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Aber was war das f\u00fcr ein Sozialismus? Heute haben bestimmte  Kreise der Bev\u00f6lkerung, die sich in dem puren Vorhandensein eines AKWs darin  gest\u00f6rt sehen, sich im real existierenden Kapitalismus weiterhin wohnlich  einzurichten, schon eine klare Meinung dazu. F\u00fcr mich ist diese Frage noch  nicht endg\u00fcltig gekl\u00e4rt. Ich tendiere aber, weil es sich um eine Frage der  Naturbeherrschung handelt, dazu, da&szlig; auch der Kommunismus, der die  gesellschaftlichen Widerspr\u00fcche beherrschbar gemacht hat (was ja sehr viel  schwieriger ist, wie bisher die Vergangenheit zeigt), auch die Widerspr\u00fcche mit  und in der Natur zu beherrschen lernen wird. Allerdings k\u00f6nnte dabei auch die  Menschheit zugrunde gehen. Aber mit diesem Risiko m\u00fcssen wir lernen zu leben  und die dazu passenden Produktionsformen erk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>\n    [1] Vgl. dazu <b>STREITPUNKT 1 \u00dcber die folgenschwere Folgelosigkeit der  Einsch\u00e4tzung der russischen Bauerngemeinde und ihres Verh\u00e4ltnisses zur  Revolution in Westeuropa durch Karl Marx<\/b>; <b>DEBATTE 4<\/b> <b>Das Marxsche  \u201eKapital\u201c und die Marxsche Parteilichkeit<\/b>. Siehe die dortigen  Literaturangaben zu in diesem Text nicht n\u00e4her erl\u00e4uterten Begriffen.<\/p>\n<p>[2] Siehe <b>DEBATTE  4 Das Marxsche \u201eKapital\u201c und die Marxsche Parteilichkeit.<\/b><\/p>\n<p>[3] Siehe auch <b>DEBATTE  3 Wertgesetz und Sozialismus. Nachtrag.<\/b><\/p>\n<p>[4]<b> DEBATTE 3<\/b>,  25; <b>DEBATTE 4<\/b>, 17.<\/p>\n<p>[5] <b>DEBATTE 4<\/b>,  21 ff.<\/p>\n<p>[6]<b> KOMMUNISMUS<\/b> [2001] <b>Ein Gespenst geht um in Europa<\/b>.<\/p>\n<p>\n  <b><\/p>\n<hr \/>\n<p>  Ulrich Knaudt an H.B. <\/b>(16.04.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: BLUTMILCH<\/p>\n<p>Lieber H.,<\/p>\n<p>herzlichen Dank f\u00fcr die <b>\u00bb<\/b><b>Blutmilch<\/b><b>\u00ab<\/b>. [1] Nach der  Lekt\u00fcre der ersten Seiten wird f\u00fcr mich \u00fcberdeutlich, wie unterschiedlich das  Leben, das der Autor als eine sich \u00fcber Generationen erstreckende Reihe von  b\u00e4uerlichen Biographien wahrnimmt und dasjenige eines St\u00e4dters, wie ich einer  bin, sich darstellt. Ich bin zwar (von 3 bis 13) auf dem Land gro&szlig; geworden,  habe aber \u201ainhaltlich\u2018 erstaunlich wenig von der Landwirtschaft mitbekommen,  weil ich als \u201eZugereister\u201c die ganze Angelegenheit nur von au&szlig;en wahrnehmen  konnte. Welch eine Erl\u00f6sung war der Umzug in die Gro&szlig;stadt, dazu noch das  Berlin von vor der Mauer&#8230;<\/p>\n<p>Aber ganz stimmt das nat\u00fcrlich nicht. Unterschwellig habe  ich, abgesehen von der \u00fcblichen und typischen (auch ganz sch\u00f6n schmerzlichen)  Diskriminierung der \u201eFl\u00fcchtlinge\u201c durch die Dorfbewohner, wohl doch eine Menge  B\u00e4uerliches in mich aufgenommen, ohne mich damit bewu&szlig;t besch\u00e4ftigt zu haben&#8230;<\/p>\n<p>Zu Deinen Notizen: In Punkt<b> 4 <\/b>w\u00fcrde <b>\u00bb<\/b><b>unmittelbar<\/b><b>\u00ab<\/b><b> <\/b>im Zusammenhang mit <b>\u00bbkommunistische  Entwicklung\u00ab <\/b>die Sache auch in Deinem Sinn verdeutlichen. Thesen sind  immer Verk\u00fcrzungen und gleichzeitig der Versuch, vieles unter einen Begriff zu  subsumieren. Zu Punkt<b> 3<\/b>: <b>\u00bb<\/b><b>nicht-\u00e4quivalenter  Tausch<\/b><b>\u00ab<\/b>. Dieser ist keine Erfindung von mir, sondern stammt von Preobra&#382;enskij.<\/p>\n<p>Dazu Zitate aus meinen Exzerpten zu seiner <b>\u00bb<\/b><b>Neuen  \u00d6konomik<\/b><b>\u00ab<\/b>: [2]<\/p>\n<p>Zu den Begriffen <b>\u00bbAusbeutung\u00ab<\/b>, <b>\u00bbKolonie\u00ab <\/b>und der angeblichen  Behauptung, der Arbeiterstaat bes\u00e4&szlig;e Kolonien (253): <\/p>\n<p>Zun\u00e4chst bekennt sich E. Preobra&#382;enskij zu dem Prinzip, da&szlig; der Arbeiterstaat den  nicht-\u00e4quivalenten Tausch mit den ehemaligen Kolonien einstellen und  Beziehungen auf neuer Grundlage herstellen mu&szlig;; damit werden koloniale  Sklaverei, nationale Ungleichheit und nicht-\u00e4quivalenter Tausch abgeschafft. <b>\u00bbDer nicht  \u00e4quivalente Tausch wird aber insofern bestehen bleiben, als er mit den  allgemeinen Verh\u00e4ltnissen zwischen dem Sozialismus und den vorsozialistischen  Wirtschaftsformen zusammenh\u00e4ngt. <\/b><b><i>Mit  anderen Worten: nicht die <\/i><\/b><i>|<b> b\u00e4uerliche Wirtschaft  befindet sich in der Lage einer Kolonie, sondern alle Kolonien befinden sich in  der Lage einer b\u00e4uerlichen, kleinb\u00fcrgerlichen Wirtschaft im allgemeinen<\/b><\/i><b>, insofern  die Wirtschaftsstruktur einer Kolonie mit diesem Wirtschaftstyp wegen ihrer  R\u00fcckst\u00e4ndigkeit identisch ist.\u00ab <\/b><\/p>\n<p>(39): <b>\u00bbWir f\u00fchren nicht\u00e4quivalenten  Tausch mit dem Dorf durch, wir haben einen genau festgelegten Importplan, mit  dem Ziel, das gegebene System zu reproduzieren&#8230;\u00ab<\/b><\/p>\n<p>Es finden sich noch eine ganze Reihe weiterer Zitate dieser  Art, die eindeutig die Auffassung vom <b>\u00bbnicht\u00e4quivalenten Tausch\u00ab<\/b> bei Preobra&#382;enskij belegen. Ich denke, das Prinzip, das dahintersteckt, ist  klar, was durch die Gegenargumente des Gegenspielers Preobra&#382;enskijs, Bucharin, zus\u00e4tzlich verschleiert  wird, da auch dieser \u00fcber kein Mittel verf\u00fcgt, dieses aufzuheben. Soweit dazu  (genauer und ausf\u00fchrlicher: <b>DEBATTE 3 Vortrag <\/b>und <b>Nachtrag<\/b>).<\/p>\n<p>Ich hatte zun\u00e4chst technische Schwierigkeiten, Deine Mail zu  entziffern.[3] [&#8230;] Dein Duktus erinnert mit an Thomas M\u00fcntzer (was ja auch  gut in den Zusammenhang pa&szlig;t). Aber Frage: reicht das politische Instrumentarium  eines Thomas M\u00fcntzer hin, um die Probleme des Kommunismus im 21. Jahrhunderts  zu kl\u00e4ren? Ich habe bei aller Sympathie f\u00fcr Deinen leidenschaftlichen  M\u00fcntzer-Stil da meine Zweifel. Durch all die staatlicherseits bekundete  [Atom-]Ausstiegsheuchelei und Irrationalit\u00e4t f\u00fchle ich mich geradezu  provoziert, daf\u00fcr zu votieren, da&szlig; <i>neue <\/i>AKWs gebaut werden,  aber nur unter der Voraussetzung der eindeutigen Kl\u00e4rung der Endlagerfrage, die  die Gr\u00fcnen (+SPD) \u00e4u&szlig;erst geschickt und mit gro&szlig;er Perfidie jahrzehntelang auf  die lange Bank geschoben haben. In diesem Zusammenhang erscheint der  \u201aKlimawandel\u2018 und die \u201aerneuerbare Energie\u2018 tats\u00e4chlich als eine einzige \u201egro&szlig;e  Erz\u00e4hlung\u201c von Regierung, Staat und Kapital, als ein Programm zur  Kapitalvernichtung bzw. ein new deal, um  dem Kapital \u00fcber die Weltwirtschaftskrise hinwegzuhelfen! Seien wir nicht naiv  und sehen wir die Sache mit den Augen des Kapitals: Fukushima hat gezeigt, da&szlig;  die windfall profits aus den bereits abgeschriebenen AKWs  als Gelddruckmaschine unter den bisherigen Voraussetzungen nicht mehr zu haben  sind, sondern gr\u00f6&szlig;ere Risiken als gedacht f\u00fcr das Kapital in sich bergen. Tepco  wird verstaatlicht oder kommt unter den Hammer wegen des Schadensersatzes, den  die Firma zahlen mu&szlig;. Also mu&szlig; das Kapital auch in Deutschland vorsichtshalber  den Fu&szlig; vom Gas nehmen und kleinere \u201aerneuerbare\u2018 Br\u00f6tchen backen&#8230;<\/p>\n<p>Es lie&szlig;e sich sehr leicht die \u201agro&szlig;e Erz\u00e4hlung\u2018 der  \u00d6kologie-Debatte in die entsprechenden schlichten wirtschaftlichen Tatsachen  r\u00fcck\u00fcbersetzen und dann sehen, wie diese von den politischen Parteien in kleine  H\u00e4ppchen zerlegt an die W\u00e4hler verf\u00fcttert werden. Aber das en d\u00e9tail vorzuf\u00fchren, verschieben wir auf sp\u00e4ter&#8230;<\/p>\n<p>Sei mir herzlich gegr\u00fc&szlig;t und noch einmal herzlich bedankt  f\u00fcr das Buch, das jetzt auf meinem<\/p>\n<p>Nachttisch liegt.<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] <b>Romuald Schaber: <i>Blutmilch<\/i>. Wie die Bauern ums \u00dcberleben k\u00e4mpfen<\/b>,  M\u00fcnchen 2010.<\/p>\n<p>[2] <b>E. Preobra&#382;enskij: <i>Die neue \u00d6konomik<\/i><\/b>, Berlin 1971.<br \/>\n    [3] <b>Strafanzeige gegen die Bundesregierung wegen Atomkraft bei 3. Mahnwache  auf dem Stadtplatz in Traunstein am Montag, 28.3.11 um 18 Uhr<\/b>. <a href=\"http:\/\/gradaus.de\/\">http:\/\/gradaus.de<\/a> <\/p>\n<p>  <b><\/p>\n<hr \/>\n<p>  H.B. an Ulrich Knaudt <\/b>(16.04.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: AW: BLUTMILCH<\/p>\n<p>\n    Lieber  Ulrich,<\/p>\n<p>nur ganz kurz &#8211; leserlich.<\/p>\n<p>1. Unterscheidung zwischen Theoriearbeit und deren Umsetzung  in sog. \u201eMassenbewegungen\u201c, besser mit sog. \u201eeinfachen\u201c Leuten mit \u201edem Herzen  am richtigen Fleck\u201c. Man mu&szlig; ihnen aufs Maul schauen, besser in die \u201eSeele\u201c,  d.h. in die andere Seite derselben hinein (die eine ist&#8217;s \u201eKapital\u201c! &#8211; bei allen, allein um  ihrer \u201escheinselbstst\u00e4ndigen\u201c Existenz willen: <b>\u00bb..wenn man von  Privateigentum spricht, so glaubt man Es mit einer Sache au&szlig;er dem Menschen zu  tun zu haben \u2026 Aber wenn man von Arbeit spricht &#8230;.\u00ab<\/b>; [MEW] EB 1 S. 521).  [1]<\/p>\n<p>2. Ich bin lieber mit Leuten vom Schlag Th. M\u00fcntzer zusammen  als mit Attaci&#8217;s, Gr\u00fcnen oder Linken und Linken Theorieschw\u00e4tzern. Ich lern\u2018 &#8211; mit Marx &#8211; von ihnen mehr als  anderswo&#8230;<\/p>\n<p>3. Die <b>\u00bbFrage: reicht das pol.<\/b>[<b>itische<\/b>]<b> Instr.<\/b>[<b>ument<\/b>]<b> eines Th.<\/b>[<b>omas<\/b>]<b>M.<\/b>[<b>\u00fcntzer<\/b>]<b> hin&#8230;\u00ab <\/b>stellt sich f\u00fcr mich gar nicht, denn zweifelsohne nat\u00fcrlich <i>nicht<\/i>&#8211; der Unterschied zu  ihnen, ihnen gegen\u00fcber (ja auch \u201eGegensatz\u201c und wom\u00f6glich \u201eWiderspruch\u201c) ist  wesentlich, genau so aber auch die Basis von Gemeinsamkeit des Empfindens,  unmittelbaren (aber noch unvermittelten) Denkens. Ohne jene gemeinsame Basis  mit jenen Gebeutelten kannst den ganzen Kommunismus vergessen, findest ihn  nirgends, schon gar nicht als die \u201eobjektive Bewegung\u201c (Marx) au&szlig;er in einem  \u201etheoretischen\u201c Himmel eines verb\u00fcrgerlichten Akademismus. Meine <b>\u00bbLeidenschaftlichkeit\u00ab<\/b> teile ich mit jener Basis &#8211; Marx: der Mensch ist ein <b>\u00bbleidenschaftliches  Wesen\u00ab<\/b>, da von seinesgleichen und der gegenst\u00e4ndlichen Natur abh\u00e4ngig,  wovon, wodurch er <i>ist<\/i>, lebt. Und dies sp\u00fcren zweifelsohne &#8211; noch &#8211; die M\u00fcntzers, im  Unterschied zu anderem \u201eGesinde\u201c.<\/p>\n<p>4. Jene M\u00fcntzers nehmen die Ideale von \u201eBr\u00fcderlichkeit\u201c noch  immer ernst &#8211; zu Recht. Man darf  sie qua Kapital-Besetzung\/Okkupation nicht verwerfen. Marx macht gerade nicht  den Fehler &#8211; wie so viele elit\u00e4re  Linke, das Kind mit dem Bade auszusch\u00fctten: <b>\u00bbWir sehn hier, wie der  durchgef\u00fchrte Naturalismus oder Humanismus sich sowohl von dem Idealismus, als  dem Materialismus unterscheidet und zugleich ihre beide vereinigende Wahrheit  ist\u00ab<\/b> (ebenda, S. 577). Und ihrer beide <b>\u00bbvereinigende Wahrheit\u00ab <\/b>besteht  in einer vom Kapital gepanzerten unmittelbaren (unvermittelten) Unmittelbarkeit &#8211; die sich wom\u00f6glich  nur noch als naive regredierte \u201eSehnsucht\u201c in Kitsch und sonstigen  Vergn\u00fcgungsmist ausdr\u00fcckt. <b>\u00bbHegels Hauptfehler\u00ab<\/b> ([MEW] Bd. 1, S. 292  ff.) [2], da&szlig; die <b>\u00bb<i>Idee<\/i>\u00ab<\/b> ein Tieferes zu seinem Wesen hat,  n\u00e4mlich <b>\u00bbeinen wesentlichen Widerspruch\u00ab<\/b>, hei&szlig;t, diesen Widerspruch  deutlich zu machen, dem wir <i>alle<\/i> unterliegen (allerdings mit einem  zugleich wesentlichen Unterschied \/ Widerspruch: <b>\u00bbDie besitzende Klasse und  die Klasse des Prol.<\/b>[<b>etariats<\/b>]<b> stellen dieselbe menschliche  Selbstentfremdung dar. <i>Aber<\/i> &#8230;\u00ab <\/b>! ([MEW] Bd. 2, [<b>Die<\/b>] <b>Hl.<\/b> <b>Fam.<\/b>[<b>ilie<\/b>], S. 37,38) Es w\u00e4re fatal, den Widerspruch gegen die  (negative wie die positive) Einheit &#8211; der durch sie und sie durch ihn ist &#8211; auszuspielen. Der  ganze \u201elinke\u201c wie \u201erechte\u201c sog. \u201eKommunismus\u201c, seine ganze Korruption l\u00e4&szlig;t sich  daran, damit und dadurch erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>5. Dein Zitat von Pr.[eobra&#382;enskij] unter Punkt 3 ist  \u201esuper\u201c, grundlegendst. <b>\u00bbNicht-\u00e4quivalenter Tausch\u00ab<\/b> als solcher aber  zumindest doppeldeutig: Einmal auf der Grundlage eines bereits allgemeinen  Waren-\/\u00c4quivalententauschs. Und eines diesem vorg\u00e4ngigen noch nicht; daher die  Thematik des (feudalen) \u201eTributs\u201c oder wie auch immer. Wir hatten bereits die  Diskussion. Beiden allerdings ist gemeinsam, da&szlig; \u201eTausch\u201c doch stets den Schein  von \u00c4quivalenz erzeugt, damit den Tatbestand der Ausbeutung verdeckt!<\/p>\n<p>6. <b>\u00bbLeidenschaft\u00ab<\/b>muss \u00fcberhaupt nicht auf Kosten von  Klarheit in puncto Theorie und Analyse gehen.<\/p>\n<p>Im Gegenteil.<\/p>\n<p>Deine Einsch\u00e4tzung, was Du nach Endlagerung und Gr\u00fcne\/SPD  sagst, geht v\u00f6llig in Ordnung, richtig, sehr gut, v\u00f6llig \u201edakor\u201c.<\/p>\n<p>Aber wenn Du mit der Wahrheit nicht in Deinem K\u00e4mmerlein  hocken bleiben willst, sondern drau&szlig;en mit Menschen als Menschen umgehen  willst, dann geht es schlicht und einfach nicht anders als da&szlig; du da anzusetzen  hast, was in den K\u00f6pfen (zun\u00e4chst) dominiert, um daran dann die Dinge auf den  Punkt, d.h. auf den tieferen Widerspruch zu bringen, um dann Marx-Partei  dagegen zu halten&#8230;<\/p>\n<p>Hab&#8217;s versucht mit <b>\u00bbKapitalismus <\/b><b>&#8210;<\/b><b> von Staats  wegen!\u00ab&#8230;<\/b><\/p>\n<p>Ich brech\u2018 jetzt einfach ab. <i>Milchblut<\/i> liegt auf  Deinem Nachttisch &#8210; richtig.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich reicht&#8217;s nicht. Aber was erwartest Du ? Soll Dir  denn der Kommunismus der Menschen, solcher, die ihn noch wenigstens irgendwie  im Herzen haben, wie im Schlaraffenland die Fr\u00fcchte schon mundgerecht zufallen?<\/p>\n<p>Haben nicht wir selber auch noch genug Mauern einzurei&szlig;en  ebenso wie sie, nicht weniger als sie, zusammen mit ihnen, angesichts der  ganzen wirklichen Schei&szlig;e um und in uns herum ?<\/p>\n<p>Stehen wir nicht ganz genau so mitten drin ?<\/p>\n<p>Leider f\u00fchlen sich noch viel zu viele darin noch viel zu  wohlstandsgerecht \u201ecool\u201c und wohl, \u00fcber jene stehend, \u00fcber sich, \u00fcber allem &#8210; ihre Entfremdung von  sich selbst, vom anderen \u2026 von seiner und seiner \u00e4u&szlig;ern Natur, deren Teil,  Wesen er doch selber ist, gar nicht mal mehr wahrnehmend.<\/p>\n<p>Ganz herzlichen Gru&szlig;<\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p>\n    [1] <b>Karl Marx: \u00d6konomisch-philosophische Manuskripte <\/b>MEW EB 1 I (467-588).<br \/>\n    [2] <b>Karl Marx: <i>Zur Kritik des Hegelschen Staatsrechts<\/i><\/b> MEW 1 (203-333).<\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an  H.B.<\/b> (24.04.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: \u00d6KOSOZIALISTISCHER STAMOKAP<\/p>\n<p>\n    Lieber H.,<\/p>\n<p>[\u2026] Du schreibst unter 6., da&szlig; Du mit meiner  Einsch\u00e4tzung zu den Gr\u00fcnen, Endlagerung usw. vollkommen einverstanden bist.  Wenn dem so ist, frage ich Dich, welchen <u>politischen<\/u> Sinn dann Deine  Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen die Merkel gehabt haben soll? Eine  Aktion, die nach meiner Einsch\u00e4tzung einen qualitativen Sprung in Deiner mir  bisher geschilderten politischen Praxis darstellt! Denn es macht einen  entscheidenden Unterschied, ob wir auf \u00f6ffentlichen Versammlungen <u>unseren<\/u> Marxschen Standpunkt vertreten, wobei man sich den dort herrschenden  pluralistischen Spielregeln zu unterwerfen hat oder ob wir uns auf dem  rei&szlig;enden politischen Mainstream mit seinen links-sozialimperialistischen  Strudeln und reaktion\u00e4ren Untiefen und seinem \u00f6kofaschistischen Gegurgel treiben  lassen oder meinen, gefahrlos darauf herumsurfen zu k\u00f6nnen. Was das eine  betrifft, habe ich meine skeptischen Einw\u00e4nde mehrfach vorgetragen. Zu dem  anderen habe ich bisher (weil reichlich geschockt) geschwiegen, bzw. bisher nur  zu dem M\u00fcntzerschen Duktus Deiner halsbrecherischen H\u00f6llenfahrt Stellung  genommen.<br \/>\n    Da wir bisher ein offenes (= undiplomatisches) Verh\u00e4ltnis zueinander  unterhalten haben, lasse ich auch jetzt jede Diplomatie beiseite und komme zum <u>politischen<\/u> Kern der Sache, zu dem Du bereits als Reaktion auf meine skeptischen  Interventionen zum Thema: Statements auf \u00f6ffentlichen Versammlungen, vorbeugend  reagiert hast, wenn Du schreibst: <b>\u00bbOhne  jene gemeinsame Basis mit jenen Gebeutelten kannst Du den ganzen Kommunismus  vergessen, findest ihn nirgends, schon gar nicht als die \u201eobjektive Bewegung\u201c  (Marx) au&szlig;er in einem \u201etheoretischen\u201c Himmel eines verb\u00fcrgerlichten  Akademismus.\u00ab<\/b> Frage: Mu&szlig; ich dieses <b>\u00bbDu\u00ab <\/b>so deuten, da&szlig; es sich dabei um <u>unseren<\/u> Hauptwiderspruch handelt,  den <u>Du<\/u> Dich jetzt entschlossen hast bei den H\u00f6rnern zu packen, um ihn  nach der \u201apraktischen\u2018 Seite hin zu l\u00f6sen, weil dessen L\u00f6sung durch <u>unsere<\/u> bisherige Beschr\u00e4nkung auf den <b>\u00bbverb\u00fcrgerlichten  Akademismus\u00ab<\/b> verstellt war? Ich hoffe, da&szlig; das nicht der Fall ist. Denn das  widerspr\u00e4che allem, worin wir bisher \u00fcber das Projekt <i>partei Marx<\/i> \u00dcbereinstimmung erzielt haben (bei naturgem\u00e4&szlig; offenen  Differenzen in dieser oder jener theoretischen Frage). Der ganze Sinn dieses  politischen Projekts besteht doch darin, gerade jenen Scheinantagonismus wie er  von Dir zwischen der angeblich gemeinsamen <b>\u00bbBasis  mit jenen Gebeutelten\u00ab<\/b> und dem <b>\u00bbverb\u00fcrgerlichten  Akademismus\u00ab<\/b> politisch aufgestellt wird, <u>aufzuheben<\/u>. Das wird aber  nicht funktionieren, wenn man sich auf Deine Alternative <b>\u00bbverb\u00fcrgerlichter Akademismus\u00ab<\/b> vs. gebeutelte \u201aWutb\u00fcrger\u2018 \u00fcberhaupt  einl\u00e4&szlig;t. Damit w\u00e4re jede <u>kommunistische<\/u> Strategie den Bach runter  gegangen.<\/p>\n<p>Zweifellos geh\u00f6ren jene <b>\u00bbGebeutelten\u00ab <\/b>als Angeh\u00f6rige der zwischen den antagonistischen  Klassen stehende Schichten momentan zu den Hauptverlierern der, wie es den  Anschein hat, sich alle 80 Jahre wiederholenden Gro&szlig;en Weltwirtschaftskrise,  auf deren H\u00f6hepunkt wir uns mit wachsender Geschwindigkeit zubewegen. Aber  anders als Anfang der 30er Jahre, scheint die Arbeiterklasse diesmal auf der sicheren  Seite zu stehen, weil sie noch an der allein in Deutschland (und vielleicht noch in Frankreich) vorherrschenden Scheinkonjunktur  \u201ateilhaben\u2018 darf. (Aber gerade wenn die Arbeiterklasse zeitweise Zugang zu der  Luxuskonsumtion der Bourgeoisie hat, ist dies  nach Marx ein sicheres Zeichen f\u00fcr den bevorstehenden Crash!) Wer anderes hat  die bei 36% liegenden Schwarzen in Ba-W\u00fc gew\u00e4hlt als diese lohnarbeitenden  Luxuskonsumenten? Auf jeden Fall nicht die \u201aWutb\u00fcrger\u2018 und rebellischen Bauern  (allenfalls deren \u201arechter\u2018 Bodensatz), sondern jene noch in Lohn und Brot  stehenden Lohnarbeiter, die die Partei ihres Patrons w\u00e4hlen, der ihnen bisher  \u201aArbeit gab\u2018. Und wenn Du Dich (im Gegensatz zu dem wieder einmal  stattfindenden deutschen Sonderweg) in ganz Europa umschaust, wurde in den  letzten 5 Jahren \u00fcberall \u201aRechts\u2018 gew\u00e4hlt, selbst in dem aus Tradition  rebellischen Italien oder dem traditionell sozialdemokratischen Schweden und  England. Und selbst wenn Sozialisten, wie in Griechenland oder Portugal und  Spanien die Regierung stellen, unterscheidet sich ihre Politik kaum von der  Merkelschen. Fazit: diese arbeiteraristokratischen Lohnarbeiter stellen zwar in  ihrer Mehrheit keinen revolution\u00e4ren Faktor dar, aber auch keinen  konterrevolution\u00e4ren &#8211; im Gegensatz zu dem \u201alinken\u2018 Konglomerat aus gr\u00fcnen  \u201aWutb\u00fcrgern\u2018 und radikalen \u201aParkw\u00e4chtern\u2018!<\/p>\n<p>Soll die Masse der Lohnarbeiter, die f\u00fcr die Produktion  und Reproduktion des Kapitals \u201asorgen\u2018, etwa  zus\u00e4tzlich jene gr\u00fcn-rosa-rote <u>neue<\/u> Bourgeoisie und deren <u>neue<\/u> Elite aushalten, von der sie nicht nur die Steigerung  ihrer Abz\u00fcge \u00fcber die magische Grenze von 50%, sondern zus\u00e4tzliche  \u201aumweltfreundliche\u2018 Einschr\u00e4nkungen ihrer unmittelbaren Lebensbedingungen  (Rauchverbot, Sparlampen, Energiewindm\u00fchlen, \u00f6kologische Verpackung der  Mietsh\u00e4user und weiteren \u201awutb\u00fcrgerlichen\u2018 \u00f6kofaschistischen Quatsch!) zu  erwarten haben?[1] Sarrazins Nicht-Hinauswurf aus der SPD als deutliches Indiz,  da&szlig; der Kurs der Parteilinken gescheitert ist und die SPD das Ruder wieder  rumzurei&szlig;en versucht hin zu ihren abhanden gekommenen W\u00e4hlerschichten!<\/p>\n<p>Aber nach Fukushima ist jene <u>neue<\/u> gemeinsam mit  der alten Elite dabei, in einer Gro&szlig;en Super-Koalition die alte BRD zu Tode zu  regieren, indem sie den gescheiterten Versuchen der <u>politischen<\/u> Quadratur des Kreises weitere hinzuf\u00fcgt, wof\u00fcr sich haufenweise Beispiele  anf\u00fchren lassen. Hier nur eine kleine Auswahl: Der von den Gr\u00fcnen aus  \u201aklimakatastrophalen\u2018 Gr\u00fcnden zur Norm gemachte Biosprit erzeugt au&szlig;er einer  \u201anegativen Klimabilanz\u2018 vor allem endemische Hungersn\u00f6te in L\u00e4ndern wie Mexiko  etc. Abgesehen davon werden durch die damit einhergehenden Monokulturen die  B\u00f6den ausgelaugt und zus\u00e4tzlicher Urwald in Brasilien gerodet. Es wird also,  das, was man eigentlich verhindern wollte (Klimakatastrophe), eher potenziert.  Die Windm\u00fchlenenergie macht den Bau von zus\u00e4tzlichen Staubecken in idyllischen  Bergregionen erforderlich, um Energiespitzen auszugleichen, bei dem all die  possierlichen Tierarten, die der BUND immer ins Feld f\u00fchrt, um z.B. ein  halbfertiges Kohlekraftwerk in Datteln zur Neubauruine zu machen, auf einmal  keine Rolle mehr spielen. Ganz abgesehn von dem Landschaftsverbrauch, der f\u00fcr  zus\u00e4tzliche Stromtrassen und Windm\u00fchlenparks erzeugt wird, woran die \u00f6rtliche  Tourismus-Industrie, die nicht zuletzt ein Zubrot f\u00fcr Niedriglohn-Regionen  darstellt, vor die Hunde geht&#8230; Die Liste lie&szlig;e sich beliebig verl\u00e4ngern.[2]  Die <u>neue<\/u> gr\u00fcne Bourgeoisie ist wie die  alte eine Metaphysikerin. Sollten wir denn nicht die Dialektiker gegen all  diesen metaphysischen Unsinn sein?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert sich auf bestimmte Kernregionen  konzentrierte, wird Deutschland durch diese <u>neue<\/u> New-Deal-Wirtschaftspolitik (FAZ: New Deal [3]) zu einem riesigen Industriepark  umgebaut. Gleichzeitig zerfallen die klassischen Industrieregionen im  Ruhrgebiet, Saarland etc. Was hei&szlig;t das? Die neue und die alte  schwarz-gelbe\/rosa-rote\/rot-gr\u00fcne Elite scheint heute nicht nur in der UNO  Ru&szlig;land, China und einem Gangster wie Gaddafi politisch n\u00e4her zu stehen als dem  \u201aWesten\u2018. Ihre ganze Politik scheint darauf hinauszulaufen, sich als bisher vom  \u201aWesten\u2018 im Zaum gehaltene ehemaligen faschistische Weltmacht \u00f6kosozialistisch  (\u201aAbschalten!\u2018) und <u>politisch<\/u> von der Gnade Ru&szlig;lands (Gazprom) und  Chinas direkt abh\u00e4ngig zu machen. (FAZ, 21.04. [4]) Dem entspricht auf der  anderen Seite des Atlantiks ein wachsender Isolationismus, der sich bei der  bisherigen deutschen Anlehnungsmacht ausbreitet. Dadurch wird auch von dieser  Seite der vorherrschende politische Trend noch verst\u00e4rkt. (Obama war zwar als Wahlk\u00e4mpfer  in Berlin, aber nicht als Pr\u00e4sident&#8230;) Dieser neue \u201aOst-West-Konflikt\u2018  entscheidet sich momentan in Libyen und Syrien, den bisherigen  russisch-chinesischen Satrapien im Nahen Osten und in Nordafrika&#8230; (AJ: China  &#8211; Libyen [5])<\/p>\n<p>Deutschland als einstige treibende Kraft bei der  Ausl\u00f6sung des Zweiten Weltkriegs (der eine unmittelbare Folge der Zweiten  Gro&szlig;en Weltwirtschaftskrise war) hat keinen Friedensvertrag, sondern nur eine  gewisse Scheinsouver\u00e4nit\u00e4t in einem l\u00e4cherlichen <i>paper of understanding<\/i> zwischen  den bisherigen Besatzungsm\u00e4chten zugestanden bekommen. Mehr nicht! [6] Die  Facharbeiter (aus denen der Gro&szlig;teil der modernen Arbeiterklasse in den  \u201eimperialistischen Metropolen\u201c nun einmal besteht), die bisher die Schwarzen  und immer weniger die SPD gew\u00e4hlt haben, wollten sich dadurch bei der Bourgeoisie gegen den Status quo und f\u00fcr die  St\u00e4rkung des \u201aStandorts Deutschland\u2018 r\u00fcckzuversichern, indem sie z.B. [1990]  nicht Lafontaine (eine Agentur von wem auch immer!), sondern die  \u201aWiedervereinigung\u2018 w\u00e4hlten. Aber die Bourgeoisie betreibt  kein R\u00fcckversicherungsgesch\u00e4ft. Diese Illusion kann die deutsche  Facharbeiterklasse nach der Libyen-Stimmenthaltung in der UNO gut und gerne  abhaken. Das Kapital hat den \u201aStandort Deutschland\u2018 nach China verlegt, dessen  \u201aWirtschaftswunder\u2018 ihm bisher \u00fcber die unmittelbaren Folgen der \u2018Finanzkrise\u2018  hinweghalf und f\u00fcr den dieses nun bereit ist, einiges moralisches Kapital zu  opfern, mit dem es bisher solche Staaten mit mehr oder weniger Erfolg politisch  erpre&szlig;t hat. (FAZ: Kotau [4])<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die alten Ententem\u00e4chte (GB., Fr.) und die alte  Kolonialmacht (It.) f\u00fcr einen Sturz Gaddafis pl\u00e4dieren, orientiert sich das  pazifistische Deutschland angesichts des Menetekels von Fukushima an russischem  Erdgas (Abschaltung der AKWs + Gaskraftwerke statt Kohlekraftwerken) und an der  erhofften Fortsetzung des chinesischen \u201aWirtschaftswunders\u2018 (das es durch die  bevorstehende Jasminbl\u00fcte in wachsendem Ma&szlig;e gef\u00e4hrdet sieht), in der Erwartung  (oder mit dem Kalk\u00fcl), vielleicht auf diesem Weg dem 1945 verloren gegangenen  Gro&szlig;machtstatus einen Schritt n\u00e4her zu kommen (wobei der zionistische durch  einen gro&szlig;russisch sowjetischen Antifa unter t\u00e4tiger Mithilfe der LINKEN zu  ersetzen w\u00e4re)&#8230;? <\/p>\n<p>Die Strategie der Marxschen Partei war immer an den  tats\u00e4chlichen Machtverh\u00e4ltnissen in Europa und den USA orientiert und gegen  linke und kleinb\u00fcrgerliche politische Wunschvorstellungen gerichtet (Lassalle,  Proudhon, Bakunin etc.). Diesen Anspruch heute zu realisieren, ist einigerma&szlig;en  schwierig, allein schon, weil es in Deutschland aus historischen Gr\u00fcnden  (Umschlag der Oktoberrevolution in eine Konterrevolution und deren Konkurrenz  mit der Konterrevolution in Deutschland) weder eine revolution\u00e4re  Arbeiterklasse noch eine Marxsche Partei gibt, die dem Original auch nur  andeutungsweise nahek\u00e4me. Es gibt nur die politische und soziale Demagogie der <u>neuen<\/u> Bourgeoisie, die auf die Knochen der in die  Produktion und Reproduktion des Kapitals  eingespannten Lohnarbeit die Positionen der <u>neuen<\/u> Elite austestet, um  den alten faschistischen Gro&szlig;machtstatus Deutschlands durch einen  \u201aantifaschistischen\u2018 zu ersetzen. Darin besteht die tats\u00e4chlich bevorstehende <u>politische<\/u> Alternative, die vom Kapital auf die Tagesordnung gesetzt wurde und nicht der  von Dir ins Feld gef\u00fchrte Scheingegensatz: \u201aWut<u>b\u00fcrger<\/u>\u2018 vs. ver<u>b\u00fcrger<\/u>lichter  Akademismus. Ein <u>Schein<\/u>gegensatz schon allein deshalb, weil sich darin  nur verschiedene Varianten <u>b\u00fcrgerlicher<\/u> Politik und Strategie die Klinke  in die Hand geben.<\/p>\n<p>Der \u201aWutb\u00fcrger\u2018 des 20. Jahrhunderts  h\u00e4ngte sich als rettenden Strohhalm an die <u>Nazis<\/u>, der des 21.  Jahrhunderts an den durch den alten Antifa p\u00e4dagogisch gew\u00fcrzten  \u201eSozialismus des 21. Jahrhunderts\u201c, einer  gelungenen Mischung aus Stalin und Asiatischer Produktionsweise, die in  Nordafrika und dem N[ahen] O[sten] gerade (hervorgerufen durch die Gro&szlig;e  Weltwirtschaftskrise) politisch auf der Kippe steht&#8230;<\/p>\n<p>Im Sinne der Marxschen Partei haben wir zu entscheiden,  ob wir unseren Teil dazu beitragen. Diese Entscheidung hast Du mit Deiner  politischen Initiative nicht gerade vorangetrieben. Das einzige, das ich mir  (berechtigterweise!) vorwerfen k\u00f6nnte, w\u00e4re, da&szlig; ich nicht mehr getan habe, um  mich an dieser politischen Entscheidungsschlacht mit meinen Mitteln und  M\u00f6glichkeiten angemessen zu beteiligen&#8230; <\/p>\n<p>Viele herzliche Gr\u00fc&szlig;e<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>[1] FAZ 11.04.2011 <b>Lastesel  der Nation. <\/b>Die Bezieher von Arbeitseinkommen haben es nicht leicht.<\/p>\n<p>[2]Siehe das  Interview mit einem amerikanischen Umweltsch\u00fctzer, der, um das Klima zu  sch\u00fctzen, f\u00fcr Atomkraftwerke pl\u00e4diert als Indiz f\u00fcr die genannten unl\u00f6sbaren  Dilemmata. FAZ 09.04.2011 <b>Ihr Deutschen steht allein da.<\/b><br \/>\n    [3] FAZ 05.04.2011 <b>Schneller als Schr\u00f6der und Trittin<\/b>:<\/p>\n<p><b>\u00bb1. Wir brauchen  einen Minimalkonsens von \u00d6kologie und \u00d6konomie, hinter dem sich die ganze  Gesellschaft versammeln kann&#8230; 2. Die Diskussion \u00fcber diesen neuen  Gesellschaftsvertrag (New Deal) sollte gemeinsam organisiert werden &#8211; von  den Medien, den Institutionen der Politik, den Nichtregierungsorganisationen,  den Gewerkschaften und der Wirtschaft&#8230; \u00ab<\/b> <br \/>\n    [4] FAZ 16.04.2011 <b>Kriecherei in Fernost. <\/b>Die Wirtschaft schweigt. Wie  das Regime selbst, f\u00fcrchtet der Westen Instabilit\u00e4t in China und h\u00e4lt deshalb  still.<br \/>\n    [5] Al Jazeera 14.04.2011 <b>China\u2018s interests in Gaddafi.<\/b> Huge oil and financial deals play major part in Beijing\u2018s support for  Libya\u2018s despot and halt to foreign intervention.<br \/>\n    [6] FAZ 21.04.2011 <b>Grenzfragen. <\/b>Der  Zwei-plus-Vier-Vertrag ist 20 Jahre alt. Er ist ein Friedensvertrag. Doch auch  die \u201eabschlie&szlig;ende Regelung in Bezug auf Deutschland\u201c konnte nicht alles  kl\u00e4ren.<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an H.B. <\/b>(18.05.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: TECHNISCHES<\/p>\n<p>Lieber  H., [\u2026] Zu unserer Debatte empfehle ich einen kurzen Text von <b>Engels<\/b>,  der exakt meine heutige Position ausdr\u00fcckt.&nbsp; <b><i>Die Arbeiterbewegung in Amerika<\/i><\/b>,<b><i> <\/i><\/b>MEW 21 (335-343).<\/p>\n<p>Warum?<\/p>\n<p>1. Die  deutsche Arbeiterklasse gleicht nach ihrer Amerikanisierung seit 1945 in vielem  der amerikanischen in ihrer Fr\u00fchzeit. Dabei sind die drei Formen, die die  Arbeiterbewegung in den USA eingenommen hatte, vielleicht auch typisch f\u00fcr uns:<\/p>\n<p>a. die  radikale Farmerbewegung zur Verteidigung des eigenen St\u00fccks Land. (Siehe  Milchbauern, Krabbenfischer [1])<\/p>\n<p>b. die  buntscheckige Bewegung aus allen m\u00f6glichen proletarischen Sozialromantikern.  (Vgl. die uns bekannte Praxis-Gruppe [2])<\/p>\n<p>c. die  deutschen Sozialisten, von denen F.[riedrich]E.[ngels] verlangt, sie m\u00f6gen  zuallererst Amerikaner werden. (Eine Forderung, die in gewisser Beziehung an  die gesamte Linke zu richten w\u00e4re im Sinne ihrer politischen Verwestlichung!)<\/p>\n<p>Zu  diesen Bewegungen z\u00e4hlt F.E. \u00fcbrigens nicht die Sklaven und das  Lumpenproletariat, die er zu keiner eigenen Initiative f\u00fcr f\u00e4hig h\u00e4lt. (Auch  hiermit h\u00e4tte die Linke gro&szlig;e Probleme!)<\/p>\n<p>2. Das  Zitat am Ende aus dem K[ommunistischen]M[anifest] dr\u00fcckt exakt die Position  aus, die Parteig\u00e4nger der Marxschen Partei heute einzunehmen haben. [3]<\/p>\n<p>3.  F.E.s Charakterisierung der Unterscheidung zwischen der Fesselung der  Fronbauern an den Boden im Hochmittelalter und der Verjagung der Bauern von  demselben im \u00dcbergang zur b\u00fcrgerlichen Gesellschaft im 16. Jahrhundert pa&szlig;t  sehr gut auf Ru&szlig;land nach 1861, wo vom Zarentum eine Kombination aus beidem als  Proze&szlig; durchgef\u00fchrt wurde. (Das aber nur als Nachtrag zu meinem letzten  Vortrag).[4]<\/p>\n<p>1a.  betrachte ich als Vorboten f\u00fcr (m\u00f6glicherweise) 1b. unter der Voraussetzung von  1c.<\/p>\n<p>Im  Anhang schicke ich Dir was zu den Krabbenfischern und eine Rezension zu  Blutmilch. [5]<\/p>\n<p>Viele  Gr\u00fc&szlig;e<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] FAZ 07.05.2011 <b>Krabbenkrieg an der K\u00fcste<\/b>. Fast unbemerkt vom Rest  der Republik streiken die Krabbenfischer an der Nordseek\u00fcste f\u00fcr h\u00f6here Preise.  Mit teils rabiaten Methoden k\u00e4mpfen sie um ihr wirtschaftliches \u00dcberleben.<\/p>\n<p>[2]<b> <\/b>Gemeint ist die Gruppe<b> Praktischer Sozialismus<\/b>.<b> <\/b>Siehe<b> REAKTIONEN 2009 An H.B. <\/b>(10.08.2009).<\/p>\n<p>[3] <b>\u00bbDie  Kommunisten\u00ab \u201e<\/b><b>&#8210;<\/b><b> das war der Name, den wir damals  angenommen, und den wir auch heute noch weit entfernt sind, zur\u00fcckzuweisen <\/b><b>&#8210;<\/b><b>\u201c  \u00bbdie Kommunisten sind keine besondre Partei gegen\u00fcber den andren  Arbeiterparteien. Sie haben keine von den Interessen des \u00fcbrigen Proletariats getrennten  Interessen. <\/b>[\u2026]<b> Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste,  immer weiter treibende Teil der Arbeiterparteien aller L\u00e4nder; sie haben  theoretisch vor der \u00fcbrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die  Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung  voraus&#8230; Sie k\u00e4mpfen also f\u00fcr die Erreichung der unmittelbar vorliegenden  Zwecke und Interessen der Arbeiterklasse, aber sie vertreten in der  gegenw\u00e4rtigen Bewegung zugleich die Zukunft der Bewegung.\u00ab<\/b> <br \/>\n    [4] <b>DEBATTE 4 Das Marxsche \u201eKapital\u201c und Marxsche Parteilichkeit<\/b>.<br \/>\n    [5] FAZ 09.05.2011 <b>Der gr\u00fcne Wutbauer.<\/b> Ein wunderbar w\u00fctendes Pamphlet  eines Milchbauern.<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>H.B. an Ulrich Knaudt<\/b> (23.05.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: Frage<\/p>\n<p>\n    Lieber Ulrich, unser Gespr\u00e4ch vom letzten Samstag war gut, danke.<\/p>\n<p>Es hat uns &#8211; denke ich &#8211; wieder ein  kleines St\u00fcckchen weitergebracht.<\/p>\n<p>Studier\u2018 in diesem Zusammenhang und, wie ich sagte, in  Zusammenhang mit meiner Strafanzeigen-Begr\u00fcndung, Marx\u2018 Abschnitt zur <b>\u00bb<\/b><b>entfremdeten  Arbeit<\/b><b>\u00ab <\/b>[MEW] EB [1], S. 510 ff., Satz f\u00fcr  Satz &#8211; Verh\u00e4ltnis <i>des<\/i> Arbeiters zur Natur, <b>\u00bbLebensmittel\u00ab<\/b> im doppelten Sinne und der <b>\u00bbdoppelten  Seite hin\u00ab<\/b> (S. 512\/513 f.).<\/p>\n<p>S. 513 &#8211; letzter Absatz: <b>\u00bbDas Verh\u00e4ltnis  des Verm\u00f6genden zu Den Gegenst\u00e4nden der Produktion<\/b> <b>&#8230;<\/b> <b>Wir werden  diese andre Seite sp\u00e4ter betrachten<\/b>.<b>\u00ab<\/b><\/p>\n<p>S. 519 &#8211; unten: <b>\u00bbWir haben bis jetzt  das Verh\u00e4ltnis nur von seiten des Arbeiters, und wir werden es sp\u00e4ter auch von  seiten des Nichtarbeiters betrachten.\u00ab<\/b><\/p>\n<p>Siehe dann S. 522 &#8211; die letzten  drei Abschnitte und: <b>\u00bbBetrachten wir n\u00e4her diese drei Verh\u00e4ltnisse. <\/b>[Fn.:]<b><sup> <\/sup>Hier bricht der Text des unvollendet gebliebenen ersten Manuskripts ab.\u00ab<\/b>!<\/p>\n<p>Frage: gibt\u2018s dazu was, irgendwo weiter oder auch  speziell sp\u00e4ter dazu ge\u00e4u&szlig;ertes von Marx ?<\/p>\n<p><b>\u00bbDer Nichtarbeiter tut alles gegen den Arbeiter, was  der Arbeiter gegen sich selbst tut, aber er tut nicht gegen sich selbst, was er  gegen den Arbeiter tut.\u00ab<\/b> <\/p>\n<p>Erster Halbsatz, das <i>Gemeinsame<\/i>, <i>Gleiche<\/i>:  gegen die <b>\u00bb\u00e4u&szlig;ere, sinnliche Natur\u00ab<\/b> qua <b>\u00bbentfremdeter Arbeit\u00ab<\/b>: <\/p>\n<p><b>\u00bbIn der Bestimmung, da&szlig; der Arbeiter zum Produkt seiner  Arbeit als einem fremden Gegenstand sich verh\u00e4lt, liegen alle diese  Konsequenzen.\u00ab<\/b> (S. 512).<\/p>\n<p>Geben die MEGA-Erg\u00e4nzungen speziell dazu etwas her ?  (nat\u00fcrlich ist mir klar, da&szlig; auch das ganze \u201eKapital\u201c darum sich dreht). Kann  doch der <b>\u00bb<\/b><b>n\u00fctzliche Gebrauchswert<\/b><b>\u00ab<\/b> um des  T[ausch]W[erts]\/Werts wegen lebens-, menschendienlich wie Menschen gef\u00e4hrdend,  zerst\u00f6rend verwertet werden (z.B. medizinisches Gesundheits-, Heil-Mittel oder  Kriegswerkzeug\/-Mittel) &#8210;<\/p>\n<p>Allemal um Verwertung des Werts, also ungeachtet von  Mehrwert-Ausbeutung, also Mensch schlechthin, menschliche Arbeit schlechthin,  welche\/r sich an der Natur, <b>\u00bban den Gegenst\u00e4nden der Natur\u00ab<\/b>, an denen er  die Arbeit<b> \u00bbaus\u00fcbt\u00ab<\/b> (512\/513), um seiner Existenz als Spezies <b>\u00bbzu  bew\u00e4hren\u00ab<\/b> (Marx) hat, jedoch die kapitalistische Produktionsweise nach der  Seite der Mensch gef\u00e4hrdenden, zerst\u00f6renden <b>\u00bbSeite hin\u00ab<\/b> <b>\u2026<\/b> <b>\u00bbdie  Springquellen alles Reichtums untergr\u00e4bt: die Erde und den Arbeiter\u00ab<\/b> (KAP  I, S. 530) &#8211; Natur und  Mensch, schlechthin, qua Gleichg\u00fcltigkeit des Werts gegen\u00fcber Mensch, Natur,  schlechthin &#8211; (so  gleichg\u00fcltig wie der \u00e4u&szlig;er[en] Natur [der] Mensch selbst ist, w\u00fcrde sie nicht  auf seine Eingriffe\/Umformungen &#8210; gesetzm\u00e4&szlig;ig &#8211; reagieren) und  wenn\u2018s dem Menschen um seine Existenz schlechthin geht, nolens volens ein  \u201aUmdenken\u2018 sich einstellt, wirksam quasi als die sogenannte \u201eList der  Vernunft\u201c, gesetzm\u00e4&szlig;ig als Teil, als Element eines (unbestimmten) Ganzen, der  \u201eNatur\u201c, die sich als \u201eGanzheit\u201c zwar denken, aber nicht auf einen Begriff  bringen l\u00e4&szlig;t (vgl. Marx\u2018 Diss., [MEW ]EB [1], Seite 230: <b>\u00bbw\u00fcrde allerdings  seine Begriffsbestimmung aufheben\u00ab<\/b>.<\/p>\n<p>Und die Verwertung des Werts\/Mehrwerts, um die sich  alles dreht, beinhaltet eben den doppelten G[ebrauchs]W[ert] der Ware  Arbeitskraft: Produkt \/ GW, Lebensmittel des Menschen einerseits, Mehrwert f\u00fcr  den Produktionsmitteleigner und Aneigner des produzierten Produkts andererseits &#8211; <\/p>\n<p>unsere Disk. zur Klassenkampfbedingtheit:<\/p>\n<p><b>\u00bbBraucht die Weltgeschichte viele Zeit, um hinter das  (dieses, am Produkt unsichtbare, ausgel\u00f6schte) Geheimnis zu kommen, so ist  dagegen nichts leichter zu verstehen als die Notwendigkeit &#8230; dieser  Erscheinungsform.\u00ab<\/b> (KAP I. S. 562:) <b>\u00bb&#8230;Resultat, da&szlig; der Tauschwert  der Arbeit kleiner ist als der Tauschwert ihres Produkts:\u00ab<\/b><\/p>\n<p>Klar, logisch, eine \u201agreen economy\u2019 l\u00e4&szlig;t diesen Tatbestand unber\u00fchrt ! Aber <i>durch<\/i> <i>diesen  Tatbestand<\/i> ist zugleich das Verh\u00e4ltnis des Menschen zur Natur bedingt, die  crux, dass eine kapitalistische Produktionsweise und damit die herrschenden  Produktionsverh\u00e4ltnisse der herrschenden konkurrierenden Bourgeoisien weltweit  keine menschengerechte menschheitliche Perspektive, Zukunft bieten kann, keine  Zukunft der sich als Gattung der Natur begreifenden Menschen &#8211; au&szlig;er Krieg  untereinander, Krieg gegen die Natur, gegen die menschliche selbst.<\/p>\n<p>Im Verh\u00e4ltnis der Menschen zur Natur (Gebrauchswerte)  liegt damit zugleich das Potential der <b>\u00bbBewegung des Kommunismus\u00ab<\/b>,  ungeachtet von Partei, Klasse, Nation, Rasse, Geschlecht, Religion,  Weltanschauung &#8211; dank  schlichter, blo&szlig;er Tatsachen, Allgemeinwissen: der Mensch, Teil der Natur, samt  seiner physischen und geistigen Wesenskr\u00e4fte (der Natur), in der er sich durch  sie <b>\u00bbzu bew\u00e4hren\u00ab<\/b> hat.<\/p>\n<p>Es gibt also auch eine <i>positive Reduktion<\/i>\/ <i>Abstraktion<\/i>,  \u201epositiver als aller Positivismus\u201c &#8211; Mensch, nichts als <b>\u00bbMensch\u00ab<\/b>,  als Teil der Natur, im besonderen die <b>\u00bbmenschliche Arbeit\u00ab<\/b>,im Austausch  mit ihr als sein Lebensmittel, seine Lebensgrundlage und Grund (selbst die  gro&szlig;en Kirchen sagen (zuletzt mal J. Ratzinger) unter Anerkennung der  Evolutionstheorie zumindest insofern, als die \u201eKreationstheorie\u201c zu ihr nicht  in Widerspruch st\u00fcnde).<\/p>\n<p>Wenn Kommunisten sich an und f\u00fcr sich selbst nicht die  Perspektive der Menschheit als Gattung zu eigen machen, stellen sie sich so  scheinbar \u00fcber alles wie Gl\u00e4ubige ihre Gottheiten und h\u00e4tten so selbst auf dem  Misthaufen der Geschichte nichts verloren.<\/p>\n<p>Und nochmal (unsre Disk.[ussion]): ohne positive  Perspektive &#8211; positiver als  aller Positivismus\/Empirismus &#8211; holst du nicht mal einen Hund  hinterm Ofen hervor, erst recht keinen Menschen, der, wenn nicht bodenlos  borniert, antizipativ, bewu&szlig;t auf Zukunft hin leben k\u00f6nnte, m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Er hat sich als Mensch zu bew\u00e4hren &#8211; wir.<\/p>\n<p>Mu&szlig; jetzt abbrechen.<\/p>\n<p>Wir bleiben weiter dran, unbedingt.<\/p>\n<p>Wir l\u00f6sen den Knoten<\/p>\n<p>Bis bald wieder,<\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p>PS: Spruch von Epikur, Goethe, Frankl &#8211;  sinngem\u00e4&szlig;:<\/p>\n<p><b>\u00bbWir sollten einander nicht begegnen wie wir sind,  sondern wie wir sein k\u00f6nnten\u00ab<\/b> &#8210; <\/p>\n<p>freilich, allerdings nicht ohne die Ursachen unserer  selbstbedingten Existenz wahrzuhaben.<\/p>\n<p>Klassenkampf-Logik und Gattungs-Logik sind zueinander  nur widerspruchsfrei zu kapieren auf der Grundlage und Anerkennung ihres  unentrinnbar unvereinbaren, unvers\u00f6hnbaren Widerspruchsverh\u00e4ltnisses; es macht  die <i>Gemeinsamkeit<\/i>, ja, so absurd oder paradox es sich anh\u00f6ren mag, die <i>Gemeinschaftlichkeit<\/i> der Menschheit als Gattung aus.<\/p>\n<p>Die bewu&szlig;te, gemeinsame, ja gemeinschaftliche  Anerkennung der Realit\u00e4t, der Wirksamkeit dieser <i>allgemeinen<\/i> Widerspr\u00fcchlichkeit <i>an sich<\/i>, <i>in sich<\/i>, <i>mit sich und durch sich<\/i> (jedes einzelnen an sich und allen) dieses \u201e<i>performativen<\/i>\u201c Widerspruchs  (vgl. Marx in StR zu Staat) ist die Bedingung der M\u00f6glichkeit einer anderen, <i>menschlichen<\/i> Welt &#8210; <\/p>\n<p><b>\u00bb<\/b><b>sobald die  Arbeit als das Wesen des Privateigentums erkannt&#8230;, d.h. \u00fcber diese entfremdete  und ent\u00e4u&szlig;erte Gestalt der menschlichen T\u00e4tigkeit als Gattungst\u00e4tigkeit.<\/b><b>\u00ab<\/b> (S. 557). <\/p>\n<p>Klar ist, wie wir feststellten, auch, wie verheerend es  ist, Klassenkampf versus Gattung zu stellen, das eine gegen das andere zu  verabsolutieren\/zu negieren &#8210; die b\u00fcrgerlichen Produktions- und  Verkehrsverh\u00e4ltnisse treiben allerdings stets ganz praktisch dazu &#8210; Klasse  verabsolutiert sich, Klassen\u201cfeind\u201c gilt nicht mehr als Mensch versus Klassen  sind nicht mehr, wir alle sind doch Menschen, br\u00fcderlich, geschwisterlich,  \u201eMenschheitsfamilie\u201c, und wer das nicht wahr hat, stellt sich au&szlig;erhalb. Das  Zugleich beider widerlegt weder das eine noch das andre so wenig wie es den  Widerspruch zwischen beiden aufhebt.<\/p>\n<p>Solange Klassen und Klassenkampf, in welcher Form auch  immer, nicht wirklich praktisch aufgehoben &#8210; und das ist  doch das eigentliche positive Ziel, auch und inbesondre allen Klassenkampfes!, <i>konfundieren<\/i> beide, untrennbar, in gesellschaftlichen, menschlichen Bewegungen. Und nur in  Hinsicht auf die Antizipation des eigentlichen (positiven) Zieles hin kommt  beiden in ihrer gegenseitigen Ausschlie&szlig;lichkeit zugleich auch wesentlich  positives Moment zu, das beiden eigen, beiden inh\u00e4rent, immanent ist, das beide  zusammenkommen l\u00e4&szlig;t, das <b>\u00bb<\/b><b>zugleich ihre  beide vereinigende Wahrheit ist<\/b><b>\u00ab<\/b>. (Marx  \u201everwirft\u201c nicht Hegel, sch\u00fcttet dessen Idealit\u00e4t, \u201eAllgemeines\u201c, nicht mit dem  Bade aus, sondern erkl\u00e4rt dessen bedingten Selbstwiderspruch. Realiter, s.  [MEW] EB 1, S. 577, z.B. Kr.[itik] d. H.[egelschen] St[aats]R[echts], S. 210  ff. 244 u.a.).<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: die sog. Globalisierung ist in ihrem Kern  nicht[s] anderes als eine extensive Durchdringung der weltweit menschlichen  Arbeit zu T[ausch]W[ert] \/ Ware &#8210; als der Erscheinungsform des <b>\u00bbWerts\u00ab<\/b>,  Produktion um der Verwertung des Werts, Mehrwerts, Grundlage: private Aneignung  menschlicher Arbeitsproduktivit\u00e4t, menschlicher Wesenskr\u00e4fte, gegen die an sich  es \u00fcberhaupt nichts einzuwenden gibt (f\u00e4lschliche Gleichsetzung), im Gegenteil.  Nur als Mensch verm\u00f6gen wir diese auf die Selbstgestaltung unseres  Lebensbedingungen und unseres Selbst selbst zu nutzen.<\/p>\n<p>Mu&szlig; jetzt sofort abbrechen &#8210;<\/p>\n<p>les\u2018 auch nicht noch mal durch &#8210; <\/p>\n<p>unfertig,<\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an H.B.<\/b> (24.05.2011)\n  <\/p>\n<p class=VorformatierterText>Betreff:  WEITERE FRAGEN<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Lieber H.,  vielen Dank f\u00fcr Dein Echo auf unser brainstorming. Fertige Antworten habe ich,  wie Du Dir denken kannst, nicht. Ich k\u00f6nnte h\u00f6chstens darauf hinweisen, womit  ich mich in der letzten Zeit intensiv besch\u00e4ftigt habe. Das ist in der MEGA  II\/1, 367 (= <i>Grundrisse<\/i>) die Frage der urspr\u00fcnglichen Akkumulation und  ab 378: Formen, die der kapitalistischen Produktion vorhergehen. (Im Raubdruck  [<i>Grundrisse<\/i>] ab S. 363.) Dort findest Du das, was Marx in den [<i>\u00d6konomisch-philosophischen<\/i>]&#8230;<i>Manuskripten<\/i> noch anthropologisch (Feuerbach) und national\u00f6konomisch (Smith, Ricardo)  abzuleiten versucht, historisch entwickelt, im Sinne von: ausgefaltet. Wir  Linken tragen von &#8217;68&#8216; her das Erbe mit uns herum, mit dem KAP[ital] (meistens  nur dem Ersten Abschnitt [desselben]) als Vademecum alle Probleme der  b\u00fcrgerlichen Gesellschaft abstrakt beantworten zu wollen und konkret nicht  beantworten zu k\u00f6nnen. Auf Seite 511 &#8230;<i>Manuskripte<\/i> kritisiert Marx die  National\u00f6konomen, die alles aus einem erdichteten Urzustand erkl\u00e4ren wollten.  Das hielt Marx 1857 aber nicht davon ab, konkrete \u00dcberlegungen zur historischen  Anthropologie anzustellen und sich in den 70er Jahren immer intensiver damit zu  befassen. 1844 ist er auch noch sehr weit von der wirklichen Arbeiterbewegung  entfernt, wovon seine Ausf\u00fchrungen auf den Seiten 520\/21 \u00fcber die Erh\u00f6hung des  Arbeitslohns zeugen. Allerdings scheint auch schon damals (zumindest in  Frankreich) der blanke \u00d6konomismus vorgeherrscht zu haben, wenn es auf S. 520  hei&szlig;t: <b>\u00bbEine gewaltsame Erh\u00f6hung des Arbeitslohns &#8230;w\u00e4re also nichts als  eine bessere Salairierung der Sklaven.\u00ab<\/b> Das erz\u00e4hl mal unseren heutigen  Linken&#8230; Aber die h\u00e4ltst Du ja sowieso f\u00fcr irrelevant &#8210; ich nicht!<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Ich will  damit sagen, da&szlig; der Satz der Luxemburg (mit der ich i.\u00fc. immer gro&szlig;e Probleme  hatte) richtig und gut ist: \u201eDie Wahrheit ist immer konkret!\u201c Das betrifft auch  Deine \u00dcberlegungen zu Ratzinger und [\u00fcber] die Kommunisten. Zu dem gestandenen  Jesuiten Ratzinger w\u00fcrde ich sagen, da&szlig; ihm das Schicksal seiner Kirche \u00fcber  dasjenige der Menschheit geht und da&szlig; er damit als Verb\u00fcndeter bei dem Versuch,  die Menschheit vor dem Untergang zu retten, schon mal ausf\u00e4llt. Den folgenden  Satz auf Deiner Seite 3 w\u00fcrde ich umkehren: Wenn die Menschheit als Gattung  sich nicht als ultima ratio die Perspektive des Kommunismus zu eigen macht,  wird sie mitsamt den Kommunisten und Herrn Ratzinger auf dem M\u00fcllhaufen der  Geschichte landen. [1] Mal sehen, wer dann unsere Geschichte machen wird&#8230;  Damit das nicht passiert, daf\u00fcr haben wir als \u201ageistige Erben\u2018 des  kommunistischen Verm\u00e4chtnisses von Marx und Engels (und ein ganz klein wenig  von Lenin und Mao) konkret zu sorgen. Diese Aufgabe l\u00e4&szlig;t sich aber nur  realisieren, wenn wir von den Abstraktionen, die wir aus dem KAP[ital] und der  Marxschen Theorie einst gemeinsam mit unseren ehemaligen linken Mitk\u00e4mpfern  gezogen haben, herabsteigen. (Dazu z\u00e4hle ich auch die Gr\u00fcnen, die es  meisterlich verstehen, diesen Job im Sinne der Bourgeoisie zu erledigen. Lernen  wir von unseren ehemaligen Genossen, wie man gegen\u00fcber der Bourgeoisie konkret  wird, ohne selbst gr\u00fcn und bourgeois zu werden!)<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Hier mache  auch ich erst mal Schlu&szlig; und \u00fcberschlafe meine Antwort nicht, zumal es sich um  eine vorl\u00e4ufige Antwort mit weiteren Fragen handelt.<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Gru&szlig;  Ulrich<\/p>\n<p class=VorformatierterText>\n    P.S. Zur Frage der Entfremdung habe ich mich nicht ge\u00e4u&szlig;ert. U.a.  deshalb, weil diese Frage im KAP I-III von Marx konkret beantwortet wird, so  da&szlig; allein auf dieser Grundlage, diese Frage neu aufzurollen w\u00e4re&#8230; Stichwort:  Blaupause. [2]<\/p>\n<p class=VorformatierterText>\n    [1] <b>H.B. an Ulrich Knaudt<\/b> (23.05.2011): <b>\u00bbWenn Kommunisten sich an und  f\u00fcr sich selbst nicht die Perspektive der Menschheit als Gattung zu eigen  machen, stellen sie sich so scheinbar \u00fcber alles wie Gl\u00e4ubige ihre Gottheiten  und h\u00e4tten so selbst auf dem Misthaufen der Geschichte nichts verloren.\u00ab<\/b><\/p>\n<p>[2] <b>DEBATTE  2 Marx und \u201eMarxismus\u201c in Deutschland. Anhang.<\/b><\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Ulrich Knaudt  an H.B. <\/b>(24.05.2011)<\/p>\n<p>Betreff:  NACHTR\u00c4GLICHES<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzungen<\/p>\n<p>1. Ich halte den Schritt  in den [\u00d6konomisch-philosophischen] <i>Manuskripten<\/i>, Feuerbachs  Hegel-Kritik \u00fcber den Begriff der Arbeit (Aneignung der Natur) auf den  wesentlichen Widerspruch zu bringen (Gattung-Natur, Natur-Gattung) f\u00fcr ganz  entscheidend, selbst wenn Marx sich auf diesem Wege nicht von den engen Fesseln  der Philosophie und der National\u00f6konomie befreien kann (siehe  Feuerbach-Thesen).<\/p>\n<p>2. Der wichtigste Text,  in dem genau das wenige Jahre sp\u00e4ter geschieht, ist <i>Das Elend.<\/i>.. [der  Philosophie]. Obwohl schon wieder eine Weile her, da&szlig; ich ihn gelesen habe,  w\u00fcrde ich pauschal urteilend sagen, da&szlig; es Marx darin gelingt, den Schritt von  der Gattung zur Klasse, der ihm in den <i>Manuskripten<\/i> (der individuelle  Arbeiter) verwehrt war, zu vollziehen, ohne sich im Gestr\u00fcpp einerseits des  \u00d6konomismus und andererseits des Bakunismus zu verfangen. Diesen Text w\u00fcrde ich  Dir auf Deine Frage hin ans Herz legen, falls Du ihn noch nicht intensiv  studiert hast.<\/p>\n<p>3. In den GR[rundrissen]  wird nicht nur die National\u00f6konomie dialektisch auseinander genommen (Wertgesetz),  sondern in den von mir genannten Passagen [1] wird auch das Gattungsproblem,  nun aber historisch, untersucht und auf den konkreten Begriff gebracht. Die  Neue Marx-Lekt\u00fcre versteift sich auf die Kritik der National\u00f6konomie unter  Bewunderung der dialektischen Folterwerkzeuge, mit denen Marx die b\u00fcrgerlichen  \u00d6konomen traktiert; sie hat aber die andere Seite vollst\u00e4ndig ignoriert: die  Anthropologie, mit der Marx das ganze Entfremdungsproblem auf den wesentlichen  Widerspruch bringt (ich sage nicht: reduziert, obwohl das nahel\u00e4ge). Schon aus  diesem Grund sollte man sie immer wieder mit der Nase auf die <i>Manuskripte<\/i> sto&szlig;en. Blo&szlig; bleibt das auch ein moralischer Appell, der sie wahrscheinlich  nicht von ihrem \u00d6konomismus (Die Linke) und Bakunismus (&#8230;\u201aUms Ganze\u2018), wenn  es konkret wird, abhalten wird. [2]<\/p>\n<p>4. Der wesentliche  Widerspruch in den bezeichneten GR-Passagen besteht einerseits im  Privateigentum (Kapital = national\u00f6konomische Seite) andererseits im Eigentum  der Produzenten an den Produktionsbedingungen, d.h. in der historischen  Konkretisierung von Produktionsverh\u00e4ltnissen, in denen der Mensch als  Gattungswesen ganz bei sich ist = nicht entfremdet leben und arbeiten mu&szlig;. Die  Feuerbachsche Anthropologie wird historisch konkretisiert (Stichwort: Dorfgemeinde).  Bei diesen Produktionsformen handelt es sich nicht um ein \u201aModell\u2018, das sich  National\u00f6konomen und Sozialwissenschaftler ausdenken und auch ben\u00f6tigen, um die  komplizierten Verh\u00e4ltnisse der kapitalistischen Produktionsweise auf ein  abstraktes Ur-Verh\u00e4ltnis (der Wilde, der J\u00e4ger) atomistisch zu reduzieren,  sondern darum zu zeigen, wie die wirkliche historische Menschheit den  Widerspruch zwischen Natur und Gattung in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen  \u201aMilieu\u2018 konkret gel\u00f6st hat. Die \u201em\u00f6gliche &#8230;andere Welt\u201c hat es hier wirklich  gegeben!<\/p>\n<p>5. An diese positive  Real-Utopie haben die Nationalsozialisten mit \u00e4u&szlig;erstem Geschick angekn\u00fcpft  und&nbsp; diese \u201aden Menschen\u2018 in der  gro&szlig;en Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren als R\u00fcckkehr in die vergangene  Wirklichkeit einer \u201em\u00f6glichen anderen Welt\u201c verkauft, die in deren kollektiver  Erinnerung noch konserviert war und versprochen, ihnen durch einen <i>salto  mortale<\/i> in diese nicht entfremdete Vergangenheit den  notwendigen Bruch mit der kapitalistischen Produktionsweise zu \u201aersparen\u2018. Die  gr\u00fcne Linke und die linken Gr\u00fcnen treiben im Prinzip des gleiche Spiel. In  meinem 2. Emmely-BLogbuch (BL310) [3] bin ich darauf gesto&szlig;en, da&szlig; die  Produzenten in der Sowjet- <u>und<\/u> NS-Wirtschaft die gleiche Position  einnehmen. Sie werden vom jeweiligen Staat vor dem Kapital gesch\u00fctzt und  metaphorisch zu Eigent\u00fcmern an den Produktionsbedingungen erkl\u00e4rt, ohne dies  konkret zu sein, weil an ihrer Stelle der Staat diese Position einnimmt. (Hier  lie&szlig;en sich all jene Bestimmungen, die in den <i>Manuskripten<\/i> die  Entfremdung des Menschen = Produzenten ausmachen, nach Belieben einsetzen.  Siehe: die Beliebtheit der Fr\u00fchschriften bei bestimmten Marxisten in der DDR!  Und die Bem\u00fchungen der Staatsmarxisten, deren Bedeutung zu minimieren! Auch  h\u00e4tten die Bakunisten hier ein weites Bet\u00e4tigungsfeld, wenn sie aufh\u00f6rten, den  historischen Faschismus ausschlie&szlig;lich unter politischen Voraussetzungen zu  bek\u00e4mpfen&#8230;). Der Antifa Der Linken, der sich ebenfalls haupts\u00e4chlich an die  politischen Erscheinungsformen des NS (Zerschlagung der Demokratie und der  Koalitionsfreiheit) h\u00e4lt, umgeht aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden diesen  entscheidenden Punkt, der sein eigentliches Wesen ausmacht. Und deshalb kann  der Antifa jederzeit aus der Negation der einen faschistischen Form in eine andere  umschlagen. Entscheidend ist, da&szlig; die Produzenten ihrer konkreten  M\u00f6glichkeiten, gegen das Kapital Widerstand zu leisten, unter allen Formen des  vorgeblichen \u201aSchutzes der Menschen vor dem Kapitalismus\u2018 von Staats wegen  beraubt werden. Allein unter dieser Voraussetzung ist jeder Satz aus den <i>Manuskripten<\/i> konkret wahr und, den roten, gr\u00fcnen, braunen Faschisten an den Kopf geworfen,  ein Volltreffer! Ohne diese konkrete Voraussetzung bleibt die Passage, die Du  [aus den <i>Manuskripten<\/i>] zitierst, ein zwar aufw\u00fchlender, aber moralischer  Appell an die Menschheit, den auch die S.J. (fast! &#8210; wenn bestimmte Dinge  nicht beim Namen genannt werden) unterschreiben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dies alles habe ich mit  dem Luxemburg-Zitat (das auch Lenin gefallen hat) gemeint. Ob sie selbst das so  gemeint hat, bleibe dahingestellt. Ich w\u00fcrde es bezweifeln. Dennoch ist dieser  Satz sehr richtig und besitzt einen hohen Wahrheitsgehalt.<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc&szlig;e<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] <b>Ulrich Knaudt an H.B.<\/b> (24.05.2011).WEITERE FRAGEN.<\/p>\n<p>[2] <b>DEBATTE  2 Marx und \u201eMarxismus\u201c in Deutschland. Anhang.<\/b><br \/>\n    [3] <b>BLogbuch <\/b>3 2010<b> Der Fall \u201eEmmely: ein Sieg der Linken \u00fcber die  alte Bourgeoisie &#8211; ein Pyrrhus-Sieg \u00fcber das Kapital.<\/b><\/p>\n<p>  <b><\/p>\n<hr \/>\n<p>  H.B. an Ulrich Knaudt <\/b>(12.06.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: AW: TELBIM<\/p>\n<p>\n    Lieber Ulrich,<\/p>\n<p>darf ich Dich daran erinnern:<\/p>\n<p>meine Frage bzw. Bitte in Bezug auf den  Abbruch des Textes in [MEW] EB I, S. 519, 522 &#8211; <b>\u00bbgibt\u2019s dazu was,  irgendwo weiter&#8230;?\u00ab <\/b>(s. mein Mail vom 23.5.), n\u00e4mlich in dieser  dezidierten Weise:<\/p>\n<p><b>\u00bb<\/b><b>Betrachten  wir n\u00e4her diese drei Verh\u00e4ltnisse \u2026geben die MEGA-Erg\u00e4nzungen speziell dazu <\/b>(!)<b> etwas her?<\/b><b>\u00ab<\/b> &#8210; was  der <b>\u00bbNichtarbeiter \u2026 tut nicht gegen sich selbst, was er gegen den Arbeiter  tut\u00ab<\/b>?<\/p>\n<p>Es geht mir darum,&nbsp;beider Tun zu  messen an der Unvereinbarkeit des Widerspruchs zu: <b>\u00bbGesetzt den Fall, wir  h\u00e4tten als Menschen produziert\u2026\u00ab <\/b>Es betrifft \u00fcbrigens nicht nur das \u201eWie\u201c,  sondern ebenso, implizit, das \u201eDa&szlig;\u201c &#8211; \u00fcberhaupt Arbeit zu haben, d.i. Teilhabe an der (Re-)Produktion der Mittel des  eigenen Lebens, und das \u201eWas\u201c &#8211; <\/p>\n<p>der <b>\u00bbn\u00fctzliche Gebrauchswert kann  zweckgerichtet bzw. wirksam sein, menschendienlich, &#8211; vertr\u00e4glich wie auch  &#8211;unvertr\u00e4glich, -zerst\u00f6rerisch \u2026 \u00ab<\/b>, an sich,<\/p>\n<p>seinesgleichen, an der (\u00e4u&szlig;ern) Natur (eine  Art \u201etrinitarischer\u201c Kreislauf: bei dem das Verh\u00e4ltnis des Menschen zur Natur  &#8211; z.B. privateigent\u00fcmlich \/ gemeineigent\u00fcmlich &#8211; immer zugleich auch untrennbar verkn\u00fcpft, verschr\u00e4nkt ist mit dem zu  seinesgleichen und zu sich selber; jedes bzw. je beide der drei sind durch ihr  je anderes dekliniert (,\u201agebeugt\u201c).<\/p>\n<p>Also,<\/p>\n<p>was der Arbeiter wie ebenso der  Nichtarbeiter gegen sich selbst, was der Nichtarbeiter gegen den Arbeiter ohne  gegen sich selbst? <\/p>\n<p>Ohne diese Frage pers\u00f6nlichst an sich und  zugleich unter Bestimmung des Gemeinsamen aller Subjekte in [zu]mindest dieser  doppelten Hinsicht, zum einen, was der Nichtarbeiter i. U. z. Arbeiter <b>\u00bbnicht  gegen sich selbst tut\u00ab<\/b>und was zum anderen jeder, alle in Widerspruch zu  sich selber, allgemein, tun, das ganze <i>Kapital<\/i>-Verst\u00e4ndnis hohl,  abstrakt &#8211; wie es es selbst zugleich <i>ist<\/i> und <i>nicht<\/i> ist.  Wieder mal auf die Schnelle, bis bald wieder, <\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p>\n  <b><\/p>\n<hr \/>\n<p>  Ulrich Knaudt an H.B. <\/b>(13.06.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: DER ARBEITER UND DAS KAPITAL<\/p>\n<p>Lieber  H., wie Du aus dem Anhang entnehmen wirst, habe ich mich in den letzten 20  Tagen mit dem BLogbuch 111 befa&szlig;t. Es enth\u00e4lt im Prinzip inhaltlich das, was  ich in meinem Brief vom 22.04. an Dich geschrieben habe. Daher bin ich, was  Deine Fragen angeht, etwas aus dem Tritt. Ich hatte mich in zwei weiteren Mails  speziell mit dem von Dir genannten Text versucht auseinanderzusetzen. Um das  noch mal zu pr\u00e4zisieren: die [\u00d6konomisch-philosophischen]&#8230;<i>Manuskripte<\/i> k\u00f6nnen nur mit Gewinn an besserer Einsicht gelesen werden, wenn wir sie von der  im KAP[ital] von Marx erreichten Position lesen, was wiederum R\u00fcckwirkungen auf  die akademische Neue Marx-Lekt\u00fcre hat. Meiner Meinung nach stehen sie nicht f\u00fcr  sich. Das wissenschaftliche Hauptwerk von Marx hei&szlig;t nicht umsonst \u201eDas  Kapital\u201c und nicht \u201eDer Arbeiter und das Kapital\u201c. Die letztere Perspektive  nehmen bereits die Klassiker ein, wobei es ihnen im wesentlichen um das Kapital  geht. Diese Perspektive nimmt Marx v\u00f6llig korrekt von seiner kritischen  Position ausgehend ebenfalls zun\u00e4chst ein ([MEW EB 1, 510: <b>\u00bbWir sind  ausgegangen von den Voraussetzungen der National\u00f6konomie&#8230;\u00ab<\/b>). Aber diese  erweist sich, f\u00fcr sich genommen als unzureichend (oder auch nicht, aber nur  dann, wenn man sie in einen neuen konkreten &#8211; [R.]  Luxemburg! &#8211; Zusammenhang stellt). Im Grunde, das  habe ich beim Studium von D.W.[olf]s Anti-Reichelt\/Knaudt-Paper [1] bisher  bemerkt, benutzt die Neue Marx-Lekt\u00fcre (und gerade auch D.W.!) die Marx-Texte  durch die Bank als Steinbruch, um aus bestimmten Versatzst\u00fccken ein neues  System zusammenzustricken. Ich habe den schlichten Anspruch, das, was Marx  schreibt zu verstehen, und zwar im Kontext unserer heutigen politischen  Verh\u00e4ltnisse. Und dazu k\u00f6nnen mir auch seine Fr\u00fchschriften verhelfen. Aber ich  habe nicht vor, daraus ein neues System zu machen. Au&szlig;erdem wird bei der  Analyse der Fr\u00fchschriften in den meisten F\u00e4llen abgesehen vom KAP der  Zusammenhang mit Marxens sp\u00e4teren anthropologischen Untersuchungen ignoriert.  Auch darin sehe ich eine konkrete Weiterentwicklung der anfangs an Hegel und  Feuerbach orientierten, aber bereits materialistischen (philosophischen)  Anthropologie. Ein weiteres Argument, warum die Fr\u00fchschriften nicht f\u00fcr sich zu  lesen (und auch nicht zu verstehen) sind.<\/p>\n<p>Entschuldige  daher, da&szlig; ich auf Deine Fragen nicht intensiver eingehen konnte. Ich bin in  der n\u00e4chsten Woche ohne Internet und Telefon. Aber vielleicht kannst Du in der  Zwischenzeit Deine Fragen bezogen auf meine Einw\u00e4nde noch ein wenig  konkretisieren und zuspitzen!<\/p>\n<p>Herzliche  Gr\u00fc&szlig;e<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] <b>Dieter Wolf:<\/b><b>Qualit\u00e4t und  Quantit\u00e4t des Werts (Makro\u00f6konomischer  Ausblick auf den Zusammenhang von Warenzirkulation und Produktion. Bemerkungen  zu Ulrich Knaudts Papier \u201eUnter Ein\u00e4ugigen ist der Blinde K\u00f6nig\u201c, zu Helmut  Reichelts Papier \u00fcber seine Geltungstheorie und wie dar\u00fcber in einer Sitzung  der Marx-Gesellschaft diskutiert wurde)<\/b>.<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>H.B. an Ulrich Knaudt<\/b> (13.06.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff:  AW: DER ARBEITER UND DAS KAPITAL<\/p>\n<p>\n    Lieber  Ulrich, <\/p>\n<p class=VorformatierterText>ich  versteh Deine ganzen Ausf\u00fchrungen, Ansichten<\/p>\n<p class=VorformatierterText>1. zu <b>\u00bb&#8230;  pr\u00e4zisieren: die &#8230; <i>Manuskripte<\/i> &#8230;\u00ab<\/b>&#8210; da&szlig; sie l\u00e4ngst  nicht auf der Ebene der un\u00fcberbietbar wissenschaftlichen Darstellung des  \u201eKapitals\u201c geschrieben sind; <\/p>\n<p class=VorformatierterText>2. zu <b>\u00bbIm  Grunde, &#8230;\u00ab<\/b>&#8210; dass die <b>\u00bbSteinbruch\u00ab<\/b> -Lamentierer dessen \u201eganzheitlichen\u201c Ansatz verw\u00e4ssern, eliminieren;<\/p>\n<p class=VorformatierterText>3. zu <b>\u00bbAber  ich habe nicht vor &#8230;\u00ab<\/b>&#8211; s. Bemerkung zu 1.); aber ich  verstehe <i>nicht<\/i>, bringt mich meinerseits <b>\u00bbaus dem Tritt\u00ab<\/b>, wie Du  mit allgemeinsten Grundsatz\u00fcberlegungen einfach nicht auf meine ganz einfache,  banale, konkrete Frage antwortest, <b>\u00bbdrei Verh\u00e4ltnisse\u00ab<\/b>, Besonderheit des  Unterschieds zwischen <b>\u00bbNichtarbeiter &#8230; Arbeiter\u00ab<\/b>, m\u00f6glichst in der  einfachen, grundlegenden Diktion \u00e0 la Fr\u00fchschriften-Zitat (519,522), nach  M\u00f6glichkeit sogar dem <i>Kapital <\/i>selbst oder wie ich frage, irgendwo der  MEGA entnehmend!<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Mir geht&#8217;s  nur darum, das Einfachste, Grundlegendste in jenem zitiertem Kontext, wo&#8217;s in  den Fr\u00fchschriften abbricht, ebenso einfach und grundlegend auf den Punkt zu  bringen. Ich bin dabei, es mir selbst zu stricken &#8211; <\/p>\n<p class=VorformatierterText>den  schlicht in der <b>\u00bbnegativen Einheit\u00ab<\/b> wirksamen eigentlichen Antagonismus  \/ <b>\u00bbGegenverh\u00e4ltnis\u00ab<\/b> (Kant&#8217;s <b>\u00bbRealrepugnanz\u00ab<\/b>, der diese nur  math.[ematisch] bzw. an \u00e4u&szlig;ern Naturvorg\u00e4ngen beschreibt, s. Colletti [1]), der  nicht nur den <b>\u00bbNichtarbeiter\u00ab<\/b> vom <b>\u00bbArbeiter\u00ab<\/b> trennt, abspaltet  und umgekehrt, sondern die ganze Spezies, Gattung Mensch einseitig von der  Natur abspaltet (als ihrer Lebensgrundlage, ihrem Lebensmittel i.w.S., sowie  ihrem Lebens<i>grund<\/i>&#8211; g\u00e4nzlich <i>un<\/i>spekulativ!, als  schlichte Tatsache\/n !) und damit die ganze Gattung <i>an<\/i> sich, <i>in<\/i> sich, <i>mit<\/i> sich und <i>durch<\/i> sich selbst gespalten ist &#8230;; ebenso  wie jeder Staat, jedes Unternehmen, wie jedes Individuum selber, jeder <b>\u00bbArbeiter\u00ab<\/b> <i>im<\/i> Verh\u00e4ltnis zu seinem Eigentum <i>an<\/i> sich, nichts als seinem Arbeitsverm\u00f6gen,  und wenn es nicht kraft-ent\u00e4u&szlig;ernd verkauft werden kann, dies St\u00fcck Natur  g\u00e4nzlich nichts, Nichts ist, sofern es nicht noch wenigstens als Sozialballast  gehalten konsumierend, sich selbst produzierend an der (Re-)Produktion des  Kapitals selber noch \u201epartizipiert\u201c.&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<p class=VorformatierterText>Nur darum,  um die Bedeutung dieser einfachen, allgemeinsten Tatsache geht\u2019s mir, \u201ewert\u201c &#8211; bzw. \u201ekapital\u201c&#8211;logisch bedingt.<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Deine  Gesamt-Beurteilungen sind mir dabei zwar nicht unwichtig, aber bringen mich f\u00fcr  meinen schlichten Zweck nicht weiter.<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Bis bald  wieder, <\/p>\n<p class=VorformatierterText>herzlichen  Gru&szlig;<\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p>    [1] <b>Lucio Colletti: <i>Marxismus und Dialektik<\/i>,<\/b> Frankfurt M. Berlin. Wien 1977.<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich  Knaudt an H.B.<\/b> (25.06.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: \u00d6K  PHIL MAN<\/p>\n<p>\n    Lieber H., gerade als ich Dir schreiben wollte, warum ich so lange nichts von  mir hab h\u00f6ren lassen, kamen Deine \u201aGemeing\u00fcter\u2018. Dazu sage ich erst mal nichts &#8210; zumal von meinen \u201aErbfeinden\u2018 gesponsert (obwohl sie die Libyen-Intervention der  UN unterst\u00fctzen)! [1]<\/p>\n<p>\n    Ich wollte Dir eigentlich nur mitteilen, wie weit ich mit den \u00d6k Phil Man  gekommen bin und da&szlig; ich vorhabe, Dir was dazu zu schreiben, worin ich zu  Deinen Fragen Stellung nehmen werde, nachdem Du geschrieben hast, da&szlig; Dir meine  bisherigen Stellungnahmen nicht ausreichen. Dazu habe ich die \u00d6k phil Man zu  Ende studiert und lese gerade den Fulda [2] (den Du mir mal geschickt hast und  der mir bis dato wenig gesagt hat): was er darin als Fachphilosoph von sich  gibt, ist sehr brauchbar, was als Theoretiker, geht in Richtung  Sprechakt-Theorie und Habermas und ist dann wohl eher zu vergessen.  (Interessant, da&szlig; es hier bereits von \u201eStrukturen\u201c nur so wimmelt&#8230; War das  des Pudels Kern bei D.W.[olf]?)<br \/>\n    Also w\u00fcrde ich sagen, wie sollten uns, was dieses Thema angeht, [&#8230;] gedulden,  bis ich mein Zeug fertig habe. Au&szlig;er Du m\u00f6chtest mir erkl\u00e4ren, was es mit den  Gemeing\u00fctern auf sich hat. Aber dazu mu&szlig; ich das auch erst mal gelesen haben.<\/p>\n<p>Viele  Gr\u00fc&szlig;e<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] <b>Gemeing\u00fcter st\u00e4rken. Jetzt!<\/b> Thesenpapier entstanden im Rahmen des  Interdisziplin\u00e4ren politischen Salons der \u201eHeinrich-B\u00f6ll-Stiftung\u201c. (\u201eZeit f\u00fcr  Allmende\u201c).<\/p>\n<p>[2]<b> H.F. Fulda: <i>Dialektik  als Darstellungsmethode im \u201eKapital\u201c von Marx<\/i><\/b>; in: Ajatus, Helsinki  1978 (H. 37).<\/p>\n<p>\n  <b><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <\/b>\n  <\/p>\n<p><b><br \/>\n    Ulrich Knaudt an H.B. <\/b>(30.06.2011)<\/p>\n<p>Betreff:  WELTERN\u00c4HRUNG<\/p>\n<p>\n    Lieber H., Deine Nachbetrachtung [&#8230;] werde ich jetzt nicht unmittelbar  beantworten, sondern im Rahmen meiner Auseinandersetzung mit den \u00d6k[onomisch-]  phil[osophischen] Man[uskripten]. Ich habe zu Deinen Stichworten [&#8230;]  geforscht. War aber nicht sehr ergiebig.<\/p>\n<p>\n  <b><\/p>\n<hr \/>\n<p>  H.B. an Ulrich Knaudt <\/b>(30.06.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: AW: G  8<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, nochmal:<\/p>\n<p>Wenn <i>alles<\/i>, was  sich auf Erscheinungs-\/Symptomebene <i>praktisch<\/i> irgendwie gegen  Wert\/Kapital richtet, <i>nichts<\/i> ist, letztlich nur auf dessen M\u00fchlen geht,  bleibst nicht nur zuschauender Kommentierer, von drau&szlig;en, dr\u00fcber;  schulmeisternde Erkl\u00e4rungen verkommen zu Lamentieren &#8230;. hast nicht als  Subjekt &#8210; als Kommunist &#8210; selbst auch ein  wirkliches Interesse an diesem und jenem das eigene Dasein verbesserndem oder  zu verhinderndem Sachverhalt, punktuell oder bestimmten Bewegungen oder  Entwicklungen dieser Art ?<\/p>\n<p>Andernfalls w\u00fcrde man  doch auf einer rein verbal belehrenden bzw. erkl\u00e4renden Metaebene, in der  Abstraktion von sich selbst verbleiben, von der realen Proze&szlig;haftigkeit der  geschichtlichen Bewegung, in der wir uns befinden, mit der wir <i>in ihr<\/i> es  zu tun haben.<\/p>\n<p>Wenn <b>\u00bbKomm.<\/b>[<b>unismus<\/b>]<b>\u00ab<\/b> die <b>\u00bbwirkliche Bewegung\u00ab<\/b>&#8210; der Menschen ! &#8210; ist, dann verdichten  sich, konfundieren alle Widerspr\u00fcche, die der <b>\u00bb<\/b><b>Ware<\/b><b>\u00ab<\/b> wie der <b>\u00bbArbeit\u00ab<\/b> immanent sind, <i>im<\/i> Subjekt selbst (das nach Marx <b>\u00bbdie Ware\u00ab<\/b> selbst <b>\u00bbist\u00ab<\/b>; und nochmal: der <b>\u00bbGebrauchsgegenstand oder Gebrauchswert\u00ab<\/b> selbst bereits kann als solcher als <i>menschlich<\/i> n\u00fctzlicher wie auch zu <i>un<\/i>menschlichen  Zwecken produziert werden, letzteres qua Konkurrenz des Privateigentum[s], des <b>\u00bbEigennutzes\u00ab <\/b>der Subjekte, der Privateigent\u00fcmer, angefangen beim Subjekt als einzelnem  Individuum, einzelnem Unternehmen, Staat, Staatenb\u00fcnde &#8230; der Gleichg\u00fcltigkeit  im doppelten Sinne (gleichg\u00fcltig, wenn es nicht tangiert, so wie gleich <i>g\u00fcltig<\/i>,  wenn es um es \/ sich seiner selbst [willen] geht, auf Kosten andrer), aller, <i>allgemein<\/i>&#8210; <\/p>\n<p>so versteh ich Marx\u2018 <b>\u00bbrohen  Kommunismus\u00ab<\/b>, zugleich an einem Kulminations-(Bifurkations-)punkt  anlangend, an dem der Allgemeinheit dies, n\u00e4mlich das <i>allgemeine Wesen<\/i> des (exklusiven) Privateigentums (bellum omnium contra omnes) schon auf [der]  Erscheinungsebene augenf\u00e4llig erkennbar, sichtbar wird&#8230;<\/p>\n<p>als <i>Widerspruch<\/i> der Menschheit, Gattung a n sich, <i>in<\/i> sich, <i>mit<\/i> sich, <i>durch<\/i> sich !<\/p>\n<p>und durch denselben  zugleich der <i>Widerspruch<\/i> derselben <i>zur<\/i> Natur inkl. zu ihrer  eigenen bedingt ist, und v.v., sie sich also gegenseitig, wechselwirkend  hervorbringen, bedingen &#8210; <\/p>\n<p>eben aufgrund der  Privateigent\u00fcmlichkeit des (Aneignungs-) Verh\u00e4ltnisses der Menschen:<\/p>\n<p>gegen\u00fcber der Natur<\/p>\n<p>gegen\u00fcber seinesgleichen, <\/p>\n<p>gegen\u00fcber sich selbst;<\/p>\n<p>es ist nicht die Gattung  als <b>\u00bbTeil\u00ab<\/b>, als Wesen, als Gemeinwesen der Natur, mit ihren <b>\u00bbphysischen  und geistigen Kr\u00e4ften\u00ab<\/b>, durch die sie <b>\u00bbmit sich selbst zusammenh\u00e4ngt\u00ab<\/b> (vgl. [MEW] EB 1, S. 516 oder: der Mensch <b>\u00bbin seinem individuellsten Wesen\u00ab<\/b> = <b>\u00bbGemeinwesen\u00ab<\/b>, EB 1, S. ?). [1]<\/p>\n<p>Ist nicht heute mehr und  mehr allgemeines Thema \u201eglobal\u201c die Menschheit, die Gattung selbst, ihr Leben,  \u00dcberleben als solche, Zweck ihrer an sich um ihrer selbst willen, Selbstzweck &#8210; als Teil, als Wesen der  Natur? (wenngleich der Begriff von Natur sich dem Begriff entzieht) Bedingung  dieser M\u00f6glichkeit<br \/>\n    <i>praktisch<\/i> ist die Aufhebung ihres Widerspruch an sich, in sich&#8230;, ihr  einhergehend zugleich der zur Natur?<\/p>\n<p>G\u00e4b\u2018s dar\u00fcber heute nicht  -zig Ans\u00e4tze zur Verdeutlichung des Individuums, des Subjekts und allgemein der  Gattung selbst als Subjekt in seiner (gemeinsamen, allgemeinen)  Widerspr\u00fcchlichkeit an sich, in sich &#8230; <i>f\u00fcr<\/i> sie \/ sich selbst&#8230;?<\/p>\n<p>Entspricht nicht Marx\u2018 <b>\u00bbkategorischer  Imperativ\u00ab<\/b> bzgl. der Aufhebung vom geknechteten, gedem\u00fctigten, erniedrigten  Menschen &#8210; durch sich selbst verursacht qua <b>\u00bbWert\u00ab<\/b> \/ <b>\u00bbTauschwert\u00ab<\/b>,  der <b>\u00bbWert<i>form<\/i>\u00ab <\/b>qua Privateigentum \/ &#8211;<i>Verh\u00e4ltnis<\/i>, qua  allgemeinem privateigent\u00fcmlichen <br \/>\n    <i>Verhalten<\/i> der Menschen zu &#8230;, welche die gesellschaftliche <i>Struktur<\/i> als wirkliche, allgemein <br \/>\n    <i>geltende<\/i> real konstituieren! &#8210; <\/p>\n<p>der M\u00f6glichkeit und noch  mehr der Notwendigkeit, diesen f\u00fcr die Menschheit, f\u00fcr die Gattung insgesamt,  menschheitlich f\u00fcr das Gemeinwesen Mensch schlechthin zu postulieren ?<\/p>\n<p><i>Klassen<\/i> \/ <i>Klassenkampf<\/i>&#8210; nicht um seiner selbst  willen, sondern zu diesem <i>Zweck<\/i>!?<\/p>\n<p>Zur Aufhebung der Lohn- \/ <b>\u00bbWert\u00ab <\/b>-Sklaverei \u00fcberhaupt, der Ausbeutung des Menschen durch den  Menschen, der Entfremdung des Menschen schlechthin von sich, seinesgleichen,  der Natur&#8230; <\/p>\n<p>Deshalb <i>Gemeineigentum<\/i>! &#8210; dem (objektiven) Gemeinwesen  der Individuen, Subjekte entsprechend, und v.v., Mensch sich als Mensch <b>\u00bbbew\u00e4hrend\u00ab<\/b>,  damit zugleich, endlich, sich selbst<\/p>\n<p>wirklich <b>\u00bbWert\u00ab<\/b>, <b>\u00bbW\u00fcrde\u00ab<\/b> verleihend!?<\/p>\n<p>G\u00e4b&#8217;s nicht neben dem  erdr\u00fcckend Negativen, <i>in<\/i> der <b>\u00bbnegativen Totalit\u00e4t\u00ab<\/b>, der Totalit\u00e4t  der <b>\u00bbNegation\u00ab<\/b> seiner selbst nicht mannigfaltig Positives in den  verschiedensten Sph\u00e4ren der Welt der Menschen, das es zu erkennen gilt, um es  in einem zu verteidigen wie zu entfalten, in der einen, dann w\u00e4re die Marxsche  Erkenntnis vom <b>\u00bbKommunismus\u00ab <\/b>als der <b>\u00bbwirklichen Bewegung\u00ab<\/b> hohl,  leer, Phrase.<\/p>\n<p><b>\u00bbDie Diremtion der Welt  ist erst total, wenn ihre Seiten Totalit\u00e4ten\u00ab<\/b>&#8230;, <b>\u00bbdenn riesenhaft  ist der Zwiespalt, der Ihre Einheit ist\u00ab<\/b> ([MEW] EB I, S. 215, 217).<\/p>\n<p>Der <b>\u00bbZwiespalt\u00ab<\/b> macht ihre Gemeinsamkeit, Einheit aus. Also kommt&#8217;s drauf an, denselben an uns,  den Menschen, der menschlichen Gattung an sich als einen ihr <b>\u00bbgemeinschaftlichen\u00ab<\/b> begreifbar werden zu lassen &#8210; <\/p>\n<p>Das w\u00e4re wenigstens schon  mal die halbe Miete.<\/p>\n<p>Brech\u2018 jetzt einfach ab &#8210; <\/p>\n<p>heute Morgen ist bald die  Nacht rum.<\/p>\n<p>Vielleicht ein weiteres  kleines St\u00fcckchen Bruchst\u00fcck. <\/p>\n<p>herzlichen Gru&szlig;, <\/p>\n<p>bis bald wieder, <\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p>\n    [1] <b>Karl Marx: <i>\u00d6konomisch-philosophische Manuskripte<\/i><\/b> MEW EB I,  535: <b>\u00bbIn ihm <\/b>[<b>Verh\u00e4ltnis des Menschen zum Menschen<\/b>]<b> zeigt sich  also, in[wie]weit das <i>nat\u00fcrliche<\/i> Verhalten des Menschen <i>menschlich<\/i> oder inwieweit das <i>menschliche<\/i> Wesen ihm zum <i>nat\u00fcrlichen<\/i> Wesen,  inwieweit seine <i>menschliche<\/i> <i>Natur<\/i> ihm zur <i>Natur<\/i> geworden  ist. In diesem Verh\u00e4ltnis zeigt sich auch, in[wie]weit das <i>Bed\u00fcrfnis<\/i> des  Menschen zum <i>menschlichen<\/i> Bed\u00fcrfnis, inwieweit ihm also der <i>andre<\/i> Mensch als Mensch zum Bed\u00fcrfnis geworden ist, inwieweit er in seinem  individuellsten Dasein zugleich Gemeinwesen ist.\u00ab<\/b><\/p>\n<p>  <b><\/p>\n<hr \/>\n<p>  H.B. an Ulrich Knaudt <\/b>(01.07.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff:  AW: WELTERN\u00c4HRUNG<\/p>\n<p>\n    Danke, Ulrich, f\u00fcr Deine weitere Recherche.<\/p>\n<p>[&#8230;]<br \/>\n    In gewisser Weise geht es doch um Planung einer globalen  Grundnahrungs-Mittel-Sicherung, also um eine immerhin notwendige globale  Produktionsmenge (inkl. Bevorratung), und vor allem doch auch darum, unn\u00f6tige,  nicht rentable \u00dcberproduktionen zu vermeiden angesichts rentabler Ertr\u00e4ge aus  anderweitigen Nutzungen des Bodens der Erde &#8210; an  sich doch ein sehr ernst zu nehmendes Vorhaben, Planungen, wie es einerseits  jedes beliebige Unternehmen vornimmt bzgl. seines wahrscheinlichen Markt<i>anteils<\/i>,  jenes Vorhaben jedoch auf den Gesamtbedarf der Menschen, der Menschheit, also  der Spezies bzw. Gattung Mensch \u00fcberhaupt ausgerichtet und dabei Kosten- bzw.  Preiskalkulationen durch B\u00f6rsenspekulationen  bzw.&quot;Spekulationsderivate&quot; behindern[d] sind!?<\/p>\n<p>Wie  mit diesem Faktum umgehen? M\u00f6glichkeiten, Stellung zu beziehen?<\/p>\n<p>Oder  etwa nicht? Sich dies etwa entgehen lassen?<\/p>\n<p>Zur  Mitteilung von heute Nacht &#8210; <\/p>\n<p>bitte  leg sie vorerst zur Seite, werde solche Nachtproduktionen k\u00fcnftig unterlassen &#8210; halte sie f\u00fcr nicht zumutbar.<\/p>\n<p>Es  sind paar Gedanken anvisiert, Versatzst\u00fccke, an deren Vermittlung ich wieder  mal wie schon so oft scheitere.<\/p>\n<p>Aber,  ich komm dadurch doch meist paar Millimeter weiter, und auch damit wieder. Heut  Nacht aber nicht, nicht wieder.<\/p>\n<p>Nur  kurz Folgendes:<\/p>\n<p>Im  Mail vom 23.5. konnte ich die Einheit der Bewegung \/ Entwicklung von  Klassenkampf- und Gattungslogik insoweit auf den Punkt bringen, als ich  ausdr\u00fcckte, <\/p>\n<p>&#8210; da&szlig;  das <b>\u00bbeine nicht gegen das andere zu verabsolutieren \/ zu negieren\u00ab<\/b> ist  und <\/p>\n<p>&#8210; [da&szlig;] <b>\u00bbdas Zugleich beider weder das eine noch das andre so wenig <\/b>[<b>widerlegt<\/b>]<b> wie es den Widerspruch zwischen beiden aufhebt.\u00ab<\/b><\/p>\n<p>Damit  handelt es sich aber um eine nur <i>negative<\/i> Bestimmung deren  Verh\u00e4ltnisses, Beziehung zu einander.<\/p>\n<p>Und  hab weiter gefolgert:<\/p>\n<p>&#8210; <b>\u00bbUnd  nur in Hinsicht auf die Antizipation des eigentlichen (positiven) Ziels hin  kommt beiden in ihrer gegenseitigen Ausschlie&szlig;ung zugleich auch ein wesentlich  positives Moment zu, das beiden eigen, inh\u00e4rent, immanent ist, das beide  zusammenkommen l\u00e4&szlig;t, das \u201ezugleich ihre beide vereinigende Wahrheit ist\u201c (\u2026).\u00ab<\/b><\/p>\n<p>Um  die weitere eigentlich positive Bestimmung dieses Verh\u00e4ltnis[ses], um  Vertiefung, Vermittlung, soweit m\u00f6glich, geht&#8217;s mir vor allem, um es in der <b>\u00bbwirklichen  Bewegung\u00ab<\/b> zu erfassen, und damit und dadurch bewu&szlig;tes Handeln in ihr  logisch und historisch vermittelt begr\u00fcnden und ableiten zu k\u00f6nnen. Ich halte  das f\u00fcr m\u00f6glich, f\u00fcr unbedingt notwendig (warum Marx \u00fcbrigens ausdr\u00fccklich nicht  von \u201eZiel\u201c spricht &#8210; wie ich an dieser  Stelle, dazu ein ander mal).<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst  also nur die Frage, lieber Ulrich, inwieweit es Dir m\u00f6glich ist, diesen vorerst  drei Bestimmungen zuzustimmen? &#8210; wenn nicht, inwieweit bzw. warum nicht. \u00dcbereinstimmungen sollten wir  festhalten, um nicht immer wieder dahinter zur\u00fcckzufallen und wenn, dann mit  weiterem guten Grund bzw. Argument. Einverstanden?<br \/>\n    Bis bald wieder, ich bleib dran, bohr weiter, mit Dir, dank Dir,<\/p>\n<p>H.<br \/>\n    PS: Fulda und [von Karl Marx] die <i>Judenfrage<\/i> geh ich am Wochenende an.  [1]<\/p>\n<p>\n    [1] <b>H.F. Fulda: <i>Dialektik als Darstellungsmethode im \u201eKapital\u201c von Marx<\/i><\/b>;  in: Ajatus, Helsinki 1978 (H. 37); <b>Karl Marx: <i>Zur Judenfrage<\/i><\/b> MEW  1 (347-377).<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an H.B. <\/b>(04.07.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: NICHTS  ODER ALLES<\/p>\n<p>Lieber H., gestern war  ich auf Einladung des aus max. 4 Leuten bestehenden  \u201eGesellschaftswissenschaftlichen Instituts in Bochum\u201c (GiB) bei einem Vortrag  von M. Clemens (siehe die an Dich weiter geleitete Mail [1]). Der Referent  bewegt sich (wie Du den beiden Heften, die ich Dir schicken will, entnehmen  kannst) in etwa auf der Wellenl\u00e4nge unserer Diskussion. In einem Nebensatz  erw\u00e4hnte er auch Debatten, die er mit R. Kurz und D. Wolf \u00fcber die Werttheorie  gef\u00fchrt hat. Vielleicht kennst Du ihn ja.<\/p>\n<p>Die Zuh\u00f6rer bestanden aus  den mir bekannten \u201e\u00fcblichen Verd\u00e4chtigen\u201c o.g. Instituts (bei C. Bauer hatte  ich [&#8230;] 2 Semester lang ein wenig Marx studiert) und dem Anhang, den der  Referent aus Duisburg mitgebracht hatte: einer fragte mich gleich, ob ich denn  vor einer Woche beim Pressefest der UZ war, was ich br\u00fcsk verneinte &#8210; also alles DKP und [die  Partei] Die Linke jenseits der Pensionsgrenze. Mir ist noch nie so klar  geworden, weil ich mit diesen Leuten sonst nichts zu tun habe, auf welch  niedrigem theoretischen und politischen Niveau diese \u201aMarxisten\u2018 meinen, die  Welt ver\u00e4ndern zu sollen. [&#8230;] Das klingt arrogant, ist aber die traurige  Wahrheit.<\/p>\n<p>Der Vortrag basierte auf  einem \u201eThesenpapier\u201c (s.o., das man bei dem Referenten anfordern konnte), auf  das er aber gar nicht mehr zur\u00fcckkam, und einer \u00fcberaus detaillierten  Schilderung des gesellschaftlichen und politischen \u201aMilieus\u2018 aus dem heraus  Feuerbach, die Junghegelianer und M.[arx]u.E.[ngels] vor 1848 zu verstehen sind  (s. \u201eMaterialien\u201c). Im Grunde handelte es sich um zwei Vortr\u00e4ge (wobei der  historische Teil als einzelner Vortrag nicht besonders interessant gewesen  w\u00e4re).<\/p>\n<p>Zu den \u201eMaterialien\u201c und  dem \u201eThesen-Papier\u201c: Viele Zitate werden Dir daraus sehr bekannt vorkommen,  gehen aber in ihrer Interpretation nicht \u00fcber das hinaus, wor\u00fcber wir schon  seit l\u00e4ngerer Zeit debattieren. Den Kern soll Feuerbachs Hegel-Kritik bilden,  der sich der Referent mit einigen kritischen Anmerkungen im gro&szlig;en und ganzen anschlie&szlig;t  und dabei das Vorhandensein eines Geist-Materie-Dualismus bei Feuerbach  behauptet. (Ich habe zu wenig Feuerbach gelesen, um das best\u00e4tigen oder das  Gegenteil behaupten zu k\u00f6nnen.) Dabei blieb unterbelichtet, welche Stellung  Feuerbach zum franz\u00f6sischen Materialismus und englischen Empirismus einnimmt  und damit die Hegelsche Empirismus-Kritik z.B. in der Ph[\u00e4nomenologie des]  G[eistes] und auch die der Frankfurter Schule (Positivismus-Streit), die diese  Position (wenn auch einseitig, aber zu Recht) stark gemacht hat, auf der  Strecke.<\/p>\n<p>Das war auch der Punkt,  \u00fcber den die anschlie&szlig;ende Debatte nicht hinauskam. Einziger Lichtblick: eine  gesalzene Kritik des Referenten an H.H. Holz\u2018 neo-scholastischer Position zum  mittelalterlichen Universalienstreit (die Kategorien sind [danach] genauso real  wie die Sachen), dem er \u201eNeo-Stalinismus\u201c bescheinigte (was ihm einige Buh-rufe  einbrachte), so da&szlig; er sich daraufhin leider sp\u00e4ter wieder von seiner angeblich  \u00fcberzogenen Kritik an Holz distanzierte. Man einigte sich auf Sohn-Rethels  \u201eRealabstraktionen\u201c sozusagen als goldenen Mittelweg aus diesem Dualismus.<\/p>\n<p>Zwei Dinge haben die  meisten \u00fcberhaupt nicht verstanden: zum einen, da&szlig; Marx in den Ersten drei  Kapiteln des KAP I diesen Streit mit dem Fetischcharakter der Ware durch das  Ad-absurdum-F\u00fchren der Hegelschen Kategorien erfolgreich beendet, wobei er sich  der bei Hegel vorgefundenen \u201eVerselbst\u00e4ndigung\u201c bedient (durch ihre  gesellschaftliche Bedeutung werden die sich verselbst\u00e4ndigenden Paradoxien  real, und daher bleiben [sie] nicht nur schlichte Realabstraktionen!). Das zu  erkennen, erfordert allerdings einen Restbestand an Dialektik, der aber wegen  der \u201aEbenen\u2018-Konstruktionen in der linken Logik nicht verf\u00fcgbar ist. Zweitens  zitiert der Referent in dem Materialband (S. 32) zwar die von Dir ger\u00fchmte  Stelle aus [der Marxschen Kritik am Hegelschen &#8230;] \u201eStaatsrecht\u201c , aber als  ich die Zuh\u00f6rer auf die Bedeutung des <b>\u00bbwesentlichen Widerspruchs\u00ab<\/b> aufmerksam machte, war das Echo = 0. Sie haben diese Dialektik entweder nicht  kapiert oder zumindest nicht zur Kenntnis nehmen wollen. (Kann auch sein, da&szlig;  ich sie nicht \u00fcberzeugend dargestellt habe.) Man einigte sich statt dessen  darauf, das ganze als Problem der Unterscheidung zwischen \u201eantagonistischen\u201c  und \u201enicht-antagonistischen Widerspr\u00fcchen\u201c abzuhaken, wobei derjenige, der  deren Vorhandensein feststellt, entscheiden kann, um welche Sorte Widerspr\u00fcche  es sich im konkreten Fall gerade handelt. Also der Idealfall des DeKaPistischen  Dezisionismus!<\/p>\n<p>Zu guter Letzt habe ich  dem Auditorium nahegelegt, die Marxsche Hegel-Kritik am Ende der \u00d6kphilMan noch  einmal aufmerksam zu studieren, weil dort die Hegelsche Empirismus-Kritik nicht  einfach [von Marx] liquidiert, sondern \u201eaufgehoben\u201c wird &#8210; womit wir bei unserer  Debatte angelangt sind und ihrem letzten Stand ausgel\u00f6st durch Deine Mails vom  30.06 und 01.07.!<\/p>\n<p>(Ich mu&szlig; mich erst mal  sammeln, um den politischen und theoretische Sumpf, in den ich gestern  gestiegen bin, wieder aus den Kleidern zu sch\u00fctteln oder wie die Anthroposophen  sagen, meine arg zerknautschte Geistseele wieder glatt zu b\u00fcgeln &#8210; deshalb schlafen sie  nicht auf dem Boden, weil sie dabei ihre Seele zerdr\u00fccken k\u00f6nnten&#8230;)<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Dir finde  ich Deine erste Mail sehr gut, weil darin der Widerspruch, mit dem wir es zu  tun haben, klar zum Ausdruck kommt, w\u00e4hrend der Versuch in Deiner zweiten Mail,  mir einen Handel vorzuschlagen, der auf den darin aufgez\u00e4hlten 3 Essentials (1.  Klassenkampf vs. Gattungslogik; 2. ihrer Gleichwertigkeit; 3. daher ihrer  Nicht-Aufhebbarkeit) gegr\u00fcndet werden soll, uns wahrscheinlich nicht  weiterbringen wird&#8230;<\/p>\n<p>Ich schicke Dir als  Anhang meine spontanen \u00dcberlegungen zu Deiner ersten Mail, worin der  Widerspruch, den wir zu l\u00f6sen haben, klar ausgesprochen ist. Diesen w\u00fcrde ich  folgenderma&szlig;en zusammenfassen:<\/p>\n<p>Es ist hinreichend, da&szlig;  wir uns \u00fcber Marx und Engels verst\u00e4ndigen, (da es sich bei dem unsrigen nicht  um einen akademischen Disput handelt, worin das KM [<i>Manifest der  kommunistischen Partei<\/i>] naturgem\u00e4&szlig; nur als historisches Dokument verstanden  wird), und gleichzeitig f\u00fcr die (Anerkennung und) Positionierung der \u201aPartei  Marx\u2018 (die wir gleichfalls nicht, wie im \u201aakademischen Diskurs\u2018 \u00fcblich, als  historisches Detail auffassen) k\u00e4mpfen als notwendige Voraussetzung und  Ausgangspunkt k\u00fcnftiger Klassenk\u00e4mpfe. Ob das unmittelbare Resultat dieser  Auseinandersetzung (kleingeschrieben!) \u201a<i>partei Marx\u2018<\/i> hei&szlig;en wird, ist  v\u00f6llig sekund\u00e4r. Ich klebe nicht an diesem Projekt, werde es aber, solange es  nichts Vergleichbare gibt, weiter betreiben.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns kommt es darauf  an, die in Deiner ersten Mail zum Ausdruck kommende Entgegensetzung unserer  Positionen in eine kontrollierte Kernspaltung zu \u00fcberf\u00fchren, woraus sich die  notwendige Energie f\u00fcr die Erneuerung der Politik einer neuen Marxschen Partei  gewinnen lie&szlig;e.<\/p>\n<p>Der Kern unseres Streits  ist, wie es in Deiner ersten Mail hei&szlig;t, der Dualismus \u201eNichts oder Alles\u201c.  Darin wird das Subjekt entweder zum Weltgeist (U.K. = \u201eNichts\u201c) oder zur  Menschheit (H.B. = \u201eAlles\u201c) aufgeblasen. Die Aufhebung dieses Widerstreits  findest Du in der Einl[eitung zur]Kr[itikder]Heg[elschen]R[echts]ph[ilosophie]  ([MEW] 1,390), worin die Antwort auf die Frage nach der <b>\u00bb<i>positiven<\/i> M\u00f6glichkeit der deutschen Emanzipation? &#8230; In der Bildung einer Klasse  mit&nbsp; radikalen Ketten\u00ab<\/b> usw.  gesehen wird, <b>\u00bb&#8230;welche mit einem Wort der <i>v\u00f6llige<\/i> Verlust des  Menschen ist, also nur durch die <i>v\u00f6llige Wiedergewinnung des Menschen<\/i> sich selbst gewinnen kann. Diese Aufl\u00f6sung der Gesellschaft als ein besonderer  Stand ist das <i>Proletariat<\/i>.\u00ab<\/b><\/p>\n<p>Ich denke, da&szlig; in dieser  Aufl\u00f6sung auch das m\u00f6gliche Ergebnis unserer kontrollierten Kernspaltung  steckt. Nicht allein zwecks Energiegewinnung f\u00fcr die Fortsetzung unserer  Debatte, sondern im Sinne der Verteidigung der Zukunft der Menschheit auf  diesem Planeten, deren Lebenskr\u00e4fte und diejenigen der Natur durch die  kapitalistische Produktionsweise langfristig zugrunde gerichtet werden.<\/p>\n<p>Viele herzliche Gr\u00fc&szlig;e<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>\n    <u>Anhang<\/u>:<br \/>\n    <b>Wissenschaft vom Kommunismus <\/b>[01.07.]<\/p>\n<p>&nbsp;\u201eEin Nichts zu sein tragt es nicht  l\u00e4nger&#8230;\u201c<\/p>\n<p>H.B.s entscheidender  Fehler besteht darin, da&szlig; er der Ansicht ist, die Menschheit werde qua  Menschheit die Welt vom Kapitalismus befreien k\u00f6nnen. Dies zu versuchen, h\u00e4tte  eine terroristische Diktatur zur Folge, gegen die die stalinsche ein wahres  Paradies gewesen ist.<\/p>\n<p>H.B. \u00fcbersieht auf der  von ihm angef\u00fchrten Stelle in den \u00d6kphilMan die Arbeiter, in denen die  Entfremdung des Menschen in der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft wesentlich in  Erscheinung tritt und nicht im Menschen \u00fcberhaupt. Wenn er an die Stelle des  Arbeiters <b>\u00bbden Menschen\u00ab<\/b> stellt, wird \u00fcberhaupt nicht einsichtig, warum  sich K.M.[arx] mit der trockenen Materie der politischen \u00d6konomie  herumgeschlagen hat. Aus seinen Zitaten [aus den Werken b\u00fcrgerlicher \u00d6konomen]  wird ersichtlich, da&szlig; es ihm beim Studium der National\u00f6konomie zentral um die  Stellung des Arbeiters zum Kapital geht. Das f\u00fchrt zu dem entscheidenden Satz  in der KrHeRphil, da&szlig; im Dasein des Proletariers (und nicht des Menschen) die  Menschheit vernichtet ist. Menschheit mu&szlig; man aber naturalistisch lesen: des  Menschen als nat\u00fcrlichem Wesen, also auch der Natur im Menschen. Davon wird  sich der Mensch nur qua Arbeiter befreien k\u00f6nnen. Davon kann ihn, wie es in  Marxens Auseinandersetzung mit [Arnold] Ruge hei&szlig;t, auch nicht die Bourgeoisie  befreien. Die politische Emanzipation ist die Bedingung f\u00fcr die Emanzipation  als Klasse. Aber auf der anderen Seite wird sich die Klasse nicht emanzipieren,  ohne die politische Emanzipation bis zu dem Punkt voranzutreiben, (zuzuspitzen!  Revolution in Permanenz), der ihr die Emanzipation als Klasse erm\u00f6glicht. F.E.[ngels]  (in den 80er Jahren): Ohne politische Emanzipation der europ\u00e4ischer Nationen  qua Nationen kein proletarischer Internationalismus! [2] H.B. macht also den  entscheidenden Schritt, den Marx in den \u00d6kphilMan vom gesellschaftlichen  Ur-Verh\u00e4ltnis zweier sich liebender Menschen (James Mill [3]) zu den Ursachen  f\u00fcr die unmenschlichen Verh\u00e4ltnisse in der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft macht,  indem er den wesentlichen Widerspruch in dem Verh\u00e4ltnis des Arbeiters zum  Kapitalisten in den Theorien der b\u00fcrgerlichen \u00d6konomen analysiert, nicht mit.  Er bleibt bei Arnold Ruge stehen. (Siehe \u00d6kphil Man: die Gemeinschaft der  Pariser Arbeiter als proletarischer Adel.[4])<\/p>\n<p>Das, was Marx schlie&szlig;lich  im Hegelschen Weltgeist vorfindet, da&szlig; dieser, um zu sich selbst zu kommen, die  Gegenst\u00e4nde wissenschaftlich in Nichts verwandeln mu&szlig;, kippt bei H.B. in eine  All-Bestimmung um. Die Menschheit als universale Allheit wird die Menschheit  befreien, indem sie die gro&szlig;e Dichotomie (Diss: Diremtion [5]) in der  allmenschheitlichen Gattenliebe aufgehoben sehen will. Das f\u00fchrt politisch  bestenfalls zum kommunistischen Tugendterror aber nicht zum Kommunismus. Wie  die O[ktober]R[evolution] zeigt, liegt auch hier der Teufel im Detail: wie en  d\u00e9tail das Proletariat als sich emanzipierende Klasse zu begreifen ist  und sich selbst begreift (Pariser Kommune, O[]ktober]R[evolution]). In  letzterer gab es in der Tat eine gro&szlig;e Diremtion, eine Spaltung des  Proletariats in die Verteidiger und die Angreifer von Kronstadt, wodurch die  Menschheit um Jahrhunderte zur\u00fcckgeworfen worden ist. Eine proletarische  Staatsmacht, die sich und ihren Staat aus Gr\u00fcnden der Staatsraison vor dem  Proletariat sch\u00fctzen mu&szlig;, hat von der Pariser Kommune Entscheidendes nicht  mitbekommen.<\/p>\n<p>Alles oder Nichts ist  nicht mal ein guter Tip in einer Spielbank, genauso wenig wie im B\u00f6rsenspiel,  wie jeder Zocker wei&szlig;. Also sollten wir uns \u00fcber diese Dichotomie nicht  streiten wie um des Kaisers Bart, sondern den Schritt, den Marx gemacht hat, an  diesem entscheidenden Punkt nachvollziehen.<\/p>\n<p>\n    [1] Thema des von <b>Martin Clemens<\/b> am 02.07.2011 gehaltenen Vortrags: <b>Rolle  und Bedeutung der Feuerbachschen Philosophie f\u00fcr die Herausbildung des  Materialismus von Karl Marx und Friedrich Engels in den Jahren 1841 bis 1845<\/b>. <a href=\"http:\/\/www.gi-bochum.de\/\">www.gi-bochum.de<\/a> <br \/>\n    [2] <b>STREITPUNKT 2<\/b> <b>Warum Lenins letzter Kampf gegen den linken  Sozialimperialismus nicht zu gewinnen war<\/b>, 23ff.<\/p>\n<p>[3] <b>Karl Marx: Ausz\u00fcge aus James  Mills Buch \u201e\u00c9l\u00e9mens d\u2018\u00e9conomie politique\u201c <\/b>MEW EB 1 I (445-463).<\/p>\n<p>[4] <b>Karl Marx: \u00d6konomisch-philosophische  Manuskripte <\/b>MEW EB 1 I (467-588), 554: <b>\u00bb<\/b><b>Die Gesellschaft, der Verein, die Unterhaltung, die  wieder die Gesellschaft zum Zweck hat, reicht ihnen hin, die Br\u00fcderlichkeit der  Menschen ist keine Phrase, sondern Wahrheit bei ihnen, und der Adel der  Menschheit leuchtet uns aus den von der Arbeit verh\u00e4rteten Gestalten entgegen.<\/b><b>\u00ab<\/b> [5] <b>Karl Marx:  Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie <\/b>MEW EB 1 I  (259-375), 215,217.<\/p>\n<p>\n  <b><\/p>\n<hr \/>\n<p>  Ulrich Knaudt an H.B. <\/b>(26.07.2011)\n  <\/p>\n<p class=VorformatierterText>Betreff:  GRUNDRISSE<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Lieber H.,  [\u2026] Mir ist aufgefallen, da&szlig; K.M.[arx] hinsichtlich der Bestimmung des Kapitals  als aufgeh\u00e4ufter Arbeit eine kritische Korrektur zu den \u00d6k[onomisch-]  phil[osophischen] Man[uskripten] vornimmt, worin er den Arbeitsbegriff, wenn  auch in Konfrontation mit den b\u00fcrgerlichen \u00d6konomen, noch eindeutig  anthropologisch bestimmt [hat]: [d.h.] durch die entfremdete Arbeit entfernt sich der Mensch  von seinen noch nicht entfremdeten Urspr\u00fcngen, was sein Verh\u00e4ltnis zur Natur  und dem Menschen betrifft usw. Aber gleichzeitig ist [dort] die Arbeit bereits  die <b>\u00bbSubstanz des Privateigentums\u00ab<\/b>. In den GR[undrissen der Kritik der  politischen \u00d6konomie] sind dagegen Arbeit und Kapital vom Wertgesetz bestimmt.  Gemessen am KAP[ital] bleibt das aber noch in einer erst sp\u00e4ter endg\u00fcltig  zugespitzten Bestimmung stehen. Dennoch mu&szlig; man wohl von einem Sprung von der  (anthropologisch bestimmten) entfremdeten zu der durch den Wert bestimmten  Arbeit sprechen (K.M.s Selbstkritik in den GR: nicht jede Arbeit ist per se  Kapital [1]). Diesen Sprung bezeichnet Althusser als epistemische Wende, [2]  wodurch der fr\u00fche vom sp\u00e4teren Marx dichotomisch getrennt wird. (Den  Stalinfreunden war der fr\u00fche Marx immer ein Klotz am Bein&#8230;) Au&szlig;erdem findet  sich hier ein weiteres Indiz f\u00fcr das Vorgehen der \u201amarxistischen\u2018  Steinbrucharbeiter, die ihre Zitate unabh\u00e4ngig von der Entwicklung der  Marxschen Kritik der politischen \u00d6konomie (in den [\u00d6konomisch-philosophischen]  Manuskripten findet sich diese in ihrer Urform) ohne inneren Zusammenhang neu  kombinieren, um damit eine eigene Kritik der politischen \u00d6konomie in den Stil  zu sto&szlig;en, die mit der Marxschen nur noch dem Namen nach etwas zu tun hat. Dazu  geh\u00f6rt auch unser gemeinsamer Freund D.W.[olf], der wegen seiner enormen  Belesenheit wei&szlig;, wo er Passendes findet, das er dann, nicht immer mit den  erforderlichen G\u00e4nsef\u00fc&szlig;chen versehen, als eigene Thesen vertritt&#8230;<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Mich h\u00e4tte  sehr interessiert, worin Du bezogen auf die genannte Textpassage Hinweise auf  die Vorgehensweise D.W.s konkret vorfindest. Einige S\u00e4tze habe ich jedenfalls  mit einem gewissen Schmunzeln gelesen, in denen gewisse Mi&szlig;verst\u00e4ndnisse, die  bei D.W. auftauchen, bereits kritisch vorweggenommen zu sein scheinen. [3] Das  werden wir hoffentlich Gelegenheit haben, uns noch genauer anzuschauen. <\/p>\n<p class=VorformatierterText>[&#8230;]<\/p>\n<p>Herzlich Ulli<\/p>\n<p>[1]<b> Karl Marx: <i>Grundrisse der  Kritik der politischen \u00d6konomie<\/i><\/b>:,168 ff: <b>\u00bbWenn gesagt wird, da&szlig; das  Kapital \u201eaufgeh\u00e4ufte (eigentlich <i>vergegenst\u00e4ndliche<\/i> Arbeit) ist, die als  Mittel zu neuer&nbsp; Arbeit (Produktion)  dient\u201c, so wird die einfache Materie des Kapitals betrachtet, abgesehn von der  Formbestimmung, ohne die es nicht Kapital ist. Es hei&szlig;t weiter nichts als  Kapital ist &#8211; Produktionsinstrument, denn im weitesten Sinn mu&szlig; jeder,  auch der rein von Natur gelieferte Gegenstand, wie Steine z.B. durch irgendeine  T\u00e4tigkeit erst angeeignet werden, eh es als Instrument, als Produktionsmittel  dienen kann. \u2026 Wird so von der bestimmten Form des Kapitals abstrahiert, und  nur der <i>Inhalt<\/i> betont, <i>als welcher es ein notwendiges Moment aller  Arbeit ist<\/i>, <i>so ist nat\u00fcrlich nichts leichter als zu beweisen<\/i>, <i>als  da&szlig; das Kapital eine notwendige Bedingung aller menschlichen Produktion ist<\/i>.  \u2026 Der Witz ist, da&szlig; wenn alles Kapital vergegenst\u00e4ndlichte Arbeit ist, die als  Mittel zu neuer Produktion dient, nicht alle vergegenst\u00e4ndlichte Arbeit, die  als Mittel zu neuer Produktion dient, Kapital ist. <i>Das Kapital wird als  Sache gefa&szlig;t, nicht als Verh\u00e4ltnis<\/i>.\u00ab<br \/>\n    <\/b>[2] <b>Louis Althusser: F\u00fcr Marx<\/b>, Frankfurt M. 2011, 34 f. Dort wird  dieser Begriff als <b>\u00bbepistomologischer Einschnitt\u00ab<\/b> \u00fcbersetzt. <\/p>\n<p>[3]<b>Karl Marx: <i>Grundrisse<\/i>&#8230;<\/b>,  169;170: <b>\u00bbWird andrerseits gesagt, Kapital ist eine Summe von Werten,  angewandt zur Produktion von Werten, so hei&szlig;t das, Kapital ist der der sich  selbst reproduzierende Tauschwert. Aber formell reproduziert sich der  Tauschwert auch in der einfachen Zirkulation. In dieser Erkl\u00e4rung ist zwar die  Form festgehalten, wodurch der Tauschwert der Ausgangspunkt ist, aber die  Beziehung zum Inhalt (die beim Kapital nicht wie beim einfachen Tauschwert <i>gleichg\u00fcltig<\/i> ist), fallen gelassen. \u2026 Um den Begriff des Kapitals zu entwickeln, ist es  n\u00f6tig, nicht von der Arbeit, sondern vom Wert auszugehn und zwar von dem schon  in der Bewegung der Zirkulation entwickelten Tauschwert.\u00ab<\/b><\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an H.B.<\/b> (03.08.2011)\n  <\/p>\n<p class=VorformatierterText>Betreff: N\u00c4CHSTE  \u201eSITZUNG\u201c<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Lieber H.,  [\u2026] Zus\u00e4tzlich zu unserer Korrespondenz w\u00fcrde ich Dich bitten, Dir das letzte <b>BLogbuch<\/b> [1-2011] anzuschauen (zumindest [darin] die Monate Mai und Juni, das davor  kennst Du schon aus meinem Vortrag [1]). Ich w\u00fcrde gerne \u00fcber meine These von  den drei Bourgeoisien diskutieren, weil ich denke, da&szlig; daran auch unsere  ungel\u00f6ste Klassenfrage und die Faschismusfrage h\u00e4ngt.<\/p>\n<p class=VorformatierterText>Zur  Anthropologie: die [\u00d6konomisch-philosophischen] <i>Manuskripte<\/i> bilden die  Grundlage f\u00fcr die sp\u00e4tere Formulierung des <i>Manifests<\/i> [der  kommunistischen Partei], eine Auftragsarbeit, worin die Klassenfrage zum ersten  Mal politisch entwickelt wird (politischer Klassenkampf). Selbstverst\u00e4ndlich  betreibt Marx in den [\u00d6konomisch-philosophischen] <i>Manuskripten<\/i> keine  reine Anthropologie, wogegen schon seine Kritik an den zeitgen\u00f6ssischen  b\u00fcrgerlichen \u00d6konomen spricht. Die <i>Manuskripte<\/i> sind der erste Schritt  aus dem junghegelianischen Sumpf durch seine Kritik an der b\u00fcrgerliche[n]  \u00d6konomie; die weiteren Etappen sind die Feuerbach-Thesen und die  Auseinandersetzung mit Arnold Ruge \u00fcber den Weber-Aufstand sowie die Einleitung  zur Rechtsphilosophie: die Menschheit ist im Proletarierdasein vernichtet&#8230;  (Hinzu kommt die Kritik an Proudhon zwecks Ausrichtung der praktischen Arbeit  im Br\u00fcsseler Korrespondenz-Komitee.) Diese Entwicklung begreife ich als eine  vom naturalistisch und humanistisch definierten entfremdeten Menschsein im  Sinne Feuerbachs zum Proletarierdasein, in dem das Menschsein konkret negiert  ist. Insofern w\u00fcrde ich stark vergr\u00f6bernd von einem anthropologischen  Ausgangspunkt sprechen im Gegensatz zu dem sich daraufhin entwickelnden  (politischen) \u201aKlassenstandpunkt\u2018 (eigentlich ein Unwort, das durch etwas  Pr\u00e4ziseres zu ersetzen und zu aktualisieren w\u00e4re!) Wie man es auch immer  formuliert, w\u00fcrde ich auf dieser Differenz: Humanum &#8211; Klasse (&#8211; politischer  Klassenkampf) in der fortschreitenden Marxschen Entwicklung bestehen!<\/p>\n<p>Gru&szlig; Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] <b>DEBATTE 4 Das Marxsche \u201eKapital\u201c und Marxsche Parteilichkeit<\/b>.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\n    <b>Ulrich Knaudt an H.B.<\/b> (24.08.2011)<\/p>\n<p>Betreff:  REAKTIONEN 2010 2011<\/p>\n<p>Lieber H., ich schicke  Dir die REAKTIONEN 2010 noch einmal, weil mein Bericht \u00fcber die Sommerschule im  letzten Jahr noch nicht darin enthalten war. [1] Zu unserer abgebrochenen  Diskussion \u00fcber \u00d6k[onomisch-]Phil[osophischen]Man[uskripte] solltest Du vielleicht  noch mal reinschauen, wegen der Architektonik. REAKTIONEN 2011 geht [bisher]  bis Anfang Juni. Nach meiner redaktionellen Arbeit daran ist mir klar geworden,  da&szlig; wir auf diesem Terrain m\u00e4chtig aneinander vorbei diskutieren. Damit das  anders wird, m\u00fc&szlig;te ich mir den Colletti noch mal ranholen, weil ich schon an  seiner Realrepugnanz einiges auszusetzen hatte. [2] Ich bin aber mit Dieter  [Wolf]s Reichelt\/Knaudt-Kritik [3] besch\u00e4ftigt, wobei ich davon ausgehe, da&szlig;  D.W. gegen\u00fcber K.M.[arx] ein ganz neues System errichtet hat, das mit dem  Marxschen Ausgangspunkt nichts mehr zu tun hat, weil es wieder zu den  Klassikern zur\u00fcckf\u00fchrt. In den \u00d6kPhilMan bestimmt Marx die Arbeit zum Wesen des  Privateigentums als Ausgangspunkt der Bestimmung des Verh\u00e4ltnisses von Arbeiter  und Kapitalist. Diese Bestimmung findest Du auch bei Smith und Ricardo. Sie  wird aber in dieser Form mit der Formulierung des Wertgesetzes aufgehoben. Das  Wertgesetz das in der Gesellschaft wie ein Naturgesetz wirkt (REFLEXIONEN 1).  Um den Proze&szlig; der Ausformung des Wertgesetzes \u00fcber die GR[undrisse] bis zu den  beiden Auflagen des KAP und bis zu [den Randglossen zu Adolf] <i>Wagner<\/i> zu  verfolgen, mag Deine &quot;Trinitarische Formel&quot; eine wichtige Grundlage  sein, aber sie hilft mir nicht weiter, um die wissenschaftliche Bedeutung des  Wertgesetzes als Blaupause f\u00fcr den Aufbau des Sozialismus vollst\u00e4ndig zu  erfassen. Stalin hatte recht: es spielt zwar f\u00fcr den Aufbau des Sozialismus  eine bestimmte Rolle; nur wurde da leider kein Sozialismus aufgebaut, was erst  klar wird, wenn man die Geschichte dieser Konterrevolution studiert und mit  Stalins \u201aAnwendung\u2018 des Wertgesetzes vergleicht. Da es seiner Ansicht nach in  der SU seine Wirkung verloren haben soll, kann Stalin auf Marx verzichten (die  Eigentumsfrage ausgenommen, zur theoretischer Legitimierung des Stalinschen  Gangster-Sozialismus). Darum geht es mir. Und darin unterscheiden sich unsere  verschiedenen Ans\u00e4tze. Das Einzige, worauf wir uns bisher tats\u00e4chlich geeinigt  haben, ist, da&szlig; wir beide unsere Diskussion f\u00fcr \u00e4u&szlig;erst fruchtbar halten und  sie daher unbedingt fortsetzen wollen.<\/p>\n<p>Gru&szlig; Ulli<\/p>\n<p>[1] <b>REAKTIONEN 2010<\/b> <b>Ulrich  Knaudt an H.B. <\/b>(29.10.-31.10.2010).<br \/>\n    [2] <b>Lucio Colletti: <i>Marxismus und Dialektik<\/i>,<\/b> Frankfurt  M. Berlin. Wien 1977.<\/p>\n<p>[3] <b>REAKTIONEN 2010 Ulrich  Knaudt an H.B. <\/b>(25.07.2010).<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>H.B. an Ulrich Knaudt<\/b> (25.08.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: Nachtrag<\/p>\n<p>\n    Unser <b>\u00bbaneinander vorbei diskutieren\u00ab<\/b> liegt &#8211; und das mu&szlig; uns unbedingt  klar sein, in der Natur der Sache, wenn wir das (verdoppelte) Verh\u00e4ltnis des  Menschen zur Natur und zu seinesgleichen in seiner untrennbaren Einheit  begreifen und dar\u00fcber und nur dar\u00fcber quasi eine Meta-Erkennntis-Position  (Hegel spricht spekulativ von den Gedanken Gottes, als Mensch allerdings auch  immer nur relativ, als endliche Wesen\/Wissenschaft, Marx\u2018s. St[aats]R[echt]!)  einnehmen, um [uns] als (menschheitliches) Subjekt in diesen seinen  Widerspr\u00fcchen zu <b>\u00bb<\/b><b>bew\u00e4hren<\/b><b>\u00ab<\/b> , was ohne Aufhebung  sowohl der Wertformen-Logik als auch der Klassen schlechterdings unm\u00f6glich zu  bewerkstelligen ist. Das <b>\u00bbaneinander Vorbei\u00ab<\/b> l\u00e4&szlig;t uns, so paradox es  scheinen mag, zusammenr\u00fccken, wahrhaft.<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>H.B an Ulrich Knaudt<\/b> (25.08.2011)\n  <\/p>\n<p>\n    Lieber Ulrich, hab soeben Dein Mail gesehen, gelesen &#8211; nur ganz kurz,  grundlegend, was Dir auf[f\u00e4llt]: auch mein Eindruck, <b>\u00bbda&szlig; wir \u2026 m\u00e4chtig  aneinander vorbei diskutieren\u00ab<\/b> &#8211; immer wieder, von Anfang an!  nat\u00fcrlich&nbsp;<i>mu&szlig;<\/i> Colletti\u2019s Sicht auf Kant\u2019s <b>\u00bbRealrepugnanz\u00ab<\/b> kritisiert werden, erfa&szlig;t sie doch ganz schlicht und einfach nicht das <b>\u00bbAusgangs\u00ab<\/b>-\/Grund- <b>\u00bb<\/b><b>Verh\u00e4ltnis<\/b><b>\u00ab<\/b> als privateigent\u00fcmliches <b>\u00bbvon Arbeiter und Kapitalist\u00ab<\/b> gleicherma&szlig;en, des einen wie des anderen,  je an und f\u00fcr sich, <b>\u00bbabstrakt\u00ab<\/b>, eben auch als Klassen ! &#8211; als  solches eben unvereinbar mit\/zu Kommunismus !v\u00f6llig richtig, in der Logik&nbsp; <i>des<\/i> Werts sowie an dessen <b>\u00bbSubstanz\u00ab<\/b>, <i>der&nbsp;<\/i>(abstrakten)  Arbeit, ist es&nbsp;<i>konkret<\/i>&nbsp;allemal ausgeblendet, annihiliert, <b>\u00bb<\/b><b>aufgehoben<\/b><b>\u00ab<\/b> &#8211;  allerdings&nbsp;i.S. ihrer praktisch realen (Fort-) Existenz, als real  fortexistierendes! ebenso in der \u201eVaterl\u00e4ndischen Volksgemeinschaft\u201c Stalins  &#8211; ein R\u00fcckfall hinter die Warenproduktion, hinter <b>\u00bbbei mir ist das  Subjekt die Ware\u00ab<\/b> (K. Marx, [Randglossen zu Adolf] Wagner-Kritik), das  Subjekt selbst nicht in seinem Warenstatus (Eigent\u00fcmer seines Arbeitsverm\u00f6gens  als Zivilisationsfortschritt und notwendig naturw\u00fcchsige Bedingung,&nbsp;als  Durchgangsstadium seines gemeinschaftlichen Subjekt(bewu&szlig;t)seins!<\/p>\n<p>die eigentliche  \u201eEigentumsfrage\u201c&nbsp;&#8211; des Menschen an sich und seiner  selbst, im b\u00fcrgerlichen Sinne, geschweige denn der Befreiung von jeglicher  bornierten &#8211; scheint mir bei Stalin noch gar nicht mal angekommen.&nbsp;<br \/>\n    die daraus folgende <b>\u00bbParadoxie\u00ab<\/b> (Schein) ist Folge der <b>\u00bbAntinomie\u00ab<\/b> als Widerspruch innerhalb der Erscheinungsformen, diese wiederum Folge des <b>\u00bbAntagonismus\u00ab<\/b>&nbsp;zwischen  dem privateigent\u00fcmlichen Verh\u00e4ltnis einerseits und dem gemeineigent\u00fcmlichen  andererseits als einander ausschlie&szlig;ende, unvermittelbare Seiten, ohne die  Antizipation des einen in und durch die andre Seite (siehe S. 292 Marx:<br \/>\n    Kritik des H.[egelschen] St[aats]R[echts], der H.[egelschen] Dialektik, deren <b>\u00bbGrenzen\u00ab<\/b> (Marx, GR[undrisse])!<\/p>\n<p><b>\u00bbdarin unterscheiden sich  unsere verschiedenen Ans\u00e4tze\u00ab<\/b> deshalb, weil sie zu  unterscheidende, verschiedene Gegens\u00e4tze der widerspr\u00fcchlichen Wirklichkeit  selbst widerspiegeln, reflektieren! <\/p>\n<p>Deshalb: <b>\u00bbunsere  Diskussion \u2026 \u00e4u&szlig;erst fruchtbar \u2026. unbedingt fortsetzen\u00ab<\/b>, um der Erfassung  unserer Wirklichkeit willen, ihrer Widerspr\u00fcche an, in und durch uns selber,  und das ist gut so.<\/p>\n<p>Einfach Schluss; bis  dann, bis bald wieder herzlichst, <\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an H.B.<\/b> (28.09.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff:ABSTRACTS<\/p>\n<p>\n    Tja  lieber H., den Brief wollte ich Dir bereits gestern schicken. Ich hatte ihn  schon fertig geschrieben und wollte noch den Anhang dranh\u00e4ngen, da hab&#8216; ich  durch irgendeinen Bl\u00f6dsinn den gesamten Mail-account gel\u00f6scht und nat\u00fcrlich  auch meinen Brief an Dich. Also versuch ich es noch mal von vorn. Ich habe  Kronstadt bestellt [1] und Deine Mails dankend erhalten. Im Anhang befinden  sich die ABSTRACTs, die ich m\u00f6glich bald ins Netz stellen will.[2] Es w\u00e4re  sch\u00f6n, wenn ich auch Dein O.K. f\u00fcr die REAKTIONEN [2011] bek\u00e4me, damit ich mich  danach intensiver auf meinen Vortrag vorbereiten kann.<\/p>\n<p>Im Zug nach hause sa&szlig;,  wie gesagt, Manfred Lauermann. [\u2026]. Wir unterhielten uns dann noch \u00fcber seine  These, da&szlig; es doch einen Unterschied zwischen Hitler und Stalin gebe. Letzterer  habe, [so M.L.], nachdem er seine halbe Armee hat \u00fcber die Klinge springen  lassen, die milit\u00e4rische Befehlsgewalt wieder an die Gener\u00e4le abgegeben. Ich  meinte, da&szlig; das daran liege, da&szlig; [auch] die alten Zaren durchaus zu gewissen  Reflexionen und zur Selbstkritik f\u00e4hig gewesen seien, warum dann nicht auch der  Neue Zar&#8230;?<\/p>\n<p>Er mu&szlig;te mir schlie&szlig;lich  noch mitteilen, da&szlig; er f\u00fcr die j[unge]W[elt] (&quot;pfui, wie kann man  nur&#8230;&quot;!) einen Bericht \u00fcber die Konferenz schreiben mu&szlig;.[3] Warum er mir das erz\u00e4hlt hat, wei&szlig; ich  nicht. Ich erz\u00e4hlte ihm auch, da&szlig; ich mit einigen Vortr\u00e4gen und  Diskussionsbeitr\u00e4gen Probleme gehabt h\u00e4tte, so auch mit seinen Einlassungen zu  Marxens Russophobie.<\/p>\n<p>Weiter ging unsere  Diskussion leider nicht. Ich hatte ein \u00e4hnliches Gef\u00fchl wie damals mit  Christoph Lieber.[4] Ich finde ja beide ganz sympathisch, aber mit dem, was sie  politisch draufhaben, kann ich \u00fcberhaupt nicht sympathisieren&#8230;<\/p>\n<p>Ich hoffe, mir ist alles  wieder eingefallen, was gestern im elektronischen Nichts zerronnen ist. Ach ja,  ich habe mit dem gemeinsam diskutierten Text angefangen und hoffe, da&szlig; die  Musen mir weiterhin hold sind. Und noch was, weil ich bei unserem  Abschiedstrubel, den die DB verschuldet hat, vergessen hatte, mir \u2018ne Zeitung  zu kaufen, las ich den Harbach weiter.[5] Die Affinit\u00e4ten zu D.W[olf]. betreffen  nicht nur ein paar Seiten, sie durchziehen offenbar das ganze Buch. Was das  bedeutet, ist mir f\u00fcr beide Seiten noch nicht klar: m\u00f6glicherweise dient D.W.s  System der politischen Argumentation Harbachs, da&szlig; der Reale Sozialismus  irgendwie doch noch reformierbar gewesen sein k\u00f6nnte. Dann h\u00e4tte dieses System  pl\u00f6tzlich eine wichtige politische Bedeutung bekommen. Das ist meine Vermutung,  die sich erst nach der vollst\u00e4ndigen Lekt\u00fcre best\u00e4tigen wird oder nicht. <\/p>\n<p>So, das war&#8217;s jetzt aber,  viele herzliche Gr\u00fc&szlig;e<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] <b>Klaus Gietinger: <i>Die Kommune von Kronstadt<\/i><\/b>, Berlin 2011.<br \/>\n    [2] Im Zusammenhang mit der \u00dcberarbeitung von parteimarx.org.<br \/>\n    [3] junge Welt 29.09.2011 <b><i>Marx in Ru&szlig;land: Eine Wiederkehr<\/i>. Kein  orthodoxer Retrosalat: Eine Tagung in Berlin verhandelte die Sicht von Marx und  Engels auf die russische Entwicklung<\/b>. Siehe auch Neues Deutschland  27.09.2011 <b><i>Mr. Marx brillant und bissig<\/i>. Marx-Engels-Forscher  feierten in Berlin nicht nur neuen MEGA-Band<\/b>.<br \/>\n    [4] <b>REAKTIONEN<\/b> 10.12.2010.<br \/>\n    [5] <b>Heinrich Harbach: <i>Wirtschaft ohne Markt<\/i>.  Transformationsbedingungen f\u00fcr ein neues System der gesellschaftlichen Arbeit<\/b>,  Berlin 2011.<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an H.B.<\/b> (19.10.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: PANSLAWISMUS<\/p>\n<p>\n    Lieber H., [&#8230;] Zu dieser Veranstaltung [1] ist mir, leider erst nachtr\u00e4glich,  noch ein wichtiger Punkt eingefallen: der Panslawismus. F[riedrich].E[ngels].  bezeichnet ihn als einen gro&szlig;en Betrug. Vor allem aber spielt der Panslawismus  in der Auseinandersetzung zwischen K[arl].M[arx]. und der russischen Emigration  eine zentrale Rolle. Tschernyschewski ist ein ausgesprochener Gegner der  Slawophilen, was ihm in den Augen von K.M. gro&szlig;e Hochsch\u00e4tzung eintr\u00e4gt. Wie  kann man \u00fcber K.M. und Ru&szlig;land sprechen, ohne den Panslawismus, soweit ich mich  erinnern kann, auch nur zu erw\u00e4hnen&#8230;!?<\/p>\n<p>Ich habe D.W[olf].s  Reichelt\/Knaudt-Papier \u00fcber die H\u00e4lfte studiert und frage mich inzwischen, ob  sich die M\u00fche gelohnt hat.[2] D.W. wiederholt seine 2, 3 Fehlinterpretation in  -zig Variationen und gibt dabei gleichzeitig den &#8218;Marxismus&#8216;-Papst. Er hat  etwas Querulatorisches an sich. Solche Typen gibt es \u00fcberall in der scientific  community. Dort werden sie als Luft behandelt. Gibt es au&szlig;er dem guten Harbach,  der uns D.W. als einen wichtigen Theoretiker verkaufen will, irgendjemanden,  der eine ernstzunehmende Kritik an ihm ge\u00fcbt hat? Auch nicht in der MG (Knaudt  ausgenommen [3])? Vielleicht sollte ich ihn einfach ignorieren unterst\u00fctzt  durch die Tatsache, da&szlig; er an Knaudt nichts konkret zu kritisieren hat, es sei  denn, da&szlig; dieser seine &quot;bedeutsame&quot; Autorit\u00e4t nicht anerkennt.<\/p>\n<p>Ich habe meine  Herbstgrippe und schaue mir jetzt Borussia im Fernsehen an.<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc&szlig;e<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] <b>REAKTIONEN<\/b> 28.09.2011.<br \/>\n    [2] <b>Dieter Wolf: <\/b><b><i>Qualit\u00e4t und  Quantit\u00e4t des Werts<\/i><\/b><b>.  Makro\u00f6konomischer Ausblick auf den Zusammenhang von Warenzirkulation und  Produktion. (Bemerkungen zu Ulrich  Knaudts Papier \u201eUnter Ein\u00e4ugigen ist der Blinde K\u00f6nig\u201c, zu Helmut Reichelts  Papier \u00fcber seine Geltungstheorie und wie dar\u00fcber in einer Sitzung der  Marx-Gesellschaft diskutiert wurde.) <\/b>www.marx-gesellschaft.de<br \/>\n    [3] <b>Ulrich Knaudt: <i>Zwischen zwei Ein\u00e4ugigen kann nur der Blinde K\u00f6nig  sein<\/i>. Nachtrag und Erg\u00e4nzungen zur Wolf-Reichelt-Kontroverse<\/b>.  www.marx-gesellschaft.de <\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an GdS <\/b>(28.10.2011)\n  <\/p>\n<p>\n    Hallo  Buchladenkollektiv,<\/p>\n<p>vielen herzlichen Dank  f\u00fcr die mir zugesandten verschiedenen Materialien, darunter schon vor l\u00e4ngerer  Zeit die GdS mit den 4 Sarrazin-Artikeln.[1] Nun ist ja seit dem Norwegischen  Una-Bomber Breivik und dem nicht stattgefundenen Rausschmi&szlig; von Sarrazin aus  seiner Partei zu diesem Thema im Bl\u00e4tterwald Ruhe eingetreten. Politiker und  Presse sind mit der der Weltwirtschaftskrise Zweiter Teil ausreichend in Atem  gehalten.<\/p>\n<p>Das soll mich aber nicht  daran hindern, nachdem ich Sarrazins Buch und Eure Artikelsammlung gelesen  habe, dazu einiges anzumerken [&#8230;]:<\/p>\n<p>Es ist Euch nicht  gelungen, den von Sarrazin aufgestellten Dualismus zwischen \u201auns\u2018 hier oben und  \u201adenen\u2018 da unten zu durchbrechen und diesen mit Hilfe einer Klassenanalyse der  Verh\u00e4ltnisse im heutigen Kapitalismus bezogen auf den Antagonismus zwischen  Lohnarbeit und Kapital aufzuheben. Ihr habt den Sarrazinschen Dualismus einfach  nur umgedreht, soda&szlig; \u201adie\u2018 da unten (oder \u201adie\u2018 Moslems) \u201adie Guten\u2018 und \u201adie\u2018  da oben (\u201adie\u2018 deutschen <b>\u00bbHerrenmenschen\u00ab<\/b>) als die B\u00f6sen dabei  herauskommen. Dieses Schema wird auch von der Partei Die Linke gerne verwendet,  wenn auch verbunden mit einer weniger drastischen Ausdrucksweise (gegen deren  sachbezogene Verwendung ich grunds\u00e4tzlich nichts einzuwenden h\u00e4tte).<\/p>\n<p>Wenn Ihr Euch auf einen  solchen Dualismus einla&szlig;t, verfehlt ihr die Dialektik des Klassenkampfes und  begebt Euch auf das Niveau des globalen Rassenkrieges, wie wir ihn seit dem  11.09.2001 erleben, der&nbsp;&nbsp; als  Ausdruck der Konkurrenzk\u00e4mpfe innerhalb der Weltbourgeoisie zu interpretieren  ist. Dadurch seid Ihr nicht in der Lage, zwischen dem Proletariat und seiner  Reservearmee auf der einen Seite und dem Lumpenproletariat und dem muslimischen  Gro&szlig;stadtmob auf der anderen eine klare Unterscheidung zu treffen. In  Ermangelung dessen versucht Ihr Euch auf der gegen Sarrazin bezogenen Position  bei dem Gro&szlig;stadtmob anzubiedern und scheint gar nicht zu merken, da&szlig; Ihr von  Eurer Gegenposition aus \u00e4hnlichen Vereinfachungen erliegt, wie Sarrazin sie  betreibt.<\/p>\n<p>Der Niedergang der  westdeutschen Linken ist von derartigen politischen Scheingefechten st\u00e4ndig  begleitet gewesen, die das Fehlen einer auch nur andeutungsweise versuchten  dialektischen Aufhebung derartiger Dualismen und der Herausarbeitung ihres  materiellen Kerns bezeugen. Solange davon die wirklichen Klassengegens\u00e4tze  \u00fcberdeckt bleiben, kann sich das Kapital in Scheinwiderspr\u00fcchen sonnen, wie sie  im Dualismus zwischen dem t\u00fcrkisch-libanesischen Gro&szlig;stadtmob und der  Ohrl\u00e4ppchen angelegt habenden Arbeiteraristokratie zutage treten; wie also in  den Augen dieses Mobs alle Deutschen christliche Herrenmenschen und Rassisten  und in den Augen der Arbeiteraristokratie alle t\u00fcrkisch-arabischen Immigranten  Schmarotzer sind, deren Unterhalt haupts\u00e4chlich von ihren Steuergroschen  bestritten wird. \u201aAuf einen groben Klotz geh\u00f6rt ein grober Keil\u2018, sagt  Sarrazin, das ist aber auch der Grundtenor Eurer 4 Sarrazin-Kritiken.<br \/>\n    Wenn aber darin der Begriff der <b>\u00bbHerrenmenschen\u00ab<\/b> eine derartig pauschale  und inflation\u00e4re Verwendung findet, frage ich mich, warum diese  Charakterisierung nicht auch f\u00fcr den gro&szlig;st\u00e4dtischen t\u00fcrkischen Mob gelten  soll? <\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei, der die  meisten Angeh\u00f6rigen dieser <b>\u00bbHerrenmenschen\u00ab<\/b> sich verpflichtet f\u00fchlen,  hat als ehemalige Weltmacht im Nahen Osten und auf dem Balkan einen \u00e4hnlichen  Schrumpfungsproze&szlig; hinter sich gebracht wie das ehemalige Deutsche Reich. Zur  Herrenmenschen-Mentalit\u00e4t der T\u00fcrken schreiben Marx und Engels zur Zeit des  Krimkriegs:<\/p>\n<p><b>\u00bbWir k\u00f6nnen die T\u00fcrken  schwerlich als die herrschende Klasse in der T\u00fcrkei bezeichnen, da die  Beziehungen der verschiedenen Gesellschaftsklassen daselbst ebenso verwirrte  sind wie die verschiedenen Rassen. <\/b>[Gemeint sind damit zur damaligen  Zeit die Angeh\u00f6rigen verschiedener V\u00f6lker.]<b> Der T\u00fcrke ist je nach Umst\u00e4nden  und \u00d6rtlichkeit, Arbeiter, Landmann, kleiner P\u00e4chter, Handelsmann, feudaler  Gutsbesitzer in dem niedersten und barbarischsten Stadium des Feudalismus,  Zivilbeamter und Soldat; aber welche soziale Stellung er auch einnehmen mag, er  geh\u00f6rt der bevorrechteten Religion und Nation an &#8211; er allein hat das  Recht, Waffen zu tragen, und der h\u00f6chstgestellte Christ mu&szlig; dem niedrigsten  Moslem den Weg freigeben, wenn er ihm begegnet.\u00ab<\/b><\/p>\n<p>Daran scheint sich bis  heute wenig ge\u00e4ndert zu haben, auch wenn Kapital und Lohnarbeit in der  t\u00fcrkischen Gesellschaft inzwischen eine dominierende Position einnehmen und die  feudalen Gutsbesitzer sich dem englischen Typ des gutsbesitzenden Kapitalisten  angeglichen haben. Die Denkweise, <b>\u00bbeiner bevorrechteten Religion und Nation\u00ab<\/b> anzugeh\u00f6ren, scheint sich aber gerade seit der Reislamisierung der T\u00fcrkei durch  Erdogan nicht ge\u00e4ndert zu haben und gerade im heutigen islamischen  Gro&szlig;stadt-Mob verst\u00e4rkt in Erscheinung zu treten. Von dessen <b>\u00bbeingebildeter  \u00dcberlegenheit\u00ab<\/b> wu&szlig;ten schon Marx und Engels in demselben Aufsatz zu  berichten, zu einer Zeit, als der Balkan noch ganz unter osmanischer Herrschaft  stand: <\/p>\n<p><b>\u00bbDie Hauptst\u00fctze der  t\u00fcrkischen Bev\u00f6lkerung in Europa ist &#8211; abgesehen von der stets bereiten  Reserve in Asien &#8211; der Mob Konstantinopels und einiger anderer gro&szlig;er  St\u00e4dte. Er ist vorwiegend t\u00fcrkischer Abkunft, und obgleich er seinen Unterhalt  haupts\u00e4chlich durch die Besch\u00e4ftigung bei christlichen Kapitalisten verdient,  h\u00e4lt er doch eifers\u00fcchtig an der eingebildeten \u00dcberlegenheit und an der  tats\u00e4chlichen Straflosigkeit f\u00fcr alle Exzesse fest, die ihm der privilegierte  Islam gegen\u00fcber den Christen verleiht. Es ist wohl bekannt, da&szlig; dieser Mob bei  jedem wichtigen Coup d\u2018\u00e9tat durch Bestechung und Schmeichelei gewonnen werden  mu&szlig;. Dieser Mob ist es, der, abgesehen von einigen kolonisierten Distrikten,  die Hauptmasse der t\u00fcrkischen Bev\u00f6lkerung in Europa bildet. Und sicherlich wird  sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die absolute M\u00f6glichkeit herausstellen, einen der  sch\u00f6nsten Teile des europ\u00e4ischen Kontinents von der Herrschaft eines Mobs zu  befreien, mit dem verglichen der Mob des r\u00f6mischen Kaiserreichs eine  Versammlung von Weisen und Helden war.\u00ab<\/b>[2]<\/p>\n<p>Wie ein solcher Mob von  der herrschenden Oligarchie gegen Revolution\u00e4re eingesetzt wird, lie&szlig; sich  anl\u00e4&szlig;lich der Angriffe desselben auf die Besetzer des Tahrir-Platzes in Kairo  oder ein anderes Mal auf Gemeindemitglieder der koptische Kirche eindringlich  beobachten.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich lassen  sich die von Marx und Engels geschilderten Einsch\u00e4tzungen nicht 1:1 auf unsere  Gro&szlig;st\u00e4dte \u00fcbertragen, zumal der Kapitalismus in der T\u00fcrkei inzwischen ein  zahlreiches Proletariat hervorgebracht hat, das mit jenem Gro&szlig;stadtmob nicht  identisch ist. Auf der anderen Seite ist die oben beschriebene Mentalit\u00e4t des <b>\u00bbbevorrechteten\u00ab<\/b> Muslims aber durchaus auch in den K\u00f6pfen bestimmter Angeh\u00f6riger heutiger  t\u00fcrkischer, kurdischer, libanesischer \u201aEinwanderer\u2018 in Deutschland und der EU  h\u00e4ngengeblieben, soda&szlig; die in den 4 Sarrazin-Artikeln aufgemachte  Gegen\u00fcberstellung von Hie der christliche deutsche Herrenmensch und Da der  diskriminierte und unterdr\u00fcckte Moslem allein schon deshalb nicht pa&szlig;t, weil  ein Angeh\u00f6riger des moslemischen Gro&szlig;stadt-Mobs kaum eine Gelegenheit  vor\u00fcbergehen l\u00e4&szlig;t, den christlichen deutschen \u201aSchwuchteln\u2018 mal zu zeigen, wer  hier das Sagen hat.<\/p>\n<p>Beschr\u00e4nken wir uns auf  einen derartig engen Argumentationszusammenhang, dann sind schematische  Gegen\u00fcberstellungen wie: Arbeiteraristokratie &#8211; Lumpenproletariat, christliche  \u201aHerrenrasse\u2018 &#8211; islamische Herrenmenschen, Faschismus &#8211; Antifa,  Zionismus &#8211; Antisemitismus usw. innerhalb eines solchen Dualismus nicht  aufzul\u00f6sen. Wir begeben uns zur Freude der (alten und neuen) Bourgeoisie und  des imperialistischen Kleinb\u00fcrgertums (Gr\u00fcne und sonstige Gutmenschen), die in  diesen Dualismen genu&szlig;voll leben und weben und sich dabei \u00e4u&szlig;erst wohlf\u00fchlen,  auf eine schiefe Ebene, auf der wir uns immer weiter von dem uns selbst  gesetzten Anspruch entfernen, dazu eine revolution\u00e4re Position zu beziehen. Als  rettendes Ufer zeigt sich dann f\u00fcr gew\u00f6hnlich entweder die Philanthropie oder  die wundersame Entdeckung eines neuen revolution\u00e4res Subjekts, in diesem Fall  des islamischen Gro&szlig;stadtmobs, dessen fragw\u00fcrdiger Befreiungsanspruch dann noch  ein wenig antifaschistisch aufgemotzt werden mu&szlig;. Das ist eine prima Falle, die  es den Kapitalisten erleichtert, von den wirklichen Klassenwiderspr\u00fcchen  abzulenken und sich diese auf h\u00f6chst billige Art vom Halse zu schaffen.<\/p>\n<p>Das kommt dabei heraus,  wenn in einem Widerspruch die Extreme voneinander getrennt und verabsolutiert  werden und jedes Extrem losgel\u00f6st (als Abstraktum) von dem ihm zugrunde  liegenden Widerspruch, in diesem Fall der Trennung der unmittelbaren  Produzenten von ihren Produktionsmitteln in Gesellschaften, in denen  kapitalistische Produktionsweise herrscht, f\u00fcr sich betrachtet wird.<\/p>\n<p>Ihr habt die von  Sarrazin herausgestellten Dualismen (z.B. die Extreme der Stereotype \u201aflei&szlig;iger  Deutscher\u2018 &#8211; \u201afauler T\u00fcrke\u2018) nicht aufgel\u00f6st, indem Ihr ihnen auf den  Grund gegangen w\u00e4ret, sondern Ihr nehmt diese Dualismen zum Nennwert und kehrt  die Extreme einfach in ihr Gegenteil um: christlicher deutscher <b>\u00bbHerrenmensch\u00ab<\/b>&#8211; t\u00fcrkischer, wegen  seines Glaubens unterdr\u00fcckter Moslem. Was dabei v\u00f6llig unter den Tisch f\u00e4llt,  ist sowohl das Verh\u00e4ltnis zwischen Lohnarbeit und Kapital, das in dem Import  t\u00fcrkischer \u201aGastarbeiter\u2018 in Erscheinung tritt, als auch das Verh\u00e4ltnis des  \u201aImmigranten\u2018 zum t\u00fcrkischen Staat. <\/p>\n<p>Und was das deutsche  Kapital betrifft, w\u00e4re in erster Linie von dessen \u201aWachstumsw\u00fcnschen\u2018  (Akkumulation) auszugehen, die nicht erst durch die t\u00fcrkischen \u201aGastarbeiter\u2018,  sondern in den Jahrzehnten davor von 15 Millionen \u201aHeimatvertriebenen\u2018 aus  Osteuropa und von den sog. DDR-Fl\u00fcchtlingen aus der \u201aSowjetzone\u2018 befriedigt wurden.  Und nicht zuf\u00e4llig wurde im selben Jahr, als der Fl\u00fcchtlingsstrom aus der DDR  abbrach, in aller Stille das Abkommen der BRD mit der T\u00fcrkei unterzeichnet  (dessen Abschlu&szlig; sich gerade zum 50. Mal j\u00e4hrt), mit dem das deutsche Kapital  den Rahm auf dem t\u00fcrkischen Arbeitskr\u00e4ftepotential f\u00fcr sich abzusch\u00f6pfen  verstand, wovon, wie wir nun erfahren, ein nicht geringer Teil in der  s\u00fcddeutschen Autoindustrie \u201aVerwendung\u2018 fand und nicht etwa haupts\u00e4chlich als  M\u00fcllwerker oder in anderen Jobs dieser Art. (Siehe die beiliegenden FAZ-Artikel  [3]). Nicht zuletzt dadurch wurde die alte Hierarchie zwischen den  Facharbeitern und den Zwangsarbeitern aus den 40er Jahren in abgewandelter Form  wiederhergestellt, worin die Wurzeln f\u00fcr die Entstehung unserer heutigen Arbeiteraristokratie  zu suchen sind. Ganz nebenbei konnte durch den kosteng\u00fcnstigen Import der  \u201aGastarbeiter\u2018 f\u00fcr das Kapital die eigentlich f\u00e4llige, aber auch teure  Rationalisierung in der Autoindustrie um mehrere Jahre hinausschoben werden.<\/p>\n<p>Als Anfang der 70er Jahre  zum ersten Mal wieder eine deutlich wahrnehmbare Konjunkturkrise ausbrach,  wurde von der sozialliberalen Regierung ein Anwerbestopp verh\u00e4ngt, der u.a.  bewirkte, da&szlig; die urspr\u00fcngliche Zweckbestimmung der importierten Arbeitskr\u00e4fte  in den Hintergrund trat und aus den \u201aGastarbeitern\u2018 zun\u00e4chst \u201aAsylanten\u2018 und  danach \u201aEinwanderer\u2018 und \u201aImmigranten\u2018 wurden.<\/p>\n<p>Allerdings war  Deutschland bis dahin kein \u201aEinwanderungs-\u2018, sondern vom 13. Jahrhundert bis zu  Hitlers faschistischem Weltkrieg ganz im Gegenteil ein \u201aAuswanderungsland\u2018  gewesen. (Siehe z.B. <i>Einleitung<\/i> zur 2. Auflage der russischen  \u00dcbersetzung des <i>Manifests der kommunistischen Partei<\/i>.[4]) Ein  entscheidender Grund daf\u00fcr, da&szlig; die verschiedenen Nachkriegs-Regierungen des  deutschen Kapitals \u00fcber kein den n\u00e4chsten Tag \u00fcberdauerndes politisches Konzept  verf\u00fcgten, was denn nach den 2 Jahren vertraglich vereinbarter \u201aGastarbeit\u2018 mit  diesem Arbeitskr\u00e4ftepotential zu geschehen hatte, das dann planlos und  sukzessive von \u201aGastarbeitern\u2018 zu \u201aAusl\u00e4ndern\u2018, \u201aEinwanderern\u2018, \u201aMigranten\u2018 und  schlie&szlig;lich zu \u201aMitb\u00fcrgern\u2018 umgewidmet wurde. Die westdeutsche Linke hatte  \u00fcbrigens auch keins, h\u00f6chstens, da&szlig; sie in den \u201aMigranten\u2018 ein geeignetes  Potential erkannt zu haben glaubte, um dem angeblich faschistischen deutschen  Volkscharakter ein, wie sie glaubte, \u201aanti-rassistisches\u2018 Pendant demographisch  entgegenzusetzen&#8230;<\/p>\n<p>Dies nur einige  vorl\u00e4ufige \u00dcberlegungen, wie mit Sarrazins Muslim-Schelte historisch und  materialistisch umzugehen w\u00e4re. (Seine Hartz-Vierer-Schelte m\u00fc&szlig;te auf \u00e4hnliche Weise  analysiert werden, was ich mir aber zun\u00e4chst erspare. Dazu verweise ich auf  BLogbuch 1 2010 und 3 2010, wo ich mich mit der Stellung der Linken u.a. zu  Hartz IV besch\u00e4ftige.[5] Die beiliegenden FAZ-Artikel zu dem Thema  \u201aGastarbeiter\u2018 erkl\u00e4ren dieses keineswegs sehr tiefsch\u00fcrfend, es lassen sich  aber, wenn man das Kapitalverh\u00e4ltnis zugrunde legt, daraus gewisse  Zusammenh\u00e4nge entnehmen, die in Euren 4 Artikeln zu Sarrazins Buch kaum  Erw\u00e4hnung finden und woran auch der v\u00f6llig abstrakt bleibende kommunistische  \u201aSchwanz\u2018 am Schlu&szlig; des 4. Artikels nicht mehr viel \u00e4ndert.<\/p>\n<p>Abschlie&szlig;end m\u00f6chte  ich versuchen, bezogen auf die oben genannten methodischen Einw\u00e4nde die  Ergebnisse&nbsp; meiner Sarrazin-Lekt\u00fcre  zusammenzufassen:<\/p>\n<p>Sarrazin betrachtet  die muslimischen Einwanderer aus der Perspektive des deutschen  Arbeiteraristokraten und Kleinb\u00fcrgers (Wut- und Gutmenschen), der sich von  \u201aden\u2018 T\u00fcrken &#8211; gemeint ist wohl eher die t\u00fcrkische Regierung, was er aber  f\u00fcr sich beh\u00e4lt &#8211; \u00fcber den Tisch gezogen f\u00fchlt, weil diese \u00fcber \u201auns\u2018  Deutsche den Bodensatz ihrer Gecekondus ausgesch\u00fcttet und sich dadurch eines  dr\u00e4ngenden Problems entledigt haben. Er betrachtet die muslimischen Einwanderer  aber auch aus der Perspektive des deutschen Kapitals, dessen Regierung die  Lieferung von gesunden m\u00f6glichst nicht fortpflanzungswilligen Junggesellen (im  produktivsten Lebensalter zwischen 20 und 30 Jahren) mit der T\u00fcrkei vereinbart  hatte, aber sehr bald einsehen mu&szlig;te, da&szlig; es sich nicht rechnet, wenn man die  gerade frisch eingearbeiteten \u201aGastarbeiter\u2018 nach 2 Jahren wieder in die T\u00fcrkei  zur\u00fcckschicken soll. Also blieben \u201adie T\u00fcrken\u2018 hier, wogegen wiederum die  Massenpresse ihre Hetztiraden loslie&szlig;, obwohl durch einen hektisch  verabschiedeten Einwanderungsstopp der Hauptzuflu&szlig; der \u201aGastarbeiter\u2018 bereits  wieder abgestellt worden war, diese jedoch eine durch den Familiennachzug  eintretende T\u00fcrkisierung Deutschlands drohen sah.<\/p>\n<p>Im Zentrum von  Sarrazins nicht enden wollender Frustration steht die von ihm st\u00e4ndig  wiederholte Bef\u00fcrchtung, die er mit den verschiedensten Erkl\u00e4rungsversuchen und  Statistiken zu untermauern sucht, da&szlig; sich \u201aDeutschland\u2018 durch die Folgewirkung  der allzu starken Fortpflanzungswilligkeit t\u00fcrkischer Familien zunehmend  \u201aentdeutschen\u2018 und seiner ethnischen Konsistenz berauben werde. Nun fragt sich  nach fast tausend Jahren deutscher Auswanderung seit der Zeit der  Ostkolonisation und der R\u00fcckkehr eines nicht geringen Teils der Nachkommen  dieser Auswanderer in das Nachkriegsrestdeutschland nach 1945, was denn, rein  ethnisch betrachtet, das typisch Deutsche an der autochthonen deutschen  Bev\u00f6lkerung ausmachen soll? Aber Sarrazin ist nicht so dumm, da&szlig; er diese Frage  beantworten w\u00fcrde. Ihm geht es ausschlie&szlig;lich darum zu zeigen, das das  moslemische <b>\u00bbHerrenvolk\u00ab<\/b> schrittweise von Deutschland Besitz ergreifen  werde, wobei er verschweigt, da&szlig; dadurch lediglich das eine durch ein anderes <b>\u00bbHerrenvolk\u00ab<\/b> ausgetauscht w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Gegen dieses Argument  wird in den 4 Aufs\u00e4tzen nur linkes antifaschistisches und antirassistisches  Geschimpfe losgelassen, ohne folgenden Trick in Sarrazins Argumentation  wahrzunehmen, geschweige denn zu durchschauen:<\/p>\n<p>1. Sarrazin  unterschl\u00e4gt die schlichte Tatsache, da&szlig; der Islam in der von ihm angestrebten  politischen Form einen theokratischen Staat verlangt, in dem Religion und  Politik zur despotischen Herrschaft verschmelzen m\u00fcssen, da&szlig; aber ein solcher  Staat mit der kapitalistischen Produktionsweise, die sich in den letzten zwei  Jahrhunderten \u00fcber die ganze Welt verbreitet hat, die islamischen L\u00e4nder  eingeschlossen, prinzipiell unvereinbar ist. Ausdruck dieser Unvereinbarkeit  ist die Unmenge an islamischen Sekten, die der Islamismus, wenn es nach ihm  ginge, zu einer einzigen \u201aStaatskirche\u2018 vereinigen w\u00fcrde, wenn er denn k\u00f6nnte.  Dagegen steht neben der Unvereinbarkeit der islamischen Theokratie mit dem  Kapitalismus die Unterwanderung des Islam durch jene s\u00e4kularen Lebensformen,  die sich seit den Kulturrevolutionen der 70er Jahre \u00fcber die Welt verbreitet  haben und die, soweit sie mit den Interessen des Kapitals vereinbar sind, von  der Bourgeoisie eingemeindet wurden. Der Islam liegt daher in einem  Existenzkampf mit der, soweit mit den Bed\u00fcrfnissen des Kapitals vereinbar, sich  s\u00e4kularisierenden b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, wie die Revolutionen in der  arabischen Welt gegenw\u00e4rtig eindringlich demonstrieren.<\/p>\n<p>2. Sarrazin  suggeriert aber seinen Lesern, \u201adie Moslems\u2018 h\u00e4tten sich dazu verschworen, die  \u201adeutsche Zivilisation\u2018 zu zerst\u00f6ren. Aber dies einmal unterstellt, w\u00e4ren als  erste Adresse nicht \u201adie Moslems\u2018, sondern die Staaten anzusehen, die ihre  islamischen Gemeinden als \u201aStaatskirche\u2018 zu organisieren und zu&nbsp; beherrschen versuchen (z.B. die  t\u00fcrkische Religionsbeh\u00f6rde Ditib im Auftrag der t\u00fcrkischen Regierung). Wenn  aber letztlich eine \u201aStaatskirche\u2018 hinter der von Sarrazin beschworenen  islamischen \u201aInvasion\u2018 steht, dann handelt es sich um h\u00f6chst offizielle  Politik, die wiederum Ausdruck der Konkurrenz zwischen den als Staaten  organisierten Kapitalisten ist, d.h. der Konkurrenzk\u00e4mpfe innerhalb der  Weltbourgeoisie um einen der obersten Pl\u00e4tze in der Weltliga des Kapitalismus. <\/p>\n<p>3. Ich mu&szlig; nicht  ausdr\u00fccklich hinzuf\u00fcgen, da&szlig; der staatlich betriebene Islamismus zugleich  Ausdruck der Politik bestimmter Staaten und ihrer herrschenden Klassen ist  (herausragendes Beispiel: Pakistan), um das Elend des Volkes mit dem Opium der  Religion zu bet\u00e4uben, bzw. die Ursachen der sozialen Widerspr\u00fcche in diesen  L\u00e4ndern auf einen \u00e4u&szlig;eren Feind zu projizieren, gegen den dann die Koransch\u00fcler  (taliban) losgelassen werden. Wer heute von Faschismus redet, durch den die  verelendeten Massen bet\u00e4ubt und ihre Emp\u00f6rung \u00fcber die herrschenden  Verh\u00e4ltnisse von den herrschenden Klassen abgelenkt werden soll, der kann  diesen in seiner aktuellen Form in S\u00fcdasien studieren.<\/p>\n<p>4. Der Weltmarkt ist  der Kampfplatz, auf dem die erbitterte Konkurrenz der Weltbourgeoisie  ausgetragen wird, ein Kampf, der \u00fcber das Gewicht, das die einzelnen Staaten  einnehmen und deren Rangfolge momentan (noch) auf friedliche Weise entschieden  wird. Werkzeuge in diesem Kampf sind die islamischen Gotteskrieger, die von der  Weltpolizei des \u201aWestens\u2018 in Gestalt ganzer Armeen (einschlie&szlig;lich Marines, GSG  9 usw.) in Schach gehalten werden. Sarrazin sieht in dieser globalen  Auseinandersetzung ausschlie&szlig;lich eine gegen \u201adie Deutschen\u2018 gerichtete  Bedrohung, deren \u00dcberleben, folgt man seiner Darstellung, wie eine in ihrem  \u00d6kotop bedrohte Tierart zu verteidigen sei (nicht zuf\u00e4llig bezieht er den  Kernbestand seiner Argumente aus Darwins <i>On Man<\/i>). Das demographische  Gleichgewicht in diesem \u00d6kotop mit Namen \u201aDeutschland\u2018 droht durch das  \u00dcbergewicht einer st\u00e4ndig von au&szlig;en in dieses eindringenden Spezies, die sich  wie ein Virus extrem schnell vermehrt, zerst\u00f6rt zu werden. Die eine Alternative  zur Wiederherstellung des urspr\u00fcnglichen Gleichgewichtes w\u00e4re ein Rassenkrieg,  die andere, zur Herstellung eines neuen Gleichgewichts, die F\u00f6rderung der  Vermehrung der nicht mehr dominanten Spezies, um die rapide Vermehrung der  Zuwanderer in diesem \u00d6kotop auszugleichen. Sarrazins Buch ist ein flammende  Aufruf an \u201adie Deutschen\u2018, ihre Anstrengungen in diesem Sinne zu vergr\u00f6&szlig;ern,  damit ihr Erbmaterial in dem deutschen Genpool qualitativ und quantitativ  wieder zunimmt und dadurch verhindert wird, da&szlig; \u201aDeutschland\u2018 sich selbst  \u201aabschafft\u2018. <\/p>\n<p>5. Seit Hitlers  hegemonistischem Rassenkrieg gegen den Rest der Welt ist die Lage der deutschen  Bourgeoisie auf dem Weltmarkt noch immer ziemlich prek\u00e4r. Der \u201arassenreine\u2018  Staat (die v\u00f6lkische Biokratie!) ist die ethnizistische Variante all jener von  der Bourgeoisie unternommenen Anstrengungen zur (letzten Endes vergeblichen)  Bew\u00e4ltigung der Widerspr\u00fcche, von denen die kapitalistische Produktionsweise  beherrscht wird, einschlie&szlig;lich des Widerspruchs zwischen der Lohnarbeit und  dem Kapital. All jene zu diesem Zweck etablierten Staatsformen dienen in ihrer  nicht erreichbaren Idealform dem Aufbau einer widerspruchsfreien  kapitalistischen Gesellschaft. Jedoch ist die biokratische Idealform&nbsp; nicht weniger als die theokratische mit  den Widerspr\u00fcchen, die der kapitalistischen Produktionsweise innewohnen, auf  die Dauer nicht zu vereinbaren, weil die menschliche Gesellschaft sich nicht  auf ein \u00d6kotop reduzieren l\u00e4&szlig;t.<\/p>\n<p>An dieser Stelle  beende ich vorerst meine \u00dcberlegungen zu Eurer Kritik an Sarrazins Buch.  Fortsetzung folgt nach einer Antwort von Eurer Seite. (Es steht von meiner  Seite eine Kritik u.a. an GdS 06-07 und 08\/2011 aus, wozu einiges anzumerken  w\u00e4re.) Nur noch eine Bemerkung zum Schlu&szlig;, die ich f\u00fcr unaufschiebbar halte:  n\u00e4mlich Eure f\u00fcr mich \u00e4u&szlig;erst \u00e4rgerliche Forderung, Sarrazins Buch auf den  Index zu setzen. (Diese Forderung \u00e4u&szlig;ert Ihr auf S. 29 [6] zwar nicht explizit,  aber wenn dort auf <b>\u00bbverbrecherische Passagen\u00ab<\/b> hingewiesen wird und Ihr  Euch fragt, <b>\u00bbwie weit ein Bundesbanker und SPD-Mitglied gehen kann, um  Elemente rassistischer Ideologie und Nazi-Ideologie als \u00f6ffentlich  diskutierbare Ansichten in Massenmedien und politischen Parteien aller Art  einzuf\u00fchren &#8211; von \u201eBild\u201c bis Maischberger, von SPD bis NPD\u00ab<\/b>, dann  liegt eigentlich der Schlu&szlig; nahe, da&szlig; ein solches Buch verboten werden mu&szlig;.)  Mit solchen unterschwellig ge\u00e4u&szlig;erten Verbotsforderungen, die sich letztlich an  den b\u00fcrgerlichen Staat richten, wird der ohnehin in Deutschland herrschende  Mainstream best\u00e4tigt, alles, was in der \u00f6ffentlichen Debatte diesem nicht in  den Kram pa&szlig;t, zu reglementieren, auszugrenzen und notfalls aus dem Weg zu  r\u00e4umen. Dahinter steht in Eurem Fall die Strategie des Stalinschen Antifa, d.h.  die Anpassung des Kommunismus an das Harmoniestreben der Bourgeoisie und die  Harmoniebed\u00fcrfnisse der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, die in der Selbstzensur ihren  h\u00f6chsten Ausdruck finden. Im Gegensatz dazu sollte unsere Aufgabe darin  bestehen, das Proletariat in die Lage zu versetzen, solche B\u00fccher in ihrem  historischen Zusammenhang zu kritisieren und die darin herrschenden Gedanken  als die Gedanken der herrschenden Klasse zu verstehen und zu entlarven, anstatt  sich darauf zu beschr\u00e4nken, \u00fcber ihren reaktion\u00e4ren Charakter laut zu  schimpfen. Wer schimpft und nur laut schreit, hat Unrecht&#8230;!<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc&szlig;e<\/p>\n<p>    [1] Gegen die Str\u00f6mung November 2010 (Teill 1): <b>Es geht nicht nur um  Sarrazin<\/b>; Dezember 2010 (Teil 2): <b>Sarrazins Programm: \u201eKonsequent  durchgesetzter Arbeitszwang\u201c<\/b>; M\u00e4rz 2011 (Teil 3): <b>Sarrazins  antiislamische und antimuslimische Hetze in der Pose des deutschen  Herrenmenschen<\/b>; Mai 2011 (Teill 4): <b>Eugenik, Herrenmenschenideologie und  Antikommunismus.<\/b><\/p>\n<p>[2] <b>Karl Marx;  Friedrich Engels: Britische Politik &#8211; Disraeli &#8211; Die Fl\u00fcchtlinge  &#8211; Mazzini in London &#8211; T\u00fcrkei<\/b>, in: MEW 9, 8; (erschienen in der  NYDT am 07.04.1853).<\/p>\n<p>[3] FAZ 26.10.2011: <b>Amerikanischer  Druck und t\u00fcrkische Interessen. Deutschland schlo&szlig; das Anwerbeabkommen nur  z\u00f6gerlich<\/b>. FAZ 29.10.2011: <b>Gastarbeiter. Die Kunst des Mi&szlig;verstehens.  Sie haben nicht Deutschland, sondern die T\u00fcrkei gerettet. Warum vor 50 Jahren  die ersten t\u00fcrkischen Gastarbeiter kamen und sie keine Opfer waren.<\/b> FAZ  31.10.2011: <b>Ganz unten. Vor f\u00fcnfzig Jahren er\u00f6ffnete die Bundesregierung  t\u00fcrkischen Arbeitssuchenden die M\u00f6glichkeit, in Deutschland eine Besch\u00e4ftigung  aufzunehmen. Eine Bilanz.<\/b><\/p>\n<p>[4] <b>Karl Marx;  Friedrich Engels: [Vorrede zur zweiten russischen Ausgabe des \u201eManifests der  Kommunistischen Partei\u201c]<\/b> MEW 19 (295-305).<br \/>\n    [5] BLogbuch 1 2010: <b>Von Petrograd nach Heiligendamm &#8211; Zum  Programmentwurf der Partei Die Linke<\/b>; BLogbuch 3 2010: <b>De Fall \u201aEmmely\u2018:  Ein Sieg der Linken \u00fcber die <\/b><b>Bourgeoisie  &#8211; ein Pyrrhus-Sieg \u00fcber das Kapital<\/b>.<\/p>\n<p>[6] Siehe die Brosch\u00fcre  von GdS: <b>Es geht nicht nur um Sarrazin<\/b>. <\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an H.B.<\/b> (11.12.2011)\n  <\/p>\n<p>Betreff: INFIGHT<\/p>\n<p>\n    Lieber  H., ich schicke Dir eine interessante Debatte zwischen Django Schins und mir.  Nach unserer Diskussion im Herbst in Berlin \u00fcber \u00e4hnliche Fragen h\u00e4tte ich gern  Dein Urteil \u00fcber diese Debatte (wenn Dich auch Parteien nicht interessieren &#8211;  aber es geht nicht nur um Parteien). Wie Du aus den E-Mails ersiehst, hat D.S.  das Kriegsbeil zwischen uns begraben (KRITIK 1 und REAKTIONEN 2009), um einen  neuen Anfang zu machen. Ich bin ohnehin nicht nachtragend. [\u2026] [1]<\/p>\n<p>Au&szlig;erdem bin ich mit D.W.  so gut wie durch und wollte Dir einen Auszug aus meinen Exzerpten schicken;  darin wird in nuce deutlich werden, worin sein Marx-Revisionismus, an einem  exemplarischen Fall betrachtet, besteht. Ich habe [der Marx-Gesellschaft]  angeboten, auf dem \u00fcbern\u00e4chsten Kolloquium, das sich mit dem Fetischcharakter  [der Ware] besch\u00e4ftigen wird, einen Vortrag \u00fcber das Fehlen des Kapitalfetischs  bei D.W. zu halten.<\/p>\n<p>Gru&szlig; Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] {Django Schins hatte nach l\u00e4ngerer Unterbrechung wieder Kontakt zu mir  aufgenommen, ohne da&szlig; sich im Verlauf unserer neuen Korrespondenz die bis dahin  bestehenden Differenzen h\u00e4tten kl\u00e4ren lassen. Ganz im Gegenteil haben sich  diese so weit zugespitzt, da&szlig; er es mir ausdr\u00fccklich untersagt hat, unsere  E-Mails zu ver\u00f6ffentlichen. Was ihn nicht daran gehindert hat, mir gleichzeitig  in regelm\u00e4&szlig;igen Abst\u00e4nden Bulletins \u00fcber meinen geistigen Gesundheitszustand  zuzusenden. EUK}<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>H.B an Ulrich Knaudt<\/b> (24.12.2011)\n  <\/p>\n<p>Betr.:  WG: NACHTRAG<\/p>\n<p>\n    Lies im K[APITAL Bd.] 1 (von S. 557) auch 563 und 564.<\/p>\n<p>s. \u00fcbrigens auch (noch mal) 527  ff., 529, 530.<\/p>\n<p>Sind das nicht  Grund-Quintessenzen der Kritik der politischen \u00d6k. d. Kap. Schlechthin ? !<\/p>\n<p>Gut Nacht.<\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an H.B.<\/b> (25.12.2011)\n  <\/p>\n<p>Betr:  RE: NACHTRAG<\/p>\n<p>\n    Hab ich gelesen. Sehr instruktiv und erhellend. Aber&nbsp;zuvor  ist zu sagen, da&szlig; unsere Debatte, die erneut durch ihre Einheit in ihrer  radikalen politischen Gegens\u00e4tzlichkeit gl\u00e4nzte, mehr als erhellend war.  Vielleicht haben wir es endlich auf den Punkt gebracht: Rettung der Menschheit  durch diese selbst oder Rettung der Menschheit durch proletarische Revolution  (wobei Rettung der Menschheit als Abfallprodukt der proletarischen Revolution  als Haupt- und Staatsaktion in dieser Abstraktheit&nbsp;endg\u00fcltig dem vorigen  Jahrhundert angeh\u00f6rt!). <\/p>\n<p>\n    Die proletarische Revolution als (Neben-)produkt der Haupt- und Staatsaktion  aller Retter der Menschheit (O[ccupy] W[all] S[treet]-Bewegung bis Stuttgart  21) halte ich auf der anderen Seite f\u00fcr abgeschmackt und tendenziell  sozialfaschistisch (leider eine Kategorie Stalins, obwohl passend) = salatgr\u00fcne  und wutb\u00fcrgerliche Kriminalisierung all dessen, was die Weltmarktinteressen des  deutschen Kapitals und dessen Maximalprofit potentiell sch\u00e4digen k\u00f6nnte  (ionisierende Strahlung bis Tabakdampf).<\/p>\n<p>\n    Also kann die Befreiung der Menschheit von all dieser Sch&#8230; nur ein  Nebenprodukt der proletarischen Weltrevolution sein. Aber halt! Es bleibt noch  eine dritte M\u00f6glichkeit zu \u00fcberlegen, n\u00e4mlich da&szlig; in diesem Klassenkampf nach  Marx (vielleicht kennst Du die Stelle) beide (!) miteinander k\u00e4mpfende Seiten  untergehen. Dar\u00fcber haben wir noch nicht gesprochen. Aber um eine solche  Katastrophe zu vermeiden, ist erst recht eine proletarische Revolution  angesagt, weil \u201adie Menschheit\u2018 keine Klasse, sondern eine Totalit\u00e4t ist, in  der sich verschiedene Klassen befinden, w\u00e4hrend sich das Kapital \u201anur\u2018 aus  verschiedenen Kapitalisten zusammensetzt, die trotz ihrer Konkurrenz in  konkreten Situationen diese vergessen (siehe P[ariser]K[ommune] oder  B\u00fcrgerkrieg gegen Sowjetmacht).<\/p>\n<p>\n    Diesen qualitativen Unterschied im Klassencharakter beider Seiten kannst Du  nicht einfach so vom Tisch wischen. Die Befreiung der Menschheit vom Kapital  mu&szlig; aus zwei entscheidenden Gr\u00fcnden durch eine revolution\u00e4re Klasse erfolgen.  \u00dcberleg\u2018 mal, ob du den spezifischen Zustand der deutschen Arbeiter als  Nicht-Klasse (Klassenkonglomerat) nicht zum Ma&szlig;stab f\u00fcr die heutige Bestimmung  des Proletariats machst, was den \u00fcblichen \u00d6konomismus der deutschen Linken zwar  negiert, aber nicht aufhebt.<\/p>\n<p>\n    Gro&szlig;e Industrie und Agrikultur: Interessant, da&szlig; [Seite] 528 der gute Urquhart  zitiert wird, den M[arx].u.E[ngels]. vor allem als Verb\u00fcndeten gegen das  russische Zarentum hochsch\u00e4tzten.[1] Seine Schw\u00e4che charakterisiert die gesamte  heutige Umweltbewegung, die nicht \u00fcber die Trennung der landwirtschaftlichen  und Handelsinteressen hinauskommt, worin K.M. die <b>\u00bbSt\u00e4rken und Schw\u00e4chen  einer Art von Kritik\u00ab<\/b> erkennt, <b>\u00bbwelche die Gegenwart zu be- und verurteilen,  aber nicht zu begreifen wei&szlig;\u00ab<\/b>. Wichtig ist auch noch der von K.M.  festgestellte enge Zusammenhang von b\u00e4uerlicher Agrikultur und Manufaktur.<\/p>\n<p>\n    Diesen Zusammenhang nicht entdeckt und fruchtbar gemacht zu haben (bei  gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Errungenschaften der Gro&szlig;industrie, soweit  vorhanden), ist eines der Hauptprobleme der Transformationsfrage in der  S[owjet]U[nion] gewesen.[2] Die russischen Manufakturbetriebe sind jedenfalls  aus der b\u00e4uerlichen Hauswirtschaft hervorgegangen und haben diesen Boden, wie  sich historisch zeigen l\u00e4&szlig;t, nie endg\u00fcltig verlassen, woran die Gro&szlig;industrie  auf diesen Gebieten wie Textilindustrie h\u00e4ufig gescheitert ist. Das hat erst  das sowjetische Staatskapital zwangsweise vollzogen. (M\u00fc&szlig;te bei Fortsetzung  meiner Vortragsreihe als Grundlage behandelt werden.)<\/p>\n<p>\n    Verwandlung von Wert resp. Preis der Arbeitskraft in Arbeitslohn: hier stellt  K.M. die Frage zum Wertgesetz, die D.W[olf]. uns immer so gerne stellt und  beantwortet sie mit einem Satz (557): der Wert der Ware ist gegenst\u00e4ndliche  Form (!!!!) der in ihrer Produktion verausgabten gesellschaftlichen Arbeit.[3]  Ich werden diesen Satz jetzt nicht interpretieren. Eine weitere Wichtige  Bestimmung zum WG (559): die Arbeit ist die Substanz und das immanente Ma&szlig; der  Werte, aber sie selbst hat keinen Wert (sondern die Arbeitskraft).[4] Der  n\u00e4chste Absatz ist besonders wichtig f\u00fcr mich und meine These von der bewu&szlig;ten  Verwendung von Paradoxien in den ersten Drei Kapiteln von KAP I. Der Ausdruck <b>\u201eWert  der Arbeit\u201c<\/b> ist ein imagin\u00e4rer Ausdruck (weil nur die Arbeitskraft einen  Wert hat). Dann der entscheidende Satz, der meine Behandlung von [Das]  KAP[ital] [Bd.]I. [Abschnitt]I direkt unterst\u00fctzt: <b>\u00bbDiese imagin\u00e4ren  Kategorien entspringen jedoch aus den Produktionsverh\u00e4ltnissen selbst.<\/b> (!) <b>Sie  sind Kategorien f\u00fcr Erscheinungsformen wesentlicher Verh\u00e4ltnisse. Da&szlig; in der  Erscheinung die Dinge sich oft verkehrt darstellen, ist ziemlich in allen  Wissenschaften bekannt, au&szlig;er in der politischen \u00d6konomie.\u00ab<\/b> Und bei  D.W[olf].! Die Fu&szlig;note 26 [S. 559] w\u00e4re eine interessante Kritik an D.W.s  Behauptung, die Paradoxien seien einfach nur \u201aMetaphern\u2018&#8230;[5]<\/p>\n<p>\n    Ich mu&szlig; hier leider Schlu&szlig; machen, weil die Weihnachtsgans verspeist werden  mu&szlig;. Ich werde wohl doch eine Zusammenfassung meiner Erkenntnisse \u00fcber D.W.s  wert-lose Werttheorie zusammenbasteln.<\/p>\n<p>Tsch\u00fc&szlig;  Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] <b>Karl Marx: <i>Das Kapital<\/i> I<\/b>, MEW 23, 528: <b>\u00bbMit dem stets  wachsenden \u00dcbergewicht der st\u00e4dtischen Bev\u00f6lkerung, die sie in die gro&szlig;en  Zentren zusammenh\u00e4uft, h\u00e4uft die kapitalistische Produktion einerseits die  geschichtliche Bewegungskraft der Gesellschaft, st\u00f6rt sie andrerseits den  Stoffwechsel zwischen Mensch und Erde, d.h. die R\u00fcckkehr der vom Menschen in  der Form von Nahrungs- und Kleidungsmitteln vernutzten Bodenbestandteile zum  Boden, also die ewigen Naturbedingungen dauernder Bodenfruchtbarkeit. Sie  zerst\u00f6rt damit zugleich die physische Gesundheit der Stadtarbeiter und das  geistige Leben der Landarbeiter. <\/b>[Fn.]<b> Aber sie zwingt zugleich durch  die Zerst\u00f6rung der blo&szlig; naturw\u00fcchsig entstandenen Umst\u00e4nde jenes Stoffwechsels  ihn systematisch als regelndes Gesetz der gesellschaftlichen Produktion und in  einer der vollen menschlichen Entwicklung ad\u00e4quaten Form herzustellen.\u00ab<\/b><\/p>\n<p>[Fn.:]<b> \u00bb\u201eIhr teilt das  Volk in zwei feindliche Lager, plumpe Bauern und verweichlichte Zwerge Lieber  Himmel! Eine Nation, zerspalten in landwirtschaftliche und Handelsinteressen,  nennt sich gesund, ja h\u00e4lt sich f\u00fcr aufgekl\u00e4rt und zivilisiert, nicht nur  trotz, sondern gerade zufolge dieser ungeheuerlichen Trennung\u201c. (David  Urquhart: <i>Familiar Words<\/i>, London 1855, S. 119). Diese Stelle zeigt  zugleich die St\u00e4rke und Schw\u00e4che einer Kritik, welche die Gegenwart zu be- und  verurteilen, aber nicht zu begreifen wei&szlig;.\u00ab<\/b><\/p>\n<p>[2] <b>DEBATTE 3 Vortrag<\/b> und <b>Nachtrag<\/b>.<br \/>\n    [3] <b>Karl Marx: <i>Das Kapital<\/i> I<\/b>, MEW 23, 559: <b>\u00bbAber was ist der  Wert einer Ware? Gegenst\u00e4ndliche Form der in ihrer Produktion verausgabten  gesellschaftlichen Arbeit. Und wodurch messen wir die Gr\u00f6&szlig;e ihres Werts? Durch  die Gr\u00f6&szlig;e der in ihr enthaltnen Arbeit. Wodurch w\u00e4re also der Wert z.B. eines  zw\u00f6lfst\u00fcndigen Arbeitstags bestimmt? Durch die in einem Arbeitstag von 12  Stunden enthaltnen 12 Arbeitsstunden, was eine abgeschmackte Tautologie ist. Um  als Ware auf dem Markt verkauft zu werden, m\u00fc&szlig;te die Arbeit jedenfalls  existieren, bevor sie verkauft wird. K\u00f6nnte der Arbeiter ihr aber eine  selbst\u00e4ndige Existenz geben, so w\u00fcrde er Ware verkaufen und nicht Arbeit.\u00ab<\/b><\/p>\n<p>[4] Ebenda: <b>\u00bbWas dem  Geldbesitzer auf dem Warenmarkt direkt gegen\u00fcbertritt, ist in der Tat nicht die  Arbeit, sondern der Arbeiter. Was letztrer verkauft, ist seine Arbeitskraft.  Sobald seine Arbeit wirklich beginnt, hat sie bereits aufgeh\u00f6rt, ihm zu  geh\u00f6ren, kann also nicht von ihm verkauft werden. Die Arbeit ist die Substanz  und das immanente Ma&szlig; der Werte, aber sie hat keinen Wert. Im Ausdruck \u201eWert  der Arbeit\u201c ist der Wertbegriff nicht nur v\u00f6llig ausgel\u00f6scht, sondern in sein  Gegenteil verkehrt. Es ist ein imagin\u00e4rer Ausdruck, wie etwa der Wert der Erde.  Diese imagin\u00e4ren Ausdr\u00fccke entspringen jedoch aus den Produktionsverh\u00e4ltnissen  selbst. Sie sind Kategorien f\u00fcr Erscheinungsformen wesentlicher Verh\u00e4ltnisse.  Da&szlig; in der Erscheinung die Dinge sich oft verkehrt darstellen, ist ziemlich in  allen Wissenschaften bekannt, au&szlig;er in der politischen \u00d6konomie.\u00ab<br \/>\n    <\/b>[5] Ebenda, Fn. 26: <b>\u00bbSolche Ausdr\u00fccke dagegen f\u00fcr blo&szlig;e licentia poetica <\/b>[dichterische Freiheit]<b> zu erkl\u00e4ren, zeigt nur die Ohnmacht der Analyse.  Gegen Proudhons Phrase: \u201e&#8230;der Wert der Ware ist ein fig\u00fcrlicher Ausdruck  etc.\u201c bemerke ich <\/b>[in ders.: <i>Mis\u00e8re de la philosophie<\/i>]<b> daher: \u201eEr  sieht in der Ware Arbeit, die eine furchtbare Realit\u00e4t ist, nur eine  grammatische Ellipse&#8230;\u201c\u00ab.<\/b><\/p>\n<p><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>H.B an Ulrich Knaudt<\/b> (26.12.2011)\n  <\/p>\n<p>Betr.:  AW: NACHTRAG<\/p>\n<p>\n    Lieber Ulrich,<\/p>\n<p>[\u2026]<br \/>\n    &nbsp;&#8211; nur ganz ganz kurz:<\/p>\n<p>in Deinem ersten  Absatz finde ich mich in keinem Satz wieder. Ich frage mich, mit wem du  \u00fcberhaupt die n\u00e4chtliche \u201aDebatte\u2018 gef\u00fchrt hast, wenn nur derart hinl\u00e4nglich  Abgeschmacktes verblieben sein sollte. Obendrein ein arger R\u00fcckfall in die  unsinnige Gegen\u00fcberstellung der Interessen von \u201e(proletarischem) Klassenkampf  versus Gattung \u2026<\/p>\n<p>\n    <b>\u00bbDas Zugleich beider widerlegt weder das eine noch das andre so wenig wie es  den Widerspruch zwischen beiden aufhebt \u2026\u00ab<\/b> (mein Mail v. 23.05.11, S. 2).<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\" title=\"\"> [1]<\/a> H\u00e4tte  doch Unser \u201aBrennglas\u2018&nbsp;&#8211; f\u00fcr die verschiedenen Ebenen und ihren Sph\u00e4ren &#8211; den Punkt ihrer  notwendigen Verbindung zu fokussieren!<\/p>\n<p>\n    Zu Deinem&nbsp;zweiten Absatz: <b>\u00bbDiese imagin\u00e4ren Kategorien \u2026\u00ab<\/b>; sie  beginnen schon auf der ersten Seite des [Marxschen] <i>Kapital<\/i>s mit dem <b>\u00bb\u00dcbersinnlichen\u00ab<\/b> als der <b>\u00bbForm\u00ab<\/b> bzw. den <b>\u00bbFormen\u00ab<\/b> des Werts bzw. Tauschwerts als <b>\u00bbErscheinungsformen  wesentlicher Verh\u00e4ltnisse\u00ab<\/b>, der <b>\u00bbProduktionsverh\u00e4ltnisse selbst\u00ab<\/b>.  Das ganze <i>Kapital<\/i> ist eine Explikation, eine Abhandlung derselben. Jene <i>Verh\u00e4ltnisse<\/i> bedingen die <i>Existenz <\/i>der Gattung in <i>Widerspruch<\/i> zu ihrem  eigentlichen <i>Wesen &#8211; idealiter,<\/i> nach b\u00fcrgerlicher  Lesart, und ebenso nach revisionistischer, stalinistischer, <i>objektiv<\/i> allerdings, nach  Marx! &nbsp;&#8211; der eigentliche antagonistische, <i>nicht<\/i>dialektische <i>Widerspruch<\/i>: eine <b>\u00bbgesellschaftliche  Teilung der Arbeit \u2026 ist Existenzbedingung der Warenproduktion, obgleich  Warenproduktion <\/b><b><i>nicht <\/i><\/b>(Herv. v. mir) <b>umgekehrt  die Existenzbedingung gesellschaftlicher Arbeitsteilung ist\u00ab<\/b> (K[apital], S.  56) &#8211; in einem k\u00fcnftig <i>m\u00f6glichen<\/i> Kommunismus, wo der <b>\u00bbWiderspruch\u00ab<\/b>,  jener Antagonismus zwischen der Daseinsweise, der <b>\u00bbExistenz\u00ab<\/b> der Gattung  und ihrem <b>\u00bbWesen\u00ab<\/b> aufgehoben ist.<\/p>\n<p>\n    Nur <i>so <\/i>l\u00e4sst sich \u201aKommunismus\u2018, mit Marx, als die <b>\u00bbobjektive  Bewegung\u00ab<\/b> begreifen und praktisch daf\u00fcr eintreten. Ansatzpunkte, an allen  Ecken und Enden, gibt\u2019s mittlerweile, heutzutage, zu Hauf, allerdings mit ein  wenig \u201aPhantasie\u2018, die jenen, was ihn ausmacht, antizipiert, und davon  ausgehend die empirische Wirklichkeit analysiert.<\/p>\n<p>\n    Inhallier doch mal [MEW] EB I, S.&nbsp;533 &#8211; 546 <b>\u00bbPrivateigentum und  Kommunismus\u00ab<\/b>, zum <b>\u00bbWiderspruch\u00ab<\/b> zwischen <b>\u00bbExistenz\u00ab<\/b>\/<b>\u00bbWesen\u00ab <\/b>oder nochmal [MEW ]Bd. 2, [Die] Hl.Fam[ilie]., S. 32 ff., 36-38,  demgegen\u00fcber zur Hegelschen Ein-Wesens-Logik am Beispiel <b>\u00bbFrucht\u00ab<\/b> S. 59  ff. oder oder&#8230;<\/p>\n<p>Bis ein ander Mal,<\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>[1]&nbsp; Im Mail vom 23.5. konnte ich die Einheit  der Bewegung \/ Entwicklung von Klassenkampf- und Gattungslogik insoweit auf den  Punkt bringen, als ich ausdr\u00fcckte, <br \/>\n    &#8210; da&szlig; das <b>\u00bbeine  nicht gegen das andere zu verabsolutieren \/ zu negieren\u00ab<\/b> ist und <br \/>\n    &#8210; [da&szlig;] <b>\u00bbdas  Zugleich beider weder das eine noch das andre so wenig <\/b>[<b>widerlegt<\/b>]<b> wie es den Widerspruch zwischen beiden aufhebt.\u00ab<\/b><\/p>\n<hr \/>\n<p>  <b>Ulrich Knaudt an H.B.<\/b> (27.12.2011)\n  <\/p>\n<p>\n    Lieber H.,<\/p>\n<p>h\u00f6chst bedauerlich, da&szlig;  ich aus Deiner Mail den gleichen entr\u00fcstet belehrenden Tonfall heraush\u00f6re, mit  dem der linke Oberlehrer f\u00fcr gew\u00f6hnlich seinem Gespr\u00e4chspartner klarzumachen  versucht, da&szlig; hier die Grenze zwischen dem, was gut f\u00fcr ihn sei und dem, was es  nicht mehr sein soll, \u00fcberschritten wurde. (Ich hatte Dir den Schriftwechsel  zum Thema \u201aProletariat\u2018 eigentlich nicht in der Absicht geschickt, da&szlig; Du von  D.S. lernen m\u00f6gest, wie man sein Gegen\u00fcber am besten in die Pfanne haut,  sondern ganz bestimmt aus anderen Gr\u00fcnden&#8230;) Auch habe ich von unserer  n\u00e4chtlichen Debatte kein Gespr\u00e4chsprotokoll angefertigt, sondern unseren  Dissens auf den Punkt zu bringen versucht, an welchem wir politisch  auseinanderstreben &#8211; oder -liegen &#8211; wie  Du willst, verbunden mit der Frage, wohin die gemeinsame Reise gehen sollte.<\/p>\n<p>Wenn Du Dich in meinem  \u201eersten Absatz in keinem Satz\u201c wiederfindest, tut es mir herzlich leid. Das  einzig Positive, was an der \u201a<u>Volks<\/u>front\u2018 des deutschen Wutb\u00fcrgers gegen  das <u>Kapital<\/u> als positiv zu vermerken w\u00e4re, ist vielleicht, da&szlig; diesem ad hominem ein wenig \u00d6konomie beigebracht  werden wird, woraus er lernen k\u00f6nnte, da&szlig; es eine Bank war, der er seine  Ersparnisse \u201aanvertraut\u2018 hat und keiner Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation. Als  Sozialfaschismus w\u00fcrde ich eine Politik bezeichnen, die darauf aus ist, aus der  Summe der Wutb\u00fcrger eine Allianz gegen \u201adas Kapital\u2018 zu schmieden. Heute sind  f\u00fcr den Sozialfaschisten \u201adie Reichen\u2018 das, was Anfang der 30er Jahre das  \u201aj\u00fcdische Kapital\u2018 war.<\/p>\n<p>Wenn f\u00fcr Dich der  Widerspruch zwischen Wesen und Existenz der Gattung eine entscheidende Rolle  spielt, dann solltest Du auch die politischen Formen mitbuchstabieren, worin  dieser Widerspruch von Auschwitz bis GuLag zum Ausdruck gekommen ist und heute  in den chinesischen und nordkoreanischen Straflagern und den Containern der  Gangsterregimes von Gaddafi bis Assad seine Fortsetzung gefunden hat. Die b\u00fcrgerliche  (fr\u00fcher: revisionistische &#8211; wenn Dir das noch ein Begriff ist&#8230;) Linke  interpretiert diesen Widerspruch nicht nur unpolitisch, indem sie ihn auf die  Verbrechen der Nazis reduziert, sie hat es auch sehr gut verstanden, ihn  jeglichen Klassencharakters zu berauben. Und wenn Du die Gattungsfrage auf ihre  rein philosophische Bedeutung beschr\u00e4nkst, ohne diese, so sie jedem ins Auge  sticht (stechen m\u00fc&szlig;te!) <u>politisch zu konkretisieren<\/u>, betreibst Du deren  Entpolitisierung ebenfalls voran.<\/p>\n<p>Das Marxsche KAP ist kein  politisches Pamphlet, aber auch keine \u201eErkl\u00e4rung\u201c (D.W[olf].) des Kapitalismus,  sondern eine wissenschaftliche Arbeit, die die Etikette der b\u00fcrgerlichen  Wissenschaft dadurch durchbricht, da&szlig; sie darin als Wissenschaft beim Wort  genommen wird in dem vollen Bewu&szlig;tsein, da&szlig; sie getrieben von dem Zwang der  Verh\u00e4ltnisse immer weiter von ihren wissenschaftlichen Grunds\u00e4tzen abdriften  und sich dabei in unl\u00f6sbare Widerspr\u00fcche verstricken <u>mu&szlig;te<\/u>, die Marx ihr  mit aller logischen Konsequenz vor die Nase h\u00e4lt und ihre geheiligten  Prinzipien dabei ad absurdum f\u00fchrt. Der Kapitalismus wird darin nicht, wie  viele glauben, widerlegt, sondern <u>vorgef\u00fchrt<\/u>. Das ist es auch, was  Gem\u00fctssozialisten auf den Spuren Proudhons oder Bakunins nicht in den Kopf geht  und was die <u>revolution\u00e4re<\/u> <u>Benutzung<\/u> dieses gro&szlig;en  wissenschaftlichen Werks (wof\u00fcr es letztlich geschrieben wurde!) von seiner  philosophischen oder vulg\u00e4r\u00f6konomischen Interpretation unterscheidet. Das  bedeutet, da&szlig; sich daraus nicht, wie vielleicht noch aus den Fr\u00fchschriften, der  Kommunismus <u>unmittelbar ableiten<\/u> l\u00e4&szlig;t. Dazu bedarf es der politischen  Vermittlung (durch die Marxsche Partei zu Marxens Lebzeiten, die danach keine  ad\u00e4quate Fortsetzung mehr gefunden hat). Indem Du daraus aber so etwas wie eine  direkte Ableitung des Kommunismus versuchst, verharrst Du in den alten Fehlern  der westdeutschen Linken, die die Ersten Drei Kapitel [des I. Bandes des <i>Kapital<\/i>]  nie anders begriffen hat denn als bereits in diesem Stadium der Argumentation  v\u00f6llig ausgefeilte Kapitalismuskritik. \u00dcbrigens benutzt Du den Begriff des  \u201e\u00dcbersinnlichen\u201c genauso undialektisch wie D.W. Sowohl in <i>Zur Kritik<\/i> [<i>der  politischen \u00d6konomie<\/i>] als auch im Ersten Kapitel [von <i>Kapital<\/i> I]  spricht Marx vom \u201esinnlich \u00dcbersinnlichen\u201c bei der Verwandlung des G[ebrauchs]werts  in den T[ausch]wert im Wechsel aus der Hand des B\u00e4ckers in die des hungrigen  K\u00e4ufers und nicht nur vom \u201e\u00dcbersinnlichen\u201c als solchem. Damit gelangst Du auf  direktem Weg in <b>\u00bbdie Nebelwelt\u00ab <\/b>der Religion, [1] d.h. Du f\u00fcgst Dich gemeinsam  mit D.W. willig dem Warenfetisch. <\/p>\n<p>Ich begreife die  [Marxschen] Fr\u00fchschriften als Ausdruck einer philosophischen Revolution, die  mit den Feuerbachthesen auf den Begriff und zu Ende gebracht worden ist. In  Paris wird Marx zum ersten Mal mit dem Proletariat als Alltagserscheinung der  b\u00fcrgerlichen Gesellschaft konfrontiert, das in Deutschland noch in seinem  \u00e4u&szlig;ersten Extrem in Gestalt der aufst\u00e4ndischen Weber vorzufinden war. Dieses  Umschlagen von der Philosophie in die Politik, von einer philosophischen zur  proletarischen Revolution, vom Gef\u00fchlssozialismus zur bewu&szlig;t und politisch  gewollten <u>Partei<\/u>lichkeit dr\u00fcckt sich auch in unserem Dissens aus, also  darin, ob die Rettung der Menschheit als ein Abfallprodukt der proletarischen  Revolution (oder umgekehrt) zu bestimmen sei bzw. ob die Bourgeoisie als <u>Klasse<\/u> (von Washington \u00fcber Moskau bis Peking) vielleicht auch durch eine  pseudo-proletarische Revolution vor den Widerspr\u00fcchen, in die das Kapital  unl\u00f6sbar verstrickt ist, m\u00f6glicherweise durch ein linkes Projekt errettet wird (die  anderen Formen des Faschismus sind uns bestens bekannt &#8211; eine solche Form  noch nicht!).<\/p>\n<p>Ich habe die Anregungen  aus unserer gemeinsamen Lekt\u00fcre von Teilen der Fr\u00fchschriften immer als mehr  denn nur \u201aanregend\u2018 empfunden; aber wir gehen, wie es scheint, immer noch aus  einander entgegengesetzten Himmelsrichtungen an diese heran. F\u00fcr mich  befestigen die Fr\u00fchschriften das Terrain, auf dem man einen gro&szlig;en Schritt  zur\u00fcck machen mu&szlig;, um die Bedeutung der Marxschen Partei zuk\u00fcnftig in ein neues  Licht zu stellen. F\u00fcr Dich sind sie Dein Ein und Alles, was aber verhindert,  den Sprung vom philosophischen zum politischen Marx zu vollziehen.<\/p>\n<p>(Lenin schrieb in seinem  \u201eTestament\u201c Ende 1922 bis Anfang 1923, da&szlig; die Partei der Bolschewiki gro&szlig;e  Schuld auf sich geladen habe, weil sie den proletarischen Internationalismus so  geringsch\u00e4tzig behandelte, was dazu f\u00fchren werde, da&szlig; sie ihren proletarischen  Charakter verliert. \u00dcbrigens erinnert man sich heute in der FAZ auf den Tag  genau der Gr\u00fcndung der SU vor 90 und ihrer Aufl\u00f6sung vor 20 Jahren.[2] Etwas  Vergleichbares wie zu den klassenbewu&szlig;tlosen Bolschewiki lie&szlig;e sich \u00fcber die  westdeutsche Linke sagen, die es allerdings nie auch nur in die N\u00e4he des <u>Leninschen<\/u> proletarischen Internationalismus gebracht hat, da sie erstens nicht begriff,  was das \u00fcberhaupt ist, und zweitens seine Bedeutung in ihren Augen immer nur  ein k\u00fcmmerlicher Abklatsch dessen war, was die <u>Nachfolger<\/u> Lenins unter  der \u201aWahrnehmung der historischen Rolle der Arbeiterklasse\u2018 verbreitet haben,  um ein g\u00fcnstiges Klima f\u00fcr den gro&szlig;russischen Gro&szlig;machtchauvinismus und  Welthegemonismus zu erzeugen. Da diese Bastardform des proletarischen  Internationalismus bei ihr nicht \u00fcber den Antiamerikanismus hinausgekommen ist,  werden kluge Historiker ihr vielleicht eines Tages ins Stammbuch schreiben, da&szlig;  sie vor dem internationalen Proletariat und der deutschen Arbeiterklasse  ebenfalls gro&szlig;e Schuld auf sich geladen hat, weil sie den internationalen  Klassenkampf mit klassischem Antiamerikanismus und Anti-Okzidentalismus verwechselt  habe. Dieser Verrat w\u00fcrde aber nicht nur das internationale Proletariat,  sondern die ganze Menschheit betreffen und dazu f\u00fchren, da&szlig; diese unter  Beteiligung der inzwischen gesamtdeutschen Linken in eine asiatische Form der  Sklaverei gef\u00fchrt wird, die sich von der faschistischen Sklaverei nicht  wesentlich unterscheiden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wenn Du schon den  Widerspruch zwischen Wesen und Existenz der Gattung an die Stelle des  Widerspruchs zwischen dem Kapital und den unmittelbaren Produzenten setzt,  solltest Du auch die politischen Formen mitbuchstabieren, in denen dieser von  Auschwitz bis Sibirien und heutzutage in den chinesischen und nord-koreanischen  Straflagern und unter den gangsteristischen M\u00f6rderregimes in Gaddafis Libyen  und Assads Syrien zum Ausdruck gekommen ist oder gerade zum Ausdruck kommt.)<\/p>\n<p>Diese Abs\u00e4tze wollte ich  eigentlich streichen, aber inzwischen denke ich, da&szlig; sie sehr gut den Inhalt  unseres Gespr\u00e4chs von neulich Nacht zum Ausdruck bringt, das bei Dir soviel  Unbehagen ausgel\u00f6st hat. Wie weiter?<\/p>\n<p>Wir haben einen gro&szlig;en  Fehler gemacht (teilweise aus Zeitmangel), da&szlig; wir die Widerspr\u00fcche z.B. in der  Nationalen Frage oder zum Antiimperialismus der 70er Jahre oder zu Coletti  haben stehen lassen. Das r\u00e4cht sich nun, da ich hoffte, in Berlin einigerma&szlig;en  kompakt der geballten Front des \u201aRevisionismus\u2018, vertreten durch Harbach und  D.W., gegen\u00fcbertreten zu k\u00f6nnen. Es bleiben nur noch die Spontaneit\u00e4t und  wechselnde Koalitionen, und das ist als Basis eher wie eine Wanderd\u00fcne.<\/p>\n<p>Marx bezeichnete das von  den reaktion\u00e4ren Teilungsm\u00e4chten des Wiener Kongresses politisch vernichtete  Polen als eine notwendige Nation; in Analogie dazu w\u00fcrde ich Lenin als einen  \u201anotwendigen Revolution\u00e4r\u2018 bezeichnen.<\/p>\n<p>Damit w\u00fcnsche ich Dir  alles Gute f\u00fcr das Neue Jahr.<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>\n    [1] Karl Marx: Das Kapital I, MEW 23, 86: <b>\u00bbUm daher eine Analogie zu finden,  m\u00fcssen wir in die Nebelwelt der Religion fl\u00fcchten. Hier scheinen die Produkte  des menschlichen Kopfes mit Leben begabte, untereinander und mit dem Menschen  in Verh\u00e4ltnis stehende selbst\u00e4ndige Gestalten.\u00ab<\/b> <br \/>\n    [2] Da die Sowjetunion am 30. Dezember 1922 gegr\u00fcndet wurde, liegt dieses  Ereignis Ende 2011 nicht 90, sondern 89 Jahre zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reaktionen auf die partei Marx aus dem Jahr 2011.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1284"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1284"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1284\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}