{"id":1251,"date":"2011-11-01T17:02:29","date_gmt":"2011-11-01T15:02:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1251"},"modified":"2012-05-05T16:15:36","modified_gmt":"2012-05-05T14:15:36","slug":"reaktionen-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1251","title":{"rendered":"Reaktionen (2010)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?cat=14\">zur\u00fcck zur \u00dcbersicht Reaktionen<\/a><\/p>\n<p><strong>Die an dieser Stelle wiedergegebenen feedbacks zum Projekt Partei Marx haben im Augenblick nur archivalischen Wert, da die eingangs ge\u00e4u\u00dferte Faszination an demselben, bis auf die nachstehend dokumentierten Ausnahmen, fast auf Null gesunken ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Daher verweisen wir auf die REFLEXIONEN, KRITIK und DEBATTE, worin wir uns mit unseren Kritikern und Autoren kritisch auseinandersetzen, die zu der Thematik, mit der wir uns zu besch\u00e4ftigen haben, in, wie wir meinen, besonderer Weise hervorgetreten sind.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zu Dokumentationszwecken wurden einige Briefe aus der Zeit vor 2001 aufgenommen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der letzten Zeit (seit dem Fr\u00fchjahr 2007) haben die REAKTIONEN den einseitigen Charakter einer Art \u201aFlaschenpost\u2019 angenommen, die, so ist zu hoffen, wieder einem regeren Meinungsaustausch Platz machen wird.<\/strong><\/p>\n<p>[Korrekturen sinnentstellender Fehler sowie K\u00fcrzungen werden in eckige Klammern gesetzt und folgen der klassischen Deutschen Rechtschreibung.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/pM-1204-REAKTIONEN-2010.pdf\">Dieser Text ist auch als PDF-Datei verf\u00fcgbar<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(13.01.2010)<\/p>\n<p>Lieber H.<\/p>\n<p>[&#8230;] Deine Kritik an D. W[olf]s Gleichsetzung von abstrakt menschlicher Arbeit = menschliche Arbeit wird ihn nicht gerade erg\u00f6tzen, weil er schon von mir eins daf\u00fcr \u00fcbergebraten bekommen hat. Deine Erw\u00e4hnung unseres gedanklichen Austausches erst recht nicht.<\/p>\n<p><strong>\u00bbDie allgemeine Eigenschaft\u00ab<\/strong> ist eine <em>contradictio in adiecto<\/em>. Eigenschaften beziehen sich (weil konkreten Dingen eigen) immer auf spezifische Attribute eines Gegenstands. Die <strong>\u00bballgemeine Eigenschaft\u00ab<\/strong> von Metallgeld ist, da\u00df die M\u00fcnzen in 99% der F\u00e4lle aus Metall bestehen. D.h. es handelt sich um eine leere Bestimmung. In Wirklichkeit versteckt D.W. hinter der Formel von den <strong>\u00bballgemeinen Eigenschaften\u00ab<\/strong> seine Tautologien vom <strong>\u00bbGleichsein der Arbeitsprodukte\u00ab<\/strong>. Wenn die Arbeitsprodukte alle gleich sind, bedarf es keines Werts mehr, um sie zu vergleichen&#8230; Hier h\u00f6re ich auf und stelle erneut fest, da\u00df sich D.W. in seiner Interpretation der ersten Kapitel von [Karl Marx:] KAP[ital] [Bd.]I von Anfang an verrannt hat und nun versucht, anstatt das zuzugeben, h\u00f6chst subtile theoretische Rechtfertigungen daf\u00fcr zu finden. Deine S\u00e4tze: <strong>\u00bbWenn und solang Theorieaneignung&#8230;\u00ab<\/strong> sprechen mir aus der Seele, \u00fcber anderes mu\u00df ich, wenn ich mehr Luft habe, nachdenken.<\/p>\n<p>Generell: f\u00fcr mich ist noch nicht gekl\u00e4rt, welchen Stellenwert <strong>\u00bbdie Dialektik\u00ab<\/strong> f\u00fcr die Kritik der politischen \u00f6konomie hat. Ist sie nur ein Hilfsmittel, eine Methode oder etwas, was sich nicht vom Inhalt trennen l\u00e4\u00dft. Egal. Sie steht jedenfalls nicht f\u00fcr sich. Meiner Meinung hat Marx im Fetischkapitel mit der Hegelschen Mystik endg\u00fcltig abgerechnet und nur das behalten, was f\u00fcr seine gro\u00dfe Synthese ben\u00f6tigt wurde. Zwischen den <em>Grundrissen<\/em> und dem KAP liegt eine kopernikanische Wende. Daher meint [Helmut] Reichelt auch, Marx h\u00e4tte die Dialektik im KAP <strong>\u00bbversteckt\u00ab<\/strong>. Das kann man nur behaupten, wenn man, mitsamt der Phalanx der Werttheoretiker diese Wende nicht zur Kenntnis nimmt.<\/p>\n<p>Jetzt ist aber wirklich Schlu\u00df!<\/p>\n<p>Herzlich<\/p>\n<p>Ulrich<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B.<\/strong> (18.06.2010)<\/p>\n<p>Betreff: STELLENWERT DER DIALEKTIK<\/p>\n<p>Lieber H., da\u00df es jemanden gibt, der den NACHTRAG [1] verstanden hat und einiges mehr, hat mich wie gesagt riesig gefreut. Denn es ist in unseren Kreisen eigentlich so, da\u00df das, was den meisten nicht in den Kram pa\u00dft, einfach totgeschwiegen wird. Dann kann sich der Autor aussuchen, ob das aus Gleichg\u00fcltigkeit, Ablehnung oder Entsetzen geschieht. Daher sind Lebenszeichen wie Deines f\u00fcr die weitere Arbeit am Projekt <em>p[artei]M[arx]<\/em> enorm wichtig. Sonst kommt man sich auf die Dauer vor wie der Fisch auf dem Trockenen, und nicht wie der Fisch im Wasser. Und wir wissen ja, da\u00df es eine beliebte Methode der Konterrevolution ist, bestimmten Fischen das Wasser abzugraben (und das ist auch in akademischen Kreisen sehr beliebt).<\/p>\n<p>Ich schreib Dir diese Mail, um einige Erg\u00e4nzungen und Illustrationen zu unserer Debatte anzuf\u00fcgen. Das betrifft die Marxsche Reduktion in, erstens, der Kritik der Rechtsphilosophie [2] und, zweitens, in KAP I.<\/p>\n<p>1. In der Kritik der Rechtsphilosophie hei\u00dft es auf Seite 231:<\/p>\n<p><strong>\u00bbIn der Monarchie ist das Ganze, das Volk, unter eine seiner Daseinsweisen, die politische Verfassung, subsumiert; in der Demokratie erscheint die <em>Verfassung selbst<\/em> nur als <em>eine<\/em> Bestimmung, und zwar Selbstbestimmung des Volks. Die Demokratie ist das aufgel\u00f6ste <em>R\u00e4tsel<\/em> aller Verfassungen. Hier ist die Verfassung nicht nur <em>an sich<\/em>, dem Wesen nach, sondern der <em>Existenz<\/em>, der Wirklichkeit nach in ihren wirklichen Grund, den <em>wirklichen Menschen<\/em>, das <em>wirkliche Volk<\/em>, stets <span style=\"text-decoration: underline;\">zur\u00fcckgef\u00fchrt<\/span> und als sein <em>eignes<\/em> Werk gesetzt.\u00ab<\/strong> [Unterstr. v. m.]<\/p>\n<p>Marx stellt also der feudalen Verfassung nicht einfach die demokratische Verfassung gegen\u00fcber, sondern bestimmt die Demokratie als Selbstbestimmung des Volks und das aufgel\u00f6ste R\u00e4tsel <span style=\"text-decoration: underline;\">aller<\/span> Verfassungen. Weil sich aber Hegel bei der Bestimmung der Verfassung auf ihr Wesen beschr\u00e4nkt und nicht zu ihrer Existenz durchdringt (das meinte ich mit \u201aDifferenz zwischen Wesens- und Seinslogik\u2019), kann diese nicht auf ihren wirklichen Grund reduziert werden: den wirklichen Menschen und das wirkliche Volk, das die Verfassung als ihr eigenes Werk, d.h. selbstt\u00e4tig (man k\u00f6nnte vielleicht auch sagen:) <span style=\"text-decoration: underline;\">produziert<\/span>. Das ist, was ich als eine der Sache auf den Grund gehende <span style=\"text-decoration: underline;\">Reduktion<\/span> bezeichnen w\u00fcrde, die bei Marx nicht mehr spekulativ ist (Leibniz), sondern den Grund der Verfassung wirklichkeitsnah bestimmt (wirklicher Grund). Wahrscheinlich (soweit habe ich das noch nicht durchdacht) steckt in dieser <span style=\"text-decoration: underline;\">Dynamik<\/span>, die auf die <span style=\"text-decoration: underline;\">Reduktion<\/span> auf das jeder wirklichen Verfassung Zugrundeliegende hinausl\u00e4uft, das, was Du als Spaltung des Wesens, wenn ich Dich richtig verstanden habe, bezeichnest, ohne die eine solche Reduktion inhaltsleer w\u00e4re oder gar nicht stattfinden k\u00f6nnte (?).<\/p>\n<p>2. Eine \u00e4hnliche Vorgehensweise findet sich nach meiner Einsch\u00e4tzung [in] der \u201aAbleitung\u2019 des Werts in KAP I, wie ich sie in den <strong>\u00bbEin\u00e4ugigen\u00ab<\/strong>-Thesen II (siehe Texte auf der Website der Marx-Gesellschaft), Seite 7 analysiert habe. [3] Die Polemik gegen D.W[olf]. lasse ich hier weg (die Seitenangaben [aus KAP I] in Klammern) [4]:<\/p>\n<p>Bei der Frage, in welchen quantitativen Verh\u00e4ltnissen verschiedene Gebrauchswerte miteinander ausgetauscht werden, erscheint der Tauschwert als ein der Ware intrinsischer Wert, der auf ein ihnen Gemeinsames zu reduzieren ist, wovon die verglichenen Tauschwerte <strong>\u00bbein Mehr oder Minder darstellen\u00ab<\/strong>. Das Problem besteht aber darin, da\u00df dies <strong>\u00bbGemeinsame nicht eine geometrische, physikalische, chemische oder sonstige nat\u00fcrliche Eigenschaft der Waren sein (kann)\u00ab <\/strong>(51), d.h. k\u00f6rperliche Eigenschaften, die sie als Gebrauchswerte charakterisieren, von denen aber gerade in Hinblick auf das Austauschverh\u00e4ltnis zu abstrahieren ist. Worin hat aber dann dieses Gemeinsame zu bestehen? <strong>\u00bbAls Gebrauchswerte sind die Waren vor allem verschiedener <span style=\"text-decoration: underline;\">Qualit\u00e4t<\/span>, als Tauschwerte k\u00f6nnen sie nur verschiedener <span style=\"text-decoration: underline;\">Quantit\u00e4t<\/span> sein, enthalten also kein Atom Gebrauchswert\u00ab <\/strong>(52) [Unterstr. v. m.]<strong>. <\/strong>Das ist der Ausgangspunkt f\u00fcr den Reduktionsproze\u00df der <strong>\u00bbabstrakt menschlichen Arbeit\u00ab<\/strong>.<\/p>\n<p>Dieser erfolgt in mehreren Schritten:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Erstens<\/span> als <span style=\"text-decoration: underline;\">Reduktion<\/span> der <span style=\"text-decoration: underline;\">Warenk\u00f6rper<\/span> auf <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsprodukte<\/span>: wenn man vom <strong>\u00bbGebrauchswert der Warenk\u00f6rper\u00ab<\/strong> absieht, <strong>\u00bbso bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten\u00ab<\/strong>.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Zweitens<\/span> als <span style=\"text-decoration: underline;\">Reduktion<\/span> von einer auf das Produkt verwandten bestimmten <span style=\"text-decoration: underline;\">produktiven Arbeit <\/span>auf <span style=\"text-decoration: underline;\">abstrakt menschliche Arbeit<\/span>.<\/p>\n<p>Dieser Reduktionsschritt wird nach zwei Abstraktionen vollzogen:<\/p>\n<p>a. der <span style=\"text-decoration: underline;\">Abstraktion<\/span> vom <span style=\"text-decoration: underline;\">Gebrauchswert<\/span> des<span style=\"text-decoration: underline;\"> Arbeitsprodukts<\/span>, durch die alle sinnlichen Beschaffenheiten des Gebrauchswerts ausgel\u00f6scht werden: <strong>\u00bbAbstrahieren wir von seinem Gebrauchswert, so abstrahieren wir von seinen k\u00f6rperlichen Bestandteilen und Formen, die es zum Gebrauchswert machen\u00ab<\/strong>, von seiner Eigenschaft als n\u00fctzlichem Ding, soda\u00df alle <strong>\u00bbseine sinnlichen Beschaffenheiten &#8230;ausgel\u00f6scht\u00ab <\/strong>sind.<\/p>\n<p>b. der <span style=\"text-decoration: underline;\">Abstraktion<\/span> von der<span style=\"text-decoration: underline;\"> bestimmten produktiven Arbeit<\/span>, die in dem Arbeitsprodukt verwirklicht ist, wodurch der n\u00fctzliche Charakter und die konkreten Formen der Arbeiten verschwinden: <strong>\u00bbEs ist nicht l\u00e4nger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Mit diesen schrittweise vorgenommenen Abstraktionen sind wir auf dem Bodensatz des Reduktionsprozesses angekommen, den Marx so zusammenfa\u00dft: <strong>\u00bbMit dem n\u00fctzlichen Charakter der Arbeitsprodukte<\/strong> [erster Reduktionsschritt] <strong>verschwindet der n\u00fctzliche Charakter der in ihnen dargestellten Arbeiten, es verschwinden also die verschiednen konkreten Formen dieser Arbeiten<\/strong> [zweiter Reduktionsschritt], <strong>sie unterscheiden sich nicht l\u00e4nger, sondern sind allzusamt reduziert auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit\u00ab <\/strong>(52).<\/p>\n<p>Im Gegensatz zum ber\u00fchmten \u201aAufstieg vom Abstrakten zum Konkreten\u2019 handelt es sich hier um einen <span style=\"text-decoration: underline;\">Abstieg vom Konkreten zum Abstrakten<\/span>, bei dem Marx aber nicht stehenbleibt. Denn als <strong>\u00bbResiduum\u00ab<\/strong> dieses Reduktionsprozesses ist von den <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsprodukten<\/span> nichts \u00fcbriggeblieben als <strong>\u00bbeine blo\u00dfe Gallerte\u00ab<\/strong> (vielleicht zu \u00fcbersetzen mit \u201astrukturlose Masse\u2019) <strong>\u00bbunterschiedsloser menschlicher Arbeit&#8230;\u00ab<\/strong> Wohlgemerkt: von den <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsprodukten<\/span>, nicht von der <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeit<\/span>! Arbeitsprodukte, die allerdings das Produkt menschlicher Arbeit sind, die sich als <strong>\u00bbVerausgabung menschlicher Arbeitskraft ohne R\u00fccksicht auf die <span style=\"text-decoration: underline;\">Form<\/span> ihrer Verausgabung\u00ab<\/strong> (Reduktionsschritt 2 b) in dem Arbeitsprodukt vergegenst\u00e4ndlicht hat. (Dieser Unterschied ist f\u00fcr die \u201aPhysiologie\u2019-Debatte von entscheidender Bedeutung!) Daher kann von <strong>\u00bbdiesen Dingen\u00ab<\/strong>, (als Ergebnis des ersten Reduktionsschritts) oder diesen <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsprodukten<\/span> nur noch gesagt werden, <strong>\u00bbda\u00df in ihrer Produktion menschliche Arbeitskraft verausgabt, menschliche Arbeit aufgeh\u00e4uft ist. Als Kristalle dieser ihnen<\/strong> [den Dingen!] <strong>gemeinschaftlichen gesellschaftlichen Substanz sind sie Werte \u2013 Warenwerte\u00ab<\/strong> (52). Dann kehrt Marx r\u00fcckblickend zum Ausgangspunkt des ganzen bisher analysierten Wertbildungsprozesses zur\u00fcck: im Austauschverh\u00e4ltnis der Waren sei urspr\u00fcnglich <strong>\u00bbihr Tauschwert als etwas von ihren Gebrauchswerten durchaus Unabh\u00e4ngiges\u00ab<\/strong> erschienen. Durch die Abstraktion vom Gebrauchswert der Arbeitsprodukte erh\u00e4lt man nun ihren Wert als das <strong>\u00bbGemeinsame, was sich im Austauschverh\u00e4ltnis oder Tauschwert der Ware darstellt. &#8230; Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenst\u00e4ndlicht oder materialisiert ist\u00ab<\/strong> (53) Diese <strong>\u00bbabstrakt menschliche Arbeit\u00ab<\/strong> ist also keine \u201aphysiologische\u2019, sondern zu einer <strong>\u00bbgesellschaftlichen Substanz\u00ab<\/strong>, zum <strong>\u00bb<\/strong><strong>valeur intrinsique<\/strong><strong>\u00ab<\/strong> des nun als Ware geltenden Arbeitsprodukts kristallisiert, also in eine <strong>\u00bb<\/strong><strong>contradictio in adjecto<\/strong><strong>\u00ab <\/strong>(51).<\/p>\n<p>Durch diesen Reduktionsproze\u00df hat Marx ein theoretisches Problem gel\u00f6st, das von den \u201aKlassikern\u2019 nicht gel\u00f6st werden konnte<strong>, \u00bbweil die klassische politische \u00f6konomie nirgendwo ausdr\u00fccklich und mit klarem Bewu\u00dftsein die Arbeit, wie sie sich im Wert, von derselben Arbeit, wie sie sich im Gebrauchswert ihres Produkts darstellt\u00ab<\/strong>, unterscheidet, obwohl sie durchaus zwischen einer qualitativen und einer quantitativen Betrachtung der Arbeit einen Unterschied mache. <strong>\u00bbAber es f\u00e4llt ihr nicht ein, da\u00df blo\u00df quantitativer Unterschied der Arbeiten ihre qualitative Einheit oder Gleichheit voraussetzt, also ihre Reduktion auf die abstrakt menschliche Arbeit\u00ab<\/strong> (94, Anm. 31). Marx beginnt also nicht, wie es ein guter Ricardianer t\u00e4te, das <em>Kapital <\/em>mit der Analyse der Arbeit, sondern mit der Analyse der Waren als Arbeitsprodukte und der Frage, wie man von deren Gebrauchswert auf den Wert kommt.<\/p>\n<p>Soweit diese beiden Reduktionsformen. In beiden sehe ich eine \u00e4hnliche Vorgehensweise. Dabei will ich es erst einmal belassen. [&#8230;]<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend etwas (nicht) ganz anderes: wie w\u00fcrdest Du diese ganze Gender- und Ethno-Nomenklatur in der Schreibweise der Linken einordnen, ich meine nicht nur politisch (Ethnizismus), sondern auch theoretisch? Dabei geht es um die Vermischung von Gattungs- mit Art- bzw. Geschlechtsbezeichnungen, die bewu\u00dft miteinander vertauscht werden. Mir hat das von Anfang an gestunken. Aber eine gute theoretische Erkl\u00e4rung (eine politische schon) habe ich nicht. Wir sollten der Linken nicht mehr alles aus Gleichg\u00fcltigkeit oder Opportunismus durchgehen lassen. Mir fiel das wieder auf, als ich im j\u00fcngsten <em>express<\/em> las, da\u00df es inzwischen auch keine Arbeiter<span style=\"text-decoration: underline;\">klasse<\/span> mehr gibt, sondern nur noch Arbeiter_Innen, obwohl der Klassenbegriff logisch\/syntaktisch einen vergleichbaren Status wie der Gattungsbegriff (<em>anthropos<\/em>, <em>homo sapiens sapiens<\/em>) hat, mit dessen Nennung jeweils <span style=\"text-decoration: underline;\">beide<\/span> Geschlechter diskriminierungsfrei unterstellt sind, wenn man nicht aus lauter Borniertheit bereits in der Sprachregelung des Ethnizismus steckte&#8230; Vielleicht hast Du dazu eine Idee.<\/p>\n<p>Soweit erst mal meine Erg\u00e4nzungen zu &#8230; unserem Gespr\u00e4ch, das wie immer h\u00f6chst informativ und lehrreich war.<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>[1] <strong>DEBATTE 3 Nachtrag<\/strong>.<\/p>\n<p>[2] Gemeint ist <strong>Karl Marx: <em>Zur Kritik des Hegelschen Staatsrechts<\/em><\/strong> MEW 1 (203-333).<\/p>\n<p>[3] marx-gesellschaft.de\/Texte. <strong>Ulrich Knaudt: <em>Zwischen zwei Ein\u00e4ugigen kann nur der Blinde K\u00f6nig sein<\/em><\/strong>. (Fr\u00fchjahr 2005; Fr\u00fchjahr 2006).<\/p>\n<p>[4] <strong>Karl Marx: <em>Das Kapital<\/em><\/strong> Band I MEW 23.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>H.B. an Ulrich Knaudt<em> <\/em><\/strong>(26.06.2010)<\/p>\n<p>Lieber Ulrich,<\/p>\n<p>wie gesagt, in aller K\u00fcrze zu Deinem Brief vom 18.6.: zu Deinem ersten Absatz:damit sprichst Du auch mir aus der Seele \u2013 \u00fcber das Leiden an der unserer existentiellen Vereinzelung [&#8230;]<\/p>\n<p>[&#8230;] Die ganze Art und Weise der Diskurse innerhalb und zwischen \u201aLinken\u2019, ihr Gehabe in Stil und insbesondre inkl. der (Aus-)Wirkung auf Inhalte reproduziert in sich und unter sich nichts andres als das b\u00fcrgerliche, das kapitalistische, das privateigent\u00fcmlich individualistisch \u2013 egomanisch \u2013 narzistische Konkurrenzsystem, den Wahnsinn, Widersinn, Unsinn, Bl\u00f6dsinn desselben selbst &#8230;.<\/p>\n<p>Richtiges, Gutes etc. pp. wird beiseite gelassen, um sich auf das Fehlerhafte am Anderen zu st\u00fcrzen, es, ihn runterzumachen, um selber als Kr\u00f6sus zu brillieren, weil Einsicht <em>und<\/em> Anerkennung des ersteren den eignen Wert, Selbstwert schm\u00e4lern, gef\u00e4hrden, besch\u00e4digen k\u00f6nnten, ich \/ <em>Ich<\/em> damit auf der Strecke bleiben w\u00fcrde und (lies dazu Kritik d[es]. H[egelschen]. St[aats]R[echts] S. 291 u., 292: ab <strong>\u00bbWie sollte er das untereinander vermitteln \u2026 wechselseitige Bekomplimentierung &#8230;\u00ab<\/strong> = <em>Schein<\/em>! [1]) damit aber auch jegliche Gemeinsamkeit, Gemeinschaftlichkeit, die damit \u00fcbergangslos und untrennbar verbunden ist mit Deiner Fragestellung unter bzw. zu <strong>\u00bb1. In der Kritik der Rechtsph[philosophie]&#8230;\u00ab<\/strong>\u00a0 und zu <strong>\u00bb2. Eine \u00e4hnliche Vorgehensweise &#8230;\u00ab<\/strong>: auf der Strecke mit <strong>\u00bb&#8230;das Ganze, das Volk, &#8230;Verfassung&#8230;. Demokratie &#8230;\u00ab<\/strong> als <strong>\u00bbDaseinsweisen\u00ab<\/strong>, als (politische Ober-) Begriffe, Kategorien sowie <strong>\u00bbArbeit\u00ab<\/strong> (abstrakt gesellschaftliche), <strong>\u00bbSubstanz\u00ab<\/strong>, [\u2026] die Unterschiedliches, Verschiedenes auf sich <em>reduzieren<\/em>, zugleich, gleichzeitig von deren Besonderem, Besonderheiten <em>abstra<\/em><em>hieren<\/em>, d. h. als Abstraktion, deren Essenz, \u201apositiv\u2019 gefasst, und als solche <em>realisiert<\/em> werden, <em>Realit\u00e4t konstituierend<\/em>\u2013 und (in \/ nur) <em>soweit<\/em> (nur reicht auch \u00fcberhaupt die ganze <em>Analogie<\/em> zwischen der Hegelschen mit der Marxschen Logik und v.v.), auf der Strecke mithin bleibt <em>der Widerspruch<\/em>, <strong>\u00bbn\u00e4mlich\u00ab<\/strong> der <strong>\u00bb<\/strong><strong><em>wesentliche Widerspruch<\/em><\/strong><strong>\u00ab<\/strong>, jener also, wie ihn Marx im StR, lies auf S. 295 u. 296 als <strong>\u00bbHegels Hauptfehler\u00ab<\/strong> &#8230; charakterisiert.<\/p>\n<p><em>Er<\/em> ist in allem, bedingt, bewirkt alles, ist an und in allem, was erscheint, durch alle Erscheinungsformen hindurch und ohne Ber\u00fccksichtigung dessen, der Ausl\u00f6schung, Annihilation dessen Wirksamkeit, <strong>\u00bbDaseinsweise\u00ab<\/strong> an und in allem mittels der Allgemeinbegriffe = gleich das Hegelsche (abstrakte) <strong>\u00bbWesen\u00ab<\/strong>, ist alles nichts, Essig \u2013 <em>un<\/em>wahr, falsch, verf\u00e4lscht, hohl, abstrakt, Schein, kurz \u2013 <em>die<\/em> Realit\u00e4t, die Totalit\u00e4t der Realit\u00e4t, unsereins, an uns, in uns, durch uns; <em>er<\/em> macht die Gemeinsamkeit, ja die <em>Gemeinschaftlichkeit<\/em> unsrer Existenz aus, ausnahmslos (urspr\u00fcnglich), urs\u00e4chlich (historisch) beginnend mit dem <strong>\u00bbDoppelcharakter\u00ab<\/strong> der von einfachen Arbeitsprodukten zu <strong>\u00bbWaren\u00ab<\/strong> in denselben vergegenst\u00e4ndlichten bzw. verdinglichten <strong>\u00bbArbeit\u00ab<\/strong> = Allgemeinbegriff; s. Kap[ital]. Bd. 23, S. 56 ff., dadurch die <strong>\u00bbzwieschl\u00e4chtige Natur der \u2026 Arbeit\u00ab<\/strong> selbst, qua Entwicklung von <strong>\u00bbgesellschaftlicher Arbeitsteilung\u00ab<\/strong>, welche <strong>\u00bbExistenzbedingung der Warenproduktion\u00ab<\/strong> ist, <strong>\u00bbobgleich &#8230;. nicht umgekehrt\u00ab<\/strong>! (ebenda); (Tauschwert also nicht ohne Gebrauchswert, aber M\u00f6glichkeit, Gebrauchswert ohne Tauschwert!), und dessen \u00fcberwindung ein Bewusstsein, ein Begreifen desselben an sich selbst voraus-setzt, Voraussetzung, dass das <strong>\u00bbArbeitsprodukt\u00ab<\/strong> als <strong>\u00bbGebrauchswert\u00ab<\/strong> \u2013 ohne Tauschwert \u2013 in Bewusstsein und Sein der Menschen in seiner <strong>\u00bbDaseinsweise\u00ab<\/strong> den \u201aCharakter\u2018 eines <strong>\u00bbgemeinschaftlichen\u00ab<\/strong> angenommen hat (Marx, [MEW] Bd. 19, Kr[itik] an Lehrb[uch]. Wagner) [2], welcher bewusst gemeinschaftlich organisierte und gestaltete Arbeit voraussetzt, durch sie, <em>die<\/em> Menschen (wen sonst), also durch ihre Wirklichkeit gewordne <strong>\u00bbgemeinschaftliche Arbeit\u00ab<\/strong> versus <strong>\u00bbgesellschaftlicher Gebrauchswert\u00ab<\/strong> \/ <strong>\u00bbges[ellschaftliche] Arbeit\u00ab<\/strong>, [&#8230;] diese, <strong>\u00bbpositiver als aller Positivismus\u00ab<\/strong>, und, damit <strong>\u00bbder Gebrauchswert nicht am Tauschwert stirbt\u00ab<\/strong> (Adorno, nach H.J. Krahl), und s. dazu <strong>\u00bbGemeineigentum\u00ab<\/strong>, Marx\u2019, Dein[e] <strong>\u00bbcommune rurale\u00ab<\/strong> \u2013 <strong>\u00bbBriefe an Sassulitsch&#8230;\u00ab<\/strong> im selben Band \u2013 ich denke, nicht zuf\u00e4llig!) [3] damit letztlich also die eigentlich <em>menschliche<\/em> Arbeit beginnt, menschheitlich, die Menschen im Bewusstsein ihrer selbst als <strong>\u00bbGattung\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbGattungswesen\u00ab<\/strong> (Marx, \u00f6kphM) [4], als notwendige Bedingung, um sich als solches, als <strong>\u00bbTeil\u00ab<\/strong>, als <strong>\u00bbWesen der Natur\u00ab<\/strong> <strong>\u00bbzu bew\u00e4hren\u00ab<\/strong> (ebenda));lies bitte noch mal, Satz f\u00fcr Satz: <strong>\u00bbGesetzt den Fall, wir h\u00e4tten als Menschen produziert&#8230;\u00ab<\/strong> = Res\u00fcmee von EB 1, \u00f6kphM und <strong>\u00bbAusz\u00fcge aus Mills&#8230;\u00ab<\/strong>, S. 445-463, wenigstens ab S. 459). [5]<\/p>\n<p>Bis dahin: <strong>\u00bb&#8230; riesenhaft ist der <em>Zwiespalt<\/em>, der ihre <em>Einheit<\/em> ist\u201d\u00ab<\/strong> (Marx, EB 1, Diss., [6] um die Seiten 200 ff.) \u2013 gegen die Verabsolutierung und zugleich Affirmation\/Positivierung von Abstrakta, (Ober-) Begriffen, Kategorien (Platon, Sokrates, Spinoza bis Hegel), mit dessen Annihilation an sich, Mensch selbst, stets zugleich unweigerlich dessen <em>praktische<\/em> Liquidation \u2013 und diese wirklich, real, ganz praktisch gegen\u00fcber dem Anderen, seinesgleichen Mensch \u2013 einhergeht (s.o.: beileibe nicht nur die <strong>\u201ebeliebte Methode der Konterrevolution\u201d<\/strong>, sondern die ganz gew\u00f6hnliche, stinkgew\u00f6hnliche des herrschenden Verkehrs der Individuen in jeder b\u00fcrgerlichen Gesellschaft).<\/p>\n<p>Ich mu\u00df jetzt einfach Schlu\u00df machen.<\/p>\n<p>Zu Deinem letzten Absatz, S. 3 <strong>\u201eAbschlie\u00dfend etwas (nicht) ganz anderes &#8230;.\u201d<\/strong> In der Tat.<\/p>\n<p>Lies dazu bitte in [MEW] EB 1, zu <strong>\u00bbPrivateigentum und Kommunismus\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbroher Kommunismus\u00ab<\/strong>, S. 533 ff., S. 535: Abs. <strong>\u00bb\u2026Gemeinschaft der <em>Arbeit <\/em>\u2026\u00ab<\/strong>, Abs.\u00a0 <strong>\u00bbIn dem Verh\u00e4ltnis zum <em>Weib<\/em>&#8230;\u00ab<\/strong>.<\/p>\n<p>Damit d\u00fcrfte die Frage gekl\u00e4rt sein \u2013 Du siehst daran, es gibt auch eine positive Reduktion, einen positiven Reduktionismus, ohne Abstraktion, auf der Grundlage der Anerkennung und Achtung von wirklicher (Arten-) Vielfalt, auf der Grundlage der \u00fcberwindung bzw. des gemeinsamen, gemeinschaftlichen \u00fcberwindens jenes Marxschen <strong>\u00bbwesentlichen Widerspruchs\u00ab<\/strong>, insofern,<\/p>\n<p>auf dieser Grundlage, alle (100) unterschiedlichen, ja verschiedenen <strong>\u00bbBlumen zum Bl\u00fchen\u00ab<\/strong> gebracht werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Bis ein ander mal<\/p>\n<p>gr\u00fc\u00df\u2019 Dich ganz herzlich,<\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p>[1] Die im Original gesperrten W\u00f6rter im Folgenden kursiv. {H.B. hat mich gebeten,die die Leser darauf aufmerksam zu machen, da\u00df die gedr\u00e4ngte Form seiner Briefe dem Zwang geschuldet sind, zwischen sp\u00e4tem Feierabend und fr\u00fchem Arbeitsbeginn, m\u00f6glichst viel auf einmal formulieren zu wollen. Liest man die Briefe aber ein zweites Mal, wird manches klarer. EUK}<\/p>\n<p>[2] <strong>Karl Marx: <em>Randglossen zu Adolf Wagners<\/em> \u201e<em>Lehrbuch der politischen \u00f6konomie<\/em>\u201d<\/strong> MEW 19 (355-383).<\/p>\n<p>[3] <strong>Karl Marx: Entw\u00fcrfe zu einer Antwort auf den Brief von Vera Sassulitsch <\/strong>MEW 19 (384-406).<\/p>\n<p>[4] <strong>Karl Marx: \u00f6konomisch-philosophische Manuskripte <\/strong>MEW EB 1 I (467-588).<\/p>\n<p>[5] <strong>Karl Marx: Ausz\u00fcge aus James Mills Buch \u201e<\/strong><strong>\u00c9l\u00e9mens d\u2018\u00e9conomie politique<\/strong><strong>\u201d <\/strong>MEW EB 1 I (445-463).<\/p>\n<p>[6] <strong>Karl Marx: Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie <\/strong>MEW EB 1 I (259-375).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(03.07.2010)<\/p>\n<p>Betreff: nationaler Nihilismus vs. Stolz auf die eigene Leistung<\/p>\n<p>Lieber H., spa\u00dfeshalber schicke ich Dir den Auszug aus dem Kommentar der Redaktion des \u201aexpress\u2018 5-6\/2010 und meine Reaktion:<\/p>\n<p><strong>\u00bbEgal welche (politischen Abg\u00e4nge) die n\u00e4chsten sein werden, die Lenas, L\u00f6ws und von der Leyen-Darstellerinnen harren ante portas! Ob das zu einer argentinischen Renaissance in S\u00fcdafrika oder zum Untergang in und mit Berlin f\u00fchrt, wissen wir nicht. Die Redaktion legt sich jedenfalls nicht fest: Kein Sommerm\u00e4rchen, ob mit oder ohne Titel <\/strong><strong>\u2013<\/strong><strong> denn Eigentum ist und bleibt Diebstahl!\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Daraufhin mailte ich am 27.06. : <strong>\u00bb&#8230;Als letztes eine Bemerkung zum letzten \u201aexpress\u2018: ist der Spruch am Schlu\u00df des Kommentars auf Seite 3: \u201aEigentum ist und bleibt Diebstahl\u2018, Euer wirklicher Ernst? Dann k\u00f6nnt Ihr Euch den ganzen Marx schenken und gleich zu Proudhon und Bakunin \u00fcbergehen&#8230;! Gru\u00df Ulrich<\/strong>.<strong>\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Aus der Antwort-Mail vom selben Tag: <strong>\u00bbHallo Ulrich, &#8230;Ich w\u00fcrde sagen, ja und nein. Es ist einerseits ernst, andererseits nicht. Viele Gr\u00fc\u00dfe.\u00ab <\/strong><\/p>\n<p>Meine Antwort vom 28.06.: <strong>\u00bbZu \u201aEigentum ist Diebstahl\u2018. Wenn ich diesen Satz lese, bekomme ich den Tunnelblick! Dabei ging der Zusammenhang verloren, der allerdings h\u00f6chst \u201akomplex\u2018 ist. Denn mir ist es keineswegs egal, ob Deutschland das n\u00e4chste Spiel gewinnt oder, sagen wir, Argentinien. Im Zweifelsfall w\u00e4re ich jedenfalls nicht f\u00fcr Argentinien, sondern f\u00fcr Deutschland. Internationalismus, der auf nationalem Nihilismus basiert, ist selbst in einem solch banalen Fall ein schlechter Ratgeber. Ob der Joke aber so gemeint ist, bleibt, jedenfalls f\u00fcr mich, unklar. Denn Deutschland ist nicht amtierender Weltmeister, ist also nicht Besitzer dieses Titels, der ihm daher auch nicht genommen werden k\u00f6nnte. Wenn das damit gemeint war, pa\u00dft der Spruch nicht, in den ich unter dem Alarmzeichen \u201aProudhon\u2018 dar\u00fcber hinaus mal alles m\u00f6gliche hineingelesen habe&#8230; Viele Gr\u00fc\u00dfe.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Daraufhin folgte tiefes Schweigen. Inzwischen hat Deutschland Argentinien in einem hochklassigen Spiel geschlagen. Die <strong>\u00bbargentinische Renaissance\u00ab<\/strong> wurde von der Truppe junger deutscher Spieler zunichte gemacht. Darf man darauf im sportlichen Sinne nicht stolz sein? Nat\u00fcrlich teilen eine Menge Leute, die wir \u00fcberhaupt nicht m\u00f6gen, diesen Stolz. Darf das ein Hindernis daf\u00fcr sein, da\u00df auch wir stolz darauf sind, gleichg\u00fcltig, welch ein Schindluder auch sonst noch, wie nicht anders zu erwarten, damit betrieben wird? Oder sollen wir vielleicht die Taliban bitten, uns in ihre Gemeinde aufzunehmen oder auf andere Art nationale Selbstaufgabe betreiben? Offenbar verwechselt der nationale Nihilismus der Linken\u00a0 Internationalismus mit nationaler Selbstaufgabe zugunsten einer x-beliebigen anderen Nation, Glaubensgemeinschaft oder Rauschgift-Mafia. An diesem Strickmuster eines linken Sozialimperialismus hat sie seit Generationen ge\u00fcbt! Ich lasse hier einmal offen, woher dieses urspr\u00fcnglich stammt&#8230;<\/p>\n<p>Vielleicht bist Du ja in der Lage, in dem \u201aexpress\u2018-Zitat \u00fcberhaupt einen Sinn zu entdecken und m\u00f6glicherweise einen anderen als den von mir vermuteten.<\/p>\n<p>Gru\u00df Ulrich<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(04.07.2010)<\/p>\n<p>Betreff: KOSTPROBEN<\/p>\n<p>Lieber H., nachtr\u00e4glich noch zwei Kostproben, die meine Kritik am \u201aexpress\u2018 noch als ziemlich harmlos erscheinen lassen, aber auf der anderen Seite best\u00e4tigen. [1] Hei\u00dft die deutsche Regierungspartei immer noch NSdAP, die es als notwendig erscheinen lie\u00dfe, alles heutige Deutsche grunds\u00e4tzlich zu diskreditieren? Auch wenn es sich um dieses ziemlich banale, aber unterhaltsame Fu\u00dfballgesch\u00e4ft handelt? Es hat diesen Anschein.<\/p>\n<p>Gru\u00df Ulli<\/p>\n<p>[1] Neues Deutschland 03.07.2010 <strong>Einw\u00fcrfe, Fu\u00dfnoten <\/strong>(<em>Hans-Dieter Sch\u00fctt<\/em>):<\/p>\n<p><strong>\u00bb<\/strong><strong>HEUTE GEGEN ARGENTINIEN! Joachim L\u00f6w sagte \u201eJa\u201d. \u2026 L\u00f6w sprach so zu Journalisten \u2013 auf die Frage, ob Deutschland heute siegen w\u00fcrde. Vor dieser Antwort hatte er eine winzige Pause gemacht. Sie war die eigentliche Antwort. \u2026 Das ist die H\u00e4lfte der Wahrheit. Jetzt n\u00e4mlich darf man das L\u00e4cheln nicht missachten, das L\u00f6w aufsetzte. Es erhob das \u201eJa\u201d in den Hochadel der Ironie. JA! zu L\u00f6w. \u2026 Die deutsche Elf der Siebziger setzte man ins Verh\u00e4ltnis zur entspannenden Europapolitik Brandts. Vogts verk\u00f6rperte das aussitzerische System Kohl. Soll man bei L\u00f6w nun Merkel mitdenken? Jetzt wei\u00df ich, was diesem Text hier fehlt. Ein entschiedenes, ganz ironiefreies \u201eNein\u201d\u00ab.<\/p>\n<p><\/strong>V\u00f6llig ironiefrei dagegen titelt die <em>junge Welt<\/em> am selben Tag:<strong><\/p>\n<p>\u00bb<\/strong><strong>Alles ist m\u00f6glich, Diego! F\u00fcr den Fall, da\u00df Argentinien diese Weltmeisterschaft nicht gewinnt: Offener Brief an Herrn Diego Armando Maradona\u00ab.<\/p>\n<p><\/strong>Dieser Aufruf des argentinischen Journalisten Carlos Malbr\u00e1n endet mit den pathetischen S\u00e4tzen:<\/p>\n<p><strong>\u00bb<\/strong><strong>Danke, da\u00df du Maradona bist. Danke, Champion!<\/strong><strong>\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(10.07.2010)<\/p>\n<p>Betreff: GEMEINSCHAFT &amp; GESELLSCHAFT<\/p>\n<p>Lieber H., diesen Aufsatz fand ich beim Durchst\u00f6bern meines Zeitungsstapels.[1] Unsere Diskussion ber\u00fchrt den Nerv der Linken st\u00e4rker, als wir das vielleicht bis dahin annehmen konnten. Wir m\u00fcssen nur noch ein wenig weiterbohren \u2013 dann wird das Geschrei gro\u00df sein! Den Brief an Dich schreibe ich morgen zu Ende. Gleich mu\u00df ich gemeinsam mit unserer Kanzlerin ein letzten Mal die Daumen dr\u00fccken. Au\u00dferdem reduziert sich die Denkleistung bei diesen marokkanischen Temperaturen um mindestens 50 %.<\/p>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p>Entweder verschmelzen Gemeinschaft und Gesellschaft auf den beiden Stufen zum Kommunismus (\u201a&#8230;Gothaer Programm\u2018) oder dieser ist ein gro\u00dfer Betrug. Genau das meine ich mit \u201aPolitisierung der Kritik der politischen \u00f6konomie\u2018. Ruben macht exakt das Gegenteil: er \u201asoziologisiert\u2018 Gemeinschaft und Gesellschaft. Lies selbst. Du wirst dabei viele alte Bekannte wieder entdecken!<\/p>\n<p>\u00fcber das Verh\u00e4ltnis von politischer \u00f6konomie und Klassenkampf bei Marx empfehle ich: <strong>REFLEXIONEN 1 <\/strong>[2005] <strong>\u00fcber Uwe-Jens Heuers \u201aMarxismus und Politik\u2018<\/strong>. Daran l\u00e4\u00dft sich auch ermessen, da\u00df sich Die Linke st\u00e4ndig im Kreis bewegt. Dort findet sich passendes Bohrmaterial.<\/p>\n<p>Ernst Ulrich Knaudt<\/p>\n<p>[1]<strong> Neues Deutschland<\/strong> 26.06.2010 <strong>Peter Ruben: \u201e<em>Nur da herrscht v\u00f6llige Gleichheit<\/em>\u201d. Von der Notwendigkeit exakter Begriffe und warum auch der Vatikan eine kommunistische Institution ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>H.B. an Ulrich Knaudt <\/strong>(11.07.2010)<\/p>\n<p>Re: GEMEINSCHAFT &amp; GESELLSCHAFT<\/p>\n<p>Lieber Ulrich,<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>Ich freu mich auf das morgige Spiel. Die Leistung der dt. Mannschaft fand ich z.T. wirklich Klasse, hab mich sehr erfreut an tollen Spielz\u00fcgen &#8230;, bis hin zu einzigartiger geradezu k\u00fcnstlerischer Perfektion.<\/p>\n<p>Aber <strong>\u00bbstolz darauf\u00ab<\/strong> kann ich irgendwie nicht sein und wei\u00df noch gar nicht so recht, warum eigentlich nicht; mu\u00df wohl noch ein wenig <strong>\u00bbweiterbohren\u00ab<\/strong> in mir: vielleicht, weil\u2018s mir selbst \u2013 <em>ich<\/em> stolz darauf \u2013 irgendwie \u00e4u\u00dferlich, hohl erscheint, vielleicht, weil eine Leistung von Nationalspielern\/-Mannschaften heutzutage mehr denn je nicht ohne die weltweiten Leistungs- bzw. Wettbewerbsvergleiche denkbar ist, die \u00fcber die Glotze schon die Kinder der Welt inhalieren, abschauen, trainieren, will sagen, dies Gef\u00fchl des <strong>&#8222;Stolzseins darauf&#8220;<\/strong> besondert mir zu sehr bzw. schneidet von etwas ab, abstrahiert sozusagen von wesentlichen Entwicklungen, was \u00fcbrigens auch [f\u00fcr] Wissenschafts-\/Forschungs- oder sonstigen Produktivit\u00e4tsleistungen, sei\u2018s von Individuen, Unternehmen oder Staaten\/Nationen gilt, ohne damit die Leistung als solche von je einzelnen sowie meine Freude dar\u00fcber im geringsten geschm\u00e4lert zu empfinden; sie ist an eine noch andere Sichtweise, Dimension gekn\u00fcpft, jene im Grunde, jener schlichten, wirklichkeitsgem\u00e4\u00dfen Grundtatsache, wie sie Marx im Abschnitt <strong>\u00bbPrivateigentum und Kommunismus\u00ab<\/strong> beschreibt unter <strong>\u00bbVI. Die gesellschaftliche T\u00e4tigkeit \u2026 Allein auch wenn ich wissenschaftlich etc. t\u00e4tig bin&#8230;\u00ab<\/strong> ([MEW] EB 1, S.538, 539). Bis bald wieder, herzlichen Gru\u00df H.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an P.T.<\/strong> (12.07.2010)<\/p>\n<p>[\u2026] Ich schicke Dir ein paar Notizen [&#8230;] zu: <strong>Orlando Figes:<\/strong><strong> <\/strong><strong><em>Peasant Russia, Civil War<\/em><\/strong><strong>.The Volga Countryside in Revolution (1917-1920)<\/strong>, Oxford 1989, 192, die uns in der Sache vielleicht weiterbringen: <strong>\u00bbBut the failure of the <\/strong><strong>\u043a\u043e\u043c\u0431\u0435\u0434\u044b<\/strong><strong> <\/strong>[kombedy = \u201eKomitees der Dorfarmut\u201d]<strong> to unite the poor peasantry can not be simply put down to the influence of the \u201ekulaks\u201d. <\/strong><strong>The \u201dproletarian class-consciousness\u201d of the poorest peasantry failed to express itself in the \u043a\u043e\u043c\u0431\u0435\u0434\u044b not because it was repressed, but because it did not exist: the natural-patriarchal bonds of the poorest farmers in the village were still much stronger than the socio-economic divisions between them.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Dazu meine Notiz:<\/p>\n<p><strong>\u00bbAber selbst unter dieser, wenngleich \u00fcbertriebenen, Voraussetzung sagte den armen Bauern der Klasseninstinkt, da\u00df sie von den \u201ereichen Bauern\u201d im Dorf gegen die Sowjetmacht vorgeschoben wurden und dadurch zwischen die Fronten geraten konnten, wo ihnen niemand mehr raushelfen w\u00fcrde. D.A. geht von dem \u00fcblichen linken Klassenschema (entweder \u201eProletariat oder Bourgeoisie\u201d) aus, das aber hier nicht direkt anwendbar ist. Die Bolschewiki waren wegen eben dieses abstrakten Schemas nicht in der Lage, das industrielle Proletariat mit dem archaischen Kommunismus der Dorfgemeinde (der von den reichen Bauern zu ihren eigenen Gunsten instrumentalisiert wurde, so wie ihn bereits der Zarismus f\u00fcr sich instrumentalisiert hatte), zu einer Klassenfront zu verbinden. In China hat Mao im Gegensatz dazu explizit die Position der Bauern eingenommen, obwohl oder weil er nach sowjetischen Ma\u00dfst\u00e4ben aus einer Kulakenfamilie stammte. Das Problem bestand aber darin, da\u00df es in China nicht mal eine mit den russischen Verh\u00e4ltnissen vergleichbare Arbeiterklasse gab, aber genauso wenig eine der russischen entsprechende Dorfgemeinde, sondern nur P\u00e4chter der (zumeist beamteten) grundbesitzenden Feudalkaste, denen aber eine kapitalistische Entwicklung wie in England versagt war. (Dengs Linie: anstatt alle P\u00e4chter \u00e4rmer zu machen, sollen einzelne P\u00e4chter reicher werden, von deren Reichtum dann die armen profitieren sollen.) Daher steckte China in einer Sackgasse. War der Bauernaufstand unter chinesischen Verh\u00e4ltnissen nicht viel eher ein Aufstand mit dem Ziel, freier P\u00e4chter und freier Parzellenbauer zu werden, eine Entwicklung, die aber durch die asiatische Produktionsweise verhindert wurde? Karl Marx: \u201eim Orient gibt es keinen privaten Grundbesitz\u201d<\/strong>.[1] <strong>Daher f\u00fchrt Mao die Staatsfarmen, die, verwaltet von einem beamteten Gutsbesitzer, dem Staat (der Partei) als einzigem Grundbesitzer geh\u00f6ren, ein, um auf dieser Grundlage den Sozialismus aufzubauen. (Sollte die Partei durch die Schaffung von Parzelleneigentum, wie in Frankreich 1789 den Kapitalismus aufbauen?) Der Versuch scheitert, nicht nur weil er sich an das Vorbild der Stalinschen Staatssklaverei anlehnt, sondern weil die P\u00e4chterfamilien und Kleinbauern keinen Kommunismus, sondern freie Marktwirtschaft wollen. Dazu h\u00e4tten ihnen aber privat der Boden geh\u00f6ren m\u00fcssen, was bis heute nicht der Fall ist. Privaten Grundbesitz gibt es heute nur in der Stadt. Der Jakobinismus des heutigen chinesischen Staates gegen\u00fcber den Bauern \u00e4u\u00dfert sich in der Enteignung der P\u00e4chter und Parzellenbauern durch den sozialistischen Staat (vertreten durch das lokale Parteikomitee), die tats\u00e4chlich rein juristisch betrachtet auch gar keine Enteignung ist, weil der Boden eh dem Staat geh\u00f6rt, und die Basis f\u00fcr die Entwicklung des asiatischen Staatsmonopolismus in der Stadt liefert. &#8230;Wenn in China der Bubble platzt, gibt es B\u00fcrgerkrieg oder Weltkrieg \u2013 oder die Partei tritt als Staatsmonopolist ab und er\u00f6ffnet den jakobinischen Weg in die Parzellenwirtschaft und einen europ\u00e4ischen Kapitalismus, was sehr unwahrscheinlich ist.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Soweit meine Notizen. Ich habe dann in meine Exzerpte aus <strong>Reinhard K\u00f6\u00dfler: <em>Dritte Internationale und Bauernrevolution<\/em>. Die Herausbildung des sowjetischen Marxismus in der Debatte um die \u201easiatische\u201d Produktionsweise<\/strong>, Frankfurt\/M; New York 1982. (Quellen und Studien zur Sozialgeschichte Band 3) geschaut und gefunden, da\u00df d. A. die Marxsche Einsch\u00e4tzung vom Fehlen des Privateigentums in Asien best\u00e4tigt, was der Komintern 1920 gro\u00dfe M\u00fche bereitete, Kommunismus und Bauernfrage unter einen Hut zu bringen.<\/p>\n<p>So zitiert K\u00f6\u00dfler den Punkt 9 aus den Leits\u00e4tzen des 2. Kongresses der <em>Komintern<\/em> 1920:<\/p>\n<p><strong>\u00bb9. In der ersten Zeit wird die Revolution in den Kolonien keine kommunistische Revolution sein; wenn jedoch von Anfang an die kommunistische Vorhut an ihre Spitze tritt, werden die revolution\u00e4ren Massen auf den richtigen Weg gebracht werden, auf dem sie durch allm\u00e4hliche Sammlung von revolution\u00e4rer Erfahrung das gesteckte Ziel erreichen werden. Es w\u00e4re ein Fehler, die Agrarfrage sofort nach rein kommunistischen Grunds\u00e4tzen entscheiden zu wollen. Auf der ersten Stufe ihrer Entwicklung mu\u00df die Revolution in den Kolonien nach dem Programm rein kleinb\u00fcrgerlicher reformistischer Forderungen, wie Aufteilung des Landes usw. durchgef\u00fchrt werden. Daraus folgt aber nicht, da\u00df die F\u00fchrung in den Kolonien sich in den H\u00e4nden der b\u00fcrgerlichen Demokraten befinden darf. Im Gegenteil, die proletarischen Parteien m\u00fcssen eine intensive Propaganda der kommunistischen Ideen betreiben und bei der ersten M\u00f6glichkeit Arbeiter- und Bauernr\u00e4te gr\u00fcnden. Diese R\u00e4te m\u00fcssen in gleicher Weise wie die Sowjetrepubliken der vorgeschrittenen kapitalistischen L\u00e4nder arbeiten, um den endg\u00fcltigen Sturz der kapitalistischen Ordnung der ganzen Welt herbeizuf\u00fchren.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Die <em>Komintern<\/em> hatte schlichtweg kein Konzept hinsichtlich der sozialen Verh\u00e4ltnisse in Asien. Und da das nicht der Fall war, wurde statt dessen ein kommunistisch-kleinb\u00fcrgerlich-reformistisches Konglomerat mit dem Anspruch einer revolution\u00e4ren Strategie nach dem Muster der Oktoberrevolution zusammengebraut. Ihren Protagonisten war vermutlich nicht mal klar, da\u00df der Staat Grundbesitzer und Inhaber des Gewaltmonopols in einem war, soda\u00df nach K\u00f6\u00dfler, 48, die Ausbeutung der chinesischen Bauern <strong>\u00bbdas Bild einer Einheit von Steuer, Rente, Handelsprofit und Wucher\u00ab<\/strong> bot. <strong>\u00bbStaatliche Gewalt und grundherrlicher Apparat fielen so entsprechend der faktischen Identit\u00e4t von Rente und Steuer zusammen.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Hierbei bezieht sich d.A. auf Marx, [Das] KAP[ital] III [MEW 25], 799: <strong>\u00bbEs ist ferner klar, da\u00df in allen Formen, worin der unmittelbare Arbeiter \u201eBesitzer\u201d der zur Produktion seiner eigenen Subsistenzmittel notwendigen Produktionsmittel und Arbeitsbedingungen bleibt, das Eigentumsverh\u00e4ltnis zugleich als unmittelbares Herrschafts- und Knechtschaftsverh\u00e4ltnis auftreten mu\u00df, der unmittelbare Produzent also als Unfreier; eine Unfreiheit, die sich von der Leibeigenschaft mit Fronarbeit bis zur blo\u00dfen Tributpflichtigkeit abschw\u00e4chen kann. Der unmittelbare Produzent befindet sich hier der Voraussetzung nach im Besitz seiner eigenen Produktionsmittel, der zur Verwirklichung seiner Arbeit und zur Erzeugung seiner Subsistenzmittel notwendigen gegenst\u00e4ndlichen Arbeitsbedingungen; er betreibt seinen Ackerbau wie die damit verkn\u00fcpfte l\u00e4ndlich-h\u00e4usliche Industrie selbst\u00e4ndig. Diese Selbst\u00e4ndigkeit ist nicht dadurch aufgehoben, da\u00df, etwa wie in Indien, diese Kleinbauern unter sich ein mehr oder minder naturw\u00fcchsiges Produktionsgemeinwesen bilden, da es sich hier von der Selbst\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber dem nominellen Grundherren handelt. Unter diesen Bedingungen kann ihnen die Mehrarbeit f\u00fcr den nominellen Grundeigent\u00fcmer nur durch au\u00dfer\u00f6konomischen Zwang abgepre\u00dft werden, welche Form dieser auch immer annehme. Es unterscheidet sie dies von der Sklaven- oder Plantagenwirtschaft, da\u00df der Sklave hier mit fremden Produktionsbedingungen arbeitet und nicht selbst\u00e4ndig. Es sind also pers\u00f6nliche Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse n\u00f6tig, pers\u00f6nliche Unfreiheit, in welchen Grad immer, und Gefesseltheit an den Boden als Zubeh\u00f6r desselben, H\u00f6rigkeit im eigentlichen Sinn. Sind es nicht Privateigent\u00fcmer, sondern ist es wie in Asien der Staat, der ihnen direkt als Grundeigent\u00fcmer und gleichzeitig als Souver\u00e4n gegen\u00fcbertritt, so fallen Rente und Steuern zusammen, oder es existiert vielmehr dann keine von dieser Form der Grundrente verschiedene Steuer. Unter diesen Umst\u00e4nden braucht das Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis politisch wie \u00f6konomisch keine h\u00e4rtere Form zu besitzen als die, welche aller Untertanenschaft gegen\u00fcber diesem Staat gemeinsam ist. Die Souver\u00e4nit\u00e4t ist hier das auf nationaler Stufe konzentrierte Grundeigentum. Daf\u00fcr existiert dann auch kein Privateigentum, obgleich sowohl Privat- wie gemeinschaftlicher Besitz und Nutznie\u00dfung des Bodens.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Wenn also der Staat Souver\u00e4n und Grundeigent\u00fcmer in einem ist, ist die Form der b\u00e4uerlichen Produktion, Gemeinwirtschaft wie in Indien, Familienwirtschaft wie in China, relativ gleichg\u00fcltig. Dies im Unterschied zur russischen Dorfgemeinde&#8230;<\/p>\n<p>[\u2026] Was das mit den chinesischen Gewerkschaften zu tun hat, w\u00e4re die n\u00e4chste Frage. Denn auch in diesem Fall ist der Staat Souver\u00e4n und Arbeitgeber in einem. Die Kommunistische Partei m\u00fc\u00dfte den Kampf zwischen der Lohnarbeit und dem Kapital als Selbstgespr\u00e4ch f\u00fchren, was einigerma\u00dfen schizophren ist&#8230;<\/p>\n<p>[1] <strong>Karl Marx <\/strong>an<strong> Friedrich Engels 02.06.1853 <\/strong>MEW 28 (250-254), 253:<strong> \u00bbBernier findet mit Recht die Grundform f\u00fcr s\u00e4mtliche Erscheinungen des Orients \u2013 er spricht von T\u00fcrkei, Persien, Hindostan \u2013 darin, da\u00df <em>kein Privateigentum<\/em> existiert. Dies ist der wirkliche clef selbst zum orientalischen Himmel. &#8230;\u00ab<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(12.07.2010)<\/p>\n<p>Betreff: HISTORISCHES<\/p>\n<p>Lieber H.,<\/p>\n<p>da ich mir vorgenommen habe, die Kritik des [Hegelschen] Staatsrechts [1] bis zu Ende durchzuarbeiten, bin ich noch nicht bis zur ber\u00fchmten Seite 295ff. durchgedrungen, und daher stellen meine bisherigen \u00fcberlegungen auch nur nicht zu Ende Gedachtes dar.<\/p>\n<p>Bevor ich auf Deine Kommentierung eingehe, etwas zu dem Thema: \u201aFisch auf dem Trockenen\u2019. Es w\u00e4re ein gro\u00dfes Mi\u00dfverst\u00e4ndnis, meine Einlassungen dazu als Gejammer \u00fcber meine existentielle Vereinzelung, Isolation o.\u00e4. zu verstehen und nicht vielmehr als zwangsl\u00e4ufige Reaktion auf den nicht erkl\u00e4rten Krieg der Linken gegen alles, was ihr an uns nicht in den Kram pa\u00dft. Von daher verstehe ich das Wasserabgraben als eine Art Kriegsf\u00fchrung, auf die mit den vorhandenen Mitteln zu antworten ist. Was ihnen 1989 als reale wirtschaftliche und politische Macht abhanden gekommen ist, versuchen sie durch politische Eroberungen zun\u00e4chst in der westdeutschen Restlinken wettzumachen und gest\u00fctzt auf diese bei der Bev\u00f6lkerung zu punkten. Nun besteht ja eines der \u201aGeheimnisse\u2019 dieser westdeutschen Linken von vor 1989 darin, da\u00df es ihr nur selten oder im Grunde gar nicht gelang, bei der Bev\u00f6lkerung anzukommen, was nicht nur an jener, sondern auch an der Bev\u00f6lkerung lag. Vielleicht ein Indiz daf\u00fcr, da\u00df Die Linke mit der West-Linken auf das falsche Pferd gesetzt haben k\u00f6nnte. Zu g\u00f6nnen w\u00e4r\u2019s ihr.<\/p>\n<p>Die ethnizistische Gender-Nomenklatur ist daf\u00fcr ein beredtes Beispiel, das durch die Einf\u00fchrung der neudeutschen Rechtschreibung erg\u00e4nzt wird. Da in den 90er Jahren von der Linken anstelle des Grundgesetzes keine Verfassung durchgesetzt werden konnte (und wieso denn auch \u2014 eine Verfassung setzt einen souver\u00e4nen Staat voraus, das Grundgesetz nicht!), versuchte man es auf Seiten der Linken eine Etage tiefer, wof\u00fcr die ethnizistische Schreibweise der geschlechtsbestimmten Wortverdoppelungen das herausragende Indiz ist (man\/frau). Auch hat Die Linke bisher kein Programm vorgelegt, in dem in Klartext zu lesen w\u00e4re, was sie im Vergleich zur DDR eigentlich anders machen will. In Ermangelung dessen wird an allen m\u00f6glichen Stellschrauben peu \u00e0 peu in dieser Richtung, hier mal bi\u00dfchen, da mal bi\u00dfchen, weitergedreht. Der neueste Clou ist die 2011 wieder ins Haus stehende (kannst Du w\u00f6rtlich nehmen \u2013 bei uns kam keiner \u00fcber die Schwelle!) Volksz\u00e4hlung. Auch hier wird mal geschaut, ob sich da nicht vielleicht was drehen l\u00e4\u00dft&#8230;<\/p>\n<p>Ich werde Dich nicht l\u00e4nger mit dieser Sch&#8230; langweilen und kehre zur\u00fcck zum eigentlichen Thema:<\/p>\n<p>Die aus S. 231 zitierten Passage sollte von meiner Seite verdeutlichen, was mir bis dahin an diesem Text besonders aufgefallen ist. Mein Eindruck ist, da\u00df Marx die Hegelsche Dialektik nicht einfach 1:1 kommentiert und philosophisch interpretiert, sondern diese zu durchdringen versucht. Das gelingt ihm, indem er die Widerspr\u00fcche nicht so nimmt, wie sie sich ihm philosophisch darstellen, sondern indem er als erstes zwischen spekulativen und <em>wirklichen<\/em> Gegens\u00e4tzen unterscheidet. Diese Unterscheidung ist f\u00fcr mich auf diesem Gebiet etwas radikal Neues, da die Mao\u2019sche Dialektik etwa so wie oben verf\u00e4hrt. Aber nicht mal von diesem Maoschen, bzw. Stalinschen Hegel hatte sich bei der Linken mehr festgesetzt als da\u00df jeder Widerspruch eine \u201aHaupt\u2019- und eine \u201aNebenseite\u2019 haben mu\u00df, und da\u00df man in allen Widerspr\u00fcchen die \u201aHauptseite\u2019 herausfinden soll. So wie heute von links bis in die obersten Etagen der ver\u00f6ffentlichten Meinung der herrschenden Klasse sich Unterschiede, Differenzen, Gegens\u00e4tze immer h\u00e4ufiger auf verschiedenen \u201aEbenen\u2019 abspielen sollen (das horizontale \u201aHauptseite\u2018\/\u2018Nebenseite\u2018-Schema wurde durch ein hierarchisches \u201aEbenen\u2019-Schema ausgetauscht \u2013 \u00fcbrigens auch in der Marx-Gesellschaft), so schwafelte die Linke in den 70er Jahren von der in allen Dingen zu bestimmenden \u201aHauptseite\u2019. Welch ein Fortschritt: von der \u201aHauptseite\u2019 zur \u201aEbene\u2019!<\/p>\n<p>Die o.g. Unterscheidung zwischen spekulativen und <em>wirklichen<\/em> Widerspr\u00fcchen findest Du weder bei Stalin noch bei Mao, wodurch bei beiden die <em>wirklichen<\/em> Widerspr\u00fcche notgedrungen wieder zu spekulativen werden. Um aber zu dem <em>wirklichen<\/em> Widerspruch zu gelangen, mu\u00df dieser auf seinen <em>wirklichen<\/em> Grund reduziert werden. Dieser Grund ist im o.g. Fall bei der Unterscheidung zwischen der st\u00e4ndischen und der republikanischen Verfassung das souver\u00e4ne sich selbst bestimmende Volk. Oder, um es mit den Mitteln der Hegelschen Logik auszudr\u00fccken: das Wesen mu\u00df auf die Existenz <em>zur\u00fcckgef\u00fchrt<\/em> werden (was einem eingefleischten Hegelianer vermutlich gegen den Strich gehen wird).<\/p>\n<p>Das ist es erst mal alles, was mir bis zur S. 231 aufgefallen ist: der Marxsche R\u00f6ntgenblick! Daher w\u00fcrde ich auch nicht von einer <strong>\u00bbAnalogie zwischen der Hegelschen\u00ab<\/strong> und der <strong>\u00bbMarxschen Logik\u00ab<\/strong> sprechen, weil wir dann wie Stalin und Mao die Spekulation nicht <em>wirklich<\/em> verlassen und ihr nur einen \u201abesseren\u2019 Sinn unterlegen, anstatt, wie Marx dies tut, die Hegelsche Metaphysik bis auf ihren existentiellen Kern zu durchdringen.<\/p>\n<p>Szenenwechsel: Von der Hegelschen Spekulation ist bei dem deutschen \u00f6konomieprofessor A. Wagner nur noch das magere begriffliches Ger\u00fcst des gew\u00f6hnlichen Alltagsverstands \u00fcbriggeblieben [2] (364): <strong>\u00bbEs ist \u201edas nat\u00fcrliche Bestreben\u201d eines deutschen \u00f6konomieprofessors, die \u00f6konomische Kategorie \u201eWert\u201d aus einem \u201e<em>Begriff<\/em>\u201d abzuleiten, und das erreicht er dadurch, da\u00df, was in der politischen \u00f6konomie vulgo \u201eGebrauchswert\u201d hei\u00dft, \u201enach deutschem Sprachgebrauch\u201d in \u201e<em>Wert<\/em>\u201d schlechthin umgetauft wird. Und sobald der \u201eWert\u201d schlechthin gefunden ist, dient er hinwiederum wieder dazu, \u201e<em>Gebrauchswert<\/em>\u201d aus dem \u201eWert schlechthin\u201d <em>abzuleiten<\/em>. Man hat dazu nur das \u201eGebrauchs\u201dfragment, das man fallen lie\u00df, wieder vor den \u201eWert\u201d schlechthin zu setzen.\u00ab<\/strong> Im Gegensatz dazu geht Marx (368) <strong>\u00bbnicht aus von \u201dBegriffen\u201d, also nicht vom \u201dWertbegriff\u201d\u00ab<\/strong>, und hat <strong>\u00bbdiesen auch in keiner Weise \u201deinzuteilen\u201d. Wovon ich ausgehe, ist die einfachste gesellschaftliche Form, worin sich das Arbeitsprodukt in der jetzigen Gesellschaft darstellt, und dies ist die \u201e<em>Ware<\/em>\u201d.\u00ab<\/strong> Gegen\u00fcber D.W[olf]. w\u00e4re also die Betonung auf <strong>\u00bbin der jetzigen Gesellschaft\u00ab<\/strong> zu legen, eine Unterscheidung, die er eindeutig nicht trifft! Da f\u00fcr ihn alle Waren als Arbeitsprodukte ausgetauscht werden, sind alle Arbeitsprodukte auch immer schon Waren. D.h. er hat von der Marxschen Vorgehensweise, bei der sich sein [Marx\u2018] analytischer R\u00f6ntgenblick hier erneut bew\u00e4hrt, nix mitbekommen!<\/p>\n<p>Ausgehend von der Unterscheidung, da\u00df der G[ebrauchs]wert der Tr\u00e4ger des T[ausch]werts, der Twert aber nur eine <span style=\"text-decoration: underline;\">Erscheinungsform<\/span> des Werts ist, stellt Marx (375) fest, da\u00df der Twert der Waren nur existiert, <strong>\u00bbwo <em>Ware<\/em> im Plural vorkommt\u00ab<\/strong>, w\u00e4hrend der <strong>\u00bbWert\u00ab<\/strong> sich <strong>\u00bbhinter dieser Erscheinungsform\u00ab<\/strong> finde. Und jetzt die spannendste Stelle in puncto \u201acontempor\u00e4re Geschichte\u2019 [3]: Bei der Analyse der Ware komme heraus (ebenda), <strong>\u00bbda\u00df der \u201eWert\u201d der Ware nur in einer historisch entwickelten Form ausdr\u00fcckt, was in allen andern historischen Gesellschaftsformen ebenfalls existiert, wenn auch <em>in andrer Form<\/em>, <em>n\u00e4mlich gesellschaftlicher Charakter der Arbeit<\/em>, sofern sie als <em>Verausgabung<\/em> \u201e<em>gesellschaftlicher<\/em>\u201d <em>Arbeitskraft <\/em>existiert. Ist \u201eder Wert\u201d der Ware so nur eine bestimmte historische Form von etwas, was in allen Gesellschaftsformen existiert, so aber auch der \u201egesellschaftliche Gebrauchswert\u201d\u00ab<\/strong>, wie Rodbertus den Twert charakterisiert. Dieser habe zwar mit Ricardo die Wertgr\u00f6\u00dfe untersucht, aber ebenso wenig wie jener <strong>\u00bbdie Substanz des Werts selbst erforscht oder begriffen&#8230;\u00ab<\/strong> Der Wert geh\u00f6rt also einer <span style=\"text-decoration: underline;\">historischen Gesellschaftsform<\/span> an, und dessen <span style=\"text-decoration: underline;\">Substanz<\/span> sei zu erforschen, um den spezifischen <span style=\"text-decoration: underline;\">gesellschaftlichen Charakter der Arbeit<\/span> zu bestimmen, der in allen Formen existiert. Dieser ist aber bei D.W. unspezifisch und \u00fcbergeschichtlich, zumal er (siehe 370 unten), <strong>\u00bbden zweifachen Charakter der Arbeit\u00ab<\/strong> systematisch ignoriert und auch ein Problem hat damit, <strong>\u00bbda\u00df sich der Wert einer Ware darstellt im Gebrauchswert der anderen, d.h. in der Naturalform der andern Ware\u00ab<\/strong> usw. Aber dazu sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Wenn aber bei der Analyse des Werts von seiner besonderen <span style=\"text-decoration: underline;\">historischen Form<\/span> abgesehen wird \u2013 und ich w\u00fc\u00dfte keinen heutigen Werttheoretiker, bei dem das nicht der Fall ist! \u2013, dann bewegen sich solche Analysen in dem Zustand ewiger b\u00fcrgerlicher Geschichtslosigkeit. Dann k\u00f6nnen die gemeinschaftlichen Produktionsformen keinen historischen Kontrast zur Warenproduktion bilden, ebenso wie diese gegen\u00fcber den Produktionsformen, in denen die unmittelbaren Produzenten ihre Lebensbedingungen in Form von Gwerten vorgeschichtlich selbst reproduziert haben oder k\u00fcnftig selbst reproduzieren werden, verewigt wird. Um diese Pattsituation zu beenden, mu\u00df die Werttheorie daher unmittelbar politisch werden!<\/p>\n<p>Hier hatte ein weiterer Szenenwechsel zu J. St. Mill stattfinden sollen. [4] Inzwischen studiere ich den Text in einem zweiten Durchgang erneut und bin damit noch nicht fertig. Genaugenommen handelt es sich um die \u201aGrundrisse\u2019 in ihrer Urform, soda\u00df man, wenn man diesen Text studiert hat, besser versteht, was sich dann in den \u201aGrundrissen\u2019 abspielt.<\/p>\n<p>[\u2026] Zu guter Letzt noch eine Rezension zum Thema: Linke und Faschismus.[5] Zu diesem kann man einen deutsch-nationalen bis NS-Standpunkt einnehmen bzw. den der Alliierten und darunter wiederum ihrer westlichen bzw. sozialimperialistischen Fraktion. Wenn man die <strong>\u00bbforeign policy der working class\u00ab<\/strong>, wie sie Marx und Engels verstanden haben, vertreten wollte, w\u00fcrde sich diese <strong>\u00bbpolicy\u00ab<\/strong> mit keinem der genannten Standpunkte decken. Was auch immer Wehler und Ali u.a.m. aus dieser Geschichte gemacht haben, diese Position vertreten sie jedenfalls nicht, sondern diejenige irgendeiner Bourgeois- oder <strong>\u00bbmiddle class\u00ab<\/strong>. Das wird an Hand der wirtschaftlichen Untersuchungen, um die es in der Rezension geht, \u00fcberdeutlich, an Hand derer sich die Wehlerschen und Alischen Aussagen wahrscheinlich zu einem nicht unbetr\u00e4chtlichen Teil als Ideologie erweisen.<\/p>\n<p>Der Hauptjob der deutschen Nachkriegslinken scheint darin zu bestehen, auf gut chauvinistisch <span style=\"text-decoration: underline;\">die<\/span> Deutschen mit der faschistischen Elite, die sich an den Eroberungsz\u00fcgen des NS gem\u00e4stet hat, in einen Topf zu werfen und als eine solche zu verteufeln&#8230; Ein ziemlich trauriger Job!<\/p>\n<p>Soweit erst mal.<\/p>\n<p>Mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p>Ulrich<\/p>\n<p>[1] <strong>Karl Marx: <em>Zur Kritik des Hegelschen Staatsrechts<\/em><\/strong> MEW 1 (203-333).<\/p>\n<p>[2] <strong>Karl Marx: <em>Randglossen zu Adolf Wagners<\/em> \u201e<em>Lehrbuch der politischen \u00f6konomie<\/em>\u201d<\/strong> MEW 19 (355-383). [Seitenangaben in Klammern.]<\/p>\n<p>[3]<strong> Dieter Wolf: <em>Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t des Werts. <\/em>Makro\u00f6konomischer Ausblick auf den Zusammenhang von Warenzirkulation und Produktion, <\/strong>55: Bei der Erforschung der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft handelt es sich nach D. Wolf um <strong>\u00bb<\/strong><strong>die aus dem prozessierenden Zusammenhang von Forschung und Darstellung resultierende \u201eMethode des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten\u201d, eine Methode, die logisch-systematisch ist, weil sie in der \u201econtempor\u00e4ren Geschichte\u201d des Kapitals als einem <em>\u00f6konomisch gesellschaftlichen System<\/em>, das durch eine historisch spezifische <em>Selbstorganisation charakterisiert<\/em> ist, ihre <em>reale Basis<\/em> hat.<\/strong><strong>\u00ab<\/strong> Diese von Marx nicht ohne eine gewisse Ironie verwendete <em>contradictio in adiecto<\/em> soll verdeutlichen, da\u00df, betrachtet man das Kapital f\u00fcr sich, es als eine geschichtslose Gesellschaftsformation erscheint. Jedoch steht selbstverst\u00e4ndlich auch die kapitalistische Produktionsweise in einem historischen Zusammenhang. Um sie aber systematisch analysieren zu k\u00f6nnen, mu\u00df sie unter der absurden Voraussetzung einer <strong>\u00bb<\/strong><strong>contempor\u00e4ren Geschichte\u00ab <\/strong>betrachtet werden, die D.W. in Verkennung dieser absurden Situation zu einem ernstzunehmenden wissenschaftlichen \u201aAnsatz\u2018 deklariert. Siehe <a href=\"http:\/\/www.dieterwolf.net\/\">www.dieterwolf.net<\/a><\/p>\n<p>[4] Gemeint ist James Mill. Siehe: <strong>Karl Marx: [Ausz\u00fcge aus James Mills Buch \u201e\u00c8l\u00e9mens d\u2018\u00e9conomie politique]<\/strong> MEW EB 1 I (445-463).<\/p>\n<p>[5] FAZ 10.07.2010 <strong><em>Adolf Normalverbraucher<\/em>? Das \u201aDritte Reich\u2018 dr\u00fcckte den Lebensstandard der Zivilbev\u00f6lkerung von Kriegsbeginn 1939 an.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B.<\/strong> (14.07.2010)<\/p>\n<p>Betreff: Richtigstellung?<\/p>\n<p>Lieber H., in der FAZ von morgen fand ich folgende Richtigstellung.[1]<\/p>\n<p>Wenn diese Daten doch so allgemein bekannt waren, wie G\u00f6tz Ali behauptet, warum findet man davon so wenig in seinem Buch?<\/p>\n<p>Bis n\u00e4chste Woche<\/p>\n<p>Ulrich<\/p>\n<p>[1] Vgl. <strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(12.07.2010).<\/p>\n<p><strong>Leserbrief<\/strong> FAZ 14.07.2010: <strong>Paketsendungen von der Front.<\/strong><\/p>\n<p>Zu <strong>\u201eAdolf Normalverbraucher?<\/strong>\u201c (F.A.Z. vom 10. Juli):<\/p>\n<p><strong>\u00bbDie Statistiken zur deutschen Kriegsern\u00e4hrung, die Rainer Blasius nach einem postum ver\u00f6ffentlichten Aufsatz des Historikers Christoph Buchheim zitiert, sind seit langem bekannt. Sie finden sich in den deutschen Stadt- und Landesarchiven zu Dutzenden. Und sie widerlegen auch mein Buch \u201eHitlers Volksstaat\u201c (2005) nicht. Ich schreibe darin \u00fcber die exorbitant hohe L\u00f6hnung deutscher Soldaten im Zweiten Weltkrieg, \u00fcber die beispiellose materielle Auspl\u00fcnderung der besetzten L\u00e4nder und \u00fcber die Enteignung der europ\u00e4ischen Juden zugunsten aller Deutschen. Die so erstmals herausgearbeiteten Fakten zeigen, dass die Kriegsern\u00e4hrung in den meisten deutschen Familien nicht allein von den amtlich zugeteilten Lebensmittelkarten abhing, sondern in erheblichem Ma\u00dfe von den individuellen Paketsendungen von der Front in die Heimat.<\/p>\n<p>Millionen Soldaten taten es dem Soldaten Heinrich B\u00f6ll gleich, der hundertfach an seine Braut und sp\u00e4tere Frau Annemarie Zeilen wie diese schrieb: \u201eNach dem Essen habe ich mich auf meine Gem\u00e4cher zur\u00fcckgezogen und habe im Schwei\u00dfe meines Angesichts gepackt, gepackt, elf Pakete, wirklich 11 Pakete: 2 f\u00fcr einen Kameraden, eines f\u00fcr den Feldwebel und 8 f\u00fcr mich, ja zwei f\u00fcr Dich, eins mit Butter und eins mit viel Schreibpapier, 2 f\u00fcr Alois\u2019 Familie und 4 f\u00fcr zu Hause; die Eier habe ich in dieser Woche in ein Paket gepackt, weil ich f\u00fcr zwei nicht ausreichend hatte, Du wirst dann von zu Hause welche bekommen.\u201c\u201d Kaum war das erledigt, fand sich B\u00f6ll schon wieder auf dem Weg ins Gl\u00fcck: \u201e\u201dIn Paris k\u00f6nnte ich dann \u00fcberhaupt noch manches Sch\u00f6ne kaufen, ganz gewiss Schuhe f\u00fcr Dich, und auch Stoff.\u201d<\/p>\n<p>Hermann G\u00f6ring f\u00f6rderte das ununterbrochene Hamstern vieler Millionen deutscher Soldaten zugunsten ihrer Familien im Oktober 1940 mit seinem \u2013von deutschen Historikern lange beschwiegenen sogenannten Schlepperlass. Nicht umsonst bezeichnete der franz\u00f6sische Volksmund die Wehrmachtsoldaten als \u201eDoryphores\u201c (Kartoffelk\u00e4fer). \u00c4hnlich wie in Frankreich machten sich die insgesamt 18 Millionen deutschen Soldaten \u00fcber alle besetzten L\u00e4nder Europas her. Deshalb tr\u00e4gt mein Buch nicht den Untertitel \u201eDie liebe Not von Otto Normalverbraucher\u201c, sondern \u201eRaub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus\u201c.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>G\u00f6tz Aly, Berlin<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B.<\/strong> (25.07.2010)<\/p>\n<p>Betreff: ZWISCHENSTAND<\/p>\n<p>Lieber H., mit einiger Verz\u00f6gerung melde ich mich auf Deine Mails von vorletzter Woche, die ich bei meinem Zwangsaufenthalt auf der Flucht vor <em>Bochum Total<\/em> mit Interesse gelesen habe und f\u00fcr deren Zusendung ich mich herzlich bedanke. Eine umfassende Einsch\u00e4tzung m\u00f6chte ich erst abgeben, wenn ich die Texte, die Du mir empfohlen hast, zu Ende studiert habe. Denn davon ausgehend l\u00e4\u00dft sich auch D.W[olf].s Vortrag fundierter kritisieren.[1] Zuvor einige vorl\u00e4ufige Thesen:<\/p>\n<p>1. D.W. systematisiert seine fr\u00fcheren Fehleinsch\u00e4tzungen von KAP I 1-3 (siehe meine beiden Aufs\u00e4tze auf der Web Site der Marx-Gesellschaft) auf eine Weise, da\u00df man nun von einer offenen Revision sprechen mu\u00df (Begr\u00fcndung folgt).<\/p>\n<p>2. Wenn Marx in einem Vorwort zu KAP I davon spricht, da\u00df er den rationalen Kern der Hegelschen Dialektik bewahrt habe, dann wird dieser durch D.W.s Feldzug gegen den Hegelschen Mystizismus und verschiedene hegelianisierende Marx-Interpretationen wie das Kind mit dem Bade ausgesch\u00fcttet: von dem rationalen Kern bleibt nichts mehr \u00fcbrig als ein ziemlich eindimensionaler kritischer Rationalismus.<\/p>\n<p>3. D.W. springt ausgehend von der einfachen Wertform sowohl \u00fcber die Reduktion des Werts, die Metamorphosen der Wertform als auch (was das gr\u00f6\u00dfte Manko ist) \u00fcber das Fetischkapitel hinweg und beginnt unmittelbar mit dem Austausch(proze\u00df) der Waren. Diesen macht er zum Ausgangspunkt seiner Interpretation der Werttheorie, die von ihm zu einer Geld-Wert-Theorie gemacht wird. Wenn aber der Austausch Ausgangspunkt der Werttheorie sein soll, dann frage ich mich, worin sich diese Interpretation von den marktzentrierten Theorien eines Keynes oder Samuelson oder von weniger intelligenten b\u00fcrgerlichen \u00f6konomen unterscheidet?<\/p>\n<p>4. D.W. hat sich von Dir zur Marxschen Kritik am Hegelschen Staatsrecht anregen lassen. Allerdings wirkt das wie ein Fremdk\u00f6rper in seinem Vortrag, ebenso seine aktuellen antikapitalistischen Ausf\u00fchrungen im Schlu\u00dfteil. Er hat, wie ich meine, \u00fcberhaupt nicht kapiert, worum es Marx in seiner Hegel-Kritik \u00fcberhaupt geht. Es geht ihm [Marx] jedenfalls nicht darum, die Hegelsche \u201aMystik\u2018 kritisch-rationalistisch totzuschlagen&#8230;<\/p>\n<p>Soweit mein erster Eindruck von diesem Vortrag. Da ich D.W.s letzte B\u00fccher und Aufs\u00e4tze zur Werttheorie nicht gelesen habe, kann ich nicht sagen, ob das alles f\u00fcrchterlich neu bei ihm ist. Aber die von mir unter 1. vermutete offene Revision scheint in dieser systematischen Form durchaus neu zu sein. Wenn das zutr\u00e4fe, w\u00e4re das schon ein ziemlicher Hammer! Es ist eine Sache, ob jemand wie Reichelt Marx an bestimmten Punkten fehlinterpretiert, um ihn f\u00fcr die eigene Interpretation passend zu machen. Ein anderes Ding ist es aber, wenn die Werttheorie von vornherein ausgehebelt und durch eine systematisch entwickelte eigene b\u00fcrgerliche Werttheorie ersetzt wird. Das scheint hier der Fall zu sein.<\/p>\n<p>Ich hoffe in den n\u00e4chsten Tagen die Fortsetzung meines letzten ausf\u00fchrlichen Briefes fertig zu bekommen, um davon ausgehend eine Begr\u00fcndung meiner Thesen zu liefern.<\/p>\n<p>Bis dahin<\/p>\n<p>herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Ulrich<\/p>\n<p>[1] <strong>Dieter Wolf: <em>Ende oder Wendepunkt der Geschichte<\/em>. Zur Einheit von Darstellung und Kritik bei Hegel und Marx.<\/strong><a href=\"http:\/\/www.dieterwolf.net\/\">www.dieterwolf.net<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>H.B. an Ulrich Knaudt <\/strong>(25.07.2010)<\/p>\n<p>Betreff: AW: ZWISCHENSTAND<\/p>\n<p>[\u2026] Vielleicht kommst Du beim Bearbeiten der Marxschen Kr[itik]. d. H[egelschen] St[aats]R[echts] bis zu den 292 ff. Scheint mir notwendig, um D. Wolfs Positionen kritisch w\u00fcrdigen zu k\u00f6nnen, zumal er sich mit diesen Seiten so explizit auseinander-setzt wie ich\u2018s sonst, soweit ich die Literatur dazu \u00fcberschau, von niemandem au\u00dfer ihm kenne (in [<strong>Dieter Wolf:<\/strong>] <strong>&#8222;Der dialektische Wi[derspruch] im K[apital].&#8220;<\/strong>).<\/p>\n<p>[\u2026] Bis dann, Du lieber \u201aKlassenk\u00e4mpfer\u2018, eingedenk, da\u00df das Verharren dessen Position bzw. Logik in einer blo\u00dfen Gegen\u00fcberstellung \/ Entgegensetzung gegen\u00fcber der sog. Wertlogik schlicht (und gelinde gesagt) dumm und t\u00f6richt ist, ebenso v.v., also weder \u201aEntweder\/Oder\u2018 noch nur ein \u201aSowohl \u2026 als auch\u2018 hinreicht, und damit aber zugleich positiv die Aufgabe gestellt bzw. das Ziel definiert [wird], die beiden Seiten zuallererst erkenntniskritisch auf den Begriff zu bringen, logisch, widerspruchsfrei, indem \u2013 um mit Marx nach <strong>\u00bbPrivateigentum und Komm<\/strong>[<strong>unismus<\/strong>].<strong>\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbroher Komm<\/strong>[<strong>unismus<\/strong>].\u00ab ([MEW] EB 1, 533 ff.) in seiner <strong>\u00bbKritik der H<\/strong>[<strong>egelschen<\/strong>]<strong> Dialektik und Ph<\/strong>[<strong>ilosophie<\/strong>]<strong> \u00fcberhaupt\u00ab<\/strong> zu sprechen, zu einem Begriff beider zu gelangen, der <strong>\u00bbzugleich ihre beide vereinigende Wahrheit <\/strong>ist\u00ab (S. 577)<\/p>\n<p>Ganz herzlichen Gru\u00df,<\/p>\n<p>in Eile,<\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(28.07.2010)<\/p>\n<p>Lieber H.,<\/p>\n<p>ich setze den abgebrochenen Brief vom 04.07. fort [1] und orientiere mich hinsichtlich der Gliederung an dem Dir zugesandten ZWISCHENSTAND.<\/p>\n<p>Zuvor ein Satz zum Gesamteindruck des Vortrags [2] auf Grund der Materialien [&#8230;]: der Aufbau ist sehr uneinheitlich, weil d.A. die vom Veranstalter gemachten Vorgaben nicht in seine Marx\/Hegel-Kritik + Werttheorie integriert, und am Schlu\u00df irgendeinen popul\u00e4ren Antikapitalismus an das ganze dranklatscht. Au\u00dferdem f\u00e4llt, wie schon erw\u00e4hnt, seine Hegelkritik hinter die Kritik bereits des fr\u00fchen Marx an Hegel zur\u00fcck und wird dadurch zur Afterkritik; so auch gegen Ende seine Behandlung der Hegelschen Extreme. Ebenso ist er auch nicht in der Lage, den rationalen Kern der Hegelschen Dialektik zu w\u00fcrdigen. (Daher kann Reichelt auch nur \u00fcber D.W. schmunzeln!) Davon abgesehen werde ich mich nur mit dem zweiten Teil seines Vortrags (Seite 12+) befassen, weil es hier nicht nur um Afterkritik, sondern offene Marx-Revision geht, die ich versuchen will, nachzuweisen.<\/p>\n<p><strong>1. D.W. hat das \u00bbgesellschaftliche Verh\u00e4ltnis der Sachen\u00ab mi\u00dfverstanden.<\/strong><\/p>\n<p>Das Andere (Natur und endlicher Geist) erscheint dem absoluten Geist als Mittel, um zu sich selbst und zu seiner absoluten Wirklichkeit zu gelangen. In Analogie dazu vermitteln nach D.W. die Geldformen den Warentausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung (allerdings nur, was die Bewegung W-G-W anlangt, wo das zweite W in die individuelle Konsumtion eingeht), w\u00e4hrend in der Bewegung G-W-G das Geld nicht verschwindet, sondern sich diese Form in ein automatisches Subjekt verwandelt (siehe Marx-Zitat Seite 13).[3]<\/p>\n<p>Bereits in diesem Fall ist es nichts mehr mit der Analogie Kapital \u2013 Weltgeist, da G-W-G sich als perpetuum mobile verselbst\u00e4ndigt (an dessen reale Existenz die Aktion\u00e4re der Wall Street einander zu glauben vormachen, solange zumindest, bis diese Kette rei\u00dft), von dem aber niemand wirklich glaubt, da\u00df es zwecks L\u00f6sung des Energieproblems tats\u00e4chlich funktioniert, weil im Grunde jeder Spekulant wei\u00df, da\u00df, ohne die Produktion von Mehrwert zugrunde zu legen, keine Verwertung seiner Werte stattfinden wird. Die Analogie, die D.W. bem\u00fcht, h\u00f6rt also schon an dieser Stelle auf, eine zu sein, kaum da\u00df er sie hergestellt hat.<\/p>\n<p>D.W. geht im Sinne der Neuen Marx-Lekt\u00fcre von den Ersten Drei Kapiteln [des <em>Kapital<\/em>] aus. Aber was ist deren Inhalt? Ist der entscheidende Ausgangspunkt die (einfache) Warenzirkulation oder der Wert? Wenn der Wert (der Ware, dessen Formen und deren Metamorphosen) der Ausgangspunkt ist, erledigt sich schon an dieser Stelle D.W.s Frage, ob es sich dabei um eine <strong>\u00bblogisch systematische\u00ab<\/strong> <span style=\"text-decoration: underline;\">oder<\/span> <strong>\u00bblogisch historische &#8230;Darstellung\u00ab<\/strong> handelt, ganz von selbst, weil nach Marx der Wert der Ware <strong>\u00bb<\/strong><strong>so nur eine bestimmte <span style=\"text-decoration: underline;\">historische Form<\/span> von etwas (ist), was in allen Gesellschaftsformen existiert<\/strong><strong>\u00ab<\/strong> ([MEW] 19,375) [4]. [Unterstr. v.m.]<\/p>\n<p>Dagegen soll in Abschnitt II von Teil II des Vortrags <strong>\u00bbauf <span style=\"text-decoration: underline;\">die Warenzirkulation<\/span> unter dem Aspekt der Erkl\u00e4rung des Werts, der Wertform und des Waren- und Geldfetischs\u00ab<\/strong> [Unterstr. v. m.] eingegangen werden und nicht etwa [nach Marx] auf <span style=\"text-decoration: underline;\">den Wert<\/span>, die Wertform, den Waren- und Geldfetisch unter dem Aspekt der Warenzirkulation. Nur wenn man <span style=\"text-decoration: underline;\">vom Wert<\/span> ausgeht, hat das zur Folge, da\u00df, wie es bei Marx hei\u00dft, den Menschen anstelle <strong>\u00bbunmittelbar gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse der Personen in ihren Arbeiten selbst\u00ab<\/strong> ein <strong>\u00bbgesellschaftliche(s) Verh\u00e4ltnis von Sachen\u00ab<\/strong> in der Warenwelt aufgedr\u00e4ngt wird ([MEW] 23,87). Diese Absurdit\u00e4t meint D.W. dadurch umschiffen zu k\u00f6nnen, indem <strong>\u00bbauf die abstrakt allgemeinste Weise die Menschen im kapitalistischen Gesamtreproduktionsproze\u00df\u00ab<\/strong> (sollte es nicht zun\u00e4chst nur um die einfache Warenzirkulation gehen?) <strong>\u00bbihre gesellschaftlichen Beziehungen zueinander vermittels der gesellschaftlichen Austauschbeziehung der Arbeitsprodukte her(stellen)\u00ab<\/strong>. (Seite 14)<\/p>\n<p>Wenn ein <strong>\u00bbArbeitsprodukt\u00ab<\/strong> eine <strong>\u00bbgesellschaftliche Austauschbeziehung\u00ab<\/strong> herzustellen in der Lage w\u00e4re, w\u00fcrde das ungef\u00e4hr dasselbe bedeuten, als wenn sich der Tisch zu Beginn des Fetischkapitels, <strong>\u00bbsobald er als Ware auftritt, &#8230;in ein sinnlich \u00fcbersinnliches Ding\u00ab<\/strong> verwandelte und die <strong>\u00bbArbeitsprodukte\u00ab<\/strong> dann <strong>\u00bbaus freien St\u00fccken zu tanzen\u00ab<\/strong> beg\u00e4nnen ([MEW] 23,85). Um dieser Absurdit\u00e4t zu entgehen, macht D.W. auf die bemerkenswerte Tatsache aufmerksam, <strong>\u00bbda\u00df es sich dabei um etwas Besonderes handelt, insofern es den Arbeitsprodukten, die als ebenso viele St\u00fccke umgeformter Natur <span style=\"text-decoration: underline;\">Sachen<\/span> sind, von Hause aus nicht zukommt, sich zueinander in einer gesellschaftlichen Beziehung zu befinden\u00ab<\/strong>. (Seite 14) (Wer h\u00e4tte das gedacht!) Sondern es sind nach seinem Daf\u00fcrhalten vielmehr die Menschen, <strong>\u00bbdie Arbeitsprodukten eine ihnen als <span style=\"text-decoration: underline;\">Sachen<\/span> fremde \u00e4u\u00dferliche gesellschaftliche Beziehung gleichsam aufzwingen.\u00ab<\/strong> (Seite 15) [Unterstr. v. m.]<\/p>\n<p>Wie es scheint, haben die Arbeitsprodukte bei D.W. den gleichen Status wie das Tier, die, weil dieses juristisch als Sache figuriert, hier ebenfalls als ein zu sch\u00fctzendes Wesen verstanden werden. <strong>\u00bbEs wird von den Menschen eine eigenst\u00e4ndige gesellschaftliche Beziehung zwischen den Sachen hergestellt&#8230;\u00ab<\/strong>, was so klingt, als h\u00e4tten die Sachen daf\u00fcr von den Menschen erst um Erlaubnis gefragt werden m\u00fcssen. Eine Absurdit\u00e4t, die entsteht, weil D.W. die Marxsche Ironie, die in der absurden Formulierung des <strong>\u00bbgesellschaftliche(n) Verh\u00e4ltnis(ses) von Sachen\u00ab<\/strong> ([MEW] 23,87) steckt, offenbar nicht wahr-, sondern f\u00fcr bare M\u00fcnze nimmt. Allerdings kann auch er nicht umhin einzur\u00e4umen, da\u00df diese <span style=\"text-decoration: underline;\">Sachen<\/span> <strong>\u00bbals Arbeitsprodukte auch <\/strong>[!]<strong> von Menschen geschaffen worden sind\u00ab<\/strong>. Von wem denn bitte sonst \u2013 den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erden einmal beiseite gelassen?<\/p>\n<p>Also, zun\u00e4chst dr\u00e4ngen die Menschen den Arbeitsprodukten ihre gesellschaftlichen Beziehungen auf, w\u00e4hrend sie aber gleichzeitig einr\u00e4umen m\u00fcssen, da\u00df diese Bankerte doch schlie\u00dflich <strong>\u00bbauch\u00ab<\/strong> von ihnen <strong>\u00bbgeschaffen worden sind\u00ab<\/strong>. Aber dennoch besitzt diese <strong>\u00bbBeziehung der Arbeitsprodukte zueinander &#8230; als eine gesellschaftliche Beziehung eine Eigenst\u00e4ndigkeit, durch die sie von der gleichzeitig mit dem Austausch gegebenen gesellschaftlichen Beziehung der Menschen zu einander verschieden ist\u00ab<\/strong>. Daraus lese ich mit Hilfe meiner letzten Verstandeskr\u00e4fte heraus, da\u00df hier offensichtlich zwei Beziehungen parallel zueinander existieren: die <strong>\u00bbgesellschaftliche Beziehung &#8230; der Arbeitsprodukte\u00ab<\/strong> <span style=\"text-decoration: underline;\">und<\/span> die <strong>\u00bbgesellschaftliche Beziehung der Menschen zu einander\u00ab<\/strong>.<\/p>\n<p>Wenn aber beide Beziehungen, die <strong>\u00bbder Menschen\u00ab<\/strong> und die <strong>\u00bbder Arbeitsprodukte\u00ab<\/strong>, von einander getrennt ablaufen, werden sich die <strong>\u00bbArbeitsprodukte\u00ab<\/strong> nach menschlicher Logik ebenso wie die o.g. <strong>\u00bbtanzenden Tische\u00ab<\/strong> ihrerseits auf die Hinterbeine stellen m\u00fcssen, um sich als Waren eigenh\u00e4ndig zu Markte zu tragen. Oder wie stellt sich das D.W. sonst vor? Doch auch daf\u00fcr scheint er mit Hilfe seiner verknotet-verknorpelten Satzkonstruktionen eine L\u00f6sung gefunden zu haben: <strong>\u00bbDas Besondere der gesellschaftlichen Beziehung der Arbeitsprodukte zueinander tritt noch mehr hervor, wenn man bedenkt, was ihre gerade erfolgte Charakterisierung bedeutet: Es spielt sich in der gesellschaftlichen Beziehung der Arbeitsprodukte hinsichtlich der Bestimmung des Gesellschaftlichen der Arbeit Wesentliches ab, das au\u00dferhalb der Reichweite des Bewu\u00dftseins der als Wirtschaftssubjekte sich verhaltenden Menschen liegt, und nur von dem durch Marx repr\u00e4sentierten wissenschaftlichen Bewu\u00dftsein aufgedeckt und erkl\u00e4rt wird.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Die <strong>\u00bbals Wirtschaftssubjekte sich verhaltenden Menschen\u00ab<\/strong> tauschen zwar seit urdenklichen Zeiten erfolgreich Waren miteinander aus. Das d\u00fcrfen sie aber gar nicht, solange sie nicht \u00fcber das <strong>\u00bbdurch Marx repr\u00e4sentierte wissenschaftliche Bewu\u00dftsein\u00ab<\/strong> verf\u00fcgen und dann wissen werden, was sich alles <strong>\u00bbin der gesellschaftlichen Beziehung der Arbeitsprodukte hinsichtlich der Bestimmung des Gesellschaftlichen der Arbeit Wesentliches (abspielt)\u00ab<\/strong>. Marx w\u00fcrde dieses <strong>\u00bbWesentliche\u00ab<\/strong> wie gesagt als die <strong>\u00bbtanzenden Tische\u00ab<\/strong> verstehen. Um diese dingfest zu machen, bedarf es aber nicht zuletzt eines gro\u00dfen Sinns f\u00fcr Satire und eines noch vorhandenen Rests an gesundem Menschenverstand. D.W. dagegen leitet in Ermangelung dessen aus diesem <strong>\u00bbWesentliche<\/strong>(<strong>n<\/strong>)<strong>\u00ab<\/strong> eine ganz neue Werttheorie ab: <strong>\u00bbIn welcher Hinsicht sind die Arbeitsprodukte in und durch ihre Austauschbeziehungen zueinander <em>in Waren verwandelte Werte<\/em>?\u00ab<\/strong> Um die Antwort vorwegzunehmen: sie sind es in der <strong>\u00bbHinsicht\u00ab<\/strong>, wie alle <span style=\"text-decoration: underline;\">f\u00fcr den Austausch produzierte<\/span> Arbeitsprodukte <span style=\"text-decoration: underline;\">Waren<\/span> und folglich <span style=\"text-decoration: underline;\">Wert<\/span> sind! Um das zu verstehen, h\u00e4lt es Marx f\u00fcr sinnvoll, sich bei anderen Produktionsformen umzusehen, dort, wo nicht privat, sondern gesellschaftlich produziert wird und folglich keine Waren produziert werden!<\/p>\n<p>Hier m\u00fc\u00dfte ich im einzelnen begr\u00fcnden, warum D.W. die Verselbst\u00e4ndigung der Formen im Ersten Kapitel nicht versteht, warum die im gesellschaftlichen Verkehr sich verselbst\u00e4ndigt habenden Gedankenformen von dessen Teilnehmern wie reale Gegenst\u00e4nde be- und gehandelt werden und warum er aus diesem Grund einem neuen Fetischismus aufsitzt! Denn was ist die [=D.W.s] <strong>\u00bbgesellschaftliche Beziehung der Arbeitsprodukte\u00ab<\/strong> anderes als solch ein Fetischismus in Reinkultur? Da mag D.W. noch so lauthals das <strong>\u00bbdurch Marx repr\u00e4sentierte wissenschaftliche Bewu\u00dftsein\u00ab<\/strong> hochleben lassen! Dieses allein reicht nun mal nicht hin, um mit den Tango tanzenden Tischen fertigzuwerden.<\/p>\n<p>Ich m\u00fc\u00dfte au\u00dferdem darauf eingehen, warum D.W. und H.R[eichelt]. mit ihrer Interpretation des Zweiten Kapitels eine eigenst\u00e4ndige Geldform-Soziologie begr\u00fcnden, die darauf beruht, da\u00df beide, je auf ihre Weise selbst im Fetischismus befangen, nicht einsehen wollen, da\u00df sich an dieser Stelle die Wertformen inzwischen so stark verselbst\u00e4ndigt haben, da\u00df das Verh\u00e4ltnis der Warenbesitzer zu ihren Waren auf dem Kopf steht. Statt dessen werden von W. und R. ernsthaft \u00fcberlegungen angestellt dar\u00fcber, was sich die Warenbesitzer so alles durch den Kopf gehen lassen, wenn sie auf den Markt gehen und das Geld erfinden. Bei Marx lesen wir dagegen:\u00a0 <strong>\u00bbUm diese Dinge als Waren aufeinander zu beziehen, m\u00fcssen die Warenh\u00fcter <\/strong>[sic!]<strong> sich zueinander als Personen verhalten, <span style=\"text-decoration: underline;\">deren Willen in jenen Dingen haust<\/span>, so da\u00df der eine nur mit dem Willen des andren, also jeder nur vermittelst eines, beiden gemeinsamen Willensakts sich die fremde Ware aneignet, indem er die eigne ver\u00e4u\u00dfert.\u00ab<\/strong> ([MEW] 23,99)[Unterstr. v. m.]<\/p>\n<p>Die <strong>\u00bbWarenh\u00fcter\u00ab<\/strong> m\u00fcssen, damit der wechselseitige Austausch der Waren funktioniert, sich ausnahmsweise <strong>\u00bbals Personen verhalten\u00ab<\/strong>! Offenbar verhielten sie sich bisher nicht so! Ein Sachverhalt, der die ganze Sozialethik durcheinanderbringt. Auch unsere Geldform-Soziologen h\u00e4tten es ziemlich schwer zu erkl\u00e4ren, was nach der Verwandlung dieser mit einem eigenst\u00e4ndigen menschlichen Willen ausgestatteten Personen in <strong>\u00bbWarenh\u00fcter, &#8230; deren Willen in jenen Dingen haust\u00ab<\/strong>, von diesen \u201apers\u00f6nlich\u2019 \u00fcbrigbleibt? Mit dem Personenbegriff steht und f\u00e4llt die gesamte b\u00fcrgerliche Gesellschaft ideologisch in sich zusammen. Aber mit eben solchen \u201aUntoten\u2019 haben wir es im ganzen Zweiten Kapitel zu tun:\u00a0 <strong>\u00bbWir werden \u00fcberhaupt im Fortgang der Entwicklung finden, da\u00df die \u00f6konomischen Charaktermasken der Personen nur die Personifikation der \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse sind, als deren Tr\u00e4ger sie sich gegen\u00fcbertreten.\u00ab<\/strong> ([MEW] 23,100) <strong>\u00bbTr\u00e4ger\u00ab<\/strong> ist in diesem Stadium der <strong>\u00bbEntwicklung\u00ab<\/strong> der Geldform wortw\u00f6rtlich zu nehmen: <span style=\"text-decoration: underline;\">Warentr\u00e4ger<\/span>! Also: der du in das Zweite Kapitel einsteigst, la\u00df alle Gedanken an irgendeine Geld-Soziologie, ob von Simmel oder frisch von D.W. erfunden, fahren!<\/p>\n<p><strong>2. Warum D.W. aus diesem Grund auch die einfache Wertform nicht versteht<\/strong><\/p>\n<p>D.A. kaschiert sein Unverst\u00e4ndnis der einfachen W[ert]F[orm] dadurch, da\u00df er eine neue Werttheorie, in Gestalt einer <span style=\"text-decoration: underline;\">Sachen<\/span>tausch-Theorie zusammenstrickt. Niemand bestreitet, da\u00df die Analyse der einfachen Wertform zu den kompliziertesten Dingen geh\u00f6rt, die die politische \u00f6konomie zu bieten hat. Nicht umsonst hat Marx immer neue Erkl\u00e4rungsversuche erprobt, die ihn am Ende nicht befriedigt haben. Das Erste Kapitel in der Zweiten Auflage ist daher nicht nur sein letztes Wort in dieser Angelegenheit, es zeichnet sich auch wegen seiner Abgekl\u00e4rtheit in der Darstellung als ein Meisterwerk aus. Anstatt es zu verhunzen, sollte man es erst mal komplett zu verstehen versuchen!<\/p>\n<p>D.W. kann die einfache Wertform nicht verstehen, weil in seiner <span style=\"text-decoration: underline;\">Sachen<\/span>tausch-Theorie die Waren nicht als Wert (+Gwert), sondern als Arbeitsprodukte ausgetauscht werden: <strong>\u00bbIndem eine Austauschbeziehung zwischen den Arbeitsprodukten hergestellt wird\u00ab<\/strong> (warum eigentlich?) <strong>\u00bbgeht es um sie in der Hinsicht, in der sie austauschbar, d.h. einander ersetzbar und insofern untereinander gleich sind.\u00ab<\/strong> (Seite 15) Schaut man sich diesen durch leere Floskeln (<strong>\u00bbin der Hinsicht\u00ab<\/strong>, in der <strong>\u00bbes um<\/strong> xy <strong>geht\u00ab<\/strong>) aufgeblasenen Satz genauer an, entpuppt er sich als wundersch\u00f6ne Tautologie, die da lautet, da\u00df es in der <span style=\"text-decoration: underline;\">Austauschbeziehung<\/span> (zwischen den <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsprodukten<\/span>!) um ihre <span style=\"text-decoration: underline;\">Austauschbeziehung<\/span> in der Hinsicht geht, in der sie <span style=\"text-decoration: underline;\">austauschbar<\/span> und insofern <span style=\"text-decoration: underline;\">gleich<\/span> sind. Die <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsprodukte<\/span> sind also <span style=\"text-decoration: underline;\">gleich<\/span>, weil sie <span style=\"text-decoration: underline;\">austauschbar<\/span>, und sie sind <span style=\"text-decoration: underline;\">austauschbar<\/span>, weil sie <span style=\"text-decoration: underline;\">gleich<\/span> sind. Aber warum sind sie \u00fcberhaupt gleich? Ganz einfach! Weil <strong>\u00bbes um &#8230; Arbeitsprodukte &#8230; geht\u00ab<\/strong> und Arbeitsprodukte Gebrauchswerte sind: <strong>\u00bbEs geht von vornherein um Gebrauchswerte, die Arbeitsprodukte sind, abgesehen davon, da\u00df auch alles, was in den Austausch eingeht, ohnehin Produkt von Arbeit ist.\u00ab<\/strong> Fein! Aber wozu brauchen wir dann noch den Tauschwert?<\/p>\n<p>Anstatt uns diese Frage zu beantworten, f\u00e4hrt D.A. in seiner <span style=\"text-decoration: underline;\">Sachen<\/span>tausch-Theorie munter fort: <strong>\u00bbDie Arbeitsprodukte werden in der Hinsicht,<\/strong> [sic!] <strong>in der si<\/strong><strong>e die allgemeine Eigenschaft besitzen, \u00fcberhaupt ein Arbeitsprodukt zu sein, auf die anderen Arbeitsprodukte bezogen und zwar in der Hinsicht<\/strong> [sic!]<strong>, in der sie ebenfalls die allgemeine Eigenschaft besitzen, ein Arbeitsprodukt \u00fcberhaupt zu sein.\u00ab<\/strong> Wenn ich [auch] (eigentlich \u00fcberfl\u00fcssigerweise) diese Tautologie auf ihren leeren Sinn hin untersuchen wollte, k\u00e4me heraus: Das <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsprodukt<\/span>, das <span style=\"text-decoration: underline;\">\u00fcberhaupt <\/span>ein<span style=\"text-decoration: underline;\"> Arbeitsprodukt<\/span> ist, wird mit einem anderen <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsprodukt<\/span> gleichgesetzt, das ein <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsprodukt<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">\u00fcberhaupt<\/span> ist. Die Beziehung zwischen beiden Arbeitsprodukten reduziert sich im Endeffekt auf die unterschiedliche Stellung des W\u00f6rtchens <strong>\u00bb\u00fcberhaupt\u00ab<\/strong> in den beiden Teils\u00e4tzen der Tautologie! Aus dieser tautologischen Identit\u00e4t der zwei Arbeitsprodukte, die einander von vornherein gleichen wie ein Ei dem anderen, leitet d.A. sein neu gewonnenes Verst\u00e4ndnis der Werttheorie ab: <strong>\u00bbIndem die Arbeitsprodukte auf diese Weise im Austausch gesellschaftlich in ihrer <em>allgemeinen Eigenschaft<\/em> eines Arbeitsproduktes schlechthin <em>gesellschaftlich aufeinander bezogen<\/em> werden, sind sie <em>Werte<\/em>.\u00ab<\/strong> (Seite 15) Sie sind <strong>\u00bb<em>Werte<\/em>\u00ab<\/strong>, weil sie <strong>\u00bbin ihrer <em>allgemeinen Eigenschaft<\/em> &#8230; Arbeitsprodukte\u00ab<\/strong> sind! Und was w\u00e4ren sie in ihrer <span style=\"text-decoration: underline;\">besonderen<\/span> Eigenschaft? Auf Seite 17 gibt uns D.W. eine in jeder <strong>\u00bbHinsicht\u00ab<\/strong> erstaunliche Antwort.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst jedoch ist festzustellen, da\u00df D.W. nicht kapiert, da\u00df die Arbeitsprodukte, solange diese als Arbeitsprodukte, d.h. ausschlie\u00dflich als Gebrauchswerte (denn vom T[ausch]wert war bisher \u00fcberhaupt nicht die Rede!) aufeinander bezogen werden, sie ebenso gut oder schlecht mit einander verglichen werden k\u00f6nnen, wie \u00e4pfel mit Birnen. Wenn aber, ohne den Twert ins Spiel zu bringen, die Ware A mit der Ware B verglichen werden soll, um ausgetauscht zu werden, dann geht das nun mal nicht ohne die einfache Wertform (x Ware A ist y Ware B wert). Ohne den Gebrauchswert der andersgearteten Ware B als Wertspiegel zu benutzen, kann sich die Ware A nur mit ihrer eigenen Warengattung vergleichen (x Ware A ist y Ware A wert), <strong>\u00bbeine Tautologie, worin weder Wert noch Wertgr\u00f6\u00dfe ausgedr\u00fcckt ist\u00ab<\/strong> ([MEW] 23,82).<\/p>\n<p>Der Nutzen dieser Gleichung beschr\u00e4nkt sich darauf, die <span style=\"text-decoration: underline;\">Quantit\u00e4ten<\/span> gleicher Warenarten zu bestimmen. Mit seiner <span style=\"text-decoration: underline;\">Sachen<\/span>tausch-Theorie erreicht D.W. noch nicht mal das Niveau der modernen Freih\u00e4ndler, die nach Marx im Unterschied zu den Merkantilisten nur auf die <strong>\u00bbquantitative Seite der relativen Wertform\u00ab<\/strong> erpicht sind und f\u00fcr die <strong>\u00bbfolglich weder Wert noch Wertgr\u00f6\u00dfe der Ware au\u00dfer in dem Ausdruck durch das Austauschverh\u00e4ltnis, daher nur im Zettel des t\u00e4glichen Preiscourants (existiert)\u00ab<\/strong> ([MEW] 23,75). Die Freih\u00e4ndler wissen aber zumindest, da\u00df man \u00e4pfel und Birnen nicht zusammenz\u00e4hlen sollte.<\/p>\n<p>Erst jetzt, nachdem er seine <span style=\"text-decoration: underline;\">Sachen<\/span>tausch-Theorie in trocknen T\u00fcchern hat, stellt sich auch f\u00fcr D.W. die Frage, die mir, wenn auch anders formuliert, schon die ganze Zeit aufder Zunge liegt: <strong>\u00bbInwiefern gibt es einen <em>dialektischen Widerspruch<\/em> zwischen Gebrauchswert und Wert?\u00ab <\/strong>(Seite 16) Gute Frage!Nur, welchen Widerspruch <strong>\u00bbgibt es\u00ab<\/strong> in einer Tautologie? F\u00fcr gew\u00f6hnlich, so auch hier, einen Scheinwiderspruch. Um einen solchen zu umgehen, stellt D.W. den moralischen Imperativ auf: <strong>\u00bbDie Ware kann nicht selbst als Gebrauchswert auftreten und zugleich selbst als davon total verschiedener Wert <em>erscheinen<\/em>.\u00ab<\/strong> Warum kann sie das nicht? (Von dem Fetischismus des \u201aAuftretens\u2019 mal abgesehen!) Weil: <strong>\u00bbAls Wert erscheinen und gleichzeitig an den Gebrauchswert gebunden zu sein, realisiert sich in der <span style=\"text-decoration: underline;\">Austauschbeziehung<\/span> der Ware zu einer anderen Ware.\u00ab<\/strong> [Unterstr. v. m.] Bei Marx besteht der Widerspruch zwischen Gwert und Wert u.a. darin, da\u00df <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsprodukte<\/span>, die als <span style=\"text-decoration: underline;\">Waren<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">produziert<\/span> werden, einen Gwert und einen <span style=\"text-decoration: underline;\">Twert<\/span> haben, bei D.W. <strong>\u00bbrealisiert sich\u00ab<\/strong> dieser Widerspruch <strong>\u00bbin der <span style=\"text-decoration: underline;\">Austauschbeziehung<\/span>\u00ab<\/strong> <span style=\"text-decoration: underline;\">zwischen<\/span> den <span style=\"text-decoration: underline;\">Waren<\/span>, wof\u00fcr dem Autor jeder soziale oder asoziale Marktwirtschaftler freudig um den Hals fallen wird!<\/p>\n<p>Marx beschr\u00e4nkt sich bei der Bestimmung des Widerspruchs grade nicht auf die <strong>\u00bb<span style=\"text-decoration: underline;\">Austauschbeziehung<\/span>\u00ab<\/strong> zwischen den Waren, sondern setzt f\u00fcr diese das Bestehen einer \u201aArbeitsbeziehung\u2019 voraus: <strong>\u00bbAls Werte sind alle Waren nur bestimmte Ma\u00dfe festgeronnener Arbeitszeit\u00ab<\/strong> ([MEW] 23,54). <strong>\u00bbWie die <span style=\"text-decoration: underline;\">Gebrauchswerte<\/span> Rock und Leinwand Verbindungen zweckbestimmter, produktiver T\u00e4tigkeiten mit Tuch und Garn sind, die <span style=\"text-decoration: underline;\">Werte<\/span> Rock und Leinwand dagegen blo\u00dfe gleichartige <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsgallerten<\/span>, so gelten auch die in diesen <span style=\"text-decoration: underline;\">Werten<\/span> enthaltenen <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeiten<\/span> nicht durch ihr <span style=\"text-decoration: underline;\">produktives Verhalten<\/span> zu Tuch und Garn, sondern nur als <span style=\"text-decoration: underline;\">Verausgabungen<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">menschlicher Arbeitskraft<\/span>\u00ab<\/strong> ([MEW] 23,59). Marx reduziert den Gwert auf den Wert durch dessen Bezeichnung als <strong>\u00bbblo\u00dfe gleichartige <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeitsgallerten<\/span>\u00ab<\/strong> und die darin <strong>\u00bbenthaltenen <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeiten<\/span>\u00ab<\/strong> auf (im anonymisierenden Plural!) <strong>\u00bbVerausgabung<span style=\"text-decoration: underline;\">en<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">menschlicher Arbeitskraft<\/span>\u00ab<\/strong>. D.W. meint zur Bestimmung des Widerspruchs zwischen Gwert und Wert ohne eine solche Reduktion\u00a0 <strong>\u00bbzweckbestimmter produktiver T\u00e4tigkeiten\u00ab<\/strong> auf <strong>\u00bbVerausgabung<span style=\"text-decoration: underline;\">en<\/span> menschlicher Arbeitskraft\u00ab<\/strong> auszukommen. [Unterstr. v. m.]<\/p>\n<p>Genau wie im Widerspruch Gwert-Wert zeige sich f\u00fcr D.W. auch im Doppelcharakter der Arbeit, <strong>\u00bbda\u00df der Gegensatz &#8230; konkret-n\u00fctzliche \u2013 abstrakt menschliche Arbeit jeweils einen Gegensatz bzw. eine Differenz innerhalb eines Wesens, d.h. der menschlichen Arbeit ist, die eine konkret n\u00fctzliche Arbeit ist, und zugleich<\/strong> [hier folgt das Explikandum der Tautologie:] <strong>die allgemeine Eigenschaft besitzt, \u00fcberhaupt menschliche Arbeit zu sein.\u00ab<\/strong> (Seite 16 Fn.) D.h. der Widerspruch zwischen abstrakt menschlicher und konkret n\u00fctzlicher Arbeit wird (als <strong>\u00bbDifferenz innerhalb eines Wesens\u00ab<\/strong> \u2013 \u201aold Hegel\u2019 wird sich im Grabe umdrehn!) in eine Tautologie verwandelt bestehend aus: <strong>\u00bbder menschlichen Arbeit\u00ab<\/strong> = <strong>\u00bbkonkret n\u00fctzlichen Arbeit\u00ab<\/strong> = <strong>\u00bb\u00fcberhaupt menschlichen Arbeit\u00ab<\/strong>, unter Wegfall der <strong>\u00bbabstrakt menschlichen Arbeit\u00ab<\/strong>. Fertig ist die Laube!<\/p>\n<p>Ohne die Reduktion der konkret n\u00fctzlichen auf die abstrakt menschliche Arbeit, der zweckbestimmten produktiven T\u00e4tigkeit auf Verausgabung<span style=\"text-decoration: underline;\">en<\/span> menschlicher Arbeitskraft ist nun mal keine Bestimmung des Werts m\u00f6glich. Ohne Bestimmung des Werts ist die einfache Wertform nur als Tautologie m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>3. Von der Sachentausch-Theorie zur monetaristischen Wert-Theorie<\/strong><\/p>\n<p>In der bereits hinl\u00e4nglich bekannten <strong>\u00bbgesellschaftlichen Beziehung von Ware zu Ware\u00ab<\/strong> werden [bei D.W.], wie ebenfalls hinl\u00e4nglich bekannt ist, zum einen <strong>\u00bbdie Waren als Werte, in ihrer allgemeinen Eigenschaft, \u00fcberhaupt Arbeitsprodukte zu sein, auf einander bezogen und gleich gesetzt\u00ab<\/strong>. Diese <strong>\u00bbgesellschaftliche Beziehung\u00ab<\/strong>, in der streng tautologisch <strong>\u00bbdie in Waren verwandelten Arbeitsprodukte in der Hinsicht, in der sie Werte sind, gleichgesetzt werden, ist nach der anderen Seite zugleich eine gesellschaftliche Beziehung auf<\/strong> [?] <strong>den Gebrauchswert der anderen Ware, der <em>kein<\/em> Wert ist\u00ab<\/strong>. (Seite 16) Auf der einen Seite werden, wie gehabt, die Arbeitsprodukte qua Arbeitsprodukte, so als w\u00e4ren es Werte, gleichgesetzt, auf der anderen Seite besteht eine <strong>\u00bbgesellschaftliche Beziehung\u00ab<\/strong> (von wem\/was?) zum Gwert der anderen Ware, der schon per definitionem kein Wert ist: sonst w\u00e4re er nicht das Gegenteil des Werts! Der Gegensatz zwischen Wert und Gwert ist hier nicht ein inhaltlich\u201a sondern ein logisch spitzfindig begr\u00fcndeter. Nach dem Muster dieser logischen Spitzfindigkeit (A non est non-A) wird nun von D.W. die einfache Wertform nachgebildet: <strong>\u00bbDie Austauschbeziehung <em>bewirkt \u00fcber die Gleichsetzung der Waren als Werte hinaus<\/em><\/strong>[!]<strong>, da\u00df der Gebrauchswert der anderen Ware als das, was er nicht selbst ist, d.h. als Wert der ersten Ware <em>gilt<\/em>.\u00ab<\/strong> Anstelle von \u201anon est\u2019 also: <strong>\u00bb<em>gilt<\/em>\u00ab<\/strong>! Das \u201anon est\u2019 wird als \u201agelten\u2019 geadelt.<\/p>\n<p>In der Marxschen Werttheorie ist D.W.s <strong>\u00bbgesellschaftliche Beziehung von Ware zu Ware\u00ab<\/strong> ein <strong>\u00bbWertverh\u00e4ltnis einer Ware zu einer einzigen verschiedenartigen Ware, gleichg\u00fcltig welcher\u00ab<\/strong>\u00a0 ([MEW] 23,62), das sich nur bestimmen l\u00e4\u00dft, nachdem der Gwert auf den Wert reduziert wurde und in einem n\u00e4chsten Schritt Rock und Leinwand auf ihre <strong>\u00bbWertgegenst\u00e4ndlichkeit\u00ab<\/strong> ([MEW] 23,80) reduziert worden sind. Erst danach lassen sie sich \u00fcberhaupt als kommensurable Gr\u00f6\u00dfen mit einander vergleichen ([MEW] 23,64). D.W. hat aber von Anfang an den feinen Unterschied \u00fcbersehen, da\u00df menschliche Arbeit zwar Wert <span style=\"text-decoration: underline;\">bildet<\/span> (= Arbeitsprodukte), aber nicht Wert <span style=\"text-decoration: underline;\">ist<\/span>, und genausowenig als Wert <strong>\u00bb<em>gilt<\/em>\u00ab<\/strong>: <strong>\u00bbUm den Leinwandwert als Gallerte menschlicher Arbeit auszudr\u00fccken, mu\u00df er als eine \u201eGegenst\u00e4ndlichkeit\u201d ausgedr\u00fcckt werden, welche von der Leinwand verschieden ist und zugleich mit anderer Ware gemeinsam ist.\u00ab<\/strong> (23,66) Diese von Marx dadaistisch formulierte und exakt so gemeinte <strong>\u00bbWertgegenst\u00e4ndlichkeit\u00ab<\/strong> erm\u00f6glicht \u00fcberhaupt erst die Herstellung der Kommensurabilit\u00e4t, platt gesagt, zwischen \u00e4pfeln und Birnen, nicht aber die menschliche Arbeit, soweit sich diese in als Gebrauchswerte produzierten Arbeitsprodukten realisiert. Wenn deren Kommensurabilit\u00e4t f\u00fcr D.W. aber bereits mit dem Vorhandensein einer Austauschbeziehung zwischen zwei Waren a priori gegeben sein soll, er\u00fcbrigt sich sowohl die einfache Wertform (\u201e20 Ellen Leinwand sind 1 Rock wert\u201d), als auch die \u00e4quivalentform, worin <strong>\u00bbdie Naturalform der Ware B zur Wertform der Ware A oder der K\u00f6rper der Ware B zum Wertspiegel der Ware A\u00ab<\/strong> geworden ist ([MEW] 23,67).<\/p>\n<p>Allein die Tatsache, da\u00df im Ersten Kapitel [von KAP I] der Gwert der Ware B darauf reduziert wird, ausschlie\u00dflich als <strong>\u00bbWertspiegel der Ware A\u00ab<\/strong> herzuhalten, dr\u00fcckt die ganze Absurdit\u00e4t dieser Beziehung aus, an die D.W.s logische Spitzfindigkeiten nicht heranreichen. Das einzige, worin diese ihm weiterhelfen, ist, da\u00df er nun im Besitz eines Geltungsbegriffs ist, auf dem sich eine \u201amonet\u00e4re\u2019 in Konkurrenz zu H.R[eichelt].s \u201apr\u00e4monet\u00e4rer Werttheorie\u2019 aufbauen l\u00e4\u00dft. Wenn der Gwert der Ware B, <span style=\"text-decoration: underline;\">nachdem<\/span> [bei D.W.] die umweglose Gleichsetzung der Waren als <strong>\u00bbArbeitsprodukte\u00ab<\/strong>vollzogen ist (denn nichts anderes bedeutet die Formel: <strong>\u00bb<em>\u00fcber die Gleichsetzung der Waren als Werte hinaus<\/em>\u00ab<\/strong>!), angeblich <strong>\u00bbals Wert der ersten Ware <em>gilt<\/em>\u00ab<\/strong>,dann ist der Erkl\u00e4rungswert von D.W.s logischer Spitzfindigkeit, selbiger Gwert (der Ware B) sei = dem Wert der Ware A, weil er <strong>\u00bbals <span style=\"text-decoration: underline;\">das<\/span>, was er <em><span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> selbst<\/em> <span style=\"text-decoration: underline;\">ist<\/span>, ..<em>.<span style=\"text-decoration: underline;\">gilt<\/span><\/em>\u00ab<\/strong>, erstens ein schlechtes Imitat der \u00e4quivalentform (s.o.) + = 0; zweitens l\u00e4\u00dft sich damit m\u00fchelos die Marxsche Werttheorie in eine Geldwerttheorie transformieren, die fast so aussieht wie das Original.<\/p>\n<p>Dazu liefert die folgende Nominaldefinition den entscheidenden \u00fcbergang:<strong>\u00bb<em>Die Austauschbeziehung ist <\/em><\/strong>[wie ununterbrochen behauptet wurde] <strong><em>eine Gleichheitsbeziehung<\/em> <em>und<\/em><\/strong> [nun mit Hilfe des neuen Geltungsbegriffs] <strong><em>eine Repr\u00e4sentationsbeziehung <\/em>(<em>Geltungsbeziehung<\/em>),<em> wobei die letztere<\/em><\/strong><em> <\/em>[d.h. die Geltungsbeziehung] <strong><em>auf Basis der ersteren<\/em><\/strong>[der Gleichheitsbeziehung] <strong><em>daf\u00fcr verantwortlich ist<\/em>,<\/strong><em> <strong>da\u00df es<\/strong> <strong>eine vom Wert verschiedene Erscheinungsform <\/strong><\/em><strong>(<em>Tauschwert<\/em>, <em>einfache Wertform<\/em>)<em> gibt<\/em>, <em>welche zugleich<\/em> <em>auf rationale Weise das Gebrauchswert und Wert zusammenfassende Dritte bzw. die vermittelnde Mitte ist<\/em>.\u00ab <\/strong>Wie sich unschwer erraten l\u00e4\u00dft, ist diese <strong>\u00bb<em>vermittelnde Mitte<\/em>\u00ab<\/strong> das Geld. Und deshalb verwundert es nicht, da\u00df D.W. auf Seite 17 flugs <strong>\u00bbzum leichteren Verst\u00e4ndnis &#8230; die Geldform unterstellt\u00ab<\/strong>. Um das Geld <strong>\u00bbauf rationale Weise\u00ab<\/strong> zum Mittelpunkt seiner Werttheorie zu machen, m\u00fcssen jener all die Irrationalit\u00e4ten, mit denen Marx den Hegelschen Mystizismus auf die Spitze treibt, wie zu weiland Gottscheds Zeiten der Narr aus dem deutschen Trauerspiel, ausgetrieben werden und dem b\u00fcrgerlichen \u00f6konomen-Bierernst weichen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die von ihm lautstark beklagte <strong>\u00bbmystisch irrationale Vermischung von Gebrauchswert und Wert\u00ab<\/strong> hat D.W. durch seine Erkl\u00e4rungsversuche dieses Widerspruchs mit Hilfe von logischen Spitzfindigkeiten selbst gen\u00fcgend Z\u00fcndstoff geliefert, um sich \u00fcber den Splitter im Auge anderer noch beklagen zu d\u00fcrfen. Wieweit D.W. diese <strong>\u00bbmystisch irrationale Vermischung\u00ab<\/strong> bis an die Grenzen der menschlichen Verstandesm\u00f6glichkeiten vorantreibt, zeigt seine eigene Entwicklung der allgemeinen Geldform (Seite 17-18). Diese beruht, wie schon die Wertform auf Tautologien und leeren Satzfloskeln.<\/p>\n<p><strong>\u00bbBeim wirklichen, d.h. rationalen und rational erkl\u00e4rbaren <em>dialektischen Widerspruch<\/em> sind die Hinsichten, in denen die Ware jeweils Gebrauchswert und Wert ist, so voneinander <em>verschieden<\/em> wie gesellschaftlich Allgemeines vom stofflich Einzelnen bzw. vom konkret n\u00fctzlichen Ding mit konkret n\u00fctzlichen Eigenschaften. Es ist die gesellschaftliche Austauschbeziehung, die vom Gebrauchswert und Wert <em>verschieden<\/em> ist, durch die beide in einen Widerspruch geraten. Die <em>verschiedenen Hinsichten <\/em>m\u00fcssen sich in <em>ein und derselben aus der Austauschbeziehung bestehenden Hinsicht, als gesellschaftlich Allgemeines und zugleich als einzelnes konkret n\u00fctzliches Ding<\/em> realisieren. Jede Ware, einzeln in Gestalt des Gebrauchswerts auftretend, ist als Wert ein gesellschaftlich Allgemeines. Bei jeder Ware ist ihr Wert an ihre Existenz als einzelner bestimmter Gebrauchswert gebunden, so da\u00df jede Ware jede andere davon ausschlie\u00dft, ein gesellschaftlich Allgemeines zu sein, solange die Austauschbeziehung nicht realisiert wird.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Der Gebrauchswert wird durch das <strong>\u00bb<em>einzelne konkret n\u00fctzliche Ding<\/em>\u00ab<\/strong>,<strong> <\/strong>der Wert durch das <strong>\u00bb<em>gesellschaftlich Allgemeine<\/em>\u00ab<\/strong> repr\u00e4sentiert, bzw. ersetzt. Der Widerspruch zwischen Gwert und Wert kehrt zur\u00fcck in die metaphysischen Urgr\u00fcnde der Hegelschen Logik als Widerspruch zwischen Allgemeinem und Einzelnem. Eine Satzfloskel (<strong>\u00bbHinsicht\u00ab<\/strong>) wird hier zum harten Kern der Neubestimmung des <strong>\u00bbrationalen und rational erkl\u00e4rbaren <em>dialektischen Widerspruch<\/em>(<em>s<\/em>)\u00ab<\/strong>. Den eigentlichen Widerspruch bilden nicht mehr Gwert und Wert, sondern dieser liegt zwischen diesem Gegensatzpaar einerseits und der gesellschaftlichen Austauschbeziehung als solcher andererseits, die als Widerspruch zwischen einzelnem und dem Allgemeinen und dargestellt wird. Dadurch geraten die Widerspr\u00fcche untereinander <em>in infinitum<\/em> in Widerspruch und verlieren durch diesen Regre\u00df in jeder <strong>\u00bbHinsicht\u00ab<\/strong> jegliche Bodenhaftung.<\/p>\n<p>Die Reise endet bei der Allgemeinen Wertform, nachdem D.W. die Wertformanalyse in Tr\u00fcmmern hinter sich zur\u00fcckgelassen hat. Die Geldform wird wiederum durch eine Tautologie erkl\u00e4rt: <strong>\u00bbIn der wirklichen gesellschaftlichen Beziehung der Waren zu einander gibt es<\/strong> [sic! F\u00e4llt dieses <strong>\u00bbes\u00ab<\/strong> vom Himmel?] <strong>ein gesellschaftliches Allgemeines, wenn von allen Waren eine Ware ausgeschlossen wird, die f\u00fcr alle Waren das ist, was sie kraft ihres Wertcharakters als gesellschaftlich Allgemeines sind. <\/strong>[Sch\u00f6ne Tautologie: die Sachen sind, was sie sind!] <strong>Die ausgeschlossene Ware mu\u00df f\u00fcr alle Wert sein<\/strong> [nach welcher Werttr\u00e4ger-Ethik <span style=\"text-decoration: underline;\">mu\u00df<\/span> sie das?]. <strong>Diese ist wie gezeigt damit gegeben, da\u00df alle Waren gemeinsam ihren Wert im Gebrauchswert der ausgeschlossenen Ware darstellen. Hiermit ist der dialektische Widerspruch gel\u00f6st, wobei die Hinsicht, in der die Waren Werte sind und die Hinsicht, in der sie Gebrauchswerte sind, klar voneinander getrennt sind.\u00ab<\/strong> Die <strong>\u00bbHinsichten\u00ab<\/strong> k\u00f6nnen aber die Frage nicht beantworten; warum die Warenwerte und die Gwerte \u00fcberhaupt voneinander getrennt sind, nachdem sie im Austauschproze\u00df als Widerspruch gar nicht vorkamen?<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend wird durch den Rekurs auf die logische Spitzfindigkeit auf Seite 16 die Wolfsche monet\u00e4re Werttheorie kreiert: <strong>\u00bbDas aus der unmittelbaren Austauschbarkeit bestehende gesellschaftlich Allgemeine, das die \u00e4quivalentware f\u00fcr alle Waren als Werte ist, kommt in der L\u00f6sung des Widerspruchs dadurch zustande, da\u00df sich der Wert aller Waren in ihrem Gebrauchswert darstellt, der dadurch nicht in mystisch irrationaler Weise Wert ist, sondern als Wert gilt.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p>Der Kern des Problems, an dem D.W. bereits im Ansatz scheitert, besteht in dem oben genannten kleinen Unterschied dazwischen, da\u00df nach Marx menschliche Arbeit Wert <span style=\"text-decoration: underline;\">schafft<\/span> aber nicht Wert <span style=\"text-decoration: underline;\">ist<\/span>. Damit sie Wert <span style=\"text-decoration: underline;\">ist<\/span>, mu\u00df sie auf abstrakt menschliche Arbeit <span style=\"text-decoration: underline;\">reduziert<\/span> werden, was die von Marx davon ausgehend losgelassenen Wertform-Phantasmagorien zur Folge hat, die D.W. komplett <strong>\u00bbrational\u00ab<\/strong> ausblendet. W\u00e4hrend Marx die Hegelsche Mystik ad absurdum f\u00fchrt, indem er ihre Unm\u00f6glichkeit an den Formen der b\u00fcrgerlichen \u00f6konomie vorf\u00fchrt, nimmt D.W. all diese sich verselbst\u00e4ndigen Formen f\u00fcr bare M\u00fcnze. Klassisches Beispiel: \u201adas gesellschaftliche Verh\u00e4ltnis von Sachen\u2018. Auf dem Mi\u00dfverst\u00e4ndnis dieser f\u00fcr bare M\u00fcnze genommenen <em>contradictio in adjecto<\/em> basiert im wesentlichen seine Sachentausch-Theorie, die er mit Hilfe von logischen Spitzfindigkeiten und leeren Tautologien zur Entfaltung bringt und dabei von Anfang an mit der Marxschen Werttheorie in Konflikt ger\u00e4t. Dieser Konflikt ist unvermeidlich. Etwas sichereren Boden unter den F\u00fc\u00dfen bekommt er erst, nachdem er den Sprung in die Geldtheorie vollzogen hat, allerdings nur unter Hinterlassung der Marxschen Werttheorie als Tr\u00fcmmerfeld. Hier serviert uns D.W. am Ende seine <strong>\u00bbrationale\u00ab<\/strong> Werttheorie, eine, in Analogie zur pr\u00e4monet\u00e4ren von H.R[eichelt]. [und] H.-G. B[ackhaus]., monet\u00e4re Werttheorie. Darin verfl\u00fcchtigt sich der Widerspruch zwischen Gwert und Wert zum klassischen Widerspruch der Hegelschen Logik zwischen dem Einzelnen und dem Allgemeinen. Das Allgemeine steht hier f\u00fcr die allgemeine Wertform, woraus bei Marx das Geld abgeleitet wird, das Einzelne f\u00fcr den Gebrauchswert der konkret n\u00fctzlichen Einzeldinge.<\/p>\n<p>Es ist letzten Endes nicht ersichtlich, worin sich der Wolfsche Revisionismus von den vielen anderen, die sich an den ersten Drei Kapiteln schon versucht haben, unterscheidet. Vielleicht nur in einem: er ist noch humorloser&#8230;<\/p>\n<p>[1] Gemeint sind <strong>Ulrich Knaudt an H.B<\/strong>. vom 18.06. und 25.07.2010.<\/p>\n<p>[2] <strong>Dieter Wolf: <em>Ende oder Wendepunkt der Geschichte<\/em>. Zur Einheit von Darstellung und Kritik bei Hegel und Marx.<\/strong><a href=\"http:\/\/www.dieterwolf.net\/\">www.dieterwolf.net<\/a><\/p>\n<p>[3] <strong>Karl Marx: <em>Das Kapital<\/em><\/strong>. Band I (MEW 23), 168: <strong>\u00bbDie selbst\u00e4ndigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warentausch und verschwinden im Endresultat der Bewegung. In der Zirkulation G \u2013 W \u2013 G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. Er geht best\u00e4ndig aus der einen Form in die andre \u00fcber, ohne sich in dieser Bewegung zu verlieren, und verwandelt sich so in ein automatisches Subjekt. Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Wert im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erh\u00e4lt man die Erkl\u00e4rungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem best\u00e4ndigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Gr\u00f6\u00dfe selbst ver\u00e4ndert, sich als Mehrwert von sich selbst als urspr\u00fcnglichem Wert abst\u00f6\u00dft, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualit\u00e4t erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>[4] <strong>Karl Marx: <em>Randglossen zu Adolf Wagners<\/em> \u201e<em>Lehrbuch der politischen \u00f6konomie<\/em>\u201d<\/strong> MEW 19 (355-383).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(13.08.2010)<\/p>\n<p>Betreff: Abendstund&#8216;<\/p>\n<p>Lieber H., f\u00fcr unsere heute abendliche Diskussion m\u00f6chte ich was Grunds\u00e4tzliches zu unserer weiteren Politik sagen, weil das in unseren umfassenden theoretischen Debatten verloren gehen k\u00f6nnte:<\/p>\n<p>1. [&#8230;] Generell ist es so, da\u00df je mehr ich mich in die Bauernfrage vertieft habe, desto weiter hat sich mein Verh\u00e4ltnis zu dem, was die Linke von fr\u00fcher + die heutige Linke heute ist, bzw. nicht mehr ist, <strong>\u201eentfremdet\u201d<\/strong>.<\/p>\n<p>2. Mein Verh\u00e4ltnis zu D.W[olf].: ich habe vor zig Jahren einen spontanen Einwurf gegen D.W.s Referat gemacht, weil ich von diesem Revi-Geschw\u00e4tz, das den Marx auf einen \u00f6konomistischen Wissenschaftler und wissenschaftlichen \u00f6konomisten reduziert, spontan die Nase voll hatte. Das Ergebnis sind zwei Aufs\u00e4tze von meiner Seite und eine Antwort von seiner Seite, die ich mich zu beantworten verpflichtet habe. [1] Das ist eigentlich zun\u00e4chst mal alles. Es geht mir also in erster Linie um Marx, und dessen gebrochenes Verh\u00e4ltnis zu Hegel und nicht umgekehrt. F\u00fcr letzteres betrachte ich mich als Nicht- Hegelianer auch gar nicht f\u00fcr kompetent. F\u00fcr das, worauf es mir ankommt, sind die fr\u00fchen Texte, die wir diskutieren, aber \u00e4u\u00dferst wichtig. [&#8230;] Fazit: mein \u201aHauptanliegen\u2018 besteht darin, u.a. auf der Grundlage meines letzten Briefes die ausstehende Antwort an D.W. endlich abzuschlie\u00dfen. Daf\u00fcr leistet mir unsere Diskussion wertvolle Hilfe.<\/p>\n<p>Bemerkung: In \u00a7 299 der Rechtsphilosophie [2] (MEW 1, 261 f.), wird das Geld (Anla\u00df: Steuererhebung) wie folgt von Hegel gekennzeichnet: <strong>\u00bbDas zu Leistende aber kann nur indem es auf Geld, als den existierenden allgemeinen Wert der Dinge und der Leistungen, reduziert wird, auf eine gerechte Weise &#8230; vermittelt werden.\u00ab<\/strong> W\u00e4re es allzu b\u00f6sartig zu sagen, da\u00df sich die Wolfsche Werttheorie letzten Endes in dieser Hegelschen Definition des Geldes ersch\u00f6pft?<\/p>\n<p>Tsch\u00fc\u00df Ulrich Knaudt<\/p>\n<p>[1] marx-gesellschaft.de\/Texte. <strong>Ulrich Knaudt: <em>Zwischen zwei Ein\u00e4ugigen kann nur der Blinde K\u00f6nig sein<\/em><\/strong>. (Fr\u00fchjahr 2005; Fr\u00fchjahr 2006).<\/p>\n<p><strong>Dieter Wolf: <em>Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t des Werts. <\/em>Makro\u00f6konomischer Ausblick auf den Zusammenhang von Warenzirkulation und Produktion. <\/strong><a href=\"http:\/\/www.dieterwolf.de\/\">www.dieterwolf.de<\/a><\/p>\n<p>[2] Zit. in: <strong>Karl Marx: <em>Zur Kritik des Hegelschen Staatsrechts<\/em><\/strong> MEW 1 (203-333).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>H.B. an Ulrich Knaudt <\/strong>(17.08.2010)<\/p>\n<p>Betreff: AW Abendstund&#8216;<\/p>\n<p>Lieber Ulrich,<\/p>\n<p>Zu 1.) [\u2026] Auch meinerseits hat mich bislang nichts mehr ersch\u00fcttert und zugleich nichts mehr <strong>\u201eentfremdet\u201d<\/strong> von <strong>\u201eLinken<\/strong>&#8220; \u00fcberhaupt als die seinerzeitigen Erkenntnisse (Ende der 70er Jahre) zum Thema Nationalismus bzw. Sozialchauvinismus\/-imperialismus <em>und<\/em> Sozialfaschismus in Hinblick auf die Gr\u00fcndung der Sowjetunion (Widerspruch zwischen Lenin und Stalin, soweit Lenin das Marxsche politisch-kommunistische Prinzip verfocht: <strong>\u201eDer Arbeiter hat kein Vaterland\u201d<\/strong> und <strong>\u201eein Volk, das andere unterdr\u00fcckt, kann nicht frei sein\u201d<\/strong>).<\/p>\n<p>Allein an diesen Kriterien wird auch klar, da\u00df die ganze Geschichte und Politik der 3. Internationale wie der KPD, der SED\/DDR, der ganzen K-Gruppen von diesen Ismen durchtrieben war&#8230;, wobei damals allerdings der unmittelbare Zusammenhang <strong>\u201eSowjets und Bauernfrage\u201d<\/strong> unterbelichtet blieb, auch in Verbindung mit China, was uns zwar bewu\u00dft war, jedoch nicht mehr mit der notwendig analytischen Gr\u00fcndlichkeit in Angriff genommen wurde \u2013 bis ich schlie\u00dflich \u00fcber Dich, lieber Ulrich, offenen Ohrs und mit offenen Armen, der Marxschen <strong>\u201e<\/strong><strong>commune rurale<\/strong><strong>\u201d<\/strong> wieder begegnet bin, um weiter, auf dem Boden der Marxschen Erkenntnisse, mit vergangenheitsbew\u00e4ltigenden Arbeiten zugleich zu zukunftstr\u00e4chtigen Gegenwartsanalysen, zu politischen Verhaltensperspektiven, zu konkreten Positionierungen zu gelangen. Gewisse Einsichten, seien sie noch so schmerzhaft, sind so notwendig so wie der damit verbundne Bruch mit Vergangnem, als Voraussetzung \u2013 ohne das Kind mit dem Bade auszusch\u00fctten, f\u00fcr einen Neuanfang, insbesondere in einer Zeit, in der die Realit\u00e4t des weltbeherrschenden Systems in seinen Wesensz\u00fcgen zur Erscheinung treibt und damit allerorts erkennbar Stimmen sich erheben zum Schrei nach Einhalt, Umkehr, Auswegen, Alternativen.<\/p>\n<p>Zu 2.) Es ist, denke ich, in der Tat nicht falsch, was Hegel zum <strong>\u00bbGeld\u00ab<\/strong> sagt: in seiner<strong>\u00bb<em>imagin\u00e4ren<\/em> \u201eorganischen Einheit\u201d\u00ab<\/strong>, aufgrund dessen, da\u00df in ihm <strong>\u00bbEin Geist ist, der das Allgemeine festsetzt\u00ab<\/strong>, er bzw. es <strong>\u00bbsich zu der \u00e4u\u00dferlichkeit des Daseins produziert\u00ab<\/strong>, er bzw. es sich sozusagen als <strong>\u00bb<em>der<\/em> Wert\u00ab<\/strong> \u00fcber seine <strong>\u00bbErscheinungsform\u00ab<\/strong> des <strong>\u00bbTauschwerts\u00ab<\/strong> vermittelt (<strong>\u00bb&#8230;wenigstens deren 2 existiert\u00ab<\/strong> als <strong>\u00bbetwas ihnen Gemeinsames\u00ab<\/strong>, [MEW] Bd. 19, 358) in dies, das Geld, quasi \u201ainkarniert\u2018, quasi als eine Emanation des <strong>\u00bbabsoluten Geistes\u00ab<\/strong> = reine Mystik, nichts als <strong>\u00bbleere mystische Ausflucht\u00ab<\/strong> vor den <strong>\u00bbwirklichen Konflikten\u00ab<\/strong> ([<strong>Kritik des Hegelschen<\/strong>] St[aats]R[echts], [MEW 1] S. 261), dem <strong>\u00bbTieferen\u00ab<\/strong>, dem ihnen zugrundeliegenden <strong>\u00bbwesentlichen Widerspruch\u00ab<\/strong> ([ebenda,] S. 295, 296, <strong>\u00bbHegels Hauptfehler &#8230;\u00ab<\/strong>), und etwa nicht zugleich die <em>Realit\u00e4t<\/em> der Welt, die <em>Totalit\u00e4t<\/em> der Realit\u00e4t!? <strong>\u00bb&#8230;das <em>eine<\/em> Verm\u00f6gen\u00ab<\/strong>, das Arbeitsverm\u00f6gen, Produktivverm\u00f6gen des je einzelnen Subjekts, des Individuums oder das von Subjekteinheiten wie einzelner Unternehmen oder ganzer Nationen, Staaten, welches <strong>\u00bbals Geld erscheint\u00ab<\/strong> (S. 262), <em>in<\/em> welchem bzw. welchen verborgen, annihiliert jener <strong>\u00bbwirkliche\u00ab<\/strong>\u00a0 <strong>\u00bbwesentliche Widerspruch\u00ab<\/strong> (295\/296) <strong>\u00bbentgegengesetzter Wesen\u00ab<\/strong> (292) haust, <em>west<\/em>&#8230;, und der sich als <strong>\u00bbWiderspruch der Erscheinung\u00ab<\/strong> in dem Gegensatz \u2013 <strong>\u00bbJedes Extrem <em>ist<\/em> sein andres Extrem\u00ab<\/strong>\u2013 von <strong>\u00bbabstraktem Spiritualismus\u00ab<\/strong> (Idealismus) und <strong>\u00bbabstraktem Materialismus\u00ab<\/strong> als <strong>\u00bbungel\u00f6ste Antinomie\u00ab<\/strong> (204) an sich, <strong>\u00bbin sich\u00ab<\/strong> und <strong>\u00bbmit sich selbst\u00ab<\/strong> (295) manifestiert, <em>realisiert<\/em>, und <strong>\u00bbdieselbe phantastische Abstraktion\u00ab<\/strong>, derselbe <strong>\u00bbMystizismus\u00ab<\/strong>, dieselbe <strong>\u00bbmystische Substanz\u00ab<\/strong> im <strong>\u00bbreellen Subjekt\u00ab<\/strong> (S. 224) sowohl im <strong>\u00bbStaatsbewu\u00dftsein\u00ab<\/strong> (vgl. S. 263) wie in jedem <strong>\u00bbUnternehmens-\u00ab<\/strong> sowie auch in jedem Individual-Bewu\u00dftsein als <strong>\u00bbAllgemeines\u00ab<\/strong>, als allgemeines <em>Selbst-Wert<\/em>-Bewu\u00dftsein sich konstituierend, ihre Existenz bedingend, <strong>\u00bbwiederfindet\u00ab<\/strong> &#8230; Was also, wenn die <strong>\u00bbWolfsche Werttheorie letzten Endes &#8230; dieser Hegelschen Definition\u00ab<\/strong> entspricht und diese zugleich dem Hegelschen <strong>\u00bbEinen Geist\u00ab<\/strong>, dem menschlichen, endlichen, der ihm wie die Natur als Ausflu\u00df, als Selbstent\u00e4u\u00dferung des <strong>\u00bbabsoluten Geists\u00ab<\/strong> <em>gilt<\/em>\u2013 dieser das substantialistische <strong>\u00bbSubjekt\u00ab<\/strong> Hegels ist und dieses, also das \u201aObjekt\u2018 der Marxschen Kritik im Hegelschen StR, die <strong>\u00bbmystische Substanz\u00ab<\/strong> zugleich das ist, darstellt, was den Marxschen <strong>\u00bb<em>Wert<\/em>\u00ab<\/strong> im \u201aKapital\u2018 ausmacht, der in Form der <strong>\u00bbWare\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbzwieschl\u00e4chtig\u00ab<\/strong>, in <strong>\u00bbGebrauchswert und\u00ab<\/strong> <strong>\u201eWert\u201d\/\u201dTauschwert\u201d\u00ab<\/strong> gespalten, wodurch der Gebrauchswert tauschwert- und damit [als] <em>wert<\/em>bestimmt <em>erscheint<\/em>, als solcher wahrlich real <em>ist<\/em>, materialisiert, <em>ist<\/em>, formell, reell, und r\u00fcckbez\u00fcglich insbesondere ebenso die in sich gespaltene, entzweite <strong>\u00bbzwieschl\u00e4chtige Natur der in der Ware enthaltenen Arbeit\u00ab<\/strong> selbst als dem Ausgangspunkt, der Grundlage, dem <strong>\u00bbSpringpunkt\u00ab<\/strong> der ganzen Marxschen Explikation seiner <strong>\u00bbKritik der <em>politischen<\/em> \u00f6konomie\u00ab<\/strong>\u00a0 ([Das] Kap[ital I]., S. 56, 65, 75), gipfelnd im <strong>\u00bbWert\u00ab<\/strong> als sog. <strong>\u00bbAutomatischen Subjekt\u00ab<\/strong>, der in der Ent\u00e4u\u00dferung, im Anderssein seiner selbst zun\u00e4chst als Ware, dann sich verdoppelnd in Ware und Geld und schlie\u00dflich der Verwandlung beider in \u201aGebrauchswerte\u2018 des Kapitals, derjenigen Form des <strong>\u00bbWerts\u00ab<\/strong>, die in seiner \u201aAusdehnung\u2018, in der Verwertung und Vermehrung seiner selbst analog der Selbstent\u00e4u\u00dferung des <strong>\u00bbabsoluten Geist<\/strong>[es]<strong>\u00ab<\/strong> stets in seinem Anderssein bei sich bleibend zur\u00fcckkehrt zu sich selbst (Eflux\/Reflux). Wenn Marx die Kategorien seiner Analyse der Wertformen in ihrer Widerspr\u00fcchlichkeit zwischen Gebrauchswert und Wert, den Wertformen zugleich als die <strong>\u00bbobjektiven Gedankenformen\u00ab<\/strong> der Individuen, der Subjekte bzw. Subjekteinheiten bezeichnet, dann beweist sich dies schlicht am empirischen Blick auf deren Bewu\u00dftseinsgehalte, deren ebenso ganzen <strong>\u00bbZwieschl\u00e4chtigkeit\u00ab<\/strong> bestimmenden, konstituierenden Bewu\u00dftseinsinhalte \u2013 <strong>\u00bb&#8230; so ist also die Totalit\u00e4t der Welt \u00fcberhaupt dirimiert in sich selbst, &#8230; auf die Spitze getrieben &#8230; und erst total, wenn ihre Seiten Totalit\u00e4t sind &#8230;, denn riesenhaft ist der Zwiespalt, der ihre Einheit ist.\u00ab <\/strong>([MEW] EB 1, S. 215, 217), Folge der Verabsolutierung, der Affirmation, der Positivierung <em>und<\/em> Realisierung von Abstrakta (lies da weiter, zur Logik der Mystik, bis S. 235), u.a. Begriffe wie <strong>\u00bbArbeit\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbVolk\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbDemokratie\u00ab<\/strong> etc. pp., sind allesamt <strong>\u00bb<em>Schein<\/em> einer <em>wirklichen Identit\u00e4t<\/em>\u00ab <\/strong>(S. 297), die auf ihre abstrakte Identit\u00e4t <em>reduziert<\/em> als solche <em>realisiert<\/em> werden, Realit\u00e4t konsituierend sind und d. i. stets unter Abstraktion von ihrem zugrundeliegenden\u00a0 <strong>\u00bb<em>wesentlichen Widerspruch<\/em>\u00ab<\/strong> (StR, 296), der allen <strong>\u00bbAntinomien\u00ab<\/strong>, der Abstraktionen an sich, in sich und mit sich charakteristisch ist (s. <strong>\u00bbabstrakter Mat<\/strong>[<strong>erialismus<\/strong>]<strong>.\u00ab<\/strong>\/<strong>\u00bbabstrakter Spir<\/strong>[<strong>itualismus<\/strong>].<strong>\u00ab<\/strong>).<\/p>\n<p><em>Wie<\/em> sie <strong>\u00bbgel\u00f6st\u00ab<\/strong> werden, nach welcher Logik, einerseits plump <strong>\u00bbin echt theologischer Weise\u00ab<\/strong> oder in subtil <strong>\u00bbmystischer\u00ab<\/strong> Manier, ist sch\u00f6n nachzuvollziehen in <strong>\u00bbDie hl. Fam<\/strong>[<strong>ilie<\/strong>]<strong>\u00ab<\/strong> [MEW] Bd. 2 unter <strong>\u00bbKritische Randglosse Nr. II\u00ab<\/strong>, S. 35-37 und zum anderen in der ganz besonders dezidierten Hegelschen Weise unter <strong>\u00bb2. Das Geheimnis der spekulativen Konstruktion\u00ab<\/strong>, ebenda, S. 59-63; Du kannst f\u00fcr <strong>\u00bbdie Frucht\u00ab<\/strong> auch den monistischen <strong>\u00bbGott\u00ab<\/strong> oder das <strong>\u00bbmystisch Eine\u00ab<\/strong> setzen, ob Hegels <strong>\u00bbSubjekt\u00ab<\/strong> oder Spinozas <strong>\u00bbSubstanz\u00ab<\/strong> oder <strong>\u00bbg\u00f6ttlicher Urgrund\u00ab<\/strong> oder wie auch immer und <em>so<\/em> aber auch <strong>\u00bb<em>den<\/em> Wert\u00ab<\/strong>\u00a0 \u2013 allemal Verselbst\u00e4ndigungen von Abstraktionen, von Begriffen, von eigentlichen Pr\u00e4dikaten, Adjektiven, Attributen oder Verben zu Ideen, Begriffen (vgl. StR, S. 210 ff., 224f), der Verabsolutierung derselben zu <em>All<\/em>gemeinheiten, dadurch deren Verkehrung, deren Ontologisierung oder Naturalisierung zu Demiurgen dessen, was <em>ist<\/em>, als ihre Erscheinungen, Erscheinungsformen und alles, buchst\u00e4blich Alles <em>scheint<\/em> selbst-verst\u00e4ndlich, selbst-verst\u00e4ndig, gel\u00f6st, erl\u00f6st, vers\u00f6hnt &#8230;<\/p>\n<p>Wollt, lieber Ulrich, einfach mal kurz skizzieren, was es mit Dieters Analysen zur Analogie von <strong>\u00bbabsolutem Geist\u00ab<\/strong> und <strong>\u00bbWert\u00ab<\/strong> auf sich hat, diese an Verst\u00e4ndnis-, Erkenntnism\u00f6glichkeit der Realit\u00e4t in sich birgt \u2013 und \u00fcbrigens \u00fcber die \u00f6konomie hinaus in Bezug auf Wissenschaft generell \u2013, weswegen Marx wohl zu recht sagen konnte, da\u00df ihm die Hegelsche Logik\/Dialektik <strong>\u00bbgro\u00dfe Dienste leistete\u00ab<\/strong>.<\/p>\n<p>Allerdings, alle \u201aWerttheorie\u2018 zu dieser Analogie sowie alle \u201aWerttheoretiker\u2018 inkl. derer, die mit ihr nichts am Hut zu haben scheinen, ist eines, soweit mein Auge reicht, gemeinsam, gemeinsam mit aller b\u00fcrgerlichen National\u00f6konomie: sie gehen wie selbstverst\u00e4ndlich <strong>\u00bbvom Faktum des Privateigentums<\/strong> <strong>aus. Sie erkl\u00e4rt uns dasselbe nicht. Sie fa\u00dft den <em>materiellen<\/em> Proze\u00df des Privateigentums, den es durchmacht, in allgemeine, abstrakte Formeln, die ihr dann als <em>Gesetze<\/em> gelten. Sie <em>begreift<\/em> diese Gesetze nicht, d.h. sie zeigt nicht nach, wie sie aus dem Wesen des Privateigentums hervorgehn.\u00ab<\/strong>&#8220; (EB 1, S. 510 ff.), aus dessen <em>exklusiven<\/em> Wesen in Bezug auf das Verhalten, auf dieses <em>bestimmte Verh\u00e4ltnis<\/em> der Menschen zur Natur und damit, dadurch desselben zu seinesgleichen; da\u00df all den im Marxschen \u201aKapital\u2018 untersuchten Kategorien dieses ebenfalls vorausgesetzt ist, insofern es keinen <strong>\u00bbTausch\u00ab<\/strong>, keinen <strong>\u00bbAustausch\u00ab<\/strong> von Ware gibt, ohne da\u00df sich die tauschenden Subjekte in Bezug auf ihr Objekt, sei\u2018s irgendein Arbeitsprodukt Ware oder das Bet\u00e4tigen ihres eigenen Arbeitsverm\u00f6gens als Ware, als Privateigent\u00fcmer derselben sich zu gerieren, zu funktionieren haben, in Konkurrenz gegeneinander um ihrer je eignen Existenz willen&#8230;<\/p>\n<p>Ich brech\u2018 jetzt einfach ab \u2013 wieder Mal in aller K\u00fcrze, heut\u2018 Fr\u00fch ist die Nacht gleich um.<\/p>\n<p>Herzlichen Gru\u00df, H.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B.\u00a0<\/strong>(18.08.2010)<\/p>\n<p>Betreff: LOGIK &amp; DIALEKTIK<\/p>\n<p>Lieber H.<\/p>\n<p>zu aller erst hab vielen herzlichen Dank f\u00fcr Deinen langen Brief. [\u2026]<\/p>\n<p>Bevor ich auf Deinen Brief n\u00e4her eingehe, dies vorweg: ich werde den Teufel tun, Hegels Bestimmung des Geldes zu kritisieren, mit der er als dem <strong>\u00bbexistierenden Wert der Dinge und der Leistungen\u00ab<\/strong> die Marxsche Analyse bis <span style=\"text-decoration: underline;\">zu einem gewissen Grad<\/span> antizipiert. Was Marx aber unter dieser Voraussetzung veranstaltet, ist eine radikale Kritik der b\u00fcrgerlichen \u00f6konomen (von denen vermutlich auch Hegel sch\u00f6pft) und ihren Versuchen, das Geld zu erkl\u00e4ren. Die Frage, die ich am Ende meiner Mail vom 13. [08.] gestellt hatte, war nur die: ob sich die Wolfsche Werttheorie &#8230; in der Hegelschen Definition &#8230; <span style=\"text-decoration: underline;\">ersch\u00f6pft<\/span>, wobei mit der Frage bereits unterstellt ist, da\u00df sie nicht dar\u00fcber hinausgeht, d.h. hinter der Marxschen Kritik der politischen \u00f6konomie hinterherhinkt und damit das Umschlagen in eine neue Qualit\u00e4t verpa\u00dft, die dann unterschlagen werden mu\u00df. Und diese Kritik schlie\u00dft die Auseinandersetzung Marxens mit dem <strong>\u00bbideologischen Mystizismus der Hegelschen und \u00fcberhaupt spekulativen Philosophie\u00ab<\/strong> mit ein (<strong>K.M. an Danielson<\/strong> 07.10.1868), deren erste entscheidende Versuche er mit der Kritik des Staatsrechts vollzieht.<\/p>\n<p>[&#8230;] &#8230;ich hatte mir vorgestellt, wir w\u00fcrden uns detailliert mit meiner Kritik an D.W. (in meinem 2. Brief an Dich [vom 28.07.]) auseinandersetzen, nachdem du zuvor angedeutet hattest, da\u00df Du meinen Text ganz in Ordnung f\u00e4ndest, aber hier und da einiges anzumerken h\u00e4ttest: so etwa meine \u00fcbertreibungen hinsichtlich Humor, Paradoxien u. \u00e4. Das h\u00e4tte ich gern etwas genauer erfahren wollen.<\/p>\n<p>Was nun Deine kurze, aber inhaltlich kompakte Skizze betrifft, stehe ich vor folgendem Dilemma. Ich bewege mich mit Volldampf auf die 290er Seiten des <em>Staatsrechts<\/em> [1] zu, werde aber auf Deine Skizze fr\u00fchestens eingehen k\u00f6nnen, wenn ich dieses Ziel erreicht habe. Dann werde ich meine Notizen zu Colletti und Warnke wieder hervorkramen und meinerseits zu skizzieren versuchen, was ich daran auszusetzen habe, m\u00f6glichst in Auseinandersetzung mit Deinem Text.<\/p>\n<p>Es kommt noch ein weiteres \u201eDilemma\u201d (ein sehr produktives!) hinzu: seit der Entdeckung von gewissen starren Einseitigkeiten bei Lenin lese ich diesen mit anderen Augen, als ich ihn bis dato gelesen habe. Ich m\u00fc\u00dfte ihn eigentlich von A bis Z neu lesen. So \u00e4hnlich geht es mir, ausgel\u00f6st durch unsere Diskussion auch mit den Fr\u00fchschriften (abgesehen davon, da\u00df ich ohnehin nicht alles gelesen habe.)<\/p>\n<p>Zu Deiner Skizze werde ich daher nur punktuell Stellung nehmen. Da ist z.B. Dein Verweis auf die Wagner-<em>Randglossen <\/em>[2], von denen ausgehend Du am Anfang Deines theoretischen Abschnitts die Frage stellst, ob <strong>\u00bbdas Geld quasi \u201ainkarniert\u2019, quasi als eine Emanation des \u201eabsoluten Geistes\u201d &#8230; und etwa nicht zugleich die Realit\u00e4t der Welt, die Totalit\u00e4t der Realit\u00e4t!?\u00ab<\/strong> sei. Ich bin der Ansicht, da\u00df dieser Schlu\u00df vom Geld auf den Weltgeist mit Hilfe der Wagner-<em>Randglossen<\/em> nicht funktioniert. Bekanntlich entwickelt Marx die Geld-Theorie aus der Werttheorie (in nuce: aus der einfachen Wertform); zugleich hat er aber mit dem Fetisch-Kapitel jeden R\u00fcckweg von der Geldtheorie zur Werttheorie abgeschnitten. Deshalb mu\u00df D.W[olf]., um diese Blockade, die ihn an der Ableitung der Werttheorie durch seinen R\u00fcckschlu\u00df auf die Geldtheorie (2. Kapitel) hindert, r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, das Fetisch-Kapitel fein s\u00e4uberlich aus dem 1. Kapitel raustrennen. Den Rest kennst Du bereits.<\/p>\n<p>In den Wagner-<em>Randglossen<\/em> ist in erster Linie vom Wert, Tauschwert, Gebrauchswert die Rede, vom <strong>\u00bbHin- und Herr\u00e4sonieren<\/strong> [der b\u00fcrgerlichen \u00f6konomen Wagner und Konsorten] <strong>\u00fcber die Begriffe oder Worte \u201eGebrauchswert\u201d und \u201eWert\u201d\u00ab<\/strong> ([MEW] 19, 371), vom Geld aber erst zu guter Letzt. (<strong>\u00bbAuch vergi\u00dft Herr Wagner, da\u00df weder \u201dder Wert\u201d noch \u201dder Tauschwert\u201d bei mir Subjekte sind, sondern <em>die Ware<\/em>.\u00ab<\/strong> {358}) Und wenn schlie\u00dflich vom Geld die Rede ist, dann von der <strong>\u00bbGeldform\u00ab<\/strong>, die Marx aus der einfachen Wertform ableitet (und das folgende Zitat kann sich D.W. hinter den Spiegel stecken!): <strong>\u00bbAndrerseits hat der vir obscurus \u00fcbersehn, da\u00df schon in der Analyse der Ware bei mir nicht stehngeblieben wird, bei der Doppelweise, worin sie sich darstellt,<\/strong> <strong>sondern gleich weiter fortgegangen wird, da\u00df in diesem Doppelsein der Ware sich darstellt zwiefacher <em>Charakter<\/em> der <em>Arbeit<\/em>, deren Produkt sie ist<\/strong> [!]: <strong>der <em>n\u00fctzlichen<\/em> Arbeit, i. e. den konkreten Modi der Arbeiten, die Gebrauchswerte schaffen, und der abstrakten <em>Arbeit<\/em>, der <em>Arbeit als der Verausgabung der Arbeitskraft<\/em>, gleichg\u00fcltig in welcher \u201en\u00fctzlichen\u201d Weise sie verausgabt werde (worauf sp\u00e4ter die Darstellung des Produktionsprozesses beruht); da\u00df in der Entwicklung der <em>Wertform der Ware<\/em>, in letzter Instanz<\/strong> [!!!] <strong>ihrer Geldform, also des <em>Geldes<\/em>, der Wert einer Ware sich darstellt im <em>Gebrauchswert<\/em> der andern, d.h. der Naturalform der andern Ware; da\u00df der <em>Mehrwert<\/em> selbst abgeleitet wird aus einem \u201espezifischen\u201d und ihr exklusive zukommenden <em>Gebrauchswert<\/em> <em>der Arbeitskraft<\/em> etc. etc.\u00ab<\/strong>. (370) Um nur einen Gesichtspunkt hervorzuheben: Marx bleibt nicht einfach bei dem Widerspruch Wert-Gwert stehen, um aus diesen gegens\u00e4tzlichen reinen Begriffen seine Werttheorie abzuleiten, sondern geht sofort zu dem Doppelcharakter der Arbeit \u00fcber (<strong>\u00bbder <em>n\u00fctzlichen<\/em> Arbeit, i. e. den konkreten Modi der Arbeiten, die Gebrauchswerte schaffen, und der abstrakten <em>Arbeit<\/em>, der <em>Arbeit als der Verausgabung der Arbeitskraft<\/em>, gleichg\u00fcltig in welcher \u201en\u00fctzlichen\u201d Weise sie verausgabt <\/strong>werde&#8230;\u00ab), wobei die Geldform diejenige Wertform ist, worin <span style=\"text-decoration: underline;\">in letzter Instanz<\/span> sich der Wert der Ware darstellt. In D.W.s Vortrag geschieht dies aber in erster Instanz: \u201aich werde jetzt der Einfachheit halber zur Geldform \u00fcbergehen\u2018 oder so \u00e4hnlich&#8230; usw. Soviel zur Geeignetheit der Wagner-<em>Randglossen<\/em> f\u00fcr die Analogie Geld-Weltgeist, hinter der ich einen einfachen Kurzschlu\u00df vermute, der aber ausgehend von der <span style=\"text-decoration: underline;\">Marxschen<\/span> Analyse nicht m\u00f6glich w\u00e4re!<\/p>\n<p>Du fragst auf Seite 2 nach \u00fcberlegungen zu dem Stichwort: <strong>\u00bbExtreme\u00ab<\/strong>: <strong>\u00bbWas also, wenn die \u201eWolfsche Werttheorie letzten Endes &#8230;dieser Hegelschen Definition entspricht\u201d und diese zugleich dem Hegelschen \u201eEinen Geist\u201d, dem menschlichen, endlichen, der ihm wie die Natur als Ausflu\u00df, als Selbstent\u00e4u\u00dferung des \u201eabsoluten Geists\u201d <em>gilt<\/em>&#8230;\u00ab<\/strong> usw. Ehrlich gesagt, habe ich diese Frage nicht ganz verstanden. Willst Du eine Erkl\u00e4rung (von wem auch immer?) dazu, was die Wolfsche Werttheorie mit der Hegelschen Definition des Geldes zu tun oder dazu, was diese Definition mit der Marxschen Analyse gemein hat und was beide voneinander unterscheidet? Soviel ist sicher: Die Marxsche Analyse setzt zwar die Hegelsche Definition voraus; sie setzt sich aber zugleich kritisch \u00fcber ihre Beschr\u00e4nktheit hinweg. Damit wei\u00df man dann nur, da\u00df zwischen der Hegelschen Definition des Geldes und der Marxschen Analyse der Ware zwar philosophische \u201aStruktur\u00e4hnlichkeiten\u2018 bestehen, die vielleicht durch die Zur\u00fcckf\u00fchrung der Marxschen Kategorien auf Hegelsche hervortreten m\u00f6gen. Was aber habe ich damit bewiesen? Allenfalls <strong>\u00bbBewu\u00dftseinsinhalte\u00ab<\/strong>! (Seite 3 oben)<\/p>\n<p>Es geht aber Marx, wie gesagt im Zweiten Kapitel nicht um Bewu\u00dftseinsinhalte, sondern das von den Waren den Warentr\u00e4gern diktierte Verhalten, die in dieser Situation nichts weiter sind als Charaktermasken. Was diese Charaktermasken sich bei Ausf\u00fchrung ihres Jobs denken, ist v\u00f6llig zweitrangig, es geht nur darum, da\u00df sie ihre Funktion f\u00fcr das Zustandekommen des Austauschs der Waren erf\u00fcllen und solange alle m\u00f6glichen Waren zur allgemeinen Ware erkl\u00e4ren, bis sich <span style=\"text-decoration: underline;\">eine einzige<\/span> als <span style=\"text-decoration: underline;\">die<\/span> allgemeine Ware herauskristallisiert hat. Das ist (so auch bei Reichelt) kein Bewu\u00dftseinsakt, sondern das Ergebnis jahrelanger Gewohnheit, woraus wie aus einer <em>creatio ex nihilo<\/em> pl\u00f6tzlich eine bestimmte Ware als das Geld hervorgeht. Plingh! macht es wie beim Urknall. Und dazu erf\u00fcllen die Warentr\u00e4ger quasi automatisch wie Zombies, die sich auch ohne Bewu\u00dftsein durch die Welt bewegen k\u00f6nnen, ihre Rolle. Das lie\u00dfe sich nur dann als <strong>\u00bbBewu\u00dftseinsinhalte\u00ab<\/strong> bezeichnen, wenn wir die Bewu\u00dftseinsfunktionen ausschlie\u00dflich ins R\u00fcckenmark verlegen. Dann treten aber Gattungsprobleme auf. Jedenfalls trifft das ganz und gar nicht die luzide Ironie, mit der Marx den ganzen Vorgang analysiert und schon gar nicht auf die Frage der Verselbst\u00e4ndigung der Geldform im gesellschaftlichen Verkehr zu!<\/p>\n<p>Das Verfahren und das Beweisziel im <em>Staatsrecht<\/em> ist, soweit ich das bisher \u00fcberblicke, ein anderes: hier geht es Marx darum, unter Verwendung der Hegelschen Kategorien und des rationalen Kerns der Hegelschen Logik die Hegelsche Staatsauffassung in ihrer ganzen Doppeldeutigkeit einer radikalen Kritik zu unterziehen. Und zwar auf eine Weise, da\u00df er dieser nicht einfach eine g\u00e4ngige republikanische Bourgeoisauffassung als republikanische \u201aAlternative\u2018 entgegensetzt, sondern mit Hilfe seiner \u201aimmanent-revolution\u00e4ren Methode\u2018 haarklein \u00a7 f\u00fcr \u00a7 die politische R\u00fcckw\u00e4rtsgewandtheit der Hegelschen Staatsauffassung demonstriert, worin zwar die republikanische vorauszusetzen ist, ohne jedoch einen abstrakten Republikanismus zu predigen. (In diesem Zusammenhang w\u00e4re die <em>Einleitung zur Hegelschen Rechtsphilosophie<\/em> als Res\u00fcmee aus diesen Exzerpten zu lesen, ebenso wie die <em>Kritischen Randglossen zu dem Artikel eines Preu\u00dfen<\/em>. [3]) Im Kern geht es in allen genannten Texten um die Trennung der menschlichen Gemeinschaft vom Gemeinwesen, die Marx in den <em>Kritischen Randglossen <\/em>zuspitzt auf die Trennung des proletarischem Gemeinwesens vom politischen Staat, wie er in Ruges Bourgeois-Republikanismus vertreten wird, <strong>\u00bbvon welchem der Arbeiter <em>isoliert<\/em> ist\u00ab<\/strong> und an dessen Stelle <strong>\u00bbein Gemeinwesen von ganz anderer Realit\u00e4t und ganz andrem Umfang als das <em>politische<\/em> Gemeinwesen\u00ab zu setzen w\u00e4re\u00ab <\/strong>(MEW 1, 407,408). Die Identit\u00e4t der St\u00e4nde des Mittelalters im Widerspruch des Allgemeinen und Besonderen sucht Marx nicht mehr, wie die Historische Rechtsschule (vergeblich) im Mittelalter, sondern in der Aufhebung der modernsten Form dieser Trennung zwischen dem politischen Staat und dem Gemeinwesen des Proletariats.<\/p>\n<p>Wenn Marx nach Seite 4 oben Deiner Skizze gesagt hat, da\u00df ihm die Hegelsche Dialektik gro\u00dfe Dienste leistet, sollten wir dann nicht auch zu dieser, damit sie diesen Dienst weiterhin verrichtet, ein m\u00f6glichst rationales Verh\u00e4ltnis entwickeln und vermeiden, in Hegelianismus zu verfallen? So wie ich die Sache sehe, sind wir dabei noch nicht sehr weit gekommen. Von der Marxschen Methode lernen mit dem Hegelianismus umzugehen, l\u00e4\u00dft sich nur, wenn wir sein Verfahren, wie das im einzelnen geschieht, durchschauen. Da aber Form und Inhalt einander st\u00e4ndig durchkreuzen, w\u00e4re es aber das Letzte, wie von Gro\u00dftheoretikern in der Vergangenheit vorgeschlagen, daraus so eine Art Baukastensystem zusammenzustellen mit Gebrauchsanweisungen, die auf kleinen Zetteln an die Gegenst\u00e4nde geheftet werden. <em>Pantharai<\/em>! Alles ist im Flu\u00df; ein Flu\u00df, der auch all die sch\u00f6nen Zettel mit samt Bauk\u00e4sten mit sich fortrei\u00dft. Soweit erste \u00fcberlegungen zu Deiner Skizze.<\/p>\n<p>Als Anhang schicke ich Dir einen interessanten Reisebericht eines vielleicht auch Dir nicht ganz unbekannten \u201akommunistischen\u2018 Professors aus Italien. [4] Was er da zu China zum besten gibt, ist schon recht bemerkenswert. Sobald dieser Typus eines \u201aKommunisten\u2018 die Witterung eines neuen staatsmonopolkapitalistischen Sozialismus aufgenommen hat, sind all die Schw\u00fcre der Linken aus der Vergangenheit auf den Schutz der Umwelt, den Groschen f\u00fcr das Teewasser der Arbeiter, den Tierschutz und den Schutz der Landwirtschaft vor der b\u00f6sen Gentechnik vergessen und vergeben! M\u00f6gen auch in dem neu entdeckten sozialistischen Nirwana die Gef\u00e4ngnisse und die Todeslager \u00fcberquellen: endlich l\u00e4\u00dft sich doch wieder was Handfestes f\u00fcr die Zukunft der Menschheit tun&#8230;!<\/p>\n<p>Der italienische Professor hat, wof\u00fcr ihm nicht genug gedankt werden kann, mit sicherem Instinkt ein neues Kapitel in der Auseinandersetzung \u00fcber die Frage aufgeschlagen, ob wir prim\u00e4r davon auszugehen haben, da\u00df das Kapital die <span style=\"text-decoration: underline;\">Menschheit<\/span> vernichtet oder da\u00df die Menschheit bereits im <span style=\"text-decoration: underline;\">Proletariat<\/span> vernichtet ist oder von beidem gleicherma\u00dfen (wozu eine Menge Dialektik erforderlich w\u00e4re, die uns aber vor der politischen Entscheidung in dieser Frage nicht befreit. Davon h\u00e4ngt z.B. ab, ob die Besch\u00e4ftigung mit der <strong>\u00bbcommune rurale\u00ab<\/strong> [5] zu einer rein akademischen Angelegenheit wird, oder den Springpunkt bildet daf\u00fcr, welche Konsequenzen sich aus der Beantwortung der zweiten Frage ergeben?). Er hat im Klartext formuliert, was die Linke wegen ihrer sozialdemokratischen Beflaggung bisher nur selten offen auszusprechen wagte (oder h\u00f6chstens ihre Stasi-Abteilung von der jW). Das ist jetzt nicht mehr so einfach m\u00f6glich. Sie mu\u00df sich entscheiden!<\/p>\n<p>Nach dem Untergang der SU hatte sich die Linke wie ein Ertrinkender an ihre Globalisierungstheorien geklammert und in ihrer Verzweiflung die Konfrontation des Kapitals mit der <span style=\"text-decoration: underline;\">Menschheit<\/span> in den Vordergrund gestellt (das ganze nannte sich bekanntlich Anti-Globalisierungsbewegung und ist bereits offizielle Regierungspolitik). Diese Festlegung war schon immer eine Ausflucht vor der Konfrontation der Marxschen Parteig\u00e4nger (ich w\u00fcrde eigentlich lieber sagen: Kommunisten, wenn diese Bezeichnung nicht so in den Dreck getreten w\u00e4re!) mit den Schandtaten der Pseudokommunisten gegen das Proletariat (ver\u00fcbt von der eigenen Regierung, die sich an die Stelle einer Regierung der Produzenten gesetzt hatte). Der bescheidene Widerstand der <em>partei Marx<\/em> entsprach dieser Aufgabe nur minimal und ordnete sich ein in das bekannte deutsche Sektenwesen.<\/p>\n<p>Mit der Wiederentdeckung Chinas in einer Rolle, die einst die Stalinsche Sowjetunion verrichtete, mu\u00df die Linke sich entscheiden und wird, wenn sie konsequent ist, die Globalisierungsphrasen und den kleinb\u00fcrgerlichen Antikapitalismus auf den M\u00fcll werfen und sich wieder ganz ihrem urspr\u00fcnglichen sozialfaschistischen Gesch\u00e4ft zuwenden, das sie die ganze Zeit ohnehin schon auf Sparflamme betrieben hat. Dieses hat nun wieder eine feste Postanschrift. Wenn Du diese mit \u201aSozialfaschismus\u2018 bezeichnest, wird das wohl stimmen. Ich jedenfalls stimmte mit Dir darin voll \u00fcberein.<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>[1] <strong>Karl Marx: <em>Zur Kritik des Hegelschen Staatsrechts<\/em><\/strong> MEW 1 (203-333).<\/p>\n<p>[2] <strong>Karl Marx: <em>Randglossen zu Adolf Wagners<\/em> \u201e<em>Lehrbuch der politischen \u00f6konomie<\/em>\u201d<\/strong> MEW 19 (355-383).<\/p>\n<p>[3] <strong>Karl Marx: <em>Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie<\/em>. Einleitung<\/strong> MEW 1 (378-391); ders.: <strong><em>Kritischen Randglossen zu dem Artikel \u201eDer K\u00f6nig von Preu\u00dfen und die Sozialreform. Von einem Preu\u00dfen\u201d <\/em><\/strong>MEW 1 (392-409). Vgl. <strong>REFLEXIONEN 1<\/strong>.<\/p>\n<p>[4] junge Welt 14.\/16.08.2010 <strong>Domenico Losurdo: <em>Zwei Z\u00fcge, ein Ziel<\/em>. Eine aufschlu\u00dfreiche Reise nach China. Bemerkungen eines Philosophen.<\/p>\n<p><\/strong>[5] Vgl. <strong>DEBATTE 3 und DEBATTE 4.<\/strong><br \/>\n<strong><\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>H.B. an Ulrich Knaudt <\/strong>(21.08.2010)<\/p>\n<p>Betreff: AW: LOGIK &amp; DIALEKTIK<\/p>\n<p>Bin durch.<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Da mein Schwerpunkt (noch) auf der Auseinandersetzung mit D. W[olf]. liegt, d.i. in seiner wie ich meine abstrakten Borniertheit Hegels (Marx\u2018 Kritik), war mir im Moment noch hilfreicher, mich \u2012 umgekehrt \u2012 nochmal vor allem D.\u2018s Kritik an an Dir (u.a.), die ich ja im wesentlichen <strong>\u00bbganz in Ordnung\u00ab<\/strong> finde, [&#8230;] zu widmen, um dessen Logik, d. i. der Hegelschen an <em>seinem<\/em> Verst\u00e4ndnis der Marxschen <em>kritischen<\/em> Begriffe der pol[itischen \u00f6k[onomie], herauszuextrahieren, in der Konsequenz \u2012 weshalb ich, die Ironie auf die Spitze getrieben, zugleich aber auf den Punkt gebracht, [&#8230;] mal \u00e4u\u00dferte, da\u00df es herauszuarbeiten gelte, was D.W. mit Joseph Ratzinger \/ Hegel gemein ist. Will sagen, ich bin noch zu sehr bei Dieter \u2012 mit Dir \u2012 und noch nicht ganz bei Dir, da, wie Du selbst sagst, noch nicht durch die 290 ff. bist; [1] f\u00fcr mich die Crux \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Mi\u00dfversteh\u2018 das bitte nicht als \u00fcberheblichkeit. Ich selbst hab mich immer, unentwegt auf den Pr\u00fcfstein dieser Passagen gestellt und tu dies nach wie vor. Um die Quintessenz kurz vorwegzunehmen: Der ganze Widerspruch <em>im<\/em> Kapital, in D.\u2018s Verst\u00e4ndnis von G[ebrauchs]W[ert] und Wert bewegt sich <em>innerhalb<\/em>, auf dem <em>Boden<\/em> der <strong>\u00bbDialektik\u00ab<\/strong> der <strong>\u00bbExtreme\u00ab<\/strong> des <strong>\u00bbabstrakten Materialismus\u00ab<\/strong> \/ <strong>\u00bbabstrakten Spiritualismus\u00ab<\/strong> (Idealismus)!!! (s. S. 293), was hei\u00dft, da\u00df die ganzen kritischen Begriffe [in] Marx\u2018s [Kritik der] pol[itischen]. \u00f6k[onomie]. in Bezug auf ihre Gegenst\u00e4nde sowie diese selbst aufzuheben, wir sie an sich, d.i. an uns abzuarbeiten haben, um sie zu \u00fcberwinden, abzuschaffen und das scheint mir haben alle sog. \u201aWerttheoretiker\u2018 sowie alle \u201aKlassenk\u00e4mpfer\u2018 welche sich auf jenem Boden gegenseitig bedingen, nicht begriffen; und, in der Tat, der Ursprung liegt im Verst\u00e4ndnis der Einheit des Wi[derspruchs] von G[ebrauchs]W[]ert und Wert = die Ware = Subjekt \u2012 als die <em>eine<\/em> Seite der Totalit\u00e4t, der Realit\u00e4t, unsres Daseins in der Form realisierter Abstraktionen \/ Begriffe, unsrer <em>Existenz<\/em>, die sozusagen als zweite Natur zur ersten gewordne.<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Es ist auff\u00e4llig, da\u00df D. in seinem [Buch] \u201eDer dial[ektische]. W[iderspruch]. i[m]. K[apital].\u201d gerade diese Passage nicht expliziert und damit sich auf dem Boden des sog. \u201aDiamat\u2018 bewegt, der den Marxschen Wi[derspruch] auf S. 292, 295\/296 in der Einheit von GW und Wert, <em>in<\/em> der Ware selbst angesiedelt sein l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Der Clou, da\u00df er damit nicht ganz Unrecht, insofern Ware = Subjekt, wo sonst also wenn nicht <em>im<\/em>\u00a0 Subjekt sollte er \u00fcberhaupt existieren. Doch D.s ontische \u201aLogik\u2018 von \u201aallgemein menschlicher abstrakter Arbeit\u2018 bleibt mit ihr, seiner Verewigung in den Austausch zwischen Mensch und Natur \u201aschlechthin\u2018, \u201a\u00fcberhaupt\u2018, n\u00e4mlich <em>\u00fcber<\/em> sie, was dem Denken schlechthin eigen ist, insofern es \u201adie Abstraktion nicht aufgibt\u2018 (s. Kritik Marx an Hegel), der Hegelschen treu \u2012 was dessen pr\u00e4existenter \u201a<em>absoluter<\/em> Geist\u2018 = D.\u2018s \u201aimmer schon allgemein menschliche <em>abstrakte<\/em> Arbeit\u2018 \u201a bzw. v.v. = die Marxsche \u201aSubstanz des Werts\u2018, sich ent\u00e4u\u00dfernd, wirksam, wirklich werdend (Hegels \u201aWerden\u2018) seiner selbst stufenweis in der Erscheinungsform von zun\u00e4chst \u201awenigstens 2er Tauschwerte\u2018 \/ \u201aWare\u2018, Gebrauchsgegenst\u00e4nde der (be-\/verarbeiteten) Natur als Gebrauchswerte sich einverleibend, dann in Geld, dann in Kapital kulminierend, womit und worin Mensch Natur und sich selbst vollst\u00e4ndig \u201ami\u00dfbraucht\u2018, seiner \u201eeigentlichen\u201d W\u00fcrde, Dignit\u00e4t beraubt, zu deren <em>an sich<\/em> wechselnden Formen als \u201aGebrauchswert\u2018 sich degradiert, Ausdruck bei Marx findend in seinem \u201aWiderspruch zwischen Wesen und Existenz\u2018 des Menschen \u2012 als \u201aGemeinwesen\u2018\/\u2018Gattungswesen\u2018 der Natur, \u201aProduktivkraft\u2018 der Natur (objektiv) und seinen \u201aProduktionsverh\u00e4ltnissen\u2018, \u201aVerkehrsverh\u00e4ltnissen\u2018. Kein Tausch ohne Privatbesitz\/-Eigentum<\/p>\n<p>(-Produktion) an der Natur, am Arbeitsprodukt, wodurch zugleich der Andere seinesgleichen Mensch ausgeschlossen &#8230;<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Daher, s. Marx in Kritik an Wagner: <strong>\u00bbGebrauchswert &#8230; in <em>seinem<\/em> (<em>gemeinsamen<\/em>) <em>gemeinschaftlichen Charakter<\/em>\u00ab<\/strong> (= f\u00fcreinander!) versus\u00a0 <strong>\u00bb<em>Ware<\/em> &#8230; <em>Gebrauchswert f\u00fcr andere<\/em>, <em>gesellschaftlichen Gebrauchswert<\/em>\u00ab<\/strong> ([MEW] 19, S. 370).<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\"><em>Dieser<\/em> Widerspruch \/ Antagonismus (entsprechend = Pol \/ <em>Nicht<\/em>pol = wirklicher, wesentlich gegenseitig sich ausschlie\u00dfender [Kritik am Hegelschen] St[aats]R[echt], S. 292!), dessen Aufhebung beginnt (umgekehrt: <strong>\u00bbdie Aufhebung der Entfremdung geht den Weg der Entfremdung zur\u00fcck\u00ab<\/strong>, ([MEW] EB 1, S. 534\/535 = den der <strong>\u00bbMenschwerdung\u00ab<\/strong>) mit der bewu\u00dften Gestaltung der <strong>\u00bbgesellschaftlichen\u00ab<\/strong> tauschvermittelten, privateigent\u00fcmlichen Verh\u00e4ltnisse der Menschen zu einander in <strong>\u00bbgemeinschaftliche\u00ab<\/strong>, die tats\u00e4chlich, in der Tat, objektiv, seit Menschengedenken, Mensch eigent\u00fcmlich, ebenfalls \u201aimmer schon\u2018 existieren und sich <strong>\u00bbnaturw\u00fcchsig\u00ab<\/strong> entwickelten in der <strong>\u00bbTrennung\u00ab<\/strong> (nichts andres <em>erkl\u00e4rt<\/em> Marx, wie er selbst sagt) <em>des<\/em> Menschen von der Natur, von seinem Gemeinwesen, von seinesgleichen und von sich selbst (<strong>\u00bbSelbstentfremdung\u00ab<\/strong>).<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Die Aufhebung der Trennungen antizipiert, setzt ein Bewu\u00dftsein voraus, wie es Marx in <strong>\u00bbAusz\u00fcge aus Mills&#8230;\u00ab<\/strong> [2] oder am Beispiel <strong>\u00bbVerh\u00e4ltnis zum <em>Weib<\/em>\u00ab<\/strong> ([MEW] EB [1 I], S. 535 und 536) oder <strong>\u00bbDas <em>menschliche<\/em> Wesen der Natur ist erst da &#8230;\u00ab<\/strong> (ebenda, 537,538) oder zu <strong>\u00bbgemeinschaftliche Organe &#8230; \u00ab<\/strong> (S. 539 u.\/540) oder s. 540, 541, 542, 543, 540 oder zur <strong>\u00bbKreisbewegung &#8230;\/ Denke nicht, frage mich nicht&#8230;\/Abstraktion von &#8230; keinen Sinn..\/ Kommunismus (als) &#8230; Prinzip\u00ab<\/strong> oder in <strong>\u00bbD<\/strong>[<strong>eu<\/strong>]<strong>t<\/strong>[<strong>sche<\/strong>]<strong>. Ideol<\/strong>[<strong>ogie<\/strong>]<strong>.\u00ab<\/strong> s. [MEW 3, S.] 60-65\/65-70\/71 und lies dort S. 69, 1. Abs.: <strong>\u00bbDie Individuen, die nicht mehr &#8230;,\u00ab<\/strong> haben die Philosophen sich als Ideal unter dem Namen <strong>\u00bbder Mensch\u00ab<\/strong> vorgestellt (!), und den ganzen (lies: in Gegensatz zu uns !) von uns entwickelten entwickelten Proze\u00df als den Entwicklungsproze\u00df <strong>\u00bbdes Menschen\u00ab<\/strong> (lies: <strong>\u00bbder Arbeit\u00ab<\/strong>) gefa\u00dft, so da\u00df den bisherigen Individuen auf jeder geschichtlichen Stufe <strong>\u00bbder Mensch\u00ab<\/strong> untergeschoben und als die treibende Kraft der Geschichte dargestellt wurde.<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Der ganze Proze\u00df wurde so als Selbstentfremdungsproze\u00df <strong>\u00bbdes Menschen\u00ab<\/strong> gefa\u00dft, und dies kommt wesentlich daher, da\u00df das Durchschnittsindividuum der sp\u00e4teren Stufe immer der fr\u00fcheren und das sp\u00e4tere Bewu\u00dftsein den fr\u00fcheren Individuen unterschoben (!) wurde. Durch diese Umkehrung (!), die von vorneherein von den wirklichen Bedingungen abstrahiert (!), war es m\u00f6glich, die ganze Geschichte in einen Entwicklungsproze\u00df des Bewu\u00dftseins zu verwandeln.<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Das macht Hegel mit <strong>\u00bbGeist\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbabsolut\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbabstrakter Spiritualismus\u00ab<\/strong>; der \u201aDiamat\u2018 als <strong>\u00bbsein andres Extrem\u00ab<\/strong> mit <strong>\u00bbMaterie\u00ab<\/strong> (StR, S. 293, 2. Abs.: <strong>\u00bbAndererseits&#8230;\u00ab<\/strong>; und Dieter zusammen mit Hegel mit <strong>\u00bbabstrakter Arbeit\u00ab<\/strong>: einerseits <strong>\u00bbDas Gro\u00dfe an der Hegelschen \u201ePh\u00e4n.<\/strong>[<strong>nomenologie des Geistes<\/strong>]<strong>\u201d und ihrem Endresultate <\/strong><strong>\u2012<\/strong><strong> der Dialektik der Negativit\u00e4t <\/strong><strong>\u2012<\/strong><strong> ist einmal &#8230; als Resultat seiner <em>eigenen<\/em> Arbeit begreift\u00ab<\/strong>; andererseits: <strong>\u00bb&#8230;die abstrakt geistige&#8230;\u00ab<\/strong> ([MEW ]EB 1 S. 574 ff.).<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Und daran \u2012 insbesondere auf diesen Text von Marx\u2018 Kritik an Hegel geht Dieter so gut wie nirgends ein \u2012 ist seine Position noch weiter kritisch zu analysieren, geht es doch hier um das Wesen von Gegenst\u00e4ndlichkeit und um die Abstraktion von demselben qua Denken \u00fcberhaupt, um die Differenzierung von Bewu\u00dftsein in Bewu\u00dftsein und Selbstbewu\u00dftsein (s. letztes Mail als Selbst-\u2018Wert\u2018-Bewu\u00dftsein \u00e0 la Bewu\u00dftsein seiner selbst), <strong>\u00bbgeborgen\u00ab<\/strong> in <strong>\u00bbabs. Geist\u00ab<\/strong>\/<strong>\u00bbGott\u00ab<\/strong>, mal als <strong>\u00bbIdee\u00ab<\/strong><\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">(Platon), mal als <strong>\u00bbSubstanz\u00ab<\/strong> (Spinoza), mal als <strong>\u00bbSubjekt\u00ab<\/strong>\/<strong>\u00bbabs. Wissen\u00ab<\/strong> (Hegel) oder <strong>\u00bbUrgrund-\u00ab<\/strong> \/ <strong>\u00bbUrsprungs-\u00ab<\/strong> \/ <strong>\u00bbIdentit\u00e4ts-\u00ab<\/strong> Philosophie, wonach, wodurch alles was ist, ist, und alles, was erscheint, durch es\/ihn erscheint, ist &#8230;, ergo alles [in] einem Einen ist <em>und<\/em> auf ein solches Eines (Absolutum) <em>reduziert<\/em> ist \u2012 allemal abstrahiert von sich, Mensch, Natur, wirklicher Gegenst\u00e4ndlichkeit, in Marx\u2018 Kritik <strong>\u00bb<em>der<\/em> Wert\u00ab<\/strong> als der vollst\u00e4ndigen Umkehrung, Verkehrtheit, in seiner <strong>\u00bbSubstanz\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbder menschlichen abstrakten Arbeit\u00ab<\/strong> an sich, in sich selbst gespalten, in Zwiespalt, in Widerspruch mit sich selbst, der die Realit\u00e4t des Menschen ausmacht, die \u201aEinheit\u2018 der Menschen, der Menschheit als als Ganzer an sich, in sich und mit durch sich und die sich auf allen Ebenen und in allen Sph\u00e4ren der menschlichen Existenz, durch sie hindurch, reproduzieren, als <em>Antinomien<\/em> (vgl. St[aats]R[echt]), als solche wirksam und damit wirklich, real <em>sind<\/em>, ausweglos, aporetisch, eine Einheit in <strong>\u00bbIllusion\u00ab<\/strong>, der <strong>\u00bbIllusion\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbridicule\u00ab<\/strong> (ebenda), die, solange sie denkend, qua Abstraktion von sich, an sich, auf sich in Begriffslogik sich verewigen, statt sie <strong>\u00bbaufzugeben\u00ab<\/strong> zugunsten des ihnen tieferliegenden, ihnen gemeinsamen, uns alle subordinierenden <strong>\u00bbwesentlichen Widerspruchs\u00ab<\/strong> (StR, S. 292, 295\/296).<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Das ganze Quid pro quo der Vermengung, Vermischung von <strong>\u00bbAntinomie\u00ab<\/strong>, deren <em>abstrakter<\/em> L\u00f6sung und damit deren Verallgemeinerung = Scheinl\u00f6sung, mit dem Marxschen <strong>\u00bbwesentlichen Widerspruch\u00ab<\/strong>, solange dieser nicht wirklich, nicht richtig bestimmt ist, reproduziert Hegel, Hegels Logik der Mystik, und zwar ganz und gar <strong>\u00bbrational\u00ab<\/strong>, auf dem Boden von Abstraktion.<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Wie der <strong>\u00bbrationale Kern\u00ab<\/strong> derselben Bedeutung f\u00fcr die Marxschen Erkenntnisse hat, n\u00e4mlich positiv, n\u00e4mlich ohne ein tertium comparationis als Abstraktum, das ist herauszuarbeiten, was zugleich Hegel wirklich zu w\u00fcrdigen erm\u00f6glicht, und so \u00fcbrigens auch Dieters Arbeiten zur Analogie jener.<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Ich bin schon l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig, terminlich und brech\u2018 einfach wieder ab, ohne es noch mal durchzulesen.<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">Gru\u00df,<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">H.<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">\n<p>[1] Gemeint sind hier und im folgenden: <strong>Karl Marx: <em>Zur Kritik des Hegelschen Staatsrechts<\/em><\/strong> MEW 1 (203-333).<\/p>\n<p>[2] <strong>Karl Marx: [Ausz\u00fcge aus James Mills Buch \u201e\u00c8l\u00e9mens d\u2018\u00e9conomie politique]<\/strong> MEW EB I (445-463)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><em>Kommunit\u00e4res Arbeiten\u00a0<\/em><\/strong>(H.B.)<\/p>\n<p class=\"VorformatierterText\">(23.08.2010)<\/p>\n<p><strong>\u00bb<\/strong>&#8230;<strong>Gesetzt, wir h\u00e4tten als Menschen produziert:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jeder von uns h\u00e4tte in seiner Produktion sich selbst und den anderen <em>doppelt\u00a0 bejaht.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Ich h\u00e4tte<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. in meiner <em>Produktion<\/em> meine <em>Individualit\u00e4t<\/em>, ihre <em>Eigent\u00fcmlichkeit<\/em> vergegenst\u00e4ndlicht und daher <\/strong><\/p>\n<p><strong>sowohl w\u00e4hrend der T\u00e4tigkeit eine individuelle <em>Lebens\u00e4u\u00dferung<\/em> genossen, als im Anschauen des Gegenstandes die individuelle Freude, meine Pers\u00f6nlichkeit als <em>gegenst\u00e4ndliche<\/em>, <em>sinnlich anschaubare<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>und darum <em>\u00fcber allen Zweifel erhabene<\/em> Macht zu wissen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>2. In deinem Genu\u00df oder deinen Gebrauch meines Produkts h\u00e4tte ich <em>unmittelbar<\/em> den Genu\u00df, sowohl <\/strong><\/p>\n<p><strong>des Bewu\u00dftseins, in meiner Arbeit ein <em>menschliches<\/em> Bed\u00fcrfnis befriedigt, also das <em>menschliche <\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Wesen vergegenst\u00e4ndlicht und daher dem Bed\u00fcrfnis eines andren menschlichen Wesens seinen entsprechenden<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gegenstand verschafft zu haben, <\/strong><\/p>\n<p><strong>3. f\u00fcr dich der Mittler zwischen dir und der Gattung gewesen zu sein, also von dir selbst als eine <\/strong><\/p>\n<p><strong>Erg\u00e4nzung deines eignen Wesens und als ein notwendiger Teil deiner selbst gewu\u00dft und empfunden <\/strong><\/p>\n<p><strong>zu werden, also sowohl in deinem Denken wie in deiner Liebe mich best\u00e4tigt zu wissen, <\/strong><\/p>\n<p><strong>4. in meiner individuellen Lebens\u00e4u\u00dferung unmittelbar deine Lebens\u00e4u\u00dferung geschaffen zu haben,<\/strong><\/p>\n<p><strong>also in meiner individuellen T\u00e4tigkeit unmittelbar mein wahres Wesen, mein <em>menschliches,<\/em> mein<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Gemeinwesen best\u00e4tigt<\/em><\/strong><strong> und <em>verwirklicht<\/em> zu haben. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Unsere Produktionen w\u00e4ren ebenso viele Spiegel, woraus unser Wesen sich entgegenleuchtete.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dies Verh\u00e4ltnis wird dabei wechselseitig, von deiner Seite geschehe, was von meiner geschieht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Meine Arbeit w\u00e4re <em>freie Lebens\u00e4u\u00dferung<\/em>, daher <em>Genu\u00df<\/em> des Lebens.<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der Arbeit w\u00e4re daher die <em>Eigent\u00fcmlichkeit<\/em> meiner Individualit\u00e4t, weil mein <em>individuelles<\/em> Leben<\/strong><\/p>\n<p><strong>bejaht. Die Arbeit w\u00e4re also <em>wahres, t\u00e4tiges Eigentum\u2026<\/em>\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>([MEW] EB 1, S. 462,463)<\/p>\n<p><strong>\u00bb<\/strong><strong>\u2026 Unter der Voraussetzung des Privateigentums ist sie <em>Lebensent\u00e4u\u00dferung<\/em>, denn ich arbeite, <\/strong><\/p>\n<p><strong><em>um zu leben<\/em><\/strong><strong>, um mir ein <em>Mittel <\/em>des Lebens zu verschaffen. Mein Arbeiten <em>ist nicht<\/em> Leben.<\/strong><strong>\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>(ebenda)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B.<\/strong> (24.08.2010)<\/p>\n<p>Betreff: MARX-GESELLSCHAFT<\/p>\n<p>Lieber H., ich w\u00fcrde Dich bitten, zum n\u00e4chsten Mal auf der home page der <em>pM<\/em> <strong>DEBATTE 2 Marx und \u201eMarxismus\u201d in Deutschland &#8211; An die Marx-Gesellschaft<\/strong>, zu lesen, um dar\u00fcber \u201aau\u00dfer der Reihe\u2018 zu diskutieren. [\u2026]<\/p>\n<p>Die Partei Die Linke ist eine Staatsveranstaltung, nicht anders als die Neonazis eine Staatsveranstaltung sind! Beide treten f\u00fcr einen \u201aanderen Staat\u2018 in diesem Staat ein. Uns Kommunisten reicht schon dieser eine Moloch! Ob der Nazi-Staat oder der \u201amarxistische\u2018 Staat \u201aUnrechtsstaaten\u2018 sind oder nicht, ist nur von sekund\u00e4rer Bedeutung. Entscheidend ist vielmehr, da\u00df, wie die Geschichte (Bonapartismus) zeigt, die Bourgeoisie in Krisenzeiten immer wieder mit solchen Parallelstaaten lieb\u00e4ugelt (hinzuzuf\u00fcgen w\u00e4ren dem noch der Islamismus und die lateinamerikanische Mafia: mit beiden scheint Die Linke gute Kontakte zu haben) und im Extremfall vor\u00fcbergehend Parallelstaaten der sonst \u00fcblichen staatlichen Legalit\u00e4t vorzieht.\u00a0 Die einzigen, die den Staat abschaffen wollen, sind die Anarchisten und wir (wobei das eine der wenigen Gemeinsamkeiten mit ihnen ist).<\/p>\n<p>Es w\u00e4re also v\u00f6llig hirnrissig, mit \u201amarxistischen\u2018 Staatsanbetern theoretisch dar\u00fcber zu diskutieren, ob und wie nach Marx der Staat abzuschaffen und wie das theoretisch zu begr\u00fcnden sei, nachdem sie programmatisch kundgetan haben, da\u00df sie ihren alten Staat in neuer (vergr\u00f6\u00dferter) Gestalt zur\u00fcckhaben wollen. (Siehe Anhang meiner letzten Mail [1]). Auf der anderen Seite zeigt sich daran, da\u00df eine Diskussion \u00fcber die Marxsche Theorie unter Auslassung der Staatsfrage heute nicht mehr m\u00f6glich ist. Das demonstriert uns Die Linke Tag um Tag in ihrer Politik. (Organisierung der Plebs und des islamistischen Mobs gegen die alte Bourgeoisie, um sich im Staatsapparat breit zu machen.)<\/p>\n<p>Wenn sich die M[arx]-G[esellschaft] lediglich als Konkurrenzunternehmen von Leuten, die im Vergleich mit Der Linken \u201aauch etwas anzubieten haben\u2018, begreift, w\u00e4re sie ohne die von mir angedeutete Diskussion \u00fcber die Staatsfrage als Organisation in der Tat v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig. Dann sollte sie ihr sinnloses Unterfangen schleunigst aufgeben, sich aufl\u00f6sen und dieser Staats-Partei beitreten, um sich ihr zuk\u00fcnftig als staatlich gepr\u00fcfte \u201aMarxismus\u2018-Theoretiker zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Oder sie finge endlich an, \u00fcber die [&#8230;] Frage eines politischen Marx-Verst\u00e4ndnisses [&#8230;], das der heutigen Krise des Kapitals und derjenigen der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft entspricht, zu diskutieren. Eine Neue Marx-Lekt\u00fcre, die keine Legitimationsveranstaltung f\u00fcr Die Linke w\u00e4re, kann es nur unter diesen politischen Voraussetzungen geben. (Das richtet sich \u00fcbrigens auch an unseren gemeinsamen Freund D.W[olf].) Nur so kann verhindert werden, da\u00df die Marxsche Theorie noch einmal zur Legitimationswissenschaft eines runderneuerten Staats-Marxismus wird.<\/p>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p>Gru\u00df Ulli<\/p>\n<p>[1] Darin Hinweis auf Neues Deutschland 21.08.2010: <strong>J\u00f6rg Roesler, <em>Plan und Markt als organische Einheit<\/em>. Die sechziger Jahre: das wirtschaftshistorisch interessanteste Jahrzehnt der DDR<\/strong>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B.<\/strong> (29.10-31.10.2010)<\/p>\n<p>Bemerkungen zur: <strong>Marx-Herbstschule in Berlin zum III. Band des \u201eKapital\u201d<\/strong>[1]<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<p>Erster Tag <\/strong>(Freitag Abend)<\/p>\n<p><strong>Einf\u00fchrungsvortr\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p>1. Ingo St\u00fctzle: Einf\u00fchrung in KAP[ital] [Band] I-III. Kann man abhaken.<\/p>\n<p>Auf Fragen, was denn der Unterschied zwischen den Drei B\u00e4nden sei, kommt er nicht darauf: \u2212 gerade f\u00fcr die Newcomers w\u00e4re der Hinweis wichtig gewesen \u2212 da\u00df in KAP I der Proze\u00df der Entstehung des einzelnen Kapitals und darin der Widerspruch Lohnarbeit \u2013 Kapital, in KAP II der Zirkulationsproze\u00df der Kapitale, wobei der Zeitfaktor die entscheidende Rolle beim Umschlagen derselben spielt und der Produktionsproze\u00df ausgeklammert bleibt und in KAP III der Gesamtproze\u00df ausgehend von KAP I und KAP II behandelt werden usw.<\/p>\n<p>2. Rolf Hecker referiert aus seinem Spezialgebiet: Entstehung und Zustand der verschiedenen Manuskripte seit den 50er Jahren. (Du merkst, der Marx vor 1848 spielt keine Rolle).<\/p>\n<p>3. Fritz Fiehler referiert KAP III [Abschnitt] V im besonderen, wobei er in seiner A[rbeits]G[ruppe] auf die darin ge\u00e4u\u00dferte Kritik an Proudhon eingehen will.<\/p>\n<p>4. Da die AGs nach dem Grad des Vorbereitetseins und Gelesenhabens verteilt werden und nicht bekannt ist, wer welche AG leitet, hoffe ich nur, nicht bei Fritz Fiehler zu landen.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck lande ich bei Nadja [Rakowitz] und Thomas Gehrig.<\/p>\n<p>Die AG besteht aus lauter Altlinken, vielleicht 1\/3 sind j\u00fcngere Leute. Erstere haben alle ihren Marx gelesen, das aber ist meistens lange her. Auff\u00e4llig ist, da\u00df sie st\u00e4ndig mit irgendwelchen Beispielen aus dem aktuellen Wirtschaftsleben herumkommen, um mit deren Hilfe den Text zu interpretieren. Ich bestehe darauf, da\u00df wir versuchen sollten, uns eng am Marxschen Darstellungsproze\u00df zu orientieren, weil wir sonst die Kategorien, die hier zum Einsatz kommen, wie z.B. <strong>\u00bb&#8230;da\u00df hier Kapital als Kapital zur Ware geworden ist\u00ab <\/strong>([KAP III,] 420, 359), die den Gebrauchswert hat, Profit zu erzeugen usw., nicht wirklich in ihrer Bedeutung verstehen werden und schon gar nicht die sich daraus ergebenden Widerspr\u00fcche, Verselbst\u00e4ndigungen, Paradoxien. Noch besser w\u00e4re gewesen, einen problemorientierten Durchgang durch den Text mit Kr\u00e4tke und Heinrich als Ausgangspunkt zu starten. [2] Das aber ist nicht durchzusetzen (es fehlten wohl auch die Voraussetzungen daf\u00fcr).<\/p>\n<p>Gel\u00e4chter erregt mein Insistieren darauf, da\u00df das b\u00fcrgerliche Recht, das in den <strong>\u00bbjuristischen Formen, worin diese \u00f6konomischen transactions\u00ab<\/strong> (412, 352) zwischen dem monied capitalist, der 100 Pfund als Kapital investiert und dem funktionierenden (F. E[ngels]. \u00fcbertr\u00e4gt: <strong>\u00bbfungierenden\u00ab<\/strong>) Kapitalisten vorausgesetzt wird, <strong>\u00bbaus den Produktionsverh\u00e4ltnissen als nat\u00fcrliche Konsequenz entspringen\u00ab<\/strong>, aber als <strong>\u00bbblo\u00dfe Formen diesen Inhalt nicht bestimmen. Sie dr\u00fccken ihn nur aus\u00ab<\/strong> (413, 352). Und jetzt der entscheidende Satz, der, als ich ihn mit der Bemerkung zitiere, da\u00df Marx sich mit diesem Gerechtigkeitsbegriff nicht identifiziert habe, brausendes Gel\u00e4chter hervorruft: <strong>\u00bbDieser Inhalt ist <em>gerecht<\/em>, soweit <\/strong>[!]<strong> er der Produktionsweise ad\u00e4quat ist. Er ist <em>ungerecht<\/em>, sobald er derselben widerspricht\u00ab<\/strong> (z.B. Sklaverei, Betrug usw.). Gelacht wurde dar\u00fcber, da\u00df ich darauf bestand, da\u00df Marx mit diesem Gerechtigkeitsbegriff nur operiert, insofern dieser den b\u00fcrgerlichen, nicht aber seinen eigenen Vorstellungen von Gesellschaft entspricht.<\/p>\n<p>Zur Kl\u00e4rung dieses Problems mache ich sie auf die Seiten 451-452, 393, aufmerksam: <strong>\u00bb\u00fcber der gegens\u00e4tzlichen Form der beiden Teile, worin der Profit, also der <em>Mehrwert <\/em>zerf\u00e4llt, wird vergessen, da\u00df beide blo\u00df Teile des <em>Mehrwerts<\/em> sind und da\u00df seine Teilung nichts an seiner Natur, seinem Ursprung und seinen Existenzbedingungen \u00e4ndert. Im wirklichen Proze\u00df vertritt der funktionierende Kapitalist das Kapital als fremdes Eigentum gegen\u00fcber den Lohnarbeitern, und nimmt der monied Kapitalist, als vertreten durch den funktionierenden Kapitalisten an der Exploitation der Arbeiter teil.\u00ab<\/strong> Und dieser wirkliche Proze\u00df der Ausbeutung von Lohnarbeitern l\u00e4\u00dft sich ja wohl nicht an Kategorien wie Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit messen!?<\/p>\n<p>Ein Teilnehmer kommt dann (sie sind ja alle sehr belesen!) und auch zutreffend auf Marxens <em>Kritik am Gothaer Programm<\/em> zu sprechen. Diese Bezugnahme wiederum verhilft ihm aber nicht zu der Einsicht, da\u00df die Marxsche Position zur b\u00fcrgerlichen Gesellschaft in der <em>Kritik am Gothaer Programm<\/em> sich von der in KAP III zitierten um keinen Deut unterscheidet. (Der Verweis sollte eher demonstrieren, auf welch altmodischen Ansichten mein Einwand beruht.) Ein anderer kommt auf die tolle Idee, da\u00df der funktionierende Kapitalist, da er das zinstragende Kapital + Zins zur\u00fcckzuzahlen mu\u00df, letzteren den Arbeitern durch Erh\u00f6hung des Mehrwerts zus\u00e4tzlich abknapsen w\u00fcrde. Das geht auch Nadja [Rakowitz] und Thomas Gehrig zu weit. Ein wundersch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr die tiefe Verwurzeltheit des \u00f6konomismus bei dieser Linken, die nicht \u00fcber die b\u00fcrgerliche Vorstellung des \u201aLohnraubs\u2018 hinauskommt: \u201adas geht doch nicht mit rechten Dingen zu!\u2018 Sie begreift nicht, da\u00df unter der Voraussetzung des b\u00fcrgerlichen Rechts es im Verh\u00e4ltnis zwischen Lohnarbeiter und Kapitalisten durchaus \u201amit rechten Dingen zugeht\u2018; den Unterschied zwischen dem Recht, das man de lege hat und dem Recht, das man tats\u00e4chlich bekommt, eingeschlossen.<\/p>\n<p>Daran siehst Du schon, wie schizophren diese Kerle sind: sie kennen sich im KAP prima aus, wollen es auch noch besser verstehen lernen, und verstehen es aber dann doch nur im Sinne des b\u00fcrgerlichen Rechts. Ich habe ihnen die oben zit[ierte]. Stelle um die Ohren gehauen und empfohlen, sich die Sache bis morgen noch mal zu \u00fcberlegen. \u2013 Soweit diese subjektive Impression aus meiner AG am Freitag Abend. Unseren Disput \u00fcber die Interpretation von <strong>\u00bberscheint\u00ab <\/strong>als \u201azur Erscheinung kommen\u2018 oder als \u201arealer Schein\u2018 haben wir bereits [&#8230;] abgehakt. [&#8230;]<\/p>\n<p><strong>Samstag Abend<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe meinen Text durchgesehen, aber noch keine Fortsetzung geschrieben. Das mache ich morgen. Gleich fahre ich zur Podiums-Diskussion mit Robert Kurz u.a. (das ist der ML-Zirkeltheoretiker mit der \u201aHausschweinisierung\u2018 der Arbeiterklasse \u2013 inzwischen auch Professor&#8230;) unter dem einladenden Motto: <strong>\u201e&#8230;hier bricht das Manuskript ab.\u201d Klasse und Krise: Wie geht es weiter?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zweiter und dritter Tag <\/strong>(Samstag Abend und Sonntag)<\/p>\n<p>Es w\u00fcrde wohl ein ganzer Roman daraus, wollte ich im bisherigen Stil fortfahren. Was ich vermitteln wollte, war so ein erster Eindruck von der Veranstaltung, soweit dies f\u00fcr uns relevant ist. An Stelle dessen, werde ich nun die ganze Sache von hinten aufrollen:<\/p>\n<p>1. Ausgehend von der Ansicht der <em>partei Marx<\/em> geh\u00f6rt die SED-Nachfolgerin zur Bourgeoisie und sollte daher nicht im Sinne einer b\u00fcrgerlichen Str\u00f6mung innerhalb der Linken \u201akritisiert\u2018 werden, so wie es ihre linken Kritiker f\u00fcr gew\u00f6hnlich tun, die, je linker sie verpackt sind, diese Partei lediglich als eine andere Variante der Sozialdemokratie einsch\u00e4tzen (d.h. als zweite b\u00fcrgerliche Arbeiterpartei). Die PDL ist keine b\u00fcrgerliche Arbeiterpartei, wie es die SPD bisher war, sondern eine revisionistische Partei. Revisionistisch im Sinne der Wiedergewinnung der alten DDR, so wie die Nazis die Revision der Nachkriegsregelungen \u00fcber Deutschland anstreben, um zum Hitlerschen Deutschen Reich zur\u00fcckzukehren. Zwecks Verbesserung ihrer Position im \u201awiedervereinigten\u2018 Deutschland bedient sich die Partei Die Linke aller m\u00f6glichen traditionellen linken Str\u00f6mungen, um \u00fcber diese auch in der Gesellschaft der alten BRD Fu\u00df zu fassen und mit deren Hilfe ihr politisches Projekt (den \u201aSozialismus des 21. Jahrhunderts\u2018) in Deutschland durchzusetzen.<\/p>\n<p>\u00e4hnliches hatte auch schon die SED in unseren revolution\u00e4ren 60er und 70er Jahren versucht, wenn es auch den Allerwenigsten bewu\u00dft war und flei\u00dfig verdr\u00e4ngt wurde; der Sozialismus hatte nur einen anderen Namen. Das Problem der ehemaligen westdeutschen Linken besteht folglich darin, da\u00df sie die SED-Nachfolgerin als eine b\u00fcrgerliche (\u201asozialdemokratische\u2018, \u201areformistische\u2018) Str\u00f6mung innerhalb der (fiktiven) gesamten \u201aLinken\u2018 versteht. Wollte man die Partei Die Linke ausgehend von einem ernstzunehmenden revolution\u00e4ren Anspruch kritisieren, w\u00e4re das so \u00e4hnlich, als wenn Marx und Engels zu Beginn der 50er Jahre mit jenen Str\u00f6mungen, die von der 48er Revolution \u00fcbrig geblieben waren und sich mit der mit dem Feudalismus paktierenden Bourgeoisie (ihrem \u201alinken\u2018 Fl\u00fcgel) vereinigt hatten, wie Mazzini, Kossuth, Herzen etc., gemeinsame Sache gemacht h\u00e4tten. (Marx weigerte sich z.B., zu einer Veranstaltung zu gehen, wo er mit Herzen h\u00e4tte zusammentreffen k\u00f6nnen. Die beiden Freunde [Marx und Engels] waren Anfang der 50er Jahre daher die einsamsten Gestalten innerhalb der Londoner Emigration.)<\/p>\n<p>Sich auf die Politik, wie sie die Linke gegen\u00fcber der PDL betreibt, einzulassen, w\u00e4re daher auch in unserem Fall ziemlich t\u00f6dlich. Die Neue Bourgeoisie befindet sich unter aller Kritik (siehe BLogbuch 1 2010), sie kann daher nicht, nur weil sie den \u201aMarxismus\u2018 \u201ahochh\u00e4lt\u2018, ernsthaft theoretisch kritisiert werden. Sie kann nur wie die alte Bourgeoisie politisch bek\u00e4mpft werden. Worin best\u00fcnde denn die gemeinsame Grundlage, auf der sie zu kritisieren w\u00e4re? Dagegen sollte \u2013 und das w\u00e4re eine Schlu\u00dffolgerung, die ich aus dem Wochenende ziehe \u2013 die mit der Neuen Bourgeoisie paktierende Neue Linke (also die Linke, die vom 02.06.1967 \u00fcbrig geblieben und nicht unter die Fittiche der Alten Bourgeoisie gekrochen ist) durchaus kritisiert werden, zumal dann, wenn sie sich der Marxschen Theorie im Interesse der Neuen Bourgeoisie und f\u00fcr deren politische Zwecke bedient.<\/p>\n<p>Grundlage einer solchen Kritik w\u00e4re das von der Neuen Linken vertretene Marx-Verst\u00e4ndnis, das, wie wir festgestellt haben, in der Regel mit dem unsrigen nicht \u00fcbereinstimmt. Aber selbst wenn es uns gel\u00e4nge, uns mit ihr \u00fcber ein gemeinsames Marx-Verst\u00e4ndnis auch nur punktuell (KAP) zu einigen, w\u00fcrde das noch l\u00e4ngst nicht bedeuten, da\u00df sie deshalb auch ihre politische Einsch\u00e4tzung der Neuen Bourgeoisie aufgeben, sondern trotz gro\u00dfer Bauchschmerzen weiterhin mit dieser paktieren w\u00fcrde. Da wir unsererseits \u00fcber so gut wie kein politisches Potential verf\u00fcgen (wozu bestenfalls die <em>pM<\/em> als eine nur virtuelle Partei geh\u00f6rt), k\u00f6nnen wir der Neuen Bourgeoisie bei ihrem Versuch, sich des Potentials der ehemaligen Neuen Linken zu bem\u00e4chtigen, wenn es hochkommt ein paar Kn\u00fcppel zwischen die Beine werfen. Dabei werden wir wahrscheinlich nicht verhindern k\u00f6nnen, da\u00df sie sich auch unseres Marx-Verst\u00e4ndnisses bedient, wenn es ihr in den Kram pa\u00dft, um uns dann mit einem \u201aDanke vielmals!\u2018 zu marginalisieren.<\/p>\n<p>2. Da wir bereits gestern Abend das Entscheidende gekl\u00e4rt haben, kann ich mich kurz bzw. unser Gespr\u00e4ch noch einmal zusammenfassen. Kr\u00e4tke weist bei all seinem hochtrabenden professoralen Gelaber auf einen wichtigen Punkt hin, der von entscheidender Bedeutung ist: die Scharnierfunktion, die die Geldware in KAP II f\u00fcr die gesamte Architektur des KAP einnimmt. [&#8230;] Worin Kr\u00e4tke v\u00f6llig richtig liegt, ist, da\u00df die Geldware zugleich Warenkapital ist und daher Michael Heinrichs Kritik an Marx (dieser sei als \u201aKind seiner Zeit\u2018 dem Metallismus verfallen) widerlegt ist. Heinrichs \u201aKritik\u2018 an Marx erweist sich auch in Anbetracht der Weltwirtschaftskrise als ziemlich l\u00e4cherlich, weil es kein \u00f6konomisches Werk gibt, das diese trotz seines fragmentarischen Charakters nicht nur besser, sondern eindeutig erkl\u00e4rt. Da\u00df Kr\u00e4tke den Doppelcharakter des Goldes als Geldware <em>und<\/em> Warenkapital nur zu dem Zweck betont, um den Kapitalfetisch und die Dialektik der Ersten Drei Kapitel von KAP I zu kippen, indem seine Deutung der in den Londoner Schaufenstern ausgelegten Waren als Warenkapital von ihm f\u00fcr ausreichend erachtet wird, um uns den Rest der Ersten Drei Kapitel zu ersparen, \u00e4ndert an der Korrektheit seiner Interpretation der Geldware und deren Bedeutung f\u00fcr KAP I-III erst mal nichts. Entscheidend ist seine Beobachtung, da\u00df die linken KAP-Leser immer einen gro\u00dfen Salto \u00fcber KAP II hinweg gemacht haben, und ihnen daher die Voraussetzungen f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Architektonik von KAP I-III fehlen.<\/p>\n<p>Warum ist die Architektonik so wichtig? Weil nur im Zusammenhang mit der gro\u00dfen Metamorphose des Kapitals verst\u00e4ndlich wird, wie das KAP als negative Blaupause f\u00fcr die neue Produktionsform einzusetzen w\u00e4re, in der die Produzenten die neuen Produktionsverh\u00e4ltnisse zu beherrschen lernen m\u00fcssen: Ware \u2013 Wert \u2013 dessen Verdopplung als Geld \u2013 Kapital \u2013 Arbeit \u2013 Produktion von Mehrwert (= KAP I), Umschlag des Warenkapitals auf der Basis der Geldware und Entstehung des Kredits als Vehikel zur Beschleunigung des Umschlagprozesses (= KAP II), Verdoppelung des Kapitals als funktionierendes und zinstragendes Kapital, Verdr\u00e4ngung des ersten durch das zweite, Verselbst\u00e4ndigung als fiktives Kapital, Paradoxien, Antinomien, Selbstaufhebung der Logik des Kapitals als ganzem (= KAP III). Das unter den neuen Produktionsverh\u00e4ltnissen von den Produzenten angeeignete Verst\u00e4ndnis der Architektonik h\u00e4tte nicht mehr der Optimierung der Kapitalverwertung, sondern zu ihrer Beseitigung zu dienen. Um diese zu beseitigen, mu\u00df man wissen wie sie bisher funktioniert hat, sonst setzt man sich wie in der SU oder in China neue L\u00e4use in den Pelz. Soweit aber die Architektonik bisher analytisch zur Geltung kam, hatte sie in erster Linie philologische Bedeutung (Rosdolsky etc. [3]).<\/p>\n<p>Mit der Marx-Philologie verf\u00fcgte die SED und verf\u00fcgt ihre Nachfolgerin \u00fcber den entscheidenden Schl\u00fcssel, um nach Ausrufung einer Endlosdebatte \u00fcber das Marxsche \u201aKapital\u2018<em> <\/em>den Zugang zum Heiligen Schrein des \u201aMarxismus\u2018 zu kontrollieren. Nicht umsonst hat Stalin die Arbeit an den \u201aGrundrissen\u2018 [zur Kritik der politischen \u00f6konomie] nicht etwa gestoppt (w\u00e4hrend Engels als Feind der Au\u00dfenpolitik des russischen Zarentums ein zweites Mal beerdigt wurde [4]). Denn die <em>Grundrisse<\/em> enthalten, wenn man so will, eine durchaus schl\u00fcssige theoretische Begr\u00fcndung f\u00fcr die Notwendigkeit der Enteignung des Privateigentums \u2013 in diesem Fall zugunsten des gro\u00dfrussischen Staates. Was Hitler mit Hilfe seines Blut-und-Boden-Sozialismus und seiner Rassentheorie zu legitimieren versuchte, daf\u00fcr sorgte der \u201aMarxismus\u2018\u00a0 im Namen der Herrschaft der Produzenten in viel eleganterer Form und zu dem Zweck, diese endg\u00fcltig zu beseitigen.<\/p>\n<p>Betrachtet man die Dialektik innerhalb des architektonischen Zusammenhangs des KAP, ergibt sich daraus die \u00fcberf\u00e4lligkeit der kapitalistischen Produktionsweise auf dem Gipfelpunkt ihrer Entfaltung und maximalen Steigerung ihrer Produktivkr\u00e4fte; sie ergibt sich aber gerade nicht in erster Linie aus \u201ader Armut\u2018 und deren Gegensatz zum Reichtum von ein paar Million\u00e4ren, wie es von Seiten Der Linken sozialpopulistisch t\u00f6nt. Die Armut ist eine Erscheinungsform f\u00fcr die Folgen der auf der Mehrwertproduktion beruhenden Ausbeutung des Menschen und der Natur&#8230; Das mu\u00df ich nicht weiter ausf\u00fchren. Daher sind als weiteres Res\u00fcmee Hegel und die Marxsche Hegel-Kritik so wichtig! Kr\u00e4tke und Heinrich ist bei all ihren Differenzen eines gemeinsam, da\u00df sie letztlich die Durchg\u00e4ngigkeit der Werttheorie vom ersten bis zum letzten Satz des KAP jeder auf seine Weise torpedieren, wie \u00fcberhaupt unter b\u00fcrgerlichen \u00f6konomen die Werttheorie als eines der von ihnen am meisten verabscheuten Brechmittel gilt. Und dies aus gutem Grund.<\/p>\n<p>Von der Verteidigung oder Torpedierung der Durchg\u00e4ngigkeit der Werttheorie h\u00e4ngt die Politik ab, wie sie Die Linke heute betreibt, mit dem ganzen daran h\u00e4ngenden sozialpopulistischen und \u00f6kofaschistischen Rattenschwanz, worauf ich nicht n\u00e4her eingehen werde. Entweder, das KAP wird verstanden als Blaupause, an der sich die Produzenten \u00fcberlebensnotwendig zu orientieren haben, wenn sie die kapitalistische Produktionsweise aufheben oder es wird (in bester Stalinscher Tradition) zum Legitimationsinstrument bei der Ersetzung der Herrschaft der einen Bourgeoisie durch die andere und der Einf\u00fchrung des \u00f6kofaschismus und linken Sozialpopulismus. So steht die Sache. Und das bildet auch den Hintergrund f\u00fcr die bevorstehende Auseinandersetzung in der M[arx]G[esellschaft].<\/p>\n<p>3. Die theoretische Durchg\u00e4ngigkeit des Wertgesetzes ist also nicht nur von ausschlaggebender Bedeutung f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Architektonik des \u201aKapital\u2018, sondern auch f\u00fcr die auf der Selbstbestimmung des Produzenten beruhenden politischen Herrschaft derselben. Gerade dazu w\u00e4ren die [von Marx] nicht mehr geschriebenen Kapitel \u00fcber den Staat und den Weltmarkt eine unersetzliche Hilfe. Statt dessen hat sich Marx mit der Grundrente und der russischen Dorfgemeinde befa\u00dft, weil ihm die [unmittelbare] strategische Bedeutung klar war, die eine revolution\u00e4re Entwicklung in Ru\u00dfland f\u00fcr die proletarischen Revolutionen in Europa und Amerika gehabt hat. Das russische Kapitel einschlie\u00dflich der Oktoberrevolution kann man heute als erledigt betrachten, aber den Staat und den Weltmarkt ganz und gar nicht.<\/p>\n<p>Wer diese Kapitel fortschreiben will, h\u00e4tte sich an der Architektonik des KAP und der Durchg\u00e4ngigkeit des Wertgesetzes zu orientieren. Die Versuche aus den 70er und 80er Jahren unter dem Stichwort der \u201aStaatsableitung\u2018 krankten daran, da\u00df sie einseitig am \u201awestdeutschen Imperialismus\u2018 und dem Gegensatz zwischen dem US-Imperialismus und dem Realen Sozialismus orientiert waren. Der Weltmarkt wurde nicht unter dem Aspekt seiner Ausdehnung, sondern seiner Einengung bei gleichzeitiger Ausdehnung des Sozialistischen Lagers betrachtet (siehe Stalin: <em>\u00f6konomische Probleme des Sozialismus<\/em>). Dadurch gab es mindestens zwei Weltm\u00e4rkte, den \u201awestlichen\u2018 und den \u201asozialistischen\u2018, die beide in die \u201aDritte Welt\u2018 um die Wette expandierten.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine solche Betrachtungsweise gibt es keinerlei Besch\u00e4ftigungsgrundlage mehr. Ru\u00dfland und vor allem China versuchen zwar in ihrem Umkreis hegemoniale \u201aWeltm\u00e4rkte\u2018 zu etablieren bzw. wiederherzustellen, aber sie kommen nicht drum herum, auf dem globalen Weltmarkt mit einander und mit dem \u201aWesten\u2018 zu konkurrieren. Die Versuche linker \u00f6konomen und Politologen, den globalen (\u201amultipolaren\u2019 Weltmarkt unter der fr\u00fcheren anti-\u2018westlichen\u2018 Perspektive zu analysieren, sind mit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise zu Makulatur geworden. Je l\u00e4nger die Krise andauert, desto stiller wird es in diesen Kreisen. F\u00fcr die Fortschreibung der Marxschen Werttheorie w\u00e4re jedenfalls festzuhalten, da\u00df es auf dem heutigen globalen Weltmarkt keine \u201aguten\u2018 oder \u201ab\u00f6sen\u2018 Kapitalisten (mehr) gibt, da\u00df die Herrschaft des Kapitals politisch dagegen in demokratischen oder oligarchischen Formen ausge\u00fcbt wird, ganz so wie im 19. Jahrhundert die b\u00fcrgerlichen Regierungen monarchisch oder demokratisch waren&#8230;<\/p>\n<p>Solange die Linke sich allein an einer bestimmten Gattung b\u00fcrgerlicher Regierungen, d.h. an den \u201aguten\u2018 Kapitalisten gegen\u00fcber den \u201ab\u00f6sen\u2018 Kapitalisten orientiert, wobei die \u201aguten\u2018 sich r\u00fcckw\u00e4rtsgewandter Regierungsformen bedienen, die sie zwecks Verteidigung des \u201aSozialismus des 21. Jahrhunderts\u2018 in kauf nimmt (Venezuela, Bolivien, Kuba), wird sie zu diesem Thema weiterhin nur Makulatur produzieren. Gerade weil die Architektonik des KAP trotz all ihrer L\u00fccken mit dem heutigen \u201amultipolaren\u2018 Weltmarkt analytisch \u00fcbereinstimmt, ergeben sich auch ganz neue Fragen:<\/p>\n<p>\u00a7\u00a0 Ob z.B. die bewu\u00dfte Beschr\u00e4nkung der Marxschen Analyse auf die zu seiner Zeit am weitesten entwickelte kapitalistische Nation noch aufrechtzuerhalten ist, da es einen herausragenden Ph\u00e4notyp, wie ihn England im europ\u00e4ischen Zusammenhang darstellte, eigentlich nicht mehr gibt. Die gleichf\u00f6rmige Entwicklungslinie mit der Gro\u00dfen Franz\u00f6sischen Revolution als Ausgangspunkt, die f\u00fcr alle europ\u00e4ischen Nationen ma\u00dfgeblich war, ist sp\u00e4testens mit der Oktoberrevolution und ihren Folgen \u201adurcheinandergeraten\u2018. Die bekannte Reihenfolge: b\u00fcrgerliche Revolution, Sturz des Feudalismus, Demokratie, proletarische Revolution, Sturz des Kapitalismus, Sozialismus, hat eine Vielzahl an Staatsformen hervorgebracht, deren politischer Charakter aus einer beliebigen Mischung bestehen kann, die nur eines nicht sind: sozialistisch. Ob demokratisch oder oligarchisch (mit oder ohne sozialistischen Anspruch) die Bourgeoisien haben sich auf diejenige Mischung festgelegt, von der sie annehmen, da\u00df sie am besten zu ihrer Stellung auf dem Weltmarkt und ihren Weltmachtambitionen pa\u00dft&#8230;<\/p>\n<p>\u00a7\u00a0 Um zum KAP zur\u00fcckzukehren, lie\u00dfe sich auch fragen, ob der Ausgleich der Profitrate heute eigentlich im regionalen oder globalen Ma\u00dfstab stattfindet und ob er eher in diesem Zusammenhang analysiert werden mu\u00df?<\/p>\n<p>\u00a7\u00a0 Ebenso, ob der tendenzielle Fall der Profitrate nicht inzwischen zu einem Mittel der Konkurrenz zwischen den Weltmarktakteuren geworden ist, nach dem Motto: beggar thy neighbour? Denn da dieser f\u00fcr das einzelne bzw. nationale Kapital nun einmal unvermeidlich ist, k\u00f6nnte dieses bestrebt sein, die notwendigen Kompensationen vor allem auf Kosten seiner Weltmarkt-Konkurrenten vorzunehmen. Das deutsche Beispiel zeigt, wie das Kapital sowohl die heimische Produktivkraft der Arbeit steigert, aber zugleich von den enormen Mehrwertraten, die mit den chinesischen Lohnarbeitern zu erzielen sind, profitiert. In umgekehrter Richtung wird das italienische Kapital, da\u00df sich die chinesischen sweat shops ins Land geholt hat (Bekleidung, Mode, Accessoires) kein Gl\u00fcck damit haben, diese als Kompensationsmittel gegen den tendenziellen Fall der Profitrate einzusetzen. Die USA exportieren heute haupts\u00e4chlich Schrott, Waffen und Geld. Dem us-amerikanischen geht es nicht nur bei der Autoproduktion \u00e4hnlich wie dem italienischen Kapital. Beide werden sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter am \u201agelungenen\u2018 deutschen Beispiel orientieren m\u00fcssen, um zu \u00fcberleben. Wenn meine Analyse stimmt, scheint es so zu sein, da\u00df Weltmarkttiger wie gegenw\u00e4rtig Deutschland nicht mehr auf eine einzige typische Nation festgelegt sind, sondern diese Rolle st\u00e4ndig wechselt.<\/p>\n<p>Wenn ich zu der Aussagekraft dieser Beispiele auch noch wenig Zutrauen habe, so besagen sie doch zumindest eins: da\u00df der Weltmarkt des Kapitals der Architektonik des Marxschen KAP heute ziemlich genau entspricht. Als jahrzehntelanger Verehrer und Vertreter der Leninschen Imperialismustheorie mu\u00df ich mir heute eingestehen, da\u00df das Weltkapital \u00fcber diese (unter Hinterlassung einer gewaltigen Zahl menschlicher Schlachtopfer) einfach hinweggegangen ist und da\u00df sie keine politische Resonanz mehr hervorruft. Die Imperialismustheorie war trotz ihrer vielen Meriten (aber auch wegen ihres Mi\u00dfbrauchs durch Sozialimperialisten aller Art) in letzter Instanz eine <span style=\"text-decoration: underline;\">revolution\u00e4re<\/span> Zusammenbruchstheorie, die sich von ihrem reformistischen Pendant nur durch den mit ihr verbundenen revolution\u00e4ren Aktivismus unterschied. Gegen die Weltmarktkrise des Kapitals l\u00e4uft aber jeglicher radikaler Aktivismus ins Leere, der nicht zugleich die Unvertr\u00e4glichkeit des Wertgesetzes mit dem Sozialismus thematisiert und theoretisch erkl\u00e4ren kann, was es hei\u00dft, unter seinem Diktat zu leben und zu arbeiten.<\/p>\n<p>Stalin war dagegen hinsichtlich der SU der Ansicht, da\u00df <strong>\u00bbunsere Warenproduktion keine gew\u00f6hnliche Warenproduktion\u00ab <\/strong>darstelle, <strong>\u00bbsondern eine Warenproduktion besonderer Art, eine Warenproduktion ohne Kapitalisten, die es haupts\u00e4chlich mit Waren vereinigter sozialistischer Produzenten (Staat, Kollektivwirtschaften, Genossenschaften) zu tun\u00ab <\/strong>habe, sei, und er dachte dar\u00fcber nach, da\u00df es notwendig sei, neben Begriffen wie Ware Arbeitskraft, Mehrwert, Kapital, Profit, Durchschnittsprofitrate <strong>\u00bbauch einige andere Begriffe \u00fcber Bord zu werfen, die dem \u201eKapital\u201d von Marx entnommen sind, wo Marx sich mit der Analyse des Kapitalismus besch\u00e4ftigt hat, und die unseren sozialistischen Verh\u00e4ltnissen k\u00fcnstlich angeheftet werden. &#8230; Jetzt bei unserer Ordnung, klingen die Worte von der Arbeitskraft als Ware recht absurd: als ob die Arbeiterklasse, die die Produktionsmittel besitzt, sich selbst dingt und an sich selbst ihre Arbeitskraft verkauft. &#8230; Ich denke, unsere Wirtschaftswissenschaftler m\u00fcssen dieses Mi\u00dfverh\u00e4ltnis zwischen den alten Begriffen und der neuen Sachlage in unserem sozialistischen Lande beseitigen und die alten Begriffe durch neue, der neuen Lage entsprechende, ersetzen\u00ab. <\/strong>[5]<\/p>\n<p>Vielleicht hatten die sowjetischen Wirtschaftswissenschaftler die alten Marxschen Begriffe auch deshalb durch neue ersetzen sollen, weil das Proletariat diese alten Begriffe als theoretische Waffe nicht nur gegen die alte, sondern auch die neue Bourgeoisie h\u00e4tten einsetzen k\u00f6nnen. Schon aus diesem Grund wird das Wertgesetz auch im Sozialismus ben\u00f6tigt werden, um den Produzenten einen theoretischen Ma\u00dfstab an die Hand zu geben, der es erlaubt zu ermessen, ob der Sozialismus dabei ist, wieder in die alten Verh\u00e4ltnisse zur\u00fcckzuverfallen.<\/p>\n<p>[1] Die u.a. von der Marx-Gesellschaft und der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum dritten Mal hintereinander veranstaltete Herbstschule besch\u00e4ftigte sich dieses Mal mit dem Dritten Band des \u201eKapital\u201d (KAP III) f\u00fcr Teilnehmer mit unterschiedlichen Vorkenntnissen, die auf verschiedene Arbeitsgemeinschaften aufgeteilt wurden. N\u00e4heres siehe: <a href=\"http:\/\/www.marxherbstschule.net\/\">http:\/\/www.marxherbstschule.net<\/a><\/p>\n<p>Diese Bemerkungen geben ausschlie\u00dflich die pers\u00f6nlichen Eindr\u00fccke und Einw\u00e4nde eines einzelnen Teilnehmers dieser Veranstaltung wieder.<\/p>\n<p>Die \u00e4ltere Rechtschreibung der Marx-Zitate wurde ein wenig modernisiert, was die Aktualit\u00e4t der Marxschen Analysen unterstreicht.<\/p>\n<p>[2] Zur Vorbereitung waren von den Veranstaltern u.a. folgende Texte empfohlen worden: <strong>Michael Heinrich:<\/strong><strong><em>Kritik der politischen \u00f6konomie<\/em><\/strong><strong>. Eine Einf\u00fchrung<\/strong>, Stuttgart <sup>2<\/sup>2004. Daraus das 8. Kapitel: <strong>Zins, Kredit und \u00bbfiktives Kapital\u00ab <\/strong>und <strong>Michael R. Kr\u00e4tke: <\/strong><strong><em>Geld, Kredit und verr\u00fcckte Formen<\/em><\/strong>, in: MEGA Studien 2000\/1, 64-99.<\/p>\n<p>Zu den Seitenangaben in Klammern: erste Seitenangabe = MEGA II\/4.2; zweite Seitenangabe = MEW.<\/p>\n<p>[3]<strong> Roman Rolsdolsky: <em>Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen<\/em> \u201e<em>Kapital<\/em>\u201d<\/strong>, Frankfurt\/M. 1968 2 Bde.<\/p>\n<p>[4] <strong>DEBATTE 1 Die unscharfe Relation Marx\/\u201dMarxismus\u201d.<\/strong><\/p>\n<p>[5]<strong> <\/strong><strong>J.W. Stalin: <em>\u00f6konomische Probleme des Sozialismus<\/em><\/strong>, 1952, 18 ff.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B.<\/strong> (20.11.2010)<\/p>\n<p>Betreff: MILCHWIRTSCHAFT<\/p>\n<p>Lieber H., dieser interessante Artikel \u00fcber die Flie\u00dfband-Milchwirtschaft [1] erinnerte mich an [&#8230;] \u201aDeine\u2018 Milchbauern. Diese scheinen nur die Chance zu haben, soviel Kapital aufzubringen, da\u00df sie sich so eine Maschine kaufen k\u00f6nnen, um am Flie\u00dfband Milch zu produzieren oder aber eine Nische zu finden, in der sie verwandte Produkte unter dem Wert ihrer Arbeitskraft, der Abschreibungen und L\u00f6hne herstellen k\u00f6nnen, mit denen sie einen entsprechenden Nischen-Markt beliefern. Spannende Frage: sollte der Sozialismus hinter diesen Grad der Automatisierung zur\u00fcckfallen oder aber moderne Technik und einen menschlichen Umgang mit den Tieren verkn\u00fcpfen? Die Frage ist rhetorisch, weil nur konkret zu beantworten&#8230;<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>[1] FAZ 18.11.2010 <strong>Die Milchkuh braucht keinen Bauern mehr<\/strong>. (Zwischen\u00fcberschrift:) <strong>\u00bbAls letzter Bereich der Landwirtschaft wird jetzt auch die Milcherzeugung automatisiert. Roboter k\u00f6nnen 1000 K\u00fche am Tag melken, wie Besucher der Messe Eurotier erfahren. Denn niemand will mehr melken.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(18.11.2010)<\/p>\n<p>Betreff: Mit dem Bus aus Berlin zum &#8230;Ums Ganze-Kongre\u00df 3.-5.12.2010 in Bochum<\/p>\n<p>Bochum ist eine Reise wert. Einige Referenten werden Dir bekannt vorkommen. Dies nur zur Information.<\/p>\n<p>[1]<\/p>\n<p>Gru\u00df Ulli<\/p>\n<p>[1] Siehe den Link: \u201aUm Ganze\u2018.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>H.B. an Ulrich Knaudt <\/strong>(27.11.2010)<\/p>\n<p>AW: Mit dem Bus aus Berlin zum &#8230;Ums Ganze-Kongre\u00df 3.-5.12.2010 in Bochum<\/p>\n<p>Lieber Ulrich \u2013<\/p>\n<p>ich hab\u2018s gelesen und,<\/p>\n<p>verdammt noch mal,<\/p>\n<p>ich w\u00e4r\u2018 gern mitten drin \u2013 noch dazu vor Deiner Haust\u00fcr, um mir weiteren \u00fcberblick \u00fcber die Bewegung zu verschaffen, mitzumischen, zumal uns ja einige Referenten gut bekannt sind. [\u2026]<\/p>\n<p>Ich bitte Dich sehr, zu berichten, im Detail, wo\u2018s drauf ankommt \u2013 Du wei\u00dft schon!<\/p>\n<p>Es ist gut, zu jemandem, zu Dir so sprechen zu k\u00f6nnen, qua wachsender substantieller Gemeinsamkeiten.<\/p>\n<p>Ich h\u00f6r\u2018 von Dir.<\/p>\n<p>Einstweilen schon danke,<\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B.<\/strong> (04.12.2010)<\/p>\n<p>Betreff: UMS HALBE<\/p>\n<p>Lieber H.,<\/p>\n<p>F\u00fcr UMS GANZE [1] fehlt ihnen in ihrem Puzzle der wichtigste Baustein: die Marxsche Parteilichkeit.<\/p>\n<p>Ich schicke Dir vorab meine ersten Eindr\u00fccke vom ersten Abend, da sie noch frisch sind. Reflektieren kann man dar\u00fcber immer noch.<\/p>\n<p>Stelle Dir die Marx-Gesellschaft vor \u2013 erweitert um das autonome politische Themenspektrum (siehe Samstag Nachmittag: Krise &amp; Naturbeherrschung, Arbeit &amp; Reproduktion, Sozialchauvinismus &amp; Integration, Kapitalismus, Demokratie &amp; Nation) \u2013 und dann hast Du einen angemessenen Eindruck von dieser Veranstaltung. Das durchweg studentische Publikum (Grauk\u00f6pfe = 1 Promille + Hausmeister) ist hoch interessiert, um f\u00fcr seinen antikapitalistischen Spontaneismus ein theoretisches Hilfsger\u00fcst erbaut zu bekommen (von theoretisch erfahrenen linken Sozial- &lt;und verwandten&gt; Wissenschaftlern), so da\u00df sie auch den kompliziertesten theoretischen Aufbauten willig folgen.<\/p>\n<p>Damit bin ich auch schon bei der Abendveranstaltung (<strong>\u00bbDie Krisenhaftigkeit des Kapitalismus\u00ab<\/strong>). Auf dem Podium Michael Heinrich, Gerhard Stapelfeld und ein (antideutscher) Ersatz f\u00fcr K.H. Roth. Heinrich referiert die Marxsche Krisentheorie mit der bekannten Kritik am Tendenziellen Fall der Profitrate (hier sei\u00a0 <strong>\u00bbMarx historisch \u00fcberholt\u00ab<\/strong>) und bringt eine Zusammenfassung der Weltwirtschaftskrise, deren Chronologie und Fakten ich in dieser Qualit\u00e4t auch z.B. bei Hans-Werner Sinn nachlesen k\u00f6nnte. Die Marxsche Krisentheorie (wobei wir uns fragen, ob es eine solche, wie auch eine Marxsche Werttheorie \u00fcberhaupt gibt) dient ihm eher als gut gearbeitete Kr\u00fccke f\u00fcr seine \u00f6konomischen Analysen&#8230; Stapelfeld stellt den Liberalismus im 19. Jahrhundert dem Neoliberalismus seit den 30er Jahren des 20. einander gegen\u00fcber und lobt den aufkl\u00e4rerischen Charakter des ersteren: Utopie, Revolution und Rationalit\u00e4t; diese seien im Neoliberalismus vernichtet. Denn Utopie = <strong>\u00bbFaschismus\u00ab<\/strong>, <strong>\u00bbUnerkennbarkeit der Gesellschaft\u00ab<\/strong> (beides siehe Hayek) = Gegenaufkl\u00e4rung. <strong>\u00bbDas emanzipatorische Potential\u00ab<\/strong> des klassischen Liberalismus (bis 1870) sei im Neoliberalismus untergegangen. Ein Teilnehmer, mit dem ich danach sprach, meinte, durch diese Entgegensetzung h\u00e4tte sich der Vortragende in eine Dualismusfalle begeben, aus der er nur schwer wieder herausfindet. W\u00fcrde ich auch so sehen. Vor allem wird jeder Bezug auf Marx dadurch entbehrlich. Heinrich ist da etwas dialektischer, obwohl in seinem Abschlu\u00df-Statement dieser Dualismus auch durchklang. Er tendiert bei der Leugnung des Tendenziellen Falls der Profitrate aber wohl eher in Richtung auf eine Unterkonsumtionstheorie auf dem Niveau von Rosa Luxemburg (Nichtobereinstimmung von Produktion und Konsumtion). Der Antideutsche betrieb die \u00fcbliche autonome Ph\u00e4nomenologie des Kapitalismus, die sich an irgendwelchen politischen Oberfl\u00e4chenph\u00e4nomenen festmacht.<\/p>\n<p>Mein Gesamteindruck geht dahin, da\u00df die Studentenbewegung von 1967, soweit sie nicht in dieser oder jener Form zur Bourgeoisie \u00fcbergelaufen ist, sich in der Theorie ihrer heutigen f\u00fchrenden theoretischen K\u00f6pfe keinen Millimeter weiterentwickelt hat. Wenn man dazu etwas beitragen wollte, m\u00fc\u00dfte man z.B. die politischen Sozialgerechtigkeitsapostel und den Sozialpopulismus Der Linken beim Namen nennen. Aber da herrscht vornehme akademisch gepr\u00e4gte Zur\u00fcckhaltung. Nun entwickelt eine Theorie sich nur an dem weiter, was sie kritisiert, auf jeden Fall nicht an ph\u00e4nomenologischer Allerweltskritik am Kapitalismus, der mit samt seinen Politikern mit Hilfe von antikapitalistischen Allerweltsphrasen aufs Korn genommen wird.<\/p>\n<p>Eingangs hatte ich die Einleitung von Christian Frings in das Marxsche KAP ([unter der \u00fcberschrift] <strong>\u00bbLohnarbeit und Kapital\u00ab<\/strong>) aufgesucht, wor\u00fcber dieser, als ich ihn vor dem H\u00f6rsaal traf, nicht sehr erbaut war. Es handle sich um eine Einf\u00fchrung, die nicht f\u00fcr hochtheoretische Einw\u00e4nde tauge. Ich versprach ihm, mich geschlossen zu halten. Seine Zusammenfassung der Drei B\u00e4nde [des \u201eKapital\u201d] war, bis auf seine Anbiederung an die blutjungen Zuh\u00f6rerschar (worin besteht der Gebrauchswert eines Joint [?]) gar nicht so schlecht. Einen kleinen Fehler machte er bei der Trinitarischen Formel am Schlu\u00df von KAP III: wo er von einer Aufteilung der Produkte und nicht der Einkommen von Arbeitern, Kapitalisten und Grundbesitzern sprach (Lohn, Mehrwert, Grundrente). Aber wohl aus dem Grund, um von da aus auf KAP I [Kapitel] 1-3 (verkehrte Welt, Fetischcharakter, auf die er sehr viel Wert legte) zu gelangen. Das mochte aus p\u00e4dagogischen Gr\u00fcnden angemessen sein, ist aber dennoch falsch. Viel gravierender fand ich aber sein Statement in einem Nebensatz, da\u00df Marx viel zu viel Zeit damit verplempert h\u00e4tte, sich um alle m\u00f6glichen politischen Angelegenheiten zu k\u00fcmmern, anstatt bei seinem Leisten zu bleiben. [\u2026] &#8230;<\/p>\n<p>Danach unterhielt ich mich mit einem Linkskommunisten (Pannekoek, Gorter) an seinem B\u00fcchertisch. Auch er fand die Einf\u00fchrung gelungen und bem\u00e4ngelte ebenso den nicht ber\u00fccksichtigten Stellenwert, den das KAP im Parteikonzept von Marx und Engels einnimmt. Das sind aber wohl Mindermeinungen der Oldies, die mit den Jahren aussterben werden, wenn wir nicht ordentlich gegen den Mainstream Druck machen.<\/p>\n<p>Bis bald<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>[1] <strong>SO, WIE ES IST, BLEIBT ES NICHT! Der &#8230;ums Ganze! &#8211; Kongre\u00df zu Arbeit und Krise 03. bis 05.Dezember 2010 Ruhr-Universit\u00e4t Bochum<\/strong>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B. <\/strong>(05.12.2010)<\/p>\n<p>Betreff: DIE ZWEITE H\u00e4LFTE<\/p>\n<p>Lieber H., ich habe mir wie gesagt, die heute Nachmittag diskutierte Ph\u00e4nomenologie des heutigen Kapitalismus aus autonomer Sicht geschenkt und bin zum abendlichen Podium gefahren, an dem auch Christoph Lieber teilnahm, unter dem Titel <strong>\u00bbTransformation des Sozialen und linke Strategie in der Krise\u00ab<\/strong>. Christoph brachte eine Synthese aus Gramsci und Keynes. Den Grabenkrieg um die Erringung <strong>\u00bbemanzipatorischer\u00ab<\/strong> Positionen in der Zivilgesellschaft auf der Grundlage des vom Kapitalismus geschaffenen Reichtums voranzutreiben, sei eine Frage des Bewu\u00dftseins, das sich dabei oder darin entwickeln soll. Die Krise sei keine Mangel-, sondern eine \u00fcberschu\u00df-Krise. Das wurde bereits von anderer Seite (Heinrich) thematisiert und ist nicht so f\u00fcrchterlich neu. Die Produktivit\u00e4t des Kapitals sei so gewaltig, da\u00df man nur noch 4 Tage arbeiten m\u00fc\u00dfte und den gewaltigen Surplus auf z.B. Versch\u00f6nerung der St\u00e4dte, f\u00fcr Bildung und Kultur verwenden k\u00f6nnte. Der Kapitalismus der 70er Jahre sei ein inkludierender Kapitalismus gewesen. Heute ist er ein exkludierender mit der Folge von Prekarisierung. Dabei sei zu bedenken, da\u00df die Prekarisierten kein Machtpotential darstellen, weil sie Transferleistungen empfangen: von 60 Mio W\u00e4hlern geh\u00f6rten 40 Mio zur Lohnarbeit und 20 Mio zum Potential der Transferempf\u00e4nger und Rentner. Es bestehe eine starke Tendenz zum Ressentiment, die mit der Krise zunehme: dieses richte sich gegen die zu alimentierenden Gruppen der Gesellschaft und dr\u00fccke eine <strong>\u00bbVerrohung des B\u00fcrgertums\u00ab<\/strong> (Sarrazin) aus. Die Referentin \u00fcber die Frauenfrage im Kapitalismus, Andrea Truman, befa\u00dfte sich mit dem Problem, da\u00df es innerhalb des Kapitalismus keine L\u00f6sung der Privatisierung dieses Widerspruchs geben kann, der vom Kapital nicht wieder integriert w\u00fcrde. Aus der \u201aStudentenbewegung\u2018 sei deutlich geworden, da\u00df es ohne revolution\u00e4re Bewegung keine emanzipatorische Frauenbewegung gebe. Der Vortrag von Karl Rauschenbach war ziemlich bekifft und ist nicht zu referieren.<\/p>\n<p>Die Diskussion war ohne Niveau und blind umhertastend antikapitalistisch, ohne da\u00df jemand verdeutlichen konnte, warum man eigentlich antikapitalistisch sein sollte. Kapitalismus ist Schei\u00dfe! Das kann meiner Ansicht nach eigentlich nur jemand von sich geben, der unmittelbar praktische Erfahrung mit diesem gemacht hat. Und dann stellte sich die Frage, was die, die sich zum Sprachrohr des Kampfes gegen den Kapitalismus machen, in diesem Kampf politisch vorhaben. Das aber wurde \u201ademokratisch\u2018 oder anarchistisch (?) umschifft.<\/p>\n<p>[Schlu\u00dffolgerungen:]<\/p>\n<p>\u2014Diese Bewegung, die eine antikapitalistische sein will, hat keinerlei historisches Bewu\u00dftsein, weil sie keine Klassenbewegung ist, aber auch nicht wei\u00df, worin denn der historische Sinn jener politischen Bewegungen bestand, die sich aus den gesellschaftlichen post-faschistischen Widerspr\u00fcchen in Europa, den USA und Asien entwickelt haben.<\/p>\n<p>\u2014Diese Bewegung m\u00f6chte gern eine Fortsetzung oder Erneuerung der 2.-Juni-Bewegung (\u201aStudentenbewegung\u2018) sein, wei\u00df aber gar nicht, warum es die \u00fcberhaupt gegeben hat.<\/p>\n<p>\u2014Diese Bewegung hat keinen revolution\u00e4ren R\u00fcckenwind wie die 2.-Juni-Bewegung, deren Marxismus in einem k\u00fcnstlich geschaffenen Vakuum eine ungeheure Kraft entfalten konnte, weil das von der US-Hegemonie ausgehaltene westeurop\u00e4ische (und &lt;ost&gt;asiatische) B\u00fcrgertum die in diesem Vakuum entstandene revolution\u00e4re Welle zun\u00e4chst nicht so leicht verkraften konnte. Den Allerwenigsten ist bis zum heutigen Tag klar, da\u00df aus dieser Implosion heraus (zumindest in Westdeutschland) eine Vollendung der 48-Revolution verbunden mit der an den amerikanischen Unis hochkochenden Kulturrevolution hervorging. Erst mit der Erf\u00fcllung dieser politischen Rolle und dem <strong>\u00bbBewu\u00dftsein\u00ab<\/strong> (Chr. Lieber) von dieser Sache w\u00e4re der n\u00e4chste Schritt m\u00f6glich gewesen: die \u201astudentische\u2018 Kulturrevolution in die Fabriken (und in die DDR!) zu tragen. Aber der R\u00fcckenwind brachte nur einen Haufen politischer Sekten und individueller Karrieremacher und Politiker hervor, die diesen f\u00fcr ihre individuellen Zwecke ausnutzten und an deren Subjektivismus er sich sozusagen brach.<\/p>\n<p>\u2014Der R\u00fcckenwind dieser [\u201asozialen\u2018] Bewegung, die irgendwie meint, an der alten \u201aStudentenbewegung\u2018 anzukn\u00fcpfen zu k\u00f6nnen, entstammt heute keiner revolution\u00e4ren, sondern einer konterrevolution\u00e4ren Situation, die gepr\u00e4gt ist vom Aufstand unterschiedlicher, d.h. linker und rechter Oligarchien gegen den westlichen Kapitalismus, an dessen Stelle sie ihren oligarchischen Kapitalismus setzen wollen, den sie \u201aantiimperialistisch\u2018 (Iran, Venezuela) oder gar \u201asozialistisch\u2018 (VR China) tarnen oder in dem der alte Panslawismus wieder zum Vorschein kommt (Jugoslawien-Krieg, Georgien-Krieg etc.). Dieser Aufstand gegen den westlichen Kapitalismus bildet heute die Hauptfrontlinie zwischen den verschiedenen Fraktionen des Kapitals (vielleicht war nicht die Dimitroff-Formel falsch, sondern ihre reaktion\u00e4re inhaltliche Bestimmung!)<\/p>\n<p>Fazit: Der Antikapitalismus dieser Linken richtet sich zwar gegen das Kapital, aber nur gegen das westliche, so wie sich Hitlers Antikapitalismus nur gegen das \u201aj\u00fcdische\u2018 Kapital gerichtet hat. Gest\u00fctzt auf Marx, Gramsci und Keynes, will Chr. Lieber den Grabenkrieg gegen dieses Kapital vorantreiben und daf\u00fcr sorgen, da\u00df diese Bewegung Schritt f\u00fcr Schritt die Zivilgesellschaft an die Stelle der westlichen b\u00fcrgerlichen Gesellschaft setzen m\u00f6ge. <strong>\u00bbDie Eroberung des Winterpalais funktioniert nicht\u00ab<\/strong>, meinte er. Er vertritt (wie weiland Kautsky) in dem antiwestlichen Antikapitalismus der heutigen Linken eine zentristische Position. Lenin war immer der Meinung, Kautsky sei gef\u00e4hrlicher als ein rechter Sozialdemokrat mit seiner Klassenzusammenarbeit. Vielleicht trifft das auch hier zu.<\/p>\n<p>Soweit erst mal. Ich schicke Dir die Mail, ohne sie noch mal \u00fcberschlafen zu haben.<\/p>\n<p>F\u00fcr morgen st\u00fcnde noch <strong>\u00bbWas hei\u00dft radikale Kritik organisieren\u00ab<\/strong> mit Frieder Otto Wolf, der FAU und der Krahl-Gesellschaft und Christian Frings an. Ehrlich gesagt, reicht mir bereits der heutige Abend, da ich nicht der Meinung bin, dort [noch] sehr viel Anderes und Neues zu erfahren. Wenn Du anderer Meinung bist, la\u00df es mich rechtzeitig wissen.<\/p>\n<p>Gru\u00df Ulrich<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>H.B. an Ulrich Knaudt<\/strong> (06.12.2010)<\/p>\n<p>Betreff: AW: DIE ZWEITE H\u00c4LFTE<\/p>\n<p>Danke, lieber Ulrich,<\/p>\n<p>f\u00fcr Deine Berichte \u2013 was soll ich dazu, zu diesen, <em>dieser<\/em> \u201eLinken\u201d sagen?<\/p>\n<p>Vielleicht mit Marx (was er irgendwann\/-wo mal in Hinblick auf den Zerfall von herrschenden Klassen gesagt hat), da\u00df die \u201aTragik\u2018, \u201aTrag\u00f6die\u2018 solcher historischer Prozesse in \u201aKomik\u2018, in, mit \u201aKom\u00f6dien\u2018 endet.<\/p>\n<p>M\u00fc\u00dfte schon dahin sein.<\/p>\n<p>Frage, hast Du Dir das gestrige Geschehen auch noch angesehen?<\/p>\n<p>U.a. mit dem Beitrag von HJKI (vermutlich wieder von Carsten Prien),<\/p>\n<p>wovon ich mir doch etwas erwartet haben w\u00fcrde ?<\/p>\n<p>Erstmals noch mal Danke.<\/p>\n<p>Gru\u00df<\/p>\n<p>H.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Ulrich Knaudt an H.B.<\/strong> (10.12.2010)<\/p>\n<p>Betreff: DIE BAKUNISTEN OHNE ARBEIT<\/p>\n<p>Ob UMS HALBE oder GANZE, eigentlich m\u00fc\u00dfte sich die interventionistische Linke als bakunistische Linke\u00a0 bezeichnen. Aber die meisten wissen wohl kaum, wer Bakunin eigentlich war, und von seinen Intrigen gegen die IAA werden sie schon gar nichts geh\u00f6rt haben. Daf\u00fcr verehren sie aber gerade jenen Autor, der gemeinsam mit Engels unter den Bakunisten am meisten gelitten hat, indem sie f\u00fcr DAS KAPITAL schw\u00e4rmen. Wie pa\u00dft das zusammen? Wahrscheinlich nur durch den, auch in den Reihen der M[arx]-G[esellschaft] gepflegten Politischen \u00f6konomismus, den sie aus der Marxschen Kritik der Politischen \u00f6konomie herauszulesen meinen.<\/p>\n<p>Ja, ich habe mich auch am Sonntag Nachmittag durch den Schneematsch auf den H\u00fcgel der RUB geschleppt. Auf dem Panel sa\u00dfen: die FAU, das Krahl-Institut und Christian Frings. Um mit dem Krahl-Institut zu beginnen: Karsten Prien \u00fcberragt die j\u00fcngere Generation von Anarchosyndikalisten durch eine theoretisch reflektierte Variante desselben Gewerkschaftskonzepts. Im Gro\u00dfen und Ganzen trug er den Inhalt der Brosch\u00fcre vor, zu der ich ja meinen Teil gesagt habe (REAKTIONEN Teil 4 [1]). Wenn er z.B. den \u201aArbeitsfelder\u2018-Ansatz des SB als Ausgangspunkt revolution\u00e4rer Gewerkschaftsarbeit hervorhebt, kommt mir das reichlich von gestern vor. So was war zur Zeit der 2.-Juni-Bewegung ein interessanter Versuch, der sogar an die Narodniki erinnern mochte. Das Drama besteht aber nun mal darin, da\u00df die 2.-Juni-Bewegung nicht \u00fcber sich selbst in Richtung Kommunismus hinausgewachsen ist. (DKPismus, RAF und Maoismus waren Sackgassen!) Und da\u00df sich daher nicht einfach bruchlos an die \u201aStudentInnenbewegung\u2018, wie sie jetzt so sch\u00f6n genderistisch hei\u00dft, ankn\u00fcpfen l\u00e4\u00dft, (was von verschiedener Seite auf dem Kongre\u00df vorgeschlagen wurde).<\/p>\n<p>Nach Karsten Prien besteht die Beschr\u00e4nktheit des anarchosyndikalistischen Ansatzes lediglich darin, da\u00df die Spaltung zwischen Arbeitsplatzbesitzern und Arbeitslosen organisatorisch nicht zu \u00fcberwinden sei, weil Arbeitslose einen anderen Status haben als Besch\u00e4ftigte (siehe meine Kritik in [1]). Diese Dichotomie sei auch nicht durch die Subkultur kritischer Konsumenten und Konsumenten von Kritik (eine gelungene, weil zutreffende Verkehrung), d.h. als organisierte Gegenkultur, zu \u00fcberwinden. Der Klassenkampf der interventionistischen Linken sei in zwei H\u00e4lften gespalten. Auf der subkulturellen Seite herrsche tendenziell Massenverachtung und auf der Seite der werkt\u00e4tigen Massen Ohnmacht. Anstelle einer freien Diskussion als Selektionsproze\u00df f\u00fcr das beste Argument werde symbolische Politik betrieben, um gemeinsame Interessen zu b\u00fcndeln. Die \u00fcberwindung der Fremdbestimmung finde in der Selbstorganisation von Autoren, Verlagen und im Versuch der Einflu\u00dfnahme durch politische Forderungen statt. Ob es sich dabei wirklich um gemeinsame Interessen handelt, sei die Frage. Ein neues \u201eSozialistisches B\u00fcro\u201d m\u00fc\u00dfte die Diskussion \u00fcber Arbeitsfelder, den gesellschaftlichen Gesamtarbeiter u.a. organisieren. Der \u201ePraktische Sozialismus\u201d unterscheide sich vom SB durch die Forderung nach Enteignung der Betriebe, Aufhebung des Gegensatzes Arbeitslose\/Lohnarbeiter, der Umwandlung der kapitalistischen Produktion in Kooperativen, der Umwandlung des kapitalistischen Betriebes in ein Kooperativsystem, Dynamisierung der R\u00e4testruktur in R\u00e4tevereinigungen \u2013 all dies [soll] wie Legosteine zusammengebaut werden. Jetzt gehe es darum, die Bedingungen f\u00fcr die M\u00f6glichkeit einer Strategiedebatte zu schaffen.<\/p>\n<p>Christian Frings befa\u00dfte sich mit dem Unterschied zwischen Utopie und Theorie und orientierte sich dabei an der Kantischen Unterscheidung von Wille und Wunsch. Der Wille zum Kommunismus als Utopie gehe heutzutage \u00fcber das blo\u00dfe W\u00fcnschen wie im 19. Jahrhundert hinaus. Theorie dagegen sei nicht im Besitz des Schl\u00fcssels zur Weltver\u00e4nderung. Denn die Frage sei nicht beantwortet: wer erzieht die Erzieher? Ver\u00e4nderungen seien ohne selbstkritische Selbstver\u00e4nderung unm\u00f6glich. Strategie sei entweder Strategie von oben oder von unten. Als Strategie von oben skizzierte er die Epoche des Kapitalismus seit dem 15. Jahrhundert, die durch Gewalt und Entwicklungssch\u00fcbe gekennzeichnet sei; letzteres hervorgerufen durch Zugest\u00e4ndnisse des Kapitalismus (Aufhebung der Sklaverei o.\u00e4.). Heute befinde sich dieser in einer Systemkrise mit Aufst\u00e4nden von China \u00fcber Bangla Desh, S\u00fcdafrika bis nach Griechenland, d.h. in einer Krise der Arbeit und des Staates. Ein heute noch g\u00fcltiger Ansatzpunkt sei der Bruch der \u201aStudentenbewegung\u2018 mit dem Etatismus. Die Strategie von unten sei dagegen kaum entwickelt und \u00e4u\u00dfere sich in subversiven K\u00e4mpfen, die h\u00e4ufig totgeschwiegen werden. Die Taktik der Gewerkschaften bestehe darin, Konflikte aus der Produktion heraus auf Sonntagnachmittagsspazierg\u00e4nge zu verlegen. Auf der anderen Seiten w\u00fcrden von ihr sog. \u201aunsichtbare Konflikte\u2018 wie wilde Streiks boykottiert oder gar unterdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Der Vertreter der FAU stellte seine Minigewerkschaft vor, die sich bei einem Streik im Berliner Kino \u201eBabylon\u201d aus der Auseinandersetzung mit dem Linken Kinobesitzer gebildet hat. Ihr Konzept lautet: <strong>\u00bbVom Lohnkampf zur Autonomie und zur Abschaffung der Lohnarbeit\u00ab<\/strong>. Da\u00df sie ihr Koalitionsrecht arbeitsgerichtlich erstritten haben, ist aller Ehren wert, pa\u00dft auch gut zu dem momentanen Konflikt zwischen Tarifeinheit und Koalitionsfreiheit. Dazu f\u00e4llt ihnen allerdings nichts ein, da es sich um eine Verfassungsfrage handelt und Syndikalisten, wie schon zu Marxens Zeiten jeglichen Sinn f\u00fcr Politik vermissen lassen. Dieses Problem wurde zwar von Karsten Prien thematisch angesprochen; dessen L\u00f6sung soll aber darin bestehen, da\u00df das Politische nicht durch Adressen an den Staat in Gestalt von Demos usw., sondern durch <strong>\u00bbden langen Marsch durch die Institutionen\u00ab<\/strong> (Dutschke) in die K\u00e4mpfe hineinzutragen sei.<\/p>\n<p>Einen sehr interessanten Aspekt warf Chr. Lieber in der anschlie\u00dfenden Debatte auf: die Parole von der \u201aZerschlagung des Staates\u2018 sei kontraproduktiv, weil das Kapital heute selbst dabei sei, den Staat abzuschaffen (Privatgef\u00e4ngnisse, Privatbullen etc.). Ziehe ich f\u00fcr einen Moment sein Kautskyanisches Staatsverst\u00e4ndnis von alledem ab, mu\u00df ich ihm in diesem Fall recht geben. Das Kapital k\u00f6nnte durchaus ein Interesse daran haben, den teuren Staatsapparat in private H\u00e4nde zu legen und den Staat zu oligarchisieren. Den braucht man dann nicht mehr zu st\u00fcrzen, weil es ihn tendenziell gar nicht mehr gibt. Und die Oligarchen wissen ohnehin, wie man solche Bestrebungen im Zaum h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Bahnhof hatten wir noch einen freundlichen small talk. Wenn er nicht so ein f\u00fcrchterlicher Kautsky w\u00e4re, k\u00f6nnte er einem ganz sympathisch vorkommen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend w\u00e4re festzustellen, da\u00df im Vergleich zu ihrer heutigen Generation die historischen Bakunisten zumindest gestandene und theoretisch beschlagene Opportunisten waren. Das kann man von den heutigen Vertretern des Bakunismus nicht behaupten. Sie bilden eine Unterabteilung Der Linken, ohne jedoch Die Linke als Partei der oligarchischen Barbarei \u00fcberhaupt wahrzunehmen oder gar politisch zu bek\u00e4mpfen. Weniger ihr Spontaneismus als diese politische Blindheit erscheint mir als ihr Hauptfehler.<\/p>\n<p>Mein Fazit:<\/p>\n<p>1. Da die Anarchosyndikalisten \u00fcber keinen materialistischen (so nenne ich das mal) und keinen historischen Klassenbegriff verf\u00fcgen, haben sie auch keine klare Einsch\u00e4tzung der \u201areal existierenden\u2018 trade-unionistischen Gewerkschaften als Arbeitsagenturen f\u00fcr die Zusammenarbeit von Lohnarbeit und Kapital.<\/p>\n<p>2. Folglich ist auch ihr Verh\u00e4ltnis zu den politischen Parteien, die vorgeben, Arbeiterinteressen zu vertreten indifferent bis nicht vorhanden. Ihr Proudhonismus verbietet ihnen eine politische Stellungnahme und damit jede Klassenpolitik. Das Marxsche <em>Elend der Philosophie<\/em> [2] ist die Scheidem\u00fcnze, an der sich ihr wohlfeiles Bekenntnis zu Marx und seinem wissenschaftlichen Hauptwerk ablesen l\u00e4\u00dft. Bei genauerer Betrachtung w\u00fcrde sich ihr Klassenbegriff mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit als ein zutiefst st\u00e4ndischer erweisen. Warum sie den nationalsozialistischen \u201aKlassenbegriff\u2018 nicht \u00fcbernehmen, ist eher zuf\u00e4llig und hat rein moralische Gr\u00fcnde: <strong>\u00bbKEIN TAG F\u00fcR DIE NATION! KEIN TAG F\u00fcR DEUTSCHLAND! STAAT. NATION. KAPITAL. SCHEISSE\u00ab<\/strong>. Solche Parolen lassen sich (bei passender Gelegenheit) problemlos in ihr Gegenteil verwandeln.<\/p>\n<p>Soweit mein Bericht&#8230;<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Ulli<\/p>\n<p>P.S.: Ich stimme mit Dir nicht in der Interpretation des 2. Absatzes auf Seite 298 \u00fcberein: [3] <strong>\u00bbSt\u00e4nde<\/strong> <strong>und f\u00fcrstliche Gewalt\u00ab<\/strong> k\u00f6nnen nicht einfach mit heute: Volk und Regierung gleichgesetzt werden, weil es hier Marx vorerst \u201anur\u2018 um die Feststellung ihrer historisch vorgefundenen Nicht\u00fcbereinstimmung geht und um die Bestimmung der Situation, die aus dieser Nicht\u00fcbereinstimmung politisch entstanden ist, also letztlich darum, da\u00df die Hegelsche Staatsphilosophie keine L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem anbietet. Nach Hegel sollen die St\u00e4nde <strong>\u00bb\u201dVermittlung\u201d zwischen F\u00fcrst und Regierung einerseits und Volk andererseits sein, aber sie sind es nicht, sie sind vielmehr der organisierte <em>politische<\/em> Gegensatz der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft\u00ab<\/strong> (297). Die von Hegel gesetzte M\u00f6glichkeit der \u00fcbereinstimmung von St\u00e4nden und Staat ist nach Marx eine <strong>\u00bbgesetzte <em>Illusion<\/em> von der <em>Einheit des politischen Staates mit sich selbst<\/em> &#8230; von dieser <em>Einheit<\/em> als <em>materiellem<\/em> Prinzip&#8230;\u00ab<\/strong> (298). Dieses Moment bezeichnet er als die Romantik des politischen Staats in seiner allegorischen Existenz. Daraus ergeben sich zwei Arten von Illusionen: die wirksame Illusion und die bewu\u00dfte Selbstt\u00e4uschung; die wirksame Illusion in dem Fall, da\u00df sich St\u00e4nde und Staat vertragen und die bewu\u00dfte Selbstt\u00e4uschung, wo das nicht mehr der Fall ist.<\/p>\n<p>Dann kommt es, so w\u00e4re zu erg\u00e4nzen nicht etwa zu einer Revolution, sondern zur Satire, zur Kom\u00f6die, in der die bewu\u00dfte Unwahrheit sich bis zur L\u00e4cherlichkeit entlarvt.<\/p>\n<p>Du \u00fcberinterpretierst diese Abs\u00e4tze, wenn Du sie unvermittelt auf die heutigen deutschen Zust\u00e4nde anwendest. Marx geht es hier lediglich um den negativen Beweis der Unf\u00e4higkeit des Hegelschen Staatsrechts, eine L\u00f6sung f\u00fcr die deutschen Verh\u00e4ltnisse parat zu haben. Letzten Endes zeigt sich darin nur deren ganze Absurdit\u00e4t.<\/p>\n<p>Mit eigenen Vorschl\u00e4gen geht Marx in dieser Kritik \u00e4u\u00dferst sparsam um: sie k\u00f6nnten sowohl in der \u00fcbereinstimmung von Staat und St\u00e4nden liegen, wie sie noch im Mittelalter existiert hat (<strong>\u00bbder<\/p>\n<p><em>Einheit des politischen Staates mit sich selbst<\/em>\u00ab<\/strong> ) oder im konstitutionellen Staat wie in Frankreich oder England. Dazu \u00e4u\u00dfert sich Marx konkret erst in der <strong>\u00bbEinleitung zur Hegelschen Rechtsphilosophie\u00ab<\/strong>, die man parallel zu diesen Text heranziehen sollte. [4] Hier dagegen handelt es sich um eine rein immanente Kritik in ihrer maximalen dialektischen Zuspitzung, dort bereits um die Kritik der deutschen Zust\u00e4nde, die sich f\u00fcr die von Dir gezogenen Parallelen sehr viel besser eignen w\u00fcrde. Dort findet sich \u00fcbrigens auch eine klare Distanzierung von der Historischen Rechtsschule (380), aber auch eine Kritik an den Deutschen, deren Berechtigung sich bis zum heutigen Tag nicht ge\u00e4ndert hat: <strong>\u00bbDas Verh\u00e4ltnis der Industrie, \u00fcberhaupt der Welt des Reichtums zu der politischen Welt ist ein Hauptproblem der modernen Zeit. Unter welcher Form f\u00e4ngt dies Problem an, die Deutschen zu besch\u00e4ftigen? Unter der Form der Schutzz\u00f6lle, des Prohibitivsystems, der National\u00f6konomie\u00ab<\/strong> (382). Diese charakterliche Eigenart haben sich die deutschen Mittelklassen und Teile der Bourgeoisie bis zum heutigen Tag (\u201eStuttgart 21\u201d) erhalten, obwohl dieses Land inzwischen eines der h\u00f6chstentwickelten Industriel\u00e4nder auf diesem Globus ist. Offenbar wollen sie die deutschen Verh\u00e4ltnisse in den \u201astatus quo\u2018 zur\u00fcckversetzen, den der amerikanische Finanzminister [gegen\u00fcber] den Deutschen f\u00fcr ihren angeblichen Kollektivmord an den \u201aminderwertigen Rassen\u2018 nicht durchsetzen konnte, weil die USA damals ein Exportland nicht nur, wie heute, von Waffen und Dollars waren. Offenbar wollen die Deutschen (mit Ausnahme der weltmarktorientierten alten Bourgeoisie) zu dem \u201astatus quo\u2018 zur\u00fcckkehren, dem Marx den Kampf angesagt hat: <strong>\u00bbDamals <\/strong>(im 16. Jht.)<strong> scheiterte der Bauernkrieg, die radikalste Tatsache der deutschen Geschichte, an der Theologie. Heute, wo die Theologie selbst gescheitert ist, wird die unfreiste Tatsache der deutschen Geschichte, unser <em>status quo<\/em>, an der Philosophie zerschellen.\u00ab<\/strong> Ob die Philosophie, wie die Frankfurter Schule in den 30er Jahren und 1967 ff. diese Aufgabe noch einmal \u00fcbernehmen wird, w\u00fcrde ich eher bezweifeln, zumal der neue \u201astatus quo\u2018, den es zu bek\u00e4mpfen gilt, diesmal nicht \u201avon oben\u2018, sondern \u201avon unten\u2018 kommt und sich darin realisieren k\u00f6nnte, was Herrn Morgenthau noch versagt blieb. Dar\u00fcber sollten wir weiter diskutieren!<\/p>\n<p>[1] <strong>REAKTIONEN 2009<\/strong> An H.B. (10.08.2009).<\/p>\n<p>[2] Gemeint ist <strong>Karl Marx: <em>Das Elend der Philosophie<\/em> MEW 4 (65-182)<\/strong>.<\/p>\n<p>[3] <strong>Karl Marx: <em>Zur Kritik des Hegelschen Staatsrechts<\/em><\/strong> MEW 1 (203-333).<\/p>\n<p>[4] <strong>Karl Marx: <em>Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie<\/em>. Einleitung<\/strong> MEW 1 (378-391).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reaktionen auf die partei Marx aus dem Jahr 2010.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1251"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1251"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1251\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}