{"id":1196,"date":"2011-06-01T14:33:15","date_gmt":"2011-06-01T12:33:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1196"},"modified":"2011-11-01T17:29:56","modified_gmt":"2011-11-01T15:29:56","slug":"reaktionen-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1196","title":{"rendered":"Reaktionen (2009)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?cat=14\">zur&uuml;ck zur &Uuml;bersicht Reaktionen<\/a><\/p>\n<p><strong>Die an dieser Stelle wiedergegebenen feedbacks zum Projekt Partei Marx haben im Augenblick nur archivalischen Wert, da die eingangs ge\u00e4u\u00dferte Faszination an demselben, bis auf die nachstehend dokumentierten Ausnahmen, fast auf Null gesunken ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Daher verweisen wir auf die REFLEXIONEN, KRITIK und DEBATTE, worin wir uns mit unseren Kritikern und Autoren kritisch auseinandersetzen, die zu der Thematik, mit der wir uns zu besch\u00e4ftigen haben, in, wie wir meinen, besonderer Weise hervorgetreten sind.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zu Dokumentationszwecken wurden einige Briefe aus der Zeit vor 2001 aufgenommen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der letzten Zeit (seit dem Fr\u00fchjahr 2007) haben die REAKTIONEN den einseitigen Charakter einer Art \u201aFlaschenpost\u2019 angenommen, die, so ist zu hoffen, wieder einem regeren Meinungsaustausch Platz machen wird.<\/strong><\/p>\n<p>[Korrekturen sinnentstellender Fehler sowie K\u00fcrzungen werden in eckige Klammern gesetzt und folgen der klassischen Deutschen Rechtschreibung.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/pM_0907_REA_doc.pdf\">Dieser Text ist auch als PDF-Datei verf\u00fcgbar<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An Django <\/strong>(11.01.2009)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber Django,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mit Versp\u00e4tung sende ich Deine freundlichen Neujahrsgr\u00fc\u00dfe zur\u00fcck und danke f\u00fcr beiliegendes Info, bei dem Du an mich und mein Projekt gedacht hast. [1] Allerdings fand ich die Lekt\u00fcre etwas entt\u00e4uschend, wof\u00fcr ich selbstverst\u00e4ndlich nicht Dich verantwortlich mache. Wer die Geschichte auf die dort angegebene Weise erforscht, kann dies nicht tun, ohne sie radikal gegen den Strich zu b\u00fcrsten. Diesen Eindruck habe ich aber von Kinners Aufsatz nicht gewonnen. Es ist nicht mehr die alte Parteigeschichte. Mit so was machte man sich heute nur l\u00e4cherlich, aber auch nicht das, was meiner Ansicht 90 Jahre danach erforderlich ist. Irgendwie liegt dieser Aufsatz dazwischen und ist \u2013 entschuldige \u2013 daher langweilig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun lese ich heute [&#8230;], da\u00df Kinner eine vierb\u00e4ndige Geschichte der KPD herausgebracht hat, die laut ND so ganz anders sein soll als alles Bisherige. Irgendwann werde ich mal darin bl\u00e4ttern und hoffe, nicht genauso entt\u00e4uscht zu sein wie von seinem USPD-Aufsatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Wochenendausgabe vom 03.\/04.01. fand ich einen ziemlich konfusen Artikel: \u201eF\u00fcr Israel, gegen die Araber? F\u00fcr die Araber, gegen Israel?\u201c [2] Darin wird versucht, Anti-Semitismus und Anti-Zionismus einerseits nicht gleichzusetzen, andererseits doch, ohne da\u00df deutlich wird, welche Position eigentlich der Autor bezieht. Wir Deutsche k\u00f6nnen uns aus bekannten Gr\u00fcnden keinen Anti-Wei\u00df-der-Teufel-was-auch-immer leisten, aber Herr Ahmadineschad darf das alles, aber angeblich, ohne dabei die Juden ins Meer schmei\u00dfen zu lassen, was er ohne Zweifel mit Hamas\u2019 Hilfe und mit Freuden t\u00e4te&#8230;?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welch eine Konfusion! Da lob ich mir doch die klare Auskunft von Herrn Mamdouh Habashi in der Beilage der jW [3] von diesem Wochenende: \u201eEs kann keine gerechte und nachhaltige L\u00f6sung mit dem Zionismus als staatsgr\u00fcndende Ideologie geben. Ob politisch links oder rechts, wer die Rolle des Staates Israel in den geostrategischen Pl\u00e4nen des Westens\u201c (sic! nur des \u201eWestens\u201c?) \u201eund der Politik des Imperialismus des 21. Jahrhunderts \u00fcbersieht oder nicht wahrhaben will, will keinen realistischen Frieden.\u201c Hei\u00dft \u201erealistischer Frieden\u201c: vor Herrn Ahmadineschads Antisemitismus und solchen G\u00e4sten wie Haider oder Lafontaine (der zumindest in den Iran mal eingeladen war) usw. zu kapitulieren? Herr Habashi wird darin von der jW auch nach der \u201aSolidarit\u00e4t mit Israel\u2019-Politik Gregor Gysis gefragt. Die nicht sehr freundliche Antwort solltest Du selbst nachlesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus alledem wird f\u00fcr mich nur erkennbar, da\u00df sich die LINKE irgendwann zwischen den Herren Habashi und Ahmadineschad auf der einen und Frau Knobloch auf der andern Seite zu entscheiden haben wird. Eine Entscheidung, die aussieht wie zwischen Pest und Cholera. Das ND liefert dazu die entsprechende Konfusion&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich<\/p>\n<p><sup>1) <\/sup><em>Neues Deutschland<\/em>, 30.12.2008.<strong> Klaus Kinner: <em>Fl\u00fcgelk\u00e4mpfe und Fusionen<\/em>. Parteibildungsprozesse in der deutschen Arbeiterbewegung und ein unorthodoxes Erbe.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2)<\/sup> <em>Neues Deutschland<\/em>, 03.01.2009. <strong>Bernhard Schmid: <em>F\u00fcr Israel gegen die Araber? F\u00fcr die Araber gegen die Juden?<\/em> In der Haltung zum Nahost-Konflikt und zum Islam sind Europas Rechtsextremisten und -populisten uneinig. Eines ist ihnen jedoch gemeinsam: ein tief verwurzelter Rassismus.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>3)<\/sup> <em>Junge Welt<\/em>, 10.01.2009. <strong><em>Die Widerst\u00e4ndler sind die Kinder der Bev\u00f6lkerung<\/em>. Gespr\u00e4ch mit Mamdouh Habashi. \u00dcber den Widerstand der Hamas, die Friedensunf\u00e4higkeit des Staates Israel und deutsche Linke auf Abwegen.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An Django <\/strong>(05.05.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber Django,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">vielen Dank f\u00fcr Deine E-Mail und die interessanten Texte. [&#8230;] Nun also zu den Texten: ich habe mir in Verbindung damit noch mal unsere Kontroverse von damals angeschaut und bin zu dem Ergebnis gekommen, da\u00df meine damalige Einsch\u00e4tzung auch f\u00fcr die Entwicklung, die die LINKE seither genommen hat, voll und ganz zutrifft. Diese hat sich nur dahingehend weiter zugespitzt, da\u00df die LINKE mit den \u201aGlobalisierungskritikern\u2019 inzwischen vollst\u00e4ndig zusammengewachsen ist, soda\u00df man zwischen dem \u201agr\u00fcnen\u2019 und dem \u201alinken\u2019 New Deal so gut wie keinen Unterschied mehr erkennen kann. Ob aus diesem Verschmelzungsproze\u00df, den ich bisher, zugegebenerma\u00dfen einseitig, an dem linken Anspruch der daran als \u201awest-deutsche\u2019 Linke Beteiligten gemessen habe, eine neue Qualit\u00e4t entstanden ist, l\u00e4\u00dft sich von der Position, die die <em>partei Marx<\/em> bisher dazu eingenommen hat, nicht mehr ad\u00e4quat bestimmen. Insofern war meine fr\u00fchere Einsch\u00e4tzung zwar richtig, aber die Frage, worin diese neue Qualit\u00e4t besteht, l\u00e4\u00dft sich auf unserer bisherigen Diskussionsgrundlage nicht mehr hinreichend beantworten. Dieser Zug ist wohl abgefahren. Die \u201alinke\u2019 \u201aWiedervereinigung\u2019 ist komplett; die \u201aWiedervereinigung\u2019 der \u201aLinken\u2019 in der Partei gleichen Namens im Prinzip abgeschlossen. Einige \u00dcberlegungen dazu findest Du auf den Seiten der <em>partei Marx<\/em>, die von einer gewissen Abschiedsstimmung umweht sind [<strong><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=15\">KOMMUNISMUS 3 \u201aKommunismus\u2019 und Kommunismus in Deutschland<\/a><\/strong>]:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer von der <em>partei Marx<\/em> urspr\u00fcnglich gestartete Versuch, mit der deutschen Linken \u00fcber eine Alternative zu dem Weg, den sie nun gemeinsam mit den Herren Putin-Medwedjew eingeschlagen hat, ins Gespr\u00e4ch zu kommen, ist damit beendet. Eine Fortsetzung derartiger Debatten wird in Zukunft nur noch mit denjenigen Linken einen Sinn machen, die zumindest ihre berechtigten Zweifel an dieser Entwicklung haben, ohne sich gleich, wie z.B. die \u201aAntideutschen\u2019 oder die Bakunisten, nur in entgegensetzter Richtung, dies tun, mit einem Imperialismus gegen den konkurrierenden Imperialismus, mit einer der neu entstehenden Weltm\u00e4chte (Ru\u00dfland, China, dem Islamismus wahabitischer oder schiitischer Pr\u00e4gung) gegen die alte us-amerikanische Weltmacht (oder umgekehrt) gemein zu machen; die also mit der <em>partei Marx<\/em> im wesentlichen die Ansicht teilen, da\u00df es an der Zeit ist, von der Opposition in der Linken zum Widerstand gegen deren linken Sozialimperialismus \u00fcberzugehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter dieser Voraussetzung bleibt die Aufgabe bestehen, die theoretischen Debatten, die urspr\u00fcnglich in der Linken (wenn auch ohne gro\u00dfe Resonanz \u2013 was heute niemanden mehr verwundert) gef\u00fchrt werden sollten, unter den neuen Bedingungen fortzusetzen und die alte Unterscheidung zwischen den \u201aWiderspr\u00fcchen im Volk und den Widerspr\u00fcchen zwischen uns und dem Feind\u2019 zu reaktivieren, eine Unterscheidung die von der revisionistischen Linken immer schon gegen das \u201aVolk\u2019, wenn sich dieses ihren Anspr\u00fcchen verweigerte, gewendet wurde. Darin kommt auch unmi\u00dfverst\u00e4ndlich zum Ausdruck, da\u00df die Differenzen, die die <em>partei Marx<\/em> (vergeblich) versucht hat, in der Linken zu debattieren, nun da sich die Linke <span style=\"text-decoration: underline;\">politisch<\/span> auf den Weg des Sozialimperialismus begibt, von nun an anderer Natur sind als urspr\u00fcnglich angenommen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich danke Dir noch einmal recht herzlich f\u00fcr die textlichen Hinweise und w\u00fcrde mich freuen, auch in Zukunft, wenn es Dir sinnvoll erscheint, damit bedacht zu werden.<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe und alles Gute<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An <em>Partei Marx<\/em><\/strong> (06.05.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber Ulrich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meinen Kommentar zu diesem Brief findest Du in den Fu\u00dfnoten. Leider finde ich, da\u00df Deine Auffassungen wieder einmal nichts mit den Realit\u00e4ten zu tun haben. Auch w\u00e4re es hilfreich f\u00fcr ein z\u00fcgiges Lesen, wenn Du nicht immer so elend lange Schachtels\u00e4tze bilden w\u00fcrdest.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">06.05.2009.<br \/>\nHerzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Django<\/p>\n<p><strong>Die Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[&#8230;] Nun also zu den Texten: ich habe mir in Verbindung damit noch mal unsere Kontroverse von damals angeschaut und bin zu dem Ergebnis gekommen, da\u00df meine damalige Einsch\u00e4tzung auch f\u00fcr die Entwicklung, die die LINKE seither genommen hat, voll und ganz zutrifft. Diese hat sich nur dahingehend weiter zugespitzt, da\u00df die LINKE mit den \u201aGlobalisierungskritikern\u2019 inzwischen vollst\u00e4ndig zusammengewachsen ist, soda\u00df man zwischen dem \u201agr\u00fcnen\u2019 und dem \u201alinken\u2019 New Deal so gut wie keinen Unterschied mehr erkennen kann. <strong>[1]<\/strong> Ob aus diesem Verschmelzungsproze\u00df, den ich bisher, zugegebenerma\u00dfen einseitig, an dem linken Anspruch <strong>[2]<\/strong> der daran als \u201awest-deutsche\u2019 Linke Beteiligten gemessen habe, eine neue Qualit\u00e4t entstanden ist, l\u00e4\u00dft sich von der Position, die die <em>partei Marx<\/em> bisher dazu eingenommen hat, nicht mehr ad\u00e4quat bestimmen. Insofern war meine fr\u00fchere Einsch\u00e4tzung zwar richtig, aber die Frage, worin diese neue Qualit\u00e4t besteht, l\u00e4\u00dft sich auf unserer bisherigen Diskussionsgrundlage nicht mehr hinreichend beantworten. Dieser Zug ist wohl abgefahren. Die \u201alinke\u2019 \u201aWiedervereinigung\u2019 ist komplett; <strong>[3]<\/strong> die \u201aWiedervereinigung\u2019 der \u201aLinken\u2019 in der Partei gleichen Namens im Prinzip abgeschlossen. Einige \u00dcberlegungen dazu findest Du auf den Seiten der <em>partei Marx<\/em>, die von einer gewissen Abschiedsstimmung umweht sind [<strong><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=15\">KOMMUNISMUS 3 \u201aKommunismus\u2019 und Kommunismus in Deutschland<\/a><\/strong>]:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer von der <em>partei Marx<\/em> urspr\u00fcnglich gestartete Versuch, mit der deutschen Linken \u00fcber eine Alternative zu dem Weg, den sie nun gemeinsam mit den Herren Putin-Medwedjew <strong>[4] <\/strong>eingeschlagen hat, ins Gespr\u00e4ch zu kommen, ist damit beendet. Eine Fortsetzung derartiger Debatten wird in Zukunft nur noch mit denjenigen Linken einen Sinn machen, die zumindest ihre berechtigten Zweifel an dieser Entwicklung haben, ohne sich gleich, wie z.B. die \u201aAntideutschen\u2019 oder die Bakunisten, nur in entgegensetzter Richtung, dies tun, mit einem Imperialismus gegen den konkurrierenden Imperialismus, mit einer der neu entstehenden Weltm\u00e4chte (Ru\u00dfland, China, dem Islamismus wahabitischer oder schiitischer Pr\u00e4gung) gegen die alte us-amerikanische Weltmacht (oder umgekehrt) gemein zu machen; die also mit der <em>partei Marx<\/em> im wesentlichen die Ansicht teilen, da\u00df es an der Zeit ist, von der Opposition in der Linken zum Widerstand gegen deren linken Sozialimperialismus \u00fcberzugehen.<strong> [5]<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter dieser Voraussetzung bleibt die Aufgabe bestehen, die theoretischen Debatten, die urspr\u00fcnglich in der Linken (wenn auch ohne gro\u00dfe Resonanz \u2013 was heute niemanden mehr verwundert) gef\u00fchrt werden sollten, unter den neuen Bedingungen fortzusetzen und die alte Unterscheidung zwischen den \u201aWiderspr\u00fcchen im Volk und den Widerspr\u00fcchen zwischen uns und dem Feind\u2019 zu reaktivieren, eine Unterscheidung die von der revisionistischen Linken immer schon gegen das \u201aVolk\u2019, wenn sich dieses ihren Anspr\u00fcchen verweigerte, gewendet wurde. Darin kommt auch unmi\u00dfverst\u00e4ndlich zum Ausdruck, da\u00df die Differenzen, die die <em>partei Marx<\/em> (vergeblich) versucht hat, in der Linken zu debattieren, nun da sich die Linke <span style=\"text-decoration: underline;\">politisch<\/span> auf den Weg des Sozialimperialismus begibt,<strong> [6] <\/strong>von nun an anderer Natur sind als urspr\u00fcnglich angenommen.\u201c &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[1]<\/strong> <strong>Der prinzipielle und gro\u00dfe Unterschied zwischen dem gr\u00fcnen und dem \u201elinken\u201c New Deal besteht darin, da\u00df DIE LINKE f\u00fcr eine Demokratisierung der Wirtschaft eintritt, was nur ein anderes Wort f\u00fcr Vergesellschaftung ist. Der gr\u00fcne New Deal will nur eine technologische Reform des Kapitalismus, ohne dessen Grundlagen anzutasten. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[2] Welcher Anspruch?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[3] Die Linke in Deutschland ist sehr viel gr\u00f6\u00dfer als DIE LINKE!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[4] Zu behaupten, da\u00df die deutsche Linke mit Putin-Medwedjew gemeinsame Sache macht, ist v\u00f6llig aus der Luft gegriffen. F\u00fcr DIE LINKE trifft das allein schon deshalb nicht zu, weil sie eine konsequente Friedenspartei ist. Wo hast Du diesen Unsinn her?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[5] Ob China eine \u201esozialimperialistische\u201c Macht ist, ist noch nicht ausgemacht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>[6] Ich kenne keinen Linken, der sich auf den Weg des \u201eSozialimperialismus\u201c begibt. F\u00fcr DIE LINKE trifft dies gewi\u00df nicht zu, da sie jede Form der Herrschaft eines Staates \u00fcber einen anderen prinzipiell ablehnt.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An Django <\/strong>(10.05.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber Django,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">meine S\u00e4tze werden so lange verschachtelt bleiben, wie die Realit\u00e4t sich mir so verschachtelt darstellt. Aber ich verspreche Dir, da\u00df sich beides in absehbarer Zeit \u00e4ndern wird. Im \u00fcbrigen w\u00e4re es hilfreich gewesen, wenn Du den ganzen Aufsatz gelesen h\u00e4ttest, aus dem in meinem Brief zitiert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun zu Deinen Fu\u00dfnoten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu meiner These, da\u00df \u201eman zwischen dem \u201agr\u00fcnen\u2019 und dem \u201alinken\u2019 New Deal so gut wie keinen Unterschied mehr erkennen kann\u201c, Deine <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Fu\u00dfnote 1)<\/span><\/strong>, da\u00df der Unterschied zwischen beidem darin bestehe, \u201eda\u00df DIE LINKE f\u00fcr eine Demokratisierung der Wirtschaft eintritt, was nur ein anderes Wort f\u00fcr Vergesellschaftung ist\u201c, w\u00e4hrend der gr\u00fcne New Deal \u201eeine technologische Reform des Kapitalismus (will), ohne dessen Grundlage anzutasten\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Grundlagen der kapitalistischen Produktionsweise w\u00e4ren denn das, die durch eine \u201eDemokratisierung der Wirtschaft\u201c angetastet w\u00fcrden, die nicht bereits von der vor- oder post-Godesberger Sozialdemokratie im Sinne der gro\u00dfen Kapitale \u201ademokratisiert\u2019 wurden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder wollt Ihr die Mehrwertproduktion \u201eantasten\u201c? Denn durch eine \u201eDemokratisierung der Wirtschaft\u201c tastet Ihr bestenfalls die Herrschaft des einen Chefs an und ersetzt diese durch die Herrschaft eines anderen (meinetwegen eines kollektiven) Chefs, ohne die Macht des Kapitals im geringsten \u201ean(zu)tasten\u201c. Oder wollt ihr gar die Herrschaft der Bourgeoisie \u201eantasten\u201c und diese durch eine Diktatur des Proletariats im Sinne der Pariser Kommune ersetzen? Durch die Diktatur welchen Proletariats, bitte sehr? Du warst es doch immer, der mir genau diese Frage gestellt hat!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Wahrheit wollt Ihr der \u201aalten\u2019 Bourgeoisie nur verst\u00e4rkt auf die Spr\u00fcnge helfen und sie dazu n\u00f6tigen, mit Euch die Macht und den Reichtum des Kapitals zu teilen und dazu, ihrerseits vielleicht irgendwann ganz darauf zu verzichten, sollten vielleicht einmal wieder irgendwelche Panzer vor der Haust\u00fcr stehen! Denn ich habe durch die Lekt\u00fcre Eurer Parteipresse arge Zweifel, ob Ihr dem panzergetriebenen Sozialismus-Export der nahen Vergangenheit wirklich ehrlichen Herzens Adieu gesagt habt? Sonst h\u00e4ttet Ihr nicht schon den russischen Panzern in Georgien solch gro\u00dfen Respekt bezeugt. Aber dazu weiter unten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dem oben angesprochenen Unterschied hei\u00dft es in <em>kontrovers <\/em>01\/2009, 13: \u201eEine Umw\u00e4lzung der gesamten Produktionsstruktur, der Praxis und Kultur des Konsumismus, der \u00d6konomie der Autogesellschaft, der Struktur unserer St\u00e4dte und unseres gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisses zur Natur, ohne die kapitalistische Produktionsweise als solche anzutasten [!], reproduziert jedoch zugleich deren Widerspr\u00fcche.\u201c [1] Daraus lie\u00dfe sich vielleicht noch eine Distanzierung zu den \u201aGlobalisierungskritikern\u2019 und den GR\u00dcNEN ablesen, die Du z.B. auf den Seiten der <em>partei Marx<\/em> h\u00e4ttest nachlesen k\u00f6nnen. Eine solche wird aber im n\u00e4chsten Satz taktisch wieder zur\u00fcckgenommen, was erneut bezeugt, da\u00df der \u201aAnti-Kapitalismus\u2019 der LINKEN theoretisch vollkommen bodenlos und politisch daher kaum weniger demagogisch als derjenige der Neo-Nazis ist: \u201eInsofern der Public und der Green New Deal aber Grundprobleme der gegenw\u00e4rtigen Produktions- und Lebensweise aufgreifen [!] und die Strukturen der Reproduktion zu ver\u00e4ndern sucht, bieten sie deutliche Ansatzpunkte f\u00fcr eine transformatorische Politik, die \u00fcber den Kapitalismus hinausweist und k\u00f6nnen zu einem Hauptfeld f\u00fcr eine solidarische Gesellschaft werden.\u201c [2]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wor\u00fcber diese \u201eAnsatzpunkte &#8230;hinausweisen\u201c, das ist in meinen Augen in letzter Konsequenz ein linker \u00d6ko-Faschismus, den sich die hard working people in ihrer Mehrzahl gewi\u00dflich nicht gefallen und sie die GR\u00dcNEN daher fallen lassen werden! Wie stark DIE LINKE im \u00fcbrigen mit unseren gr\u00fcnen \u00d6kofaschisten an einem Strang zieht, zeigt sich im Schlu\u00dfwort des o.g. Papers, 22: \u201eEs ist an der Zeit, nicht nur in Lateinamerika, sondern auch in Europa und weltweit die Perspektive der Transformation, die \u00fcber den Kapitalismus hinausweist [!], das Ziel einer solidarischen Gesellschaft auf die Tagesordnung zu setzen. &#8230; Auf die proklamierte R\u00fcckkehr [?] zu einer gescheiterten \u201asozialen\u2019 Marktwirtschaft sollte die Linke mit der Forderung nach dem Vorw\u00e4rts zu einer solidarischen Gesellschaft mit einer sozial und \u00f6kologisch regulierten Mischwirtschaft [hier mischen sich nicht nur die Wirtschaft, sondern auch zwei Parteiprogramme!] mit starken \u00f6ffentlichen, gemeinwirtschaftlichen Sektoren, als Schritt im Zuge eines sozial\u00f6kologischen Umbaus antworten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder worin siehst Du bei der \u201esozial und \u00f6kologisch regulierten Mischwirtschaft &#8230; im Zuge eines sozial\u00f6kologischen Umbaus\u201c einen Unterschied zum Green New Deal? Es gibt so gut wie keinen! Au\u00dferdem eine gro\u00dfe Gemeinsamkeit: sich als Steuerverteilungspartei in Szene zu setzen zur Schaffung von Jobs, die dann von beiden Parteien schiedlich friedlich unter ihrer Klientel in Umkehrung der Parole verteilt werden: \u201a<span style=\"text-decoration: underline;\">Wir<\/span> sind das Volk\u2019! Frau Roth verteilt 1 Million Jobs, Herr Gysi 2 Millionen. Das ist der einzige Unterschied. Eigentlich ziemlich l\u00e4cherlich das ganze, aber gerade deshalb um so gef\u00e4hrlicher&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Fu\u00dfnote 2)<\/span><\/strong>: Du fragst: \u201eWelcher Anspruch?\u201c [3] Gemeint ist der Anspruch, mit dem die revolution\u00e4re Linke von 1967 mit ihrer Politik an der Oktoberrevolution anzukn\u00fcpfen versuchte. Aber vergi\u00df diesen Anspruch!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um dar\u00fcber ernsthaft zu diskutieren, m\u00fc\u00dfte dieser von beiden Seiten ernstgenommen werden. Daf\u00fcr kann ich in Deiner Partei keine ernstzunehmenden Anzeichen (woran auch ein paar Alibi-Aufs\u00e4tze\/Veranstaltungen nichts \u00e4ndern) entdecken.<\/p>\n<p>Deine <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Fu\u00dfnote 3)<\/span><\/strong> zu dem Satz: \u201eDie \u201alinke\u2019 \u201aWiedervereinigung\u2019 ist komplett, die \u201aWiedervereinigung\u2019 der \u201aLinken\u2019 in der Partei gleichen Namens im Prinzip abgeschlossen\u201c, lautet: \u201eDie Linke in Deutschland ist sehr viel gr\u00f6\u00dfer als DIE LINKE\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mag sein! Es handelt sich hier aber nicht um ein mengentheoretisches Problem. Es geht darum, ob die \u00fcbrige Linke sich noch <span style=\"text-decoration: underline;\">wesentlich<\/span> von der LINKEn politisch unterscheidet? Das wage ich stark zu bezweifeln. Sie, d.h. die \u201eLinke in Deutschland\u201c, sind Kinder ein und derselben Konterrevolution gegen den Kommunismus <span style=\"text-decoration: underline;\">geblieben<\/span>, weil sie deren fragw\u00fcrdige Errungenschaften als Linke nie ernsthaft in Frage gestellt hat. Es gibt nur einen Unterschied zwischen den GR\u00dcNEN und der LINKEN: jene haben sich und die gro\u00dfe Kulturrevolution von 1967 an die Bourgeoisie verkauft, anstatt sie in die Arbeiterklasse zu tragen; die LINKE hat dies nicht n\u00f6tig, weil ihr Besatzungsmacht-Sozialismus schon von vornherein verraten und verkauft war. Aber, um in der Mehrheitsgesellschaft \u00fcberhaupt ein Bein auf die Erde zu bekommen, stellt sie sich als Vollstrecker einer Kontinuit\u00e4t dar, die in der Realit\u00e4t l\u00e4ngst zerbrochen ist. Was bei den Gr\u00fcnen ein \u00fcbler Scherz war, ist bei der LINKEn eine billige Farce.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Deiner <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Fu\u00dfnote 4)<\/span><\/strong>, d.h. zum gemeinsamen Weg, den die deutsche Linke mit den Herren Putin-Medwedjew einzuschlagen gedenkt, bietet sich der Aufsatz von Roy und Zhores Medwedjew im ND von diesem Wochenende (09.\/10.05.) \u00fcber die Frage an: \u201eWer sitzt vorn auf dem russischen Tandem?\u201c [4] Diese reine Kreml-Hofberichterstattung, die an prominenter Stelle unkommentiert im ND erscheint, w\u00fcrde ich durch die These zusammenfassen: Die Wirtschaftskrise kam aus dem Westen (\u201eDie Krise kam schlie\u00dflich aus dem Westen\u201c) \u2013 deren Heil-ung kommt von Herrn Putin (Ex oriente lux: \u201eIm Bewu\u00dftsein der Mehrheit in Ru\u00dfland ist Putin der nationale F\u00fchrer\u201c.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Artikeln wie diesem wird deutlich, da\u00df DIE LINKE allem Anschein nach ein roll-back der im Staatsbankrott untergegangenen SU + DDR vorhat nach dem Motto: Ihr habt uns 1989 unseren Staatsbankrott abgewickelt \u2013 reden wir jetzt \u00fcber euren Staatsbankrott im Jahre 2010 + x! Ihr habt uns 1989 aus dem politischen Gesch\u00e4ft gedr\u00e4ngt \u2013 jetzt machen wir dasselbe mit euch!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hoffentlich vertut sich Deine Partei nicht mit dieser Retourkutsche! Die Deutschen m\u00f6gen, glaubt man nicht nur der BILD-Zeitung, politisch ziemlich dumm sein, aber sie haben ein Elefantenged\u00e4chtnis!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Roy Medwedjew, der ein hervorragendes Buch \u00fcber die Oktoberrevolution geschrieben hat (<em>Das Urteil der Geschichte<\/em>), macht sich mit diesem Aufsatz zum erb\u00e4rmlichen Hofnarren Putins. Dieser Wandlungsproze\u00df der linken russischen Intelligenz ist mehr als erschreckend. Andererseits zeigen sich die Trotzkisten wieder einmal von ihrer Schokoladenseite&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Fu\u00dfnote 5)<\/span><\/strong>: \u201eOb China eine \u201asozialimperialistische\u2019 Macht ist, ist noch nicht ausgemacht\u201c.<br \/>\nAusgemacht ist zumindest, da\u00df China eines der wenigen L\u00e4nder ist, in dem eine KP die alleinige Herrschaft aus\u00fcbt, deren Sozialimperialismus sich zun\u00e4chst nur gegen die nationalen Minderheiten in den sog. Randgebieten richtet. In der Tat hat die KPCh noch keinen klaren Schwenk zu einer sozialimperialistischen Weltmacht vollzogen. Das w\u00e4re erst mit der Realisierung einer entsprechenden Flottenbaupolitik (Flugzeugtr\u00e4ger) der Fall. Erst dann bef\u00e4nde es sich auf dem Stand der (post-)<br \/>\nstalinschen SU der 50er und 60er Jahre. Aber das ist eine Frage der Zeit. Und gemessen daran ist die Unterdr\u00fcckung der nationalen Minderheiten \u201anur\u2019 erst Symptom eines zu erwartenden offenen nach Weltherrschaft strebenden Sozialimperialismus.<\/p>\n<p>Allerdings k\u00fcmmert das Bl\u00e4tter wie jW oder uz herzlich wenig, die die Tibet-Politik der VR China offen rechtfertigen (Denen ist daher reichlich schnuppe, da\u00df es eigentlich in jeder Nation Sache der unterdr\u00fcckten Klassen ist, ihre Sklavenhalterklasse eigenh\u00e4ndig st\u00fcrzen zu d\u00fcrfen \u2013 auch die der tibetischen; durch die Verweigerung des Selbstbestimmungsrechts der Nationen wird statt dessen der Nimbus der reaktion\u00e4ren Klassen dieser Nation gerade erst gest\u00e4rkt. Was wohl auch beabsichtigt ist, um schlie\u00dflich eine solche Nation qua Nation auszul\u00f6schen. Kannst Du alles bei Lenin nachlesen&#8230;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Fu\u00dfnote 6)<\/span><\/strong>: Entgegen der Behauptung der <em>partei Marx<\/em> kennst Du \u201ekeinen Linken, der sich auf den Weg des \u201aSozialimperialismus\u2019 begibt\u201c. Dazu sei nach Deinen Worten schon gar nicht DIE LINKE zu z\u00e4hlen, \u201eda sie jede Form der Herrschaft eines Staates \u00fcber einen anderen prinzipiell ablehnt!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 21.\/22.03.2009 ver\u00f6ffentlicht das ND auf der Themen-Seite \u201eDer NATO-Krieg gegen Jugoslawien\u201c unter der \u00dcberschrift: \u201eEs geschah in unserem Namen\u201c, einen Artikel von Hans Wallow, der die V\u00f6lkermord-These der damaligen rot-gr\u00fcnen Regierung zu widerlegen sucht. [5] Es handelt sich um einen jener Argumentationsversuche, die zeigen sollen, da\u00df die Fluchtbewegung der kosovarischen Bev\u00f6lkerung erst durch die Nato-Bombardements und nicht bereits von den M\u00f6rderbanden der im Staatsauftrag extra-legal operierenden Tschetnik-Verb\u00e4nde ausgel\u00f6st wurde; d.h. da\u00df, wie in der sozialimperialistischen Propaganda \u00fcblich, Ursachen und Wirkungen schlicht auf den Kopf gestellt werden, um sich eine passende Argumentation zurechtzulegen. Wallow ist nicht der erste, der die gesamte Vorgeschichte des durch den linken Ultranationalisten Milosevic in gang gesetzten Eroberungskrieges im ehemaligen Jugoslawien ausklammert, aus der Geschichte streicht und die Vertreibungen der Zivilbev\u00f6lkerung erst mit den Bombardements der Nato beginnen l\u00e4\u00dft (die sich im \u00fcbrigen nicht gegen das Kosovo, sondern haupts\u00e4chlich gegen die Macht-Zentren des Milosevic-Regimes richteten). Es ist die klassische Methode der Darstellung des T\u00e4ters als bedauernswertes Opfer. In Wahrheit stellten diese Aktionen der Nato eigentlich nur das letzte Kapitel einer von \u201awestlicher\u2019 Seite halbherzigen und verfehlten Politik dar (Dayton-Abkommen), die bis zum letzten Geht-nicht-mehr gemeinsam mit den V\u00f6lkerm\u00f6rdern \u00fcber die Leichen massakrierter Nicht-Serben zu gehen bereit war, um den aufgestauten Nationalismus sich \u201aausbluten\u2019 zu lassen (so die beeindruckende Formulierung des Sozialdemokraten Egon Bahr in einem Rundfunkinterview aus jener Zeit, das mir lebhaft in Erinnerung geblieben ist).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den linken Sozialimperialismus mache ich folglich daran fest, da\u00df die Linke nicht beide Seiten der Medaille analysiert, sondern auch in diesem Fall den \u00f6stlichen Sozialchauvinismus des Gro\u00df-Serbentums in seiner Konfrontation mit der us-amerikanischen Supermacht \u201aantiimperialistisch\u2019 und \u201aantifaschistisch\u2019 exkulpiert. Halbwahrheiten und die Vertauschung von Ursache und Wirkung sind \u2013 lange ge\u00fcbt \u2013 zwei wichtige Momente sozialimperialistischer Propaganda und Politik, d.h. den Imperialismus ausschlie\u00dflich von der Position des ihm feindlichen Imperialismus zu bek\u00e4mpfen und dabei dessen reaktion\u00e4ren Charakter zu ignorieren. Eben das ist per definitionem linker Sozialimperialismus von den \u201aAnti-Deutschen\u2019 bis zur \u201aJungen Welt\u2019.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein letztes Beispiel: in der Ausgabe des ND vom 09.\/10.08.2008 analysiert J\u00fcrgen Els\u00e4sser, altgedienter \u201aAntideutscher\u2019 aus seiner Zeit bei <em>konkret<\/em>, den Georgien-Krieg und rechtfertigt die Sezessionsversuche der Abchasen und S\u00fcdosseten mit der Abspaltung des Kosovo von Serbien durch den \u201aWesten\u2019, d.h. den einen V\u00f6lkerrechtsbruch durch einen anderen. [6] (Nicht anders sind \u00fcbrigens Stalin und Hitler bei der Aufteilung Polens und des Baltikum 1939 argumentativ vorgegangen). Die Abspaltung beider v\u00f6lkerrechtlich zu Georgien geh\u00f6renden Landesteile begr\u00fcndet d.A. mit dem sozialchauvinistischen Argument: \u201eAbchasen und S\u00fcdosseten wird die Eigenstaatlichkeit nur deswegen vom Westen abgesprochen, weil sie \u2013 anders als die Albaner \u2013 Anlehnung an Ru\u00dfland und nicht an die USA suchen\u201c. Entsprechend diesem Schema ist es nach Els\u00e4sser in Georgien nur deshalb zum Krieg gekommen, weil die Anrainerstaaten des kaspischen Meeres \u201eihr Gas n\u00e4mlich lieber an die russische Konkurrenz als an die BP (verkaufen) und die russischen Pipelines nach Westeuropa sicherer sind als die Tanker ab Ceyhan\u201c. Auf die Idee, da\u00df hinter dem russischen Stamokap vergleichbare imperialistische Interessen stecken k\u00f6nnten wie hinter den Gesch\u00e4ftsideen der \u201awestlichen Imperialisten\u2019, kommt unser Ex-Anti-Deutscher erst gar nicht. Mal ganz abgesehen davon, da\u00df S\u00fcdossetien und Abchasien v\u00f6lkerrechtlich ebenso ein Teil Georgiens sind, wie das Kosovo unbestritten zu Serbien geh\u00f6rt. Man legt sich die politische Karte Europas so zurecht, wie sie einem gerade in den linken Kram pa\u00dft. Hauptsache Ru\u00dfland erscheint immer als das arme Opfer \u201awestlicher\u2019 Aggressionslust. \u201eVor diesem Hintergrund ist es f\u00fcr die West-Multis zwingend, die \u00f6konomisch so erfolgreichen Russen mit milit\u00e4rischer Gewalt vom Kaspischen Meer abzudr\u00e4ngen.\u201c Aber, beruhigt d.A. seine Leser, alles halb so schlimm: \u201eRussische Einheiten haben die Grenze \u00fcberschritten und bieten dem Angreifer Paroli\u201c, ohne da\u00df er auch nur auf den Gedanken k\u00e4me zu fragen, was die russischen Panzer dort eigentlichen verloren hatten? Denn eines war f\u00fcr ihn schon von vornherein klar: \u201eDie Schuld f\u00fcr diese Eskalation liegt \u00fcbrigens bei Saakaschwili\u201c. Die russische Armee hat nur dem Recht wieder einmal zum Durchbruch verholfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie willst Du angesichts dessen als jemand, der angeblich \u201ejede Form der Herrschaft eines Staates \u00fcber einen anderen prinzipiell ablehnt!\u201c, die Frage beantworten, was die russischen Truppen eigentlich \u00fcber einen halben Monat lang in Gori verloren hatten? Zweifellos hat Herr Saakaschwili einen v\u00f6lkerrechtlich zu Georgien geh\u00f6renden Landstrich mit nicht zu akzeptierenden und v\u00f6llig fragw\u00fcrdigen Mitteln (woran heute kaum noch ein politisch ernstzunehmender Georgier zweifelt) gewaltsam zur\u00fcckerobern wollen. Er hat aber im Gegensatz zu Ru\u00dfland keine <span style=\"text-decoration: underline;\">fremde<\/span>, sondern einen Teil der von Separatisten abgetrennten <span style=\"text-decoration: underline;\">eigenen<\/span> Nation \u00fcberfallen, deren Grenzziehung ironischerweise von Stalin h\u00f6chst pers\u00f6nlich nach dem Muster der Grenzziehungen in den britischen Kolonien vollzogen wurde, um den Status Georgiens als gro\u00dfrussische Satrapie zu festigen (<em>divide et impera<\/em>!). Dieser feine, aber entscheidende Unterschied spielt, wollten wir Deinem o.g. Prinzip treu bleiben, f\u00fcr linke Sozialimperialisten keine Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deren Auffassungen finden an exponierter Stelle in Deinem Parteiorgan Aufnahme. Nicht zu reden von der jW oder der uz, wo das ganze noch einen sozialimperialistischen Dreh h\u00e4rter mit entsprechend klarer russophiler Schlagseite vertreten wird. Aber inzwischen seid Ihr, wie der Artikel der Br\u00fcder Medwedjew zeigt, ja dabei, auch diesen Vorsprung aufzuholen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soviel zu Deinen Fu\u00dfnoten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup> <a href=\"http:\/\/www.rosalux.de\/\">www.rosalux.de<\/a> <em>kontrovers<\/em>. Beitr\u00e4ge zur politischen Bildung 01\/2009: <strong>Die Krise des Finanzmarkt-Kapitalismus \u2013 Herausforderung f\u00fcr die Linke<\/strong> (Institut f\u00fcr Gesellschaftsanalyse der Rosa Luxemburg Stiftung M\u00e4rz 2009).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2)<\/sup> Ebenda.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>3)<\/sup> Oben, <strong>An Django<\/strong>, hie\u00df es<strong>: \u201eOb aus diesem Verschmelzungsproze\u00df, den ich bisher, zugegebenerma\u00dfen einseitig, an dem linken Anspruch der daran als \u201awest-deutsche\u2019 Linke Beteiligten gemessen habe, eine neue Qualit\u00e4t entstanden ist, l\u00e4\u00dft sich von der Position, die die <em>partei Marx<\/em> bisher dazu eingenommen hat, nicht mehr ad\u00e4quat bestimmen.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>4)<\/sup> <em>Neues Deutschland<\/em>, 09.05.2009. <strong>Roy und Zhores Medwedjew: <em>Wer sitzt vorn auf dem russischen Tandem?<\/em> Auch ein Jahr nach seiner Einf\u00fchrung ins Pr\u00e4sidentenamt ist Dmitri Mewedjew noch \u201aSch\u00fcler und Kampfgef\u00e4hrte\u2019 seines Vorg\u00e4ngers und Premiers Wladimir Putin.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>5)<\/sup> <em>Neues Deutschland<\/em>, 21.03.2009. <strong>Hans Wallow: <em>Es geschah in unserem Namen<\/em>. Vor zehn Jahren zog Deutschland erstmals nach 1945 wieder in einen Angriffskrieg.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>6)<\/sup> <em>Neues Deutschland<\/em>, 09.08.2008. <strong>J\u00fcrgen Els\u00e4sser: <em>Krieg ums kaspische \u00d6l<\/em>. Die georgische Pipeline von British Petroleom ist ein Flop. Gazprom er\u00f6ffnet eine R\u00f6hre nach der anderen. Mit Krieg soll der russische Vorsprung eliminiert werden.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An <em>Partei Marx<\/em><\/strong> (13.05.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Guten Tag Ulrich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deine Bemerkungen sind derart krank und perfide, da\u00df ich hiermit jeden Kontakt zu Dir abbreche. Falls es noch Texte von mir auf irgendeiner Website von Dir geben sollte, fordere ich Dich hiermit auf, diese unverz\u00fcglich zu entfernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[Im Anhang zu dieser Mail befindet sich \u201e&#8230;eine Antwort auf Bemerkungen von EUK vom 10.05.2009, die ich mit Mail vom 12.05.2009, 13:28 erhalten habe\u201c]:<\/p>\n<p>1. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 VERGESELLSCHAFTUNG<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vergesellschaftung (per Reformen) bedeutet, da\u00df die Gesellschaft (schrittweise) \u00fcber die Produktionsmittel verf\u00fcgt. Dabei ist die Verf\u00fcgung nicht allein an Eigentumstitel gebunden, sondern kann auch durch Gesetz geregelt werden \u2013 wodurch die sozialen und \u00f6kologischen Interessen der Mehrheit ins Spiel kommen. Konkrete Subjekte und Formen der Verf\u00fcgung sind z.B. Belegschaften, Genossenschaften, kommunale Vertreter, Vertreter des Konsumenten etc. Damit w\u00e4re die Herrschaft des Kapitals \u00fcber die Wirtschaft aufgehoben. Dazu bedarf es Mehrheiten bei Wahlen und in der Gesellschaft (vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Lernprozesses). Damit w\u00e4re die Vorherrschaft des Kapitals \u00fcber die Gesellschaft aufgehoben. Insgesamt handelt es sich um einen langen historischen Proze\u00df. Eine Diktatur welcher Art auch immer lehnt DIE LINKE ab. Bereits die SED-PDS hat auf ihrem Au\u00dferordentlichen Parteitag im Dezember 1989 unwiderruflich mit dem Stalinismus als System gebrochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 MEHRWERTPRODUKTION<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehrwertproduktion ist unabdingbar. Es kommt vielmehr auf die Verwendung des Mehrwerts an \u2013 durch wen und f\u00fcr wen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 PANZER UND (GEORGIEN)-KRIEG<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">DIE LINKE lehnt Krieg als Mittel der Politik prinzipiell ab. Dies ist jedem bekannt, der sich auch nur ein wenig mit der Politik der DIE LINKE auskennt. Da\u00df DIE LINKE den russischen Panzern gro\u00dfen Respekt bezeugt h\u00e4tte, ist durch nichts zu belegen. Es handelt sich vielmehr um eine perfide Unterstellung Deinerseits, die ich Dir pers\u00f6nlich \u00fcbelnehme.\u00a0Perfide deshalb, weil Du dies behauptest, obwohl es nur einer geringen M\u00fche bedurft h\u00e4tte, um die entsprechenden authentischen Stellen zu diesem Thema zu finden (Google: siehe hierzu Anlagen). Da\u00df Du nicht einmal diese Recherchen f\u00fcr n\u00f6tig befunden hast, sagt mir, da\u00df diese Unterstellungen in b\u00f6sartiger Absicht geschehen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ANSATZPUNKTE<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Green New Deal bietet insofern Ansatzpunkte, als er tats\u00e4chlich die Umweltkrise thematisiert und richtige Konzepte f\u00fcr ihre Bearbeitung vorlegt, z.B. Ausstieg aus der Energieproduktion aus Atom, Kohle, \u00d6l und Erdgas durch deren Umstellung auf Sonne, Wind etc. Das kann ein Dogmatiker nat\u00fcrlich nicht verstehen, weil ja nur er DAS Grundproblem bzw. den einzig wahren Weg zum Sozialismus kennt: Die Diktatur der Bourgeoisie bzw. die Diktatur des Proletariats. Hier von \u00d6ko-Faschismus zu schreiben, ist nur noch krank!!! Eine Begr\u00fcndung ersparst Du Dir denn auch. Diese w\u00e4re dann auch doch selbst f\u00fcr Deine Verh\u00e4ltnisse zu irre ausgefallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es besteht hier also logischerweise <span style=\"text-decoration: underline;\">insofern<\/span> kein Unterschied, als es schlicht richtig ist, von z.B. den fossilen Energietr\u00e4ger wegzukommen und es sich im \u00fcbrigen bei der Umweltkrise um eine Existenzfrage der Menschheit \u00fcberhaupt handelt, es also insofern absolut notwendig ist, diese zu l\u00f6sen, um \u00fcberhaupt noch von irgendeiner menschenw\u00fcrdigen zuk\u00fcnftigen Gesellschaft sinnvoll reden zu k\u00f6nnen. Ohne die L\u00f6sung der Umweltkrise kann es keine sozialistische Gesellschaft geben.<\/p>\n<p class=\"MsoFootnoteText\" style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup> Bei dieser Gelegenheit erinnere ich mich auch daran, da\u00df Du seinerzeit anl\u00e4\u00dflich meiner Kritik an DEINEN \u201emarxistischen\u201c Positionen schlankweg auf die Klassiker verwiesen hast, so als h\u00e4ttest Du eigentlich gar nichts damit zu tun bzw. tr\u00fcgen Marx und Engels die Verantwortung f\u00fcr DEINE Auffassungen.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An den Buchladen Georgi Dimitroff in Frankfurt<\/strong> (12.05.2003)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hallo Buchladenkollektiv,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">leider finde ich erst jetzt Zeit, auf die mir zugesandte reichhaltige Materialsammlung zu reagieren und mich daf\u00fcr zu bedanken. Ich hatte es ja auf die Ausgabe von <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> mit den \u201e\u00dcberzeugende(n) Argumente(n) f\u00fcr den Kommunismus\u201c abgesehen. Da Ihr auf eine inhaltliche Debatte Wert legt, m\u00f6chte ich dazu einige Anmerkungen machen und werde dabei Euer Flugblatt 4\/03 (\u201eStalin in Deutschland verteidigen\u201c) mit einbeziehen. [1]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcberzeugungskraft Eurer Argumente f\u00fcr den Kommunismus wird dadurch geschm\u00e4lert, da\u00df sie sich auf dem Stand von 1927 bewegen und mir auf diesem Erkenntnisniveau des weltrevolution\u00e4ren Klassenkampfes als \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdig erscheinen. 1927 befindet sich die Auseinandersetzung Stalins mit der \u201eVereinigten Opposition\u201c auf ihrem H\u00f6hepunkt, w\u00e4hrend sich der Bruch mit Bucharin wenig sp\u00e4ter andeutet und damit der Ausgangspunkt f\u00fcr die Vernichtung der russischen Bauern(gemeinde), all das kulminierend in dem durch den Kirow-Mord ausgel\u00f6sten Putsch Stalins gegen ZK und Politb\u00fcro&#8230; Ich will damit sagen: Eure mit bestimmten aktuellen Alltagserfahrungen angereicherten allgemeinen Wahrheiten \u00fcber den Kommunismus (Stand 1927) sind in [den] Augen der interessierten \u00d6ffentlichkeit nicht viel wert, solange in ihnen nicht die (theoretisch zu erarbeitenden) historischen Erfahrungen nicht nur der (sehr kurzen) revolution\u00e4ren Epoche seit 1917, sondern auch der ihr folgenden (verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig langen) konterrevolution\u00e4ren Epoche verarbeitet sind. Dazu leistet Ihr in den aus diesem Grund v\u00f6llig abstrakt bleibenden \u201eArgumente(n) f\u00fcr den Kommunismus\u201c keinen Beitrag und von daher bleibt ihre erhoffte \u00dcberzeugungskraft leider ein frommer Wunsch. Und wenn Ihr, wie in dem angesprochenen Flugblatt, konkret werdet, sind Eure Argumente sachlich nicht haltbar:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.\u00a0 Nicht Stalin hat \u201eHitler das Genick gebrochen\u201c, [2] sondern die V\u00f6lker der Sowjetunion haben das vollbracht. Stalin hat zun\u00e4chst alles getan, um mit Hitler eine Verst\u00e4ndigung \u00fcber die \u201afriedliche\u2019 Aufteilung Europas zu erreichen, beginnend mit dem sozialimperialistischen \u00dcberfall auf Finnland, wo er sich eine blutige Nase holte. Als er dann seinen Job als Oberster Befehlshaber aus\u00fcben sollte, war er mehrere Tage nach Hitlers \u00dcberfall nicht zu sprechen. Zweifellos hatte er sich in seinem sozialimperialistischen Kalk\u00fcl total verrechnet, was die Vernichtung fast der gesamten Luftwaffe und mehrerer Divisionen der Roten Armee bedeutete. \u201aHeldenhaft&#8216; hatte er zuvor die gesamte Leninsche Garde und die f\u00e4higsten Kader der Roten Armee ins GULag geschickt oder gleich per Genickschu\u00df liquidiert; nun waren wirkliche Helden gefragt, zu denen Stalin nun einmal nicht z\u00e4hlt. Da\u00df er \u201eHitler das Genick gebrochen\u201c haben soll, hat dieselbe operettenhafte Bedeutung wie Bushs Landung im vollen Pilotendress auf einem Flugzeugtr\u00e4ger im Arabischen Golf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.\u00a0 ist das \u201ePotsdamer Abkommen\u201c kein Abkommen, sondern nur ein <em>paper on understanding<\/em>, die geforderte Einhaltung dieses Nicht-Vertrages daher ein M\u00e4rchen aus Ulbrichts Propagandamaschine. Das \u201eDemokratische\u201c an diesem \u201eDokument\u201c besteht darin, da\u00df es Stalin zu einer Durchdringung auch des westlichen Teils Europas verhelfen sollte, die ihm mit Hilfe von Armee und Geheimdienst im \u00f6stlichen Teil gelungen war, wo er cool seine Leute in die entscheidenden Positionen der antifaschistischen Bewegungen man\u00f6vriert hatte (\u201abestes&#8216; Beispiel: die vollst\u00e4ndige Liquidierung der polnischen KP und die Auswechslung ihrer F\u00fchrer durch Moskauer Exilpolen \u2013 nur in Jugoslawien bekam Stalin mit den nicht weniger brutalen und ausgekochten Tito-Anh\u00e4ngern ernsthafte Schwierigkeiten).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3.\u00a0 Sein Werk sollten alle zuk\u00fcnftigen Kommunisten in der Tat sehr sorgf\u00e4ltig und vor allem kritisch studieren, um die Entstehung des Stalinschen Sozialimperialismus (den er in seinen Grundz\u00fcgen als <em>Volkskommissar f\u00fcr die Nationalit\u00e4ten <\/em>bereits voll entwickelt hat) an der Quelle kennenzulernen. Es gibt zwar eine ganze Bibliothek von nicht-kommunistischen Stalin-Kritiken, die wegen der darin mitgeteilten erforschten historischen Tatsachen einen gewissen Wert haben, aber eine kommunistische Stalin-Kritik kenne ich nicht, jedenfalls keine, die \u00fcber die aus politischer R\u00fccksichtnahme eingeschr\u00e4nkte Kritik Maos hinausgeht. Aber nicht einmal diese relativ beschr\u00e4nkte 70-30-Einsch\u00e4tzung scheint Ihr zu teilen. Schade! Dabei w\u00e4re eine unter Kommunisten gef\u00fchrte Auseinandersetzung \u00fcber Stalin -zig Mal wertvoller als die ganze Bibliotheken f\u00fcllende \u201aStalinismus&#8216;-Kritik&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eure Schlu\u00dffolgerungen hinsichtlich Stalins kann ich aus den genannten Gr\u00fcnden nicht teilen. Es ist vom heutigen Standpunkt relativ belanglos, ob die Stalin-Sch\u00fcler, angefangen mit Chruschtschow, sein \u201aWerk&#8216; fortgesetzt oder damit gebrochen haben, solange sie nicht mit seinem Sozialimperialismus gebrochen haben. Der gro\u00dfe Mao hat uns mit seiner, wenn auch kritischen, Stalin-Verehrung auf eine falsche F\u00e4hrte gesetzt; aber wir sollen ja nach seiner eigenen [d.h. Maos] Auskunft nicht von seinen [d.h. Stalins] Fehlern, sondern seinen Vorz\u00fcgen lernen, und die waren, [was Mao betrifft] trotz seiner Verehrung f\u00fcr Stalin, doch betr\u00e4chtlich, allein schon deshalb, weil Mao ein Sch\u00fcler Lenins geblieben war, was man von Stalin, soweit wir die von ihm unterschlagenen Tatsachen aus <em>Lenins Testament<\/em> kennen, nicht sagen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit will ich meine Anregungen erst einmal unterbrechen. Erg\u00e4nzend verweise ich auf die Home Page <strong>\u201eparteimarx.org\u201c<\/strong>, auf der einige Arbeitsergebnisse zu dem Thema mitgeteilt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ernst-Ulrich Knaudt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup> <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> 4\/03, April 2003: 5. M\u00e4rz 1953: <em>Vor 50 Jahren starb Genosse Stalin<\/em>. Stalin in Deutschland verteidigen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2)<\/sup> Ebenda. <em>Der Name Stalins ist untrennbar verbunden mit dem Kampf der vom Nazifaschismus unterdr\u00fcckten V\u00f6lker Europas und der Sowjetunion<\/em>. \u201eStalin wird Hitler das Genick brechen\u201c, soll der von den Nazis eingekerkerte Vorsitzende der KPD, Ernst Th\u00e4lmann knapp und treffend den Nazi-Henkern entgegengeschleudert haben!<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An den Buchladen Georgi Dimitroff in Frankfurt<\/strong> (21.03.2008)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hallo Buchladenkollektiv,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;Eure Stellungnahme [zur Oktoberrevolution] leidet darunter, da\u00df sie haupts\u00e4chlich eine Zusammenfassung der von Euch herausgegebenen und zu Stalins Lebzeiten erschienenen beiden B\u00e4nde zur Russischen Revolution enth\u00e4lt. [1] Ich habe Euch zur Erinnerung meinen Brief aus 2003 beigelegt [s.o.], aus dem hervorgeht, da\u00df eine aktuelle Einsch\u00e4tzung der Oktoberrevolution nicht ohne die Ber\u00fccksichtigung der Stalinschen Konterrevolution heute noch irgendeinen Sinn macht, in der also die ganze Geschichte gegen den Strich geb\u00fcrstet werden mu\u00df. Beides geh\u00f6rt prinzipiell zusammen; alles andere w\u00e4re reine Archivpflege (die ich, soweit sie von Euch betrieben wird, f\u00fcr durchaus verdienstvoll halte; diese Einsch\u00e4tzung hege ich allerdings auch gegen\u00fcber b\u00fcrgerlichen Historikern, die sich bei ihrer Forschung erkennbar an die historischen Fakten halten. Mehr kann man [von ihnen] nicht verlangen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegensatz dazu fand ich Euren Streikbericht vom November\/Dezember [2007] \u00e4u\u00dferst erfrischend, vergleicht man ihn mit entsprechenden Verlautbarungen und Analysen in der uz oder in der jW. [2] Es trifft zwar auch in diesem Fall zu, was ich 2003 geschrieben habe, da\u00df Ihr irgendwo im Jahre 1927 (in diesem Fall bei Ulbrichts Gewerkschaftslinie) stehengeblieben seid, aber Eure Einsch\u00e4tzungen fassen die Konfliktlage pr\u00e4ziser zusammen als ich es woanders gelesen habe. Ihr la\u00dft Euch auch nicht davon abschrecken, da\u00df die GDL der CDU n\u00e4hersteht als der SPD, und da\u00df diese Gewerkschaft mit privaten Unternehmen Vertr\u00e4ge unter dem DGB-Niveau abgeschlossen hat. \u201eDie Realit\u00e4t ist aber nun eben so: Streiks beginnen nicht als Generalstreiks&#8230;\u201c, wie es Herr Lafontaine gerne s\u00e4he. Allerdings h\u00e4tte Eurer Einsch\u00e4tzung durchaus ein wenig \u201amehr\u2019 Dialektik nicht geschadet: womit z.B. die uz nicht fertig geworden ist, war die Beantwortung der Frage, warum die Unternehmerverb\u00e4nde ein derart elementares Interesse an der Tarifautonomie bekundet haben, und warum das Bundesarbeitsgericht die Koalitionsfreiheit schlie\u00dflich verteidigen mu\u00dfte? Das lag bestimmt nicht an ihrem Wunsch, da\u00df sich die Arbeiter f\u00fcr den politischen Klassenkampf als Klasse assoziieren m\u00f6gen. An dieser M\u00f6glichkeit sind auch die DGB-Gewerkschaften trotz vollmundiger Erkl\u00e4rungen in dieser Richtung nicht wirklich interessiert, wobei deren Doppel-Charakter durch deren klassische Charakterisierung als \u201ereaktion\u00e4rer b\u00fcrokratischer Apparat\u201c, wenn \u00fcberhaupt, dann nur sehr oberfl\u00e4chlich und wenig originell erfa\u00dft ist. Zwar bem\u00fchen sich diese, wie das Kapital auf der Gegenseite, naturgem\u00e4\u00df zwecks Herausbildung einer m\u00f6glichst geschlossenen Verhandlungsposition um die organisatorische Erfassung der Arbeiter in einer m\u00f6glichst gro\u00dfen Brancheneinheit \u2212 die Herstellung der branchenbezogenen Klassensolidarit\u00e4t ist also minimale Voraussetzung, da\u00df die DGB-Gewerkschaften \u00fcberhaupt als Organisationen fortexistieren k\u00f6nnen \u2212, aber auf der anderen Seite gleichen sie eher Versicherungsgesellschaften, die zwischen dem Maximum an Versicherungsbeitr\u00e4gen der einzelnen Mitglieder und den kalkulierbaren Risiken f\u00fcr das Eintreten der Schadensf\u00e4lle (in diesem Falle von Streiks) in ihrer Summe ein \u00fcberschaubares und rationales Verh\u00e4ltnis herstellen m\u00fcssen, damit sich von den Versicherungsnehmern [und ihren Beitr\u00e4gen] eintr\u00e4glich leben l\u00e4\u00dft. (Da\u00df die Gewerkschaften dabei im Sinne ihrer Arbeitsgemeinschaft mit der Bourgeoisie \u2013 in \u00d6sterreich haben die Gewerkschaften mit den Mitgliedsbeitr\u00e4gen auf den Bahamas spekuliert und den Zusammenbruch der Gewerkschaftsbank herbeigef\u00fchrt \u2013 inzwischen selbst zur Bourgeoisie geh\u00f6ren und daher mit einer gewissen Zwangsl\u00e4ufigkeit gegen die historischen Interessen der Arbeiterklassen ihrer L\u00e4nder handeln m\u00fcssen und wollen, ist altbekannt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier nun erweist sich erneut das Jahr 1927 als st\u00f6rend; denn inzwischen haben sich die deutschen Gewerkschaften weitestgehend amerikanisiert, d.h. sie tendieren zunehmend zu profitablen Dienstleistern im nationalen Klassenkampf zur Erk\u00e4mpfung von dem durchschnittlichen Lebensstandard entsprechenden Minimall\u00f6hnen (siehe: <em>Lohn \u2013 Preis \u2013 Profit<\/em>). [3] Gerade deshalb hatte auch die uz zun\u00e4chst einige M\u00fche, anl\u00e4\u00dflich der Lokomotivf\u00fchrerstreiks diese unterschiedlichen Interessenlagen in ihrer Gegens\u00e4tzlichkeit und Verkn\u00fcpfung auf die Reihe zu kriegen und deshalb haben sie anfangs auf der GDL als \u201aSpalter\u2019 der vermeintlichen Klasseneinheit (im DGB-Sinne) herumgepr\u00fcgelt. [4] Das war wohl an der Basis so schlecht angekommen, soda\u00df sie sich dann zur\u00fcckgenommen hat, ohne allerdings ihre notorisch einseitige Abh\u00e4ngigkeit von den DGB-Gewerkschaften generell in Frage zu stellen (\u00fcber deren politische Gr\u00fcnde zu philosophieren erspare ich mir an dieser Stelle.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine realistische Einsch\u00e4tzung der von mir angedeuteten Interessenlage in diesem Streik findet sich woanders kaum, bei Euch zumindest (im Rahmen dessen, was die Linke in dieser Beziehung \u00fcberhaupt noch zustande bringt) in einigen positiven Ans\u00e4tzen, die in Zukunft vielleicht auch dadurch gewinnen w\u00fcrden, wenn Ihr Euren Sprachstil etwas n\u00fcchterner gestaltet. Aber das ist letztlich auch eine inhaltliche Frage.<\/p>\n<p>Soweit meine Eindr\u00fccke und Kritiken zu den \u201epolitischen Stellungnahmen\u201c der \u201eHerausgeberInnen\u201c Eurer Zeitung. Ich hoffe, Euch auch diesmal eine Freude gemacht zu haben und gleichfalls, da\u00df Ihr mir im Gegensatz zum letzten Mal wenigstens mitteilen werdet, ob meine Stellungnahme bei Euch eingetroffen ist und verbleibe bis dahin mit revolution\u00e4ren Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ernst-Ulrich Knaudt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup> <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> 9-10\/07: <strong><em>90 Jahre Sieg der sozialistischen Oktoberrevolution in Ru\u00dfland.<\/em> Der siegreiche bewaffnete Aufstand des Proletariats gegen die Bourgeoisie.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2)<\/sup> <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> 11-12\/07: <strong><em>Erfahrungen des Streiks der Lokf\u00fchrer und Lokf\u00fchrerinnen und des anderen Fahrpersonals der Bahn<\/em>: Die Tricks und Drecksargumente gegen die berechtigten K\u00e4mpfe der Werkt\u00e4tigen bei der Bahn entlarven.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>3) <\/sup><strong>Karl Marx: <em>Lohn, Preis, Profit<\/em><\/strong><sup> <\/sup> MEW 16 (103-152).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>4)<\/sup> <em>unsere zeit<\/em> 24.08.2007. Dort hei\u00dft es z.B. unter der \u00dcberschrift <strong><em>Spaltet die GDL die Gewerkschaftsbewegung<\/em>? Gedanken zu den Aktionen der Lokf\u00fchrer: \u201eDie Ursache f\u00fcr das Verhalten der GDL ist vor dem Hintergrund zu verstehen, da\u00df es sich um eine Standesorganisation handelt. &#8230; Solidarit\u00e4t ist aber Voraussetzung gewerkschaftlichen Handelns. &#8230; \u2212 jeder ist sich selbst der n\u00e4chste, dieses Anliegen f\u00f6rdert die GDL mit ihren Aktionen. Am Ende steht die Spaltung der Belegschaft und der Gewerkschaften&#8230;\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An den Buchladen Georgi Dimitroff in Frankfurt<\/strong> (12.07.2008)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hallo Buchladenkollektiv,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ich konnte leider nicht eher zu GdS 4\/08 und 5\/08 Stellung nehmen, weil ich mit einem Beitrag besch\u00e4ftigt war, der sich nun endlich auf der Home Page unter <strong><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?cat=3\">parteimarx.org DEBATTE 1<\/a><\/strong> befindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte mich haupts\u00e4chlich zu der Nummer 4\/08 kritisch \u00e4u\u00dfern, weil sich dabei noch einigerma\u00dfen rational \u00fcber Eure Gewerkschaftslinie diskutieren l\u00e4\u00dft. [1] Ich will nicht st\u00e4ndig wiederholen, da\u00df Ihr damit im Jahr 1927 stehengeblieben seid. Was ich schon in meinem Brief vom 21.03.[2008] kritisiert hatte, ist der Mangel an Dialektik in Eurer berechtigten Kritik an den b\u00fcrgerlichen Einheitsgewerkschaften:<\/p>\n<ul>\n<li>sie lassen sich nicht reformieren, aber auch in Gesellschaften, in denen kapitalistische Produktionsweise herrscht, nicht ersetzen;<\/li>\n<li>sie sind reaktion\u00e4r, aber ohne, auch reaktion\u00e4re Gewerkschaften kann kein Arbeiter \u00fcberleben;<\/li>\n<li>sie sind so kapitalistisch wie der Kapitalismus selbst und k\u00f6nnen daher auch kein Interesse daran haben, die Verteidigung des Reallohns als politischen Klassenkampf so zu f\u00fchren, da\u00df sich die Arbeiter als Klasse gegen\u00fcber der Klasse der Bourgeoisie formieren; was sie in dieser Beziehung veranstalten, ist lauter Hokuspokus.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist daher von Grund auf verkehrt, wie ein entt\u00e4uschter Liebhaber auf die K\u00f6rbe zu reagieren, die die Linke seit Jahr und Tag von den Gewerkschaften einsteckt, anstatt n\u00fcchtern zu erkennen, da\u00df, obwohl Heirat ausgeschlossen ist, eine kritische Beziehung auf der Grundlage der obigen n\u00fcchternen Einsch\u00e4tzung besteht. Das einzusehen ist der Linken, einschlie\u00dflich der gewerkschaftsoppositionellen, nicht gelungen. Wenn sie sich nicht hat korrumpieren lassen, marschiert sie brav als abgelehnter Brautwerber hinter der Braut hinterher, um von allen Seiten nur bel\u00e4chelt zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genauso wie die SPD eine b\u00fcrgerliche Arbeiterpartei ist, handelt es sich hierbei um eine b\u00fcrgerliche Arbeiter-Organisation, die nicht nur vorgibt, Arbeiterinteressen zu vertreten, sondern dies bis zu einem bestimmten Grad auch tun mu\u00df, wie eben eine Versicherung, wenn der Dachstuhl gebrannt hat, in Erf\u00fcllung der Gesch\u00e4ftsbedingungen auch zahlen mu\u00df. Mehr ist von ihr nicht zu erwarten \u2013 und darin besteht der zweite gro\u00dfe Irrtum der linken Gewerkschaftskritiker: ihre v\u00f6llig verfehlte Erwartungshaltung, da\u00df dieser, wenn man den Apparat nur lange genug agitiert, doch irgendwann einmal die linke Kurve kriegen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade wenn sich erste Erfolge einstellen in solchen Einzelf\u00e4llen wie z.B. Lidl, ist erst recht der Hinweis erforderlich, da\u00df es auf der anderen Seite f\u00fcr bestimmte Interessenten auch darum gegangen sein k\u00f6nnte, einen Konkurrenten kaputt zu machen, aber das ganze als Arbeiterpolitik auszugeben, bei der die Lohnabh\u00e4ngigen, wie \u00fcblich, reine Zuschauer bleiben. Ohne dieses Minimum von anzuwendender Dialektik, die darin besteht, immer beide Seite der Medaille in Betracht zu ziehen, landen auch die weitesten Spr\u00fcnge der h\u00e4rtesten Gewerkschaftskritiker irgendwann auf dem Bettvorleger eines Gewerkschaftsbosses. Letzten Endes ist es ein Betrug an den lesenden Arbeitern, die, weil ihnen die andere Seite der Medaille verschwiegen wird, einfach f\u00fcr dumm verkauft werden. Von solch einer Dialektik finde ich in der GdS 04\/08 recht wenig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn da mit voller rhetorischer Breitseite von \u201eAbwieglern, ja Verr\u00e4tern\u201c die Rede ist, fehlt einfach der Hinweis, da\u00df dieses Verhalten zu ihrem Job geh\u00f6rt, und selbstverst\u00e4ndlich nicht beinhaltet, zum morgigen Sturz der Bourgeoisie und zum Sozialismus aufzurufen. Eine solche Erwartung ist nicht nur unsinnig. Ihr Eintreffen w\u00fcrde mich auch extrem mi\u00dftrauisch machen! Weiter hei\u00dft es: \u201e&#8230;wer so redet, steht auf der Seite des Kapitals und nicht auf unserer Seite\u201c. Welcher einigerma\u00dfen aufgekl\u00e4rte Arbeiter ist so naiv anzunehmen, da\u00df diese Institution <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> auf der Seite des Kapitals st\u00fcnde? Dort steht sie nun erst mal! Und daran wird sich auch so bald nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Euer \u00c4rger \u00fcber die beim DGB in Lohn und Brot stehenden b\u00fcrgerlichen linken \u00d6konomen ist auch ziemlich hilflos, wenn ihr deren linken Keynesianismus nicht zumindest andeutungsweise auseinandernehmen k\u00f6nnt. Dazu m\u00fc\u00dftet Ihr selbst aber das Marxsche <em>Kapital<\/em> etwas genauer gelesen haben, sonst k\u00f6nntet Ihr nicht mit dem Brustton der \u00dcberzeugung erkl\u00e4ren: \u201eZentral ist und bleibt: was gut ist f\u00fcr die Kapitalisten, ist schlecht f\u00fcr die von ihnen Ausgebeuteten. Mehr Lohn bedeutet eben weniger Profit und weniger Lohn bedeutet eben mehr Profit. Das ist der Kern&#8230;\u201c Wenn Ihr die Kapitel \u00fcber den absoluten und relativen Mehrwert herangezogen h\u00e4ttet, w\u00fcrde sich herausstellen, da\u00df es sich nicht ganz so einfach verh\u00e4lt: d.h. z.B. da\u00df trotz einer Erh\u00f6hung des Lohns auch der <span style=\"text-decoration: underline;\">Mehrwert<\/span> durchaus steigen kann (ganz abgesehen davon, da\u00df der <span style=\"text-decoration: underline;\">Profit <\/span>erst durch die Konkurrenz zwischen den Kapitalen f\u00fcr den einzelnen Kapitalisten bestimmt wird).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Absatz nach den drei Sternen auf Seite 2 finde ich ganz in Ordnung. Allerdings nannte Lenin die kleine Schicht von Gewerkschafts<span style=\"text-decoration: underline;\">f\u00fchrern<\/span> (warum \u201e&#8230;f\u00fcrsten\u201c, das ist einfach unsachlich!) Arbeiteraristokraten und nicht \u201eArbeiterb\u00fcrokraten\u201c. Die Arbeiteraristokraten im Gewerkschaftsapparat sind die mit den \u201aArbeitergroschen\u2019 besoldeten <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeiterf\u00fchrer<\/span> der <span style=\"text-decoration: underline;\">Arbeiteraristokratie<\/span>, die vorgeben, die Interessen der ganzen Klasse zu vertreten, in Wirklichkeit nur diejenigen einer schmalen Schicht von hochbezahlten Spitzenkr\u00e4ften. \u201eDie Spitzen der DGB-Gewerkschaften und ihr Apparat stehen dabei auf verschiedene Weisen\u201c (der Singular h\u00e4tte gereicht!) \u201ein engster Verbindung, ja Verwachsung\u201c (eine Verwachsung liegt vor, wenn etwas nicht richtig (nach)gewachsen ist \u2013 das habt ihr wohl nicht gemeint!) \u201emit Kapital und Staat: So sitzen sie in den Aufsichtsr\u00e4ten und allen m\u00f6glichen Aussch\u00fcssen\u201c (ein paar Beispiele w\u00e4ren zumindest andeutungsweise sinnvoll gewesen) \u201eund sind ganz direkt an der Verwaltung des Kapitalismus beteiligt.\u201c Nicht nur das! Sie sind vor allem <span style=\"text-decoration: underline;\">selbst Kapitalisten<\/span>, wie das Beispiel der Pleite gegangenen \u00d6sterreichischen Gewerkschaftsbank BAWAG, eines der fr\u00fchen Opfer der Finanzkrise, zeigt&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt kommt das, was Ihr unter Dialektik versteht: \u201eMit dieser absolut negativen Einsch\u00e4tzung der Gewerkschaftsf\u00fchrung und ihres Apparats sagen wir nicht, da\u00df man in den Gewerkschaften nicht arbeiten soll. Feinde mu\u00df man auch von innen bek\u00e4mpfen.\u201c In Eurer Dialektik \u2013 wohl eher eine \u201aDualektik\u2019! \u2013 geht es allein darum, was <span style=\"text-decoration: underline;\">Ihr<\/span> von den Gewerkschaften haltet, aber nicht, welche Bedeutung diese eigentlich f\u00fcr die Arbeiter-<span style=\"text-decoration: underline;\">Klasse<\/span> als \u201aKlasse f\u00fcr sich\u2019 haben m\u00fcssen, um sich als Klasse gegen\u00fcber der Klasse der Bourgeoisie aufzustellen. F\u00fcr die Gewerkschaften hat das erst mal keine Bedeutung (s.o.); denn es geh\u00f6rt nun einmal <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> zu ihrem stink-b\u00fcrgerlicher Gesch\u00e4ft, die <span style=\"text-decoration: underline;\">Klasse<\/span> f\u00fcr den politischen Klassenkampf zu organisieren, w\u00e4hrend Kommunisten eben das f\u00fcr elementar halten und allein von diesem Anspruch ausgehend ihr Verh\u00e4ltnis zu den Gewerkschaften bestimmen m\u00fcssen. Statt dessen tischt Ihr Euren Lesern <span style=\"text-decoration: underline;\">Euren<\/span> mutigen Entschlu\u00df auf, von nun an den Feind \u201evon innen (zu) bek\u00e4mpfen\u201c. Zu Eurem Gl\u00fcck glaubt Euch das sowieso niemand. Denn das wollt Ihr bewerkstelligen, indem Ihr eine zu allem entschlossene Schar von K\u00e4mpfern zusammenstellt \u201emit dem Ziel der Mobilisierung m\u00f6glichst gro\u00dfer Teile der Gewerkschaftsmitglieder\u201c, um diesen oder jenen \u201ekapitalh\u00f6rigen Betriebsratsvorsitzenden der IG Metall\u201c zu st\u00fcrzen oder einem \u201eGewerkschaftsf\u00fcrsten auf die Pelle\u201c<strong> <\/strong>zu r\u00fccken. Da\u00df Euch dabei besonders die Ex-Linken und Pseudo-Marxisten aus der mittleren Funktion\u00e4rsebene ein Bein stellen wollen, die f\u00fcr den Gewerkschaftsapparat Spitzel-Dienste verrichten, ist anzunehmen; denn es geht um ihre Jobs und P\u00f6stchen. Allerdings betrachtet Ihr das auch nur als eine allein <span style=\"text-decoration: underline;\">Euch<\/span> betreffende Angelegenheit, ohne die politische Dimension dieser Einflu\u00dft\u00e4tigkeit im geringsten zu erahnen, geschweige denn zu analysieren. Oder wie wollt Ihr damit umgehen, da\u00df die politische Rhetorik der Gewerkschaften seit dem Beginn der Regierung Schr\u00f6der immer weiter nach \u201alinks\u2019 ger\u00fcckt ist? Euer Fazit lautet dagegen: \u201eEgal, ob innerhalb oder au\u00dferhalb der DGB-Gewerkschaften, nur ohne oder gegen die Gewerkschaftsf\u00fcrsten\u201c (?) \u201eund ihren Apparat lassen sich konsequente Abwehrk\u00e4mpfe, K\u00e4mpfe f\u00fcr Verbesserungen\u201c (welcher Art?) \u201eentwickeln \u2013 dies gilt erst recht f\u00fcr weiter reichende Ziele\u201c (als da w\u00e4ren?).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann mir nicht vorstellen, da\u00df ein politisch aufgeweckter Vertreter seiner Klasse sich von derart vagen und subjektivistischen Vorstellungen von Klassenkampf zu \u00dcberlegungen \u201ef\u00fcr weiter reichende Ziele\u201c inspirieren lie\u00dfe oder auch nur dazu, sich mit seinen eigenen von Euch in dieser subjektivistischen Form dargestellten Klasseninteressen zu identifizieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df Ihr am Ende Marx und Engels und das <em>Manifest der Kommunistischen Partei<\/em> bem\u00fcht, ist sehr sch\u00f6n, nur erkenne ich zwischen dem Subjektivismus, wie er in diesem Artikel vorgef\u00fchrt wird, und der Art und Weise, wie sich Marx und Engels theoretisch wie praktisch zu den Klassenk\u00e4mpfen ihrer Zeit verhalten haben, wenig Gemeinsamkeiten. Es geht nun einmal nicht darum, ob <span style=\"text-decoration: underline;\">Ihr<\/span> \u201eeinzelne Strukturen in den Gewerkschaften\u201c ausnutzt, ohne <span style=\"text-decoration: underline;\">Euch<\/span> \u201eabh\u00e4ngig zu machen\u201c (obwohl ich diese Haltung pers\u00f6nlich durchaus nachvollziehen kann, aber darum geht es nun einmal nicht!); das ist gerade nicht \u201eder zentrale Punkt\u201c. Sondern der, den Klassenverh\u00e4ltnissen in diesem Land auf den Grund zu gehen und dabei die Situation der deutschen Arbeiter\/der Arbeiter in Deutschland in der Konfrontation zwischen Lohnarbeit und Kapital zu analysieren und zu den Arbeiterklassen der anderen kapitalistischen L\u00e4nder und zur Weltherrschaft des Kapitals, die in diesem Jahrhundert ihren Zenit zu erreichen scheint, ins Verh\u00e4ltnis zu setzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All das fehlt trotz noch so sch\u00f6ner Marx-Zitate in Eurem Aufsatz. Aber zumindest kann man dar\u00fcber bei all seinen M\u00e4ngeln noch diskutieren. V\u00f6llig indiskutabel ist dagegen die Mai-Nummer (5\/08), [2] in der der oben kritisierte Subjektivismus Amok l\u00e4uft. Eure Analogien mit dem \u201aBlutmai\u2019 1932 sind einfach l\u00e4cherlich. Hier seid Ihr nicht nur dem Bakunismus bestimmter Autonomen aufgesessen (Wuppertal), sondern habt auch die politische Dimension des NPD-Aufmarschs in Hamburg nicht im geringsten durchschaut, die gleichfalls nur mit Hilfe der Dialektik angemessen zu analysieren w\u00e4re. Aber dar\u00fcber vielleicht ein andres Mal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ernst-Ulrich Knaudt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1) <\/sup><em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> 4\/08 <strong>Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung versch\u00e4rfen sich! \u2013 Keine Illusionen in die Gewerkschaftsf\u00fchrung. <em>1. Mai 2008: Gegen das Kapital und seinen Staat k\u00e4mpfen!<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2)<\/sup> <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> 5\/08 <strong>Gegen Nazis und Polizeigewalt. <em>Zu den Erfahrungen der militanten K\u00e4mpfe am 1. Mai 2008<\/em>.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An den Buchladen Georgi Dimitroff in Frankfurt<\/strong> (19.02.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hallo Buchladenkollektiv,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230; Wegen terminlicher Probleme werde ich zun\u00e4chst nur zum \u201e&#8230;<em>ganzen<\/em> Marx\u201c Stellung nehmen: [1]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als jemand, der sich in den letzten Jahren auf einer \u201eReihe von Veranstaltungen, Schulungen\u201c herumgetrieben und sich mit zahlreichen \u201eVer\u00f6ffentlichungen\u201c von Interpreten von Marx-Texten besch\u00e4ftigt hat, stimme ich mit Euch darin \u00fcberein, da\u00df es dort gew\u00f6hnlich nicht \u201eum den ganzen Marx (geht)\u201c; entgegen Eurer Einsch\u00e4tzung macht es aber durchaus Sinn, \u201ediese oder jene untergeordnete Feinheit in Marx-Schriften hervor(zu)heben\u201c und \u201e\u00f6konomische Spezialfragen in den Mittelpunkt\u201c zu stellen. Gerade bei bestimmten \u201e\u00f6konomischen Spezialfragen\u201c kann es sich, um ausnahmsweise eine stalinsche Metapher [2] zu zitieren, um das entscheidende Kettenglied handeln, an dem der Kern der marxschen <em>Kritik der politischen \u00d6konomie<\/em> zu Tage gef\u00f6rdert werden und in neuem Licht erscheinen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu solchen \u201eSpezialfragen\u201c geh\u00f6rt die Werttheorie, um die es einen nicht enden wollenden Streit unter den \u201eMarxologen\u201c gibt, der aber auch der Sache durchaus angemessen ist, weil, wie Engels bemerkt hat, niemand das <em>Kapital<\/em> wirklich verstehen wird, ohne sich Klarheit \u00fcber die Marxsche Werttheorie verschafft zu haben. Und nur auf dieser Grundlage, so w\u00fcrde ich erg\u00e4nzen, l\u00e4\u00dft sich in Gesellschaften, in denen kapitalistische Produktionsweise herrscht, eine revolution\u00e4re Theorie schaffen und diese mit einer entsprechenden revolution\u00e4ren Bewegung verbinden. Das stellen die \u201eMarx-Kenner\u201c selbstverst\u00e4ndlich in Abrede; es ist aber dennoch kein Fehler, ihre theoretischen Irrlichterlierungen zu entlarven, wo sie dem Buchstaben und dem Sinn der Marxschen Theorie widersprechen \u2013 denn nur auf diese Weise l\u00e4\u00dft sich immer wieder zeigen, wie modern die Marxsche <em>Kritik der politischen \u00d6konomie<\/em> bezogen auch auf die heutigen Verh\u00e4ltnisse eigentlich ist, jedenfalls gemessen an dem, was die b\u00fcrgerliche, einschlie\u00dflich linke, \u00d6konomie, Soziologie, Politologie tagaus tagein produzieren. Dieser Anstrengung sollten sich Parteig\u00e4nger der \u201aPartei Marx\u2019 durchaus unterziehen, um der Gefahr des Gespensterglaubens an den Kommunismus zu entgehen und letzteren auf unserem heutigen Stand (der Klassenk\u00e4mpfe) in wissenschaftliche Einsicht zu verwandeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr schreibt: \u201eMarx wird nur als \u00d6konom, aber nicht vor allem [?] als Revolution\u00e4r dargestellt\u201c, ohne zu merken, da\u00df Ihr, im Prinzip nicht anders als die von Euch zu Recht abgelehnten \u201eMarxologen\u201c, den \u00d6konom vom Revolution\u00e4r k\u00fcnstlich trennt, bzw. ebensowenig wie jene zur Kenntnis nehmt, da\u00df Marx auch auf dem Gebiet der \u00f6konomischen Theorie ein <span style=\"text-decoration: underline;\">Revolution\u00e4r<\/span> und auf jenem der revolution\u00e4ren Strategie ein von der Einsicht in die \u00f6konomischen Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise ausgehender <span style=\"text-decoration: underline;\">Politiker<\/span> war (Politiker in einem anderen Sinn als es die politischen Kretins in den b\u00fcrgerlichen Parlamenten sind): <span style=\"text-decoration: underline;\">Politiker des Proletariats<\/span>. Das findet Ihr nicht nur in den von Euch aufgez\u00e4hlten politischen Schriften, sondern auch in den Briefen, worin er mit den Parteig\u00e4ngern der \u201aPartei Marx\u2019, sowie mit Sozialisten, Wissenschaftlern, kommunistischen Arbeitern von den USA bis Ru\u00dfland korrespondierte und die sich haupts\u00e4chlich um die <span style=\"text-decoration: underline;\">Politik<\/span> einer weltweiten Organisierung des Proletariats unter akribischer Beobachtung der b\u00fcrgerlichen Gesetzgebungsmaschine, dort, wo die Bourgeoisie zur Herrschaft gelangt ist (die Kolonien nicht zu vergessen), drehen. Denn anders als die deutschen Sozialdemokraten, die nur m\u00fchsam, wenn \u00fcberhaupt der Marxschen Strategie folgen konnten, ging Marx mit der wissenschaftlichen Aufdeckung dessen, wie die Mehrwertproduktion, die Zirkulation und Reproduktion des Kapitals und die Aufteilung des Profits eigentlich im Prinzip vor sich gehen, von der politischen Notwendigkeit einer von vornherein internationalen Organisierung der Arbeiterbewegung aus&#8230; (F\u00fcr die theoretisch interessierten K\u00f6pfe unter Euch empfehle ich meinen Aufsatz auf der Web Site der <strong><em>partei Marx<\/em> = parteimarx.org: <a>REFLEXIONEN 1<\/a><\/strong><a> zu <strong>Uwe-Jens Heuer: <em>Marxismus und Politik<\/em><\/strong><\/a><strong> <\/strong>, sowie <strong><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=41\">STREITPUNKT 2 <em>Warum Lenins \u201eletzter Kampf\u201c gegen den linken Sozialimperialismus nicht zu gewinnen war<\/em><\/a><\/strong>, besonders die Kapitel II 1 und 2).<\/p>\n<p>Ich habe mich in der letzten Zeit ebenfalls mit den Marxschen <em>Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei<\/em> besch\u00e4ftigt, [3] um einen Vergleich mit der Leninschen Kritik an Karl Kautsky \u00fcber die Diktatur des Proletariats anzustellen und finde Eure Darstellung der Marxschen <em>Randglossen<\/em> ganz in Ordnung, um Newcomern die Strategie der \u201aPartei Marx\u2019 n\u00e4herzubringen; [ich] finde dort auf der anderen Seite aber nicht den geringsten Versuch Eurerseits, wozu sich dieser Text hervorragend eignet, dem <span style=\"text-decoration: underline;\">politischen \u00d6konomismus<\/span> unserer heutigen Linken (siehe Uwe-Jens Heuer) den Kampf anzusagen. Statt dessen beschr\u00e4nkt Ihr Euch darauf, diesen programmatischen Text den \u201ePseudomarxisten und revisionistischen Berufsreformisten\u201c vor die F\u00fc\u00dfe zu schleudern in der irrigen Erwartung, da\u00df sich diese \u201eakademisch gelehrten \u201aMarxologen\u2019 vor den beeindruckenden Analysen und klaren Schlu\u00dffolgerungen von Marx im \u201aManifest&#8230;\u2019\u201c usw. so gewaltig zu \u201ef\u00fcrchten\u201c beginnen, da\u00df sie es auf der Stelle aufgeben, diese wie bisher als nur \u201ahistorisch\u2019 abzukanzeln, bzw. zum alten Eisen der <em>Klassiker<\/em> zu werfen. Zumal Ihr keinen ernstzunehmenden Versuch macht, die \u00fcberaus enorme Sprengkraft, die in diesem Programm verborgen ist, konkret herauszuarbeiten und das Ergebnis der heute \u00fcblichen Verflachung und Verballhornung desselben entgegenzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nehmen wir nur [aus dem Gothaer Programm] den Programmpunkt 3 (MEW 19), 18: <strong>\u201e<\/strong>Die Befreiung der Arbeit erfordert die Erhebung der Arbeitsmittel zu Gemeingut der Gesellschaft und die genossenschaftliche Teilung der Gesamtarbeit mit gerechter Verteilung des Arbeitsertrags.\u201c Abgesehen von der Lassalleschen Vorstellung des \u201eArbeitsertrags\u201c (Marx: des Produktenwerts, des Wertprodukts, des Mehrwerts?) ist die Formel von der \u201egerechten Verteilung\u201c von besonders aktuellem Interesse, da in der Linken seit Schr\u00f6ders Hartz-Gesetzen st\u00e4ndig von der \u201egerechten Verteilung\u201c die Rede ist! Marx fragt dagegen: \u201eWas ist \u201agerechte\u2019 Verteilung?\u201c Seine Antwort: Zun\u00e4chst einmal eine Behauptung der Bourgeoisie, die beinhaltet, \u201eda\u00df die heutige Verteilung \u201agerecht\u2019\u201c sei, was sie nach Marx \u2013 und diese Pointe sollten wir uns auf der Zunge zergehen lassen! \u2013 in der Tat auch ist, allerdings, und das ist doch das Entscheidende, \u201eauf der Basis der heutigen Produktionsweise\u201c!!! Dagegen behauptet bekanntlich der f\u00fchrende Sozialdemagoge der LINKEN, Lafontaine, das genaue Gegenteil: da\u00df n\u00e4mlich (in der Kontinuit\u00e4t zu den Lassalleanern vor 150 Jahren) die \u201eVerteilung des Arbeitsertrags\u201c ([Marx:] auf der \u201eBasis der heutigen Produktionsweise\u201c und den sich daraus ergebenden Rechtsbegriffen!) vollkommen \u201aungerecht\u2019 sei und, \u00e4hnlich wie es im obigen Programmpunkt 3 hei\u00dft, diese Ungerechtigkeit deshalb \u201edie Erhebung der Arbeitsmittel zu Gemeingut der Gesellschaft\u201c zwecks \u201eBefreiung der Arbeit\u201c erforderlich mache, d.h. die Verstaatlichung der kapitalistischen Unternehmen, und dies alles, ohne die \u00f6konomischen Grundlagen, die [Marx:] \u201eBasis der heutigen Produktionsweise\u201c, im geringsten anzutasten, sondern lediglich in der Absicht, einige Rechtsbegriffe parlamentarisch umzumodeln, wof\u00fcr die Arbeiterklasse, bittesch\u00f6n, die LINKE zu w\u00e4hlen habe (bei der Hessenwahl w\u00e4hlte sie lieber die CDU, wahrscheinlich weil sie von einer b\u00fcrgerlichen Partei eher erwartet, da\u00df sich diese an die auf der \u201eBasis der heutigen Produktionsweise\u201c errichteten Rechtsbegriffe h\u00e4lt als jemand, der den \u00dcberbau mit der Basis der Gesellschaft verwechselt). Genauso wie schon f\u00fcr Marx stellt sich auch heute die Frage: \u201eHaben nicht auch die sozialistischen Sektierer die verschiedensten Vorstellungen \u00fcber \u201egerechte\u201c Verteilung?\u201c In der Tat, die haben sie nach wie vor!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marx analysiert am Schlu\u00df seiner Ausf\u00fchrungen zu diesem Thema in diesem Abschnitt (die ich \u00fcberspringe) die Z\u00e4hlebigkeit des b\u00fcrgerlichen Rechts, von dem auch die kommunistische Gesellschaft in ihrer ersten Entwicklungsform unvermeidlich beherrscht sein werde (MEW 19), 20: \u201eDie individuelle Arbeitszeit des einzelnen Produzenten ist der von ihm gelieferte Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, sein Anteil daran.\u201c Das hei\u00dft: \u201eDasselbe Quantum Arbeit, das er der Gesellschaft in einer Form gegeben hat, erh\u00e4lt er in der andern zur\u00fcck.\u201c Der n\u00e4chste Satz zeugt erneut von der elementaren Bedeutung des Wertgesetzes f\u00fcr die Programmatik der Marxschen Partei: \u201eEs herrscht hier offenbar dasselbe Prinzip, das den einfachen Warentausch regelt, soweit er Austausch Gleichwertiger ist.\u201c Nur haben dabei Form und Inhalt gewechselt; denn wenn, was Marx voraussetzt, die Arbeitskraft keine Ware mehr ist, die Wert produziert, tauscht jeder Produzent das von ihm erbrachte Arbeitsquantum gegen ein anderes Quantum Arbeit in Gestalt der von ihm individuell ben\u00f6tigten Konsumtionsmittel ein. Und jetzt die Pointe: \u201eWas aber die Verteilung der letzteren unter die einzelnen Produzenten betrifft, herrscht dasselbe Prinzip wie beim Austausch von Waren\u00e4quivalenten, es wird gleich viel Arbeit in einer Form gegen gleich viel Arbeit in einer andern ausgetauscht.\u201c Das hei\u00dft: was diesen \u2013 aber nur diesen! \u2013 Austausch angeht, gilt unter den Genossen immer noch sowohl das Wertgesetz als auch das b\u00fcrgerliche Recht, \u201eobgleich\u201c (und dies ist ein gewaltiger Fortschritt, sich bereits) \u201ePrinzip und Praxis &#8230; nicht mehr in den Haaren liegen, w\u00e4hrend\u201c (doch) \u201eder Austausch von \u00c4quivalenten beim Warentausch\u201c (immer) \u201enur <em>im Durchschnitt<\/em>,\u201c (aber) \u201enicht f\u00fcr den einzelnen Fall existiert\u201c. Obwohl also bei der genossenschaftlichen Organisation der Arbeit (denn um nichts anderes geht es hier: allerdings unter der Voraussetzung der Diktatur des Proletariats und nicht mehr der Herrschaft der Bourgeoisie!) die Arbeitskraft keine Ware mehr ist, gilt das b\u00fcrgerliche Recht immer noch in der Form, da\u00df das \u201eRecht der Produzenten ihren Arbeitslieferungen <em>proportionell<\/em> (ist)\u201c, d.h. an der Arbeit als gleichem Ma\u00dfstab gemessen wird. (MEW 19), 21: \u201eDies <em>gleiche<\/em> Recht ist ungleiches Recht f\u00fcr ungleiche Arbeit. Es kennt keine Klassenunterschiede, weil jeder nur Arbeiter ist wie jeder andere; aber es erkennt stillschweigend die ungleiche individuelle Begabung und daher Leistungsf\u00e4higkeit der Arbeiter als nat\u00fcrliche Privilegien an. <em>Es ist daher ein Recht der Ungleichheit, seinem Inhalt nach, wie alles Recht<\/em>.\u201c W\u00e4hrend es also erst jenseits dieses bornierten Rechtshorizonts m\u00f6glich sein wird, die klassenm\u00e4\u00dfig bedingte Ungleichheit nicht mehr nur formal, sondern material, d.h. \u201e<em>seinem Inhalt nach<\/em>\u201c zu \u00fcberwinden, versprechen die Herren Neo-Lassalleaner Lafontaine und Konsorten, da\u00df ihre Forderung nach \u201asozialer Gerechtigkeit\u2019 bereits auf der Basis der heutigen Produktionsweise erf\u00fcllt und das b\u00fcrgerliche Recht bereits innerhalb der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft \u00fcberwunden werden kann. Der Marxsche Programmvorschlag zeigt dagegen auf, da\u00df auch in einer unter der Diktatur des Proletariats genossenschaftlich organisierten Arbeitsverfassung dieses \u201e<em>Recht der Ungleichheit<\/em>\u201c f\u00fcr eine sehr lange Zeit, wenn auch reduziert auf den proportionalen Austausch der Arbeiten der Produzenten unter der Hinnahme des Wertgesetzes fortexistieren wird, bis \u201ein einer h\u00f6heren Phase der kommunistischen Gesellschaft &#8230; der enge b\u00fcrgerliche Rechtshorizont ganz \u00fcberschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben (kann): Jeder nach seinen F\u00e4higkeiten, jeder nach seinen Bed\u00fcrfnissen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hieran zeigt sich, um wieder auf meinen Ausgangspunkt zur\u00fcckzukommen, da\u00df das Wertgesetz nicht nur in den Drei B\u00e4nden des <em>Kapital<\/em>, sondern auch in der Politik und der Programmatik der Marxschen Partei st\u00e4ndig unter wechselnden Aspekten pr\u00e4sent und in diesem konkreten Fall gegen den Lassalleanismus gerichtet ist. Daher best\u00fcnde, wenn man schon die <em>Randglossen<\/em> aus der angeblichen Mottenkisten des \u201aMarxismus\u2019 hervorholt, die wichtigste Aufgabe darin, auf die Kontinuit\u00e4t des Lassalleanismus bis hin zu den, wie Ihr schreibt, \u201eBerufsreformisten von DKP und Linke\/PDS oder allen m\u00f6glichen \u201aMarxologen\u2019\u201c nicht nur hinzuweisen, sondern konkret zu zeigen, wie diese in ihrer heutigen Politik zum Ausdruck kommt. Das betr\u00e4fe sowohl die von Marx bei den Lassalleanern gegei\u00dfelte Staatsgl\u00e4ubigkeit (MEW 19, 28) als auch die Verbreitung der Illusion von den ehernen Lohngesetzen und den als ewige zu erhaltenden Arbeitspl\u00e4tzen. Diese Illusion beruht in erster Linie auf der Mi\u00dfachtung der Marxschen Mehrwerttheorie, bei deren Anwendung auf die gesellschaftliche Wirklichkeit sich solche Illusionen in Luft aufl\u00f6sen w\u00fcrden. Dies h\u00e4tte unmittelbare Auswirkungen auf die Form der Organisation der Lohnabh\u00e4ngigen gegen das Kapital, wovor sich die modernen Lassalleaner f\u00fcrchten, wie der Teufel vor dem Weihwasser: (MEW 19), 25,26: \u201eSeit Lassalles Tod hat sich die wissenschaftliche Einsicht in <em>unsrer<\/em> Partei Bahn gebrochen, da\u00df der <em>Arbeitslohn<\/em> nicht das ist, was er zu sein <em>scheint<\/em>, n\u00e4mlich der <em>Wert<\/em> respektive <em>Preis der Arbeit<\/em>, sondern nur eine maskierte Form f\u00fcr den <em>Wert<\/em> <em>resp. Preis der Arbeitskraft<\/em>. Damit war die b\u00fcrgerliche Auffassung vom Arbeitslohn \u00fcber den Haufen geworfen und klargestellt, da\u00df der Lohnarbeiter nur die Erlaubnis hat, f\u00fcr sein eignes Leben zu arbeiten, d.h. <em>zu leben<\/em>, soweit er gewisse Zeit umsonst f\u00fcr den Kapitalisten (daher auch f\u00fcr dessen Mitzehrer am Mehrwert) arbeitet; da\u00df das ganze kapitalistische Produktionssystem sich darum dreht, diese Gratisarbeit zu verl\u00e4ngern durch Ausdehnung des Arbeitstags oder durch Entwicklung der Produktivit\u00e4t, gr\u00f6\u00dfere [An-]Spannung der Arbeitskraft | etc; da\u00df also das System der Lohnarbeit ein System der Sklaverei, und zwar einer Sklaverei ist, die im selben Ma\u00df h\u00e4rter wird, wie sich die gesellschaftlichen Produktivkr\u00e4fte der Arbeit entwickeln, ob nun der Arbeiter bessere oder schlechtere Zahlung empfange.\u201c Von dieser Einsicht sind die modernen Lassalleaner Lichtjahre entfernt. Und diese Entfernung w\u00e4chst mit dem Anwachsen der Weltwirtschaftskrise in geometrischer Progression.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daran gemessen bleibt der von Euch an die modernen Lassalleaner gerichtete Anspruch, sie m\u00f6chten doch bitte in ihr Programm aufnehmen, da\u00df \u201eder gesamte b\u00fcrgerliche Staatsapparat zerschlagen werden mu\u00df\u201c, zwar eine theoretisch richtige, aber in der konkreten Situation vollkommen abstrakte Forderung, die unsere \u201asozialen Gerechtigkeit\u2019sapostel von den linken Gewerkschaften bis zur DKP insofern nicht anficht, als die Mehrwerttheorie von ihnen zwar formal korrekt heruntergebetet werden kann, aber nur, um daraus keine praktischen Schlu\u00dffolgerungen zu ziehen. Warum auch? Wenn die in ihrem Staatsbankrott untergegangene neue Bourgeoisie des \u201aRealen Sozialismus\u2019 nur darauf aus ist, den alten b\u00fcrgerlichen Staatsapparat zur\u00fcckzuerobern, um darin und davon wieder flott leben zu k\u00f6nnen, warum sollte sie ihre m\u00f6gliche k\u00fcnftige gut m\u00f6blierte Behausung zerschlagen wollen? Auch in Bezug auf die DKP trifft Eure Kritik an den Leugnern der Leninschen Losung von der Zerschlagung des Staatsapparats die Falschen, da die DKP als ein Nebenprodukt der Brandtschen \u201aNeuen Ostpolitik\u2019 der 60er Jahre nie etwas anderes war und auch nicht hatte sein wollen, als ein \u201awestdeutsches\u2019 Ziehkind der untergegangenen DDR, d.h. eine Arbeiterpartei als Staatsveranstaltung. In beiden F\u00e4llen handelt es sich um denselben (mehr oder weniger \u201ademokratisch-sozialistischen\u2019) Lassalleanismus, mit dem es schon Marx und Engels zu tun hatten&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle werde ich meine Bemerkungen zum \u201e<em>ganzen<\/em> Marx\u201c und meine Erg\u00e4nzungen zu den <em>Randglossen<\/em> erst einmal abbrechen, da ich mich damit einem Terrain n\u00e4here, auf dem ich selbst noch im Dunkeln herumtappe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[&#8230;]<br \/>\nErnst-Ulrich Knaudt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup> <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> 9-10\/08. <strong>Was wir aus Marx\u2019 \u201eKritik des Gothaer Programms\u201c im Kampf f\u00fcr den Kommunismus lernen k\u00f6nnen. <em>Es geht um den ganzen Marx!<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2)<\/sup> Diese Metapher des entscheidenden Kettengliedes, an dem man die ganze Kette hochziehen kann, hat, worauf ich inzwischen hingewiesen wurde, Stalin wie so manch anderes von Lenin \u00fcbernommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>3)<\/sup> Karl Marx: <strong><em>Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei<\/em><\/strong> MEW 19 (15-32).<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An <em>partei Marx<\/em><\/strong> (07.03.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber Freund,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">herzlichen Dank f\u00fcr Deine \u00dcberlegungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst [&#8230;] selbstverst\u00e4ndlich ist Marx ein Revolution\u00e4r auf theoretischem Gebiet, insbesondere seine Kritik der Politischen \u00d6konomie. Wir legen Dir unsere Haltung zum Studium des Kapital bei: alle drei B\u00e4nde und vor allem auch die drei B\u00e4nde Mehrwerttheorie und MEW 13. Nochmals, in unseren Reihen keine Frage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Umso mehr verwundert es, da\u00df Du ausgerechnet die Mehrwert-Theorie und die \u201eWERTTHEORIE\u201c als Spezialfrage kennzeichnest. Insofern auch mit Deinem dritten Absatz einverstanden, da\u00df DIESE Frage auch Punkt der Polemik gegen Marx-Entsteller sein mu\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deine Ausf\u00fchrungen zu DKP PDS: Klar wollen wir denen keine Verbesserungsvorschl\u00e4ge machen \u2013 sie sind auf der anderen Seite der Barrikade. Ist das wirklich mi\u00dfverst\u00e4ndlich bei Uns? Wir kritisieren deren Sachen \u2013 \u00e4hnlich wie Du es in Deinem Schreiben machst, dennoch, weil die von ihnen verbreiteten Ideen auch bei nicht ganz blockierten Leuten in den K\u00f6pfen existieren [&#8230;] das ist es, worum es uns (und Dir bei Deinen weiterf\u00fchrenden Anwendungen der Marx-Kritik auf Heuer\/Lafontaine etc.) auch geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[&#8230;]<br \/>\nGegenfrage w\u00e4re, was Du von unserer Analyse der SED-Gr\u00fcndung h\u00e4ltst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letzte Bemerkung, die Sache mit dem \u201eKettenglied\u201c stammt [&#8230;] wie das meiste von Stalin auch an diesem Punkt von LENIN&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstmal alles Gute<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen die Str\u00f6mung.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em><\/strong> (27.03.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verehrte Genossen von <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> [&#8230;],<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">vielen Dank f\u00fcr Euren Brief vom 07.03., den ich Punkt f\u00fcr Punkt beantworten werde:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2212 Warum ich die Werttheorie und die Mehrwerttheorie f\u00fcr eine \u201eSpezialfrage\u201c (die Formulierung stammt von Euch) ansehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Werttheorie bildet, um das Leninsche Bild noch einmal zu verwenden, [&#8230;] das \u201aentscheidende Kettenglied\u2019 nicht nur, um das gesamte <em>Kapital<\/em> theoretisch zu verstehen, sondern weil Marx (wie er sagt, \u201aunsere Partei\u2019) in dieser Beziehung, d.h. auf wissenschaftlichem Gebiet, einen entscheidenden Sieg \u00fcber die Bourgeoisie errungen hat. Die Klassiker der politischen \u00d6konomie hatten zwar daf\u00fcr die Grundlagen gelegt, Marx hat auf diesen Grundlagen eine bedeutende wissenschaftliche Leistung vollbracht. Jeden Tag, wenn Ihr Euch die Wirtschaftsseiten der Tageszeitungen anschaut, werdet Ihr st\u00e4ndig auf den \u201eWert\u201c sto\u00dfen, ob es sich um ein \u201ewerthaltiges\u201c Portefeuille der Anleger handelt, oder die \u201eWertvernichtung\u201c an den B\u00f6rsen und nat\u00fcrlich auch um die \u201eWertorientierung\u201c einer neuen \u201enachhaltigen\u201c Wirtschaftspolitik usw. \u00dcberall ist von dem \u201eWert\u201c die Rede, ohne da\u00df irgend jemandem klar ist, was das eigentlich ist. Die Philosophen k\u00f6nnen das noch einigerma\u00dfen philosophisch erkl\u00e4ren (man beachte die Fu\u00dfnoten im <em>Kapital<\/em> zu Aristoteles, worin Marx Aristoteles ausschlie\u00dflich als politischen \u00d6konomen zitiert und sch\u00e4tzt!), die \u00d6konomen k\u00f6nnen aber im Grunde nicht sagen, was sie eigentlich unter dem \u201eWert\u201c verstehen. Daher sollten wir uns diese gewaltige wissenschaftliche Errungenschaft zu nutze machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mehrwerttheorie ist die Scheidem\u00fcnze daf\u00fcr, ob die \u201amarxistischen\u2019 <em>Kapital<\/em>-Leser die Werttheorie, mit der sich 90% der <em>Kapital<\/em>-Interpreten befassen, rein philosophisch oder im Marxschen Sinn verstanden haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was hei\u00dft im Marxschen Sinn: allgemein gesprochen, wie es bei Marx hei\u00dft, im Sinne \u201aunserer Partei\u2019, konkret aber [&#8230;], ob die verschiedenen \u201aLesarten\u2019, mit denen eine Vielzahl von Marx-Interpreten die Marx-Interessierten erfreuen, \u00fcberhaupt irgend etwas mit dem Anspruch, den ich Marx und dem <em>Kapital<\/em> unterstelle, zu tun hat: n\u00e4mlich nicht in erster Linie f\u00fcr Philosophen und Sozialwissenschaftler geschrieben worden zu sein, sondern f\u00fcr das Proletariat. Dieser Anspruch bleibt aber, so, wie er da steht, und f\u00fcr sich genommen v\u00f6llig abstrakt und eine hohle Phrase, wenn er nicht mit dem politischen Inhalt gef\u00fcllt wird, der der jeweiligen Klassenkampfsituation entspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Hypothese lautet (siehe: <strong>parteimarx.org <a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=160\">DEBATTE 2 ANHANG<\/a><\/strong>): um das zu \u00fcberpr\u00fcfen, \u201emu\u00df dieses [d.h. das <em>Kapital<\/em>] in toto, und im Gegensatz zu den \u201aantideutschen\u2019, \u201amarxistischen\u2019, postmodernen etc. \u201aLesarten\u2019, als eine Blaupause f\u00fcr die von Marx darin bewu\u00dft recht vage bezeichnete \u201agesellschaftliche Produktion\u2019 gelesen werden. &#8230; Eine Blaupause, die allein f\u00fcr diejenigen entwickelt und aufgezeichnet worden ist, die an der Realisierung der \u201agesellschaftlichen Produktion\u2019 unmittelbar beteiligt sein werden und gezwungen sind, diese trotz ihrer gedanklichen Komplexit\u00e4t, f\u00fcr ihre gesellschaftliche Praxis zu entziffern.\u201c Das werde ich jetzt nicht weiter erl\u00e4utern, sondern verweise auf meinem Vortrag, der in absehbarer Zeit auf der Home Page [&#8230;] der <em>partei Marx<\/em> erscheinen wird.[1]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Aufsatz in GdS 1\/98 ist insofern symptomatisch f\u00fcr das abstrakte Verh\u00e4ltnis der Linken zum Marxschen <em>Kapital<\/em>, weil Ihr Euch darin nicht wesentlich von dem unbegriffenen und abstrakten Anspruch der \u00fcbrigen Linken unterscheidet, da Ihr nicht sagen k\u00f6nnt, warum \u00fcberhaupt ein klassenbewu\u00dfter Arbeiter diese Blaupause zu entziffern versuchen sollte. [2] Eure aufgef\u00fchrten Gr\u00fcnde sind alle hochl\u00f6blich. Aber Ihr k\u00f6nnt im Grunde nicht erkl\u00e4ren, warum das nicht einfach nur ein Buch wie jedes andere ist, aber auch nicht die Heilige Schrift der Kommunismus, sondern da\u00df es sich dabei, an den klassenbewu\u00dften Arbeiter gerichtet, um dessen ureigenste Angelegenheit handelt (siehe das <em>Vorwort<\/em>, wenn auch in einem anderen Sinn: <em>tua res agitur<\/em> [3]). Solange das nicht vermittelt werden kann, wird es in Deutschland kein ernstzunehmendes Proletariat als organisierte Klasse geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Best\u00e4tigung der Kasten auf der R\u00fcckseite von GdS 1\/98, wo Ihr aller Ehren wert entdeckt habt, da\u00df der Lohn (im Gegensatz zur Ansicht der modernen Lassalleaner) ein durchaus gerechter ist. [4] Die Pointe besteht aber nicht nur darin (siehe meinen letzten Brief), sondern auch darin, da\u00df eine bestimmte Ungerechtigkeit, und damit das Wertgesetz, in einer bestimmten Form, auch noch in der ersten Phase des Kommunismus fortbestehen werden \u2013 d.h. in bezug auf die Verteilung der Konsumtionsmittel nach der von jedem einzelnen in die gro\u00dfe Genossenschaft eingebrachten Arbeitsmenge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr seht auch hier, welche gro\u00dfe Bedeutung die Interpretation des Wertgesetzes f\u00fcr die erste Phase des Kommunismus hat. Stalin hatte gro\u00dfe M\u00fche dieses in <em>\u00d6konomische Probleme des Sozialismus<\/em> mit der gesellschaftlichen Realit\u00e4t in der UdSSR in Einklang zu bringen (woran er gescheitert ist&#8230;, aber das ist noch nicht mein Thema). Damit will ich es hier bewenden lasse und verweise auf die geplanten Ver\u00f6ffentlichungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2212 Zur DKP und PDS kann ich mich etwas k\u00fcrzer fassen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">einerseits sind wir uns \u00fcber die \u201eandere Seite der Barrikade\u201c einig; das reicht aber nicht, um die \u201enicht ganz blockierten Leute\u201c auch nur nachdenklich zu machen. Dazu ist eine klassenanalytische Einsch\u00e4tzung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Parteien erforderlich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Das f\u00e4ngt mit dem Schicksalsjahr 1934 in der SU (Beginn der systematischen Massen-\u201eS\u00e4uberungen\u201c) an: f\u00fcr beide Parteien besteht \u00fcber das Vehikel des \u201aAntifa\u2019 die gemeinsame Einsch\u00e4tzung der Kontinuit\u00e4t des Sozialismus von 1917-1989. Ich bin (und da sind wir wahrscheinlich nicht einer Meinung) dagegen der Ansicht, da\u00df Stalin zu diesem Zeitpunkt (= bevorstehende m\u00f6gliche Niederlage im ZK, Kirow-Mord) endg\u00fcltig mit der Lenischen Oktoberrevolution gebrochen hat. Sowohl DKP als auch PDS und nicht zuletzt die Trotzkisten, verwischen bei allen sonstigen Unterschieden in ihrer Einsch\u00e4tzung der SU diesen meiner Ansicht nach entscheidenden (konterrevolution\u00e4ren) Bruch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Daraus leitet sich die Einsch\u00e4tzung des politischen Charakters all dieser Parteien ab. Die alte \u201amaoistische\u2019 Lesart, da\u00df es sich um Vertreter einer \u201aneuen Bourgeoisie\u2019 handelt, bleibt zun\u00e4chst einmal g\u00fcltig, solange es keine bessere gibt. Die DKP und die jW als Zentralorgan der Bankrott gegangenen neuen Bourgeoisie aus dem Staats- und Milit\u00e4rapparat der DDR verfolgen politisch einen revisionistischen Kurs: Wiederherstellung des alten \u201aSozialistischen Lagers\u2019 mit allen (politischen) Mitteln. Dazu w\u00e4ren sie auch bereit, sich mit dem Teufel zu verb\u00fcnden. Die PDS vertritt eine andere Fraktion der neuen Bourgeoisie: diese versucht durch Angleichung ihres Programms an das der vor-Godesbergischen SPD letztere zu spalten und die Mehrheit in einer neuen \u201ademokratisch-sozialistischen\u2019 SED wiederzuvereinigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Die deutsche Arbeiterklasse ist eine der produktivsten und erfindungsreichsten, aber zugleich auch (wenn auch durch entsprechende Erfahrungen nicht ganz unbegr\u00fcndet) eine der politisch konservativsten Arbeiterklassen der Welt. Sie hat in der Nachkriegs- und Nachwendezeit einen gewaltigen gesellschaftlichen Reichtum f\u00fcr das Kapital geschaffen, aus dessen \u00fcbersch\u00fcssigem Fonds momentan die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise von der Regierung der alten Bourgeoisie \u201aabgefedert\u2019 werden. Dies ist die g\u00fcnstige Gelegenheit f\u00fcr den Revisionismus von DKP und PDS. Hierin liegt ihre strategische Gemeinsamkeit auch mit allen m\u00f6glichen links-sozialdemokratischen, basis-gr\u00fcnen und attacischen Links-Ruck-Linken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Die \u201enicht ganz blockierten Leute\u201c werdet Ihr nur dann \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, wenn Ihr \u00fcber eine Gegenstrategie verf\u00fcgt, die der heutigen politischen Situation angemessen ist. Da habe ich meine Zweifel, da\u00df dies der Fall ist. Andernfalls, k\u00f6nnt Ihr ganz leicht abgeb\u00fcgelt werden, als \u201aLeute, die eigentlich dasselbe wollen wie wir, nur etwas radikaler\u2019. Ich f\u00fcr mein Teil habe meine Hoffnungen in dieser Hinsicht aufgegeben, solange man dem Revisionismus nicht \u201aklare Kante\u2019 zeigen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[&#8230;]<br \/>\nEure \u201eGegenfrage\u201c habe ich nicht verstanden (\u201ewas Du von unserer Analyse der SED-Gr\u00fcndung h\u00e4ltst?\u201c) Mir liegt keinerlei Material von Eurer Seite dazu vor. Wie Ihr aus meinem obigen Ausf\u00fchrungen entnehmen k\u00f6nnt, leitet sie sich pauschal aus der Frage von Kontinuit\u00e4t und Bruch in der SU und in der KI ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soweit meine Antwort auf Euren Brief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup> <a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=182\"><strong>DEBATTE 3<\/strong> <strong>Ulrich Knaudt: Das Wertgesetz und der Sozialismus im 20. Jahrhundert \u2013 Seine Auswirkungen auf die gesellschaftliche Praxis in der fr\u00fchen UdSSR und deren R\u00fcckwirkung auf die heutigen Debatten (Oder: Bericht von der Besichtigung einer Baustelle).<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2)<\/sup> <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> 1\/98 <strong>Gr\u00fcnde, warum das Studium des Hauptwerks von Karl Marx von grundlegender und aktueller Bedeutung im ideologischen Kampf ist. <em>Studiert \u201eDas Kapital\u201c<\/em>.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>3)<\/sup> Gemeint ist das <strong><em>Vorwort<\/em><\/strong> zur ersten Auflage zu: <strong>Karl Marx: <em>Das Kapital<\/em><\/strong> MEW 23, 12: <strong>\u201eWas ich in diesem Werk zu erforschen habe, ist die kapitalistische Produktionsweise und die ihr entsprechenden Produktions- und Verkehrsverh\u00e4ltnisse. Ihre klassische St\u00e4tte ist jetzt England. Dies ist der Grund, warum es zur Hauptillustration meiner theoretischen Entwicklung dient. Sollte jedoch der deutsche Leser pharis\u00e4isch die Achseln zucken \u00fcber die Zust\u00e4nde der englischen Industrie- und Ackerbauarbeiter, oder sich optimistisch dabei beruhigen, da\u00df in Deutschland die Sachen noch lange nicht so schlimm stehn, so mu\u00df ich ihm zurufen: De te fabula narratur!\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[Also nicht: <em>tua res agitur<\/em> (\u201aEs handelt sich um deine Sache\u2019), wie ich irrt\u00fcmlich aus dem Kopf zitiert habe, sondern <strong>\u201e\u00dcber dich wird hier berichtet!\u201c<\/strong> Das macht zwar keinen gro\u00dfen Unterschied, bezeugt aber auch die etwas andere als die vermutete \u201aErz\u00e4hlhaltung\u2019, auf die Marx als Wissenschaftler Wert legt.]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>4)<\/sup> Gemeint ist die Selbstkritik der Redaktion von <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> in der o.g. Ausgabe an der <strong>\u201eDarstellung der Wurzeln der Ausbeutung\u201c<\/strong> in einem fr\u00fcheren Flugblatt. Darin hie\u00df es. <strong>\u201eDer springende Punkt aber ist, da\u00df Kapitalismus bedeutet, da\u00df der sogenannte \u201agerechte Tausch\u2019 zwischen Arbeitskraft hie und Lohn da in Wirklichkeit ein h\u00f6chst ungleicher Handel ist\u201c<\/strong>. Ein Leser habe kritisiert, so die Redaktion, da\u00df die kapitalistische Ausbeutung gerade nicht auf diesem <strong>\u201eh\u00f6chst ungleichen Handel\u201c<\/strong> beruhe, sondern da\u00df Marx im <em>Kapital <\/em>gezeigt habe, <strong>\u201eda\u00df im Durchschnitt die Ware Arbeitskraft gegen Geld nicht \u201aungleich\u2019 getauscht wird. Nicht der Tausch enth\u00e4lt das Geheimnis der Mehrwertproduktion, nicht in der Sph\u00e4re der Zirkulation ist die Ausbeutung verwurzelt, sondern im Produktionsproze\u00df, durch die Ausbeutung der Arbeitskraft\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hei\u00dft, da\u00df die alten und modernen Lassalleaner die Ausbeutung in einer Sph\u00e4re suchen, in der sie, weil es dort nach b\u00fcrgerlichem Recht durchaus gerecht zugeht, nicht stattfindet, um auf der anderen Seite mit dem Kapital in jener Sph\u00e4re zu kollaborieren, wo es nicht um die Gleichberechtigung zwischen Waren- und Geldbesitzern, sondern einen Akt der Vergewaltigung des Arbeiters zum Zwecke der Aussaugung lebendiger Arbeit durch das Kapital geht.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An <em>partei Marx<\/em><\/strong> (11.04.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber Freund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danke f\u00fcr Deine umfangreichen \u00dcberlegungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Punkt 1 Mehrwerttheorie reden wir aneinander vorbei. K\u00f6nnen wir uns nicht einigen, da\u00df wir beide die Mehrwerttheorie NICHT f\u00fcr eine \u201eSpezialfrage\u201c halten, sondern f\u00fcr grundlegend [?]. Ich denke, da\u00df Du das so meinst (wollten Dir nicht unterschieben, da\u00df Du es f\u00fcr eine Spezialfrage h\u00e4ltst&#8230;) Unsere Polemik gegen bestimmte Marxologen \u2013 nimm das mal so hin \u2013 betraf nicht, da\u00df sie die MEHRWERTTHEORIE betonen, sondern eben ihr Abgleiten auf Spezialfragen: Da\u00df wir das Studium des <em>Kapital<\/em> wesentlich finden, zeigen unsere Publikationen. Da\u00df Marx auch als Theoretiker ein Revolution\u00e4r war, ist unsere feste Ansicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcbereinstimmung von Stalin und Lenin, die Du entdeckt hast, k\u00f6nnen wir nachvollziehen.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nDein Anliegen einer vor allem auf wissenschaftlichen Beweisen gest\u00fctzten Auseinandersetzung st\u00fctzen wir sehr. Die politischen Differenzen werden so deutlicher. Das wird sich auch an der wissenschaftlichen Debatte \u00fcber die Sowjetunion nach 1927 zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die trotzkistisch-sozialdemokratische Gleichsetzung der Sowjetunion zur Zeit Stalins mit Hitler ist und bleibt ein Kern des Antikommunismus und des typisch deutschen Chauvinismus.<\/p>\n<p>Noch was zum Schlu\u00df: Wir studieren die drei B\u00e4nde des Kapital selbstverst\u00e4ndlich, verweisen dabei ausdr\u00fccklich auf die drei B\u00e4nde Theorie \u00fcber den Mehrwert, da Marx wie jede Wissenschaft sich in der Abgrenzung entfaltet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genauso haben wir ein umfangreiches Studium aller Werke der Renegaten Trotzki und Bucharin durchgef\u00fchrt \u2013 in deren sozialdemokratisch-reformistischen Grundauffassung wird erst sichtbar, warum und wie Stalin angesichts des Nazi-Faschismus vorgehen und die Bastion in schwierigsten Situation[en] halten konnte und mu\u00dfte. Die Arbeiterbewegung in Deutschland hat zweimal ihre Versprechen nicht gehalten: W\u00e4hrend und nach dem ersten Weltkrieg (erster \u00dcberfall auf die sozialistische Sowjetunion) und 1933\/39. Die Weltgeschichte und die Entwicklung der SU w\u00e4ren wahrlich anders verlaufen, wenn die kommunistisch gef\u00fchrte Arbeiterklasse in Deutschland eine Mehrheit repr\u00e4sentiert und gesiegt h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soweit f\u00fcr heute.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An Gegen die Str\u00f6mung <\/strong>(29.04.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werte Genossen <em>von Gegen die Str\u00f6mung<\/em>,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">vielen Dank f\u00fcr Eure ausf\u00fchrliche Antwort von Anfang April. Noch einmal: Die Mehrwerttheorie ist der Lackmustest f\u00fcr die Werttheorie der \u201aNeuen Marx-Lekt\u00fcre\u2019. [&#8230;] Umgekehrt habe ich am Beispiel des russischen \u00d6konomen Preobra\u017eenskij zeigen wollen, was bei einer abstrakten \u201aAnwendung\u2019 der Werttheorie auf den Sozialismus herauskommt (siehe demn\u00e4chst: <strong>parteimarx.org <a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=186\">DEBATTE 3 ANHANG 1<\/a> Arbeitspapier<\/strong>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[&#8230;]<br \/>\nInhaltlich zu dem letzten Absatz in Eurem Brief: Ob Trotzki und Bucharin \u201eRenegaten\u201c waren, interessiert mich weniger als das, <span style=\"text-decoration: underline;\">wodurch<\/span> sie dazu wurden, was Ihr als \u201eRenegaten\u201c bezeichnet. Genau genommen k\u00f6nnte man alle f\u00fchrenden Bolschewiki, die eine von Lenin abweichende Position vertreten haben (wie z.B. auch Stalin und Kamenew mit der <em>Prawda<\/em> vor den <em>Aprilthesen<\/em>) zu Renegaten erkl\u00e4ren. Wenn Ihr meint, da\u00df es sich um \u201eRenegaten\u201c gehandelt hat, so macht diese Aussage heute nur noch einen Sinn, wenn dabei klargemacht werden kann, worin und warum die Position selbiger \u201eRenegaten\u201c von der Marxschen abweicht. Um das zu kl\u00e4ren, mu\u00df man sie aber nicht unbedingt zu \u201eRenegaten\u201c erkl\u00e4ren. Immerhin haben sie eine Revolution gemacht. Es gibt Leute, die Renegatentum bis zu Friedrich Engels zur\u00fcckverfolgen (siehe: <a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=535\"><strong>DEBATTE 1<\/strong> <strong>Ulrich Knaudt: Die unscharfe Relation Marx\/\u2019Marxismus\u2019 &#8211; Reflexionen \u00fcber Revolution und Konterrevolution in Deutschland<\/strong><\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum soll aber gerade die Marxsche Position als Richtschnur gelten? Weil Marx am tiefsten die kapitalistische Produktionsweise erforscht und seine darauf abgeleitete revolution\u00e4re Strategie, solange es diese kapitalistische Produktionsweise geben wird, exemplarische Bedeutung hat f\u00fcr die Verbindung von Theorie und Praxis [haben wird]. Niemand ist so weit gegangen und hat dabei von heute aus betrachtet in seiner Zeit recht behalten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Engels war ein gro\u00dfartiger milit\u00e4rischer und politischer Stratege, aber an die Tiefe der Marxschen Erfassung der Widerspr\u00fcche seiner Zeit reicht er nicht heran. W\u00e4re er deshalb ein Renegat? Renegat w\u00e4re er nur, wenn er wie Bernstein sich offen oder verdeckt wie Kautsky von der \u201aPartei Marx\u2019 distanziert h\u00e4tte! Wird Lenin wegen seiner Differenzen mit Marx \u00fcber die b\u00e4uerliche russische Gemeinde zum Renegaten? Das will ja wohl niemand von uns behaupten! <span style=\"text-decoration: underline;\">Aber diese Differenzen gibt es nun einmal<\/span>, und sie haben einen nicht geringen Anteil an der Entartung der Oktoberrevolution bis zu Stalinschen Konterrevolution. Aber auch das mu\u00df bei der Analyse dieser Differenzen <span style=\"text-decoration: underline;\">wissenschaftlich<\/span> analysiert werden. Mir ist klar, da\u00df Ihr in diesem Fall die Stalinsche Linie zum Ausgangspunkt Eurer Kritik an den o.g. \u201eRenegaten\u201c macht. Es macht aber wenig Sinn, dar\u00fcber zu palavern, ob Ihr das \u201ad\u00fcrft\u2019 oder vermeiden solltet. Das ist b\u00fcrgerliche Moral!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So auch der Punkt, ob die deutsche \u201eArbeiterbewegung zweimal ihr Versprechen nicht gehalten\u201c hat. Uns h\u00e4tte heute zu interessieren, <span style=\"text-decoration: underline;\">warum<\/span> sie, selbst wenn wir einmal von diesem rein moralischen Ma\u00dfstab ausgehen, dieses Versprechen gar nicht halten <span style=\"text-decoration: underline;\">konnte<\/span>? Daf\u00fcr war eine bestimmte Strategie \u2013 umgesetzt in eine bestimmte Politik \u2013 verantwortlich. Die stammte von Stalin als Sieger \u00fcber die \u201aLeninsche Garde\u2019. Und die war falsch! Das allerdings m\u00fc\u00dfte auch ich wissenschaftlich begr\u00fcnden k\u00f6nnen, und so bleibt meine Behauptung bestenfalls eine These, mit der ich allerdings nicht hinter dem Berg halten werde. Hier zeigt sich das ganze Dilemma der ML-Bewegung, die sich seit Jahr und Tag mit Thesen wie dieser das Leben wechselseitig schwer macht, ohne (orientiert an der Marxschen <span style=\"text-decoration: underline;\">Strategie<\/span>) ihren kontr\u00e4ren Positionen auch nur den Hauch einer wissenschaftlichen Begr\u00fcndung, die hieb- und stichfest ist, zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den <em>Theorien \u00fcber den Mehrwert<\/em>. Diese sind ein \u201aAbfallprodukt\u2019 eines Ende der 40er Jahre mit einem Verleger geplanten und dann aufgegebenen Projekts und zweifellos von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Entwicklungsgeschichte des <em>Kapital<\/em>. Aber das letzte Wort einer wissenschaftlichen Theorie der kapitalistischen Produktionsweise enth\u00e4lt allein der Erste Band. Aber ich glaube, dar\u00fcber m\u00fcssen wir uns nicht streiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[&#8230;]<br \/>\nSoweit erstmal<\/p>\n<hr style=\"text-align: justify;\" \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>An Mohssen Massarat<\/strong> (06.08.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr geehrter Herr Mohssen-Massarrat, in der Literaturliste am Ende Ihres <em>Offenen Briefes an die &#8222;Linke&#8220;<\/em> [1] erw\u00e4hnen Sie einen Aufsatz \u00fcber Irans wirtschaftliche Misere in der Zeitschrift INAMO. Ich habe vergeblich versucht, im Internet eine Verbindung herzustellen, aber der Link l\u00e4\u00dft sich nicht \u00f6ffnen. Bitte teilen Sie mir freundlicher Weise mit, auf welchem Weg ich mir den Aufsatz und ggf. die Zeitschriftennummer beschaffen kann. Au\u00dferdem w\u00e4re ich speziell an Informationen \u00fcber die Landwirtschaft im Iran interessiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich: Ich bin mit Ihrer Diagnose der Linken und ihres Verh\u00e4ltnisses zum iranischen Volk einverstanden, allerdings nicht ganz mit der Anamnese und der vorzuschlagenden Therapie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ernst-Ulrich Knaudt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><br \/>\n<\/strong><sup>1)<\/sup><strong> <\/strong><strong>Mohssen Massarrat: Offener Brief an \u201edie Linke\u201c anl\u00e4\u00dflich ihrer mangelnden Solidarit\u00e4t mit der Volksbewegung im Iran (19.07.2009).<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An H.B. <\/strong>(10.08.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber H.B.,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">jetzt habe ich einfach alles andere beiseite gelegt, um Dir &#8230; zu antworten. Die Diskussion \u00fcber Paradoxien, Antinomien, Widerspruch war sehr erhellend. Noch eine Bemerkung dazu: mir scheint, da\u00df die Paradoxie das dialektische Gegenst\u00fcck zur Antinomie ist. Hier stehen einander zwei gleich g\u00fcltige Aussagen gegen\u00fcber, die beide wahr sein k\u00f6nnen, aber sich wechselseitig widersprechen. Dort hast Du dasselbe Problem, nur das ganze in seiner Selbstbewegung (eine Bastardform der dialektischen Selbstbewegung). Hinter beidem verbirgt sich ein dem ersten Anschein nach unl\u00f6sbarer Widerspruch. Weiter ist die Kantische Dialektik nicht gekommen. Dennoch vergibt Hegel an Kant ein paar Pluspunkte, weil Kant die ganze Problematik \u00fcberhaupt zur Sprache gebracht hat. Die \u201eRevolution der Denkart\u201c ist aber noch keine Revolution des Denkens, die Hegel mit der Aufl\u00f6sung der Kantischen Dualismen in gang gesetzt hat. Revolution\u00e4r ist Hegels Entdeckung der Einheit des Gegensatzes (habe ich zuerst bei Mao gelesen, erst sp\u00e4ter bei Plato und Hegel); diese beinhaltet die M\u00f6glichkeit der <span style=\"text-decoration: underline;\">Aufhebung<\/span> des Gegensatzes anstelle des Verharrens und Umherirrens in der reinen Negation. Denken wir nur an die Religionskriege, die Hexenverbrennungen und all den anderen dogmatischen religi\u00f6s besetzten Plunder. Gemessen daran ist die Hegelsche Denkweise als <span style=\"text-decoration: underline;\">Aufhebung<\/span> der dogmatisch fixierten Antagonismen revolution\u00e4r. Genauer, die Denkform! Diese ist strikt zu unterscheiden von den Denkinhalten: inhaltlich schwebt Hegel zwischen dem St\u00e4ndestaat (historische Rechtsschule) und der konstitutionellen Monarchie. Die Einleitung in die <em>Rechtsphilosophie<\/em> in Berlin ist historisch gesehen ein Abschied von der Revolution in Paris und den gescheiterten Versuchen, sie in Deutschland fortzusetzen \u2013 ein politischer R\u00fcckfall, der H\u00f6lderlin in den Wahnsinn fl\u00fcchten lie\u00df. Plato war Mitglied der athenischen Oligarchie, die gegen die Republik geputscht hatte. Er hat u.a. den guten Demokrit auf dem Gewissen durch die systematische Vernichtung von allem, was an diesen erinnerte. Hegel wurde preu\u00dfischer Professor. Sei\u2019s drum; auf ihrem Gebiet waren sie in bestimmter Hinsicht revolution\u00e4r, indem sie konventionelle Denkweisen umgest\u00fcrzt haben&#8230; (Ob sich das auch auf Nietzsche \u00fcbertragen l\u00e4\u00dft, bin ich mir nicht so sicher! Wahrscheinlich ist da der Umsturz konventioneller Denkweisen bereits Selbstzweck, daher reaktion\u00e4r.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck zur Einheit des Gegensatzes: Reichelt zitiert zwar oft und gerne Hegel, ist aber eigentlich Kantianer, nicht viel anders als in ihrer Mehrheit die Linke, deren Denkweise h\u00e4ufig noch nicht mal vorkantisch ist: also u.a. in der Lage w\u00e4re, Antinomien <span style=\"text-decoration: underline;\">auszuhalten<\/span>. Sie treibt sich theoretisch und nicht minder politisch in vorkantischen Dualismen herum, indem sie z.B. einen \u201aantifaschistischen\u2019 Religionskrieg nach dem anderen startet \u2013 darin den V\u00f6lkischen gar nicht so un\u00e4hnlich! Ebensowenig gelangt auch der mechanische Materialismus (Lange) im Grunde nicht \u00fcber Kant hinaus. Da[her] [&#8230;] wird Dir vielleicht [&#8230;] aufgefallen sein: Sie [die Linken] haben ganz einfach Angst vor Widerspr\u00fcchen. Und deshalb braucht es so Irre wie uns, die ihnen st\u00e4ndig den dialektischen Marsch blasen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: Hegel hat gezeigt, da\u00df die kantischen Antinomien \u201al\u00f6sbar\u2019 sind, indem man, wie Du sagst, den ihnen zugrunde liegenden Widerspruch aufdeckt und &#8230; diesen zur <span style=\"text-decoration: underline;\">Entfaltung<\/span> bringt. (Evolution hie\u00df vor Darwin eigentlich genau das: die <span style=\"text-decoration: underline;\">Ausfaltung<\/span> dessen, was in einer Sache unentfaltet bereits vorhanden ist!). Politisch: Die Bourgeois-Marxisten versuchen mit allen Mitteln Revolutionen evolution\u00e4r zu b\u00e4ndigen; die Kommunisten m\u00fc\u00dften genau umgekehrt die gesellschaftlichen Widerspr\u00fcche durch ihre <span style=\"text-decoration: underline;\">Aus-faltung<\/span> (E-volution) zur <span style=\"text-decoration: underline;\">Entfaltung<\/span> bringen. Das meinte ich &#8230; mit der immanent-revolution\u00e4ren Methode bei Marx, was Du auch in der Einleitung von <em>Zur Kritik der politischen \u00d6konomie<\/em> findest. Wenn die bestehenden Widerspr\u00fcche noch nicht ihren Reifegrad erreicht haben, der sie zur <span style=\"text-decoration: underline;\">Entfaltung<\/span> bringt, kannst Du einen Klassenkampf nach dem anderen lostreten und eine Generation von willigen Revolution\u00e4ren nach der anderen ins Feuer der Klassenk\u00e4mpfe schicken: es wird sich rein gar nichts <span style=\"text-decoration: underline;\">vorw\u00e4rts<\/span> bewegen. Damit waren schon Marx und Engels in Gestalt der Handwerker-Kommunisten und danach der linken preu\u00dfischen Offiziere [in der Zeit um 1848] konfrontiert. So habe ich das, was Du \u00fcber Klassenkampf gesagt hast, verstanden, und so hast Du auch recht. Aber: wenn wir solche \u00e4quivoken Begriffe wie \u201aKlassenkampf\u2019 verwenden (und ich weigere mich, darauf zu verzichten!), bedarf es einer Kritik der Terminologie, und das durchaus auf der Grundlage \u201eautoritative(n) Zitieren(s)\u201c (<em>Praktischer Sozialismus<\/em> = PS, 9). [1] Denn die Rettung dieser Begriffe wird nur gelingen, wenn sie ins Feuer der Kritik geschickt werden&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit bin ich beim eigentlichen Thema: \u201eGewerkschaften sind Angebotskartelle von Arbeitskraftbesitzern\u201c (PS, 9). Wenn ich nicht zuf\u00e4llig gerade den guten Keynes beim Wickel h\u00e4tte, w\u00e4re das bei mir als eine unbedeutende Einleitungsfloskel durchgegangen. Aber in dieser Definition steckt bei genauerem Hinschauen bereits das ganze Dilemma der in dieser Brosch\u00fcre versuchten Grundlegung einer marxistisch begr\u00fcndeten Gewerkschaftsopposition (GO). Wer sie unterschreibt, hat bereits die ganze links-keynesianische Gewerkschaftstheorie wie gesehen gekauft. Bekanntlich konfrontiert Keynes die Behauptung der Klassiker, da\u00df jedes Angebot auf dem Markt seine Nachfrage finden wird, mit der Erfahrung der damaligen Weltwirtschaftskrise und stellt fest, da\u00df diese Behauptung, zumindest, was den Arbeitsmarkt betrifft, empirisch nicht mehr zu halten sei. Um diese Behauptung aber unter den neu eingetretenen Verh\u00e4ltnissen erneut zu best\u00e4tigen, mu\u00df der Staat in die Wirtschaft eingreifen, um die Angebotskurve (unbesch\u00e4ftigte Arbeitskraft) mit der Nachfragekurve (Nachfrage des Kapitalisten nach zus\u00e4tzlichen Besch\u00e4ftigten) zwangsweise zur Deckung zu bringen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck zu PS: dort hei\u00dft es weiter: \u201eAus dieser Wesensbestimmung der Gewerkschaften l\u00e4\u00dft sich eine allgemeine Logik der gewerkschaftlichen Entwicklung [?] ableiten.\u201c (PS, 10) Sind mit \u201eEntwicklung\u201c die Gewerkschaften als Institutionen in ihrer Entfaltung (Entwicklung) gemeint oder die Entfaltung der Gewerkschaftspolitik? (Bevor Du weiterliest, solltest Du einen Blick in den Briefwechsel mit der Gruppe <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> werfen [<strong>REAKTIONEN 3<\/strong>]).[2] Die Bestimmungen, die ich dort versucht habe, decken das Minimum dessen ab, was ich unter einer ausreichenden, wenn auch noch nicht befriedigenden \u201eWesensbestimmung der Gewerkschaften\u201c verstehen w\u00fcrde.) Als geeigneter Ma\u00dfstab zu ihrer Charakterisierung empfehlen sich die amerikanischen Gewerkschaften, die am klarsten und eindeutigsten als ein kapitalistisches Versicherungsunternehmen definiert werden k\u00f6nnten (siehe meine Mail vom 28.07. [3]): eine Versicherung f\u00fcr die Lohnarbeiter gegen die absolute Verelendung, f\u00fcr die Kapitalisten gegen den Klassenkampf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die \u201eWesensbestimmung der Gewerkschaften\u201c liegen folglich zwei einander entgegengesetzte Konzepte vor: das Konzept von der Arbeitsmarkttheorie \u00e0 la Keynes und den daraus abgeleiteten \u201eAngebotskartelle(n) von Arbeitskraftbesitzern\u201c, worin unterstellt wird, da\u00df allein durch das pure Vorhandensein der Gewerkschaften die Vers\u00f6hnung des Widerspruchs Lohnarbeit \u2013 Kapital (und die Verhinderung des Absturzes des Arbeiters in die absolute Verelendung) erm\u00f6glicht wird und auf der anderen Seite das Konzept, das von der <span style=\"text-decoration: underline;\">Ausfaltung<\/span> dieses Widerspruchs und <span style=\"text-decoration: underline;\">Entfaltung<\/span> desselben zum <span style=\"text-decoration: underline;\">politischen Klassenkampf<\/span> \u201aKlasse gegen Klasse\u2019 ausgeht (Definition findest Du u.a. im <em>Manifest<\/em>).[4] Es stellt sich also bei dem Versuch einer \u201eWesensbestimmung der Gewerkschaften\u201c von vornherein die Frage: sind die Gewerkschaften als Versicherungsunternehmen zur Befriedung des Widerspruchs Lohnarbeit\/Kapital oder als eine Schule des Klassenkampfes in der Marxschen Definition anzusehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Autoren der Brosch\u00fcre wollen beides, indem sie die auf den <span style=\"text-decoration: underline;\">politischen Klassenkampf<\/span> hinauslaufende Marxsche Definition mit der Arbeitsmarkt-Theorie keynesianischer Provenienz zu vereinbaren oder gar zu vers\u00f6hnen versuchen. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Dieser Vers\u00f6hnungsversuch f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu einer revolution\u00e4r gemeinten StamoKap-Theorie<strong>: <\/strong>\u201eSelbstredend steht der Staat aller antikapitalistischen Bewegung\u201c (auch der von ganz rechts au\u00dfen: v\u00f6lkischer oder islamistischer Herkunft?) \u201eauf ein reales Gemeinwesen hin\u201c (das Gegenteil w\u00e4re ein irreales Gemeinwesen? Und was beinhaltet dieser Gegensatz) \u201eals fundamentale Bedrohung seiner Besonderung und \u201arelativen Autonomie\u2019 (Poulantzas) prinzipiell feindlich gegen\u00fcber und ist daher auch ein denkbar ungeeignetes Mittel zur revolution\u00e4ren Umw\u00e4lzung der Produktionsweise.\u201c (PS, 13) Das w\u00e4re in der Tat eine ziemlich irreale Annahme! Ich frage mich nur, warum die Autoren \u00fcberhaupt damit operieren? Schon in seinen <em>Fr\u00fchschriften<\/em>, die Dir ja auch sehr am Herzen liegen, verweist Marx auf den elementaren Unterschied zwischen dem \u201epolitischen Gemeinwesen\u201c der revolution\u00e4ren Bourgeoisie und der Getrenntheit des Arbeiters qua Proletarier vom \u201emenschlichen Gemeinwesen\u201c, von dem dieser durch seine soziale Stellung getrennt sei. (<strong>parteimarx.org REFLEXIONEN 1<\/strong>, 5. Dort findest Du auch in Anm. 11 eine erste Definition des politischen Klassenkampfes). Der Staat eignet sich [seiner Bestimmung nach] weder als \u201eMittel zur revolution\u00e4ren Umw\u00e4lzung der Produktionsweise\u201c<strong> <\/strong>noch sollte der politische Klassenkampf mit der politischen Revolution, die die Bourgeoisie zur Herrschaft bringt, verwechselt oder vermischt werden. (Siehe <strong>parteimarx.org REFLEXIONEN 1<\/strong> und die Kritik an Uwe-Jens Heuer, der dieser Verwechslung erliegt.) Der Staat hat, \u2013 lassen wir Herrn Keynes mal au\u00dfer acht \u2013 in der Beziehung zwischen Kapitalist und Arbeiter, die doch im Sinne des b\u00fcrgerlichen Rechts eine privatrechtliche ist, worin zwei Warenbesitzer \u00fcber den Austausch zweier Waren (Arbeitskraft) gegen Geld (Kapital) verhandeln und sich einigen \u2013 sonst kommt der Kontrakt nicht zustande und der Arbeiter wird arbeitslos \u2013 auch \u00fcberhaupt nichts zu suchen. Er h\u00e4lt sich da fein raus. (Da\u00df diese Ware besondere Potenzen hat, zeigt sich doch erst, wenn der K\u00e4ufer sich ihren Gebrauchswert zunutze macht.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Abschnitt \u00fcber den \u201e\u2019Gewerkschaftsstaat\u2019\u201c (PS, 13) enth\u00e4lt einige Statements zur Alimentierung der Arbeitslosen, die ich auf den ersten Blick fast unterschrieben h\u00e4tte, bevor ich das \u201aKleingedruckte zur Kenntnis nahm: \u201eErst die selbstkonstituierte organisatorische Einheit von Arbeitslosen und Lohnabh\u00e4ngigen und damit die vollst\u00e4ndige Aufhebung der Konkurrenz unter den atomisierten Proletarisierten (?) machte aus ihnen eine Klasse an und f\u00fcr sich.\u201c (PS, 13) Nur, warum mu\u00df sich das Proletariat zun\u00e4chst erst einmal proletarisieren, um \u00fcberhaupt als Klasse zu existieren? Entweder befinden sich die Lohnabh\u00e4ngigen individuell (durch ihre Unterschrift unter den Arbeitsvertrag) und historisch auf dieser Seite des Widerspruchs Lohnarbeit \u2013 Kapital oder wir zergliedern das Proletariat als Klasse soziologisch; dann verschwindet zwar (vordergr\u00fcndig) diese Seite des Widerspruchs, ohne da\u00df aber der Widerspruch wirklich verschw\u00e4nde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Jahr und Tag krankt das Verh\u00e4ltnis der Linken zum Proletariat daran, da\u00df sie sich diesen Widerspruch in ihrem provinziellen Kopf nicht vermittelt \u00fcber den <span style=\"text-decoration: underline;\">Weltmarkt<\/span> zu eigen macht. (Das hat auch politische Gr\u00fcnde, auf die ich jetzt nicht eingehen werde.) Aus der <span style=\"text-decoration: underline;\">Weltmarkt<\/span>-Perspektive [betrachtet] sind die deutsche Arbeiterklasse und die Situation, in der sie sich befindet, wohl kaum als revolution\u00e4r zu bezeichnen. Dennoch ist und bleibt sie Bestandteil des <span style=\"text-decoration: underline;\">Weltproletariats<\/span>, dessen konkrete Bestimmung wiederum empirisch nicht ganz einfach ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter dieser Annahme ist auch die dem oben zitierten Satz folgende einfache Negation absurd: \u201eAuch aus diesem Grund k\u00f6nnen Gewerkschaften, wie zu zeigen sein wird, keine revolution\u00e4ren Organisationen des Proletariats sein.\u201c (ebd.) Das wollten sie auch nie sein! Die Gewerkschaften sind oder werden zu dem, was der Klassenkampf aus ihnen macht: entweder eine <span style=\"text-decoration: underline;\">Schule<\/span> des Konkurrenzkampfes omnium contra omnes (ihr gegenw\u00e4rtiger Ist-Zustand) oder eine <span style=\"text-decoration: underline;\">Schule<\/span> des Klassenkampfes! Beides schlie\u00dft einander durch die Klassensolidarit\u00e4t aus. (Auch so ein verstaubter Begriff, der in das Feuer der Kritik zu werfen ist!) Wenn ich aber die Gewerkschaften als <span style=\"text-decoration: underline;\">Schule<\/span> des Klassenkampfes ansehe, ist der folgende Satz einfach falsch (oder enth\u00e4lt eine richtige Ausschlie\u00dfung an der falschen Stelle): \u201eDa die Gewerkschaften nur Mindestbedingungen f\u00fcr die individuellen Arbeitsvertr\u00e4ge\u201c (kollektiv!) \u201edurchsetzen k\u00f6nnen, ist die gewerkschaftliche Organisierung prinzipiell unf\u00e4hig, die Einheit der proletarisierten Klasse herzustellen&#8230;\u201c (ebd.) Genau das Gegenteil ist der Fall: n\u00e4mlich, da\u00df \u201edie Einheit der &#8230; Klasse\u201c<strong> <\/strong>[die elementare] Voraussetzung ist zur <span style=\"text-decoration: underline;\">kollektiven<\/span> Durchsetzung von \u201eMindestbedingungen f\u00fcr die individuellen Arbeitsvertr\u00e4ge\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Einheit wird von den Verhandlungspartnern auf Gewerkschaftsseite zwar als Drohinstrument verborgen gehalten (ein gewerkschaftlicher \u201abig stick\u2019!); aber ohne die M\u00f6glichkeit seines realen Vorhandenseins w\u00fcrden die Gewerkschaften von der Gegenseite als irrelevant wahrgenommen. Ebenso wie die Einheit der Arbeiterklasse ein von der Gewerkschaftsseite instrumentalisiertes, aber (auch erst dadurch) durchaus reales Drohmittel ist, verh\u00e4lt es sich mit der Klasse des Proletariats, die nur soweit gesellschaftliche Realit\u00e4t ist, wie sich das Proletariat f\u00fcr den <span style=\"text-decoration: underline;\">politischen Klassenkampf<\/span> organisiert, was die real existierenden Gewerkschaften unter allen Umst\u00e4nden vermieden sehen wollen. Aber nur <span style=\"text-decoration: underline;\">unter dieser Voraussetzung<\/span> lie\u00dfe sich von der \u201eEinheit der &#8230; Klasse\u201c sprechen. Ohne diese Voraussetzung wird es nicht mal ansatzweise zu einer solchen \u201eEinheit\u201c kommen; ganz im Gegenteil w\u00fcrde die \u201eEinheit\u201c des Proletariats als \u201eKlasse\u201c durch die \u201eproletarisierte Klasse\u201c der Pr\u00e4karisierten eher torpediert, weil, je l\u00e4nger die Arbeitslosigkeit anh\u00e4lt, diese zu einer Kaste von prekarisierten Arbeitskraftunternehmern degenerieren mu\u00df, die, um sich wiederum am politischen Klassenkampf zu beteiligen, ihrerseits \u00fcberhaupt erst mal \u201eproletarisiert\u201c<strong> <\/strong>werden m\u00fc\u00dfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Sinn ist die These vom zur \u201eproletarisierte(n) Klasse\u201c zu proletarisierenden Proletariat falsch. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Ohne das Proletariat keine industrielle Reservearmee. Ohne Leugnung der Marxschen These von der industriellen Reservearmee [g\u00e4be es] kein[en] Keynesianismus. Keynes versucht zwar eine Erkl\u00e4rung der Arbeitslosigkeit, aber nur, um die klassische These, da\u00df es f\u00fcr jedes Angebot eine Nachfrage geben mu\u00df, unter bewu\u00dftem Verzicht auf die Marxsche Reservearmee erneut zu best\u00e4tigen. Die industrielle Reservearmee ist aber nicht akzidentiell, sondern <span style=\"text-decoration: underline;\">wesentlich<\/span> mit der Existenz des Proletariats verkn\u00fcpft. Ohne Proletariat keine Reservearmee, nicht jedoch, wie es oben umgekehrt hei\u00dft: nur durch eine \u201eproletarisierte Klasse\u201c<strong> <\/strong>das Proletariat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem ist es nicht der Staat, der die Arbeitslosen alimentiert, sondern die Arbeitslosen selbst, die, als sie Teil der besch\u00e4ftigten Arbeiterklasse waren, den Reservefonds gebildet haben, den der Staat an sich rei\u00dft und dessen Verteilung er organisiert. (Bismarck war schon ein schlauer Kopf! Was wird sein, wenn die Krise im Winter erst richtig losgeht, und die Wahlkampfzusagen aus dem Arbeitslosentopf aufgebraucht sein werden?) Die industrielle Reservearmee leitet sich nicht aus der Alimentierung der Armen ab, sondern deren Existenz ist Ausdruck der begrenzten M\u00f6glichkeiten der Klasse, sich als Klasse zu organisieren und ihre Notfall-Fonds selbst zu verwalten und zu verteilen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle breche ich meine Text-Analyse erst mal ab. Ich nehme an, da\u00df daran zumindest soviel klargeworden ist, da\u00df es obigen Wesenbestimmungen der Gewerkschaften an der erforderlichen radikalen begrifflichen Differenzierung mangelt. Daran \u00e4ndert auch meine subjektive Sympathie f\u00fcr diesen zweifellos das \u00dcbliche \u00fcberragenden Versuch einer Wesensbestimmung der Gewerkschaften nichts. Dieser l\u00e4uft auf eine marxistische G[ewerkschafts]O[pposition] auf links-keynesianischer Grundlage hinaus mit der Zukunftsperspektive einer sozialistischen Marktwirtschaft. Diese Perspektive ist nicht neu, wie Du aus meinem Beitrag zum letzten Fr\u00fchjahrskolloquium (<strong>parteimarx.org DEBATTE 3<\/strong>) entnehmen kannst. Sozialistische Marktwirtschaft hei\u00dft hier, da\u00df es sich entgegen dem sozialistischen Anspruch um keine \u201egesellschaftliche Produktion\u201c im Marxschen Sinn handelt, bei der die Arbeitskraft aufh\u00f6rt, Ware zu sein. Denn bevor wir \u00fcberhaupt dazu k\u00e4men, stellte sich die Frage nach der eigenst\u00e4ndigen Existenz dieses kapitalistischen Versicherungskonzerns, nach seinem Zusammenwachsen mit dem und seiner Radikalisierung im <span style=\"text-decoration: underline;\">politischen Klassenkampf<\/span> oder [die Frage] nach seiner Zerschlagung als Teil des Staatsapparats und seiner Ersetzung durch die Sowjets&#8230; Er wurde aber 1917 nicht zerschlagen, sondern mit Sowjet\u00f6l gesalbt; daf\u00fcr wurden in Kronstadt die Sowjets zerschlagen, an deren Stelle traten wieder ganz ordin\u00e4re Gewerkschaften mit allem, was im Kapitalismus dazugeh\u00f6rt&#8230; Andererseits bezeugt der Charakter der real existierenden Gewerkschaften als moderner kapitalistischer Versicherungskonzern die \u00dcberreife des Widerspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Strategie der proletarischen Revolution und des Sozialismus bedarf eines Paradigmenwechsels: Die Akkumulation des Reichtums ausgehend von [und auf Grundlage] der gesellschaftlichen Armut (eine Strategie, die \u00fcberall zur Herausbildung einer neuen Bourgeoisie gef\u00fchrt hat) kannst Du begraben. Wir befinden uns statt dessen in der paradoxen Situation, da\u00df das Anwachsen der Springquellen des gesellschaftlichen Reichtums individuelle Armut in infinitum erzeugt. Erst wenn dieser Paradigmenwechsel verdaut ist, wird auch eine zeitgem\u00e4\u00dfe Bestimmung des Wesens der Gewerkschaften m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anstatt den hinter der Paradoxie: Wachsender gesellschaftlicher Reichtum = Zunahme individueller Armut, verborgenen Widerspruch aufzusp\u00fcren, verwandelt die Linke diese Paradoxie in den schlichten Dualismus: Zunahme des subjektiven Reichtums = Zunahme der subjektiven Armut; ergo Beseitigung dieser Ungleichheit durch Verringerung des subjektiven Reichtums und Umverteilung desselben an die Armut. Durch diesen schlichten Arm-Reich-Gegensatz wird dieser Widerspruch auf kleinb\u00fcrgerliche Weise seines gesellschaftlichen Charakters entkleidet. Denn wer verteilt die Verteiler? Oskar Lafontaine? Eine darauf gegr\u00fcndete \u201arevolution\u00e4re Strategie\u2019 landet mit ziemlicher Sicherheit bei der erneuten Verstaatlichung der Arbeiterklasse durch die Verstaatlichung ihrer Gewerkschaften und der Verwandlung des b\u00fcrgerlichen Staates, diesmal nicht von rechts, sondern von links, nicht in einen nationalen, sondern in einen sozialen Gewerkschaftsstaat&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du wirst wahrscheinlich auch in meinen \u00dcberlegungen eine Menge Widerspr\u00fcche entdecken. Das ist auch gut so; denn ohne die Kl\u00e4rung von Widerspr\u00fcchen ist an keinen Fortschritt zu denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup> <strong><em>Praktischer<\/em><\/strong><strong><em> <\/em><\/strong><strong><em>Sozialismus<\/em><\/strong><strong>. Antwort auf die Krise der Gewerkschaften <\/strong>(Schriften des Hans-J\u00fcrgen-Krahl-Instituts), 2007.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2)<\/sup> <strong>parteimarx.org REAKTIONEN<\/strong> <strong>3<\/strong>: <strong>An den Buchladen Georgi Dimitroff in Frankfurt. 21.03.2008; 12.07.2008<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>3) <\/sup>Darin hie\u00df es u.a.: <strong>\u201eDie Leute, aus denen die heutige GO-Zeitung \u201aExpress\u2019 hervorgegangen ist, haben dieses Intellektuellen-Problem dadurch gel\u00f6st, da\u00df sie sich als Intellektuelle auf Gewerkschaftsarbeit (fr\u00fcher: \u201aBetriebsarbeit\u2019) konzentrieren. Damit haben sie f\u00fcr sich pers\u00f6nlich vielleicht das Intellektuellen-Problem gel\u00f6st, aber nicht das eigentliche Problem, das dahintersteckt: wozu diese Betriebesarbeit eigentlich gut sein soll? Die eigentliche von ihnen zu treffende Entscheidung w\u00e4re dagegen: Entweder sind die Gewerkschaften ein Versicherungsunternehmen: f\u00fcr die einen gegen die absolute Verelendung (Lohnarbeit), <\/strong>[f\u00fcr]<strong> die anderen gegen den Klassenkampf (Kapital) oder sie sind eine Schule des Klassenkampfes. Hier beginnt meine Kritik am \u201aPraktischen Sozialismus\u2019: da\u00df sie diese Frage nicht entschieden haben, sondern sich auf linkskeynesianische Weise um diese herummogeln wollen. aber dazu im einzelnen sp\u00e4ter. Jedenfalls sind diese Leute theoretisch ein wenig ernster zu nehmen als die \u00fcblichen (theoretisch sehr beschlagenen, aber politisch naiven) Linkskeynesianer, von denen sie sich aber nicht wirklich unterscheiden. Vielleicht wird das ein Thema f\u00fcr die REFLEXIONEN 2 (?).\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>4)<\/sup> <strong>Karl Marx; Friedrich Engels: <em>Manifest der Kommunistischen Partei<\/em><\/strong> MEW (461-493), 471: <strong>\u201eVon Zeit zu Zeit <\/strong>[!]<strong> siegen die Arbeiter, aber nur vor\u00fcbergehend. Das eigentliche Resultat ihrer K\u00e4mpfe ist nicht der unmittelbare Erfolg, sondern die immer weiter um sich greifende Vereinigung der Arbeiter.<\/strong> <strong>Sie wird bef\u00f6rdert durch die wachsenden Kommunikationsmittel, <\/strong>[!]<strong> die von der gro\u00dfen Industrie erzeugt werden und die Arbeiter der verschiedenen Lokalit\u00e4ten miteinander in Verbindung setzen. Es bedarf aber blo\u00df der Verbindung, um die vielen Lokalk\u00e4mpfe von \u00fcberall gleichem Charakter zu einem nationalen, zu einem Klassenkampfe zu zentralisieren. Jeder Klassenkampf aber ist ein politischer Kampf.\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An H.B. <\/strong>(24.08.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber H.B., im Anhang, [1] ein Beispiel dessen, was ich als Dualismus bezeichnet habe. In diesem Fall aus der Hirnforschung. Die Gegenposition gegen den metaphysisch-materialistischen Reduktionismus scheint aber auch daran zu kranken, da\u00df sie zwar zur Gesellschaft gelangt, aber nicht bis zur gesellschaftlichen &#8218;work-lichkeit&#8216; durchdringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup><br \/>\n1)<\/sup><strong> <\/strong>Rezension FAZ zu <strong>Thomas Fuchs: <em>Das Gehirn \u2013 Ein Beziehungsorgan<\/em>. Eine ph\u00e4nomenologische-\u00f6kologische Konzeption<\/strong>, Stuttgart 2008.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An Mohssen Massarat<\/strong> (24.08.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr geehrter Herr Professor Massarrat, vielen Dank f\u00fcr den Hinweis zur Beschaffung von INAMO. Ich erlaube mir meinerseits den Hinweis auf meine Kritik an Ihrem\u00a0 &#8222;Offenen Brief an die &#8218;Linke&#8217;&#8230;&#8220;, zu finden unter: parteimarx.org, <strong>BLogbuch, August (1): Was die deutsche Linke mit dem Iran zu tun hat?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ernst-Ulrich Knaudt<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An<\/strong> <strong>Ernst-Ulrich Knaudt <\/strong>(25.08.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber Herr Knaudt,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mit gro\u00dfem Interesse habe ich Ihren Text gelesen und dabei wesentlich mehr \u00dcbereinstimmungen zwischen Ihnen und mir festgestellt als Sie annehmen. Bei dem einzigen Punkt, in dem Sie in Bezug auf westliche Feministinnen einen substantiellen Dissenz entdecken, scheint ein Mi\u00dfverst\u00e4ndnis Ihrerseits vorzuliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zentrum meiner Kritik an westlichen Feministinnen in ihrem Verh\u00e4ltnis zu Kopftuch tragenden Musliminnen steht die Respektlosigkeit gegen\u00fcber dem <span style=\"text-decoration: underline;\">Willen<\/span> von Menschen, sich so zu kleiden wie sie selbst es wollen und nicht wie der mainstream es von ihnen verlangt. Insofern stehen westliche Feministinnen auf derselben Stufe wie Islamisten im Iran und anderswo, die ebenso respektlos ihren <span style=\"text-decoration: underline;\">Willen<\/span> gegen\u00fcber Frauen, die sich f\u00fcr westliche Kleider entschieden haben, durchsetzen wollen. Die Ereignisse verlaufen spiegelverkehrt, dahinter steht aber dasselbe antidemokratische Prinzip. So gesehen, reden wir \u00fcber dieselbe Massenbewegung im Iran, bei der diese Respektlosigkeit mit Gewalt zum Ausdruck gekommen ist, und das ist vielleicht der Unterschied im Verhalten der westlichen Feministinnen hier gegen\u00fcber Kopftuch tragenden Musliminnen. Allerdings sind Berufsverbote, die damit einhergehen, auch eine Art Gewalt, strukturelle Gewalt. Ich hoffe, da\u00df sie mir in diesem Sinne auch zustimmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im \u00fcbrigen w\u00fcrde ich w\u00fcnschen, da\u00df die Debatte \u00fcber eindimensionale Antikapitalisten einen gr\u00f6\u00dferen Kreis der Linken erreicht. Vielleicht k\u00f6nnen Sie auch dazu beitragen. Ich beabsichtige, demn\u00e4chst einen Text zu Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen \u00fcber den Kapitalismus zu verfassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den besten Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mohssen Massarrat<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An Mohssen Massarat<\/strong> (26.08.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr geehrter Herr Prof. Massarrat,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die Ursachen f\u00fcr das von Ihnen genannte Mi\u00dfverst\u00e4ndnis lassen sich relativ einfach erkl\u00e4ren: vermutlich trugen viele Frauen w\u00e4hrend der iranischen Revolution 1979 das Kopftuch aus Protest gegen den amerikanischen Modernismus, den sie mit der Schah-Diktatur gleichsetzten. (Noch unter dem Vater von Reza Pahlevi war bekanntlich in Anlehnung an die Kemalisten \u201eder Tschador\u201c verboten). Wenn die iranische Revolution nicht in einer, wie Sie es nennen, Theokratie geendet w\u00e4re, [1] h\u00e4tten die Tr\u00e4gerinnen des Kopftuchs dieses wahrscheinlich in wachsender Zahl abgenommen. So wurde der Tschador, in Umkehrung zu seinem staatlich verordneten Verbot aus den 30er Jahren zur Zwangsbekleidung. Der westliche Feminismus hat \u00fcbrigens Ende der 70er Jahre die iranische Revolution in Bausch und Bogen abgelehnt. Der &#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\">Willen<\/span> von Menschen, sich so zu kleiden, wie sie wollen&#8220;, ist etwas grunds\u00e4tzlich anderes als das Diktat der &#8218;Theokratie&#8216;, durch das allen weiblichen Bewohnern des Iran von einem bestimmten Alter an die Form ihrer Bekleidung vorgeschrieben wird. Dann verwandelt sich der &#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\">Willen<\/span>&#8220; in staatliche <span style=\"text-decoration: underline;\">Willk\u00fcr<\/span>. Dagegen &#8211; und darauf sind Sie leider nicht eingegangen &#8211; wendet sich die <span style=\"text-decoration: underline;\">kulturrevolution\u00e4re<\/span> Massenbewegung im Iran, die dem \u00e4u\u00dferen Anschein nach den amerikanischen Modernismus wiederzubeleben scheint. Nur hat sich dessen Bedeutung umgekehrt: war der Tschador vor 1979 Protestsymbol gegen den american way of life + Schah-Dikatur, so ist das Verlangen nach der &#8218;westlichen&#8216; Lebensart durch die iranische Jugend Protestsymbol gegen die orientalische Erd\u00f6l-Despotie Ahmadineschads und die mit ihm verb\u00fcndeten Erd\u00f6l-Despoten in Asien, Afrika und Lateinamerika. Der Unterschied zwischen dem american way of life der 50er und 60er Jahre und der heutigen &#8218;westlichen&#8216; Zivilisation besteht aber darin, da\u00df sich diese mit den zivilisatorischen Errungenschaften der kulturrevolution\u00e4ren und antiimperialistischen Massenbewegungen der 60er Jahre, die auch gegen den american way of life gerichtet waren, aufgetankt hat. Die im Iran heute stattfindende <span style=\"text-decoration: underline;\">Kulturrevolution<\/span> wird sich nicht auf diesen beschr\u00e4nken, sondern fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die ganze verkn\u00f6cherte Zivilisation der islamischen Welt heimsuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da der westliche Feminismus kaum anders gestrickt ist als die westliche Linke, n\u00e4mlich anti-&#8218;westlich&#8216;, kann jener f\u00fcr den Protest seiner Geschlechtsgenossinnen im Iran ebenso wenig Solidarit\u00e4t entwickeln. Anstatt den Frauen im Iran seinen &#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\">Willen<\/span>&#8220; aufzuzwingen, nimmt der westliche Feminismus die dort stattfindende Kulturrevolution erst gar nicht zur Kenntnis&#8230; Unser &#8222;Mi\u00dfverst\u00e4ndnis&#8220; entpuppt sich bei allen sonst m\u00f6glicherweise feststellbaren Gemeinsamkeiten als Problem einer entgegengesetzten Perspektive hinsichtlich der Einsch\u00e4tzung der iranischen <span style=\"text-decoration: underline;\">kulturrevolution\u00e4ren Massenbewegung<\/span>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaum anders verh\u00e4lt es sich mit den &#8222;eindimensionalen Antikapitalisten&#8220;. Diese verteidigen im Grunde einen durch und durch zum Staatsterrorismus gegen das eigene Volk verkommenen &#8218;Antiimperialismus&#8216;, was sogar schon, wenn auch sehr oberfl\u00e4chlich, der jW aufgefallen ist. [2] Die theoretischen Wurzeln des \u2013 wie ich es nenne \u2013 <span style=\"text-decoration: underline;\">abstrakten<\/span> Antikapitalismus finden Sie z.B. in Preobrashenskijs abstrakter Werttheorie (siehe mein Vortrag vor der Marx-Gesellschaft auf der gleichnamigen home page). [3] Vielen Dank f\u00fcr den Hinweis auf Ihr Buch; auch lasse ich mich gerne in Ihre Mailing Liste aufnehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu guter Letzt w\u00fcrde ich es gut finden, wenn unsere Diskussion mit Ihrem Einverst\u00e4ndnis auf den Seiten der &#8218;partei Marx&#8216; dokumentiert w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit freundliche Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ernst-Ulrich Knaudt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1) <\/sup><strong>Mohssen Massarat: Offener Brief an \u201edie Linke\u201c anl\u00e4\u00dflich ihrer mangelnden Solidarit\u00e4t mit der Volksbewegung im Iran<\/strong> (19.07.2009): <strong>\u201e&#8230;Die islamische Theokratie wuchs nach der Revolution zun\u00e4chst auf dem Tr\u00fcmmerhaufen eines erbittert gef\u00fchrten Kampfes zwischen Khomeini-Anh\u00e4ngern, den links-islamischen Volksmudschaheddin und linken Volksfedayin \u2013 allesamt mit ihrem jeweils unersch\u00fctterlichen Alleinvertretungsanspruch darauf, was die Wahrheit ist. F\u00fcr die Festigung der Theokratie und die S\u00e4uberung aller Gegner sorgte dann der acht Jahre andauernde Irak-Iran-Krieg. In seiner bisherigen Geschichte erlebte die iranische Gesellschaft also lediglich nur w\u00e4hrend der goldenen Demokratie-Jahre der Mossadegh-\u00c4ra (1951-1953) freie Presse, freie Parteien, freie Wahlen und unabh\u00e4ngige Gewerkschaften. &#8230; Im kapitalistischen Westen sind alle diese Vorbedingungen gegeben, die im Iran erst hergestellt werden m\u00fc\u00dften. Die Linke sollte sich zuerst mit den Zielen der iranischen Volksbewegung gegen die Theokratie \u2013 die historisch zweifelsohne auf der Tagesordnung steht \u2013 uneingeschr\u00e4nkt solidarisieren. Dann aber sollte sie sich auch gelegentlich fragen, warum sie zur Erreichung weitergehender Emanzipationsziele in den eigenen L\u00e4ndern nicht weiterkommt und auf der Stelle tritt.\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2<em>) <\/em><\/sup><em>junge Welt<\/em> 15\/16.08.2009: <strong><em>Helft der Revolte vom Sofa!<\/em> Offenkundig profitiert die Linke nicht von der Krise. Warum ist das so? Versuche, eine Debatte anzusto\u00dfen.<\/strong><br \/>\n<sup>3)<\/sup> marx-gesellschaft.de Texte.<strong> Ulrich Knaudt: <em>Das Wertgesetz und der Sozialismus im 20. Jahrhundert <\/em>\u2013 Seine Auswirkungen auf die gesellschaftliche Praxis in der UdSSR und deren R\u00fcckwirkung auf die heutigen Debatten.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An Ernst-Ulrich Knaudt<\/strong> (27.08.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber Herr Knaudt,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ich glaube, Sie haben mich mi\u00dfverstanden. Ich stimme Ihren Ausf\u00fchrungen jedenfalls zu und meine, in meiner letzten mail an Sie inhaltlich das gleiche geschrieben zu haben. Die Machthaber schossen auf die demonstrierenden modern aussehenden Frauen, weil diese endlich von ihrem Recht Gebrauch machen wollten, so leben zu k\u00f6nnen, wie sie es selber w\u00fcnschen. Ich habe diese Gewalt mit der strukturellen Gewalt des faktischen Berufsverbots f\u00fcr Kopftuchtr\u00e4gerinnen in Deutschland verglichen, ohne sie gleichsetzen zu wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meines Erachtens sagen Sie mit Ihren historischen Beispielen etwas \u00e4hnliches, oder? Gern k\u00f6nnen Sie unsere Diskussion auf \u201aPartei Marx\u2019 (was ist das eigentlich?) ver\u00f6ffentlichen.<br \/>\nBeste Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mohssen Massarrat<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An Mohssen Massarat<\/strong> (31.08.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr geehrter Herr Prof. Massarrat,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">zun\u00e4chst zu Ihrer Frage: &#8222;&#8218;Partei Marx&#8216; (was ist das eigentlich?)&#8220;. Das ist der Name einer Web Site, auf der ich erfolglos versucht habe, die Gr\u00fcnde f\u00fcr den politischen Verfall der Linken zu analysieren und solidarisch zu diskutieren. Diese Diskussion betrachte ich heute als weitestgehend abgeschlossen. Die Linke ist in einen &#8218;Aggregatzustand&#8216; \u00fcbergegangen, der eine solche Diskussion als \u00fcberfl\u00fcssig erscheinen l\u00e4\u00dft. Verglichen mit diesem Trend bildete Ihr &#8218;Offener Brief&#8216; auf den ersten Blick f\u00fcr mich eine Ausnahme, obwohl beim n\u00e4heren Hinschauen Gemeinsamkeiten mit jener von Ihnen kritisierten Linken zutage traten, die ich in meinem BLogbuch-Eintrag vom August (1) n\u00e4her charakterisiert habe. [1] (Insofern hat es mich verwundert, da\u00df Sie den Text kannten, ohne die Web Site zu kennen, auf dem er zu finden ist.) Auf diese von mir kritisch vermerkten Gemeinsamkeiten mit der hiesigen Linken gehen Sie in Ihrer Mail vom 25.08. aber nicht ein, sondern beschr\u00e4nken sich auf die zweierlei Respektlosigkeiten (der Frauenbewegung hier, des iranischen Regimes dort), die Sie laut Mail vom 27.08. &#8222;vergleichen, ohne sie gleichsetzen zu wollen&#8220; und die sich auf der Grundlage &#8222;desselbe(n) antidemokratische(n) Prinzip(s) &#8230; spiegelverkehrt&#8220; aufeinander beziehen sollen. Ich habe den starken Verdacht, da\u00df durch derartige Spiegelverkehrtheiten unsere Debatte in einen unendlichen Regre\u00df geraten ist, die wir, h\u00e4tten wir unendlich viel Zeit endlos fortsetzen k\u00f6nnten&#8230;, jedenfalls, solange die Frage nicht gekl\u00e4rt ist, ob besagte Respektlosigkeiten in einer komplement\u00e4ren Beziehung zueinander stehen oder nicht. Ein derartiger Regre\u00df l\u00e4\u00dft sich bekanntlich nur vermeiden, indem man ihn verl\u00e4\u00dft &#8211; aber wohin?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um unsere Diskussion auf ein konstruktives Gleis zu lenken, schlage ich zum Thema &#8222;eindimensionaler Antikapitalismus&#8220; meinen Vortrag &#8222;Das Wertgesetz und der Sozialismus im 20. Jahrhundert&#8220; vor. Er findet sich auch meiner Web Site unter DEBATTE 3. [2] Ich werde mir meinerseits Ihr Buch beschaffen [3] und mich dar\u00fcber hinaus mit der heutigen Wirtschaft des Iran vertraut zu machen versuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ernst-Ulrich Knaudt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup> <strong>parteimarx.org BLogbuch August (1): Was die deutsche Linke mit dem Iran zu tun hat?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2) <\/sup><strong>parteimarx.org<\/strong> <strong>DEBATTE 3: Wertgesetz und Sozialismus.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>3)<\/sup> <strong>Mohssen Massarrat: <em>Kapitalismus, Machtungleichheit, Nachhaltigkeit<\/em>. Perspektiven revolution\u00e4rer Reformen<\/strong>, Hamburg 2006.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An den Buchladen Georgi Dimitroff in Frankfurt<\/strong> (14.09.2009)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hallo Buchladenkollektiv, vielen Dank f\u00fcr GdS 6-7 2009, die Ihr mir, wie ich annehme, wohl auch in der Erwartung geschickt habt, dazu von mir was zu h\u00f6ren. [1] Da Ihr Euch darin mit einer \u00e4u\u00dferst wichtigen <span style=\"text-decoration: underline;\">politischen<\/span> Frage besch\u00e4ftigt (bisher bewegten wir uns ja haupts\u00e4chlich auf theoretischem Terrain), komme ich diesmal um eine <span style=\"text-decoration: underline;\">politische<\/span> Stellungnahme nicht herum. Darin wird sich vor allem die Feststellung nicht mehr umgehen lassen, da\u00df wir trotz vieler Gemeinsamkeiten und Sympathien (zumindest, was mich betrifft) von vollkommen entgegengesetzten Pr\u00e4missen ausgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines vorweg: wenn ich in meinem politischen Leben nicht \u00e4hnlichen politischen Irrt\u00fcmern angehangen h\u00e4tte, wie ich sie jetzt bei Euch, was die <span style=\"text-decoration: underline;\">Politik<\/span> Stalins und der KPdSU(B) betrifft, vorfinde, w\u00fcrde ich vielleicht die ganze Angelegenheit einfach ignorieren und Euren Aufsatz wie vieles andere im Archiv ablegen. Hier also meine Antwort:<\/p>\n<p>Auf meiner home page finden sich einige Hinweise, wie ich diese <span style=\"text-decoration: underline;\">Politik<\/span> inzwischen einsch\u00e4tze. Im Mittelpunkt dieser Einsch\u00e4tzung steht Stalins Putsch im Jahre 1934 gegen die eigene Partei (genauer: gegen das ZK), die mehrheitlich nicht mehr bereit waren, seiner Linie vor allem in der Bauernfrage zu folgen (ein Indiz daf\u00fcr w\u00e4re, da\u00df gro\u00dfe Teile des ZK die \u201aS\u00e4uberungen\u2019 der 30er Jahre nicht \u00fcberlebt haben). Nach meinen theoretischen \u00dcberlegungen bin ich, gest\u00fctzt auf Marx, zu der Feststellung gelangt, da\u00df das Herzst\u00fcck der Revolution in Ru\u00dfland die L\u00f6sung der Bauernfrage h\u00e4tte sein m\u00fcssen. Und je n\u00e4her ich mich damit befasse, desto deutlicher werden die fatalen Konsequenzen, die aus deren falscher Gewichtung erwachsen sind. Stalin, das m\u00fc\u00dfte man zur seiner politischen Ehrenrettung (wenn es da noch was zu retten g\u00e4be) sagen, hat eigentlich nur nach den Halbherzigkeiten, mit denen Lenin zwischen der Marxschen und der Kautskyschen Position in der Agrarfrage hin- und hergerissen war (was ansonsten gar nicht zu ihm pa\u00dft), die unaufschiebbar gewordenen Entscheidungen in seiner Partei bez\u00fcglich der Bauernfrage auf seine brutale Weise exekutiert. Zu der Marxschen Position habe ich mich verschiedentlich ge\u00e4u\u00dfert. Meine Interpretation derselben mag falsch sein. Wenn Ihr meint, das sei der Fall, dann bitte, widerlegt sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von der reaktion\u00e4ren L\u00f6sung der Bauernfrage (die im Endeffekt auch der Stalinschen Konterrevolution zugrunde liegt) leitet sich die sozialimperialistische L\u00f6sung der Nationalen Frage ab (die Wurzel der Nationalen Frage liegt meiner heutigen Einsch\u00e4tzung nach ebenfalls in der Bauernfrage und nicht [allein] in der mangelhaften Verwirklichung des von Lenin geforderten und analog zu Woodrow Wilson vertretenen Selbstbestimmungsrechts der Nationen, wie auch ich lange Zeit angenommen habe). Und damit bin ich schon bei Eurer Einsch\u00e4tzung der Potsdamer Konferenz:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese ist im wesentlichen unzutreffend: es gibt kein Potsdamer <span style=\"text-decoration: underline;\">Abkommen<\/span> zwischen den drei Alliierten, sondern es existiert nur ein <span style=\"text-decoration: underline;\">Protokoll<\/span>, das festh\u00e4lt, worin diese \u00fcber einen begrenzten Fragenkreis \u00dcbereinstimmung erzielt haben, d.h. worin sie bei der k\u00fcnftigen Verwaltung Deutschlands zusammenarbeiten werden und wo sie getrennte Wege gehen m\u00fcssen. Anstatt dieses Protokoll als <span style=\"text-decoration: underline;\">Abkommen<\/span> zu bezeichnen, w\u00e4re es sinnvoll gewesen festzuhalten, was dieses auf jeden Fall <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> ist: ein <span style=\"text-decoration: underline;\">Friedensabkommen<\/span> oder gar ein <span style=\"text-decoration: underline;\">Friedensvertrag<\/span> \u00fcber den Status Deutschlands (oder auch nur ein erster Entwurf zu einem solchen). Die drei Alliierten haben sich lediglich \u00fcber ihre getrennte Herrschaft \u00fcber das von ihnen eroberte Niemandsland verst\u00e4ndigt, das bis zum Kriegsende eine wirtschaftliche Einheit gebildet hatte, die, soweit es ihre Gegens\u00e4tze zulie\u00dfen, aufrechterhalten werden mu\u00dfte. Denn einer der Hauptstreitpunkte waren (und dar\u00fcber verliert Ihr kein Wort) die aus diesem Niemandsland zuk\u00fcnftig zu beziehenden Reparationsleistungen, f\u00fcr deren Erhebung Deutschland allerdings weiterhin eine wirtschaftliche Einheit h\u00e4tte bilden m\u00fcssen. \u00dcber diese Paradoxie (denn die Reproduktion des Kapitals setzt ja nun mal nach Marx das Bestehen einer einheitlichen \u201eDouanegrenze\u201c und einen freien Flu\u00df der Waren innerhalb derselben voraus) wurde ergebnislos gestritten, was schon bald zur Folge hatte, da\u00df die westlichen Alliierten schlie\u00dflich eine separate \u201eDouanegrenze\u201c zogen, w\u00e4hrend Stalin wegen der Unl\u00f6sbarkeit dieses Problems (so gut kannte er seinen Marx) den ihm zufallenden territorialen Anteil von vornherein bis auf den Grund auspl\u00fcnderte und alles, was nicht niet- und nagelfest war, die Wissenschaftler eingeschlossen, die er u.a. zum Bau der Atombombe gleich mit einpackte, in die SU abtransportieren lie\u00df. Ein weiteres Problem, das die westlichen Alliierten in starke Verlegenheit und in Schwierigkeiten versetzte, waren die aus Osteuropa in die Westzonen vertriebenen Millionen Fl\u00fcchtlinge (nach Eurer Einsch\u00e4tzung durch die Bank Einflu\u00dfagenten und F\u00fcnfte Kolonnen Nazi-Deutschlands). Damit diese Austreibung nicht mit einem Schlag die Westsektoren Deutschlands \u00fcberflutete, wurde eine \u201ahumane L\u00f6sung\u2019 dieser V\u00f6lkerverschiebung angemahnt, eine Klausel, von der allen Beteiligten klar war, da\u00df sich in der Praxis niemand daran halten werde. Die Sowjetunion schon gar nicht, da sie erwidern konnte, ihr Einflu\u00df auf die osteurop\u00e4ischen Regierungen sei begrenzt (was eine glatte L\u00fcge war).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Potsdamer Konferenz war ihrer v\u00f6lkerrechtlichen Bedeutung nach also nicht mal ein zweites Versailles, da selbst dessen Voraussetzungen nicht mehr bestanden, denn:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die Alliierten behandelten Deutschland nicht mehr als Kriegsgegner (Versailles), sondern [ausschlie\u00dflich] als Kriegsschuldigen (wobei die Kriegsschuld Hitler-Deutschlands unbestritten ist).<\/li>\n<li>Die Alliierten verhandelten statt dessen nur miteinander \u00fcber ein m\u00f6glichst gemeinsam zu verwaltendes Niemandsland und die aus diesem Niemandsland herauszupumpenden Reparationen, was eine Paradoxie darstellt, weil alle Beteiligten auf der einen Seite behaupteten, sie wollten Deutschland weder spalten noch kolonisieren, sie auf der anderen Seite aber nicht in der Lage waren, die wirtschaftliche Einheit Deutschlands wieder herzustellen. (Jede Seite sollte die Reparationsleistungen in ihrer eigenen Besatzungszone einziehen und als Entsch\u00e4digung f\u00fcr sich verwenden.)<\/li>\n<li>W\u00e4hrend \u00fcber die Reparationen und die Fl\u00fcchtlingsfrage aber schlie\u00dflich eine formelle Einigung erzielt wurde (ohne jedoch in der Praxis zu einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik zu gelangen und die Austreibungen der Deutschen aus Osteuropa bremsen zu k\u00f6nnen), sollten die territorialen Grenzen Deutschlands auf einer irgendwann einzuberufenden Friedenskonferenz bestimmt werden. (Das erm\u00f6glichte Stalin, die \u201aWestverschiebung\u2019 Polens in die Tat umzusetzen, was nicht nur die Vertreibung von mehr als 10 Millionen Deutschen, sondern von mehreren Millionen Polen aus den bisherigen polnischen Grenzgebieten zur Ukraine [und Bjeloru\u00dfland] zur Folge hatte \u2013 auch dar\u00fcber verliert Ihr kein Wort.) Dadurch wurden im \u00f6stlichen Teil Mitteleuropas politische und territoriale Fakten geschaffen.<\/li>\n<li>Die einzige Einigung \u00fcber territoriale Fragen wurde mit der Abtrennung Ostpreu\u00dfens erreicht, dessen s\u00fcdlicher Teil (als Entsch\u00e4digung f\u00fcr die \u201aWestverschiebung\u2019 seines Territorium zugunsten des gro\u00dfrussischen Imperiums) an Polen ging.<\/li>\n<li>Schon gar nicht handelte es sich bei diesem \u201eAbkommen\u201c um einen \u201aFrieden ohne Kontributionen und Annexionen\u2019, wie ihn Lenin 1917 von den Kriegsparteien gefordert hatte, sondern um eine imperialistische Aufteilung Deutschlands. Dabei entstand in einer Verkehrung der Fronten die absurde Situation, da\u00df die westliche Seite eher zu einem gerechten Frieden im Leninischen Sinne bereit gewesen w\u00e4re, w\u00e4hrend die \u00f6stliche die Rolle der Imperialisten aus dem Jahr 1917 gegen\u00fcber der Leninschen Sowjetmacht einnahm. (Der Vollst\u00e4ndigkeit halber w\u00e4re hinzuzuf\u00fcgen, da\u00df die USA im Gegensatz zu Stalin auch kein Interesse an deutschen Eisenbahnschienen zeigten und sich statt dessen auf das Einsammeln deutscher Patente konzentrierten \u2212 wie zukunftstr\u00e4chtig dieses Vorgehen war, zeigen die gegenw\u00e4rtigen Verhandlungen \u00fcber die Opel-Pleite.)<\/li>\n<li>Im \u00fcbrigen wurden die auf der Konferenz von Jalta bereits getroffenen Verabredungen \u00fcber die gemeinsame Aus\u00fcbung der alliierten Hoheitsrechte im deutschen Niemandsland erneuert und konkretisiert. Wenn die Bezeichnung \u201aAbkommen\u2019 \u00fcberhaupt angebracht war, dann auf dieser rein administrativen \u201aEbene\u2019. Durch diese <span style=\"text-decoration: underline;\">Absprachen<\/span> sollte trotz der politischen Differenzen im Interesse aller Beteiligten verhindert werden, da\u00df das Niemandsland au\u00dfer Kontrolle geriet.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Ergebnis ist demnach festzuhalten, da\u00df es den westlichen Alliierten nicht gelang, die \u00f6stliche Seite auf verbindliche Absprachen \u00fcber den status quo auch in Ost-Deutschland und Ost-Europa festzulegen, der bis zu jenem Zeitpunkt gegolten h\u00e4tte, da auf einer Friedenskonferenz eine abschlie\u00dfende L\u00f6sung der sog. Deutschen Frage (einschlie\u00dflich der Nachkriegsgrenzen Deutschlands) mit einer deutschen Regierung vereinbart worden w\u00e4re. Da Stalin nicht bereit war, die von ihm eigenm\u00e4chtig gezogenen Grenzlinien r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen (Westverschiebung Polens), [2] und hinsichtlich der unter dem Schutz der\u00a0 Bajonette der Roten Armee installierten Regierungen in Osteuropa zu keinerlei Konzessionen oder Absprachen bereit war, war z.B. auch die gesamte Friedens- und Wiedervereinigungspolitik der KPD\/SED hei\u00dfe Luft und diente in Wirklichkeit nur dazu, Stalins osteurop\u00e4ische Eroberungen zu legitimieren und diese zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt in Richtung Westen auszuweiten. Die Konferenz von Potsdam war auf der einen Seite kaum mehr als eine Fortsetzung der Kriegskonferenzen der Alliierten aus den vergangenen Jahren und auf der anderen Seite keine Friedenskonferenz, auf der ein \u201aFrieden ohne Annexionen und Kontributionen\u2019 auch nur zur Diskussion gestanden h\u00e4tte, um einmal den Leninschen Mindeststandard zu nennen. Sie war ein durch und durch imperialistisches Unternehmen, bei dem sich Stalin als der raubgierigste Imperialist herausstellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unbestreitbar war der Krieg, den die deutsche Bourgeoisie unter der Direktion Hitlers gegen die V\u00f6lker der Sowjetunion und Osteuropas gef\u00fchrt hat, einer jener \u201eRacenkriege\u201c, den Marx schon 1871 f\u00fcr den Fall vorausgesagt hatte, da\u00df Bismarck den Verteidigungskrieg gegen Louis Napoleon dazu zu benutzen sollte, Teile von Frankreich zu annektieren, was dann auch eintrat. (\u201eRacen-\u201c hat bei Marx die Bedeutung von \u201eV\u00f6lker-\u201c; die biologistische Aufladung dieses Begriffs durch die Nazis war noch unbekannt. \u201eV\u00f6lkerkriege\u201c konnten revolution\u00e4r oder konterrevolution\u00e4r sein, wie vor allem Engels in der Zeit um 1848 immer wieder herausgearbeitet hat). Nach dem 1. Weltkrieg hatte sich die deutsche Bourgeoisie in einer durch die Weltwirtschaftskrise hervorgerufenen Paniksituation mit den Nationalsozialisten und den Resten des preu\u00dfischen Junkertums <span style=\"text-decoration: underline;\">verbunden<\/span> (nicht nur verb\u00fcndet), um die Schlappe von Versailles auszub\u00fcgeln: Elsa\u00df, Oberschlesien, Danzig. Stalins Ausspruch: \u201aDie Hitler kommen und gehen \u2212 das deutsche Volk bleibt\u2019, hatte leider nur Bestand, bis die Rote Armee in Berlin war. Dennoch erschien es auch danach so, als w\u00fcrde sich die Sowjetunion damit zum Anwalt der Interessen der deutschen Arbeiterklasse und des deutschen Volkes machen. Diese Rolle konnte aber schon deshalb nicht der Wirklichkeit standhalten, weil Stalin den legitimen Verteidigungskrieg der V\u00f6lker der SU und der V\u00f6lker Ost- und S\u00fcdosteuropas seinerseits in einen <span style=\"text-decoration: underline;\">Rassenkrieg<\/span> zur Unterwerfung dieser V\u00f6lker durch die Gro\u00dfrussen und zur Verwirklichung seiner sozialimperialistischen Ziele verwandelt hatte. Letztlich also h\u00e4tte Stalin nur dann als Anwalt der Interessen auch der deutschen Arbeiterklasse fungieren k\u00f6nnen, wenn durch seine Konterrevolution <em>in<\/em> der Revolution die Sowjetunion nicht [bereits zuvor] in ein neues Zarentum \u00fcbergegangen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Statt dessen wurden die Westm\u00e4chte zu Verteidigern des Status quo in Deutschland, was den [West-]Deutschen das \u00dcberleben als Konsumenten der auf Pump (Marshall-Plan) anzuschaffenden us-amerikanischen Waren und den Kapitalisten und Lohnarbeitern den Wiederaufbau und dessen Bezahlung auf Pump (von amerikanischen Investoren) erm\u00f6glichte. Gemessen an den neofeudalen Verh\u00e4ltnissen unter der sowjetischen Besatzungsmacht war der westliche Teil Deutschlands im Marxschen Sinne zweifellos der fortschrittlichere von beiden (Davon zehrte lange Jahre der Nimbus der SPD als \u201aArbeiterpartei\u2019, dem die KPD ernsthaft nichts entgegenzusetzen hatte, soda\u00df ihr Verbot eigentlich v\u00f6llig \u00fcberfl\u00fcssig war. Aber Justitias M\u00fchlen mahlen eben langsam). Dessen kapitalistische Entwicklung wurde nur durch die Uneinigkeit zwischen den westlichen Alliierten gebremst, bis zu welchem Grade die deutsche Bourgeoisie wieder auf dem Weltmarkt in Erscheinung treten durfte. Nachdem das von Stalin in der sp\u00e4teren DDR installierte Regime sich zun\u00e4chst nur darauf zu beschr\u00e4nken hatte, die Durchf\u00fchrung der Demontagen zu garantieren (was die Sympathien f\u00fcr die KPD\/SED nicht gerade steigerte), wodurch seine Nachkriegspolitik eher der franz\u00f6sischen nach Versailles nahekam, konnte die SU den \u00f6stlichen Teil des geteilten Deutschland nicht einfach weiterhin [nur] als Niemandsland verwalten. Daher sahen sich Stalin und dessen Nachfolger gezwungen, ihren urspr\u00fcnglichen Raubzug in Deutschland schrittweise in eine Enteignung der Bourgeoisie und einen Aufbau des Sozialismus umzuwidmen (wovon die heutige Partei Die Linke immer noch zehrt), zumal Stalins Hauptinteresse an Ostdeutschland weiterhin darin bestand, als Sprungbrett f\u00fcr die Verwirklichung der hegemonialen Ziele Alexanders I. in Westeuropa zu dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darin steckt auch der tiefere Sinn der zwischen 1945 und 1953 in der KPD\/SED zu beobachtenden Diskussionen \u00fcber die \u201aNationale Frage\u2019, die sich verglichen mit der Linie in der <em>Neuen Rheinischen Zeitung<\/em> von 1848 leider als Farce wiederholten: denn in Wirklichkeit\u00a0 war in Deutschland 1945 genau das in Erf\u00fcllung gegangen, was Marx und Engels schon 1848 unbedingt verhindern wollten: zun\u00e4chst eine feudale Revolution \u00e0 la Bismarck, dann die Annexion von Elsa\u00df-Lothringen 1871 und schlie\u00dflich in Fortsetzung des Ersten Weltkriegs der Rassenkrieg gegen die V\u00f6lker Europas. All dies f\u00fchrte schlie\u00dflich zur R\u00fcckkehr jenes dritten Alexander., dessen Hegemonie \u00fcber <span style=\"text-decoration: underline;\">ganz<\/span> Europa aber erneut an den fehlenden \u00f6konomischen und zivilisatorischen Voraussetzungen Ru\u00dflands f\u00fcr diese Aufgabe scheiterte, soda\u00df das post-Stalinsche Imperium sich in den 90er Jahren aus Deutschland und Osteuropa wieder zur\u00fcckziehen mu\u00dfte. Momentan befindet sich die russische Staats-Bourgeoisie erneut in einem Lernproze\u00df, wie sie es anstellen mu\u00df, um als Weltmacht an diesen \u201aImponderabilien\u2019 nicht wiederum zu scheitern, wobei ihr Deutschland (wie die Opel-Verhandlungen zeigen) wie zur Zeit der <em>Heiligen Allianz<\/em> erneut die Hand reichen k\u00f6nnte, wof\u00fcr die Linkspartei intensiv wirbt (siehe den um Sympathie werbenden Artikel im ND vom 12.09. \u00fcber Roy Medwedjew, [3] dem trotzkistischen \u201aPutinisten aus Vernunft\u2019&#8230;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr seid \u00fcbrigens die einzigen in Deutschland, soweit ich es \u00fcberblicke, die den Stalinschen Sozialimperialismus in seiner urspr\u00fcnglichen Gestalt weiterhin vertreten. Alle anderen haben davon Abstriche gemacht, ohne allerdings auf ihre Sympathie f\u00fcr das heutige Gro\u00dfrussentum zu verzichten. Ihr erhofft Euch von einer konsequenten Durchf\u00fchrung des antifaschistischen Auftrags der V\u00f6lker der SU und Osteuropas an die damalige \u201aSowjetmacht\u2019 einen Impuls f\u00fcr den Klassenkampf und den Sozialismus und seid weiterhin der Ansicht, da\u00df dieser Auftrag auch heute noch durchzuf\u00fchren sei. Aber der Versuch der V\u00f6lker und der Arbeiterklassen, im B\u00fcndnis mit der Sowjetunion und gest\u00fctzt auf den von ihr propagierten \u201aAntifaschismus\u2019, auf diese Weise den Faschismus auszurotten, hat an dessen Stelle nur ein weiteres Monster \u00e4hnlicher Art erzeugt; dessen Schreckensregiment von der Verwechslung von Wunsch (Propaganda) und Wirklichkeit (in Gestalt der politischen und \u00f6konomischen Tatsachen) zeugt. Der Antifaschismus war f\u00fcr Stalin kein Selbstzweck; er sollte ihm haupts\u00e4chlich dazu verhelfen, um als neuer Zar aller Reu\u00dfen die Vorherrschaft \u00fcber die slawischen und \u00fcbrigen ost- und s\u00fcdosteurop\u00e4ischen V\u00f6lker und das deutsche Volk zu errichten. Diese gro\u00dfe historische L\u00fcge wirkt in den K\u00f6pfen vieler Europ\u00e4er und in den[en der] Arbeiterklassen der Welt bis heute nach. Anstatt ihr entgegenzuarbeiten, verst\u00e4rkt Ihr ihre unterschwellige Wirkung und beg\u00fcnstigt faktisch eine Politik (Stichwort: DKP, PDS etc., d.h. den Enkeln von Stalin und Sowjetarmee), die Ihr zu bek\u00e4mpfen vorgebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht ist meine grobe Analyse f\u00fcr Euch nur Schall und Rauch, vielleicht werden Euch aber auch die kommenden Ereignisse eines Besseren belehren \u2013 hoffentlich noch fr\u00fch genug, um daraus entscheidende R\u00fcckschl\u00fcsse zu ziehen und im Interesse der Arbeiterklassen auf der Welt den Klassenkampf im Sinne der \u201aPartei Marx\u2019 fortzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gr\u00fc\u00dft herzlich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich Knaudt<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup> <em>Gegen die Str\u00f6mung<\/em> 6-7\/09: <strong>60 Jahre Grundgesetz:<\/strong> <strong>Den Heiligenschein des Grundgesetzes zerschlagen!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>2)<\/sup> Im Endeffekt lie\u00df sich Stalin die bereits im Hitler-Stalin-Pakt im Jahre 1939 vollzogene Aufteilung Osteuropas von den westlichen Alliierten gegenzeichnen: die endg\u00fcltige Anerkennung der Curzon-Linie, die die Sowjetunion nach der gescheiterten Eroberung Warschaus im Vertrag von Riga 1920 nicht hatte durchsetzen k\u00f6nnen, die Annexion von Bessarabien (etwa = dem heutigen Moldawien) und der drei baltischen Republiken Estland, Lettland, Litauen (einschlie\u00dflich des Gebiets um Wilna).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>3)<\/sup> <em>Neues Deutschland<\/em> 12.09.2009. <strong>\u201e<em>Ich bin aber kein Putinist<\/em>\u201c. Der einstige Dissident Roy Medwedjew \u00fcber das heutige Ru\u00dfland.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reaktionen auf die partei Marx aus dem Jahr 2009.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1196"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1196"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1196\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1196"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1196"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1196"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}