{"id":1185,"date":"2011-06-01T14:24:53","date_gmt":"2011-06-01T12:24:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1185"},"modified":"2011-11-01T17:25:57","modified_gmt":"2011-11-01T15:25:57","slug":"reaktionen-2004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1185","title":{"rendered":"Reaktionen (2004)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?cat=14\">zur&uuml;ck zur &Uuml;bersicht Reaktionen<\/a><\/p>\n<p><strong>Die an dieser Stelle wiedergegebenen feedbacks zum Projekt Partei Marx haben im Augenblick nur archivalischen Wert, da die eingangs ge\u00e4u\u00dferte Faszination an demselben, bis auf die nachstehend dokumentierten Ausnahmen, fast auf Null gesunken ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Daher verweisen wir auf die REFLEXIONEN, KRITIK und DEBATTE, worin wir uns mit unseren Kritikern und Autoren kritisch auseinandersetzen, die zu der Thematik, mit der wir uns zu besch\u00e4ftigen haben, in, wie wir meinen, besonderer Weise hervorgetreten sind.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zu Dokumentationszwecken wurden einige Briefe aus der Zeit vor 2001 aufgenommen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der letzten Zeit (seit dem Fr\u00fchjahr 2007) haben die REAKTIONEN den einseitigen Charakter einer Art \u201aFlaschenpost\u2019 angenommen, die, so ist zu hoffen, wieder einem regeren Meinungsaustausch Platz machen wird.<\/strong><\/p>\n<p>[Korrekturen sinnentstellender Fehler sowie K\u00fcrzungen werden in eckige Klammern gesetzt und folgen der klassischen Deutschen Rechtschreibung.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/pM_0907_REA_doc.pdf\">Dieser Text ist auch als PDF-Datei verf\u00fcgbar<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An Django <\/strong>(12.01.2004)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hab vielen Dank f\u00fcr       Deine Neujahrs-Mail, die ich mit einiger Verz\u00f6gerung, die Du entschuldigen       m\u00f6gest, beantworte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[&#8230;]<br \/>\nDu siehst die Dinge zu schwer (oder wie man hier sagt, nicht locker genug). Das       betrifft auch die Sache mit dem \u201eProletariat\u201c: Ich gehe zwar davon aus, da\u00df es       damit genauso steht, wie zu Marxens Zeiten, nur da\u00df sich das ganze Ph\u00e4nomen       global auseinandergezogen hat und zwar gerade so, da\u00df die deutsche       Arbeiterklasse auseinanderdividiert werden m\u00fc\u00dfte in eine, gemessen am Weltma\u00dfstab,       hoch qualifizierte und entsprechend bezahlte &#8218;Arbeiteraristokratie&#8216; und eine       wachsende Schicht von prek\u00e4ren Arbeitern und Nicht-Mehr-Arbeitern, die aber       alle irgendwie &#8217;sozial abgesichert&#8216; sind. Die deutsche Arbeiterklasse       produziert zweifellos weiterhin &#8218;ihren&#8216; Mehrwert f\u00fcr das Kapital (oder ist an       dessen Realisierung beteiligt), aber verglichen mit dem \u00fcbrigen Proletariat,       das im Weltma\u00dfstab \u00fcber die sog. Niedrig- und Niedrigstlohnl\u00e4nder verteilt ist,       f\u00e4llt es schwer, hier noch von einem Proletariat im urspr\u00fcnglichen Sinn zu       sprechen (obwohl die deutsche Arbeiterklasse Teil der weltweit sich       herausbildenden Klasse an sich ist). Die Sache ist also h\u00f6chst verwickelt, und,       bevor diese Klasse an sich nicht einmal ansatzweise existiert, scheint es       geradezu utopisch zu sein, heute einfach so von \u201edem Proletariat\u201c zu sprechen.       Wenn ich dieser Ansicht w\u00e4re, m\u00fc\u00dfte das zu Recht kritisiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn in Zukunft \u00fcberhaupt von \u201edem Proletariat\u201c die Rede sein wird, m\u00fc\u00dften wir       heute von vornherein von dem Weltproletariat ausgehen, allein schon, weil sich       die Weltbourgeoisie, um zu \u00fcberleben, am Weltmarkt orientieren mu\u00df und ihr       Kapital (mit oder ohne linke Moralpredigten) dort entsprechend profitabel       &#8218;disloziert&#8216; hat, und daher sollten wir die &#8217;nationale&#8216; Arbeiterklasse in       Relation zu dem sich real herausbildenden Welt-Proletariat in China, Indien       oder Brasilien (?) bestimmen. Was dann noch an der deutschen Arbeiterklasse als       revolution\u00e4r \u00fcbrigbleibt, wird wahrscheinlich &#8217;nicht die Welt sein&#8216;, auch wenn       diese bittere Wahrheit den politisch auf Dummenfang ausgehenden       &#8218;Arbeiter&#8217;parteien links von SPD und PDS vermutlich nicht in den Kram pa\u00dft,       weil der Glaube an die Existenz eines &#8218;revolution\u00e4ren deutschen Proletariats&#8216;       nun einmal zu ihrer raison d&#8217;\u00eatre geh\u00f6rt, w\u00e4hrend auf der anderen (mehr oder weniger       sozialdemokratischen) Seite der \u201eAbschied vom Proletariat\u201c schon lange eine       vollendete Tatsache ist, an dessen Stelle das neue kosmopolitische       Kleinb\u00fcrgertum (im Gegensatz zum untergehenden alten bildungsb\u00fcrgerlich-handwerklich-gro\u00dfb\u00e4uerlichen,       das keinen Anschlu\u00df an den Weltmarkt findet) getreten ist (die b\u00fcrgerliche       Linke jenseits der Arbeiter-Partei-&#8218;Kommunisten&#8216;: PDS, Gr\u00fcne, Jusos, Julis und       wie sie alle hei\u00dfen), die sich und ihren globalisierungskritischen Anhang zum neuesten       Antipoden der Weltbourgeoisie erkl\u00e4ren&#8230; Die Frage nach dem \u201eProletariat\u201c       sollte niemandem einen schweren Kopf machen, weil einfach niemand die Antwort       wissen kann, es sei denn, er h\u00e4lt sich f\u00fcr einen Propheten. Sie wird ganz       konkret beantwortet werden, wenn es soweit ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber vielleicht reden wir schon wieder aneinander vorbei; denn f\u00fcr den Fall,       da\u00df Deine Probleme mit dem \u201eProletariat\u201c eher prinzipieller Natur sind, m\u00fc\u00dfte       ich mich f\u00fcr nicht zust\u00e4ndig erkl\u00e4ren und wie ich in einem meiner letzten       Briefe erwidert habe, Dich auffordern, Deine prinzipiellen Bedenken an die       Gr\u00fcndungsv\u00e4ter der \u201ePartei Marx\u201c zu richten und Dich in die lange Reihe der       (zumeist akademischen) Marx-Kritiker einzuordnen in der Hoffnung vor der dort       versammelten \u00d6ffentlichkeit Deine Kritik plazieren zu d\u00fcrfen. Aber das lassen       wir einmal dahingestellt&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">N\u00e4chster Punkt: ich halte Deine ironische Schreibweise nicht f\u00fcr einen       Nachteil. Unsere \u201eMi\u00dfverst\u00e4ndnisse\u201c sind eher politischer Natur, genauer, sie       beruhen darauf, da\u00df wir unsere sehr unterschiedlichen politischen Sichtweisen       aus unserem Diskurs vorerst ausgeklammert haben. Und daher treten wir auch auf       der Stelle. Um in unserer Diskussion weiter zu kommen, m\u00fc\u00dften wir versuchen,       unsere politischen Differenzen konkret zu bestimmen. Ich erinnere mich, da\u00df Du       anl\u00e4\u00dflich meiner \u00dcberlegungen zum Kirow-Attentat sinngem\u00e4\u00df schriebst: das w\u00e4re       eine Angelegenheit f\u00fcr die Historiker, zu der Du Dich nicht konkret \u00e4u\u00dfern       wolltest. Das finde ich ganz und gar nicht: wo es um die Rekonstruktion des       Verlaufs einer weltrevolution\u00e4ren Bewegung geht (und nicht nur um die       \u201eStalinfrage\u201c als solche), besteht f\u00fcr jeden daran direkt oder indirekt       Beteiligten die unbedingte Notwendigkeit, sich dar\u00fcber seine eigenen Gedanken       zu machen und diese zu diskutieren, weil das nicht nur f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung der       damaligen Entwicklung der UdSSR und der zuk\u00fcnftigen Entwicklung des       Weltproletariats von entscheidender Bedeutung ist. Den b\u00fcrgerlichen Historikern       ist dieser Gesichtspunkt nat\u00fcrlich &#8218;Schnuppe&#8216;, die Arbeiter-&#8218;Kommunisten&#8216; reden       h\u00e4ufig salopp von gewissen \u201eFehlentwicklungen\u201c, w\u00e4hrend sie aus demselben       \u201efehlentwickelten\u201c Irgendwie-Sozialismus in der SU (DDR) die       Existenzberechtigung ihrer eigenen Partei ableiten. Eine Frau ist bekanntlich       nicht irgendwie schwanger&#8230; Um unsere Differenzen konkret zu bestimmen, m\u00fc\u00dften       wir uns von all diesen Irgendwie&#8217;s verabschieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Davon abgesehen habe ich generell den Eindruck, da\u00df ich mit meinem Anspruch an       eine konkret bestimmte Redeweise in meinem Umfeld, das ich auf meine Texte       aufmerksam gemacht habe, eher l\u00e4hmendes Entsetzen ausl\u00f6se. Es ist als ob in       einem gro\u00dfen Kreis von Gespr\u00e4chsteilnehmern jemand eine Peinlichkeit von sich       gegeben hat, zu der sich niemand konkret \u00e4u\u00dfert, um nicht in das Schwarze Loch,       das durch die angebliche Peinlichkeit aufgerissen worden ist, selbst mit       hineingezogen zu werden. Oder es ist wie mit des Kaisers neuen Kleidern, wo nur       die Nichteingeweihten noch ihren Realit\u00e4tssinn bewahrt haben! Die deutsche       Linke geht nackt (oder in Bourgeois-Klamotten!) und alle Welt hat sich \u00fcber die       Jahre an den Gedanken gew\u00f6hnt: es mu\u00df doch noch irgendwas Kommunistisches an       ihr dran sein. \u2013 Die Wahrheit ist konkret, also la\u00df uns konkret werden       und unsere politischen Einsch\u00e4tzungen zusammenrasseln lassen. Entweder bricht       dann unsere Diskussion zusammen oder wir schaffen uns eine Grundlage f\u00fcr eine       zukunftsgerichtete Fortsetzung derselben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[&#8230;]<br \/>\nHier beende ich erst mal meinen Monolog und hoffe f\u00fcr uns auf baldige       \u201eKonkretisierungen\u201c&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reaktionen auf die partei Marx aus dem Jahr 2004.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1185"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1185\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}