{"id":1183,"date":"2011-06-01T14:02:31","date_gmt":"2011-06-01T12:02:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1183"},"modified":"2011-11-01T17:25:00","modified_gmt":"2011-11-01T15:25:00","slug":"reaktionen-2003","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.parteimarx.org\/?p=1183","title":{"rendered":"Reaktionen (2003)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?cat=14\">zur&uuml;ck zur &Uuml;bersicht Reaktionen<\/a><\/p>\n<p><strong>Die an dieser Stelle wiedergegebenen feedbacks zum Projekt Partei Marx haben im Augenblick nur archivalischen Wert, da die eingangs ge\u00e4u\u00dferte Faszination an demselben, bis auf die nachstehend dokumentierten Ausnahmen, fast auf Null gesunken ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Daher verweisen wir auf die REFLEXIONEN, KRITIK und DEBATTE, worin wir uns mit unseren Kritikern und Autoren kritisch auseinandersetzen, die zu der Thematik, mit der wir uns zu besch\u00e4ftigen haben, in, wie wir meinen, besonderer Weise hervorgetreten sind.<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Zu Dokumentationszwecken wurden einige Briefe aus der Zeit vor 2001 aufgenommen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der letzten Zeit (seit dem Fr\u00fchjahr 2007) haben die REAKTIONEN den einseitigen Charakter einer Art \u201aFlaschenpost\u2019 angenommen, die, so ist zu hoffen, wieder einem regeren Meinungsaustausch Platz machen wird.<\/strong><\/p>\n<p>[Korrekturen sinnentstellender Fehler sowie K\u00fcrzungen werden in eckige Klammern gesetzt und folgen der klassischen Deutschen Rechtschreibung.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/pM_0907_REA_doc.pdf\">Dieser Text ist auch als PDF-Datei verf\u00fcgbar<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An <em>Partei       Marx<\/em><\/strong><strong> <\/strong>(01.04.2003)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Weltsozialforum       3 und Porto Alegre waren eine faszinierende Erfahrung. \u00dcberall nur b\u00fcrgerliche       Idioten, die glauben, ohne ein Vorabstudium marxistischer Dogmatik die Welt       grundlegend ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen. Du fehltest eigentlich an allen Ecken und       Enden! Als Orientierer! Schade, da\u00df das aber mit Dir gar nicht geht, weil Deine       \u201epolitischen\u201c Erw\u00e4gungen Dich zuerst \u00fcber die jahrzehntelange theoretische       Analyse zur kommunistischen Zielbestimmung f\u00fchren und dann zum praktischen       Start. Unter strenger Beachtung der pers\u00f6nlichen Anonymit\u00e4t, versteht sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wird die Proletarier bestimmt zu revolution\u00e4ren Begeisterungsst\u00fcrmen       hinrei\u00dfen, wenn sie das subjektlose Konzept dann nachlesen k\u00f6nnen bzw. gesagt       bekommen, wo es langgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie man die Dinge doch auf den Kopf stellen kann, wenn man mi\u00dfachtet, da\u00df jeder       praktische Schritt der Ver\u00e4nderung wichtiger ist als 10 Programme. Auch das       eine marxsche Erkenntnis, da\u00df der Treibstoff wirklicher revolution\u00e4rer       Ver\u00e4nderung prim\u00e4r nicht die geistige Trockennahrung ist, sondern das Erleben       elender Verh\u00e4ltnisse. Gesellschaftskritische Theoretiker sollten dann       Erkl\u00e4rungshilfe leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anhang sende ich Dir einen Text \u00fcber die Entwicklung der kriminellen       Vereinigung Partido dos Trabalhadores. [1]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcbrigens: Ich vermisse immer noch Deine Begr\u00fcndung daf\u00fcr, da\u00df der       Sozialismus\/Kommunismus das gesetzm\u00e4\u00dfige Ergebnis der Geschichte sein wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit freundlichem Gru\u00df<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Django<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1) <\/sup><strong>Brasilien       2002: Wie der Sieg der Arbeiterpartei PT erreicht wurde<\/strong> (Paper).<\/p>\n<hr style=\"text-align: justify;\" \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>An Django <\/strong>(14.04.2003)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe mich       gefreut, wieder von Dir zu h\u00f6ren. \u2026 Ich werde Deinen Reisebericht studieren und       so bald wie m\u00f6glich darauf antworten. Dazu ist mir eine programmatischen       Brosch\u00fcre von \u201aattac\u2019 in die H\u00e4nde gefallen, die ich in meine Antwort       einbeziehen werde. [1] \u2026 Wieso sollen wir so anma\u00dfend sein       und k\u00fcnftigen Generationen zu empfehlen haben, wie eine Gesellschaft mit       gemeinschaftlicher Produktion konkret auszusehen hat? Sollte man ihnen nicht       selber \u00fcberlassen, wie sie die Widerspr\u00fcche in ihrer Gesellschaft konkret       l\u00f6sen? Was ihnen vielleicht dabei helfen wird, ist die schonungslose Kritik der       Fehler, die u.a. auch wir uns \u201ageleistet\u2019 haben. Deinen aktionistischen Elan in       allen Ehren! Aber so handeln halt Leute, die aus der Geschichte nichts gelernt       haben, weil sie nichts haben lernen wollen. Das Nicht-Gelernte wird ihnen dann       fehlen, wenn es wirklich mal hart auf hart kommt. Dann wird die alte Sch.       wieder aufgew\u00e4rmt \u2013 ohne mich\u2026Also bis bald!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gr\u00fc\u00dft herzlich Ulrich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1) <\/sup><strong>SoZ <\/strong>(Hg.)<strong>:<\/strong> <strong><em>2. Forum von Porto Alegre<\/em><\/strong><strong>. Dokumente, Berichte,       Materialien<\/strong>, K\u00f6ln       2002.<\/p>\n<hr style=\"text-align: justify;\" \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>An Django <\/strong>(03.06.2003)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist jedes Mal dasselbe: immer, wenn ich meinen Antwort-Brief an Dich fast       beendet habe, befallen mich Zweifel, ob ich ihn so abschicken kann, und dann       fange ich wieder von vorne an. Denn ich bemerke dann an meinem Entwurf die       h\u00e4ufig an mir beobachtete Unsitte, nach politischen Gemeinsamkeiten zu suchen,       ohne da\u00df wir uns zuvor \u00fcber deren Inhalte gefetzt haben. Also beginne ich mit       Deiner Mail vom 01.04. Du stellst meine Haltung so dar, als sei ich mir zu       schade, um mich in den politischen Nahkampf zu begeben. Das ist nat\u00fcrlich       Unsinn. Es hat Zeiten gegeben, da habe ich mich an jedem sich bietenden politischen       Nahkampf und jeder von irgendwelchen Leuten herausposaunten Kampagne beteiligt.       Da\u00df ich das nicht mehr so unbefangen betreibe, hat einfach seinen Grund darin,       da\u00df mir die Diskussionsgrundlage abhanden gekommen ist, von der ich fr\u00fcher       naiverweise angenehmen konnte, da\u00df sie elementar existiert: Wir sind doch alle       Linke&#8230; Wenn das nicht jedem, zumal auch Dir nicht, einzuleuchten scheint: der       tiefere Sinn des pM-Projekts besteht u.a. darin, das politische Minimum zu       erarbeiten, auf dessen Grundlage es sich \u00fcberhaupt noch lohnt, mit einander zu       reden, wenn man sich nicht hinter irgendeinen selbst gebastelten Dogmatismus       zur\u00fcckziehen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Woraus, frage ich Dich, sollen denn die \u201eb\u00fcrgerlichen Idioten\u201c ihre       theoretischen Kenntnisse beziehen (die Einsicht in die Notwendigkeit einmal       vorausgesetzt)? Ein \u201eVorabstudium marxistischer Dogmatik\u201c wird weder ihnen noch       irgendwelchen zuk\u00fcnftigen sich revolution\u00e4r orientierenden Proletariern       weiterhelfen, wenn deren Erwerb nicht verbunden ist mit einer nun mal bei den       &#8218;Klassikern&#8216; nat\u00fcrlicherweise nicht mehr zu findenden Analyse der Geschichte       der Klassenk\u00e4mpfe des vorigen Jahrhunderts (warum all die vielen bereits       existierenden, und in der Mehrzahl akademischen, Bem\u00fchungen nichts taugen,       liegt erstens daran, da\u00df es sich um sozialwissenschaftliche Untersuchungen oder       traditionelle Geschichtsschreibung handelt, deren Fragestellung einfach nicht       \u00fcber den eigenen b\u00fcrgerlichen Schatten springt und zweitens an der       Jahrzehntelang von angeblich sozialistischer Seite betriebenen Dogmatisierung       der Geschichte, durch die die darauf beruhenden Untersuchungen zu Makulatur       geworden sind, weil sie einfach niemandem den Eindruck vermitteln k\u00f6nnen: tua fabula narratur).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe in der letzten Zeit viel Stalin gelesen. Und ich finde, da\u00df wir ihm       alle sehr viel &#8218;verdanken&#8216;, so auch die von Dir gemachte Trennung von erst mal       &#8218;rin in de Praxis&#8216; und dann \u201eErkl\u00e4rungshilfe leisten\u201c. Eine echte Stalinscher       Dichotomie mit zwei kontrapositionierten Seiten, die sich polar       gegen\u00fcberstehen, aber ohne \u201edas geistige Band\u201c (Goethe). Wenn es gel\u00e4nge, diese       schon fast \u00fcber mehrere Generationen hinweg einge\u00fcbte Denkweise abzulegen, dann       w\u00e4re das bedeutsamer als 10 antikapitalistische Kampagnen auf einmal. Dann w\u00e4re       auch Deine Frage (zum \u201aKlein-Papier\u2019) beantwortet: \u201eKann der Kapitalismus       evolution\u00e4r transformiert werden?\u201c [1] Vielleicht kann er (siehe Marxens       IAA-Rede in Den Haag, MEW 18,160), aber nicht auf der Grundlage der aktuellen       Denkweise seiner vorgeblichen Ver\u00e4nderer! Ich w\u00fcrde sogar noch weiter gehen: je       subtiler ein solcher Reformismus agiert, desto notwendiger wird die Verbreitung       revolution\u00e4rer Dialektik und proletarischer Bewu\u00dftheit \u00fcber die Resultate der       vergangenen Klassenk\u00e4mpfe. Die Dialektik bew\u00e4hrt sich immer nur am konkreten       (historischen oder politischen) corpus delicti und nicht in theoretischen Trocken\u00fcbungen,       welche Du vorschl\u00e4gst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dem Klein f\u00e4llt mir nicht viel ein&#8230; Bei Licht betrachtet habe ich ein       gespaltenes Verh\u00e4ltnis zur PDS. Politisch sind mir die Reformisten lieber als       die Beton-Kommunisten in ihren Reihen. Auf der anderen Seite wei\u00df ich mit dem       von der Partei-Mehrheit praktizierten Antikapitalismus rein gar nichts       anzufangen, weil diesem, wie gesagt, jede revolution\u00e4re Dialektik ausgetrieben       wurde und ein Antikapitalismus ohne dieselbe mich einfach an\u00f6det. Ihre       Historiker schreiben ganz brauchbares b\u00fcrgerliches Zeug zu meinen       Lieblingsthemen; die Konsequenzen, die sie daraus ziehen, sind, wenn es       geschieht, allerdings fade, weil ohne revolution\u00e4re Perspektive. So schreibt,       um ein Beispiel zu zitieren, Helmut Bock, in: <em>Die Russische Revolution<\/em> im Jahrbuch f\u00fcr Forschungen zur       Geschichte der Arbeiterbewegung (3) 2002, 22: \u201eMit dem Zerfall der Sowjetunion       jedoch r\u00fcckte zuletzt eine Bourgeoisie an die Macht, die ausgerechnet [?] aus       den staatsmonopolistischen Strukturen des vermeintlichen Sozialismus hervorkam       \u2013 &#8230; Durch urspr\u00fcngliche Akkumulation des Kapitals, rigide       Industrialisierung und Agrarrevolution hat der von Lenin inaugurierte, von       Stalin durchgepeitschte, vorzeitige [?] &#8218;Sozialismus&#8216; soziale, technologische,       infrastrukturelle Voraussetzungen geschaffen, wor\u00fcber die neue Bourgeoisie in       Ru\u00dfland und weiteren L\u00e4ndern heute verf\u00fcgt. F\u00fcr jeden, der den &#8218;Roten Oktober&#8216;       als seine politische Geburtsurkunde begriff [!], mu\u00df ein solches Ergebnis       entt\u00e4uschend sein. Und doch scheint jetzt die Einsicht veranla\u00dft, trotz aller       M\u00fchen und K\u00e4mpfe gegen kapitalistische Ausbeutung und Krieg, setzt man den       Terminus &#8218;Revolution&#8216; nicht f\u00fcr tempor\u00e4re Versuche, sondern universell, d.h. streng       welthistorisch, so bezeichnet er in der ganzen Geschichte der Neuzeit bislang       ausschlie\u00dflich b\u00fcrgerliche, den Kapitalismus beg\u00fcnstigende Endresultate.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr solcherart durch ein zweckentfremdetes Engels-Zitat erzeugten &#8218;Realismus&#8216;       werden die zuk\u00fcnftigen Lokomotivf\u00fchrer der Geschichte wenig Verst\u00e4ndnis haben,       vor allem nicht daf\u00fcr, da\u00df die \u00bbdemokratischen Kleinb\u00fcrger, weit       entfernt, f\u00fcr die revolution\u00e4ren Proletarier die ganze Gesellschaft umw\u00e4lzen zu       wollen, &#8230;eine \u00c4nderung der gesellschaftlichen Zust\u00e4nde (erstreben), wodurch       ihnen die bestehende Gesellschaft m\u00f6glichst ertr\u00e4glich und bequem wird\u00ab (MEW 7, 244 f.). Es ist nicht die Frage, da\u00df die Reformen, die ein       revolution\u00e4res Proletariat zu fordern h\u00e4tte, \u201ezugleich\u201c, wie es bei Klein       hei\u00dft, \u201e\u00fcber den Kapitalismus hinausweis(en)\u201c (Seite 3), sondern wie das       geschieht: in dem Sinne, da\u00df die revolution\u00e4re Klasse f\u00fcr die demokratischen       Kleinb\u00fcrger \u00c4nderungen im von Marx und Engels kritisierten Sinn erk\u00e4mpfen und       dann leer ausgeht oder so, da\u00df sich die an den K\u00e4mpfen Beteiligten in den       Gesetzen des Klassenkampfes schulen, indem sie von vornherein \u00bbals Klasse den herrschenden Klassen gegen\u00fcber(treten)\u00ab und allein darin ihre eigene zuk\u00fcnftige Klassenherrschaft antizipieren       lernen. (Die Bourgeoisie konnte auch unter der Hegemonie ihres politischen       Gegners, der Feudalklasse, kapitalistisch produzieren, das Proletariat kann die       ihm entsprechende Produktionsweise nur unter der eigenen Hegemonie       praktizieren) Es geht also nicht darum, wie die Parteilinke das tut, den Reformismus       der PDS als solchen zu bek\u00e4mpfen und ihr statt dessen den &#8218;Kampf f\u00fcr den       Sozialismus&#8216; nahezulegen, sondern zu kritisieren ist, wie sie mit diesem       umgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon vor l\u00e4ngerer Zeit schrieb ich Dir, da\u00df sich die Partei wahrscheinlich in       am bundesdeutschen Standard orientierte Reformisten und in Beton-Kommunisten       spalten wird, und da\u00df die DKP hocherfreut auf eine solche Spaltung wartet. Dazu       erinnere ich an meine Email vom 06.03.2001, wo es am Schlu\u00df hei\u00dft: \u201eDazu wird       dann eine W\u00e4hler-Partei links von der Sozialdemokratie als geeignetes Gef\u00e4\u00df       ben\u00f6tigt &#8230; Wovor mir graust, ist, da\u00df da m\u00f6glicherweise &#8218;zusammenkommt&#8216;, was       (aus DKP-Sicht) zusammengeh\u00f6rt.\u201c Nach dem Studium einiger Papers, in denen die       aktuellen Querelen in der PDS ausgetragen werden, dr\u00e4ngt sich dieser Schlu\u00df       unver\u00e4ndert auf, und in der Perspektive von 2001 (sicherlich ein wenig       \u00fcberspitzt, aber darum nicht falsch: denn nat\u00fcrlich wurden in der Zwischenzeit       einige harte Kanten abgewetzt) ist mir, wie gesagt, politisch der       Reformer-Fl\u00fcgel dreimal sympathischer als seine (real-) sozialistischen       Kontrahenten, obgleich dessen politische Hilflosigkeit nicht erwarten l\u00e4\u00dft, da\u00df       er mit diesen anders fertig werden wird denn durch die \u00fcbliche b\u00fcrokratische       L\u00f6sung: Ausschlu\u00df, Spaltung oder so was in der Art. Eine solche Entwicklung       w\u00e4re ebenso unerfreulich wie \u00e4rgerlich, wo dabei nur die St\u00e4rkung eines Typus       von Kommunisten herausk\u00e4me (die mit der Faust, die den alten Stalin umklammert       h\u00e4lt, in der Tasche&#8230;), von der wenig Gutes zu erwarten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun zu Deinem \u00fcberaus interessanten Brasilien-Bericht: Ich habe mich nicht       systematisch mit Brasilien befa\u00dft, und daher werde ich vielleicht mit dem       Folgenden teilweise daneben liegen, aber dann kannst Du mich auf Grund Deiner       nun dort gemachten Erfahrung korrigieren&#8230; Das Grundproblem scheint mir darin       zu liegen, da\u00df Brasilien von einer grundbesitzenden Oligarchie mit       weitestgehender R\u00fcckendeckung durch die USA beherrscht wird. Damit sage ich       \u00fcber ein lateinamerikanisches Land nichts umwerfend Neues. Dadurch haben wir       aber eine seit Generationen ungel\u00f6ste Bauernfrage. Dar\u00fcber erhebt sich ein       industrieller \u00dcberbau, durch den aber Brasilien nicht schon zu einem       Industrieland nach europ\u00e4ischem Muster wird. Der Grund ist auch bekannt: die       industrielle Entwicklung ist eine weitgehend durch europ\u00e4ische Multis       importierte, die aber &#8211; und das ist jetzt entscheidend &#8211; eine moderne       Arbeiterklasse hervorgebracht hat. Aus Deinem Bericht \u00fcber den PT folgere ich,       da\u00df die Existenz der Lula-Regierung Ausdruck eines Waffenstillstands der       brasilianischen Arbeiterklasse und Teilen des Kleinb\u00fcrgertums mit der       Oligarchie ist, die, gezwungen durch die Weltwirtschaftskrise, die ja auch eine       Finanzkrise (250 Mrd. $ Schulden; <em>Le Monde Diplomatique<\/em>, Mai 03, 17) und eine Exportkrise       ist, vorsichtiger taktieren mu\u00df, um soziale Unruhen gr\u00f6\u00dferen Umfangs vorerst zu       vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lula scheint also einen politischen und \u00f6konomischen Klassenkampf nach echt       Marxschen Vorstellungen gef\u00fchrt zu haben. (Vgl. den Brief von Karl Marx an       Friedrich Bolte vom 23. November 1871 [MEW 33, 332]: \u00bb<em>Notabene ad <\/em><em>Political Movement<\/em>: Das political       movement der       Arbeiterklasse hat nat\u00fcrlich zum Endzweck die Eroberung der political       power f\u00fcr sie, und dazu       ist nat\u00fcrlich eine bis zu einem gewissen Punkt entwickelte previous       organisation der       working class n\u00f6tig, die aus ihren \u00f6konomischen K\u00e4mpfen selbst erw\u00e4chst. Andrerseits       ist aber jede Bewegung, worin die Arbeiterklasse als Klasse den herrschenden       Klassen gegen\u00fcbertritt und sie durch pressure from without zu zwingen sucht, ein political       movement. Z.B. der       Versuch, in einer einzelnen Fabrik oder in einem einzelnen Gewerk durch strikes etc von den einzelnen Kapitalisten       eine Beschr\u00e4nkung der Arbeitszeit zu erzwingen, ist eine rein \u00f6konomische       Bewegung; dagegen die Bewegung, ein Achtstunden- etc. Gesetz zu erzwingen, ist       eine politische Bewegung. Und in dieser Weise w\u00e4chst \u00fcberall aus den       vereinzelten \u00f6konomischen Bewegungen der Arbeiter eine politische Bewegung       hervor, d.h. eine Bewegung der Klasse, um ihre Interessen durchzusetzen in       allgemeiner Form, in einer Form, die allgemeine gesellschaftlich zwingende       Kraft besitzt. Wenn diese Bewegungen eine gewisse previous Organisation unterstellen, sind sie       ihrerseits ebensosehr Mittel der Entwicklung dieser Organisation\u00ab). Von daher macht die Tatsache, da\u00df der PT den politischen Klassenkampf       im von Marx verstandenen Sinn nun auch vom Amt des Regierungschefs aus f\u00fchrt,       keinen Unterschied zu seinen bisher angewendeten Formen des Klassenkampfes. Die       spannende Frage wird sein, ob die brasilianische Arbeiterklasse das \u00bbpolitical movement &#8230; zum Endzweck der Eroberung der political       power\u00ab keinen Tag aus den Augen verliert,       d.h. den Sturz der Oligarchie mit ihrem Bourgeois-Anhang. Sonst h\u00e4tten wir es       schlicht mit einer neuen Variante des Menschewismus zu tun, mit Lula als       Kerenski.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie \u00fcberhaupt in dem Papier das Vorbild der Bolschewiki in den Er\u00f6rterungen       \u00fcber die Parteigeschichte leider eine untergeordnete Rolle spielt. Das ist       bedauerlich. (Das Zarenreich war zwar im Gegensatz zu Brasilien eine \u2013 europ\u00e4ische       \u2013 Gro\u00dfmacht, aber auch in Ru\u00dfland war der Sturz der grundbesitzenden       Oligarchie mit ihrem b\u00fcrgerlichen Anhang und die L\u00f6sung der Bauernfrage       Voraussetzung f\u00fcr jede weitere revolution\u00e4re Ver\u00e4nderung, worin der       Arbeiterklasse eine Schl\u00fcsselfunktion zukam). Aber entweder, so entnehme ich       dem Bericht, haben wir es in Brasilien mit Beton-Kommunisten zu tun, die das       Manna der Kontinuit\u00e4t ihres ML aus ihren &#8218;bolschewistischen&#8216; oder       &#8218;maoistischen&#8216; Dogmen saugen oder da, wo in dem Papier einige mutige Ans\u00e4tze       zur Kritik am &#8218;Realen Sozialismus&#8216; (Polen, Cuba) referiert werden, bleiben       diese letztlich prinzipienlos und taktisch zur\u00fcckhaltend (um nicht zu sagen,       opportunistisch). Voraussetzung f\u00fcr einen tats\u00e4chlichen Fortschritt in der in       dem Bericht \u00fcbervorsichtig angedeuteten Richtung w\u00e4re eine brasilianische pM,       die auf revolution\u00e4re Weise (Reformisten gibt es wie Sand am Meer!) radikale       Konsequenzen aus unserer gemeinsamen historischen Trag\u00f6die zieht und sich auf       dieser Grundlage ein revolution\u00e4res Programm gibt:<\/p>\n<ul>\n<li>Enteignung der Oligarchie.<\/li>\n<li>L\u00f6sung der Bauernfrage. Aber       anders als in Ru\u00dfland in einer Kombination von selbst verwalteten       landwirtschaftlichen Gro\u00dfbetrieben (auf der Basis der Latifundien) und       Verteilung von Bauern-Land auf der Grundlage der Reaktivierung des       kleinb\u00e4uerlichen Kollektivismus (Genossenschaften), um die Versklavung der       Bauernschaft durch eine neue Monokultur betreibende rot geschminkte       (cubanische, nicaraguensische usw.) Oligarchie oder \u2013 als       entgegengesetztes \u2013 einen kleinb\u00e4uerlichen Ethnizismus (Subcomandante       Marcos) zu verhindern.<\/li>\n<li>Verstaatlichung der       Industrie und Angliederung der Staatsbetriebe an die kleinb\u00e4uerlichen und       industriellen landwirtschaftlichen Kollektivwirtschaften, (und zwar so, da\u00df       &#8218;Gro\u00dfe Spr\u00fcnge nach vorn&#8216; vermieden werden!): Brasilien ist kein europ\u00e4isches       Industrieland, weil seine industrielle Entwicklung eine im Interesse des       ausl\u00e4ndischen Kapitals aufoktroyierte ist. Dadurch Vermeidung des Peronismus       (Autarkie) oder einer von Dependencia-Theoretikern ausgekl\u00fcgelten       &#8218;autozentrierten Entwicklung&#8216; der Bourgeoisie, die beide direkt oder indirekt       zu einer neuen oligarchischen Herrschaft f\u00fchren m\u00fc\u00dften.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: das nach Brasilien importierte ausl\u00e4ndische Kapital hat eine       Arbeiterklasse hervorgebracht, die gelernt hat, den \u00f6konomischen und       politischen Klassenkampf zu f\u00fchren und sich darin als Klasse gegen\u00fcber der       Bourgeoisie zu konstituieren, die aber den Klassenkampf noch nicht politisch       f\u00fchrt bezogen auf den \u00bbEndzweck\u00ab ihres \u00bbpolitical       movement\u00ab, die \u00bbEroberung der political       power\u00ab zum Sturz der Oligarchie und ihres b\u00fcrgerlichen Anhangs,       der Kompradoren-Bourgeoisie. Dein mir \u00fcbermittelter Bericht enth\u00e4lt einige       ermutigende Ans\u00e4tze im Sinne der pM, die sich notwendigerweise im Kampf gegen       diejenigen herausbilden m\u00fc\u00dfte, die aus der Trag\u00f6die der Oktoberrevolution       nichts lernen wollen: die MLer, Beton-Kommunisten, Trotzkisten, Castristen,       Pol-Potisten usw. Die weitere Entwicklung des Klassenkampfes in Brasilien wird       davon abh\u00e4ngen, wie weit dies gelingen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hatte ja noch was zu einer attac-Brosch\u00fcre angek\u00fcndigt, verschiebe das aber       auf das n\u00e4chste Mal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gr\u00fc\u00dft herzlich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1) <\/sup>http:\/\/www.pds-online.de\/politik\/themen\/vorstandsdebatte2003\/view_html?zid=33&amp;bs1&amp;n=11<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dieter Klein: Streit um Grundrichtung und Verantwortung<\/strong> (03.05.2003)<\/p>\n<hr style=\"text-align: justify;\" \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>An Django <\/strong>(06.08.2003)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hatte auf eine       pers\u00f6nliche Antwort auf meinen letzten Brief gehofft und daher Deine       Rundschreiben zun\u00e4chst nur zur Kenntnis genommen; trotzdem hatte ich eine       Antwort auf die \u201eKritik des Neides\u201c \u00fcberlegt. [1] Auch zu       Thalheimers Bonapartismus[-Theorie] h\u00e4tte ich einiges zu sagen, habe aber nicht       den Eindruck, da\u00df Dir das Thema sehr auf den N\u00e4geln brennt. [2] Was f\u00fcr Dich &#8211; und vermutlich alle Keynesianer gilt, ist, da\u00df sich ihre       \u00dcberlegungen haupts\u00e4chlich in der Sph\u00e4re der Warenzirkulation bewegen, wozu       auch die Produzenten als Konsumenten geh\u00f6ren. Der Kern des Problems ist aber       die Akkumulationskrise; diese kann zwar innerhalb der Zirkulationssph\u00e4re bis zu       einem gewissen Grad reguliert werden, aber an ihrer prinzipiellen       Nicht\u00fcberwindbarkeit, au\u00dfer durch Kapitalvernichtung (beliebte Methode: Krieg),       \u00e4ndert das nichts. Das ist der Grund, warum ich es sinnvoll finde, auf einen       \u201aPunkt\u2019 perspektivisch \u201azuzusteuern\u2019 (was den Kampf um Reformen nicht       ausschlie\u00dft). Dazu sind die bisher gemachten Erfahrungen elementar, und um       deren Ausarbeitung k\u00fcmmere ich mich (haupts\u00e4chlich am Schreibtisch!) \u2026 Unsere       Reformdebatte bewegt sich also weiterhin im Kreis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gru\u00df Ulrich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup><sup> <\/sup><strong>Von: <\/strong>django.schins@xyz<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gesendet: <\/strong>Sonntag, 29. Juni 2003.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Betreff: <\/strong>Im Glashaus \u2013 Das Philosophische Quartett: Die Kritik       des Neides als Apologetik des Sozialraubs<strong>.<br \/>\n<\/strong><sup>2)<\/sup> <strong>Peter       Ruben: <em>Anf\u00e4nge der Faschismustheorie<\/em><\/strong><strong>. Eine Erinnerung an August Thalheimer (Teil I)<\/strong>, in: <em>junge Welt<\/em> 13.07.2003.<\/p>\n<hr style=\"text-align: justify;\" \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>An <em>Partei Marx<\/em><\/strong><strong> <\/strong>(07.08.2003)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lieber Ulrich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich danke Dir f\u00fcr Deine prompte Antwort. Deinen Text vom 3. 6. 2003 habe ich am       11. 6. 2003 erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deine Entt\u00e4uschung kann ich gut verstehen! Und Du hast auch v\u00f6llig recht. Ich       h\u00e4tte schon l\u00e4ngst antworten sollen. [\u2026]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit komme ich vielleicht zum Kern unserer Auseinandersetzung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend Du glaubst, da\u00df die kapitalistische Akkumulationskrise unter       kapitalistischen Bedingungen prinzipiell un\u00fcberwindbar ist, will ich wissen, ob       das stimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu sind umf\u00e4ngliche Studien und Untersuchungen erforderlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solches blo\u00df zu denken, ist abwegig. Und ich habe den Eindruck, da\u00df Du genau       das tust!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin also weder ein Keynesianer noch ein Marxist, sondern blo\u00df ein       Lernender, aber kein Gl\u00e4ubiger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00dcbrigens: ich vermisse immer noch Deine Begr\u00fcndung daf\u00fcr, da\u00df der Kommunismus       das gesetzm\u00e4\u00dfige Ergebnis der Geschichte sein wird<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich halte es nicht f\u00fcr zweckm\u00e4\u00dfig, mit Behauptungen um sich zu werfen, die man       nicht beweisen kann. (Jetzt antworte nicht \u2013  spitzfindig \u2013 da\u00df Behauptungen eben nur Behauptungen       sind!)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der Satz \u201eDer Kommunismus ist &#8230; keine Wunschprojektion &#8230;, sondern zu       begreifen als eine <em>unbedingt notwendige Konsequenz<\/em>, die aus den Widerspr\u00fcchen &#8230;, die       die b\u00fcrgerliche Gesellschaft &#8230; hervorbringt\u201c (Dein Schreiben vom 10.01.2002,       Seite 1), ist eine solche Behauptung, die allerdings im Gewand eines       Naturgesetzes daherkommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts der Komplexit\u00e4t von Gesellschaft und Geschichte ist es unm\u00f6glich       solches vorherzusagen, richtiger: Vorhersagen kann man es, wie Du ja beweist,       aber eine wissenschaftliche, d.h. beweisbare, Prognose, ist es nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da Du Dich schon Jahrzehnte mit dem Thema besch\u00e4ftigst und mir dennoch keine       Antwort gibst, obwohl Du zu anderen Fragen antwortest, sehe ich mich in diesem       Urteil ein weiteres Mal best\u00e4tigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum gibst Du die Unbeweisbarkeit nicht einfach zu? Ich bin grausam, ich       wei\u00df&#8230; aber die Dekonstruktion alter Glaubenss\u00e4tze mu\u00df sein. Billiger ist die       neue Welt nicht zu haben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[Django]<strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> <\/strong><\/p>\n<hr style=\"text-align: justify;\" \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>An Django <\/strong>(06.10.2003)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[&#8230;]<br \/>\nIn unserer Diskussion kommen wir [&#8230;] wie es scheint, auch deshalb nicht       weiter, gerade weil dieser das historische und politische Salz in der Suppe       fehlt. Au\u00dferdem kann ich Dir die Un\u00fcberwindbarkeit der Akkumulationskrise nicht       \u201ebeweisen\u201c (das versuchen gegenw\u00e4rtig ohne Erfolg viel kompetentere Leute),       weil sie rein theoretisch gar nicht zu \u201ebeweisen\u201c ist. Und es geht auch nicht       um irgendwelche Wettervorhersagen, sondern schlicht um Theorie einerseits (d.h.       im Prinzip ist die b\u00fcrgerliche Gesellschaft nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig, was im [Marxschen] <em>Kapital<\/em> \u201ebewiesen\u201c wird) und um Politik andererseits (also darum, wie sich dieses       Prinzip in den Tatsachen widerspiegelt, die den Klassenkampf \u2013 auf der       Welt! \u2013 ausmachen, wobei Deutschland aus bestimmten Gr\u00fcnden das       Schlu\u00dflicht bildet). Sowohl bei Marx wie bei Lenin findet sich das Weltprinzip       des Klassenkampfes, insofern ist die Imperialismustheorie bei all ihren       sonstigen M\u00e4ngeln in dieser Beziehung korrekt. Globalisierung ist bei beiden       [Theoretikern] Voraussetzung der Klassenk\u00e4mpfe und mu\u00df nicht erst politisch       erfunden werden&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Setz Dich mit den entsprechenden Texten auseinander, und wenn die \u201eBeweise\u201c       Dich darin nicht \u00fcberzeugen, dann \u00fcberzeuge die Welt vom Gegenteil, oder       zun\u00e4chst nur mich! Auf meinen schmalen Schultern werde ich die Beweislast nur       f\u00fcr das tragen, was ich selbst verzapft habe; das findest Du in meinen Texten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[&#8230;]<br \/>\nMit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen Ulrich<\/p>\n<hr style=\"text-align: justify;\" \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>An Django <\/strong>(28.10.2003)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich finde es wirklich       sehr aufmerksam von Dir, da\u00df Du bei dieser Veranstaltung an mich gedacht hast.       Als ich zun\u00e4chst nur den Aufmacher [1] zu lesen bekommen hatte, mutma\u00dfte       ich zuerst, da\u00df sich einige Anti-Globalisierer spontan \u00fcber das revolution\u00e4re       Subjekt Gedanken machen wollen mit dem Ziel, von der       kleinb\u00fcrgerlich-romantischen \u201amultitude\u2019 wegzukommen&#8230; Aber dann las ich das       Programm und finde nun, da\u00df die Richtung, auf die sich die Veranstaltung       festgelegt hat, alles andere als \u201eindeterminate\u201c ist. Vielmehr handelt es sich um       das Konzentrat einer nicht bew\u00e4ltigten Vergangenheit der real-existierenden       europ\u00e4ischen Linken vorgetragen durch ihre akademischen Autorit\u00e4ten in       \u201aMarxismus\u2019. [&#8230;] Im Gegensatz zur klar erkennbaren Richtung des Programms ist       der Aufmacher ausgesprochen \u201eindeterminate\u201c formuliert: Welcher ernst zu       nehmende Parteig\u00e4nger von Marx und Engels w\u00fcrde sich auf eine       \u201enicht-terroristische Revolution\u201c festlegen und wieso wird der Begriff       \u201aTerrorismus\u2019 \u201ekategorial\u201c \u00fcberhaupt akzeptiert? Hei\u00dft das nicht, da\u00df einerseits       der menschenfeindliche Charakter des Islamismus relativiert und andererseits       der Kommunismus zur Freude der Weltbourgeoisie auf die Polarit\u00e4t Terrorismus       \u2013 Nicht-Terrorismus reduziert wird? Und wo bitte pa\u00dft in diesen       kategorial falsch gesetzten Gegensatz die \u201eMehrheit &#8230; innerhalb der       werkt\u00e4tigen Massen\u201c hinein? Will sich da nicht wieder eine bestimmte       Minderheit, die Situation ausnutzend, auf deren R\u00fccken setzen und sich von       diesen \u201eMassen\u201c zur n\u00e4chsten Weltrevolution tragen lassen? Oder was bedeutet:       \u201eThe revolutionary subject you are calling is temporarily not available (w\u00f6rtlich: \u201everf\u00fcgbar\u201c!!!)? Verf\u00fcgbar im Sinne der       abgedankten Nomenklatura? Weiter: was habe ich mir unter einem \u201ctheoretisch zu       konstituierenden \u2026 politischen Subjekt\u201d vorzustellen? Horst Mahler und den       Kalifen von K\u00f6ln w\u00fcrde ich auch als \u201epolitisches Subjekt\u201c bezeichnen, die Frage       ist nur, Subjekt welcher Politik? Oder meinte man statt dessen das       revolution\u00e4re Subjekt? Ein solches quid pro quo h\u00e4tte ich der urspr\u00fcnglich von mir als Autoren       angenommenen Anti-Globalisierer-Gruppe zugetraut, aber nicht der dort auftreten       werdenden \u201aMarxisten\u2019-Schar&#8230; Trotzdem vielen Dank f\u00fcr die Information.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nHerzliche Gr\u00fc\u00dfe Ulrich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup><strong> Internetrepr\u00e4sentation des internationalen Kulturkongresses \u201cIndeterminate! <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kommunismus\u201d, 7. &#8211; 9. 11.2003 in Frankfurt am Main. \u201e<em>The       revolutionary subject you are calling is temporarily not available<\/em><\/strong><strong>\u201c. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darin war u.a. zu lesen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Multitudes<\/strong><strong> und Proletariat<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Proletariat und Multitudes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Erkenntnis, da\u00df eine nicht-terroristische Revolution       nicht zu machen ist ohne die Unterst\u00fctzung mindestens einer Mehrheit innerhalb       der werkt\u00e4tigen Massen \u2013 Res\u00fcmee, Klage oder Forderung \u2013 wirft die       Frage auf, wie der kategoriale Rahmen beschaffen sein m\u00fc\u00dfte, der ein politisches       Subjekt theoretisch konstituieren k\u00f6nnte. Erstens die Isolierung von den       Menschen, die so oft das Schlechte wollen, zweitens der Versuch ihrer Bildung       und Organisierung und drittens die Ablehnung jeglicher definitorischer       Soziologie \u00fcber die Praxis der Menge, die in Experiment und Erfahrung zu sich       schon kommen wird, sind die in der radikalen Linken zur Zeit verbreitesten drei       Optionen des Umgangs mit den lohnabh\u00e4ngigen Besch\u00e4ftigten. Um diese Frage soll       es hier gehen, inwiefern die Kategorie des Proletariats als Katalysator       gesellschaftlicher Ver\u00e4nderung f\u00fcr eine emanzipatorische Praxis unverzichtbar       ist und ob diese Kategorie in einem postoperaistischen Sinn erweitert werden       kann.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reaktionen auf die partei Marx aus dem Jahr 2003.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1183"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1183"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1183\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}