{"id":118,"date":"2006-05-28T20:11:50","date_gmt":"2006-05-28T18:11:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.parteimarx.org\/wordpress\/?p=118"},"modified":"2013-07-26T14:22:00","modified_gmt":"2013-07-26T12:22:00","slug":"zur-kritik-am-projekt-partei-marx-gegen-satze-und-anti-thesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.parteimarx.org\/?p=118","title":{"rendered":"Zur Kritik* am Projekt Partei Marx (Gegen-S\u00e4tze und Anti-Thesen)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">*) Zu Django Schins: Determinismus zum ersten, zweiten, dritten und vierten&#8230; Version 01 (23.03.2004) <a href=\"mailto:django.schins@comlink.org\">Django.Schins@comlink.org<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=122\">parteimarx.org: <span style=\"font-variant:small-caps\">Kritik 1 Anhang 1<\/span><\/a>.<\/p>\n<p><a href='http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2006\/05\/pM_0907_KRITIK_1_Gegensaetze_und_Anti-Thesen_pdf_doc.pdf'>Dieser Artikel ist auch als PDF-Datei verf\u00fcgbar.<\/a><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Gegen die angebliche Antiquiertheit des Kommunismus<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ideologen der <strong>&#132;sozialen Bewegungen&rdquo;<\/strong> &sbquo;gegen den Kapitalismus&rsquo; (d.h. gegen das, was sie sich unter Kapitalismus vorstellen) erkl&auml;ren den Kommunismus zu einer antiquierten Angelegenheit, weil das Kapital die Produktivkr&auml;fte in einem derartig gewaltigen Umfang entwickelt, da&szlig; sich der Kommunismus von selbst erledigt habe und ein halber, n&auml;mlich &sbquo;demokratischer&rsquo; (fr&uuml;her: &sbquo;realer&rsquo;) Sozialismus an seiner Statt es auch tut, um mit dem &sbquo;Kapitalismus&rsquo; fertigzuwerden. Geht man davon aus, macht es wenig Sinn, &sbquo;Demokratische Sozialisten&rsquo; noch von der Aktualit&auml;t des <em>Manifests der Kommunistischen Partei<\/em> und der revolution&auml;ren Strategie der &sbquo;partei Marx&rsquo; &uuml;berzeugen zu wollen, denen sie bestenfalls eine historische Bedeutung als Forschungsgegenstand linker Historiker und Sozialwissenschaftler zubilligen w&uuml;rden. &Uuml;ber diesen Kommunismus sei ihrer Ansicht nach die Zeit l&auml;ngst hinweggegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie soll man sich das auch vorstellen, da&szlig; die K&ouml;chin neben dem Kochl&ouml;ffel den Staat in die eigenen H&auml;nde nimmt, ohne nicht zuvor vom ZK zum K&uuml;chenchef ernannt worden zu sein? Dagegen spricht tats&auml;chlich, da&szlig; die Diktatur des Proletariats in Ru&szlig;land gleich mit ihrem ersten Schritt auf dem Weg zum Kommunismus, &uuml;ber das eigene Unverm&ouml;gen gestolpert ist, gleichzeitig damit den Staat zu dezimieren (was nicht hei&szlig;t, wie die Anarchisten meinen, ihn sofort abschaffen zu k&ouml;nnen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb haben die Ideologen der <strong>&#132;sozialen Bewegungen&rdquo;<\/strong> &sbquo;gegen den Kapitalismus&rsquo; diesen bereits im Ansatz gescheiterten ersten ernstgemeinten Schritt hin zum Kommunismus in kalkulierter Halbherzigkeit gedanklich ganz einfach halbiert und gest&uuml;tzt auf die Sozial-Wissenschaften den Sozial-Staat, die Sozial-Politik und weitere mit dem W&ouml;rtchen Sozial- zusammengesetzte Institutionen zur Anti-These zum &sbquo;bestehenden kapitalistischen System&rsquo; erkl&auml;rt und damit einen Typus der sozialen Revolution in die Welt gesetzt, die sich mit ihrer Entfaltung st&auml;ndig selbst dementiert: die soziale Revolution als Gegen-Revolution in sich selbst und in Permanenz. Dagegen ist kein kommunistisches Kraut gewachsen, das sich nicht permanent Gefahr aussetzt, in die &sbquo;Antikommunismus&rsquo;-Falle zu geraten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das klingt nach Denunziation. Aber was kann eine soziale Revolution ernsthaft denunzieren, die sich durch eine in sie eingebaute Gegen-Revolution st&auml;ndig selbst denunziert? Eigentlich nur die Tatsache, da&szlig; diese Selbstdenunziation des Kommunismus den Marxschen Kommunismus in Permanenz denunziert. Da aber zu einer solchen Einsicht eine geh&ouml;rige Portion Selbstkritik n&ouml;tig ist, reden Kommunisten und &sbquo;Demokratische Sozialisten&rsquo; st&auml;ndig aneinander vorbei und laufen Gefahr, wie die Sektenbr&uuml;der ihre F&auml;uste oder noch weit h&auml;rtere Argumente sprechen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie entkommen aus diesem Dilemma?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fest steht: eine halbe soziale Revolution hat weitaus katastrophalere Folgen als gar keine, weil sie ihre Betreiber st&auml;ndig in dem Glauben wiegt, es bed&uuml;rfe nur noch des fehlenden zweiten halben Schritts, um sie zu vollenden. Dabei halbieren sich aber nur st&auml;ndig deren Erwartungen und statt dem Sozialismus n&auml;hern sie sich unter freiwilliger Mitarbeit mit den staatlichen Beh&ouml;rden einem Regime an, das jede Lebensregung seiner &sbquo;B&uuml;rger&rsquo; subtiler kontrolliert und &uuml;berwacht als je zuvor, einer Gesellschaft, worin sich alles andere als an diesem kooperativen Sozialismus \u2013 welch ein Widerspruch in sich! \u2013 mitzuwirken, von Staats wegen selbst verbietet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wor&uuml;ber reden wir dann?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es w&auml;re zum Beispiel n&uuml;tzlich, sich nicht nur historisch sondern h&ouml;chst aktuell &uuml;ber den fortwirkenden Einflu&szlig; des Erfinders der institutionellen Konterrevolution (d.h. der durch Stalins Geheimdienste <em>in<\/em> der Revolution institutionalisierten Konterrevolution) Gedanken zu machen, und zwar nicht nur dar&uuml;ber, wie viele sinnlose Menschenopfer der &sbquo;Stalinismus&rsquo; auf dem Kerbholz hat (denen nun reum&uuml;tig Gedenksteine, die aber, so wie das geschieht, zwangsl&auml;ufig Grabsteine f&uuml;r die Oktoberrevolution sind, gesetzt werden), sondern auf welche Weise seine geniale Erfindung heute bei den Ideologen der <strong>&#132;sozialen Bewegungen&rdquo;<\/strong> fortwirkt, vor allem in ihrer &sbquo;Politik&rsquo; und dem, was an anderer Stelle als <em>politischer &Ouml;konomismus<\/em> bezeichnet wurde. [<a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=168\"><strong><span style=\"font-variant:small-caps\">Reflexionen<\/span>: Uwe-Jens Heuer, <em>Marxismus und Politik.<\/em><\/strong><\/a>]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser <em>politische &Ouml;konomismus<\/em> ist aber nicht nur, wie bisher angenommen, eine &sbquo;Politik&rsquo; zur <em>Verhinderung<\/em> des proletarischen Klassenkampfes (einmal offengelassen, was im hochindustrialisierten Europa und in den USA heute darunter zu verstehen ist), sondern er erweist sich zunehmend als Methode der &sbquo;Revolutionierung&rsquo; der Gesellschaft durch eine halbe Revolution in Permanenz, eine institutionelle Konterrevolution, die es unm&ouml;glich macht, zwischen Proletariat und Bourgeoisie einen klaren Trennungsstrich zu ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist die Lage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bourgeoisie ist bis zur &auml;u&szlig;ersten Grenze des f&uuml;r das Kapitalverh&auml;ltnis noch Ertr&auml;glichen &sbquo;flexibel&rsquo; geworden und kann dennoch nicht verhindern, da&szlig; die dadurch bedingten &ouml;konomischen Krisen ihre &sbquo;Flexibilit&auml;t&rsquo; st&auml;ndig bis zum &auml;u&szlig;ersten auf die Probe stellen; das &sbquo;westliche&rsquo; Proletariat versinkt mit seinen Institutionen, die einstmals dem Klassenkampf dienen sollten, immer tiefer im Sumpf der allgemeinen und individuellen Korruption, die es faktisch bewegungslos machen, ein Zustand, der durch die <strong>&#132;sozialen<\/strong> (Schein-)<strong>Bewegungen&rdquo;<\/strong> noch verst&auml;rkt wird; die b&uuml;rgerliche Kulturproduktion, die nur durch die Produktivkraft, die eigentlich in der revolution&auml;ren Klasse selbst besteht, und daher nur als Antithese zur b&uuml;rgerlichen Gesellschaft &uuml;berleben kann, &uuml;berzeichnet, um nicht zur Karikatur ihrer selbst zu werden, jeden sich ihr darbietenden gesellschaftlichen Widerspruch und alle ihm zugrunde liegenden Fakten bis zur Unkenntlichkeit und inszeniert dabei, weil nur mit Surrogaten des Klassenkampfs beliefert \u2013 anderes war nicht verf&uuml;gbar \u2013, vor den gelangweilten Zuschauern die eigene &Uuml;berfl&uuml;ssigkeit bis zur Penetranz. Verglichen damit bringen die b&uuml;rgerlichen Regierungen auf der B&uuml;hne der &Ouml;ffentlichen Meinung die sehr viel spannenderen Selbstinszenierungen, die das originellste Regietheater nicht liefern k&ouml;nnte, zustande: ihre Hauptbesch&auml;ftigung besteht in der Bearbeitung von Problemen, die sie nicht l&ouml;sen k&ouml;nnen, weil sie sie nicht l&ouml;sen wollen (und umgekehrt) und die, in b&uuml;rgerliches Recht und v&ouml;lkerrechtliche Vertr&auml;ge gegossen, auf die lange Bank geschoben werden, wirtschaftliche und politische Katastrophen eingeschlossen. Zum festen Bestandteil dieses Illusionstheaters geh&ouml;rt auch der <em>politische &Ouml;konomismus <\/em>der Linken, der mit seinen Gegen-Inszenierungen von politischen und Klassenkampf-Spektakeln vorf&uuml;hrt, auf welche Weise den Widerspr&uuml;chen dieser Gesellschaft m&ouml;glichst nicht auf den Grund zu gehen ist und wie ernsthafte Konflikte als Doppelpack in die rosa Watte des linken Konformismus einh&uuml;llt werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Antifaschismus ist gesellschaftlicher Konsens und wird als des Kaisers neue Kleiderordnung vom Kindergarten aufw&auml;rts staatlich verordnet. Nicht &sbquo;politisch korrekt&rsquo; ist hingegen der Hinweis, da&szlig; dieser Konsens eigentlich auf demselben Schema aufbaut und ebenso funktioniert wie die institutionelle Konterrevolution Stalinscher Herkunft. Wie gut f&uuml;r den Antifaschismus, da&szlig; es nur die faschistische Konkurrenz &sbquo;auf der Rechten&rsquo; ist, die solche eigentlich notwendigen Hinweise auf ihren ureignen &sbquo;nationalen&rsquo; Begriff bringt, w&auml;hrend die echt proletarischen underdog-Pr&uuml;gelgarden dr&uuml;ben am Horizont schon darauf warten, die Wahrheit \u2013 von den Ideologen der &sbquo;Rechten&rsquo; durch die Mangel gedreht \u2013 wieder ins rechte Lot zu bringen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine scheinbar auswegslose Situation, mit der aber wie es scheint beide Seiten pr&auml;chtig leben k&ouml;nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daran gemessen mu&szlig; die von den Ideologen der <strong>&#132;sozialen Bewegungen&rdquo;<\/strong> gestellte Frage nach der Antiquiertheit des Kommunismus anders gestellt werden als bisher von ihnen suggeriert worden ist.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Anti-Thesen zur Kritik am Projekt <em>partei Marx<\/em><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Antithesen &uuml;berschreiten (<strong>&#132;transzendieren&rdquo;<\/strong>) wie alle einfachen Negationen nicht das Terrain bisher angenommener linker Gemeinsamkeiten; dieses ist aber mit den Jahren zunehmend zusammengeschrumpft und wird wohl noch weiter zusammenschrumpfen, je absch&uuml;ssiger der Pfad wird, auf dem die deutsche Linke und ihre Kritiker sich noch gemeinsam bewegen und der zunehmend von solchen falschen Alternativen ges&auml;umt ist wie: hie <em>Reformismus<\/em> da <em>Kommunismus<\/em>, hie <em>Sozialdemokratismus<\/em> da <em>Linker Sozialimperialismus, <\/em>hie<em> Demokratischer Sozialismus <\/em>da<em> Stalinismus<\/em> u.a.m. (&sbquo;Wo sich die Elefanten bek&auml;mpfen, da leidet das Gras&rsquo;.) Ob das Ringen um solche Scheinalternativen bereits Ausdruck f&uuml;r die letzten K&auml;mpfe der Linken auf dem Weg zum Elefantenfriedhof der Geschichte ist oder ob es sich um Vorboten wirk-licher Klassenk&auml;mpfe oder eines neuen Faschismus handelt, l&auml;&szlig;t sich durch die einfache Negation nicht entscheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Kritik am Projekt <strong><em>partei Marx<\/em><\/strong> wird moniert, da&szlig; in den unter diesem Namen auf der Web Site gleichen Namens erschienen Texten und in den Antworten auf die Briefe an selbige Adresse eine v&ouml;llig abstrakte Kommunismus-Vorstellung Verwendung finde, in der religi&ouml;se Jenseits-Erwartungen und anderer idealistischer Mummenschanz einander abwechseln. Der Kritiker hat recht: Wer heute von Kommunismus redet, sollte hinzuf&uuml;gen, welcher Kommunismus damit gemeint ist: der Kommunismus, wie er von Marx und Engels im <em>Manifest der Kommunistischen Partei<\/em> zum ersten Mal als Programm der &sbquo;partei Marx&rsquo; gegen&uuml;ber dem modernen Kapitalismus formuliert und im <em>Kapital<\/em> <strong>&raquo;praktisch kritisch&laquo;<\/strong> wissenschaftlich fundiert worden ist oder der konterrevolution&auml;re Kommunismus, wie er nach der Implosion des &sbquo;Realen Sozialismus&rsquo; heute noch von einigen &sbquo;sozialistischen&rsquo; Staaten, die im Konkurrenzkampf um dasselbe das Weltmachtmonopol der USA politisch und milit&auml;risch infrage stellen, als eine &sbquo;kommunistisch&rsquo; verkleidete &sbquo;Orientalische Despotie&rsquo; in L&auml;ndern der ehemaligen &sbquo;Dritten Welt&rsquo; praktiziert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solange der Kommunismus nicht vom konterrevolution&auml;ren Kommunismus zu unterscheiden ist, &auml;hnelt er \u2013 auch darin hat der Kritiker recht \u2013 eher einer ans Religi&ouml;se grenzenden Erl&ouml;sungsphilosophie, wie sie noch von einigen verbliebenen kommunistischen Arbeitersekten gepflegt wird, als seinem Marxschen Original. Seine Kritik am abstrakten Kommunismus bleibt aber um nichts weniger abstrakt, solange die oben genannte elementare Unterscheidung nicht vorgenommen worden ist, was u.a. dazu f&uuml;hrt, da&szlig; der abstrakte Kommunismus dem &sbquo;orientalisch-despotischen&rsquo; Sozialismus als revolution&auml;res Label zur T&auml;uschung seiner Anh&auml;nger und der revolution&auml;ren V&ouml;lker zur Verf&uuml;gung gestellt wird. Es lie&szlig;e sich dann h&ouml;chstens noch dar&uuml;ber streiten, welche der beiden Abstraktionen die politisch weniger sch&auml;dliche ist: die eine, die auf einen idealistischen Kommunismus-Begriff, wie er bei politisch bedeutungslosen Arbeitersekten Verwendung findet, hinausl&auml;uft und die andere, die dem konterrevolution&auml;ren Kommunismus dazu verhilft, seine &sbquo;Orientalische Despotie&rsquo; als &sbquo;Diktatur des Proletariats&rsquo; zu verkaufen. Wer vor diese Scheinalternative gestellt wird, w&uuml;rde wahrscheinlich den Idealismus der Konterrevolution vorziehen, so wie er den b&uuml;rgerlichen &sbquo;Rechtsstaat&rsquo; dem offenen Faschismus oder einem an dessen Stelle tretenden konterrevolution&auml;ren Kommunismus vorziehen m&uuml;&szlig;te.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine solche Scheinalternative ist allerdings ziemlich perspektivlos, weil sie im Zweifelsfall immer nur darauf hinausl&auml;uft, die schlechte Realit&auml;t gegen eine noch schlechtere zu verteidigen, mit der die Bourgeoisie, ob sie als alte oder neue Bourgeoisie auftritt und ihr Konkurrenzverh&auml;ltnis durchaus auch einmal &sbquo;sozialistisch&rsquo; tarnen kann, in jedem Fall auf Kosten der V&ouml;lker und Nationen gut zurechtkommt. Das lehren uns die revolution&auml;ren K&auml;mpfe des vergangenen Jahrhunderts in ausreichendem Ma&szlig;e. Solange der Kommunismus in solchen Scheinalternativen be- und gefangen bleibt, wird sich daran auch in Zukunft nichts &auml;ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bourgeoisie hat all die Halbheiten und Inkonsequenzen, die sich die Arbeiterbewegung geleistet hat, bisher gnadenlos ausgenutzt und als Errungenschaften der b&uuml;rgerlichen Gesellschaft auf ihr Panier geschrieben. Ihr gegen&uuml;ber einfach nur den revolution&auml;ren Kommunismus einzuklagen, w&auml;re in der Tat nur ein Akt der Hilflosigkeit. Das beginnt mit Lassalle, gegen den sich Marx und Engels bei aller gebotenen Diplomatie gegen&uuml;ber dem einflu&szlig;reichen Arbeiterf&uuml;hrer einer bis dato in Deutschland kaum existierenden Arbeiterbewegung, mit vehementer Kritik gegen die Verballhornung ihres kommunistischen Programms, als dessen Parteig&auml;nger dieser unter den Arbeitern firmierte, zur Wehr gesetzt haben und endet vorl&auml;ufig bei Stalin und dessen gelehrigen Sch&uuml;lern und halbherzigen Kritikern, die dem Kommunismus auf eine Weise geschadet haben, wie es sich die Bourgeoisie selbst in ihren k&uuml;hnsten Tr&auml;umen als konterrevolution&auml;re Strategie nicht h&auml;tte einfallen lassen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommunismus nennt sich auch, was, nach der Zerschlagung der <em>Leninschen Bolschewiki<\/em> und der <em>Gro&szlig;en Proletarischen Kulturrevolution<\/em> (einer letzten Verzweiflungstat der chinesischen <em>Bolschewiki<\/em>) von politischen Gruppen und Parteien im Namen von Marx und Engels (Lenin, Stalin und Mao Tse-tung) als &sbquo;Marxismus&rsquo;, &sbquo;Leninismus&rsquo;, &sbquo;Mao Tse-tung-Ideen&rsquo; etc. heute propagiert wird; der entscheidende Mangel dieses Kommunismus ist, da&szlig; es ihm nicht gelingt, sich vom konterrevolution&auml;ren Kommunismus grunds&auml;tzlich abzugrenzen und die antikommunistischen Stereotypen der Bourgeoisie, die zwischen Kommunismus und &sbquo;Kommunismus&rsquo; bewu&szlig;t keinen Unterschied machen, L&uuml;gen zu strafen. Nur so k&ouml;nnte der revolution&auml;re Kommunismus gesellschaftliche Wirksamkeit entfalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach seinem &ouml;konomischen und politischen Bankrott Anfang der neunziger Jahre schien der konterrevolution&auml;re Kommunismus mit der Kapitulation des gro&szlig;russischen Sozialimperialismus vor seinem Weltmachtkonkurrenten USA am &sbquo;Ende der Geschichte&rsquo; angelangt zu sein. Inzwischen demonstrieren die alten und gegenw&auml;rtig neu entstehende Weltm&auml;chte (China, Indien), da&szlig; die kapitalistische Konkurrenz kein &sbquo;Ende der Geschichte&rsquo; kennt, schon weil das Kapital seinem inneren Wesen entsprechend nie aufh&ouml;ren wird, von endemischen Wirtschaftskrisen ersch&uuml;ttert zu werden, w&auml;hrend die Konkursverwalter des &sbquo;Realen Sozialismus&rsquo; aus der Krise des westeurop&auml;ischen &sbquo;Sozialstaats&rsquo; wieder neue Kraft gesaugt haben, um mit ihrem &sbquo;marxistisch&rsquo; aufpolierten kleinb&uuml;rgerlichen Antikapitalismus und einem &sbquo;antiimperialistisch&rsquo; aufgemotzten Antiamerikanismus auf Stimmen- und Dummenfang zu gehen und das Urteil der V&ouml;lker &uuml;ber den reaktion&auml;ren Charakter und das m&ouml;rderische Wesen des konterrevolution&auml;ren Kommunismus, das diese an Leib und Leben erfahren haben, zu revidieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Kritik am Projekt <strong><em>partei Marx<\/em><\/strong> und dem darin angeblich zutage tretenden <strong>&#132;Determinismus&rdquo;<\/strong> auch eine Kritik an der Pervertierung des Kommunismus bis zu seinen noch heute praktizierten &sbquo;orientalisch-despotischen&rsquo; Abarten beabsichtigt h&auml;tte, w&auml;re diese berechtigt und unbedingt notwendig gewesen, da sich niemand von dessen nachhaltigen Einflu&szlig; auf Anhieb freisprechen kann. Da aber auch diese Kritik traditionell unter dem Manko einer nicht vollzogenen Abgrenzung zum konterrevolution&auml;ren Kommunismus leidet, bleibt ungewi&szlig;, ob nach Ansicht des Kritikers nicht <em>jeder<\/em> Kommunismus zwangsl&auml;ufig zum konterrevolution&auml;ren Kommunismus degenerieren mu&szlig;. Eine solche Zukunftsperspektive w&auml;re aber kaum weniger <strong>&#132;deterministisch&rdquo;<\/strong>!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der konterrevolution&auml;re Kommunismus wird jeden dogmatisch gef&uuml;hrten und wie oft auch immer wiederholten Nachweis, da&szlig; und warum er mit dem Kommunismus der &sbquo;partei Marx&rsquo; nicht kompatibel ist, mit Leichtigkeit verdauen, zumal die Parteig&auml;nger derselben keine Betriebsgeheimnisse zu h&uuml;ten haben und sich auch nicht durch die Verk&uuml;ndigung ewiger &sbquo;kommunistischer&rsquo; Wahrheiten als Erl&ouml;ser der Menschheit kost&uuml;mieren m&uuml;ssen. Auch konnten dem konterrevolution&auml;ren Kommunismus die historischen Tatsachen, worin seine menschenfeindliche Praxis und seine Feindschaft gegen&uuml;ber dem revolution&auml;ren Proletariat in der Vergangenheit zum Ausdruck gekommen sind, bisher wenig anhaben, da seine Feindschaft gegen die alte Bourgeoisie (obwohl nur als Ausdruck der Konkurrenz im Kampf um die Weltherrschaft) und seine Besch&uuml;tzerrolle gegen&uuml;ber den von dieser &sbquo;sozial Benachteiligten&rsquo; (obwohl nur als Kampf um deren W&auml;hlerstimmen) jeden naiven Kritiker in die &sbquo;Antikommunismus&rsquo;-Falle laufen lassen wird. (Vom revolution&auml;ren Proletariat hat sich der konterrevolution&auml;re Kommunismus sp&auml;testens mit dem Aufstand der Stalinschen &sbquo;Kader&rsquo; gegen Lenins Versuch, die Oktoberrevolution zur Strategie der &sbquo;partei Marx&rsquo; zur&uuml;ckzusteuern, verabschiedet.) [<a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=41\"><strong><span style=\"font-variant:small-caps\">Streitpunkt 2:<\/span><\/strong> <strong>Warum Lenins &#132;letzter Kampf&rdquo; gegen den linken Sozialimperialismus nicht zu gewinnen war<\/strong><\/a><a href=\"sp_sp2.html\"><strong>.<\/strong><\/a>]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Sinne stellt sich bei den durch die Linke aktivierten <strong>&#132;sozialen Bewegungen&rdquo;<\/strong> die Frage, ob es sich dabei um wirk-liche (proletarische) oder symbolische (plebejische) Klassenk&auml;mpfe handelt; d.h. um den ewigen &sbquo;Guerilla-Kampf&rsquo; der Produzenten des <strong>&raquo;objektiven Reichtums&laquo;<\/strong><a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> zur Verteidigung des Reallohns oder um den fiktiven Anspruch der daraus Ausgeschiedenen auf einen &sbquo;gerechten&rsquo; Anteil am gesellschaftliche Mehrprodukt, das haupts&auml;chlich aus dem (direkten und indirekten) Steueranteil am Reallohn der im Sinne des Kapitals produktiv T&auml;tigen gespeist wird. Um diesen &sbquo;Guerilla-Kampf&rsquo; zu <strong>&#132;transzendieren&rdquo;<\/strong>, m&uuml;&szlig;te der proletarische Klassenkampf aber davon ausgehen, da&szlig; der <strong>&raquo;kapitalistische Produktionsproze&szlig;&#8230; best&auml;ndig den Arbeiter zum Verkauf seiner Arbeitskraft, um zu leben,<\/strong> (<strong>zwingt<\/strong>)<strong> und best&auml;ndig den Kapitalisten zu ihrem Kauf, um sich zu bereichern <\/strong>(<strong>bef&auml;higt<\/strong>)<strong>&laquo; <\/strong>und da&szlig; es nicht irgendein <strong>&raquo;Zufall <\/strong>(<strong>ist<\/strong>)<strong>, welcher Kapitalist und Arbeiter als K&auml;ufer und Verk&auml;ufer einander auf dem Warenmarkt gegen&uuml;berstellt&laquo;<\/strong>, sondern <strong>&raquo;die Zwickm&uuml;hle des Prozesses selbst, die den einen stets als Verk&auml;ufer seiner Arbeitskraft auf den Warenmarkt zur&uuml;ckschleudert und sein eignes Produkt stets in das Kaufmittel des andren verwandelt&laquo;.<\/strong> Denn: <strong>&raquo;In der Tat geh&ouml;rt der Arbeiter dem Kapital, bevor er sich dem Kapitalisten verkauft&laquo; <\/strong>(603). Und dies auch dann, so w&auml;re in aktuellem Zusammenhang hinzuzuf&uuml;gen, wenn seine Ketten, die ihn ans Kapital fesseln, noch so vergoldet und sein Status gegen&uuml;ber der Masse der &uuml;brigen Proletarier auf der Welt auch noch so privilegiert seien m&ouml;gen! Aber, um wieviel mehr geh&ouml;rt der Plebejer dann aber dem Staat, auf dessen Armenpflege spekulierend ihn das Kapital als Proletarier vor die T&uuml;r gesetzt und der Gesellschaft vor die F&uuml;&szlig;e geworfen hat!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&raquo;Der kapitalistische Produktionsproze&szlig;, im Zusammenhang betrachtet, oder als Reproduktionsproze&szlig;, produziert also nicht nur Ware, nicht nur Mehrwert, er produziert und reproduziert das Kapitalverh&auml;ltnis selbst, auf der einen Seite den Kapitalisten, auf der anderen Seite den Lohnarbeiter&laquo;<\/strong> (603). W&auml;hrend aber die an die <em>Lohnarbeit <\/em>und das<em> Kapital <\/em>gefesselten Produzenten durch den Klassenkampfdie Wiederaneignung der durch das Kapitalverh&auml;ltnis entfremdeten Produktionsbedingungen in Verbindung mit der <em>weltweiten<\/em> Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise, sei es zun&auml;chst auch nur rein theoretisch, erreichen k&ouml;nnen, bleibt der Plebejer an den Staat gefesselt, von dem er allerh&ouml;chstens als potentieller Proletarier zu fordern h&auml;tte, da&szlig; ihm der <strong>&raquo;Wechsel seiner individuellen Lohnherrn&laquo;<\/strong> zwecks <strong>&raquo;Erneurung seines Selbstverkaufs&laquo; <\/strong>(603)<strong> <\/strong>an diese erm&ouml;glicht oder zumindest erleichtert werde, eine Forderung, die der Staat, der ihn seinerseits so schnell wie m&ouml;glich wieder an das Kapital loswerden will, auch unaufgefordert erf&uuml;llen wird. (Die Kehrseite der Plebejer-Existenz, d.h. die Rolle, die das Lumpenproletariat in den bisherigen Klassenk&auml;mpfen gespielt hat, einmal beiseite gelassen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher dient die Auff&uuml;hrung symbolischer Klassenk&auml;mpfe mit den modernen Plebejern als neuer &sbquo;revolution&auml;rer Klasse&rsquo; unter der Regie der alten Linken und der neuen Bourgeoisie ausschlie&szlig;lich dem Ziel, die gesellschaftlichen Hebel zur Kontrolle der materiellen Produktionsbedingungen des Kapitalismus im Namen des &sbquo;Sozialismus&rsquo; (wieder) in Besitz zu nehmen. (Um diesen Punkt dreht sich der Streit zwischen Reformisten und &sbquo;Kommunisten&rsquo; bei der bevorstehenden Gr&uuml;ndung einer &sbquo;demokratisch&rsquo; runderneuerten <em>Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands.<\/em>) Mit wirk-lichen Klassenk&auml;mpfen, in denen sich die gemeinsamen Interessen der von der Welt-Bourgeoisie mit unterschiedlicher Intensit&auml;t ausgebeuteten und in verschiedenem Umfang unterdr&uuml;ckten Arbeiterklassen aller vom Kapitals heimgesuchten Nationen widerspiegeln, haben diese <strong>&#132;sozialen&rdquo;<\/strong> Selbstert&uuml;chtigungs&uuml;bungen der Linken, worin sie, mit den wirk-lichen Massen als vor Staunen stummen Zuschauern, in ihrer &sbquo;Selbstbewegung&rsquo; sich selbst in eine <strong>&raquo;multitude&laquo;<\/strong> verwandelnd, den Zusammenschlu&szlig; mit den durch die Wirtschaftskrisen des Kapitalismus &sbquo;sozial Benachteiligten&rsquo; sucht (mit dem sie aber nur ein weiteres Mal darum herumgekommen ist, sich vom konterrevolution&auml;ren Kommunismus loszueisen), wirklich nichts zu tun!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das liegt zum einen daran, da&szlig; die von der westdeutschen Linken in fr&uuml;heren Zeiten betriebene Agitation der &sbquo;westdeutschen Arbeiterklasse&rsquo; schon immer von einer extrem provinziellen Borniertheit gepr&auml;gt war und zwar nicht nur gegen&uuml;ber den Arbeiterklassen der anderen Nationen und den revolution&auml;ren V&ouml;lkern, sondern auch in Bezug auf die &sbquo;nationale Frage&rsquo; im eigenen Land, ein Manko, das sie seit ihrer Entdeckung der &sbquo;Globalisierung&rsquo;, wie schon so oft, wiederum durch ihre Flucht in ein entgegengesetztes Extrem auszugleichen sucht, zum andern liegt es auch daran, da&szlig; die gesamtdeutsche Linke inzwischen bei ihrem Versuch, sich mit den zu Plebejern abgestiegenen Facharbeitern oder den zu &sbquo;Hartz-Vierern&rsquo; entproletarisierten einfachen Arbeitern gemein zu machen, an &auml;u&szlig;erst r&uuml;ckst&auml;ndige bis faschistoide Denkweisen appellieren mu&szlig;, um diese f&uuml;r die neuen <strong>&#132;sozialen Bewegungen&rdquo;<\/strong> zu rekrutieren: vom Sozialneid bis zum Kampf gegen ausl&auml;ndische Konkurrenten um &sbquo;unsere Arbeitspl&auml;tze&rsquo; ist da alles vertreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist all das, was das Verh&auml;ltnis der <em>Lohnarbeit<\/em> gegen&uuml;ber dem <em>Kapital<\/em> im Marxschen Sinn charakterisiert, so restlos den Bach runter gegangen, da&szlig; sich die heutige Agitation der Linken kaum noch von der sozialen Demagogie der alten b&uuml;rgerlichen Arbeiterparteien unterscheidet, um deren W&auml;hlermassen ein harter &sbquo;Reform&rsquo;-S&auml;nger-Wettstreit entstanden ist. Was die eine im Kampf um neue plebejische W&auml;hlerstimmen und im Namen der &sbquo;sozial Benachteiligten&rsquo; fordert, das verwirklicht die andere Partei, um ihre sozial etablierten W&auml;hler bei der Stange und sich an der Macht zu halten, soweit es der Finanzhaushalt zul&auml;&szlig;t, und dies alles auf Kosten der Gesellschaft und der noch lohn-arbeitenden Klasse. Auf diese Weise ist die ganze Gesellschaft, bei ihrem vergeblich erscheinenden Versuch, diesen neuen <strong>&#132;sozialen Bewegungen&rdquo;<\/strong> nicht auf den Leim zu gehen, in der &sbquo;Antikommunismus&rsquo;-Falle gefangen, w&auml;hrend unsere vorgeblichen nationalen &sbquo;Befreier&rsquo; mit entsprechenden Rezepten und ihren kn&uuml;ppelharten Argumenten auf ihre Stunde warten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts dieses Dilemmas mag es unbillig erscheinen, von dem Kritiker des Projekts <strong><em>partei Marx<\/em><\/strong> Einsichten zu verlangen, denen sich die deutsche Linke seit Jahr und Tag verschlie&szlig;t und von ihm zu erwarten, &uuml;ber deren und den eigenen Schatten zu springen. Das w&auml;re wahrscheinlich nur ein vergeblicher moralischer Appell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fazit: &Auml;hnlich wie schon seit langem f&uuml;r die b&uuml;rgerliche (sozialdemokratische, christliche etc.) Arbeiterbewegung spielt auch f&uuml;r die heute gegen die alte Bourgeoisie &sbquo;antikapitalistisch&rsquo; opponierende Linke der Begriff des Proletariats nur noch eine historische Rolle. Es geh&ouml;rt zur besonderen Ironie ihrer Geschichte, da&szlig; sie bis zur Bankrotterkl&auml;rung des &sbquo;Realen Sozialismus&rsquo; Ende der 80er Jahre unentwegt damit besch&auml;ftigt gewesen war, die vom Weltmarktmonopol des deutschen Kapitals beg&uuml;nstigte &sbquo;westdeutsche Arbeiterklasse&rsquo; von ihrer revolution&auml;ren Mission als Erretter der Menschheit &uuml;berzeugen zu wollen, anstatt das zu tun, was sie eigentlich gekonnt h&auml;tte: die von der &sbquo;Studentenbewegung&rsquo; seit dem 2. Juni 1967 in gang gesetzte Kulturrevolution ausgehend von der weltrevolution&auml;ren antiimperialistischen Bewegung der 60er und 70er Jahre in die Arbeiterklasse zu tragen, und zwar verbunden mit einer Selbstkritik in Permanenz an den Relikten der kleinb&uuml;rgerlichen Herkunft der eigenen Bewegung und einer radikalen Kritik am Zustand und Verlauf der weltrevolution&auml;ren Entwicklung seit der Oktoberrevolution, wozu die wie Pilze aus dem Boden schie&szlig;enden &sbquo;maoistischen&rsquo; Sekten geeignet schienen, aber am allerwenigsten in der Lage waren. Anstatt also die tieferen Gr&uuml;nde f&uuml;r die eigene eklatante Unf&auml;higkeit zu einer solchen Kritik und Selbstkritik genauer zu untersuchen, zog sich der gr&ouml;&szlig;te Teil der &sbquo;westdeutschen Linken&rsquo; in Gestalt aller m&ouml;glicher &sbquo;Randgruppen&rsquo;-Bewegungen (zum Schutz der Frauen, Kinder, Tiere, des Klimas und der Natur &uuml;berhaupt vor den Auswirkungen der kapitalistischen Produktionsweise) auf ihre kleinb&uuml;rgerlich philanthropische Kerngestalt zur&uuml;ckbesonnen, um seither den Kapitalismus nur noch an seinen Ph&auml;nomenen zu kurieren, wof&uuml;r ihr die Bourgeoisie bisher zu gro&szlig;em Dank verpflichtet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der &sbquo;westdeutschen Linken&rsquo; ist es daher nicht gelungen, ihren eigenen M&ouml;glichkeiten und F&auml;higkeiten entsprechend die &sbquo;westdeutsche Arbeiterklasse&rsquo; sowohl historisch wie auch in ihrer Stellung zum Weltproletariat und zur Weltbourgeoisie in ein rationales Verh&auml;ltnis zu bringen, um, ausgehend von seiner Internationalit&auml;t und ihrer Weltmarktbezogenheit den Weg in den Sumpf der linken Kleinb&uuml;rgerlichkeit zu bek&auml;mpfen und zu vermeiden, im linken Ethnizismus und linken Sozialimperialismus zu versumpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die deutsche Arbeiterklasse, geh&ouml;rt zweifellos, soweit sie von der Bourgeoisie f&uuml;r die Weltmarktproduktion, einschlie&szlig;lich des europ&auml;ischen Export-Marktes, eingespannt wird, zu den privilegiertesten Abteilungen des Weltproletariats, aber dennoch weder der Bourgeoisie noch dem Kleinb&uuml;rgertum an, obwohl viele seiner Charakterz&uuml;ge kleinb&uuml;rgerlichen Ursprungs sind und entsprechend von ihr ausgelebt werden. In ihrer jetzigen Gestalt wird sie, &auml;hnlich wie auch das Proletariat der klassischen imperialistischen L&auml;nder des &sbquo;alten Europa&rsquo; wahrscheinlich nicht an der Spitze des internationalen Proletariats, ohne das an Kommunismus nicht zu denken ist, marschieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kritik an dem Projekt <strong><em>partei Marx<\/em><\/strong> krankt daher ebenfalls an einer zutiefst provinziellen Einsch&auml;tzung der gesellschaftlichen Stellung der deutschen Arbeiterklasse, die, wenn dies auch bis zu einem gewissen Grad berechtigt erscheinen mag, faktisch dem Kleinb&uuml;rgertum zugeschlagen und an ihrer Stelle ein neues revolution&auml;res Subjekt erfunden wird, das wegen seines plebejischen (bis lumpenproletarischen) Charakters von der alten Linken und der neuen Bourgeoisie politisch leichter zu handhaben ist. Die deutsche Arbeiterklasse, was immer von dieser momentan als Klasse erkennbar sein mag, wird lediglich als anonymes W&auml;hlerpotential gehandelt und &uuml;ber ihre K&ouml;pfe hinweg mit der Bourgeoisie verhandelt. Da&szlig; die deutschen Arbeiter sich in Verbindung mit ihrer revolution&auml;ren Intelligenz als <em>internationale Klasse<\/em> organisieren und selbst handlungsf&auml;hig werden k&ouml;nnte, daran haben alte Linke und neue Bourgeoisie grunds&auml;tzlich kein Interesse. Was sie statt dessen betreiben, ist wie gesagt der reine <em>politische &Ouml;konomismus <\/em>und das ist weit entfernt vom <em>politischen Klassenkampf <\/em>wie ihn die &sbquo;partei Marx&rsquo; bisher verstanden hat! [<a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?p=168\"><strong><span style=\"font-variant:small-caps\">Reflexionen:<\/span> Uwe-Jens Heuer, <em>Marxismus und Politik.<\/em><\/strong><\/a>]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was das im einzelnen und f&uuml;r die Zukunft bedeutet, wird in weiteren Untersuchungen zur Wiederaneignung ihrer Strategie zu kl&auml;ren sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<hr style=\"width: 50%; text-align: left;\" align=\"left\" \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\" name=\"_ftn1\"> [1] <\/a> <strong>Karl Marx: <em>Das Kapital<\/em><\/strong><strong> I<\/strong>, MEW 23, 593. [Im folgenden Seitenangaben in Klammern.]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Zur Kritik am Projekt partei Marx<\/b><br \/> <br \/>\nDie Ideologen der gegenw\u00e4rtigen \u201esozialen Bewegungen gegen den Kapitalismus\u201c haben den bereits im Ansatz historisch gescheiterten ersten ernstgemeinten Schritt des Proletariats hin zum Kommunismus (Oktoberrevolution) in kal\u00adkulierter Halbherzigkeit ganz einfach halbiert und gest\u00fctzt auf die Sozial-Wissen\u00adschaften, den Sozial-Staat, die Sozial-Politik und weitere mit dem W\u00f6rtchen Sozial- zusam\u00admengesetzte Institutionen sich selbst zur Anti-These zum \u201ebestehenden kapitalistischen System\u201c erkl\u00e4rt und damit einen Typus der sozialen Revolution in die Welt gesetzt, die sich bei ihrer Entfal\u00adtung st\u00e4ndig selbst dementiert: die soziale Revolution als Gegen-Revolution in sich selbst und in Permanenz. 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