{"id":100,"date":"2007-03-23T19:25:09","date_gmt":"2007-03-23T17:25:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.parteimarx.org\/wordpress\/?p=100"},"modified":"2011-11-01T17:20:48","modified_gmt":"2011-11-01T15:20:48","slug":"reaktionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.parteimarx.org\/?p=100","title":{"rendered":"Reaktionen (2000)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/?cat=14\">zur&uuml;ck zur &Uuml;bersicht Reaktionen<\/a><\/p>\n<p><strong>Die an dieser Stelle wiedergegebenen feedbacks zum Projekt Partei Marx haben im Augenblick nur archivalischen Wert, da die eingangs ge\u00e4u\u00dferte Faszination an demselben, bis auf die nachstehend dokumentierten Ausnahmen, fast auf Null gesunken ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Daher verweisen wir auf die REFLEXIONEN, KRITIK und DEBATTE, worin wir uns mit unseren Kritikern und Autoren kritisch auseinandersetzen, die zu der Thematik, mit der wir uns zu besch\u00e4ftigen haben, in, wie wir meinen, besonderer Weise hervorgetreten sind.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zu Dokumentationszwecken wurden einige Briefe aus der Zeit vor 2001 aufgenommen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>In der letzten Zeit (seit dem Fr\u00fchjahr 2007) haben die REAKTIONEN den einseitigen Charakter einer Art \u201aFlaschenpost\u2019 angenommen, die, so ist zu hoffen, wieder einem regeren Meinungsaustausch Platz machen wird.<\/strong><\/p>\n<p>[Korrekturen sinnentstellender Fehler sowie K\u00fcrzungen werden in eckige Klammern gesetzt und folgen der klassischen Deutschen Rechtschreibung.]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.parteimarx.org\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/pM_0907_REA_doc.pdf\">Dieser Text ist auch als PDF-Datei verf\u00fcgbar<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>An Django <\/strong>(25.04.2000)<strong>:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Herzlichen Dank f\u00fcr       die ausf\u00fchrliche Literaturliste mit den dazugeh\u00f6rigen Bezugsquellen. Das Buch,       \u00fcber das wir neulich sprachen, habe ich noch antiquarisch f\u00fcr einen       entsprechenden Preis erwerben k\u00f6nnen.[1] [&#8230;] Au\u00dferdem ist in der aktuellen       Nummer von <em>Lettre International<\/em> (Heft 48) 1\/2000 ein Aufsatz zum selben Thema erschienen.       Slavoy \u017di\u017eek: <em>Selbstmord der Partei<\/em>. Stalinismus \u2013 Zur Logik       einer pervertierten Revolution. Der Aufsatz ist politisch nicht ergiebig, weil       darin sehr stark tiefenpsychologisch argumentiert wird; er enth\u00e4lt aber die       neueste historische Literatur zu diesem Thema.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Eigenarten der menschewistischen bis sozialdemokratischen Stalinismuskritik       (incl. Claussens Einleitung) einmal beiseite gelassen, fasziniert mich an dem <em>Brief       eines alten Bolschewiken<\/em>, da\u00df der Kirow-Mord nicht nur als gezielter Ausl\u00f6ser f\u00fcr die       nachfolgenden \u201eS\u00e4uberungen\u201c sichtbar wird (dies die durchg\u00e4ngige Darstellung),       sondern da\u00df das ZK durch die Lancierung Kirows ins Politb\u00fcro Stalin so weit in       die Enge getrieben hatte, da\u00df er seine weitere politische Karriere nur noch       durch die Inszenierung eines Staatsstreichs retten konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Liquidierung der linken (Sinowjew, Trotzki) und Kaltstellung der       rechten \u201aLeninisten\u2019 (Bucharin) mu\u00dfte sich Stalin 1934 offensichtlich mit den       stalinistischen \u201aLeninisten\u2019 auseinandersetzen, die ihn bis dahin als       Speerspitze gegen die rechten und linken \u201aLeninisten\u2019 glaubten verwenden und       kontrollieren zu k\u00f6nnen (womit ich nicht sagen will, da\u00df sie die besseren       \u201aLeninisten\u2019 gewesen w\u00e4ren). Ihre Galionsfigur Kirow \u2013 das wird aus dem       Dokument ziemlich klar \u2013 scheint ja immerhin versucht zu haben, die       Partei an einigen l\u00e4ngst \u00fcber Bord geworfenen Prinzipien Leninscher Politik neu       zu orientieren. Seinem Eintritt ins Politb\u00fcro w\u00e4ren weitere Schritte des ZK       gegen Stalin gefolgt. Daher durfte Kirow seinen neuen Posten erst gar nicht       antreten. Der Rest der Geschichte geht bekanntlich nach der Melodie <em>Zehn       kleine Negerlein<\/em>&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn dieses Dokument echt ist, bzw. die darin dargestellten Zusammenh\u00e4nge nicht       reine Erfindung sind, dann handelt es sich bei Stalins Machtergreifung um einen       konterrevolution\u00e4ren Staatsstreich, durch den er sich zum       national-bolschewistischen Zaren aller Reu\u00dfen an die Spitze der SU       katapultieren wollte und sollte. Diese Schlu\u00dffolgerung klingt zwar nicht       besonders originell, sie ist aber nie, nicht einmal von den Trotzkisten,       geschweige denn den Maoisten, bis zu der Konsequenz gezogen worden, da\u00df dieser       durch Stalins Staatsstreich etablierte neue Zarismus nicht nur das Ende der       Leninschen Weltrevolution, sondern auch des internationalen Proletariats, als       zu jener Zeit [noch] revolution\u00e4ren Klasse, bedeuten mu\u00dfte und jede       revolution\u00e4re Bewegung automatisch f\u00fcr gro\u00dfrussische Weltmachtinteressen       instrumentalisiert wurde. Die aktuelle Bedeutung dieser Einsch\u00e4tzung f\u00fcr das       gegenw\u00e4rtige roll-back, das die verschiedenen kommunistischen bis       sozialistischen Gruppen [gegenw\u00e4rtig] versuchen, liegt auf der Hand&#8230; Dazu       n\u00e4heres ein andermal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei m\u00f6chte ich vermuten, da\u00df Du hinsichtlich meiner zuletzt angestellten       Schlu\u00dffolgerungen ganz anderer Ansicht bist. \u00dcbrigens, in der UZ vom 24.03.       wird ein Kongre\u00df in Berlin <em>Jahrhundertbilanz des Kommunismus<\/em> f\u00fcr Ende Mai angek\u00fcndigt.       Vielleicht ganz interessant&#8230; Das war\u2019s erst einmal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ernst-Ulrich<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><sup>1)<\/sup><strong> Boris       Nikolajewski: Brief eines alten Bolschewiken. Mit einem Essay von Detlef       Claussen, Frankfurt 1992.<\/strong><\/p>\n<hr style=\"text-align: justify;\" \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reaktionen auf die partei Marx aus dem Jahr 2000.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/100"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=100"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/100\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=100"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=100"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.parteimarx.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=100"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}